Soll ich einen Bildungskredit aufnehmen, um das Geld zum Aktiensparen zu verwenden?


New York, 12. Februar 2017

Ich erhielt eine Leserfrage: Soll er einen Bildungskredit zum Aktiensparen nutzen?


Heute habe ich für meine Leser eine knifflige Frage. Ein Blogleser schrieb mir. Er möchte einen staatlichen Bildungskredit in Anspruch nehmen, um das Geld in Aktien zu investieren. Er möchte Aktien wie Johnson & Johnson, Procter & Gamble oder Fielmann kaufen. Er macht einen vernünftigen Eindruck. Ich bin hin- und hergerissen. Ich bin grundsätzlich kein Fan von Schulden. Ich finde, ohne Schulden lebt es sich besser. Die emotionale Belastung ist unangenehm. Insofern ist es am besten, wenn Du ganz auf Schulden verzichten kannst, denke ich. Er hat allerdings rationale Gedanken. Was meint Ihr?

Hier ist nun die Frage des Lesers (er stimmte der Veröffentlichung im Blog zu):

Hallo Tim,

ich weiß, mein Anliegen erscheint auf den ersten Blick eher verrückt oder unverständlich. Ich möchte aber zunächst meine Situation erläutern:

Ich bin 21 Jahre alt und studiere bald im 4. Semester Jura in Freiburg. Im Studium läuft es soweit gut. Auch sonst geht es mir gut. Ich wohne ziemlich günstig in einer WG etwas außerhalb von Freiburg (Freiburg hat wie viele Studentenstädte wahnsinnig hohe Mietpreise). Auch sonst spare ich sehr viel, kaufe kaum „unnötiges Zeug“ wie Elektronik oder andere Konsumartikel, gehe selten bis gar nicht in die Stadt feiern (Ich mache da viel lieber etwas privat mit meinen Freunden und Kommilitonen zu Hause, das ist gemütlicher und auch deutlich günstiger)

Ich habe einen Nebenjob (ca. 250-350 Euro im Monat), das Geld investiere ich in einen Aktien-Sparplan (Qualitätsaktien mit guter Dividende). Nebenbei handle ich in unregelmäßigen Abständen mit Gebrauchtwaren, die ich günstig auf ebay oder bei Aktionstagen bei amazon kaufe und dann privat teurer verkaufe. Dies bringt auch nochmal im Schnitt 100 Euro an Gewinn im Monat, der entweder auch investiert wird oder zur Deckung der Lebenskosten dient.

Von meinen Eltern erhalte ich 450 (für Miete und Krankenversicherung) Euro monatlich sowie die 180 Euro (reicht für Lebensmittel/Essen) Kindergeld, die sie nun ja nicht mehr brauchen, da ich ja nicht mehr zu Hause wohne.

Ich habe ein Depot von rund 20 000 Euro. 10 000 habe ich vor ein paar Jahren von meinem Großvater vererbt bekommen, die andere Hälfte habe ich mir seit ich 16 bin erarbeitet und erspart.

Soweit also zur finanziellen Situation. Ich weiß, dass das schon viel mehr ist als wahrscheinlich 95 Prozent der Studenten besitzen, aber ich lebe weiterhin sehr bescheiden und versuche so viel wie möglich zu sparen um schneller finanziell unabhängig zu werden.

Zu meinem eigentlichen Anliegen:

Grundsätzlich bin ich absolut gegen Aktienkauf auf Kredit, nicht nur, dass man normalerweise auf einen normalen Kredit 3 Prozent Zinsen (Wertpapierkredit der Bank oftmals über 5 Prozent) zahlen muss, sondern auch, weil man finanziell abhängig wird und ein solcher Aktienkauf dann auch oft spekulativer Art ist, schließlich will man den Kredit ja schnell wieder zurückzahlen, um nicht so lange Zinsen bezahlen zu müssen, daher geht man höheres Risiko ein, was oftmals dann auch schiefgeht.

