Sparen bringt Freiheit


New York, 21. Juni 2016
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Haben Sie Ihren Konsum im Griff, können Sie mit dem Sparen beginnen. Wer intensiv spart, hat mehr Freiheiten im Leben.

Ihre Finanzen regeln Sie am besten in aller Ruhe. Planen Sie auf Sicht von mehreren Dekaden. Lassen Sie sich dabei nie von Ihrem Plan ablenken. Es wird immer wieder Krisen, Crashs und Probleme geben. Machen Sie einfach weiter.

Gerade warnt der Ex-Hedgefondsmanager Florian Homm wortgewaltig mit seinem Buch: „Endspiel: Wie Sie die Kernschmelze des Finanzsystems sicher überstehen„. Selbst wenn so jemand wie Homm hochintelligent ist, rate ich Ihnen: Lassen Sie sich nicht nervös machen.

Kaufen Sie hochwertige Assets wie Aktien oder Immobilien, die Ihnen ein passives Einkommen bescheren. Sprich Dividenden und Mieten aufs Konto spülen.

Es ist ja im Prinzip so einfach. Wenn Sie sich mit dem ersten Job darum kümmern, indem Sie jeden Monat einen Indexfonds oder Qualitätsaktien stetig stur kaufen, kann nichts schief gehen. Automatisieren Sie das. Wenn Sie gut in jungen Jahren verdienen und aggressiv investieren, können Sie schon mit 50 Jahren ein Multimillionär sein.

Wer aggressiv investiert, Sparquoten von 70 bis 80 Prozent hat, ist schnell finanziell frei. Sie brauchen dann nicht an einem Job oder Partner festhalten, der Ihnen auf den Wecker geht.

Clelia Mattana, 35, arbeitete in London für den Modehersteller Burberry. Ihr ging der Job auf die Nerven. Sie hatte in weiser Voraussicht 16.000 Dollar gespart. Sie kündigte also im November 2012 ihren Job. Die gebürtige Italienerin reiste nach Thailand. Dort lebte sie in einem Dorf von 100 Dollar im Monat. Nach einiger Zeit nahm sie Nebenjobs an. Sie wollte sicher gehen, dass sie nicht ihre Ersparnisse aufbraucht. Sie baute einen Blog auf. Mit ihrem Reiseblog „Keep Calm and Travel“ verdient sie mittlerweile mehrere Tausend Dollar im Monat. Sie lebt ihren Traum. Sie ist wohlgemerkt clever und geschäftstüchtig. Sie passt auf ihr Geld auf. Und liegt nicht den ganzen Tag auf der faulen Haut. Das sind ihre Fotos:

Viele Menschen sparen einfach nicht, obwohl es ihnen Freiheit bringen könnte. Sie machen es nicht. Sie müssen mit einem leeren Geldbeutel im Alter zurecht kommen.

In den USA nutzen Senioren die private Zimmervermittlung AirBnB, um sich ihr Budget aufzubessern, weil ihnen sonst das Geld nicht reichen würde. Die Vermietung an Fremde ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Aber manchmal haben Menschen keine Wahl. Sie müssen solche Dinge tun, um über die Runden zu kommen.

Ein großes Problem ist, dass Menschen immer besonders modern erscheinen wollen. Sie spüren einen Druck, ein flottes Auto fahren zu müssen. Sie tragen die neueste Mode. Sie haben das beste Smartphone in der Hosentasche. Sie gehen in schicke Urlaube. Sie leben in übergroßen Wohnungen oder Häusern.

Sie suchen im Endeffekt nach Anerkennung. Sie wollen ihr Umfeld mit dem Haus/Auto/Konsum beeindrucken. Mit Dingen. Dabei kann das eine „leere“ Welt sein. Was nutzt das dicke Auto in der Garage, wenn Ihre Finanzen eine Katastrophe sind? Am schlimmsten finde ich die Schuldenmacherei. Sie ist eine Tragödie. Mit Krediten können Menschen ihr gesamtes Leben ruinieren. Es ist eine emotionale Belastung. Ein Spiel mit dem Feuer.

Ich finde, was Menschen interessant macht, sind nicht ihre „Dinge“, sondern ihre inneren Werte. Wie ehrlich ist jemand? Wie hilfsbereit, genügsam, fröhlich und bodenständig ist jemand? Wie viel Vertrauen schenkt jemand anderen? Wie viel Zuneigung? Darum geht’s.

Der ganze Kram ist zweitrangig. Dinge sind eher eine Last. Ich gehe als in Läden, ohne etwas zu kaufen. Ich laufe durch Einkaufszentren, um andere zu beobachten. Ich bin genügsam. Ich bin mit dem zufrieden, was ich habe. Natürlich haben wir alle manchmal Träume. Wir wünschen uns bestimmte Dinge. Doch ich kaufe sie mir nicht sofort. Es ist eine Frage der Selbstkontrolle. Wer ausreichend Selbstdisziplin hat, ist frei.

Es geht ja bei der Selbstdisziplin nur um eine Verzögerung der Belohnung. Es gibt Leute, die können es. Und Leute, die können es eben nicht.

Ich trage meine Kleidung so lange, es geht. Das Kochen auf einem alten Herd macht mir mehr Spass als auf einem extrem teuren neuen Kochfeld.

Manche kaufen gerne große Mengen. Und immer alles sofort. Einen Schock erlebte ich, als ich das erste Mal in einem Costco-Discountmarkt war. Dort sind die Verpackungen riesengroß. Die Menschen kaufen wie die Irren. Die Einkaufswagen haben enorme Ausmaße. Mit einem Einkaufskorb begnügt sich dort niemand. Die Amis laden Zeug ein, als ob es kein Morgen mehr gibt.

Millionen Menschen haben keinen Notgroschen. Warum? Sie geben jeden Monat alles aus. Was passiert, wenn jemand krank wird oder überraschend den Job verliert? Ok, dann gibt es zunächst Geld vom Arbeitgeber beziehungsweise Staat. Aber was ist, wenn die Krise (Krankheit, Arbeitslosigkeit) anhält? Wer dann kein Geld zum Überbrücken hat, hat zusätzlichen Druck, was ziemlich unnötig ist.

Bringen Sie Ihre Ersparnisse ins Rollen. Betrachten Sie Ihre Altersvorsorge wie einen Schneeball, der ins Rollen kommt. Wer schuldenfrei ist und spart, soll das fortsetzen. Bleiben Sie stark. Sie machen es richtig. Ich hasse Schulden, seit ich gesehen habe, was für ein Trümmerfeld sie hinterlassen können. Ich sah, was Schulden aus Menschen machen. Sie werden zu Sklaven. Sie werden im schlimmsten Fall zu einem Wrack.

Der Finanzberater Dave Ramsey wurde zu einem Wrack. Er und seine Frau hatten zu hohe Hypotheken aufgenommen. Trotz harter Arbeit erdrückten die Schulden sie. Das war ihm eine Lehre fürs Leben. Seit dem Erlebnis bringt er Menschen bei, nicht zu viele Schulden aufzunehmen. Er rät ganz von Schulden ab. Am liebsten hat er es, wenn Menschen sparen:

Übrigens sind Reiche und Superreiche häufig sparsam. Das geht in die Köpfe der meisten Menschen nicht hinein.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Sparen bringt Freiheit

  1. chaostrader

    Jetzt kommt gleich wieder die alte Leier:

    YOLO
    was willste denn als Rentner mit so viel Geld
    was soll denn der Hartzer oder Mindestlohnempfänger machen
    ist doch alles Quatsch
    Im Prinzip schon, ja aber…!

  2. Patently Absurd

    Hallo Tim,

    super, dass du das Buch von Florian Homm gelesen hast. Zu einem ähnlichen Ergebnis wie Herr Homm (Hedgefondsmanager a.D. und Baissier) kommt auch Daniel Stelter (BCG-Partner a.D.):

    https://www.amazon.de/Eiszeit-Weltwirtschaft-sinnvollsten-Strategien-Verm%C3%B6gen/dp/3593505142/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1466487396&sr=8-1&keywords=eiszeit+in+der+weltwirtschaft

    Wer sich mit Vermögensaufbau und -erhalt beschäftigt, sollte aus meiner Sicht beide Bücher gelesen haben. Man muss ja auch nicht alle Ansichten teilen.

    Für mich waren die aufgestellten Thesen zum IST-Zustand unseres Finanzsystems und deren Ursachen (Banken- und Staatenrettungen, sehr hohe Verschuldung, negative Zinsen, finanzielle Repression, Versozialisierung der Schulden und Zwangsmaßnahmen in Ermangelung von Alternativen, Bargeldverbot etc.) und die möglichen Folgeszenarien: 1. scheinbare Deflation/wirtschaftliche Stagnation über Jahre, 2. Hyperinflation mit Währungsreform oder 3. direkte Enteignungen der Sparer nachvollziehbar.

    Im Ergebnis unterscheiden sich die Empfehlungen auch nicht sehr stark von deinen Empfehlungen, Tim: sparsam leben (wenig Konsum), hohe Sparquote, Sachvermögen günstig kaufen, d.h. nicht in Geldvermögen investieren.

    Im Gegensatz zu dir empfehlen beide allerdings einen höheren Anteil an solchen Vermögenswerten, auf die der Staat im Krisenfall keinen direkten Zugriff hat: Gold, Silber in physikalischer Form. Homm schlägt auch Fremdwährungen zwecks Diversifizierung vor.

  3. Joe

    Habe noch nie gehört, dass der Staat auf Aktienvermögen zugegriffen hat. Die Themen Bargeld / Enteignung wie zB in Zypern sind meines Erachtens mit Aktien Assets unwahrscheinlich !

    Ich mag Florian Homm, weil seine Lebensgeschichte unglaublich ist. Aber man sollte nicht vergessen, das seine Bücher sich gut verkaufen müssen und das geht halt mit extremen Ansichten viel besser ?

     

    Bin gestern bei Daimer eingestiegen und freue mich mein Depot um 7% aufgestockt zu haben.

     

    Danke Tim für Deine Einsatz !

     

    BG

  4. Gurki

    Die Frage ist ob es das Wert ist immer und überall zu sparen und so minimalistisch zu leben? Ich spare auch hohe Summen und frage mich recht oft ob ich das wirklich brauche was ich haben will. Trotzdem habe ich Träume die ich verwirklichen will und dazu zählt auch ein Traumauto. Aber das spare ich mir dann zusammen. Ob ich es mir dann schlussendlich kaufe weiß ich noch nicht.

    Aber ich kann die Menschen durchaus verstehen, die sagen das sie nicht sparen wollen, sondern leben. Wenn ich mir die ganzen Finanzblogs anschaue, überall wird von der finanziellen Freiheit und von minimalismus geschrieben. Irgendwann geht einem das auf den Sa** sowas zu lesen. Man muss es nicht übertreiben! Und ich habe das Gefühl einige nehmen dieses Thema zu ernst und zu verbissen.

  5. ZaVodou

    Vielen Menschen fällt es immer schwerer, etwas zu sparen. Eine Ursache scheinen Mieten zu sein.

    Deshalb war mein erstes Ziel eine Eigentumswohnung, auch wenn sie noch so klein ist.

    @PA

    Ich hatte auch einen Kollegen, der alles immer schwarz sah und viel Geld in Gold und Silber anlegte. Vor allem in Goldmünzen, wären leichter transportierbar. Wir diskutierten oft.

    Ich plädiere immer noch für Aktien und Immobilen. Auch für Krisenzeiten. So wie Tim.

    Wenn es wirklich so schlimm kommen würde, wie manche Schwarzseher es kommen sehen, wird ihnen auch kein Gold und Silber etwas nutzen.

    Ihren Argumenten zu Folge müssten sie in einen Bauernhof mit einer starken Mauer und schweren Geschützen investieren.

    Ich hoffe ganz einfach darauf, dass das Experiment des QE irgendwie funktioniert. Der andere Weg führte in den 1930er-Jahren in eine schwere Depression mit einem Heer von Arbeitslosen, was man unbedingt vermeiden wollte. Nun versucht man es so und betritt damit Neuland,

     

  6. Vali

    Tim, der Film ist wirklich ergreifend! Danke!

    Dave Ramsey hat so recht, indem er sagt: „Wenn man glaubt, kann man es schaffen. Wenn man nicht glaubt, schafft man es nicht…“

    So denke ich auch, wenn man an das Sparen glaubt, und an seine Kraft, bzw. Zinseszins, kann man es locker schaffen das Sparen und Investieren zu seinem Hobby zu machen, eine Lebenseinstellung, die Spaß macht.

    Wenn man nicht daran glaubt und nur an „ich will aber jetzt leben, und da gehört Geldausgeben dazu“ denkt, dann dreht man sich weiter im eigenen Hamsterrad… aus Ausgaben-Einnahmen-Ausgaben

    Habe vor einiger Zeit einen Selfmade-Millionär scherzhaft gefragt wie er denn reich geworden ist. Er hat mich grinsend verblüfft: „In dem ich das Geld behalte“. Damit meint er, dass er Immobilien, Firmenbeteiligungen und Aktien kauft! Das fand ich so klasse:-) Also Einnahmen-Ausgaben-Einnahmen 🙂

    Eine kleine Wohnung rettet jeden vor der schlimmsten Mietsteigerung. Und ich habe eine Hyperinflation erlebt – so was geht auch mal vorbei. Verloren haben die, die gar nichts eigenes hatten und die, die nur Geld im Sparbuch angelegt haben. Das Gold wurde weitervererbt, aber nie ausgegeben oder investiert… also für mich tot als Wert, nur als Erinnerung wertvoll…

  7. Tobster

    Hallo Tim,

     

    wieder ein sehr guter Artikel. Ich kommentiere hier zwar nicht sehr oft, lese aber schon sehr lange jeden Artikel deines Blogs.

     

    Ich lebe mit meiner Freundin / ab diesem Sommer meiner Frau so sparsam es geht. Wir beide haben den Traum, irgendwann von passivem Einkommen leben zu können. Wir kaufen Handys etc. gebraucht, und auch immer ältere Modelle. Wir werfen kein Geld unnötig raus, leben ohne Schulden und freuen uns über jeden Euro, der statt konsumiert zu werden auf dem Depot landet.

     

    Ich kaufe monatlich hochwertige Aktien-ETFs. Wir schaffen leider keine Sparquote von 70 oder 80 Prozent. Es sind Ausgaben, die ich nicht kürzen könnte, selbst wenn ich wollte – zB private Krankenversicherung etc. Ich bin Beamter (ich weiß, die mit den viel zu hohen Pensionen etc., viele denken, wir werden sowieso zu hoch bezahlt und so weiter.)

     

    Ich bin Polizist. Gehe Tag und Nacht zur Arbeit, wochenends 25 Stunden. Ich bin 24 Jahre alt, verdiene ca. 2300€ netto (muss mich aber privat versichern). Ich bin zufrieden mit dem Gehalt, ich finde es aber auch nicht zu viel. Letztes Jahr wurde ich im Dienst fast erschossen. Das passiert anderen auf der Arbeit eher nicht. Nebenbei habe ich eine eigene Firma und arbeite honorarbasiert als Autor für Online-Magazine. Meine Frau arbeitet ebenfalls Vollzeit. Wir sparen alles, was geht und investieren es sofort, damit es möglichst lange arbeitet am Markt.

