Studie: Senioren sind besser an der Börse


New York, 1. September 2013

bild

Ältere Menschen legen ihr Geld besser an als junge. Das ergab eine Depotauswertung der DAB Bank. 450.000 Privatanleger nahm die Direktbank unter die Lupe. Im Vergleich der Altersgruppen kam heraus, die Generation 60plus schneidet am besten ab. Junge Erwachsene liegen weit zurück.
Erstaunlich fand ich, dass die Senioren viel mehr Aktien als die junge Generation besitzen. Die älteste Generation ist zurückhaltend bei Fonds, diese machen nur 25 Prozent in deren Depots aus. Die jüngste Generation hortet dagegen viel mehr Fonds (circa 38 Prozent Depotanteil).
Problematisch hierbei ist: Aktiv gemanagte Fonds sind teuer, sie haben zum Teil enorme Kostenapparate, die der Kunde bezahlen muss. Ein weiteres Problem dürfte sein: Die Jungen zocken vermutlich mit ihren Aktien. Sie haben zu wenig Geduld. Sie fühlen sich wie im Kasino.
Mein Depot besteht zu 100 Prozent aus Aktien. Ich besitze keinen einzigen Fonds, keine einzige Anleihe, kein Finanzprodukt, kein Zockerpapier.
Das Problem sehe ich bei Fonds in deren Interessenkonflikt. Die Fonds haben das Bedürfnis so viel Gebühren wie möglich aus dem Portemonnaie der Kunden zu ziehen. Der Kunde wiederum möchte so wenig Gebühren wie möglich bezahlen. Beide Interessen kriegt niemand unter einen Hut. Kein aktiver Fondsmanager kann beide Interessen vertreten, das eigene Interesse übersteigt das Kundeninteresse.
Es gibt massenweise Fondsmanager, die verdienen Millionengehälter. Das Problem: Diese Kosten nagen an der Rendite.
Einige Fondsfirmen haben mehr Marketingleute als Analysten. Manch eine Gesellschaft bietet hunderte Fonds an. Sie haben selbst den Überblick verloren. Aus jedem neuen Trend wird ein neuer Fonds geformt – alles basierend auf Vermarktungschancen (Werbung).
Ich kann Ihnen den Rat geben, Aktien durch gute wie schlechte Zeiten durchzuhalten. Grundsolide Aktien und Indexfonds sind herrliche Anlageformen. Sie brauchen Geduld. Verzichten Sie auf die Spekulation, investieren Sie langfristig.
Geld verdoppelt sich bei einem Zinssatz von sieben Prozent alle zehn Jahre. Je mehr Zeit Sie haben, desto besser fällt die Rendite nach einigen Jahrzehnten aus.
Seien Sie Fonds gegenüber skeptisch. Die meisten Fonds schneiden schlechter als der Markt ab. (Es gibt selbstverständlich Perlen unter den Fonds. Diese zu finden, entspricht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.)
Allein der Ausgabeaufschlag kann bei Ihnen einen großen Vermögensschaden anrichten. Geben Sie Ihr Geld nur Leuten, denen Sie enorm vertrauen. Ich zum Beispiel halte große Stücke auf Warren Buffett, daher besitze ich Berkshire-Aktien.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Studie: Senioren sind besser an der Börse

  1. Michael C. Kissig

    Die meisten Leute sehen bei einem Kursrückgang nur den Wert, den ihr Depot verloren hat. Dabei übersehen sie, dass es nur eine Stichtagsbetrachtung ist über den Preis, der für einen Anteil an einem Unternehmen gezahlt werden muss. Und der bestimmt sich rein nach Angebot und Nachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt und unterliegt zu einem Großteil emotionaler Beeinflussung. Was hingegen kaum verändert ist, ist der Wert des Unternehmensanteils, denn der Wert des Unternehmens ändert sich ja nicht, nur weil eine Aktie von 20 auf 25 EUR fällt. Daher sollte man immer Cash in der Reserve halten und nie zu 100% Prozent investiert sein. Dann gelingt es einem auch, Kursrücksetzer nicht als Geldvernichter, sondern als Gelddruckmaschinen zu verstehen. Sie sind Gelegenheiten, günstig an gute Unternehmensanteile heranzukommen – allerdings muss man antizyklisch handeln und im Kurstief kaufen, nicht im Kurshoch. Zum Glück gelingt das den meisten (Herden-)Menschen nicht, sonst würde dieses simple Prinzip nicht so gut funktionieren und seinen konsequenten Anwendern nicht so hohe Renditen bescheren. Solchen, wie Warren Buffett…

  2. Martin

    Dass die Senioren mehr in Aktien anlegen, obwohl „Experten“ das Gegenteil empfehlen, wundert mich auch. Wobei die Studie einen heftigen selection bias aufweist. Wichtig wäre auch zu wissen wieviel Prozent des Vermögens überhaupt das Depot darstellt. Also nicht sehr aussagekräftig insgesamt, aber dennoch interessant.

  3. Matthäus Piksa

    Auch wenn Hollywood mit seinen oftmals bildgewaltigen Filmen über schillernde WallStreet-Persönlichkeiten eine andere Botschaft zu vermitteln versucht: Die Senioren stellen auch immer die Mehrheit der Teilnehmer von Hauptversammlungen.

  4. Thomas

    @Tim:

    Wie lange hast du den die Studie auf Plausibilität geprüft?

    (Die Grafik aus deinen Link besagt das unter 40Jährige DAB-Kunden in einem Jahr von Juli12 bis Juni 13, knapp 29% Rendite erzielt haben, über 40jährige knapp 50%)

  5. Alois

    Ein reines Aktiendepot mit seinem Vermögen zu fahren, wäre mir persönlich zu riskant. Eine gewisse Diversifizierung in den Assetklassen ist mir schon wichtig. Auch die sogenannte Modern-Portfolio-Theorie kommt ja zu dem Schluss, dass ein diversifiziertes Portfolio in unterschiedlichen Anlageformen nicht nur das Risiko reduziert, sondern sogar die Performance erhöht. Auch die amerikanischen Universitätsstiftungen machen das mit Erfolg.
    Wer nichts von Diversifizierung hält, ist angeblich Warren Buffett himself. M.E. hat er aber Bershire Hathaway ein derartig großes Imperium, dass das eben seine Risiken minimiert.

  6. Markus

    Der survivorship bias beeinflusst nicht nur Aktienfonds…
    Viele Privatanleger (die durchhalten) brauchen normalerweise ein paar „Findungsjahre“ für ihre endgültige und langfristige Börsenstrategie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *