Tobias, 35, verheiratet, hat ein Haushaltsnettoeinkommen von 5.000 Euro im Monat. Er kauft emsig Indexfonds. Mit Frau und Tochter wohnt er zur Miete. An den Immobilienkauf denkt er nicht. Er hält die Immobilienpreise für astronomisch


New York, 18. Juli 2017

Tobias aus Frankfurt am Main hat mir geschrieben. Er kauft jeden Monat ETFs.

Hallo Tim,

ich verfolge ebenfalls schon seit längerer Zeit deinen Blog. Immer wieder super finde ich sowohl deine motivierenden Beiträge, als auch die Kommentare. Hier ist mein Leserbrief:

Im Familien- und im Freundeskreis stoße ich beim Thema Finanzen leider nicht auf sonderbar großes Interesse. Unter Freunden wird generell auch nicht viel über Geld und Altersvorsorge gesprochen. Das finde ich sehr schade. Dabei ist das Thema doch super spannend!

An der Stelle wünschte ich mir mehr Erfahrungsaustausch. Meine Mutter arbeitet im Kundenbereich einer Bank, beklagt immer wieder den Druck verschiedenste Anlageprodukte und Versicherungen verkaufen zu müssen. Mit ETFs hat Sie sich bislang nur wenig auseinandergesetzt. Sie hatte früher in Telekom-Aktien fehlinvestiert. Seitdem fand keine Aktieninvestition mehr statt und sie blieb seitdem der Börse fern. Demnach habe ich das Thema Vermögensbildung für mich einfach selbst in die Hand genommen und lese möglichst viel darüber. Über diverse Finanzblogs hole ich mir immer wieder interessante Buchempfehlungen ein.

Nun aber zu mir. Ich bin Tobias, 35 Jahre, verheiratet. Seit 2016 stolzer Papa einer süßen kleinen Tochter. Meine Frau ist aktuell in Elternzeit. Ich werde ebenfalls 2 Monate nehmen. Obwohl ich hierbei auf einige hundert Euro verzichten muss, ist mir die freie Zeit mit der neuen Familie sehr wichtig.

Generell verreisen wir gerne. Wir verbinden gerne mal ein langes Wochenende mit einem Kurzurlaub. Wir wohnen im Rhein-Main-Gebiet und besitzen nur noch ein Auto, dass wir uns gebraucht gekauft haben. Ein zweites Auto hatten wir nach unserem Einzug in die gemeinsame Wohnung verkauft. Mittlerweile nutze ich die ÖPNV für den Weg zur Arbeit. Das ist wesentlich entspannter. Ich kann dabei Musik hören und lesen. Ich versuche inzwischen wieder regelmäßig Sport zu treiben. Kürzlich habe ich mich entschlossen, dem örtlichen Sportverein beizutreten. Das Sportprogramm macht mir Spaß, hält mich fit und man kommt mit neuen Menschen in Kontakt.

Grundsätzlich leben wir beide recht sparsam und schmeißen das Geld nicht zum Fenster raus. Größere Neuanschaffungen werden erstmal besprochen. Ich bevorzuge es, gebraucht zu kaufen. Ich bin der Meinung, diese sind auch im gebrauchten Zustand noch sinnvoll nutzbar. Hierzu zählen neben Autos, Büchern z.B. auch Babysachen. Das kann jeder machen wie er denkt.

Meine Frau und ich wohnen aktuell zur Miete mit super netten Nachbarn in einer zentralen und ruhigen Lage. Wir verdienen beide ungefähr 5000 Euro netto im Monat. Wir besitzen keine Immobilien. So richtig trauen wir uns nicht so recht an das Thema dran. Kredit aufnehmen, Schulden machen ist irgendwie nicht unser Ding. Aktuell bringen wir hierfür noch zu wenig Eigenkapital mit. Der Immobilienmarkt befindet sich ohnehin derzeit in astronomischer Entfernung. Damit bleiben wir wohnungstechnisch erstmal flexibel.

