Sparen zahlt sich aus


New York, 31. Juli 2014

Lebemänner werfen mit vollen Händen ihr Einkommen aus dem Fenster. Ist alles aufgebraucht, nehmen Sie Kredite auf. So werden Urlaube, Elektronik, Möbel und das Auto auf Pump gekauft. Plötzlich gehen die Kreditzinsen in die Höhe. In den USA hat jeder Dritte Kreditnehmer Geldeintreiber am Hals, weil sie in Rückstand geraten sind.

Passen Sie also besser auf, dass Sie nicht mit Inkassobüros in Kontakt kommen. Besser nehmen Sie keine Konsumschulden auf. Kaufen Sie sich im Idealfall nur, was Sie sich leisten können.

In Deutschland geraten auch immer mehr Menschen in die Schuldenfalle.

Ich verstehe nicht, was sich der typische Konsument so alles leistet. Ein Haufen Plastikzeug, teure Kaffeekapseln, Statussymbole im Kleiderschrank, neue Granitküche. Die Folge ist ein leergefegtes Girokonto.

Nicht nur der kleine Mann geht pleite, auch Promis. Ob Roberto Blanco oder Matthias Reim, Ingrid Steeger oder Eva Herman, es sind zu viele, um alle zu nennen. Fussball- und Tennisspieler, Boxer…

Es ist ratsam einfach etwas mehr zu sparen. Das macht das Leben einfacher. So stecken Sie nicht im Hamsterrad fest. So können Sie früher in Rente gehen. Wer fleißig spart in jungen Jahren, hat einen enormen Vorteil im späteren Leben, weil sich dann der Zinseszins so richtig bemerkbar macht.

Ich interviewte "Mr. Money Mustache“ (Foto), einen eingefleischten Extrem-Sparer aus Colorado. Mit 30 Jahren ging er in den Vorruhestand. Er hatte 800.000 Dollar gemeinsam mit seiner Frau gespart. Jetzt genießt er das Leben mit Kind und Gattin. Er fährt mit dem Rad, kocht zuhause, verzichtet auf Kabelfernsehen und genießt günstige Urlaube. Ein bodenständiger Familienmensch. Hier geht es zu seinem Blog.

Fazit: Sparen zahlt sich aus.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Sparen zahlt sich aus

  1. StefanStefan

    Ich kenne den Blog auch und lese ihn regelmäßig. Leider kommen nur langsam neue Beiträge dazu…

    Mr Money Mustache (Pete) ist glaub ich in den USA schon eine Art Kult. Da ist eine richtige Bewegung entstanden. Er wird von allen großen Talkshows eingeladen, gibt Interviews für Wall Street Journal usw. Der macht mit seinem Blog mittlerweile etliche Tausend Dollar pro Monat. Er hat aber auch Millionen Leser. Die Werbung auf seiner Seite lässt er sich natürlich fürstlich bezahlen.

    Schon beeindruckend dieses Gegenstück zu dem übermächtigen Konsumterror überall. Er geht auch in die Bibliothek statt sich Bücher und Filme zu kaufen. Hab auf seiner Seite viel gelernt. Zum Beispiel wie teuer das tägliche Pendeln zur Arbeit im laufe der Jahre tatsächlich ist!

    Ich wünschte es hätte diese Seite schon vor 10 Jahren gegeben…am liebsten möchte man die Zeit zurück drehen…

  2. DividElephant

    Ich bin vor ca. eineinhalb Jahren durch deinen Blog auch auf MMM aufmerksam geworden. Das war für mich eine Initialzündung; seitdem achte ich viel mehr auf meine Ausgaben, habe mein Auto verkauft (das ich nur selten gefahren bin), versuche ein wenig "bewusster" mein Geld auszugeben und spare mehr als 50 % meines Nettoeinkommens. Ich finde den MMM Blog ebenfalls großartig – und sollte ich selbst auch irgendwann einmal in der Lage sein frühzeitig in Rente zu gehen, hattest du, Tim, sicher auch einen gewissen Anteil daran. 😉

    Außerdem großartig sind Jason Fiebers Blog Dividend Mantra und Jim Collins Blog http://jlcollinsnh.com – dringende Bookmark-Empfehlung. 🙂

  3. Frank

    hallo,

    leider eine geschichte die in DE so für die meisten nicht läuft.bei uns wird meist weniger verdient, die lebenshaltungskosten sind höher. die grundaussage stimmt aber, konsum versklavt, wahre werte gibts meist kostenlos

  4. StefanStefan

    Dazu kommt, dass die meisten in dieses Zwangssystem einzahlen müssen. Vom Brutto bleibt ja fast nur die Hälfte übrig.

    Mr Money Mustache hatte nicht nur das Glück so gut zu verdienen. Er hat auch noch eine Frau die das ganze Spiel mitgemacht hat und ebenfalls sehr gut verdiente.

    Meine Freundin zieht leider nicht so mit wie ich es gern durchziehen würde…

    @Tim:

    Wo hast du ihn denn getroffen? Wie ist er so?