     

    Wenn wir weiter so sparen wie jetzt, und eine Verzinsung von nur 6% p.a. annehmen, haben wir in 20 Jahren über 1,1 Millionen €. Das wäre doch was, denkt mal an die Ausschüttungen. Dann wäre ich erst 44.

     

    Ich habe meinen Lifestyle komplett geändert. Ich möchte irgendwann raus aus dem Hamsterrad, frei sein mit meiner Frau. Irgendwo hin, wo es schön ist. Auf jeden Fall haben Leute wie du, Lars Hattwig und andere Finanzblogger mein Leben nicht nur geändert, sondern verbessert. Ich weiß jetzt wo ich bin will, und was ich dafür tun muss. Vor einigen riesigen Fehlern hat mich diese Art zu denken und zu investieren bewahrt. Danke dafür, Tim.

     

    Noch eine Frage: ich lasse mich schon seit einigen Jahren nicht mehr beeindrucken vom Hintergrundrauschen der Finanzpornographie. Eine Sache macht mir jedoch tatsächlich ein bisschen Sorgen: die geplante Abschaffung des 500€-Scheins (und vielleicht irgendwann des gesamten Bargelds?). Greift der Staat irgendwann in die Geschäfte der Bürger ein, es soll ja auch Maximalbeträge beim Bezahlen geben etc. Wie würde sich eine staatliche Deckelung der Zahlungsgeschäfte auf Aktiendepots auswirken? Ich finde, das kann man nicht mit einer anderen Krise etc. gleichsetzen. Hier stirbt ein Stück Freiheit des einzelnen. Wie seht ihr das? Macht euch das Sorgen? Ich habe nie Angst vor Finanzkrisen – ich sehe das pragmatisch: es gibt mer fürs Geld. Aber ich habe Angst davor, dass sich irgendwann durch Politik- und Staatskrisen alles sehr verändert. Beispiel: Bürger kommen nicht an ihr Geld, da Bargeld abgeschafft wurde, und müssen somit mit ihren Einlagen für die Zockereien der Banken mitzahlen. Nach Expertenmeinungen vielleicht sogar der eigentliche Plan hinter der 500€-Schein Abschaffung.

     

    Viele Grüße

     

    Tobster

  8. Gurki

    @Tobster, ihr könnt monatlich min. 2000€ in ETFs investieren? Das ist ne Menge 🙂

  9. ZaVodou

    @Gurki

    jeder muss das für sich entscheiden, wie stark er sparen will und für was er sein Geld ausgibt.

    Den vielen Finanzbloggern geht wahrscheinlich das Hamsterrad in dem sie sich befinden auf den Sack.

    Manche fühlen sich im Hamsterrad aber gar nicht so unwohl.Können sie sich doch so ein schickes Auto, tollen Urlaub, ein Haus oder sonst was leisten.

    Und manche brauchen sogar das Hamsterrad, weil sie sonst in ein Tiefes Loch fallen, weil sie mit ihrer freien Zeit nichts anzufangen wissen und dann das Saufen anfangen.

    Nur wer da heraus will, muss eben andere Wege beschreiten. Ein Weg ist: Große Summen sparen, diese gewinnbringend investieren und seine Ansprüche reduzieren. Und das  – wegen dem Zinseszins – möglichst früh.

     

  10. Fit und gesund

    @ZaVodou,

    sehe ich ähnlich, zumindest trifft es auf mich so zu, ich will dem Hamsterrad entrinnen, das ist mein grosses Ziel und es erfordert nun einfach eine grössere Sparrate da ich halt zu spät angefangen habe. Mit einem Ziel fällt es mir wesentlich leichter zu Sparen, (ich habe nie auf sooo grossem Fuss gelebt, aber einige Jahre eben nur „bisschen“ was zurückgelegt.

    Da finde ich Tobster schon viel schlauer, und besonders in seinem Beruf (um den ich ihn nicht beneide, Beamter hin oder her, ich arbeite als Krankenschwester auch im Schichtdienst)

    @Tobster, find ich toll wenn Ihr das so hinbekommt und sehr schön dass Du eine Partnerin gefunden hast die das auch so sieht!

    Ein Crash ängstigt mich z.B auch nicht so sehr, obwohl ich viel älter bin als Du, aber die momentane politische Lage macht mich auch nachdenklich, ich fürchte mich vor der Aushöhlung des Mittelstands dem immer mehr Abgaben aufgebrummt werden, bei den Hartzern und Flüchtlingen kann man nix holen, die wirklich Reichen haben ihr Schäfchen längst im Trockenen, also wird der Mittelstand zur Kasse gebeten, das macht mir Angst, manchmal mehr, manchmal weniger, dennoch, ich ziehe es vor zu Sparen und selber vorzusorgen.

    @Vali,
    ja, mit einer bezahlten Immobilie lässt es sich viel ruhiger schlafen, und dann muss ich mal Danke sagen für Deinen fortwährenden Optimismus, davon kann ich mir ja ein Stückchen abschneiden.

  11. Patently Absurd

    @ZaVodou :

    Die Wahrheit liegt wie so oft vermutlich dazwischen. Mir persönlich ist kein Investor bekannt, der 100 % in Edelmetalle gehen würde. Abgesehen allenfalls von Herrn Professor Bocker. Die meisten bekannten deutschen Investoren (z.B. auch Max Otte, Dirk Müller) empfehlen einen Anteil von 10 bis 20 %, je nach Risikoneigung. Amerkanische Investoren, z.B. Soros, Icahn und andere haben gerade aufgestockt.

    Die Frage ist auch, ob Aktieninvestments innerhalb der letzten Jahre wirklich so rentabel waren. Gut der DAX hat kräftig zugelegt – in Euro gemessen und der vom Bundesamt für Statistik empfohlenen Annahme einer geringen Geldentwertung mag dies sein.

    Die Inflations-Stastik kann aber auch manipuliert sein. Gold hat von 2001 bis 2016 um mehr als 400 % zugelegt.

    http://www.goldtrend.de/grafik/goldpreisentwicklung.gif

    Wer sein Aktieninvestment nicht mit dem Sparbuch vergleicht, sondern mit dem Goldpreis (der zugegebenermaßen auch manipuliert sein kann) wird feststellen, dass Aktien zumindest in der letzten Zeit doch nicht so rentabel sind.

    Alles eine Frage des Bezugspunktes.

    Im Falle einer Hyperinflation, die gerade von Herrn Draghi erzwungen wird, wäre Gold ein wirklicher Rettungsanker zur Vermögensabsicherung.

     

  12. Patently Absurd

    Dax vs. Goldpreisentwicklung, siehe hier:

    http://wdt31x807.homepage.t-online.de/wordpress_2/wp-content/uploads/2015/01/vergleich_performance.jpg

    Was mir allerdings fehlt, ist ein Chart, in dem der Quotient aus DAX (oder einem anderen Index) und Goldpreis gegen die Zeit langfristig aufgetragen ist. Hier hätte man den Euro als Performance-Basis rausgerechnet.

    Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, die Aktienperformance auf Basis einer Papierwährung zu messen, die ständig an Wert verliert.

    Tim hat auch schon geschrieben, dass eine Million EUR nicht mehr das ist, was es vor einigen Jahren noch war. Früher oder später werden wir alle Millionäre oder Milliardäre, nur können wir uns dafür nichts mehr kaufen.

     

  13. Christoph

    @Patently: Also ich vergleiche nie die Kursentwicklung mit etwas sondern nur die Dividendeneinnahmen.

    ist wie bei einem haus das man vermietet hat. Kommt eine Blase die platzt verkauft man ja auch nicht nur wegen den fallen Immopreisen sein haus in München. Nein denn der Mieter bleibt ja und auf lange Sicht ist das Haus wertvoll.

    @Tobster. TOLL!

    Schön, dass deine Bald Ehefrau auch so denkt wie Du. Ich bin ja ein Kritiker von Beamten. Ausser bei gewissen Berufen. Polizei gehört dazu. ebenso Richter usw. Und wie zB bei Dir ist solch ein Beruf teilweise extrem gefährlich. Feuerwehr sollte auch verbeamtet werden. Und Krankenhäuser wieder komplett in die Hände des Staates. Und dann macht so ein Krankenhaus halt Verlust, aber dafür ist es gut ausgestattet, viele gute Ärzte und Krankenschwester usw. Dafür bekommt der Staat ja Steuern.

    Also Berufe die komplett ausserhalb des normalen Marktes laufen sollten. Lehrer zB brauchen meiner Meinung nach nicht verbeamtet werden. Denn einen VOrteil hat niemand ausser dem Lehrer selbst wenn dieser Beamter ist.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/lehrer-gehaelter-lehrer-klagen-ueber-grosse-unterschiede-a-1098144.html

     

  14. ZaVodou

    @PA

    Ich habe mit meinem Kollegen viel diskutiert. Habe aber auch gemerkt, dass es nichts bringt. Jeder schafft sich sein eigenes Weltbild, was schwer zu verändern geht.

    Mein Standpunkt ist:

    Gold schafft keinen Mehrwert. Das schafft nur der Faktor Arbeit, weswegen ich nicht in Gold investiere. Auch nicht teilweise.

    Das Gold unproduktiv ist sagt auch Warren Buffett.

    (Es) wird irgendwo in Afrika oder an einem anderen Ort der Erde aus dem Boden gegraben, dann schmelzen wir es ein und graben ein weiteres Loch, um es wieder einzugraben. Dann bezahlen wir Menschen dafür, herumzustehen und es zu bewachen. Es hat keine Anwendung. Sollte sich jemand das Ganze vom Mars aus ansehen, er würde sich am Kopf kratzen.

    Soll aber jeder so machen, wie er denkt. Ist wie mit der ewigen Diskussion ETFs oder Aktien.

     

  15. Patently Absurd

    @Christoph:

    Auch die Dividendenrenditen und die Mietrenditen werden in der Regel auf Basis von EUR-Beträgen errechnet. Die Inflation spielt in beiden Fällen eine Rolle, was leider häufig ignoriert wird. Bei einer hohen Inflation oder Hyperinflation wird der gefühlte Wertzuwachs im Wesentlichen von dem Vermögenswertanstieg der Aktie bzw. Immobilie bestimmt. Die Dividende oder Miete kann man quasi vernachlässigen.

    Die Irrelevanz der Mieteinnahmen beim Vermögenszuwachs wird noch höher, wenn man staatliche Eingriffe, z.B. Mietpreisbremse oder Erhöhung der Dividendenbesteuerung, in einem solchem Scenario der hohen Inflation oder Hyperinflation berücksichtigt.

    @ZaVodou:

    Die Ansicht von Warren Buffett ist mir bekannt.

    Nicht unerwähnt bleiben sollte aber, dass Buffett zwischen 1997 und 1998 fast 130 Millionen Unzen Silber erworben hat. Auch hat Buffett in den 1970er Jahren privat mit Kupfer-Futures gehandelt.

    http://www.gold-eagle.com/article/understanding-buffetts-silver-play

    Buffett ist als Investor vielseitiger, als allgemein geglaubt wird. Nachdem er sich nun auch auf dem Hightech-Sektor bewegt (IBM, Apple) würde es mich überhaupt nicht wundern, wenn es demnächst heißt, er hätte massiv Gold gekauft. Die Zeit wird es zeigen.

  16. Patently Absurd

    @ZaVodou:

    P.S. Zu dem Warren Buffett-Zitat: ist es nicht mindestens genauso verrückt, wenn man einer nichtgedeckten Papierwährung (Dollar, Euro, Yen) einen hohen inneren Wert beimisst?

    Der innere Wert eines Euro-Scheins liegt bei Null. Genau dahin wird sich der Wert langfristig entwickeln.

  17. Claus

    Gold ist für mich keine Anlage. Der Goldmarkt ist überschaubar und wird mit Sicherheit stark manipuliert.

    Große Barren (1 Kg, auch ein einzelner…) müssen gelagert werden. Zu Hause möchte ich die aber nicht haben, sie könnten z.B. von Einbrechern entwendet werden. Mietet man ein Schließfach bei einer Bank, darf man hohe Gebühren bezahlen. Das Gold kostet also Geld und bringt keine Rendite.

    Kauft man kleinere Barren oder Münzen, weil man in der Not dann ein Zahlungsmittel hätte, werden horrende Aufschläge auf den Goldpreis berechnet, ich habe für kleine Münzen vor ein paar Monaten bis zu 30% ermittelt.

    Sinnvolle Sachwerte sind für mich nur selbstgenutze Immobilien und Aktien höchster Qualität.

    Selbst Immobilien zur Vermietung würde ich nicht kaufen. Hier mischt sich der Staat immer mehr ein (immer höhere Grunderwerbssteuern und Grundsteuern, Mietpreisbremse…), denn als Eigentümer kann man nicht einfach weglaufen. Sehr bequeme Melkkuh. Ausserdem scheinen die Mieter mehr Rechte als der Eigentümer zu haben.

    Auch den Renovierungsbedarf sollte man auf lange Sicht nicht unterschätzen. Ein neues Dach, eine neue Heizungsanlage, neue Fenster, das alles kostet enorm viel Geld und schmälert die Renditen. Kommen noch Mietausfälle oder sogar ein Mietnomade hinzu, wird es unangenehm. Ganz zu schweigen vom Verwaltungsaufwand und lästigen Störungen durch einige Mieter (der Wasserhahn tropft, die Heizung geht nicht richtig, u.s.w.) Ich kenne das von einem guten Bekannten, der einige Mietobjekte hat. Manchmal ist er regelrecht genervt.

    Ich selbst bin 57 und lebe in einer bezahlten selbstgenutzten Immobilie. Bin schuldenfrei und habe ein gut gemischtes Aktiendepot, das mtl. im Schnitt über 800 EUR Dividende nach Steuern einbringt. Tendenz steigend. Bisher habe ich noch nie auch nur 1 EUR aus dem Depot entnommen. Dividenden und sonstige Ersparnisse werden auf dem Depot anhängenden Konto gesammelt und bei sich bietenden Gelegenheiten sofort wieder investiert.

    Leider bin ich erst mit 40 Jahren zum ungünstigsten Zeitpunkt (März 2000) an die Börse gekommen und habe viel Lehrgeld ( im Gegenwert eines schicken neues Einfamilienhaus) bezahlt. Ich habe zwar nie Pennystocks, Neuer-Markt-Aktien, Optionen, Optionsscheine, Zertifikate o.ä. gekauft. Doch ich habe auf die „Experten“ gehört:

    Wenn man mit einer Position im Minus liegt, soll man nachkaufen, um den Einstandkurs zu verbilligen. Natürlich nur bei erstklassigen Aktien. Aktien wie Nokia, Ericsson, Numico, Worldcom, EMC, Sun Microsystems, Solectron u.v.a. waren damals „erstklassig“. So habe ich häufig nachgekauft und mein Kapital schmolz schneller, als Butter in der heissen Mittagssonne.

