Value Investing: So tickt die Börse am Beispiel von Pepsi


New York, 23. November 2011

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Im freien Fall befinden sich mal wieder die Weltbörsen. Dow Jones, DAX und Nikkei brechen ein. Es scheint die Finanzkrise von 2008 und 2009 zurück zu kehren. Das damalige Desaster nahm in den USA nach dem Platzen der Immobilienblase seinen Lauf. Nun sind die Europäer mit ihren absurden Schuldenbergen schuld an der neuen Abwärtsspirale.
Eine Panik scheint auszubrechen. Die Anleger sind besorgt. Die Kunst besteht darin, die Menschen zu beruhigen. Wir brauchen Lösungen. Wir brauchen starke Politiker, die schnell Wege aus dem Dilemma finden.
Wir brauchen eine ruhige Hand in der Europäischen Union. Die Menschen zur Besonnenheit zu bringen, sie zu beruhigen, ihnen die Angst zu nehmen ist jetzt die Kernaufgabe Berlins und Brüssels. Leider scheinen das die wenigsten Politiker zu wissen. Angstmacher sind brandgefährlich. Denn wenn wir einen Run auf die Banken haben, dann kollabiert das System. Das muss unbedingt vermieden werden. Ich hoffe, die Mächtigen in Berlin wachen endlich auf, bevor es zu spät ist.
Als Börsianer stelle ich mir nun die Frage: Was tun? Verkaufen würde ich keinesfalls. Wer solide Unternehmen im Portfolio hat, der sollte sich nicht allzu sehr sorgen. Selbst wenn wir in eine neue Rezession abstürzen sollten, so ist die Krise kein Dauerzustand. Die Frage ist nicht, ob die Aktien und die Wirtschaft wieder zurück auf den Wachstumspfad finden. Die Frage ist vielmehr, wann? Haben Sie genügend Cash als Notgroschen angespart? Ich hoffe mal. Wenn Sie zudem keine Schulden haben, dann können Sie entspannt sein. Was soll dann schon passieren?
Denken Sie langfristig. Auf Sicht von zwei, drei, fünf Jahren mögen Ihre Aktien erheblich verloren haben. Das macht in der Tat keine Freude. Als Beispiel schauen Sie sich nur den Ein-Jahres-Chart des Brause- und Snackriesen Pepsi an.
Wer langfristig anlegt, den juckt die jüngste Krise nicht die Bohne. Schauen Sie sich hier den Langfrist-Chart von Pepsi an. Seit Ende der 1970er Jahre kennt der Kurs nur eine Richtung: Nach oben. So sehen viele Blue Chips in den USA und in Deutschland aus. Das jetzige Chaos in Europa ist in den Langfrist-Charts kaum als Delle zu erkennen. Wer dies akzeptiert und sich nicht verrückt machen lässt, der zählt zu den Gewinnern an der Börse. Die Meute rennt aus dem Markt. Clevere nutzen die verbrannte Erde für Zukäufe. Vielleicht mit einer Pepsi. Aktuell kostet das Papier 63 Dollar. Die Dividendenrendite sprudelt mit 3,2 Prozent.
Der Dow-Jones-Index startete Ende der 1890er Jahre irgendwo bei 41 Punkten. Nun steht der Index bei 11.493 Zählern. Etliche Panikphasen, Rezessionen, Krisen und sogar zwei Weltkriege überstand das Barometer. Langfristig geht es nur nach oben. Bleiben Sie am Ball, bleiben Sie cool!


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Value Investing: So tickt die Börse am Beispiel von Pepsi

  1. Gier ist gut

    „Nun sind die Europäer mit ihren absurden Schuldenbergen schuld an der neuen Abwärtsspirale.“

    Also wenn man Verschuldung und Wirtschaftsleistung der USA und der europäischen Union vergleicht, dann haben die Europäer vertretbare Schuldenstände. Natürlich sind hier negative Tendenzen erkennbar, jedoch hat es noch lange nicht die Dimension wie die Verschuldung der USA. Der Zustand der USA macht mir größere Sorgen und die mediale Fixierung, weg von den USA, hin zu den Europäern finde ich weitaus schlimmer, als irgendeinen Panikmacher!

    Viele Grüße, Chris

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Chris,

    Wenn Sie einzelne EU-Länder mit den USA vergleichen, so sind etwa Griechenland oder Italien höher verschuldet als die USA. Die Schulden sind dort im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit über 100 % bedrohlich hoch:

    Italien: 119 %
    Griechenland: 140 %

    Die USA kommen dagegen „nur“ auf 92%.