     

  5. Tobias

    Hallo Frank,

    da bin ich anderer Meinung.

     

    wenn ich 70 % meines Netto-Einkommens spare, habe ich nach 7 Jahren 70*12*7 = 5.880 % eines Nettomonatseinkommens angespart. Wenn das mit 10 % rentiert, sind das 5,88 Nettogehälter im Jahr an Rendite. Abzüglich Steuer bleiben 4,263 Nettogehälter p.a. 4,263/12= 35,5 %. Das heißt mir stehen nach Steuern 35% eines Nettojahreseinkommens zur Verfügung. Da ich vorher nur von 30 % gelebt habe, geht es mir sogar besser als in der Ansparphase. Wichtig sind nur hohe Sparquoten und vernünftige Renditen.

    Was meint ihr dazu?

    Grüße und einen guten Start ins Wochenende

     

    Tobiad

     

     

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Ich habe Pete nicht getroffen. In der Regel treffe ich meine Interviewpartner. Manchmal geht es leider nur per Tel./Skype bzw. Emails.

    @ alle

    Ich denke, meine Leser stimmen darin überein, dass Sachen (Statussymbole, Zeug…) kein Vermögen schaffen, sondern eher helfen, es abzubauen.

  7. Felix

    Blöd für den Sparer läuft es dann, wenn er am Ende seiner Sparerlebens alles verliert, weil beispielsweise das Finanzsystem kollabiert.

  8. Anna

    Tobias,

    lass die Rechnerei, alles graue Theorie. Wie es sich jetzt evtl. andeutet, kann es auch wieder südwärts gehen, hoffentlich keine 50 %. Da sieht vieles anders aus.

    Schönes Wochenende wünscht

    Anna

     

     

  9. Pingback: Artikel über Wirtschaft, Finanzen und Devisen - 3. August 2014 | Pipsologie

  10. Frank

    hallo tobias,

    wenn ich 70 % meines nettoeinkommens spare muß ich jeden monat am 20. mit essen und wohnen aufhören 😉

  11. Dr.FlotteDr.Flotte

    @Anna

    Was hat die persönliche Sparquote damit zu tun, dass die Aktienmärkte korrigieren? Letzteres sollte mich doch nur interessieren, wenn ich zu dem Zeitpunkt verkaufen muss.

  12. Markus

    @Anna

    Wie lange bist Du denn schon an der Börse bzw. hast Du schon immer genau Deine Rendite berechnet?

    Wenn Du das hier nicht genau benennen willst, glaubst Du also nicht mehr, dass man nominell die ca. 10 % p.a. über 2 – 4 Dekaden packen kann?

    Ich habe jetzt mit Anfang 30 die beiden dicken letzten Krisen mitgemacht, wobei ich erst seit 5,5 Jahren die genaue geometrische Rendite berechne.

    Vorher habe ich mit Fonds und Einzelaktien rumgemacht.

    Als Benchmark nehme ich 10% p. a. auf die Einmalanlagen und die regelmäßigen Sparquoten. Der Einstiegspunkt macht am Anfang schon einiges aus, wobei es angeblich nach 2 Dekaden sich die Risikoprämien dem jeweiligen Asset annähern sollten.

    Die Rechnerei hilft mir schon, da ich weiß, wenn ich mein Ziel packen will und es in dem Jahr schlecht läuft, muss ich einfach mehr Sparquote reinpacken.

    Wobei natürlich das Leben nicht immer berechenbar ist…

     

  13. Anna

    @ Dr. Flotte

    Nichts, aber meine Sparquote ist Null. Meine Rente neuerdings ca. 700 Euro. Da interessierts mich schon ob die Aktienmärkte korrigieren. Reicht die Aufklärung?

  14. Anna

    @ Markus

    Da ich erst sehr spät anfangen konnte (Ende der 90er) und die letzten 10 J. vor der Rente ziemlich turbulent verliefen (arbeitslos, 2x ABM, Midijobs, krank, demzufolge begrenztes Einkommen), habe ich mit irgendwelchen Sparquoten (s.o.) nix mehr am Hut.

  15. Markus

    Prinzipiell wird gerne verallgemeinert bzw. vereinfacht.

    Aktien bringen immer 10 % p.a. usw.

    Dow bringt 10 %, DAX 8 % p.a. … aber dann die unterschiedlichen Inflationsraten und deren unterschiedliche Berechnung (hedonistisch) nicht berücksichtigen.

    Die Sparquote ist schon immens wichtig, aber genauso wichtig ist die tatsächlich erzielte Rendite, der Zeithorizont und die persönliche Lebenssituation.

    Mann kann das Ziel finanzielle Freiheit sowohl planen und mit größtmöglicher Motivation auch verfolgen. Ob allderdings das Leben, die Finanzmärkte, der AG oder die eigene Firma, die Gesundheit etc. immer mitspielen steht in den Sternen.