    Ein weiterer Fehler war, das mein Depot zu technogielastig war, der nächste, dass es nur 10-12 Werte enthielt (Experten: 10 Werte reichen…)

    Doch aufgeben war für mich keine Lösung. Also begann ich, meine eigenen Regeln aufzustellen, aus allen Fehlern zu lernen, diese möglichst nie zu wiederholen und neue Fehler schnell abzustellen.

    Gut war von Anfang an, dass ich nur Aktien namhafter Großunternehmen gekauft habe. Doch das nützt nichts, wenn der Einkaufspreis zu hoch ist und die Depotmischung nicht stimmt.

    Nach und nach strukturierte ich mein Depot um. seit einigen Jahren läuft es sehr gut und das nicht nur, weil die Börse gut lief. Ich merke das sehr deutlich bei fallenden Märkten, wenn mein Depot deutlich weniger verliert, als der Durchschnitt der von mir ca. 80-100 beobachteten Werte. Geht es aufwärts, ist  das Depot ganz vorne dabei und laufend treffen neue Dividendenzahlungen ein.

    Ich kann daher nur jedem raten, so viel wie möglich zu sparen, stets in Qualitätsaktien zu investieren, wenn alle extrem ängstlich oder sogar panisch sind, seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und sich von niemandem reinreden zu lassen.

    Ich wünsche allen viel Erfolg!!!!!

  18. ZaVodou

    Das sind auch meine Erfahrungen, die ich an der Börse gemacht habe, Claus.

    Fehlschläge analysieren und daraus lernen. Nicht aufgeben. Mit der Zeit wird man zu einem immer besseren Anleger.

  19. qleverkauf

    Hi Claus,

    Du schreibst: „…Nokia, Ericsson, Numico, Worldcom, EMC, Sun Microsystems, Solectron u.v.a. waren damals „erstklassig“. So habe ich häufig nachgekauft und mein Kapital schmolz schneller, als Butter in der heissen Mittagssonne.“

    Das klingt ja abenteuerlich, eigentlich nicht wirklich falsch gehandelt (nachkaufen) mit den falschen Aktien – Respekt dafür dass du dabei geblieben bist! Und deine Fehler analysiert hast und dazugelernt hast!

    Ich muss mich glücklich schätzen dass ich recht früh auf Buffett und Graham gestoßen bin.

     

    Grüße

  20. Vali

    @Tobster, du machst es super, weiter so! Lass dich hier nicht von uns verunsichern, ab und zu kochen die Emotionen über 😉 Aber, ich glaube keiner von uns hat je die Polizisten für überbezahlt gehalten…

    Hauptsache, du verfolgst weiter deine Ziele und bist mit deiner Berufswahl glücklich!  Erst, wenn die Bargeldabschaffung ernsthaft geplant wird, würde ich mir Gedanken machen. Dass der 500€-Schein nicht mehr gedruckt wird, habe ich pers. nicht gemerkt und ich vermisse nichts.

    @Fit und gesund, danke!  Ich muss auch zu dir sagen – Hut ab! Viel Kraft dir noch, viel Erfolg mit deinen Mietern und weiter so… 🙂

    @Claus, danke für deinen tollen Beitrag! Sehr motivierend! Welche sind deine längsten oder Lieblingsinvestments ? Die Klassiker Cola, JNJ, Altria? Oder auch unbekanntere? Danke 🙂

  21. Slazenger

    @claus

    bei mir war es fast identisch! Habe ähnliche Erfahrungen gemacht, was mich interessieren würde, wieviele Aktiengesellschaften umfasst dein Depot, und welche Ländergewichtung hast du?

  22. Rainer Zufall

    @ Claus, danke für Deinen Beitrag. Was mich interessieren würde: wie stehst Du heute zum Thema nachkaufen? Machst Du das grundsätzlich nicht mehr? Und Kaufst anstelle dessen was anderes?

    Das Thema „Einstiegskurs“ finde ich auch wichtig (der Gewinn liegt im Einkauf): Wie siehst Du die gegenwärtige Bewertung von US Werten? Kaufen oder lieber auf nen deutlichen Rücksetzter warten? Bzw erst wieder kaufen wenn andere ängstlich sind?

  23. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Patently Absurd

    Ja, ich kenne Herrn Homm persönlich. Ich habe ein paar Mal mit ihm gesprochen, als ich noch in Frankfurt gearbeitet habe. Für mich ist er ein deutscher Bernie Madoff. Er ist dubios. Das Geld aus seinem Fonds ist futsch, er war jahrelang auf der Flucht. Die Amerikaner haben einen Haftbefehl ausgestellt.

    Ich bin gegen physisches Gold. Auf Goldmünzen habe ich keine Lust. Sollen die unter die Matratze? Nein Danke! Gegen Edelmetall-Aktien oder Gold-ETFs spricht wenig, wenn jemand sein Depot „absichern“ will. In Krisenzeiten geht Gold rauf. Es ist eine Ansichtssache. Es geht beim Thema Gold stark um Emotionen. Gold bietet im langen Schnitt (100 Jahre) einen Schutz vor Inflation. Mehr aber nicht. Dazu gibt es etliche Studien. Sicher gibt es Leute, die können mit Gold im Depot ruhiger schlafen. Wer das braucht, soll es tun. Allein schon um die Angst zu besiegen.

    Kurzum: Aktien rentieren langfristig am besten. Anleihen, Gold und Immobilien bringen wenig Rendite nach Abzug der Inflation.
    http://www.mgriffithinc.com/cmsfiles/Best%20Long%20Term%20Returns%2012.14.pdf

     

    @ Joe

    Danke fürs Lesen.

     

    @ Vali

    Witzig. Das stimmt. Die meisten Reichen sind reich, weil sie vorsichtig mit ihrem Geld umgehen. Soll jeder so leben wie er/sie will. Nur hinterher soll sich niemand beschweren, wenn die Altersarmut kommt, obwohl vorher alle im Konsumrausch gelebt haben.

    Mir hat kürzlich jemand gesagt, dass am Monatsende kaum etwas übrig bleibt. Ich sah ihn an der Kasse im Supermarkt: Sauteure Markenartikel, fette Steaks und andere Kostbarkeiten im Einkaufswagen. Selbst Fertigpizza finde ich teuer. In vielen Packungen steckt wenig Inhalt. Warum nicht frisch kochen, backen, grillen? Warum nicht selbst eine Pizza machen? Schmeckt besser. Ist gesünder. Und günstiger.

     

    @ Tobster

    Du hast eine großartige Einstellung. Das Leben bietet einem herrliche Möglichkeiten, wenn man nur sein Ding durchzieht. Frührente mit 45 oder 50 Jahren ist möglich. Wer mag, kann auf eine Insel. Alles ist möglich. Man muss sich nur anstrengen, am Ball bleiben, ein Ziel haben. Mit dem Depotstand wächst die Freiheit. Das begreift die Masse nicht. Wer anders als die Masse lebt, wird anders als die Masse belohnt.

  24. Tobster

    Hallo an alle,

    danke für eure motivierenden Kommentare. Der Umgang miteinander gefällt mir hier schon immer besonders gut.

     

    Immer wieder höre ich von Leuten, besonders in meinem Alter, dass sie keine Lust haben, sich mit „Finanzkram“ zu beschäftigen. Wenn sie dann gesagt bekommen, wie mächtig sich der Zinseszins über die Jahre auswirken kann und welche Summen man durch Sparen und richtiges Investieren anhäufen kann, sind sie der Ansicht, dass das unrealistisch ist oder nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

    Dabei bräuchten sie nur zu rechnen. Man kann nicht früh genug anfangen. Für mich steht fest, dass ich weitermachen werde und lieber früher als später ein schönes passives Einkommen beziehe.

     

    Viel Erfolg und viele Grüße

     

    Tobster

  25. Torsten

    Schuldenbashing

    Schulden sind nichts an sich schlechtes. Ich z.B. verdiene gut an meinen Schulden, und das seit Jahren. Pauschalisierendes Schuldenbashing lenkt von der Tatsache ab, dass Schulden auch sinnvoll nutzbar sind. Wer Schulden generell ablehnt, verbaut sich Chancen. Beispielsweise bleiben Sie Angestellter, weil Sie für die Firmengründung vor einem Kredit zurück schrecken. Sie bleiben dann lieber im Hamsterrad, malochen für jemand anderen und legen ihre paar Groschen jeden Monat beiseite, in der Hoffnung, in ein paar Jahrzehnten frei zu sein.

    Mein Fall ist anders gelagert, siehe hier:

    http://wachstumswerte.net/Blog/Finanzielle_Freiheit_dank_Schulden.html

  26. Tobias F.

    Mal wieder ein warnender Artikel in der Zeit. ICh achte auf diesen Artikel nicht mehr so sehr wie früher, trotzdem sind 40% Einbruch erst ein mal ein Horrorszenario.

     

    Die Frage, die ich mir stelle: Und dann? Wenn der MArkt 40 % einbricht, was kommt danach? Wahrscheinlich wird er wieder steigen … 🙂 Man sollte eben einfach immer etwas Cash zur Verfügung haben um nachzukaufen, oder? 🙂

     

    http://blog.zeit.de/herdentrieb/2016/06/21/die-kurse-von-aktien-und-bonds-haben-die-bodenhaftung-verloren_9662

  27. Fit und gesund

    @Torsten,

    vielleicht verstehe ich Sie ja falsch, aber ich persönlich habe grosse Hochachtung vor Menschen die nach 1Monat Hamsterrad ein paar „Groschen“ für sich oder ihre Kinder in Aktien oder ETF’s anlegen, für mich klingt das sehr herablassend und ich mag das überhaupt nicht.

    @Tobias F.

    wenn es zu einem Crash kommen sollte, so würde ich mich zugegebenermassen auch erstmal ärgern, wer würde das nicht, aber es würde auch eine Chance bieten nochmal günstig einzukaufen, mich hat es vor paar Tagen schon gejuckt zu kaufen, aber ich warte nun ab, auch wenn im Moment die Kurse steigen und der Brexit vielleicht doch nicht stattfindet, Cash hab ich extra übergelassen, falls wir die Tiefstkurse jetzt bereits gesehen haben dann ist es auch gut, ich kann und werde nicht jeden letzten Cent nun in Aktien stecken, da verzichte ich dann auf ein wenig Rendite, ich bin schon älter als die Meisten hier und somit muss ich meine Grenzen kennen.

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Torsten

    An einem positiven Kontostand geht niemand pleite. Nur an Schulden. Kredite bringen massenweise Geschäftsleute zu Fall: Anton Schlecker, Donald Trump, Thomas Middelhoff…

    Buffett spricht oft über die Risiken der Schulden:

    https://finance.yahoo.com/news/warren-buffett-comments-on-trump-at-notre-dame-in-1991-134008040.html

    Und schau Dir die jüngsten Pleiten an. Schulden sind oft das Problem:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-07/schlecker-insolvenz-schulden

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/geschlossene-fitnessstudios-in-berlin-hard-candy-meldet-insolvenz-an/13745408.html

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vural-oeger-gericht-erlaesst-arrestbefehl-gegen-den-unternehmer-a-1095520.html

    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/Konditorei-Kolm-insolvent-570-000-Euro-Schulden;art70,2176060

  29. Der Malachit

    Toller Artikel und fast ganz genau meine Meinung. Klar ist, dass bei jeder Investition auch Risiken mitspielen. Das ist bei Aktien nicht anders als bei Immobilien. Und jede noch so schöne Renditerechnung und -Erwartung kann sich sowohl an der Börse, wie auch am Immobilienmarkt durch unvorhersehbare äußere Einflüsse zerschlagen.

    Es gibt bei allen Investitionen Vor- und Nachteile und deshalb ist es meiner Meinung nach nicht falsch, überall dabei zu sein. Es hängt auch von der Mentalität, dem Alter und der eigenen Psyche ab. Fakt ist, dass man mit einer breiteren Aufstellung auch mehr Möglichkeiten hat, Verluste auf der einen mit Gewinnen auf einer anderen Seite auszugleichen. – Die Leute, die hier mitlesen, wissen das wahrscheinlich sowieso.

    Gold und Silber bringen zwar keine Rendite oder besser gesagt, bringen nur dann Erträge, wenn den Anlegern anderer Bereiche die Nerven durch gehen und sie nach einem Rettungsanker suchen. Aber auch dann gilt, dass der, der vorher physisches Gold und Silber besitzt, Verluste aus Aktien damit ausgleichen kann. – Deshalb gehört das meiner Meinung nach auch mit zu einer breiten Aufstellung und lässt denjenigen, der auf einen gesunden Schlaf wert legt, friedlicher ruhen.

  30. Torsten

    @Fit und Gesund

    wahrscheinlich komme ich falsch rüber. Mir geht es nicht darum, jemanden schlecht zu machen. Ich selbst bin Angestellter und somit auch im Hamsterrad. Mir geht es darum, die Scheuklappen abzulegen und Schulden nicht per se zu verteufeln, sondern auch mögliche Chancen zu sehen, die Schulden bieten können. Ohne Schulden mag z.B. das Startkapital fehlen, um sich selbständig zu machen. Natürlich ist damit auch ein Risiko verbunden. Auch deshalb habe ich im Zweifelsfall mehr Hochachtung vor demjenigen, der den Arbeitsplatz schafft, als vor demjenigen, der ihn ausfüllt. Dass trifft auch mich selbst.

    @Tim

    Ich denke, wir müssen auseinander halten, wer die Schulden macht und für was die Schulden verwendet werden. Private Konsumschulden sind stets ein Verlustgeschäft und führen – bei fehlender Selbstkontrolle – ins finanzielle Verderben. Dein Blog warnt vor dieser Art der Schulden und unterstreicht die Bedeutung privater Vorsorge durch Aktien und ggf. Immobilien. Dem schließe ich mich an.

    Wenn es aber darum geht, dass man für Investitionen Schulden macht, um damit mehr Geld zu verdienen als man an Zinsen bezahlen muss (sprich „leverage“, wie Buffet sagt), dann ist das Vorgehen teilweise sogar unvermeidlich, z.B. bei fremdfinanzierten Startups. Nun sind die Leser ja keine Unternehmen, sondern Privatleute. Der Leveragegedanke lässt sich aber von der Wirtschaft in den privaten Bereich übertragen, was ich z.B. mit meiner finanzierten Immobilie tue. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache und setzt eine gewisse Erfahrung in Finanzdingen voraus, hat aber dennoch nichts mit Spekulation zu tun.

    Zu deinen Links:

    Buffet sagt darin nicht, dass Investitionsschulden schlecht sind, sondern dass Trump, den er offensichtlich nicht leiden kann, zu teuer kauft und beim Schulden machen den klaren Kopf verliert. Außerdem sagt er, dass bei Ihm Schulden nie eine große Rolle (eine Rolle also doch) spielten.

    Und bei Unternehmenspleiten verwechselst du Ursache mit Wirkung. Zu hohe Schulden sind doch im Regelfall das Ergebnis eines nicht funktionierenden Geschäftsmodells, nicht deren Ursache. Die eine Milliarde Schulden standen bei Schlecker ganz am Ende, als das Unternehmen nach Jahren schleichenden Siechtums endlich Pleite war. Ich weiß, wie Schleckermärkte aussahen und die Mitarbeiter dort behandelt wurden. Das Unternehmen war anachronistisch und der Konkurrenz in Form von DM, Müller und Co nicht mehr gewachsen. Bei bei deinen anderen Links gilt das Selbe.

