U.S. Silver: Ausgebombtes Minenschnäppchen


New York, 24. Juli 2008

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Ich möchte Ihnen heute ein tief gestürztes Papier ans Herz legen: U.S. Silver. Der Börsenwert beträgt nach einem brutalen Kurssturz nur noch lumpige 62 Millionen Dollar. Dabei hortet das Unternehmen 19 Millionen Dollar in der Kasse. Die Reserven und Ressourcen umfassen immerhin 48 Millionen Unzen Silber.
In New York traf ich Vorstandschef Bruce Reid zum Mittagessen. Er sagte mir, dass er die Produktion mehr als verdoppeln möchte. Derzeit lässt der Manager von seiner Gelena Mine, die im historischen Silbertal in Nord Idaho liegt, 400 Tonnen Gestein täglich verarbeiten. Die Mühle hat jedoch eine Kapazität von 1.100 Tonnen pro Tag. Bis Dezember will er die Kapazitätsgrenze erreichen. Im ersten Quartal warf die Mine erstmalig seit dem Börsengang einen Profit ab. Vor Steuern blieben rund eine Millionen Dollar hängen. Nach Steuern klingelten immerhin 653.000 Dollar in der Kasse. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal von 4,1 auf 7,3 Millionen Dollar. Die Bilanz ist solide und frei von Schulden. Die Risiken sind überschaubar: Die Mine hat eine 100-jährige Historie, noch immer beträgt das prognostizierte Leben des Schachtes 14 Jahre.
Im Juni 2006 hatte Reid die Liegenschaften von Coeur d´Alene Mines zum Preis von 15 Millionen Dollar übernommen. Die Vorkommen befinden sich zu 100 Prozent in seinem Besitz. Nach der früheren Sunshine Mine ist sein Objekt die zweitreichste Silbermine in der amerikanischen Geschichte. Seit 1953 holten die Vorbesitzer dort 210 Millionen Unzen Silber aus dem Boden. Zudem beförderten sie 159 Millionen und 22 Millionen Pfund Kupfer beziehungsweise Blei aus den Schächten. Kurz nach der Übernahme, im September 2007 ließ Steuermann Reid die Produktion wieder anlaufen. Zunächst schafften die Arbeiter 200 Tonnen Gestein täglich aus dem Berg. Die Jahresproduktion soll auf 2,5 Millionen Unzen Silber steigen. Zusätzlich stellt er zwei Millionen Pfund Kupfer und zehn Millionen Pfund Blei in Aussicht. Bis Ende Dezember will er die operativen Kosten auf unter sieben Dollar je Unze drücken. Derzeit kostet die Unze 17,24 Dollar: Es sollte also eine gesunde Marge hängen bleiben.
Wenn Sie nun den Börsenwert durch die Silber-Reserven und -Ressourcen dividieren, ergibt sich eine Bewertung der Aktie mit dem Faktor 1,3. Von Kupfer und Blei gar nicht zu sprechen. Mir erscheint das wenig. Im Durchschnitt taxiert die Börse kleine bis mittelgroße Silberproduzenten mit dem fünf- bis sechsfachen der Vorkommen. Freilich fällt der Kurs seit Monaten immer tiefer. Das Papierchen notiert in Deutschland bei 0,20 Euro. Für mich ist ein spekulativer Kauf. Mehr Chancen, als Risiken.


tim schaefer (Author)

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