    Insgesamt stimme ich Ihnen zu: Die USA haben im großen Stil die Schulden in die Höhe geschraubt, ständig neues Geld gedruckt.

  3. Matthäus Piksa

    Wenn der Griff zu Staatsanleihen entgegen der alten Anlegerweisheit scheinbar doch nicht als risikoarm gelten kann, dann hilft risikoaversen Anlegern nur noch der Griff zu Unternehmensanleihen, denn ich denke niemand kann ernsthaft behaupten, dass Anleihen von Exxon, CocaCola, McDonalds, VW & Co. nicht zurückgezahlt werden.

    Als Bsp. habe ich hier die mit 5,35%-Punkten verzinste Anleihe der CocaColaCompany herausgesucht: http://www.finanzen.net/anleihen/5_350-The-Coca-Cola-Anleihe-2017-US191216AK60@pkZeit_100000@stBoerse_FSE

    Der renditehungrige Anleger entscheidet sich aber doch lieber für die Aktie.

    Gruß nach Manhatten.
    Matthäus

  4. Matthäus Piksa

    Übrigens: Mein Vater arbeitet bei CocaCola. Ich kann als Quasi-Insider nur sagen, dass niemand bei CocaCola davon ausgeht, dass die Masse der Menschen zur Vernunft reift und auf die tägliche Coke verzichten wird.

    Was kaum ein Mensch weiß ist auch die Geschichte, wie CocaCola auf dem europäischen Kontinent Fuß fasste.

    Während dem 2. Weltkrieg reiste ein findiger Cola-Manager nach Washington um im Verteidigungsministerium folgende Geschäftsidee vorzustellen: CocaCola wollte, dass die Militärstrategen einen GI pro Kampfgruppe abstellten, damit dieser mit einem auf dem Rücken befestigten Kanister gefüllt mit Cola mit den Truppen mitmarschierte und die Soldaten dadurch immer mit Cola versorgt seien.
    Das Verteidigungsministerium war zunächst wenig überzeugt und argumentierte damit, dass im Krieg jeder Soldat gebraucht werde.
    Daraufhin erwiderte der Cola-Manager, dass ihr Produkt nachweislich die Konzentration fördere, wenn auch nur kurzfristig. Dies könne im Gefecht jedoch den entscheidenden Vorteil bringen.

    Das reichte den amerikanischen Militärstrategen schon und sie genehmigten das Vorhaben. Der Siegeszug der Cola sollte nach Beendigung des 2. Weltkriegs erst beginnen, denn wie wir alle Wissen, verließ CocaCola samt ihrer Produkte den Kontinent nie wieder!

    Nachzulesen in einem Unternehmensbuch der CocaColaCompany, das zum Anlass des 125-jährigen Bestehens publiziert wurde.

  5. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    das ist ja spannend. Von den Coca-Cola-Soldaten im Zweiten Weltkrieg habe ich gar nichts gehört.

    Das leuchtet durchaus ein: Der Zucker und das Coffein hatten sicherlich einen Effekt auf die Soldaten. Was trinken die US-Soldaten eigentlich heute? Haben Sie eine Ahnung?

    Beste Grüße

  6. Matthäus Piksa

    Nein, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich gibt es mittlerweile viel effektivere „Energy-Booster“ im Vergleich zu einer Coke, ich habe aber zu den beruflichen Trinkgewohnheiten der US-Soldaten keinerlei verlässliche Informationen.

    Die US-Soldaten hier in der Region Ramstein/Kaiserslautern trinken in ihrer Freizeit aber definitv auch Cola, sei es im McDonalds oder Kino (Schüler-Nebenjob), was ich so beobachten konnte.

    Mich würde es nicht einmal wundern, wenn die Geschichte erstunken und erlogen wäre (Stichwort „Unternehmenspropaganda“ – heutiger Begriff Marketing) – wie will man heute herausfinden, ob es diese Cola-Soldaten wirklich gab.

    Daher betrachte ich die ganze Geschichte als nette Anekdote rund um dem ganzen Hype, der in den letzten 125 Jahren um deren Produkte entstand.

    Angeblich enthielt die klassische CocaCola anfangs, also vor 125 Jahren das damals noch nicht verbotene Kokain, daher auch der Name Coke.
    Ob das allerdings stimmt und ob die Cola während dem WWII vielleicht auch noch Kokain enthielt, weiß ich nicht.

    Abgesehen davon, fällt das auch eher in die Kategorie „Unnützes Wissen“…

    Bis die Tage.
    Matthäus

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