    Gruß,

    Torsten

  31. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Torsten,

    kann Dir nur zustimmen. Das Wirtschaftssystem funktioniert so, ob einem das gefällt oder nicht. Wir haben kein Haben-Geld-System sondern ein Schuldgeld-System.

    Ein Unternehmer, der nur mit Eigenkapital hantiert ist eine exotische Ausnahme.

    Die Regel ist, dass mit Fremdkapital finanziert wird. Gewissermaßen trennt das die Spreu vom Weizen. Was funktioniert, macht Geld über den Hebel. („Auf den Schulden reitet das Genie zum Erfolg“ – Schumpeter). Was nicht funktioniert geht pleite, eine angeblich schöpferische Zerstörung.

    Buffett hat ja auch Fremdkapital in seiner Bilanz. Das ist einfach so. Man könnte sich fragen, wieso nimmt einer Schulden auf, wenn er doch Mrd Cash hat. Das ist das System des Hebels/Leverage. „Total Stockholder Equity“ von 258,661,000  stehen  „Total Liabilities“ von 327,654,000 gegenüber. Also einem Dollar stehen 1,266 Dollar Schulden gegenüber, also eine Debt/Equity Ratio unter 130%. Das ist sehr konservativ („Eine aus der Praxis stammende Faustregel besagt, dass der Verschuldungsgrad – branchenabhängig – bei Nichtbanken nicht höher sein soll als 2:1 (200 %), also das Fremdkapital nicht mehr als das Doppelte des Eigenkapitals betragen soll.“ laut Wikipedia).

    Das Ziel ist, mit dem Fremdkapital mehr zu erwirtschaften als es kostet.

    Auch private Konsumschulden müssen nicht zwangsläufig schädlich sein. I.d.R. natürlich schon, weil sie nichts einbringen. Aber ich habe mir auch schon einen Laptop auf Kredit gekauft, obwohl ich das Geld in der Tasche hatte. Aber man hat 0%-Finanzierung angeboten, und ich bekam da noch 2% aufs Tagesgeld oder so. Dann wäre man rechnerisch dumm, wenn man das Geld nicht behält und sich Zinsen zahlen lässt.

    MS

  32. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Torsten

    Ich finde, eine Privatperson sollte auf sämtliche Schulden verzichten. Eine Ausnahme kann eine Hpothek sein. Wer eine Hypothek aufnimmt, sollte versuchen zügig zu tilgen. Schulden sind immer eine gewisse Gefahr für Sorgen/Nöte. Was passiert, wenn jemand den Job verliert? Und dann eine Hypothek abzustottern hat? Und wenn das noch in einer Krise passiert?

    Bei Unternehmen machen Schulden mit Augenmaß sicherlich in gewissen Fällen Sinn. Klaro. Volle Zustimmung. Wir müssen uns aber alle an die Finanzkrise 2008/09 erinnern. Zu viele Schulden bei Privathaushalten (Hypotheken, Konsumschulden) und Finanzdienstleistern haben das Kartenhaus zum Einsturz gebracht. Viele hochverschuldete Industriekonzerne und Staaten gerieten damals in Not. Schulden können in Wirtschaftskrisen eine heikle Sache sein.

  33. Rainer Zufall

    @ Thema Gold

    Für mich hat Gold eine Berechtigung

    (1a) physisches Gold dient bei mir vor allem als Versicherung und hat dabei in etwa den Stellenwert einer Haftpflicht o.ä.. Ich hoffe, dass ich beides nie brauche. Eigentlich ist es weitgehend ausgeblendet und Gewinn machen muss ich damit auch nicht.

    (1b) Ich muss noch dazu sagen, dass ich mir die Münzen seit Jahren schenken lasse, zum Geburtstag und zu Weihnachten. Im Gegensatz zu einem Smartphone oder einem anderen Gebrauchsgegenstand behält es einen bleibenden Wert, den ich meinem Sohn vererben möchte. Wenn ich mir anschaue was sonst so geschenkt wird, finde ich Gold (trotz der fehlenden Rendite) in diesem Zusammenhang sinnvoll.

    (2) Ich habe zudem etwas Gold in Form eines währungsgesicherten ETCs. Das sind max 5% und im Moment ca. 4% des Depotwerts. In diesem Fall dient es bei mir – wie Tim geschrieben hat – neben 20% Cash als Absicherung.

     

     

     

  34. Sergent Garcia

    @Patiently Absurd

    Sind Sie jetzt zum Goldbug mutiert?

    @Claus

    Toller Beitrag, in dem ich mich wiederfinde. Würde mich auch über weitere Details zu Ihrer Vorgehensweise freuen.

    @Tobster

    Hut ab & weiter so. Gönne Ihnen vom ganzen Herzen, dass Sie die Ziele schnellstmöglich erreichen.

  35. chaostrader

    Gold hat Diversifikationseigenschaften. Wenn die Aktien mal wieder 50% in die Tiefe rauschen (oder auch 80%, gabs auch schon mal), und man dann stur und emotionslos seiner Strategie folgt und REBALANCIERT, dann hat man automatisch ein Asset (Gold) teuer verkauft und ein anderes billig eingekauft (Aktien etc). Und genau diese Handlungsweise bringt auf Dauer gesehen die Traumrenditen.

    Mit einer Immobilie geht das nicht so einfach, man kann üblicherweise nicht einen Bruchteil einer Immobilie verkaufen. Ok, bei Haus mit mehreren Wohnungen mag das funktionieren, kostet aber viel Geld und schafft sonstige Probleme (Miteigentümer die grundsätzlich querschiessen).

    Physisches Gold, in vernünftiger Stückelung, so dass man es anonym kaufen und verkaufen kann, hat in der Krise noch keinem geschadet. Man muss ja nicht 25% seines Vermögens darin bunkern. Von Münzen halte ich überhaupt gar nichts, wenn schon dann „billige“ Barren, da ist der Spread lange nicht so extrem.

    Übrigens Hände weg von physischem Silber, da ist der Spread extrem hoch und es fallen beim Verkauf Steuern an. Schaut euch mal die Kurse bei Edelmetallhändlern an, da kommen einem die Tränen!

  36. Fit und gesund

    @Torsten,

    danke für die Erläuterung, nichtsdestotrotz, wieviele von uns können sich selbständig machen und noch Arbeitsplätze schaffen? Hypothekarschulden, als mehr oder weniger „gute Schulden“ sollten schnellstmöglichst abbezahlt werden, ich möchte einfach nicht von irgendeiner Bank abhängig sein, Konsumschulden sind in meinen Augen absolutes Teufelszeug, ich kaufe weder Waschmaschine, Auto noch sonstwas auf Pump, ich achte sorgsam darauf genügend Cash für Notfälle zu halten, eine Tierarztrechnung z.B kann sehr schnell mehr als 1000 Euro kosten und das beinhaltet keine Garantie auf Heilung. Erst wenn ich hier genügend vorgesorgt habe investiere ich in Aktien, und selbst da hab ich immer eine gewisse Reserve für Einbrüche, auch wenn es zu Lasten der Rendite geht, ich möchte ruhig schlafen, das ist mir wichtiger als das letzte % Rendite herausholen zu können, es schützt mich auch davor panikartig verkaufen zu müssen.

    Hat wohl Jeder seine eigene Meinung und Philosophie 🙂

  37. Sergent Garcia

    @chaostrader

    Gutes Argument. Ging früher auch mit Staatsanleihen. Harry Browne (Permanent Portfolio) und Meb Faber haben dazu ein paar tolle Arbeiten veröffentlicht.

  38. Vali

    Schulden sind tatsächlich nicht nur schlecht. Aber man muss stark die Einzelfälle betrachten.

    Ich kenne einen „Unternehmer“, der Schulden aufnahm, Arbeitsplätze schaffte und jetzt pleite ist und beinahe seine Wohnung verloren hätte, wenn die Verwandtschaft nicht mitgeholfen hätte. Ganz übel verrechnet. Lag aber auch daran, dass er kaum Eigenkapital hatte und meinte – Unternehmen gründen kann jeder mit genug Geld.

    Andererseits habe ich gerade mit zwei Hypotheken meine Immobilienträume bereits erfüllt. Allerdings waren die Schulden im Vergleich zum Eigenkapital  unter 50%.

    Wenn man die Immo-Preise hier in München sieht, dann kann man sehen, dass jeder, der vor 10 Jahre Schulden aufgenommen hat und damals eine Wohnung gekauft hat, jetzt eine super Rendite hat, wenn man zusätzlich noch dazu die steigenden Mieten mitrechnet.

    Wenn man es wirklich klug anstellt, kann man auch mit Schulden reicher werden. Menschen, die sowieso nicht sparen können, werden mit Krediten noch ärmer.

    Grundsätzlich sind aber Schulden ein Risiko und wenn man ohne leben möchte, sollte man sie vermeiden. Ein Laptop mit 0% Finanzierung sehe ich nicht wirklich als schlimm an, wenn man sowieso das Geld hat und gut angelegt hat…

    Aber Mieten sind lebenslange Schulden und ich würde jederzeit wieder eine Hypothek aufnehmen und mich von der Mietschuldenlast befreien…

     

     

     

  39. Sergent Garcia

    Warum sollte der Staat im Fall der Fälle nicht auf Aktien und andere Depotwerte zugreiffen? Wie einfach das Einfrieren von Geld- und Kapitalvermögen ist, sieht man an Zypern usw.

    Da ich in meiner Weltanschauung nicht von solch einem Szenario ausgehe, brauche ich auch keine Vollkaskoversicherung.

    Was mir eher Gedanken macht, ist dass Großteile des „Marktes“ manipuliert sind. Der Anleihensektor über die Notenbanken, Rohstoffpreise inkl. Edelmetalle richten sich nur noch geringfügig nach Angebot und Nachfrage etc.

  40. Claus

    @ Vali

    meine ältesten, größten und steuerfreien (vor 2009 gekauft) Positionen sind Home Depot, Coke, Medtronic, Intel, Novartis. Diese Aktien stammen noch aus meinem Startdepot, das dann durch den viel zu hohen Technologie-Anteil (trotz eigentlich guter Werte) „abschmierte“. Die sinnlosen Nachkäufe waren wie ein Turbo… nur leider in die falsche Richtung.

    Hiermit habe ich neu begonnen. Heute machen diese 5 Werte noch 33% meines Depots mit nun 42 Werten aus.

    @ Slazenger

    heute habe ich 42 Werte im Depot und würde jederzeit erweitern.

    Je geringer der Anteil einer einzelnen Aktie ist, desto weniger schadet ein heftiger Einbruch oder ein Totalausfall.

    Ein Depot sollte m.E. mindestens 20 Werte enthalten, besser mehr. Je größer die Depotsumme, desto wichtiger ist dieser Punkt. Habe ich „nur“ 10.000 EUR kann ich es natürlich auch mit 1 soliden Wert wie Nestle o.ä. versuchen. Ich würde jedoch lieber 5 Werte zu 2.000 EUR nehmen, um verschiedene Branchen + Länder abzudecken.

    Meine Ländergewichtung heute:
    Australien, 1,88%
    Deutschland, 5,96Frankreich, 3,72%
    GB, 11,61%
    Irland, 11,25% (Medtronic, früher Hauptsitz USA)
    Japan, 1,37%
    Kanada, 2,02%
    Niederlande, 2,82%
    Schweden, 4,22%
    Schweiz, 9,12%
    USA, 44,98%

    @ Rainer Zufall

    Zum Thema nachkaufen:
    Wenn ich mit einer Position deutlich im Minus bin, kaufe ich normalerweise NICHT nach. Hier kommt es auf die genaue Situation an: Herrscht „nur“ Panik und die Schafe verkaufen mal wieder reihenweise, kann ein Nachkauf sehr sinnvoll sein, wenn:
    – Die Position selbst wird durch den Nachkauf nicht zu gross
    – Der Sektor der Position wird nicht zu gross (z.B. Technologie-Anteil)
    – Die Aktie ist wirklich günstig und die Zukunftsaussichten stimmen
    – Ich fühle mich mit der Aktie wohl

    Ich habe aber schmerzhaft gelernt, dass einer der größten Börsenfehler ein (mehrfacher) Nachkauf sein kann. Werden z.B. Bilanzen manipuliert (oder andere wichtige Dinge im Unternehmen), ist man hiergegen machtlos. Die Kennzahlen stimmen, man fühlt sich sicher, alles richtig analysiert zu haben, kauft kräftig nach… und irgendwann platzt die Bombe, wie bei Worldcom.

    Deshalb habe ich mir eine andere Strategie für solche Fälle ausgedacht:
    Ich kaufe mehrere andere Werte der gleichen Branche nach (einen Korb), sofern diese günstig bewertet sind. Oft ist ein „Renner“ dabei.

    Ich zögere heute auch nicht mehr, eine Verlustposition einfach zu verkaufen. Vielleicht habe ich zu früh gekauft, vielleicht stimmt irgend etwas anderes nicht, vielleicht will mich „der Markt“ nur ärgern…

    Entscheidend ist das gesamte Depot. Die Länder- und Branchenmischung muss stimmen.

    Umgekehrt habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht:
    Positionen, die deutlich im Plus liegen, bei deutlichen Rücksetzern aufzustocken.
    Auch hier gilt natürlich: Positions- und Sektorgröße sowie Ländermischung beachten!

    USA-Aktien:
    Ohne geht es nicht, hier gibt es eben sehr viele der besten Unternehmen der Welt. Ein gut strukturiertes Depot darf m.E. 50-60% USA-Anteil haben. Den Währungseffekt kann man über einen langen Zeitraum auch vernachlässigen, wobei er aber kurz- und mittelfristig ab einer gewissen Depotgröße schon sehr zu Buche schlagen kann. Ich versuche, 50% nicht zu übertrefen.

    Sind USA-Werte heute teuer?
    Gefühlt ja. Aber auch hier muss man differenzieren. Eine CISCO- oder IBM-Aktie würde ich jetzt nicht als teuer ansehen, eher als günstig. Eine HORMEL-Aktie wäre für mich z.Zt. aber kein Kauf, da sehr teuer. Hier ist „der Hype“ noch immer viel zu gross.

    Man muss sich das Unternehmen ansehen. Oft findet man auch in  gefühlt zu hoch gelaufenen Märkten eine „günstige“ Aktie.