  16. Felix

    Was mich etwas erstaunt hier: Viele Kommentatoren scheinen um die 30 Jahre alt zu sein, d.h., wenn sie studiert haben, stehen sie gerade ein paar Jahre im Berufsleben (also an dessen Anfang). Ihr wichtigstes Ziel scheint zu sein, finanzielle Freiheit zu erreichen, um eben diesem Berfusleben möglichst schnell wieder zu entkommen.

    Ich stehe nun gewissermaßen am anderen Ende der Skala des Berufslebens, meines neigt sich so allmählich dem Ende entgegen. Ja, ich bin dann finanziell frei (Rente eingeschlossen). Jedoch haben mich am Anfang meines Berufsleben ganz andere Dinge interessiert als möglichst schnell rauszukommen: Nämlich möglichst weit nach oben zu kommen. In gewisser Weise ist es mir auch gelungen. Und es macht einen Unterschied, ob man 50 % con 3.000 € oder von 10.000 € spart; letzteres ist außerdem viel leichter.

    Ich weiß nicht, ob man Karriere machen kann – wenn man denn will -, wenn man immerzu das Ausstiegsszenario im Hinterkopf hat.

    In diesem Sinne viel Erfolg für die nächsten 40 Berufsjahre – die können auch interessant, spannend und idell wie materiell gewinnbringend sein; bei mir war das über weite Strecken so. Deshalb wollte ich nie mit 50 oder so aussteigen.

  17. Markus

    @Felix

    Es soll auch heute noch Leute geben, die mit 16 und 17 Jahren zum arbeiten angefangen haben.

    Das Studium und die Weiterbildung zusätzlich zur Arbeit absolviert haben.

    Die 60 – 80 Stunden die Woche in einer guten Position arbeiten.

    Dieses Pensum aber auf Dauer weder dem Privatleben noch der Gesundheit zumuten wollen.

    Trotzdem dauert es bei manchen 30er noch so bis Mitte 50 zur finanziellen Freiheit, wenn alle Dinge sich so im Durchschnitt wie in der Vergangenheit entwickeln.

    Ein Alter, wo manche andere aus der Bundeswehr in Pension gehen.

    Man könnte natürlich das berechtigte Argument eines Berufswechsels bringen…

    Die eierlegende Wollmichsau wo alles rosarot ist, finden viele Menschen nicht.

    Aber trotz der Intensität kann einen solche Arbeit erfüllen bzw. man plant irgendwann weniger Stunden zu arbeiten.

     

  18. StefanStefan

    @ Fekix:

     

    Das hast du ziemlich gut beobachtet. Auf mich trifft dies jedenfalls zu.

    Es geht aber nicht unbedingt darum möglichst schnell wieder aus dem Berufsleben ausscheiden zu können. Sondern darum eine Unabhängigkeit zu erreichen die es einem erlaubt sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben. Wenn man mit 50 Lust hat nach Thailand auszuwandern und genug Dividenden-Einnahmen hat um davon leben zu können dann kann man es einfach tun! Man muss sich nicht von einem Chef unterbuttern lassen weil man abhängig ist. Man kann dann ganz anders auftreten.

    Die Alternative ist: bis 67 von 9 – 5 für ein Unternehmen zu schufften um ja seinen Hauskredit bedienen zu können. Dazu ein, zwei mal Urlaub im Jahr mit der Familie und das ist dann das Leben.

    Mir geht es jedenfalls überhaupt nicht darum später irgendwelche Luxusprodukte wie teure Autos kaufen zu können. Die Unabhängigkeit schafft einfach Möglichkeiten sein Leben frei gestalten zu können.

  19. StefanStefan

    Sorry, sollte natürlich Felix heissen und nicht Fekix 🙂

     

    Noch ein kleiner Nachtrag:

    ich denke, dass viele die so irrsinnig viel arbeiten oft auch vor etwas flüchten. Sei es vor einer inneren Leere oder vor der Familie bzw den brüllenden Kindern daheim…

  20. Markus

    @Stefan

    Nicht unbedingt flüchten.

    Selbstständige & Firmeninhaber haben auch sowas wie ein Lebenswerk.

    Es soll auch solche geben, die sich gegenüber Angestellten, der Familientradition und dem Lebenserk verpflichtet fühlen und denen es sogar zusätzlich noch Spaß macht zu arbeiten…

    Es ist leider manchmal nur eine Nuance, wo man die Grenzen der Belastbarkeit überschreitet.

    So jemand liegt sich auch mal in den Liegestuhl, aber nach ein paar Tagen wird es dann langweilig.;-)

    Ob das rein fiktiv ist, oder jetzt auf jemanden hier zutrifft ist erstmal egal.

    Nur sind viele Meinungen eben zu schnell gefällt, weil man gewisse Vorurteile hat. 

    Es ist bedeutend einfacher ist zu verallgemeinern, als viele mögliche Aspekte zu durchdenken. 

    Ein paar dieser Dinge treffen auch auf den relativ beliebten Onkel aus Omaha zu…

    Faule 30 jährige oder flüchtende Workaholics gibt es, aber es gibt auch andere Erklärungen!

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