Bei mir ist es nun so: Als Student kann ich einen sogenannten Bildungskredit des Bundesverwaltungsamts beantragen. Dies ist das Bildungskreditprogramm der Bundesregierung. 

https://www.bva.bund.de/DE/Themen/Bildung/Bildungskredit/bildungskredit-node.html;jsessionid=992A6FB052BA26AFA44BD7DD9D1C5686.1_cid383

Seriosität ist somit schon mal gegeben.

Es besteht die Möglichkeit über 24 Monate jeweils 100/200/300 Euro monatlich zu erhalten. Also insgesamt maximal 7200 Euro in 2 Jahren.

Das ganze aktuell zu einem Zinssatz von 0,8 Prozent p.a. (ergibt sich aus dem EURIBOR+ 1 Prozent Verwaltungsgebühr; da es unwahrscheinlich ist, dass die Zinsen in den nächsten 2 Jahren überhaupt wieder steigen, ist das Risiko für einen höheren Zinssatz gering und dürfte selbst im Extremfall nicht höher als 1-1,5 Prozent gehen)

Die Rückzahlung beginnt 4 Jahre nach der letzten erhaltenen Zahlung, man kann aber jederzeit vorher zurückzahlen und so seine Zinslast reduzieren.

Meine Idee ist nun folgende: Ich beantrage den Kredit und würde die 300 Euro dann wieder in Qualitätsaktien investieren mit einer Dividende von mehr als 2 Prozent. Ich weiß es gibt keine absolute Sicherheit, dass die Dividende konstant bleibt, aber dass Coca Cola oder Johnson&Johnson in den nächsten Jahre die Dividende aussetzen ist doch sehr unwahrscheinlich. Somit würde die Divindende den Betrag der Zinszahlung decken bzw. ja sogar übersteigen, was ja auch der Sinn hinter meiner Idee ist.

Die 7200 Euro könnte ich dann nach Berufseinstieg zurückzahlen oder indem ich vorher immer wieder Teilzahlungen leiste, wenn ich zum Beispiel Geld übrig habe.

Vorteil von alldem wäre halt, dass der Zinseszins schon früher anfängt zu wirken, als wenn ich das Geld erst in ein paar Jahren investieren würde.

Klingt das ganze verrückt? Meinst du, dass ich hier irgendwie einen Denkfehler habe und das ganze doch nicht so toll ist, wie ich es mir vorstelle?

Ich weiß es ist immer blöd, wenn man Prinzipien hat (kein Aktienkauf auf Kredit) und dann doch versucht eine Ausnahme zu finden.

Aber was ist deine Meinung dazu, würde mich wirklich sehr interessieren und für eine (gerne auch ausführlichere) Antwort wäre ich schon mal sehr dankbar, auch wenn du sagst, dass das totaler Blödsinn ist, was ich mir da ausgedacht habe ;=)

Rationale Grüße

Was würdet Ihr diesem jungen Leser raten? Den Bildungskredit nehmen, um mit dem Aktiensparen zu beginnen? Oder besser auf das verlockende Angebot verzichten? Er möchte die Aktien nicht mehr verkaufen. Sondern später aus seinem Einkommen den Kredit zurückzahlen.

Sollte die Börse crashen, braucht er Geduld. Wenn er zehn bis 15 Jahre durchhält, sollte er spätestens wieder im Plus sein. Es hängt natürlich auch von der Aktienauswahl ab. Alles nicht so einfach zu beantworten.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Soll ich einen Bildungskredit aufnehmen, um das Geld zum Aktiensparen zu verwenden?

  1. Patently Absurd

    Warren Buffett würde das machen. Er hält nichts von Prinzipien (z.B. keine Schulden, niemals IT-Aktien oder Fluggesellschaften), sondern rechnet gerne nach. Wenn das Chance-Risiko-Verhältnis stimmt, dann investiert er.