Dafür haben wir einige tausend Euro auf unseren Tagesgeldkonten verteilt, sowie jeweils einen Bausparvertrag. Versicherungen haben wir lediglich die notwendigsten. Dazu zählen Haftpflicht, Auslandsreisekranken und KFZ-Versicherung. Mehr benötigen wir aus aktuellem Anlass nicht.

Seit 2016 habe ich für uns ETF-Sparpläne eingerichtet. Wir nutzen den Wertpapiersparplan bei der Deutschen Bank mit mtl. 250€ für MSCI World und MSCI EM. Einen weiteren Sparplan haben wir bei der ING-DIBA mit mtl. 250€ für ARERO.

Unserer Tochter wurde von uns ein Juniordepot bei der Comdirect mit mtl. Sparrate 250€ eingerichtet (MSCI World, MSCI EM, S&P 500, EuroSTOXX 600). Alle ETFs sind thesaurierend und swap basiert. Wir werden die Sparquote in Zukunft weiter erhöhen. Wichtig war uns erstmal den Ball ins Rollen zu bringen und mit dem Sparen Indexfonds anzufangen. Zusätzlich planen wir noch eine größere Summe vom Tagesgeldkonto in ausschüttende ETFs zu investieren. Hierbei haben wir physische ETFs von Vanguard im Auge (FTSE ALL WORLD und EM, S&P 500) sowie Euro-Staatsanleihen mit guter Bonität (z.B. iBoxx € Liquid Sovereigns Diversified Overall). Was ist deine / eure Meinung hierzu?

Auch ich habe leider meine negativen Erfahrungen an der Börse gemacht und viel Geld mit Optionsscheinen (KnockOut Papiere) verloren. Es hat lange gebraucht, bis ich überhaupt erstmal realisiert habe, was ich da tue. Das hat mir viele schlafnose Nächte bereitet. Irgendwann habe ich einen Schlussstrich gesetzt und habe mich von der Börse für einige Jahre ferngehalten. Nun habe ich aber neuen Mut gefasst, allein auch durch diesen Blog und die vielen motivierenden Beiträge.

Ich nähere mich inzwischen dem Thema Finanzen und Börse nun mit der Buy & Hold Strategie und mit neuer Erfahrung an. Es gibt allerdings immer noch einige Themen die ich noch nicht verstehe. Wichtig ist mir, dass ich mir in dem Umfeld mehr Wissen aneignen möchte und weiterhin regelmäßig ETFs über Wertpapiersparpläne kaufe.

Dir und deinen Lesern wünsche ich weiterhin viel Spaß mit dem Blog!

Viele Grüße

Tobias

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Dieser Leserbrief hat mir sehr viel Freude gemacht zu lesen. Ich finde super, wie Tobias jeden Monat fleißig ETFs kauft. Er macht sich beim Konsum Gedanken. Er kauft gerne Gebraucht, was ich lobenswert finde. Mach einfach weiter so mit dem ETF-Sparen. Solltest Du mehr Geld frei haben, baue einfach Deine monatlichen Sparpläne aus. Das wäre mein Vorschlag. Ansonsten freue ich mich wie immer auf Eure Kommentare.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Tobias, 35, verheiratet, hat ein Haushaltsnettoeinkommen von 5.000 Euro im Monat. Er kauft emsig Indexfonds. Mit Frau und Tochter wohnt er zur Miete. An den Immobilienkauf denkt er nicht. Er hält die Immobilienpreise für astronomisch

  1. steve

    @ Tobias, thesaurierend für dich und mich ja.
    Bei deiner Tochter die hat doch jedes Jahr einen Freibetrag den sollte man ausnutzen. Dann ist die Dividende für alle Zeit steuerfrei. Das geht nicht mehr wenn sie später mal ein größeres packet verkauft oder da schon Einkünfte hat. Nur mal zum nachdenken und überlegen. Thesaurierend heißt ja ich verschiebe meine Steuer in die Zukunft, mach aus meiner Sicht nur Sinn wenn ich was zahlen muss.

