Teil 2: Auf was Value Investoren achten: Das Timing


New York, 4. Oktober 2010

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Heute erläutere ich Ihnen im zweiten Teil dieser losen Serie anhand des Timings wie Value Investing funktioniert. Was steckt hinter dieser Anlagephilosophie bezüglich der Kaufzeitpunktes? Wenn der Markt in Trümmern liegt und das Vertrauen der Menschen in die Aktie als Wertanlage am niedrigsten ist, dann ist die Stunde der Value Investoren gekommen. Sie beginnen in diesem depressiven Umfeld, im aggressiven Umfang Aktien einzusammeln. „Wenn die Knospen wieder sprießen, ist es zu spät“, sagt Warren Buffett.
Seit mehr als 100 Jahren wandert der Dow-Jones-Index auf immer neue Höhen. Dazwischen gibt es Phasen, in denen der Index unter Druck steht, diese Phasen können schon ein paar Jahre lang dauern. Auf dieser Grafik sehen Sie interessante Tief- und Höhepunkte der vergangenen zehn Jahre. Im März 2009 hatten wir ein Zwischentief bei rund 6.500 Zählern, das Hoch lag im Oktober 2007 bei über 14.000. Jetzt stehen wir schon wieder bei knapp 11.000 Punkten. So stark schwankt der Index – basierend auf Angst und Gier. Jedoch war die jüngste Weltwirtschaftskrise die Chance eines Lebens. Innerhalb eines Jahrhunderts kommt es vielleicht ein oder zwei Mal vor, dass sich der Index halbiert. Trotz der jüngsten Erholung von dem Zwischentief bei 6.500 ist folgendes Phänomen zu beobachten: Noch immer hortet die Masse der Menschen enorme Cashbestände, aus Sorge vor einem Rückfall. Kommt die Börse richtig in Schwung und nähert sich neuen Rekordständen, fließt das Geld zurück in Aktien. Das Cash dürfte wie ein Katalysator wirken und den Index auf völlig unerwartete Höhen treiben. Erschreckend derzeit ist: Die Masse hält Cash in Hülle und Fülle. Dabei ist Bargeld das blödeste, was man derzeit tun kann. Denn Bares wird immer weniger wert. Die Inflation wird es langfristig aufzehren. Gute Firmen werden dagegen immer mehr wert. Daher sollten Sie Ihre Ersparnisse in Qualitätsaktien bunkern.
Wer an den Erfolg der Aktienanlage nicht glaubt, der sollte sich einmal folgendes vor Augen führen: Das Barometer startete bei 40 Punkten. In den 1890er Jahren wurde der Dow-Jones-Index eingeführt. Seither spurtete der Index auf über 100, 1.000 und 10.000 Zähler (siehe Chart oben). Die 100.000er Latte wird eines Tages sicherlich genommen. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Wir haben nun ein Jahrzehnt erlebt, in dem sich der Dow Jones alles in allem nicht vom Fleck bewegt hat. Mit anderen Worten: Wer vor zehn Jahren in Aktien investierte, hat seither keinen Cent verdient. Insofern glaube ich, dass die Chancen ganz gut stehen. Die beste Zeit für Neuengagements sind indes die schlimmsten Krisenphasen. So war das Kalenderjahr 1954 das beste Jahr im Dow Jones – abgesehen vom Jahr 1933. Der Index erholte sich 1954 in einem atemberaubenden Tempo. Das Plus 43 Prozent. Vorausgegangen war das schlimme Krisenjahr 1953. Wer sich die historische Jahresperformance des Dow Jones einmal ansehen will, dem empfehle ich diese Rubrik auf der Seite finanzen.net. Fazit: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Teil 1: Auf was Value Investoren achten: Der Cash Flow


tim schaefer (Author)

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