     

     

  2. Pate

    HI, ist hier jemand der Österreicher ist und ein Depot in Deutschland hat?

    Ich bräuchte nämlich Hilfe in Sachen Steuer. Ich werde im Internet einfach nicht fündig was ich machen soll. Bin jetzt ein Jahr am Aktien investieren und habe schon einige Dividenden kassiert, davon wurde aber nur der Ausländische Teil versteuert. Einen Verkauf habe ich auch einmal getätigt und den Gewinn müsste ich auch versteuern, allerdings weiß ich nicht wie. Gibts dazu Formulare? Bei „finanzonline.bmf.gv.at“ habe ich nichts gefunden.

    Gruß Pate

  3. Peter Meier

    Das in der Tat ziemlich knifflig. Der junge Mann scheint wirklich sehr vernünftig zu sein und denkt rational. Einen Kredit so günstig bekommt man ja eigentlich nur im Traum.

    Nach einigem Überlegen, würde ich dem Leser dazu raten, den Kredit aufzunehmen und das Geld monatlich zu investieren. Die Idee mit der Dividende den Zins zu tilgen ist clever und auch unabhängig von der Entwicklung der Aktien. Allerdings sollte man dann auf jeden Fall auf „sichere“ Werte setzten. Mit Johnson&Johnson und P&G wäre er daher sicherlich gut aufgehoben.

    Natürlich ist es später, wenn das Studium zu Ende ist und er in den Beruf einsteigt erst einmal blöd, die Restsumme zurückzuzahlen. Da geht quasi schonmal das erste „richtig verdiente“ Geld flöten. Aber es stimmt schon, je früher das Geld investiert ist, desto länger kann es für einen arbeiten.

    Wenn ich selbst nochmal jung wäre, würde ich es wahrscheinlich auch so machen. Gerade wenn man in seinem Alter ist, schadet ein bisschen mehr Risikobereitschaft sicherlich nicht, zumal das Chance/Risiko-Verhältnis sicherlich ziemlich gut ist.

     

  4. Skywalker

    Ich würde es nicht machen. Der Aufwand lohnt sich nicht. Bitte nicht falsch verstehen aber es geht hier um Peanuts.

    Die Energie lieber ins Studium investieren,  hier möglichst schnell und gut fertig werden!  ein Semester früher verdienen kann durchaus 30.000 € Unterschied machen und  ist die beste Rendite die man als Student einfahren kann

  5. Ulrich

    Zunächst einmal muss man festhalten, dass der junge Mann seinen Altersgenossen und auch dem Rest der Bevölkerung schon viel voraus hat, in diesem Alter schon so ein Depot und so eine Denkweise, das ist schon bewundernswert. Ok, ein bisschen Starthilfe hat er durch das Erbe gehabt, aber 10 000 in 5 Jahren selbst verdienen und zu investieren ist schon stark. Da gehört viel Einsatz und auch Verzicht dazu, die meisten Studenten geben da ihr Geld lieber für Partys und anderen Kram aus.

    Zu seiner Frage: Ich bin mir nicht wirklich sicher. Er führt gute Argumente auf, der Zinssatz ist wirklich niedrig und ich habe den Eindruck, dass er das alles gut hin bekommt und durchziehen kann. Aber es ist natürlich trotzdem ein Risiko das er eingehen würde, zumal er ja noch nicht im Berufsleben ist und das Studium erstmal beenden muss. Andererseits, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich denke Warren Buffet fände diese Idee gut, da stimme ich @Patently Absurd zu. Von daher würde er von mir wohl den Daumen hoch bekommen 😀

  6. Dieter

    Ich würde es nicht tun. Da das Geld für Bildung vorgesehen ist. Und nicht zum investieren.  Wenn man kein Geld hat. Soll man nicht investieren.  Ansonsten top wie es der junge Mann schafft. Er wird seinen Weg machen.