    Den richtigen Kaufzeitpunkt zu finden, ist immer schwer, denn auch „günstige“ Aktien werden bei einem Marktrückgang meist noch günstiger… Das Blöde: Kauft man sie nicht, beginnen sie meist kurz nachdem man sie entdeckt hat an zu steigen…

  41. lalucky

    Hallo,

    ich selbst habe auch mit dem Leverage gut Geld verdient (natürlich nur zur „Probe“ und in kleinem Maßstab). Bei Buffet ist es offensichtlich so, dass er immer genügend Cash vorhält um die Schulden sofort komplett zu tilgen) Und nur so sollte man den Leverage nutzen. Schluden niedrieger als das Eigenkapital, sonst könnte es ganz, ganz übel kommen, wenn auf einmal die fremdfinanzierten Assets gerade mal nicht so viel hergeben. Kleines Beispiel aus dem Privaten? Mein Haus wurde mit zwei Krediten finanziert- einer davon ein Endfälliges Lebensversicherungsdarlehen (furchtbar- ich wusste es damals nicht besser). Also nur Zinsen – Tilgung dann später mit der Auszahlung der Lebensversicherung. Jeder weiß, wie stark die Garantiezinsen zurückgingen. Ich erhielt ein nettes Schreiben, dass die Lebensversicherung nicht reicht um den Kredit später auszulösen und bekam 3 Möglichkeiten vorgeschrieben: 4.500 € Tilgen, noch eine Lebensversicherung abschließen um den Differenzbetrag (4.500 €) abzusichern oder einen anderen weiteren Kredit. Ich habe getilgt und gut war. Was aber passiert, wenn man kein Cash hat, wenn die Aktien, die fremdfinanziert sind im Crashmodus sind- die Banken prüfen schnell und stellen (dank der vielen klein gedruckten Gesetzesmöglichkeiten) Kredite sofort fällig. So haben sich schon viele zu Grunde gerichtet. Desweiteren habe ich mal einen Bericht über einen Hotelier in Bayern gesehen. Hübsches kleines familiengeführtes Hotel- mit vergleichsweise „kleinem“ Kredit, der weiterfinanziert werden musste, weil nicht genügend Cash. Die Bank hat dankend angenommen, aber nur unter der Bedingung, dass das Hotel vergrößert und erweitert wurde, sonst hät es nichts gegeben. Wer bestimmt dann also die Geschicke der kleinen Unternehmer?

    Viele Grüße

  42. Anna

    @ Claus

    Der letzte Satz Deines Beitrages erinnert mit schmerzlich an Las Vegas Sands. Unter 2 Euro nicht gekauft (2009 noch mitten in der Finanzkrise), paar Monate später bei ca. 5 Euro (waaas, das kann doch nicht sein!) hab ich dann gedacht, na gut man soll keinen Bus hinterherlaufen. Wäre ich mal …

    @ an die Freunde des phys. Goldes

    Goldbesitzer können sehr wohl enteignet werden, z.B. Goldverbot in den USA von 1933, welches erst 1974 von Präs. Ford aufgehoben wurde. Einfach mal „Goldverbot“ googeln. Die Spur der Begehrlichkeit der Oberen zieht sich durch die Jahrhunderte und um die ganze Welt.

    Vergraben ist vielleicht auch nicht die passende Lösung, z.B. der Nachbar sieht es oder das Versteck gerät über die Zeiten in Vergessenheit.

    Vielleicht einen „Schatz“ aus Spirituosen, Wein und Kippen anlegen? Kann auch selbst noch verbraucht werden.

     

     

  43. Vali

    Danke, Claus, sehr interessant!

    Ich bin deiner Meinung. Nachkaufen nur bei sehr guten Werten, die noch keine allzu große Position im Depot haben. Ich bin grundsätzlich für neue Werte, sogar bei 1000 € pro Firma. 5 Euro Order-Gebühr für immer ist nur 0,5% von der Summe. Oft ist die nächste Dividende bereits mehr wert.

    Wo ich anderer Meinung bin, ist der Vergleich zwischen Hormel und Cisco. Ich würde Lebensmittel nicht mit Technologie vergleichen und von einem Hype sprechen, aber dies nur am Rande 😉

    Viel Glück weiterhin und lass uns wissen, wenn du dir was neues kaufst, wenn du magst 🙂

     

  44. Claus

    @ Vali
    ich habe ja nicht Hormel mit Cisco als Branche verglichen, sondern ein Beispiel für eine günstige und eine teure Aktie genannt.

    Mit einem „Hype“ bei Hormel meine ich, das es in der letzten Zeit sehr viele Empfehlungen für Hormel gab. Völlig zurecht, denn Hormel ist ein sehr gutes Unternehmen.

    Aber inzwischen ist der Kursanstieg für ein Nahrungsmittelunternehmen doch deutlich zu hoch, wie ja auch die jüngsten Kursrückgange zeigen: Die Überbewertung wird wieder abgebaut…

  45. Rainer Zufall

    @ Claus herzlichen Dank fuer dir erneut ausführliche und differenzierte Antwort!

  46. Rainer Zufall

    @ Anna

    Ja, ein Goldverbot ist denkbar. Aber dieses laesst sich wie von Dir beschrieben umgehen. Neben einbuddeln liesse es sich ggf auch einmauern 🙂

    Ein entsprechendes Verbot ist fuer mich genauso wahrscheinlich wie eine Zwangshypothek auf die eigenen 4 Waende. Das gab es ebenfalls.

    Fuer mich ist das jetzt kein Argument gegen Gold.

    Wenn etwas derartiges kommt haben wir vermutlich noch schwerwiegendere Probleme.Aber einbuddeln geht dann trotzdem.

  47. Slazenger

    @Claus

    ich möchte mich ebenfalls für deine Ausführungen bedanken,  und was ich von dir bislang so gelesen habe  kann ich nur unterstreichen und deckt sich mit den Erfahrungen die ich gemacht habe seit 2000 nahezu zu 100%!

    Du hast deineBeiträge wirklich großartig formuliert, wäre schön öfter mal was von dir hier zu lesen!
    Zum Gold möchte ich noch anführen, hat für mich den größten Vorteil, daß es steuerfrei zu erwerben ist, und der Staat keinen Zugriff darauf hat, weil er im Normalfall nichts von meinem Gold weiß. Ich persönlich ziehe aber Div.Aristokraten dem Gold jederzeit vor.

  48. Torsten

    @Matthias Schneider

    Danke für den Zuspruch, die Ausführung zu Bufetts Bilanz und dein Konsumbeispiel.

    @Tim

    Na, nun sind wir ja schon etwas näher zusammen. Aber noch nicht ganz.

    Eine Ausnahme kann eine Hpothek sein. Wer eine Hypothek aufnimmt, sollte versuchen zügig zu tilgen.

    Der Verzicht auf eine Hypothek hätte mich – so genau kann ich das jetzt nicht sagen, aber schätzungsweise – mindestens ein Jahresgehalt gekostet. Hätte ich die Hypothek nicht aufgenommen, hätte ich Aktien verkaufen müssen und wären mir Dividendeneinnahmen, die heute netto über dem Zinssatz liegen, für bereits 4 Jahre entgangen. Von den Buchgewinnen ganz zu Schweigen. Und mein Zinssatz beträgt noch 3,2 %. Heute bekommst du die Hypothek billiger.

    Schulden sind immer eine gewisse Gefahr für Sorgen/Nöte.

    Nicht, falls man genügend in der Hinterhand hat, um eine Durststrecke zu überstehen. Bei mir wären das die Aktiendepots.

    Wir müssen uns aber alle an die Finanzkrise 2008/09 erinnern. Zu viele Schulden bei Privathaushalten (Hypotheken, Konsumschulden) und Finanzdienstleistern haben das Kartenhaus zum Einsturz gebracht.

    Du meinst, zu viele Konsumschulden finanziell unmündiger Amerikaner in Verbindung mit skrupellosen Kreditgebern, die die Kredite verbrieften und gierigen, ebenfalls finanziell unmündigen Banken wie der WestLB verkauft haben, haben das Kartenhaus zum Einsturz gebracht. Auf meinem Arbeitsrechner hatte ich die Portfolien von Lehmann im Konkurs, WestLB, Hypo und anderen, die ihren Finanzdreck nicht mehr selbst bewerten konnten. Ich weiß in etwa, wovon ich spreche.

    Ach, zu deinem Sprüchlein:

    „An einem positiven Kontostand geht niemand pleite“

    fällt mir ein eigenes ein:

    „Ohne Aktien hat noch keiner einen Kursverlust erlitten“

    Inhaltlich genauso korrekt, als dogmatische Handlungsanleitung aber genauso falsch.

    @Fit und gesund

    Hypothekarschulden, als mehr oder weniger „gute Schulden“ sollten schnellstmöglichst abbezahlt werden, ich möchte einfach nicht von irgendeiner Bank abhängig sein … ich möchte ruhig schlafen, das ist mir wichtiger als das letzte % Rendite herausholen zu können …

    Das ist in Ordnung, entspricht es doch deiner subjektiven Lebenseinstellung. Mir z.B. macht ein Kredit nichts aus und ich bin bereit, gewisse Risiken einzugehen. Allgemein geht es mir ja nur das Bestreiten der Aussage, dass Schulden immer schlecht sind und immer so schnell wie möglich abgebaut werden sollten.

    Konsumschulden sind in meinen Augen absolutes Teufelszeug.

    Da hat Matthias Schneider weiter oben bereits ein Gegenbeispiel zu gebracht (das ich gar nicht auf dem Schirm hatte – vorher hätte ich dir sogar zugestimmt).

    Hat wohl Jeder seine eigene Meinung und Philosophie.

    Sagen wir mal, jeder hat seinen eigenen Weg und Schulden sind nicht immer schlecht. 🙂

    @lalucky

    Danke für deinen Beitrag und die Beispiele. Natürlich darf man nur Schulden machen, die in Relation zu dem Eigenkapital und dem künftigen, erwarteten CashFlow stehen. Sonst geht es übel aus. Da hilft eben nur finanzielle Mündigkeit.

  49. DivSky

    @Tim

    also Konsumschulden für ein Auto würde ich eher in die Kategorie „sinnvolle Investition“ packen. Unter der Prämisse es ist ein Gebrauchtauto. Denn beim Neukauf ist der Wertverlust viel zu hoch.

    Wir müssen uns jetzt ein Auto kaufen, schätzungsweise 14-20K wird es kosten. Warum sollen wir jetzt unser Depotkonto um diese genannte Summe verringern? Da lasse ich lieber das Geld weiter arbeiten, fasse den Kapitalstock nicht an und zahle den Wagen in Raten ab inkl. geleisteter Anzahlung.

    Auto und Haus sind die einzigen zwei Dinge im Leben, wo ich sage, dafür kann man positive Schulden aufnehmen.

     

  50. valuetradeblog

    Gerade im Internet gefunden und musste an euch denken:
    “Watch your now-to-later ratio. Too much focus on the now and you bankrupt your future. Too much focus on the later and you miss the beauty of life.”

     

  51. Tobias F.

    Für ein Auto würde ich niemals schulden aufnehmen, das sind trotz allem Konsumschulden. Ein Autokredit kostet immer Geld, auch bei 0% Finanzierungen.

     

    @valuetradeblog: Sehr gutes Zitat, merk ich mir entspricht genau dem, was ich denke und versuche zu leben! Solange das Vermögen in der Jahresbilanz weiterhin deutlich zunimmt miete ich mir auch mal ein wochenende ein Bott und gehe Wasserski fahren! 🙂

  52. Claus

    @ Tobias F

    „Solange das Vermögen in der Jahresbilanz weiterhin deutlich zunimmt miete ich mir auch mal ein wochenende ein Bott und gehe Wasserski fahren! ?“

    Finde ich völlig in Ordnung. Man darf sich auch mal belohnen, wenn man etwas erreicht hat oder auf einem guten Weg ist.

    Ich habe ein sehr einfaches „Kontrollsystem“, das mich mtl. nur 2 Minuten kostet:

    Eine kleine Excel-Tabelle, in die ich immer am letzten Tag eines Monats meine Cash-Bestände eintrage:
    Vertikal:  Alle Konten (Depot, Girokonten, sogar Inhalt meines Geldbeutels…)
    Horizontal: Januar-Dezember

    Anhand der Monatssummen kann man die Entwicklung sehr schön beobachten. Sehr einfach und motiviert (2015: +7% Cash).

  53. Tobias F.

    @ Claus: Das Depot beziehst du dann auch mit ein? Ih sehe aktuell zu, dass mein Cash bestand gleich bleibt und alle Überschüsse gehen auf Depot.

     

    Auf Schulden habe ich mittlerweile gar keinen Bock mehr, nicht mal für ein Eigenheim.

     

    Für mich gibt es zwei Ausnahmen:

    1. Kredit für Praxiskauf (Investition, wirft Geld ab)

    2. Kredit für vermietete Immobilien (auch Investition)

    Für was Eigengenutztes Möchte ich mich ungern verschulden, ich möchte die nächsten Jahre nichts kaufen sondern flexibel bleiben. Wenn ich mir mal was kaufen sollte, dann immer mit mind 50% Eigenkapital. Man muss beim HAuskauf auf dem Boden bleiben. Natürlich könnte ich ein HAus für 600.000 Euro finanzieren, aber will ich das? Eher nicht! Freiheit ist das Stichwort, das auch Leitbild dieses Artikels von Tim ist.

  54. O.T.

    @DivSky

    ==> Unter der Prämisse es ist ein Gebrauchtauto

    Ich hoffe Du kaufst keinen „renovierten“ Totalschaden um 20K … nur diese Autos sind als „Gebrauchte“ günstiger als ein Neuwagen. Da würde ich eher zu Dacia greifen, die gibt’s ab 7.500 EUR neu!

    Jemand der ein Auto braucht, für den sehe ich das Auto nicht unbedingt als „Konsum“ sondern fällt eher in die Kategorie Aufwendungen damit man überhaupt zur Arbeit kommt, einen Job nachgehen kann etc. (wie z.B. auch Bildung, Anzug + Krawatte für Banker).

  55. O.T.

    @Tobias F.

    Was könnte unvernünftiger sein als die Praxis auf Kredit zu finanzieren, und  in einer Mietwohnung zu leben?

    Praxis bedeutet für mich auf die nächsten 15 – 40 Jahren an einen Ort gebunden zu sein. Dann will ich bitte nicht für die nächsten 40 Jahre Miete für „wohnen“ zahlen. Die Miete für die Praxis könnte man nötigenfalls noch von der Steuer absetzten – während Mietwohnung „immer“ bedeutet das man dem Vermieter Mietzins/Mietzinssteigerungen (Zinseszins) bezahlt. Bei der (finanzierten) Eigentumswohnung kommt noch der Vorteil hinzu, das man die (Einkommens-) Steuer, die man bei weiter vermieteten Immobilen zahlen muß, selbst einsackt.

  56. Sergent Garcia

    @Claus

    vielen Dank für Deinen umfassenden Kommentar und die detaillierten Einblicke.

    Mich würde noch interessieren, ab wann denn Nachkaufen überhaupt in Frage kommt? Ich habe mir für mich eine 15%-Regel gesetzt. Dann entscheide ich.

    Hast Du eine Mindesthaltedauer eines Wertes oder gilt erstmal „forever“?

    Ich war während meiner Investmentkarriere eigentlich immer der „Klassiker“ – Gewinne zu früh realisiert, Verluste zu lange ausgesessen. Deshalb brauche ich Regeln;-)

  57. Christoph

    @Claus: Vielen Dank. Gefällt mir wie du vorgehst. Wobei ich persönlich das nachkaufen anders handeln würde bzw offener wäre.