    Gruß Steve

  2. Mat

    @steve, gab es da nicht das neue investmentsteuergesetz? Steuerstundung das war einmal ab 2018…geht nur noch mit Steuerspar-Mantel

  3. Mattoc

    Hallo Tobias,

    abgesehen vom Bausparvertrag hört sich das meiner Meinung nach grundsätzlich gut an. Ich würde mir vor dem Kauf von ETFs überlegen, welche Strategie ich umsetzen möchte. Theasaurierende ETFs machen Wiederanlage und du musst Anteile verkaufen, um einen Cash Flow zu generieren. Ausschüttende ETFs bringen dir einen regelmäßigen Cash Flow, um den du dich nicht großartig kümmern musst. Mir ist nicht ganz klar, weshalb es sinnvoll sein könnte, sowohl das eine als auch das andere zu machen. Der MSCI World ist im übrigen auch schon sehr US-lastig, was die Frage aufwirft, weshalb du dann noch den S&P500 beimischt.

    Das sind aber im Gesamtbild nur Details. Hauptsache, du bist am Aktienmarkt investiert. Deiner Tochter wird es an nichts fehlen, wenn sie 18 Jahre alt ist. Sehr gut!

  4. Patently Absurd

    Die Tochter ist noch sehr klein. Sobald das Kind etwas größer wird und die Frau sich in Kita und Kindergarten mit anderen Müttern austauscht, wird sie feststellen, dass eine Trennung mit Kind sehr lukrativ für die Mütter ist.

    In über 60% der Fälle wird die Ehe dann von der Frau geschieden, wenn die Kinder 4 bis 10 Jahre alt sind. Je mehr Kinder, desto höher die Trennungswahrscheinlichkeit bei gut verdienenden Vätern.

    Siehe Beispiel von Uwe Reimann: https://www.youtube.com/watch?v=eg8U53Eul0I

    Danach geht es beim Vater nicht mehr um Sparquoten sondern oft ums Überleben.

     

     

     

     

  5. Rainer Zufall

    Um nochmal an die Diskussion beim letzten Artikel und die Vorteile einzelnet Indikatoren anzuknüpfen: die Angabe des Haushaltseinkommens (Überschrift) ist an sich wenig aussagekräftig. Besser wäre das Haush.Einkommen pro Kopf.

  6. Rainer Zufall

    Wie Mat schon angedeutet hat: Bei thesaurierenden Fonds wird zukünftig eine Vorabpauschale erhoben, die jährlich zu zahlen ist. Die Möglichkeit der Steuerstundung nach Ausschöpfung des Freibetrags entfällt daher. Das gilt auch bei Swap basierten Etfs.

    Ansonsten finde ich die Kombi Vanguard All World + EM nicht so sinnvoll, da der All Word ja schon EM enthält. Ausser wenn die EM übergewichtet werden sollen. Das gleiche gilt für eine Beimischung des sp500. Auch diese fährt zu einer Übergewichtung und hebelt die Verteilung im All World Index aus.

    Ich nehme an, dass Du nicht alle Eier in einen Korb legen willst. Dann wäre eine Verteilung in 4 Etfs möglich. USA, Europa, Pazifik, Em.

  7. Christian H.Christian H.

    @Patently Absurd

    Nach Deiner Information werden 40% der Fälle nicht geschieden – davon würde ich als junger Familienvater auch ausgehen.

    Tobias, nach meinem Dafürhalten sind das zu viele ETF. Meiner Meinung nach reichen für kleine bis mittlere Depotgrößen 2 ETF aus. Ich halte Anteile eines großen ETF auf den EURO STOXX 600 und Anteile eines großen ETF auf den S&P 500, beide ausschüttend.

    Auch einen Sparvertrag bei der Ing-DiBa über 250€ ist sehr kostenintensiv. Dann investiere doch lieber alle 2 Monate für 500€, das ist bei der Ing-DiBa für die meisten ETF kostenlos.