  7. Fit und Gesund

    auch von mir ein ganz Klares „nein, niemals“,

    ich persönlich würde mich völlig unwohl damit fühlen, egal wie der Kursverlauf wäre, Skywalker hat Recht,

    ich sage ja immer: das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht, es braucht Geduld.

  8. PIBE350

    Ich fasse mal die wesentlichen Fakten zusammen:

    Alter: 21

    Studium: Jura (läuft gut)

    Depotwert: 20.000 Euro (sehr gut für dieses Alter)

    Nebenjob vorhanden: ja (fleißig)

    Monatliche Sparrate: 250 bis 350 Euro (spitzenmäßig in diesem Lebensabschnitt)

    Konsumverhalten: sparsam (vorbildlich)

    Ich bin begeistert, hier wurde uns quasi das perfekte Musterbeispiel präsentiert. Ich sehe aktuell wirklich keinen Handlungs- oder Verbesserungsbedarf. Einfach wie gehabt weitermachen! Das ist alles, was ich dazu sagen kann. 🙂

  9. Bernd

    Wenn man wirklich Qualitätsaktien kauft und einen langen Atem hat – dann würde ich es machen!

  10. SaHa

    Ich persönlich habe damals einen Bildungskredit aufgenommen. Zins war um die 1,4% ich habe ihn laufen lassen, das Geld war an der Börse mehr wert. Zumal ich so immer ein Notgroschen hatte.

  11. Diether

    Zitat BVA:

    „Bit­te be­ach­ten Sie, dass die ein­ma­li­ge Ab­schlags­zah­lung nur für aus­bil­dungs­be­zo­ge­ne Auf­wen­dun­gen ge­währt wer­den kann. Hier­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem und Schul­ge­büh­ren, Ar­beits­mit­tel, Bü­cher, zu­sätz­li­che Kos­ten bei aus­bil­dungs­be­ding­ten Aus­lands­auf­ent­hal­ten etc. Es ist nicht not­wen­dig, die aus­bil­dungs­be­ding­ten Mehr­kos­ten durch Quit­tun­gen nach­zu­wei­sen. Je­doch be­nö­ti­gen wir ei­ne schrift­li­che Be­grün­dung für die ge­plan­te aus­bil­dungs­be­zo­ge­ne Ver­wen­dung der Mit­tel aus der ein­ma­li­gen Ab­schlags­zah­lung.“

    Das Geld stammt aus einem begrenzten Fördertopf aus Steuergeldern. Der Staat verfolgt damit eine Ziel- und Lenkungsfunktion. Er möchte weniger Begüterten in Deutschland helfen sich weiter zu qualifizieren. Zusätzlich zum möglichen Bafög. In Deutschland ist im Gegensatz zu den USA bspw. das Schulsystem als auch die Uni kostenfrei ! Die Steuermittel sind nicht unbegrenzt vorhanden. Vielleicht kann man es für jemanden verwenden, der es nötiger hat als du ?

    Ich bin wohl der einzige, der ein halb/illegales Verhalten nicht gutheißt ?!

    Warren B hat auch klargestellt, dass er immer Steuern bezahlt hat und nicht irgendwelche Verlustverrechnungen macht wie Trump.

    Ihr dürft euch nicht über die hohen Steuern aufregen,wenn jeder nach Lust und Laune bescheißt. Dazu noch als angehender Jurist (Vertrauensstellung als „Organ der Rechtspflege“ – Kollege, bitte mal nachlesen was das heißt. – aua)

    Sorry, aber ich halte nichts von Krediten, der Zweckentfremdung von Subventionen etc.

    Nimm einen kleinen Sparplan mit eigenem Geld und ernähre dich redlich.

  12. Ulrich

    @Diether

    Das gilt aber, soweit ich das erkennen kann, nur für eine Einmalzahlung in größerer Höhe (mindestens 1000 Euro bis zu 3600).