    Wenn ich von einem Unternehmen überzeugt bin, der Kurs aber ohne grundlegende Geschäftsgrundlagen absackt dann würde ich genau das nachkaufen, auch wenn es dann deutlich größere als der rest im Depot wäre.

    Natürlich dachte man Nokia bleibt Nr. 1 aber ein gewisses Risiko bleibt ja immer.

    Aber sonst wirklich sehr schön

  58. StefanStefan

    Hallo zusammen.

    Interessante Diskussionen – wie immer…

     

    In einem vorherigen Beitrag hatte Tim J&J empfohlen. Hier mal ein super Beitrag von Cuck Carnevale wie sich der Kaufkurs auf die zukünftigen Renditen auswirkt:

    http://www.gurufocus.com/news/422170/get-higher-returns-and-more-dividend-income–in-less-time-with-less-risk

    Fazit: Johnson&Johnson ist momentan zu teuer. Die zu erwartende Rendite zu schlecht (unter 6 %).

     

    @ Matthias Schneider

    wenn du das liest Matthias, ich hätte eine Frage an dich:

    du bist ja bei Lynx (GB); wie verhält es sich da mit Dividenden-Zahlungen bzw. Kursgewinnen bei US Titeln wenn du die verkaufst? Wird da US Quellensteuer einbehalten?

     

     

  59. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    bei normalen Dividenden werden 15% US-Quellensteuer einbehalten. Den Rest auf die deutsche KEst holt sich der Fiskus beim Steuerbescheid fürs Jahr.

    Bei L.P.s ist es mal so und mal anders. Manchmal 15%, manchmal amerikanischer Höchststeuersatz von 39,xx%. Die unterstellen dann bei ausländischen Anlegern einfach den Höchststeuersatz („…distributions to foreign investors are subject to federal income tax withholding at the highest applicable tax rate.“), was man dann in seiner Steuererklärung zurück holen müsste.

    Das vermiest mir in letzter Zeit etwas die Laune, weshalb ich einzelne L.P.s (Limited Partnerships die eine US-ISIN haben) gegen ETFs wie z.B. den Arrow Shares oder AMLP ersetzen werde.

    Bei Verkäufen mit Kursgewinnen fällt keinerlei Steuer an. Die Gewinne werden dann bei der Steuerklärung aufgeführt und nachversteuert. Man findet die Summen einfach in den Jahresauszug unter „Total realized Profits“ (abzüglich der evtl. gemachten Verluste).

    Man hat mit der Steuererklärung etwas Arbeit, aber eigentlich nicht schlimm.

    Habe inzwischen meinen Bescheid bekommen, und ist wieder günstiger (gnädiger?) ausgefallen als von mir überschlagen.

    MS

  60. Claus

    @ Tobias F

    Bei meiner kleinen Cash-Tabelle beziehe ich alle Bargeldbestände (Girokonten, Geldbeutel (lach…), und den Wert des gesamten Aktiendepots (Aktien + Cash) mit ein, denn das Depot wäre ja sofort in cash verwandelbar. Ist zwar simpel, zeigt aber sehr schön die langfristige Entwicklung an.

    @ Sergent Garcia

    Ich habe Depotregeln, die ich strikt einhalte. Habe ich z.B. im Konsumbereich max. 40% des Gesamtkapitals vorgesehen und dieser Bereich ist mit 35% abgedeckt, könnte ich eine oder mehrere neue Aktien kaufen oder eine/mehrere bereits vorhandene aufstocken. Ich kaufe dann aber nicht irgendeine Konsumaktie, sondern betrachte die bereits vorhandenen Positionen. Wie hoch ist der US-Anteil? Wie hoch ist der Anteil jeder einzelnen Position? Wie hoch sind die Anteile in den einzelnen Sektoren des Konsumbereichs? (Nahrung, Getränke, Kleidung, Hygiene, Reinigungsmittel…).

    Dann entscheide ich mich, wenn sich eine Gelegenheit ergibt.

    Hierbei darf eine Position niemals zu gross werden. Ideal sind für mich bei „Kernaktien“, die ich ewig halten möchte 2-5% des Depotwertes. So bleibt genug Spielraum nach oben, wenn sie steigen. Die Schallmauer ist bei max. 10% erreicht. Darüber hinaus wäre ich sehr vorsichtig. Die meisten meiner Aktien haben nur einen Anteil von 1-3%.

    Gute Nachkäufe habe ich immer erzielt, wenn große Unsicherheit/Panik herrscht und ich eine deutlich im Plus liegende Aktie aufgestockt habe. Eine feste Prozentgrenze, die die Aktie im Plus liegen muss, bevor ich nachkaufe, habe ich nicht. Aber eine Zeitgrenze: Zwischen den Käufen müssen mind. 6 Monate liegen, um zu schnelle Nachkäufe auszuschließen.

    Bei mir darf auch keine einzelne Aktie, die ich neu kaufe, mehr als 2% des Gesamtdepotwertes ausmachen. So bleibt das Verlustrisiko recht klein:

    Kauft man eine Aktie mit 10% des Depotwertes und sie fällt um 50%, hat man 5% seines Kapitals verloren. Setzt man max. 2% des Depotwertes ein, sind es max. nur 1%!

    Für den Erfolg ist ein Risiko- und Geldmanagement sehr hilfreich. Ich lege bereits vor dem Kauf einen gedachten Verkaufskurs fest (kein Stop-Loss, davon halte ich gar nichts). Erreicht die Aktie diesen gedachten Stopkurs, wobei ich immer die Freitags-Schlusskurse nehme, verkaufe ich montags ohne wenn und aber. Ich habe gelernt, an Verlierern nicht ewig festzuhalten. Die Verluste werden meistens nur grösser und man ärgert sich dauernd über diese Position.

    @ Christoph

    „Wenn ich von einem Unternehmen überzeugt bin, der Kurs aber ohne grundlegende Geschäftsgrundlagen absackt dann würde ich genau das nachkaufen, auch wenn es dann deutlich größere als der rest im Depot wäre.

    Natürlich dachte man Nokia bleibt Nr. 1 aber ein gewisses Risiko bleibt ja immer.“

    Genau das war eines meiner schwersten Fehler: Nachzukaufen, weil alles so schön war und der Kurs anscheinend grundlos nachgab…

    Es mag zwar selten so ernst sein, wie nach 2000, aber es kommt garantiert wieder vor.

    Apple erinnert mich übrigens sehr stark an Nokia. Mal sehen, wie es hier weitergeht. Ich halte mich fern.

    Auch bei Gilead Science schaue ich nur zu. Alles super, tolles Unternehmen, KGV nur 7. Aber: Die extremen Gewinnmargen werden garantiert sinken, sei es durch Konkurrenzprodukte oder Regulierungen anderer Art. Der Kurs ist viel zu extrem gestiegen in den letzten Jahren. Ich denke, auch hier werden Übertreibungen erst mal abgebaut. Das kann lange (Jahre) dauern. Bin gespannt.

    @ alle anderen
    Danke für Eure Kommentare

     

  61. mischko56

    Es gibt noch eine Geschichte wie mit Clelia Mattana:  http://www.businessinsider.de/dieser-mann-verdient-am-laptop-1-million-dollar-waehrend-er-die-welt-bereist-2016-6

  62. Valueer

    @Sergent Garcia:

    Warum sollte der Staat im Fall der Fälle nicht auf Aktien und andere Depotwerte zugreiffen?

    Ob Aktien nicht irgendwann besteuert werden (egal wie man die Enteignung dann bezeichnet) weiß keiner. Bei hohen Schuldenständen wie derzeit, Währungsreformen etc. ist grundsätzlich alles möglich, was man sich nur ausdenken kann.

    Aus der Geschichte heraus ist das aber noch nie passiert, sofern ein Land nicht gerade in den Kommunismus fällt. Sogar diejenigen, die Firmen besaßen, mit deren Produkten die Nazis schlimmste Dinge verübten wurden nicht enteignet.

    Bei Aktien ist man immerhin mobil. Das Portfolio kann auch in ein anderes  Land verlagert werden. Der größte Vorteil ist denke ich, dass man im selben Boot wie der Finanzadel und Fonds etc. sitzt. Die werden ihre geballte Macht einsetzen um Enteignungen zu verhindern.

    @Claus:

    Ben Graham war auch ein Freund der Diversifizierung. Er hatte über 100 Depotwerte. Aber ein einziges Unternehmen machte 75% seines Portfolios aus (75% hab ich im Kopf kann auch etwas tiefer gewesen sein, aber jedenfalls hatte es einen enormen Anteil). Es war nun nicht so, dass Graham wahnsinnig geworden ist. Bei dem Unternehmen handelte es sich um die Geico, die mittlerweile zu BH gehört.

    Graham hatte auch nicht immer mehr davon gekauft, sondern die Position einfach nur laufen lassen, bis sie eben so groß war.

    Eine starre 10, 15 oder sonst was Regelung halte ich für ungeeignet. Wenn großartige Unternehmen hervorragend laufen und die Fundamentaldaten bestätigen, dass der Kursverlauf keine Übertreibung ist, dann würde ich mich niemals davon trennen wollen. Auch nicht wenn die Position mehr als 20 oder auch 50% meines Portfolio ausmacht.

    Nur nachkaufen würde ich aus Diversifikationsgründen andere Unternehmen.

    Aber es ist doch so, dass einige Depotwerte bei jedem von uns unterdurchschnittlich, einige normal und andere hervorragend laufen.

    Warum sollte man sich dann von den bestlaufenden Unternehmen trennen?

    Ist in der Größenordnung aber Ansichtssache und Risikoneigung jedes einzelnen. Ich halte mich da an den Altmeister. 🙂
     

    Gruß

    Valueer

     

  63. AlexanderAlexander

    @Claus

    Dein erster Beitrag spricht mir aus der Seele. Daumen hoch.

     

    Schulden und Auto

    Als ich mein Auto kaufte, fragte ich nach einem Rabatt, da ich bar zahle. Antwort: Null, null. Keinen Rabatt. Also kann man durchaus eine Finanzierung in Anspruch nehmen. Ich habe genügend Cash, um jederzeit und sofort den Kredit abzulösen. Also habe ich da kein Risiko. Das Geld habe ich angelegt. Zinsvorteil bei 4 Jahren Laufzeit rd. 4.200 €. Das ist dann eben mein Rabatt.

    Ich sage immer, es gibt kluge Schulden und dumme Schulden. Zweiteres sollte man vermeiden, Ersteres durchrechnen und kaufmännisch klug handeln.

     

    @Tobster

    Respekt. Lass die Anderen reden. Wer erst mal den Zinseszins begriffen hat, dem gehört die Welt (ich habe dazu wohl über 30 Jahre gebraucht).

    @Gurki (ganz oben)

    Ich bin auch für´s Sparen. Aber gegen Minimalismus und Selbstkasteiung. Alles sollte in vernünftiger Relation stehen. Also sind nicht alle Blogs so.

    Und jetzt freue ich mich auf meinen teuren Luxusurlaub, der dieses Jahr noch ansteht 🙂

     

     

     

     

  64. StefanStefan

    @ Matthias Schneider

    danke dir Matthias! Es gibt tatsächlich keinen Steuerabzug bei Kursgewinnen auf US Aktien?! Das ist ja sehr interessant…

    überlege nämlich schon länger wie man das langfristig gestalten kann mit späterer Auswanderung und so. Und bisher war immer das Manko bei dem was ich so gelesen habe, dass  beim Verkauf die große Steuerkeule kommt…

    zieht man im Alter in ein Land ohne Kursgewinnsteuern (z.B. Schweiz) dann könnte man 1/4 (Stand heute) mehr haben am Ende. Und wenn das Depot in GB geführt wird dann sollte das so klappen.

    Am besten mit Werten die gar keine Dividenden zahlen unter der Zeit. Man müsste also gar nichts versteuern.

  65. O.T.

    @Stefan

    Das wäre schön, wenn’s denn funktionieren würde. Sobald Du Aktien aus einem „Inlandsdepot“ auf ein „Auslandsdepot“ transferierst wird die KGSt fällig. Es wird für die Steuer so getan als hättest Du die Aktie zum Transferdatum und Kurs verkauft, und im anderen Depot wieder gekauft (zumindest in Ö., läuft dann ebenfalls über die Steuererklärung).

    Und den Steuerabzug gibt es sehr wohl bei Verkauf von Aktien, nur erwartet der nimmersatte Staat mit seinen Bütteln das Du das in der Steuererklärung angibst, ansonsten läßt Hoeneß grüßen.

  66. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    die KEst gilt ja innerhalb Deutschlands. Wenn hier der Freibetrag überschritten ist, dann zahlt man für Dividendenerträge wie für Zinsen und Gewinne aus Aktienveräußerung usw. die 25% plus Soli. Aber auf das Depot in GB hat der deutsche Fiskus ja keinen Zugriff. Die Quellensteuer gilt ja nur für Erträge aus Dividenden und Zinsen der jeweiligen Staaten. Die werden an den Fiskus des jeweiligen Staates abgeführt, in dem der Wert steuerlich beheimatet ist.

    Die Kursgewinne haben mit Quellensteuer nichts zu tun. Das unterliegt der Einkommensteuer des Landes, dem der Depotinhaber angehört.

    Ich muss das selbstverantwortlich als Einkommen bei meiner Steuerbehörde deklarieren. Ein Ami wird das bei seiner Steuer angeben müssen.

    Wenn Du später auswanderst, dann bleibst Du ja trotzdem deutscher Steuerbürger, wenn Du nicht die neue Staatsbürgerschaft annimmst. Als deutscher Steuerbürger musst Du weiterhin das Einkommen versteuern, auch wenn Du im Ausland lebst. So denke ich mir das zumindest. @Fit und Gesund müsste doch da was sagen können, wie das läuft. Zumindest US-Bürger müssen wohl ihr gesamtes Welteinkommen zuhause angeben (oder?). Mich hat das, ehrlich gesagt, nie so wirklich interessiert. Bei uns wird das sicher auch noch kommen. Jetzt kommt es wohl noch drauf an, wo und wie lange man überwiegend wohnt usw. (steuerflüchtige Promis usw.). Habe da keine Ahnung.

    Wenn Du die neue Staatsbürgerschaft annimmst, dann unterliegst Du deren Steuerbedingungen. Da müsstest Du halt wissen, wie diese sind. Ein Ami oder Brite muss natürlich auch seine Einkünfte aus Kapitalanlagen oder Spekulationen irgendwie versteuern. Die genauen Konditionen muss man wissen. Also ich würde da nicht glauben, dass das woanders viel besser ist, unterm Strich gesehen.

    MS

     

  67. smitheyesmitheye

    @Claus

    Danke für deine Einblicke in deine Anlagestrategie. In manchen Bereichen (z.b. beim Thema Nachkaufen) habe auch ich schon negative Erfahrungen gemacht. Die Ländergewichtung habe ich aber nicht so fein-granular angesetzt. Ob Frankreich, Deutschland, Niederlande oder auch Österreich. Zumeist handelt es sich dabei um Weltunternehmen aus der EU, z.B. BASF, MüRe, Allianz, Unilever, AnheuserBush, Royal Dutch Shell (dual-listed) oder VoestAlpine. Ich unterscheide daher eher nach Währungsräumen, also USD, EUR, GBP, JPY, etc.

