Steckt die Erholung der Märkte lediglich in den Köpfen?


New York, 27. November 2009

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Der berühmte US-Wissenschaftler Robert Shiller zerbricht sich den Kopf darüber, woher dieser Aufschwung kommt, über den alle reden. Der Finanzexperte sieht nämlich noch keinen Silberstreif am Horizont. Er glaubt vielmehr, dass die neue Aufbruchstimmung mit der mentalen Haltung der Menschen zusammen hängt. Er vermutet, dass wir einer „self fulfilling phrophecy“, also einer sich selbst erfüllende Prophezeiung, unterliegen. Nach zwei Jahren Rezession würden die Menschen einfach mit einer Erholung rechnen. Allein die zwei Jahre seien eine lange Zeit. Nun müsse es endlich wieder aufwärts gehen. Und weil jeder wieder optimistischer sei, würde der Konsum anziehen, so die These Shillers.
Der Wissenschaftler hatte rechtzeitig im Jahr 2000, bevor die Technologieblase geplatzt ist, vor den brutal überbewerteten Aktienmärkten gewarnt. Sein Buch „Irrationaler Überschwang, Warum eine lange Baisse an der Börse unvermeidlich ist“ (Januar 2000) war ein Bestseller. Lesen Sie die aktuelle Einschätzung Shillers zu der gegenwärtigen Rezession und der bevorstehenden Erholung in den Köpfen der Menschen. Erschienen ist sein Beitrag in der New York Times vom 22. November. Shiller hat übrigens den bekannten Case-Shiller-Index mit zwei Kollegen geschaffen, der die Entwicklung der amerikanischen Immobilienmärkte widerspiegelt. Dabei werden die Preisänderungen in Metropolen gemessen. Hier finden Sie Shillers Homepage. Foto: Shillers Website.
Die Korrektur an der Wall Street war am Freitag nicht allzu dramatisch. Um nur 1,5 Prozent sank der Dow Jones auf 10.309 Zähler. Nach dem Beben im Emirat Dubai hält sich das Minus in Grenzen. Freilich war der Freitag ein Brückentag. Nach dem „Thanksgiving Day“ haben die meisten Amerikaner freigenommen und waren mit ihrer Familie im Shopping-Fieber. Es handelt sich bei dem sogenannten „Black Friday“ um einen der umsatzstärksten Tage im Einzelhandel. Überall gab es Rabatte ohne Ende.

Übrigens ist Warren Buffett ein Anhänger eines jungen Journalisten der New York Times. Sein Name ist Andrew Ross Sorkin. Seinen aktuellen Bestseller „Too big to fail“ über die Finanzkrise lobt Buffett in den Himmel. Sorkins kritisches Werk berichtet im Detail über die gesamten mysteriösen Vorgänge an der Wall Street, als die Investmentbanken im Zuge der Subprimedesasters wackelten. Der Autor schreibt, als ob er dabei war, als die Bankvorstände in den dramatischen Tagen nach dem Fall von Lehman Brothers versuchten, ihre Häuser zu retten. Wie Dominosteine drohten die Finanzriesen zu kippen. Ein Buch über die Zeit, als die Nerven blank lagen.


tim schaefer (Author)

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