    An sich ist der Kredit nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft, klar er soll vorrangig zur Studienförderung dienen. Aber ich glaube nicht, dass die Studenten von dem erhaltenen Geld ausschließlich Bücher kaufen bzw. nur das lebensnotwendigste. Wenn man damit sich auch andere Sachen wie vlt. ein neues Handy kauft oder für 50 Euro im Monat feiern geht (ja das machen Studenten normalerweise), dann könnte man ja auch von einer Zweckentfremdung und einem „Missbrauch“ sprechen.
    Es handelt sich außerdem um einen KREDIT und nicht um zinslose Darlehen wie Bafög. Der Staat verdient ja da dran, es wird nichts geschenkt.
    Und das ist auch der Unterschied zu Bafög:
    Dort bekommen es die, die es nötig haben, dort wird auch alles nachgeprüft und gratis als Darlehen gegeben, das zum Großteil später nicht mal komplett zurückgezahlt werden muss.
    Hier kann ja eigentlich jeder zugreifen, er ist explizit nicht an Einkommen/Vermögen gebunden.

  13. steve2005

    genau wie die Runde bin ich gespalten. Zinstechnisch geht die Rechnung auf was nützt dass wenn es crasht, da kann die Dividende auch ganz schön schmelzen. Beim Thema sicher bin ich mir sicher dass nicht s sicher ist. Eine Procter ud Gamble läuft wie eine J &J wahrscheinlich weiter gut, muss aber nicht sind beides Pharmafirmen. Valeant, Bayer war vor Jahren wegen Lipobay fast pleite, ich selbst hatte mit Pfizer Anfang der 2000 das vergnügen eine Aktie die ich bei fast 30€ gekauft habe für 11 € nachkaufen zu können. Mache ich dass wenn ich schon mit Kredit drin bin? Es kann an der Börse in beide Richtungen gehen was ich vorher nicht weiss und hinterher nützt es nichts mehr.

    wünsche eine gute Entscheidung

    steve

  14. Andrea

    Ich würde das nicht tun. Immer alles einfach halten. Die Sparrate ist doch so auch schon sehr ordentlich.

  15. ThorstenThorsten

    Klares NEIN – der mögliche (!) Vorteil von 7200 EUR zusätzlich wiegt das vorhandene (!) Risiko Verlust über nächste Jahre nicht auf…oder wie es ein Vorredner sagte: Läuft doch auch so gut!

    Fokus aufs Studium, guter / schneller Prädikatsabschluss und ran ans Geld verdienen 🙂

  16. Christian

    Mal den moralischen & gesetzlichen Punkt außer Acht gelassen geht es hier nicht um eine Summe die einen Jahrzehnte lang bindet.

    Aktuelle Situation: 250-350€ pro Monat werden gespart.

    Gewünscht Situation mit Kredit: 250-350€ + 100-300€ pro Monat werden gespart. Kredit tilgt sich durch die zusätzlichen eingenommenen Dividendenzahlung.

    Worst Case mit Kredit: Alle Kreditinvestitionen sinken innerhalb der nächsten 2 Jahre auf 0€ (extrem unwahrscheinlich). Die 250-350€ können nicht mehr gespart werden sondern müssen zur Kredittilgung genutzt werden. Das würde dann max. 2,5 Jahre dauern.

    Mehr als 7.200€ plus Zinsen kann hier nicht verloren werden. Derjenige der die Frage gestellt hat, scheint mir ein cleverer Typ zu sein, der mithilfe dieser verschiedenen Situationen sicher ganz einfach berechnen kann, welche Chancen und Risiken bestehen. Danach muss jeder selber gemäß seinem eigenen Chance-Risiko-Profil entscheiden, da kann auch niemand anderes Ratschläge geben oder helfen. Der eine ist bereit mehr Risiko zu gehen, der andere weniger.