  68. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Ich wollte mal die Steuerexperten hier fragen: Stimmt es, dass bei britischen Aktien die Dividende voll ausgeschüttet wird – ohne Abzüge. Wenn ich mir diese Tabelle (unten im Link) anschaue, ist Großbritannien ein Steuerparadies für Dividendenfans. Auch Singapore, Vietnam und Indien.

    Heißt das, wenn die britische Firma XY 10 Pfund Dividende ausschüttet, dass die gesamten 10 Pfund auf meinem deutschen Konto landen? Oder gibt es doch Abzüge? Der Steuerdschungel ist kaum noch zu durchschauen. Wenn dem so wäre, müsste man als Langfristanleger die britischen Dividenden trotzdem per Steuererklärung in Deutschland versteuern?

    http://topforeignstocks.com/2015/09/12/dividend-withholding-tax-rates-by-country-2015/

    http://www.upcomingdividends.co.uk/dividendyield.py?market=ftse100

    Ich weiß, dass die erste Tabelle für Amerikaner gemacht wurde. Was ist aber aus deutscher Sicht der Fall? Was ist mit indischen Aktien?

  69. Mario

    @Tim

    z.B. bei GlaxoSmithKline wird mir bei meinem deutschen Broker ganz normal (nur) die Abgeltungssteuer (25%) + Soli (5,5%) abgezogen.

    Nochmals vielen Dank an alle für die Gilead Anmerkungen. Habe mich nun doch erst mal dagegen entschieden und es Buffett gleich getan und Phillips 66 noch ein wenig weiter aufgestockt.

  70. Vali

    @Tim, das wäre zu schön, wenn die volle Dividende ankommen würde 😉

    GB verlangt tatsächlich keine Quellensteuer, aber Deutschland zieht dann die volle 25% Kapitalertragssteuer/KEst ab.

    USA möchte die 15% Quellensteuer, aber der deutsche Fiskus rechnet sie gnädigerweise in die 25% KEst hinein, also verlangt er „nur“ 10% dazu.

    Also kommt bei mir in beiden Fällen die Dividende minus 25%.

    Soli-Zuschlag und Kirchensteuer noch nicht mitgerechnet.

    Schlimmer ist es bei den Schweizern. 30%.

    Habe noch keinen Weg gefunden die Dividendensteuer zu umgehen 😉

    Ich denke aber die Leute, die den Freistellungsfreibetrag (bis 801€ jährlich) noch nicht voll ausgeschöpft haben, dürften die volle GB-Dividende bekommen?

     

  71. chaostrader

    Also eureTheorien über Steuern sind schon etwas seltsam. Ich würde mich lieber nicht auf die Kommentare hier verlassen und danach handeln, sondern erst mal richtig erkundigen.

    Beispiel:

    Wenn Du später auswanderst, dann bleibst Du ja trotzdem deutscher Steuerbürger, wenn Du nicht die neue Staatsbürgerschaft annimmst. Als deutscher Steuerbürger musst Du weiterhin das Einkommen versteuern, auch wenn Du im Ausland lebst.

    Quatsch.

    Und mal einfach so ein Depot an Schäuble vorbei ins Ausland transferieren, womöglich noch außerhalb der EU… ja nee is klar, da kriegt das Finanzamt nix von mit und hält auch nicht die Hand auf.

  72. Sergent Garcia

    Korrekt, Leute mit nicht aufgebrauchtem Freistellungsauftrag oder Verlusttopf bekommen die UK Dividende ohne Abzüge.

  73. Christoph

    @Mathias SAchneider: Nein. Entscheidend ist immer der Wohnsitz. Wenn Du also in den USA gemeldet bist, in Deutschland nicht bekommt Deutschland nichts.

    Bist du in Deutschland aber gemeldet bekommt Deutschland die Kap.

     

  74. Christoph

    Ich weiß nicht mehr den genauen Fachbegriff, aber einfach so sein Geld ins Ausland transferieren geht auch nicht. bzw ohne das der Deutsche Staat noch was will.

    Also zieht man zB von Deutschland in die Schweiz, so hat der Deutsche Staat noch (glaube es waren 5) 5 Jahre Anrecht auf die Besteuerung der Erträge.

  75. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Christoph,

    Danke, mit dem Wohnsitz ist das aber so eine Sache. Wenn ich keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis habe, dann kann ich nicht einfach meinen Wohnsitz ändern. Innerhalb der EU wohl schon, aber in USA kann ich mich nicht einfach niederlassen, denk ich mal. Tim sollte das wissen.

    @Chaostrader,

    ich kann Dir nur sagen, dass der deutsche Fiskus keinen Zugriff auf das Lynxdepot bekommt. Die KEst wird dort nicht automatisch eingezogen. Ich muss diese „Einnahmen aus ausländischen Quellen“ (so ähnlich heißt das in der Steuererklärung) selbst deklarieren und nachversteuern.

    @Tim,

    wie von Vali geschrieben, wenn man innerhalb des Freibetrages von 801 Euro bleibt, dann behält man die volle Dividende ohne Quellensteuer bei Ländern wie GB, die keine Quellensteuer erheben.

    MS

  76. Vali

    Einfach so in die USA geht nicht, auch als Rentner nicht.

    „Mogeln gilt nicht: Wer als Rentner sein Touristenvisum missbraucht, indem er etwa nur für kurzzeitige Unterbrechungen das Land verlässt, riskiert sogar ein Einreiseverbot. Ein Komplettumzug ist nur mit der Greencard, der zeitlich unbeschränkten Aufenthaltsbewilligung für die USA, möglich. Der Erwerb einer Immobilie ist entgegen manch missverständlicher Aussage keineswegs ausreichend für das Bleiberecht.

    Hier zu lesen: Einwanderung: Die Krux mit dem »Rentner-Visum«

    In der EU gilt Wohnort.

  77. Fit und gesund

    so, bin gerade vom Nachtdienst nach Hause gekommen, d.h ich war noch im Bodensee eine Runde schwimmen, herrlich!

    also, ich bin als ganz junge Krankenschwester in die CH gekommen, mein Beruf war Mangelware sozusagen und habe hier noch eine Zusatzausbildung absolviert. In D bin ich seit Jahrzehnten abgemeldet, ich habe in der CH die Niederlassungsbewilligung C, also gleich wie Schweizer, darf aber nicht wählen, ich verdiene mein Geld hier und versteuere selbstverständlich auch Alles hier, die Steuern sind tiefer als in D.

    Es gibt noch mehr Eigenheiten, Manche davon gewöhnungsbedürftig, googelt ruhig mal „Eigenmietwert“, ich bin jetzt zu müde das zu erklären.

    Renten werden in der CH vollumfänglich versteuert.

    Die CH ist mein Paradies, ich bin tatsächlich mehr als glücklich hier. Natürlich habe ich hin und her überlegt, ich könnte mit 58 in Rente gehen, mit saftigen Abzügen, in der CH kann ich davon nicht leben, aber ich könnte in die Wohnung meiner Mama ziehen und mir hier meine zweite Säule (Rentensystem in der CH) auszahlen lassen oder die Rente eben beziehen, in D könnte ich davon leben, ich könnte meine Eigentumswohnung in der CH verkaufen und hätte dann sehr viel Geld, ABER, ich bin hier mittlerweile verwurzelt, ich mag eigentlich nicht nach D zurück, so arbeite ich noch ein paar Jahre und werde vermutlich meinen Lebensabend hier verbringen, ich bin nun keine Schweizerin, aber Deutsche auch nicht mehr, manchmal ein seltsames Gefühl, ich habe auch ein paar jahre in England gelebt und gearbeitet, und bin mit Médecins Sans Frontières unterwegs gewesen, mein Traum wäre eine klitzekleine Wohnung in der CH (gibt es aber nicht) kaufen, im Winter an die Sonne, im Sommer hier sein, warten wir mal ab, jetzt wünsche ich einen schönen Tag allerseits, bin gespannt auf Brexit morgen früh.

  78. Vali

    Übrigens, weil hier die Sparfüchse das günstigste Land suchen. In der EU ist es Bulgarien!

    10% Spitzensteuersatz bei Einkommen.

    5% auf Dividenden. 0% auf Zinsen.

    Ich muss gerade grinsen, denn das alles kann mich nicht umstimmen, obwohl ich dort eigentlich reich bin, bzw. eine finanziell freie Millionärin bin;-)

     

  79. Fit und gesund

    ah  Vali, die Schwarzmeerküste würde mir schon gefallen, ich bin noch nie in Bulgarien gewesen, ich möchte im Winter dem Nebel hier entfliehen….und Wasser soll es haben….:)

  80. StefanStefan

    @ Matthias Schneider

    eine Koppelung der Steuerpflicht an die Staatsangehörigkeit kennen nur die USA und Eritrea!

    Ansonsten gilt das Territorialprinzip. Allerdings gibt es Besonderheiten wie Wegzugsteuer und erweitert beschränkte Steuerpflicht. Die Wegzugsteuer betrifft wohl aber Unternehmer die größere Gesellschaftsanteile an Gesellschaften haben. Damit will man die hier im Land halten. Und auch die erweitert beschränkte Steuerpflicht gilt wohl nicht bei Aktienverkäufen!? Weiss es aber nicht 100%ig.

    Ich habe ja nicht davon gesprochen ein Depot ins Ausland zu transferieren. Würde es quasi zusätzlich neu aufbauen. Dann mit Werten bestücken wie Markel, Berkshire, Fairfax (wenn die keine Divi zahlen) und das ganze dann über 30 Jahre sich verzinsen lassen. Alles voll legal, es fallen ja keine Steuern an, also wird auch nichts hinterzogen.

    Im Alter zieht man dann in ein Land ohne Steuern auf Kursgewinne. Angenommen man macht aus 100.000 in 30/35 Jahren 1 Mio dann hätte man rund 234.000 € mehr in der Tasche! Und das unter der Annahme, dass es bei den „günstigen“ 26,x % Abgeltungsteuer bliebe…was es aber nicht wird!

    Wer sich da näher informieren will dem empfehle ich die Seite staatenlos.ch.

    Ein junger Kerl namens Christoph hat sich sehr sehr intensiv mit Steuerproblematiken auseinandergesetzt.

    Man kann scheinbar in Portugal, oder auch in Malta, komplett steuerfrei leben wenn man nur ausländische Einkünfte hat. Dies bringt aber natürlich nichts wenn man den jeweiligen Quellensteuern nicht entkommt die automatisch abgezogen würden. Daher meine Frage an Matthias…

    Finde das Ganze sehr interessant. Diese ganzen digitalen Nomaden. Beneidenswert wie frei die sind. Da möchte man echt noch mal 20 sein…

     

    @ Fit und gesund

    du müsstest die Kursgewinnsteuerfreiheit ja dann voll ausnutzen können mit dem schweizer Wohnsitz! Einfach ein Depot bei Lynx, Werte auswählen die keine Dividenden zahlen (werden selbst in CH hoch besteuert) und verzinsen lassen…

  81. O.T.

    @Tim

    GSK läuft bei meinen niederländischen Broker (DEGIRO) mit 10 % Abzug. 17,5 % (österr. KESt 27,5 %) müsste ich in der jährlichen Einkommenssteuer manuell versteuern.

    GSK bei flatex.at (inländischer Broker) wird automatisch mit 27,5% KEST (davon 10% englische Quellensteuer) versteuert.

    @Vali

    Da Deutschland sicher auch ein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz hat, kannst Du Dir die Steuern zurückholen.

    http://www.steuerliches-info-center.de/DE/AufgabenDesBZSt/AuslaendischeFormulare/Quellensteuer/quellensteuer_node.html

    https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/verrechnungssteuer/dienstleistungen/formulare/ausland.html

  82. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    Danke für die Hinweise. Werde die Seite mal anschauen, jetzt aber den Tag genießen. Habe noch Urlaub.

    Ich denke aber, dass es über kurz oder lang für uns wie für die Amis kommen wird; „Ehemalige US-Staatsbürger und ausländische Staatsangehörige, die in den USA eine permanente Aufenthaltsbewilligung haben, sind auch noch 10 Jahre, nachdem sie ihren Pass bzw. ihre Greencard abgegeben haben, mit ihrem weltweiten Einkommen und Vermögen in den USA voll steuerpflichtig.“

    Schönen Tag noch

    MS

  83. Vali

    @Fit und gesund, Die Küste ist auch im Winter schön, aber windig… Schnee liegt dort sehr selten, aber doch meist um die 5 Grad.

    Ich bin jeden Sommer dort mit den Kids. Kann Sozopol und Nessebar sehr empfehlen. Die Deutschen sind dort meistens in Sunny Beach (Slunchev Briag) und Goldstrand (Zlatni Piasuci).

    Letztes Jahr war ich in Hotel Kristian . Gehört einer netten Familie, die selbst dort wohnt. Habe 15 Euro pro Person für die Übernachtung bezahlt, mit Frühstück.

    Dieses Jahr – Tschernomorez in http://hoteladena.com/ Pro Übernachtung 60 lv (umgerechnet 32 Euro) für ein Dreierzimmer.  Flug 200 € ca. pro Person. Wir essen nur in Restaurants – sehr lecker und sehr günstig.

    Ich schlafe aber auch oft bei Privaten oder Freunden. Bis zu 15 Euro die Nacht (also 8-30 lv) . Alle sehr familien- und gastfreundlich. Deutsche, Schweizer, Amerikaner und Briten sind dort sehr beliebt (wenn sie sich benehmen;-)

    Für Sparfüchse – der perfekte Sommer 😉

    @O.T. danke, werde ich mal versuchen. Bis zu 3 Jahre darf man die Dividende zurückfordern, glaube ich…

  84. StefanStefan

    @ Vali

    man kann auch den entsprechenden ADR kaufen. Dann spart man sich den Strees mit dem Dividende zurückholen. Macht man oft doch nicht. Hatte früher Swiss Re und hab die nie zurückgeholt weil sichs nicht gelohnt hat.

     

    @ Matthias Schneider

    das wäre der Hammer wenn diese Kopplung kommen würde. Ausgeschlossen ist ja nichts. Denke aber nicht, dass das kommt. Hätten die schon lange tun können.

  85. Christoph

    Fit und gesund: Also wenn du Sonne, Meer, nette Leute, einfaches Leben und leckeres Essen im Winter suchst kann ich Thailand empfehlen.

    War 3 mal dort und immer wieder toll.

    Ein schöner Bungalow direkt am Strand kostet ca 15 Euro/ Nacht. Das tolle ist, wenn man zu zweit ist kostet der immer noch € 15 = 2×7,50

    Und Essen an den Garküchen ist super lecker und kostet nur maximal 2 Euro.

    Habe viele Schweizer schon da getroffen, doie machen meist relativ lange Urlaub in Asien. Als Rentner kann man auch länger bleiben 90 Tage.

    Und das tolle ist, du liegst zb bei 30 grad am Strand un hier isses Minus 15 Grad *gg*

     

  86. O.T.

    @Stefan

    Ich habe von Nestle ADRs (US6410694060) zahle aber ebenso 35% auf Dividende, genauso wie auf die „normale“ Aktie (CH0038863350). Broker aus der Niederlande, ADRs gekauft NYSE New York Stock Exchange, normale Aktie auf XETRA.