    Bei mir wächst allerdings eine gewisse Skepsis gegenüber ETF im Allgemeinen. Es ist ziemlich offensichtlich, dass ETF nur funktionieren, wenn deren Anteil am Kapitalmarkt klein bleibt. Wenn mehr Aktionäre über ETF in Aktien investieren würden, als direkt in Einzelwerte zu investieren, dann funktioniert der Aktienmarkt so wie wir ihn kennen nicht mehr. Und der Anteil der ETF wächst und wächst. Er hat sich in den letzten 5 Jahren, glaub, verdoppelt.

    Wenn der Zeithorizont sehr groß ist, bei mir sind es bis zur Rente mit 70 noch 35 Jahre, dann bin ich skeptisch dass das mit den ETF bis zum Schluss immer so weiter geht. Es fällt mir daher zunehmend schwer, mein ganzes Geld, was ich für Aktien übrig habe, in ETF zu stecken.

    Von daher scheint mir ein Wissen über die Bewertung von Einzelunternehmen sehr sinnvoll. Ich möchte mittelfristig weg von ETF hin zu Direkt-Investments. 

    Seid gegrüßt

    Christian

     

  8. Mattoc

    Christian H,

    würdest du bitte erläutern, weshalb es offensichtlich ist, dass ETFs nur funktionieren, wenn ihr Anteil am Kapitalmarkt klein bleibt. Denn die wiederholte Behauptung ist nicht hilfreich.

    Danke!

  9. Skywalker

    @ Christian: Das ETF Problem ist tatsächlich existent. Es führt mMn dazu, dass die Märkte zuletzt sehr wenig volatil sind. Und wann im Crash passiert muss man abwarten, aber ich vermute mal nichts Gutes. Der Crash kann durch massive Ausstiege aus den ETFs richtig bitter werden glaube ich.

  10. Mattoc

    Christian H.

    weshalb ist das von dir angekündigte langfristige Scheitern des Finanzinstruments ETF „offensichtlich“?

    Für mich ist nur offensichtlich, dass die Sonne gerade scheint.

  11. Christian H.Christian H.

    @Mattoc

    Nicht das Scheitern der ETF ist offensichtlich. Das ETF nur funktionieren, wenn deren Anteil am Kapitalmarkt klein bleibt, ist offensichtlich.

    Warum? Ein Extrembeispiel verdeutlicht das ganz gut. Aber: es ist ein Extrembeispiel und wird keine Realität werden! Vorher werden ETF reguliert.

    Angenommen, das Investment in Einzelwerte wird verboten, nur noch ein Investment über ETF ist erlaubt. Dann haben wir einen Anteil der ETF von 100% am Kapitalmarkt. Am Tag des Verbots liegt z.B. die Daimler-Aktie bei 3% des Dax. Das heißt, ein Dax-ETF investiert sein Vermögen zu 3% in die Daimleraktie. Geht Daimler einen Tag später Pleite, investiert der ETF 3% seines Vermögens in eine Schrott-Aktie.

    Nach meinem Verständnis funktionierte die Börse bisher so: Leute machen sich Gedanken über den Wert von Unternehmen, kaufen bzw. verkaufen dann Aktien. So entsteht der Aktie Preis. Und erst dann entsteht ein Index.

    ETF sind sowas wie Trittbrettfahrer: Die Direkt-Investoren machen sich Gedanken und machen den Preis, ETF kaufen das Verhältnis nach. Wenn aber keiner mehr den Preis macht, wen nachkaufen? Wer macht dann den Preis? Und ab wann wird der ETF-Anteil bedenklich? Oben das ist ein Extrembeispiel.

    In dieser Situation sind wir noch längst nicht, BlackRock ist gerade zu 9.2% beteiligt an Daimler z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock#Beteiligungen. Allerdings nur BlackRock, die sind aber nicht die einzigen ETF Anbieter.

    Und, Mattoc, wiederholt habe ich einfach nur, weil bis jetzt keiner reagiert hatte. Es handelt sich hierbei auch nur um meine bescheidenen Bedenken… 

    Gruß

    Christian

     

  12. Marco

    @Christian H.

    Der Etf Anteil am weltweiten verwalteten Vermögen beträgt nicht einmal 1%.

  13. Christian H.Christian H.

    @Marco

    Dann würde ich den ETF Anteil am Gesamtmarkt als klein bezeichnen;)

  14. Gähn

    Und schon wieder ein Leserbrief anstatt selbst etwas zu schreiben. Wirklich langweilig mittlerweile.

    Tim Du wohnst in NYC! Du könntest sicherlich tolle Sachen über NYC, die Menschen dort, Kosten und vor allem auch über das Börsengeschehen schreiben.

    Wieso machst du das nicht?

    So kann ich nur sagen: Gähn..

  15. Carlos

    Hi Tobias,

    da sind doch schon viele gute Grundlagen gelegt. Glückwunsch dazu.

    Wo geht es meiner Ansicht nach besser?

    -Die ETF-Auswahl ist seltsam oder für mich zumindest nicht stringent logisch. Arero ist kein schlechtes all-in-one Investment, aber wenn man selber schon mehrere ETF hat oder haben will, macht er für mich keinen Sinn mehr. Dann gewichte doch lieber Aktien, Renten und Rohstoffe mit einzelnen ETFs so, wie Du es für sinnvoll hälst. Ich z.B. halte Rohstoffe generell für mich für gar nicht sinnvoll, aber das ist eine andere Geschichte

    -250€ für das erste (einzige?) Kind im Monat, wenn für die Eltern „nur“ 500€ gespart werden scheint mir unverhältnismäßig. Wenn die Kinder in den Büchern zu schnell zu reich werden, kann das zu Problemen führen (Steuern, Bafög, Sturm-und-Drang-Phase mit 18…) und das Geld gehört dann dem Kind, man kann es nicht einfach mit 16 oder 17 „zurückholen“

    -Deine Versicherungen halte ich für völlig unangemessen. Ihr habt jetzt ein Kind, Risikoleben auf beide Eltern ist ein absolutes Minimum. Wer betreut Euer Kind und verdient gleichzeitig das Geld, wenn einem von Euch etwas zustößt? Ich persönlich habe auch eine BU (meine Frau auch), darüber kann man sicher streiten. Da würde ich an Eurer Stelle nochmal in Euch gehen.

    Schönen Gruß

    Carlos

  16. steve

    @matt du hast recht da gab’s ne Änderung um so wichtiger beim kind ausschüttend das man sich die Steuer am Jahresende zurück holen kann. Auf ein Mischmasch beim fond würde ich mich nicht einlassen, meine Meinung. Kind hat doch jedes Jahr ca 8000€ Freibetrag das reicht selbst wenn als teeny ein Ferienjob dazu kommt. Wer weiss wie die Bescheinigung beim thesaurierenden fond ausschaut gerade wenn s neu ist erkennt das Finanzamt das an und wenn komplett würde ich nicht riskieren.

    Gruß Steve

  17. June

    Hallo Tobias,

    schön, dass du uns deine Geschichte erzählst.
    Ich finde es immer wieder interessant wie unterschiedlich Menschen ihre Finanzen gestallten.

    Ich setzte mich ja erst seit ein paar Monaten mit ETFs auseinander aber mir würden in Bezug auf die Steuerreform in 2018 dein Ansatz nicht mehr gefallen. Vor allem überschneiden sich die ETFs zum Teil. Daher würde ich wegen der geänderten Rechtslage eine Neuausrichtung anstreben und die Anzahl ab 2018 auch reduzieren um Gebühren zu sparen.