    Wenn man den Verlust von 7.200€ (plus Zinsen) absolut nicht verschmerzen kann, sollte man es auf jeden Fall lassen. Aber ich denke ich gehe recht in der Annahme, dass jeder der hier kommentiert oder selber bloggt und sich auf dem Weg zur finanziellen Freiheit befindet ein Risiko von 7.200€ eingehen wird. Von daher kann ich nicht ganz nach vollziehen wie hier ein ’nein niemals‘ ohne jegliche Begründung in den Kommentaren zu finden ist. Nahezu jeder ist käuflich, es kommt nur auf den Preis an. Letzendlich stellt sich daher eigentlich nur noch die Frage, welche Chance sich aus diesem Risiko ergibt. Vielleicht hat ja jemand die Muse das durchzurechnen und zu kommentieren, dann kann jeder für sich entscheiden ob das Chance-Risiko-Verhältnis ausreichend groß ist.

    Wie gesagt, alles mal abgesehen von moralischen & gesetzlichen Punkten. Es gibt schließlich auch andere Kredite die aktuell relativ günstig zu bekommen sind und diese Frage Aktien über Kredit zu finanzieren liest man ja ziemlich häufig.

    Viele Grüße

    Christian

  17. Didi

    Clever und fleißig der junge Investor!

    Auch Warren Buffet hat mit Hebel gearbeitet – jedoch wichtig ist es, rasch das Studium zu beenden und ins Arbeitsleben einzusteigen, dann kann der Kredit auch mit Hebel getilgt werden 🙂

  18. Ralf

    Ich würde ihm abraten!

    Es ist keineswegs gesichert, das er nach Beendigung des Studium rasch eine gut bezahlte Anstellung findet. Heute studiert z.B. in D jeder zweite und man kann mit einer Akademikerschwemme rechnen. Dazu habe ich kürzliche erst einen interessanten Artikel gelesen von einem Arbeitgeberverband.

    Wir beobachten bei uns in der Firma, das selbst viele Jungingenieure und BWLer verschiedenster Fachrichtungen oft zu sehr schlechten Bedingungen (befristet, schlecht bezahlt) das arbeiten anfangen. Weil sie nach vielen Bewerbungen einfach nichts gefunden haben! Ich kenne selbst etliche Beispiele aus dem Bekanntenkreis.

  19. Rami

    Ich würde es nicht machen,

    denn man ist meiner Meinung nach (psychologisch) eingeschränkt mit einem Kredit vor der Brust. Und was auch oft vergessen wird: die Gebühren eines Aktiensparplans sind ja mit 1,5 – 2% auch nicht zu verachten. Wenns schlecht läuft, fressen die einem schon die Dividende zu einem guten Teil auf.

    Aber auf jeden Fall finde ich es bewundernswert, was er schon mit 21 erreicht hat. In dem Alter hab ich an ganz andere Sachen gedacht und Geld war mir völlig egal. Ich habs einfach verprasst.

  20. Kall

    Bonjour,

    zunächst stimme ich Diether zu. Der Kredit soll das Studium unterstützen, nicht den Aktienkauf. Der Zuschuss wird am Ende über Steuern finanziert. Das ist auch in Ordnung, wenn es der Ausbildung-insbesondere einkommensschwacher Schichten-dient.

    Was der junge Mann völlig ausblendet, ist die Möglichkeit einer individuellen Krise. Die kann immer kommen. Dann sitzt er auf diesen „Schulden“. Aktuell braucht er den Kredit nicht. Es gibt außer der nachvollziehbaren „Spekulation in Aktien“ keinen notwendigen Grund, das Risiko einzugehen.

     

    Auch wenn es sehr verführerisch ist, ich würde ihm abraten.

    Beste Grüße über den Teich

    Kall

  21. Kia

    Das ist sehr risikofreudig bei der aktuellen Aktienlage. Hätten wir hingegen einen sogenannten crash würde ich auch jeden Euro den ich irgendwo auftreiben könnte investieren.

    Vor ein paar Jahren habe ich einen Bausparvertrag abgeschlossen mit der Absicht bei Auszahlung der Angesparten Summe + Darlehen das Geld ins Depot zu legen und das Darlehen dann vom Monatseinkommen abzuzahlen. Das kam mir damals sehr klug vor, mittlerweile habe so meine Zweifel.

