Urlaub in New York: Das sind meine Hoteltipps


New York, 11. Februar 2012

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Fast jede Woche erhalte ich eine Anfrage, welche Hotels ich in New York empfehle. Blogleser, Freunde, Kollegen, Verwandte – alle wollen den ultimativen Tipp. Den habe ich leider nicht. Hotels sind ziemlich teuer in der Touristenstadt.
Freunde, die kĂŒrzlich in Manhattan waren, empfahlen mir das „Manhattan am Times Square“. Sie hatten einen sehr guten Preis im Januar erwischt, fanden die Zimmer sauber und die Lage ideal. In der Tat können Sie dort praktisch alle Ecken Manhattans zu Fuß erreichen, wenn Sie gerne auf den Beinen sind. Auch jede Menge U-Bahn-Stationen sind ums Eck. Und der Broadway mit der bunten Leuchtreklame liegt vor der TĂŒr.
Mein zweiter Tipp ist das Holiday Inn in Chelsea zwischen der 6th und 7th Avenue. Hier waren Freunde, die mir das Hotel als „fair im Preis und wirklich gut“ empfahlen.
Wem beide Adressen nicht zusagen, wird sicherlich auf Kayak.com fĂŒndig. Auf dem Reiseportal können Sie transparent nach SchnĂ€ppchen suchen.
Richtig kultig finde ich Priceline.com. Bei diesem Anbieter können Sie ein Hotelzimmer ersteigern. Amis lieben die Website. Wie funktioniert das ganze? Sie suchen sich in Manhattan zunĂ€chst ein Stadtviertel aus. Sagen wir, Sie möchten an der Wall Street, also im SĂŒden Manhattans, Ihren Urlaub verbringen. Anschließend geben Sie Ihre Reisedauer ein und die gewĂŒnschte Hotelkategorie (2,3,4 Sterne etc.). Nun kommt der spannendste Schritt: Sie bieten einen Preis, den Sie maximal bereit sind zu bezahlen. Sagen wir 90 Dollar die Nacht. Dann sucht das System nach RestplĂ€tzen in ihrer Kategorie (4 Sterne zum Beispiel) und bucht Sie in einem Hotel ein fĂŒr Ihr Gebot. Den Hotelnamen wissen Sie aber nicht im Vorfeld. Es ist immer eine Überraschung. Der Preis ist dafĂŒr unschlagbar. Böse Überraschungen kann es eigentlich nicht geben: Sie bleiben ja in Ihrer Hotelkategorie und in ihrem vorab bestimmten Stadtviertel.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses Konzept in Deutschland funktioniert, weil die Deutschen immer alle Details vorab wissen möchten, bevor Sie bezahlen. Amerikaner sind von Natur aus Spieler, insofern lieben sie dieses Online-Angebot. Ich kenne Leute, die auf Priceline verdammt gute Deals bekommen haben. Der Nachteil ist: Umbuchen ist nicht möglich. Gebucht ist gebucht!
Zum Abschluss habe ich noch fĂŒr die extremen SchnĂ€ppchenjĂ€ger unter Ihnen einen GeheimtipĂŒ: Es ist die Website Craigslist.com. Hier können Sie von einer Privatperson eine Wohnung oder Zimmer in Manhattan mieten. Es kann etwas verzwickt sein, weil man ja die Katze im Sack kauft. Es kann aber ebenso ein super kultiger Aufenthalt werden. Freunde aus Deutschland wohnten eine lĂ€ngere Zeit in einem Zweifamilienhaus in Brooklyn. Ein bekannter Regisseur hatte ihnen sein Heim verpachtet fĂŒr die Winterzeit. Der Regisseur weilte derweil in seinem zweiten Domizil in Kalifornien. Zum Überwintern fĂŒhlte sich der Hollywood-Mann mit der Familie in dem milden Klima an der WestkĂŒste eben wohler. Meine Freunde fanden seine Bleibe in New York cool. Ich auch! Auf meinem Foto sehen Sie die Brooklyn BrĂŒcke. Ein Fußmarsch lohnt sich immer ĂŒber die Ikone!
Was New Yorker außerdem gerne machen: Sie können eine Zeitlang eine Bleibe tauschen: Wenn Sie ein tolles Haus oder Wohnung in Europa zu bieten haben, schauen Sie sich mal auf Craigslist um. Vielleicht finden Sie interessierte Amerikaner.
Wenn Sie einen Hotel-Tipp oder Idee fĂŒr mich haben, wĂŒrde ich mich darĂŒber unter den Anmerkungen freuen. Ich wĂŒnsche Ihnen schon mal einen schönen Urlaub in New York.
Um diesen Blogeintrag mit dem Thema Börse abzurunden, folgender Hintergrund: Priceline ist ĂŒbrigens an der Nasdaq gelistet. Ein extrem erfolgreicher Reisekonzern. Der Börsenwert summiert sich auf 27 Milliarden Dollar. Bedenken Sie: GegrĂŒndet wurde der Gigant gerade 1997. Der Kurs notiert bei 545 Dollar. Die Aktie ist im S&P-500-Index gelistet. Der Kurschart ist phĂ€nomenal.
Wenn Sie sich die Tourismus-Branche anschauen, dann wird fĂŒr die Vermittlung von Hotelzimmern richtig viel abkassiert. Da fließen kernige Provisionen. Auf 31 Prozent tĂŒrmt sich beispielsweise die operative Marge bei Priceline.
Das Gute fĂŒr Vermittler wie Priceline ist, sie erhalten die Provisionen vorab, gleich nach der Buchung des Gastes und nicht erst mit Reiseantritt. Weil fette Zahlungen fließen, hat sich Konkurrent Expedia ebenfalls prĂ€chtig entwickelt. Der Börsenwert fĂŒnf Milliarden Dollar, das GrĂŒndungsjahr 1996. Portale, die dagegen nur FlĂŒge vermitteln, kassieren nur lausige Provisionen von den Fluggesellschaften. Flugbuchungen sind lediglich ein kleines Zubrot fĂŒr Portale wie Expedia.

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Lesermeinungen zu „Urlaub in New York: Das sind meine Hoteltipps

  1. Alexander

    Hi Tim,

    ich bin einer deiner Blogleser, der vor kurzem nach einem Hotel mit gutem Preis-/LeistungsverhĂ€ltnis in NY gefragt hat. Super wie Du auf Anfragen spontan reagierst. Vielen Dank fĂŒr die tollen Tipps und Hintergrundinformationen!

    Beste GrĂŒĂŸe
    Alexander

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Alexander,
    prima. Habe ich gerne gemacht. Viel Spass in New York! Das wird mit Sicherheit ein tolles Erlebnis. Man kann hier so viel unternehmen, es ist echt der Wahnsinn. New York ist immer eine Reise wert.
    VG
    Tim

  3. Christian

    Eine von dir zusammengestellte New York- Tour wĂ€re auch ganz nett.Immerhin siehst du die Stadt, mit Sicherheit, anders als die TouristenfĂŒhrer!
    Vielleicht in Verbindung mit Google Street View, damit das ganze noch interaktiver wird und man auch aus Deutschland “rum” kommt :)

    Viele GrĂŒĂŸe, Christian

  4. tim schaefertim schaefer

    Hi Christian,

    ich kann ja hier mal hier ein paar Stichworte ergÀnzen, was kultig ist in New York. Wo es Sinn macht hinzugehen. Den Touri-Kram schaue ich mir aber nicht wirklich an.

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