    Grundsätzlich finde ich es toll wenn Eltern die Möglichkeit haben ihren Kindern den späteren Start zu vereinfachen. Aber im Hinblick auf eure Sparrate kommt mir der Sparbetrag für euere Tochter unverhältnismässig hoch vor. Zuerst solltet ihr eure Zukunft absichern. Kinder sind dann ab einem bestimmten Alter selbst für ihr Glück und ihre Finanzen verantwortlich.

    Den Bafög Aspekt kann man vernachlässigen, denn dies wird euer Kind später, bei dem Elterneinkommen, sowieso nicht erhalten. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass egal wie sich eure Prinzessin entwickelt, sie ab dem 18. Geburtstag auch über diese Geld verfügen kann. Z.B. nach Bali durchbrennen und dort einen australischen Surferboy heiraten 😉

    Wäre es dann nicht schöner, wenn ihr ihr das gesparte Geld zur ersten Wohnung dazugebt oder damit das Studium finanziert oder es einfach als Rentengrundstock schenkt?

    Wie Carlos fehlen mir die Risikolebensversicherungen für euch Eltern. Das ist für die Familie einfach wichtig um in einem Fall das Gehalt des Hauptverdieners auszugleichen und im anderen Fall die Betreuung des Kindes zu sichern. Außerdem bin ich der Meinung das besonders kleine Kinder eine gute Unfallversicherung benötigen. Gerade in dem Alter in dem sie beginnen selbstständig zu werden, sind sie besonders gefährdet. Ich erinnere mich mit Schrecken wie oft ich eines meiner Kinder mitsamt Fahrrad von der Straße gelesen habe. Das sie dabei nie mehr als ein paar Schrammen abbekommen haben war sicher mehr Glück als alles andere. Aber wenn es ganz Hart gekommen wäre hätten Sie diese Versicherung gehabt, für mich war das für kleines Geld eine sehr nervenberuhigende Absicherung.
    Take care,

    June

  18. gorilla

    Ich habe da eine Frage zur Ferratum Bank

    Ich bin Schweizer, vor langer Zeit habe ich ein Onlinekonto bei der vr-Bank eröffnet. Damals war das Konto gratis, leider kostet es etwas in der Zwischenzeit.

    Ich schätze vor allem, dass ich zur jeder Tages/Nachtzeit Bargeld einzahlen kann. Ich verbrauche dann, dieses Geld in ganz Europa (ausser Schweiz). Manchmal kaufe ich damit auch was online in Deutschland.

    Neuerdings muss ich in der Schweiz Gebühren auf meine Mastercard zahlen. Deshalb suche ich eine neue, am besten in Euro, in der ich in Europa ohne Provisionen zahlen kann.

    Die scheint mir gut zu sein:

    https://www.santander.de/de/privatkunden/konto_und_karte/kreditkarten/1plus_visa-card/produktinfo_1plus_card.asp

    Vor allem da ich berufsbedingt viel Tanke.

    Als Girokonto ist comdirect gut, doch gibt es nur drei kostenlose Einzahlungen im Jahr, dies ist mir zu wenig, sonst müsste ich jeweils 7000 Euro auf einmal einzahlen, und ich möchte mich nicht unbedingt nach einer Bank richten.

    Also liebe Sparprofis, welche Produktkombination soll ich am Besten abschliessen. Noch mal kurz Zusammengefasst.

    – möglichst Gratis

    – möglichst in allen EU ländern ohne Komissionen brauchbar

    – online Überweisungen ohne sms

    – kostenlose Bargeldeinzahlungen a 1000 Euro auch nachts im Raum Lörrach möglich

    – Kreditzinsen sind unwichtig, da ich nie im Minus sein sollte

     

     

  19. Jan

    @ Christian,

    bzgl. ETFs mache ich mir eher wenige Sorgen.

    Du hast schon Recht mit deinem Beispiel entscheidend ist aber die Annahme des Verbots von Einzelaktien. Angenommen ETFs werden so groß, dass die Märkte mehr oder weniger stagnieren. Dann wird es irgendwann dadurch auch wieder Chancen geben. Stell dir vor eine Nestlé zahlt dann plötzlich 10% Dividende. Alles wird irgendwann wieder in die Richtung Einzelaktie strömen, so lange bis der Nestlé Kurs im Beispiel gestiegen ist. Ich glaube das hält sich langfristig die Waage.

