Summer Streets in Manhattan


New York, 24. August 2008

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Für Michael Bloomberg war das Projekt ein voller Erfolg. Erstmals verbannte der New York Bürgermeister für ein paar Wochen jeweils am Wochenende die Autos auf einer wichtigen Verkehrsachse. Zwischen der 72. Straße und der Brooklyn Bridge teilten sich Fußgänger, Jogger und Radfahrer die Park Avenue. Keine Taxis! Keine Busse! Kein Gehupe! Viele New Yorker nahmen die Gelegenheit wahr und bevölkerten Manhattans Innenstadt.
Ich joggte mit Freunden am Samstag um 8 Uhr in der Frühe ab der 72. Straße Downtown. Wir rannten über die Brooklyn Brücke und wieder zurück in den Central Park. Dort drehten wir noch eine kleine Runde. Alles in allem bewältigten wir 14,5 Meilen. Das war ein phantastischer Morgen. Es gibt nur wenige Gelegenheiten in Manhattan, um auf den Straßen joggen zu können.
Das Projekt mit dem Titel Summer Streets wird sicherlich wieder im nächsten Jahr zurückkehren. Ich war über den enormen Zuspruch erstaunt. Weltweit gibt es den Trend, in Metropolen zunehmend die Autos zu verbannen. Ich glaube, New York wird diesen Trend verstärkt umsetzen. Auf dem Foto sehen Sie einen Straßenabschnitt in New York, der das Verkehrsaufkommen vergleicht: Menschen im Auto, auf dem Rad beziehungsweise im Bus.
Mich hat übrigens diese Stadt verändert. Ich hab noch nie zuvor so viel Sport gemacht wie derzeit. Wenn Sie die vielen Jogger entlang des Hudson Rivers oder die Rennradfahrer im Central Park sehen, dann motiviert das schlichtweg mitzumachen. Ich hab in keiner anderen Stadt so viele Jogger gesehen wie in New York. Es gibt hier mit den New York Road Runners eines der weltweit größten Lauforganisationen, die nahezu jedes Wochenende einen Wettkampf veranstaltet. Die Metropole ist die Stadt des Sports und des gesunden Lebens. An nahezu jedem Eck befindet sich ein Fitness-Studio. Überall kriegen Sie ökologische, gesunde Lebensmittel. In etlichen Fenstern werben Plakate für Yoga-, Karate- und Pilates-Kurse. Mit drastischer TV- und Plakatwerbung hat die Stadtverwaltung dem Rauchen den Kampf angesagt. In Fernsehspots kommen Krebsopfer zu Wort. Das sind abschreckende Beispiele. Es wirkt: Der Zigarettenabsatz ist stark gesunken. Ebenfalls haben die Stadtoberen früh das Rauchen in Restaurants, Kneipen, Discos und öffentlichen Gebäuden verboten. Beim Verbot künstlicher Frittierfette, sogenannte Transfette, übernahm New York City ferner die Vorreiterrolle in den USA. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der regelmäßige Verzehr des Frittierfetts das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken.


tim schaefer (Author)

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