Starbucks mischt den Markt für Instantkaffee auf


New York, 1. Oktober 2009

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Ab diesem Freitag bis kommenden Montag bietet Starbucks einen kostenlosen Kaffeetest in seinen Filialen an. Mit der Aktion will der Konzern seinen neuen Instantkaffee „Via“ bekannt machen. Ziel ist es verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Immer mehr Konsumenten trinken aus Kostengründen zuhause ihr Heißgetränk. So sparen die Amis 2,00 Dollar je Pappbecher. Auf Jahressicht kann sich die Ersparnis auf bis zu 1.000 Dollar summieren. Tchibo und Eduscho haben sich in Deutschland mit diesem Konzept ebenfalls eine goldene Nase verdient und einen Milliardenkonzern aufgebaut.
Starbucks führt nun also das Instantpulver mit dem Namen „Via Ready Brew“ ein. Damit will der Gigant freilich auch Nestle und Kraft Foods attackieren. Für Instantkaffee geben die Verbraucher pro Jahr 20 Milliarden Dollar aus. Über Handelsketten wie Target, Office Depot oder Costco sowie in Buchgeschäften und Hotels verkauft der Konzern künftig sein schwarzes Pulver. In die Regale der Supermärkte soll das neue Produkt ab 2010 kommen. Ich werde den Kaffeetest bei Starbucks dieses Wochenende machen. Ich bin gespannt.
Eines weiß ich aber jetzt schon: Starbucks verlangt einen sauhohen Preis. Ein Dreierpack kostet 2,95 Dollar. Pro Portion macht das ca. einen Dollar. Eine Schachtel mit zwölf Portionen kostet 9,95 Dollar. Auch das sind teure 83 Cent pro Tasse. Wenn Sie Nestcafes Tasters Choice-Dose pro Portion umrechnen, ergibt sich ein viel günstiger Preis von 21 Cent. Sprich Starbucks ist vier Mal so teuer. Maxwell House bietet die Tasse Instantpulver für 30 Cent an, Folgers für 31 Cent. Da zeigt sich mal wieder, dass Starbucks ein teurer Laden ist. Aber der Kaffee schmeckt. Details zum Preisvergleich finden Sie in der „New York Post“.
Wenn Starbucks einen Marktanteil von nur zehn Prozent erringt, sind zusätzliche zwei Milliarden Dollar Umsatz drin. Sonderlich riskant erscheint das Geschäft nicht. Ich finde: Das ist ein cleverer Schachzug von Starbucks.
Ich schrieb kürzlich für „Euro am Sonntag“ einen Artikel über boomende amerikanische Kaffee-Konzerne. Hier finden Sie den Artikel. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Bis die Tage!


tim schaefer (Author)

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