    Richtig ist auch, dass ETFs stark wachsen. Der Anteil ist aber minimal. Ich habe leider nur alte Zahlen gefunden. Demnach erwartete die D.Bank weltweite Neuinvestitionen in ETFs von 60 Mrd. Dollar. Das ist nichts. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die letzten 10 Jahre genauso gewesen wären, wären momentan 600 Mrd. in ETFs investiert.

    Zum Vergleich Apple hat eine Marktkapitalisierung von ca. 700 Mrd. und nur einen Anteil von 2% am MSCI World.

     

    VG

  20. Ralf

    ETFs sind eine sinnvolle Anlage. Außerdem kann man ja zweigleisig fahren wie hier auch schon mehrfach benannt.

    @Tim: Vielleicht lässt sich ja mal eine Artikelserie mit praktischen Vorschlägen zur Verbesserung des Einkommens generieren. Mehrere Standbeine als Einkommensquellen sind bekanntlich kein Fehler. Mir fehlen da Impulse, anderen geht es sicherlich ähnlich. Und wieder andere haben vielleicht gute Konzepte und Ideen die sie teilen wollen….

  21. Skywalker

    Heute habe ich mir mal meine Investition in AT&T angeschaut. Die Aktie wird ja gerade richtig abverkauft. Gründe sind wohl hohe Schuldem, große Konkurenz mit T-Mobile US und Sprint.

    Aktuelle Dividendenrendite ist fast 5,5%, und das bei einem Aristokraten.

    Meine Position hier ist etwas über 10 % im Minus, was erst mal nicht schön aussieht, da es einer meiner größten Werte ist. Allerdings muss ich mir dann nur mal die Dividendenzahlungen anschauen, welche ich seit Beginn erhalten habe. DAnn ist das Minus schon weit nicht mehr so groß.

    Ob der Wert jetzt ein Kauf ist bei diesen Kursen weiß ich nicht, allerdings ist es schon verlockend.

  22. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Skywalker,

    ja, manche Sachen leiden kräftig, auch wenn man dauernd neue Indexhöhen verkündet. Die Höhen erklimmen dann eben nur die ETFs drauf. 😉

    AT&T schaut angeschlagen aus. Ich würde da mal abwarten wo der Fall endet. Die 32 USD sollten aber halten. Wenn sie sich da stabilisiert und in einen Aufwärtstrend geht, dann würde ich kaufen.

    Der Kolja und der Christian Röhl vom Dividendenadel haben gestern über den „F-Score“ vom Piotroski gesprochen. Den habe ich noch nie beachtet.

    Heute ist mir eine Aktie begegnet, die einen F-Score von 8 aufwies. Habe darauf einen Put verkauft und 75 USD bekommen, mit 2,50 USD Abstand des Strikes zum Kurs, dafür bis Ende des Jahres. Allerdings kein Dividendenwert. Möchte ich also nicht eingebucht bekommen. Aber das stabile Geschäft, was der F-Score anzeigt, lässt mich auf stabilen Kurs und Behalt der Prämie hoffen. Schaun mer mal.

    MS

  23. Christian H.Christian H.

    @Jan, Sorgen mache ich mir auch nicht. Und, wie Du schon sagst, wenn „der Markt“ mit zunehmendem Anteil der EFT allmählich ineffizienter wird, dann ist das natürlich für diejenigen, die sich mit Unternehmensbewertung auskennen, ein gefundenes Fressen. Loser behalten länger ihren Aktien-Wert, super laufende Unternehmen gewinnen langsamer an Aktien-Wert. Alles klebt eben mehr und mehr am Index. Der Index gibt dann den Preis vor, nicht die Unternehmensentwicklung.

    Die Dividendenstrategie von Christian Röhl habe ich schon in einem kleinen Progrämmchen umgesetzt. Das muss ich nur mit den Daten füttern, schon gibt es eine Auswertung alla „Profile“ von dividendenadel.de.

    Das mit dem F-Score finde ich auch sehr interessant, ich werde mein Progrämmchen darum ergänzen. Bin sehr darauf gespannt, welche Unternehmen denn Dividendenadel sind und einen hohen F-Score aufweisen.

  24. Andre

    @ Ralf

    Nicht lachen, aber ich habe einen beh. Freund und der kann einen Betreuer für 7h/Monat (125€) in Anspruch nehmen, egal für welche Arbeiten…Macht Spaß, da es der eigene Kumpel ist, alles sehr flexibel abläuft und die Sache von der GKV finanziert wird…der Träger nimmt die Hälfte, bleiben mir immerhin 62€ im Monat

  25. steve

    @Andre

    ist doch toll einen Freund helfen und noch ein wenig Taschengeld dafür bekommen, was will man mehr. Danke dafür dass du das mitteilst für mich zumindest ist die Info neu.

    Gruß Steve

  26. Daniel

    Da ja nach Meinungen gefragt wurde, werde ich mich auch hierzu mal äußern:

    Risikolebensversicherung sollte meines Erachtens dringend abgeschlossen werden
    BU sollte in jedem Fall abgeschlossen werden wenn eine Person allein nicht in der Lage ist die ganzen finanziellen Aufwendungen der gesamten Familie zu stemmen. Meist ist oftmals der Mann der Hauptverdiener und die Frau arbeitet zu, wäre aber bei Wegfall des Mannes nicht in der Lage die finanzielle Lücke zu füllen. Wenn das so ist rate ich dringend zu BU. Mit 35 Jahren und unkritischem Job sollten gute Konditionen möglich sein

     

    Zur Sparplan-Konstruktion.

    Meines Erachtens viel zu komplex angesichts der Sparrate
    Bleib jetzt noch in deinem Portfoliobestand sitzen, das schadet nicht und Verkauf den Kram irgendwann ab 2018. Dann erledigt sich das steuereinfach/steuerhässlich Thema und es werden dann wohl mehr ETF in die Auswahl kommen können. Bis 50.000€ würde ich einen All World ETF nehmen, der reicht meines Erachtens völlig aus. Wenn jetzt sehr hohe Sparraten vorhanden wären, so ca. zwischen 1000 und 2000€ könnte man auch den Klassiker WORLD/EM nehmen. Ansonsten nur unnötige Arbeit
    Die Aufteilung der Sparrate erscheint mir unangemessen. So toll es auch ist für das Kind vorzusorgen… ich würde es auf 50€ oder 75€ reduzieren. Warum? Ein guter Start ist schön, aber mehr sollte es auch nicht sein. Finanzielle Bildung an das Kind weiterzugeben erscheint mir wichtiger und Euch als Familie schadet es ja auch nicht wenn eure Sparrate dann auf 500-750€ in eurer Ehe-Depot läuft und nicht in das des Kindes
    Zuletzt empfehle ich dir noch den X-Ray Scanner von Morningstar, der deckt Überschneidungen auf. Denn ein All World, SP500 und EM macht irgendwie keinen wirklichen Sinn.

    Gruss Daniel

  27. Marco

    Zum Thema thesaurierend oder ausschüttend:

    In der Anlage Kap zu Steuererklärung musst du deine ausschüttngsgleichen Kapitalerträge angeben (Kapitalerträge ohne Steuerabzug, ich glaube, Kennziffer 34), diese werden dann nachversteuert. Wenn du dir dann später deine Summe auszahlen lässt, werden von der Gesamtsumme der thesaurierten Beträge die bisher versteuerten abgezogen, somit werden diese im Prinzip genau so versteuert wie normal ausgeschüttete Beträge (mit dem Vorteil, dass du nicht laufend Kapitalertragssteuer abführen musst, sondern erst am Ende des Jahres).

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