  87. Tobias F.

    So, dank euch habe ich jetzt gerade einige US-Einzelaktien gekauft, (bisher nur ETFs):

     

    Alphabet

    3M

    Johnson&Johnson

    Coca-Cola

    Procter & Gamble

     

    Das sinnlose Geld auf dem Tagesgeldkonto hat mich eh genervt! Mal sehen wie es läuft. Cashquote noch immer : 50 % 🙂

  88. Christoph

    Tobias F. Alles tolle Aktien. GLÜCKWUNSCH!!!

    Falls Du bei Coca Cola diversifizieren willst kannst du auch Pepsi nehmen. Auch tolle Dividenden Historie. Pepsi hat allerdings mehr Snacks im Portfolio.

    3M und J&J sind wirklich super! Und P&G schwächelt derzeit, aber das wird sicher wieder.

    Weiter so.

  89. chaostrader

    ich kann Dir nur sagen, dass der deutsche Fiskus keinen Zugriff auf das Lynxdepot bekommt. Die KEst wird dort nicht automatisch eingezogen. Ich muss diese „Einnahmen aus ausländischen Quellen“ (so ähnlich heißt das in der Steuererklärung) selbst deklarieren und nachversteuern.

     

    Sie bekommen aber alle Daten. Das Bankgeheimnis ist abgeschafft. Kannst ja mal versuchen was passiert, wenn Du die Dividenden etc. nicht angibst. Das mag bei kleinen Beträgen funktionieren, bei größeren kann das recht teuer und unangenehm werden.

    Steuern werden üblicherweise dort bezahlt, wo man überwiegend wohnt. Ausnahme: US-Bürger, Greencardinhaber und noch drei, vier andere totalitäre Staaten, die ihre Bürger zwingen, auch dann Steuern zu bezahlen, wenn sie im Ausland wohnen.

    Es gibt einige Spezialisten, die zwischen drei oder mehr Orten international pendeln und damit ihre Stuerlast drücken, da sie ja nirgens fest gemeldet sind. Das ist aber für den Normalbürger keine Option. Und kann sicherlich irgendwann mal nach hinten losgehen.

  90. StefanStefan

    @ chaostrader

    wer redet denn hier von Steuerhinterziehung? Bei nicht Dividendenzahlern fällt überhaupt nichts an was man versteuern müsste…

    am besten funktioniert das Ganze natürlich wenn man als Perpetual Traveller unterwegs ist und sein Geld komplett ortsunabhingig online verdient…

    diese Dame hier:

    http://www.planetbackpack.de/blog/

    soll mittlerweile über 9.000 € im Monat machen. STEUERFREI!

    Da kann sich der kleine Angestellte der mit 40 Wochen am Schreibtisch 1.800 € heimbringt nur blöd vorkommen.

  91. Vali

    @Tobias F. ach so, du bist der, der heute einkauft;-)… und ich frage mich die ganze Zeit, wer denn so sicher ist, dass die Briten drin bleiben?!;-)

    Herzlichen Glückwunsch! Nur 3M habe ich noch nicht;-)

    @Stefan, ein ADR? Was ist das?

    … überlege eher einen ETF zu kaufen mit ihren Werten – gibt es da was gutes? Ausschüttend natürlich;-) Hab nur Nestle bis jetzt.

    Und Stefan, frag doch die Frau, wie die das macht, evtl. gibt sie Tipps. Legal steuerfrei kann ich mir nicht vorstellen… Panama?

  92. Tobias F.

    Vielen Dank 🙂  diese aktien bleiben jetzt möglichst ewig in meinem Depot und werden aufgestockt.

    Es kann schon wirklich süchtig machen Dividenden Aktien zu kaufen….  so langsam kann ich verstehen was manche schreiben.

    @vali: diese brexit  Sache kann ich überhaupt nicht einschätzen und ich habe das Gefühl alle anderen auch nicht.

    Wenn es morgen richtig bergab geht kaufe ich einfach nach:)  es ist auf jeden Fall spannend

     

  93. StefanStefan

    @ Vali

    https://de.wikipedia.org/wiki/American_Depositary_Receipt

    die Amis haben ADR´s z.B. auf Nestlé die dann in den USA gehandelt werden.

    warum das bei O.T nicht funktioniert mit der Steuer…keine Ahnung. Wohnst du in der Schweiz? Dann zieht dein niederländischer Broker vielleicht deshalb 35 % ab…

    ich glaube übrigens auch, dass GB in der EU bleibt und habe ein paar Glaxo nachgekauft.

     

    @ Tobias F.

    alles Top-Unternehmen, keine Frage. Aber derzeit alle zu teuer…

    verstehe, dass man ungern Cash rumliegen hat. Aber die Super-Chancen kommen schon wieder. Und dann ist das Cash sehr wertvoll. Hab mich schon oft geärgert zu wenig zu haben…

  94. Tobias F.

    @Stefan : kannst du ganz kurz ausführen warum die Unternehmen aktuell zu teuer sind? Ich wollte endlich den Einstieg schaffen und habe jeweils nur recht kleinen Position von circa 2000 € gekauft.

     

    Dürfte ich auch fragen welche Unternehmen aktuell noch nicht so teuer sind und trotzdem Qualitätsunternehmen darstellen

  95. Christoph

    @Stefan: zu teuer ist ja immer so ne Sache. Klar wenn ein Crash wie 2008 kommt, sind die zu teuer. Aber normal sollten diese Aktien weiter fröhlich steigen.

    Für mich zählt de Devidendenrendite. ist die bei ca 3% find ich es nicht zu teuer.

    und das sind ja alles Qualitätsunternehmen. Wenn man sich zB 3M anschaut, die Aktie steigt und steigt und steigt.

     

    @Tobias F. Hehe ja, besser als irgendwelche SPiele oder Schuhe kaufen ist es;o)

    Dein Einstieg ist super. ich kaufe nach ein paar Grundkäufen momentan per Sparplan. So kaufe ich für je €50-160 jeden Monat Aktien. Deine oben genannten, dazu noch Boeing, Intel, QUalcomm, Pepsi, Microsoft, McDonalds usw.

    So kann ich jeden Monat meiner Sucht nachgehen *gg* Und anstatt einmal im Monat mir nur eines einzupfeifen, pfeife ich mir immer mehrere rein *gg*

     

  96. Slazenger

    Zu teuer ist immer relativ! Gemessen am langjährigen KGV Durchschnitt mögen die angesprochenen Werte sicher etwas zu teuer sein. Alledings in Relation zum Rentenmarkt, bzw. zum risikolosen Zins, halte ich die genannten Unternehmen und auch viele andere Aristokraten durchaus für kaufenswert! Wer sagt uns denn wie lange die Zinsen noch nahe null sind? Niemand! Und solang sind mir Qualitätswerte mit steigenden Dividenden immer noch am liebsten! Es gibt auch keine Alternativen dazu! Auf einen Crash oder Eine Korrektur zu warten……kann man machen , aber eventuell wartet man hier auch zulange! Habe ich Cash frei kauf ich Aristokraten, so ca. Einmal pro Quartal ist das der Fall! Trotz allem eine kleine strategische Reserve kann nie schaden!

  97. Der Malachit

    Hallo zusammen!

    Das Ziel, das die Leser dieses Blogs gemeinsam haben, ist das Erreichen finanzieller Unabhängigkeit. Tim schreibt: „Freiheit“

    Dieses Thema hat mich schon seit längerem beschäftigt und es ist ein Report daraus entstanden. Wer mehr über das Thema erfahren möchte, kann sich diesen Report von meiner Seite herunter laden, lesen und, da ich ihn so formatiert habe, auch als kleine Broschüre selbst ausdrucken.

    https://reichwerdensite.wordpress.com/reporte/freiheit-report/

    Viel Spaß damit. Der Malachit.

  98. Tobias F.

    @ Der Malachit und auch die anderen:

    Warum reich werden wollen?

    Meine Eltern hatten in jungen Jahren nichts. Eltern Arbeiter/Bauern. Ich habe mit 15 einen grottenschlechten Realshulabschluß gemacht und danach die erst beste Ausbildungsstelle angenommen, die es gab. Es war schrecklich, aber ich habe die 3 JAhre durchgezogen, weil man das so macht. Danach erst mal Zivildienst, eine sehr gute Zeit. Ich habe andere, neue, interessante Menschen kennengelernt. Sie hatte alle Abitur. Das war der Moment an dem ich dachte: Vielleicht kann ich das auch!

    Nach dem Zivi habe ich mit 20 angefangen mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg zu machen. Ich habe etwas Befög bekommen und jedes Wochenende für 7 Euro / Stunde an der Tankstelle gerabeitet. Nach 3 entbehrungsreichen Jahren hatte ich das Abitur mit einem Schnitt von 1,1 in der Tasche. Endlich konnte ich mein Traumstudium in Angriff nehmen: Humanmedizin!

    2006 habe ich angefangen, meine Eltern konnten mich mittlerweile mit etwas Geld moantlich unterstützen, ich habe wieterhin gejobbt und ansonstne meistnes gelernt. 2012 habe ich mit 29 den Abschluß geschafft und arbeite seither. Mittlerweile nicht mehr in der Klinik, sondern angestellt in einer Praxis. Ende 2017 werde ich hoffentlich eine eigene Praxis eröffnen können. Mittlerweile verdiene ich ganz gut, Existenzängste hat man kaum mehr. Dem lieben Gott (a.k.a. Allah, das Universum oder Spagetthimonster) dankbar bin ich sehr. Ich hoffe, in 15 Jahren finanziell so frei zu sein, dass ich meinen Lebensstandart ohne Arbeit halten kann. So long 🙂

  99. Vali

    @MikeD , @Stefan, danke  euch:-)

    Ich habe mir dann doch den kostenlosen monatlichen Sparplan auf den DB-X-TRACKERS-SMI-UCITS-ETF-DR-1D-ETF-LU0274221281 mit Nestle, Roche und Novartis, Zürich Ins. usw. eingerichtet.

    @Der Malachit, danke dir sehr, habe ich gerade ausgedruckt und gehe jetzt in den Garten lesen!

    Allen einen schönen Feierabend!

     

  100. K.

    Also innerhalb des Freibetrages werden GSK-Dividenden bei meinem deutschen Broker comdirect unversteuert komplett eingebucht. Brutto gleich netto nach Umrechunng von brit. Pfund in Euro.

     

  101. K.

    Interessanter Hinweis den comdirect soeben beim Login anzeigte: „Aufgrund des Referendums in Großbritannien sind geringere Handelsaufkommen und größere Kursschwankungen an den Märkten zu beobachten. Dieses kann sich nicht nur auf die Preise einzelner Wertpapiere auswirken, sondern auch auf die An- und Verkaufsspannen. Anleger sollten dieses Marktumfeld bei ihren Handelsaktivitäten berücksichtigen.
    Quelle: Loginseite von comdirect.de 23.06.2016 – 18:32 Uhr MESZ

  102. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @K.

    bei Lynx kommt schon seit Tagen der Hinweis, dass man sein Depot überprüfen/nachjustieren soll, wenn man sehr „auf Kante genäht“ hat, und dementsprechend die Marginanforderungen nicht mehr erfüllen könnte. Mich betrifft das nicht, da ich immer nur sehr gering überziehe/hebele.

    Sehr geehrte Kundin,
    sehr geehrter Kunde,

    am 23. Juni findet das Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union statt. Aufgrund der Tragweite dieses Referendums wird zum aktuellen Zeitpunkt ein Anstieg der Volatilität an den internationalen Finanzmärkten erwartet, weshalb eine Anpassung einzelner Margin-Sätze für bestimmte Produktgruppen nötig ist, um den damit einhergehenden Risiken Rechnung zu tragen.

    Folgende Produktgruppen sind in diesem Fall von einer Erhöhung der Margin betroffen:

    •Für GBP-Währungsbestände und GBP Währungs-Futures wird die Initial Margin auf 12% und die Maintenance Margin auf 7,5% erhöht

    •Für EUR-Währungsbestände und EUR-Währungs-Futures wird die Initial Margin sowie die Maintenance Margin auf 5% erhöht

    •Die Stresstestintervalle zur Berechnung der Maintenance Margin von EUR- sowie GBP-Währungsoptionen werden auf 7% und die für FTSE-Indexderivate auf 8% erweitert

    •Die Margin-Sätze für in GBP lautende CFDs werden den jeweils zugrunde liegenden Aktien angepasst

    •Die Maintenance Margin für UK-verknüpfte Aktienersatzprodukte (z.B. ADRs auf UK-Aktien) werden bei Portfolio Margin Depots auf 20% erhöht

    Bitte beachten Sie, dass die Veränderungen der Margin-Sätze bis zum 23. Juni 2016 wirksam werden. Sofern Sie Positionen der oben beschriebenen Produktgruppen halten, bitten wir Sie Ihr Portfolio in den kommenden Tagen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls nötige Anpassungen durchzuführen, um ein mögliches Margin-Defizit und eine damit drohende Zwangsliquidation Ihrer Positionen zu vermeiden.

    Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gern zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr LYNX Team

    Sollte es bei Verwerfungen zu Schäppchenpreisen kommen, hier kann man sich schon paar Kandidaten raus suchen.

    MS

  103. Freelancer Sebastian

    @ Vali

    Die Schwarzmeerküste in Bulgarien – ein Traum.

    Wir waren letzen Sommer da. Bei Obzor – zwischen Burgas und Varna. Wunderbar für Familien. Leere Strände, freundliches Personal (unser Sohnemann war nach zwei Tagen „Stammgast“ in der Küche).

    Der Sonnenstrand bei Nessebar glich eher dem Ballermann…. da wird sich in den nächsten Jahren wohl einiges tun. Ist halt günstiger als am Mittelmeer.

    Drei Wochen im All-Inclusive-Hotel Sunrise. Vor allem meine Frau hat sich das verdient gehabt (Kitaerzieherin, drei Kinder). Kein Aufräumen, Saubermachen, Kutschieren, keine Termine, kein Essen kochen, Geschirr wegstellen.

    Hach…. es war Entspannung pur. Das war unser Luxus – erarbeitet und erspart!

    Und für die „Kulturreisenden“, die da nur die Nase rümpfen („Wofür AI?“ – Gruß an Stefan) – wenn ihr ein Schuljahr mit drei Kids durchhabt, wollt ihr auch ins Hotel, die Seele baumeln lassen…. 😉 .

    Wir fahren wieder hin und können die Schwarzmeerküste nur empfehlen.

     

     

  104. Vali

    @Freelancer Sebastian , danke dir ! Das lese ich so gern 🙂

    In Obzor war ich selbst noch nie, es sieht aber toll aus das Sunrise. Bulgarien ist sehr kinderfreundlich, das wissen viele nicht. Dort stehen Kinder an oberster Stelle und die vielen Cafes, Restaurants usw. haben noch einen kleinen Spielplatz daneben. Oder zum Spielplatz gehört meist ein kleines Cafe dazu;-)

    Freut mich sehr für euch, dass ihr so zufrieden wart!

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