  22. Peter

    @Kall

    Ja du hast recht, aber wie Ulrich schon sagte, es ist immer noch ein Kredit. Einkommenschwache Schichten haben Anspruch auf Bafög, der Höchstsatz sind knapp 700 Euro. Und später muss man oftmals nur 50-75 Prozent wieder zurückzahlen.

    Zugegeben der Zinssatz ist gering, aber geschenkt gibt es das nicht. Der Staat (und damit auch indirekt wir als Steuerzahler) erhalten von dem Kreditnehmer am Ende 7200 + Zinsen wieder zurück. Letztlich profitiert der Staat ja von den Krediten, vorausgesetzt natürlich die allermeisten zahlen auch wieder zurück.

    Also rein rechtlich ist das vollkommen legitim, moralisch nun ja, ich sage mal so, es stimmt, es sollten eher die wirklich bedürftigen erhalten, aber da der Kredit an keine sonstigen Bedingungen geknüpft ist, hat der Staat ja anscheinend auch nichts dagegen, wohl auch in dem Wissen, dass die, die es nötig haben, ja Bafög erhalten.

     

  23. Dude

    Also ich glaube nicht das der Fragesteller durch den Kredit sein Studium schleifen lassen wird. Damit ist der Punkt  „Fokussiere dich aufs Studium damit du früher fertig bist“ nach meiner Einschätzung hinfällig.

     

    Ich persönlich hätte es in selber Lage wahrscheinlich nicht gemacht. (Wegen zu viel Angst).

    Wenn er es macht würde ich es gedanklich unterstützen. Der Betrag ist natürlich ein kleiner Booster.

    Das Risiko halte ich für Überschaubar. Die spätere monatliche Belastung ist nicht so hoch das die bei einem Juristen Einstiegsgehalt Probleme machen würde. Der Zinseszins kann wirken. Restrisiko besteht immer.

  24. StefanStefan

    Ich finde man kann es machen.

    Die Summe ist absolut überschaubar. Hier geht es nicht um zehntausende EUR. Es wird ihm nicht das Genick brechen wenn etwas schief läuft.

    Allerdings ist die Markphase nicht unbedingt so günstig um neu einzusteigen. Irgendwann wird mal wieder ein Crash kommen.

    Ich kenne einen Sparkassen Mitarbeiter. Der hat mir erzählt, dass 2008 in der großen Krise etliche Kunden 6-stellige Kredite auf ihr Haus aufgenommen haben und BASF Aktien gekauft haben. Die haben den Reibach ihres Lebens gemacht…

  25. Ein Mitleser

    @ Tim In dem Leserbrief steht doch zu Beginn „Hallo Tim,…“!

    Warum zum Geier wälzt Du diese Anfrage auf die Leserschaft ab? Du beschreibst doch ansonsten auch jeden Fitz und Feuerstein im Detail. Warum diesmal nicht? Keine Zeit? Keine Lust? Keine Ahnung?

    Um die Frage des Lesers zu beantworten: selbstverständlich machen (unter Voraussetzung der genannten Konditionen) und zwar ohne wenn und aber – das ist der Sinn des Kapitalismus!

  26. Mr Pino Cavallo

    Hmmm… ich muss sagen: der junge Mann hat mich überzeugt.

    Ich bin prinzipiell auch gegen das Schuldenmachen, allerdings handelt es sich hier durchaus um eine Gelegenheit. Ein Zins von 0,8% ist sehr günstig. Auch sehe ich das Risiko als ziemlich limitiert. Selbst wenn der unwahrscheinliche Vorfall eines 100%igen Verlustes eintreffen sollte, hätte er gerade mal 7.200€ verloren. Das ist jetzt natürlich nicht wenig Geld, allerdings auch nicht so wahnsinnig viel. Das Geld wird er als Jurist sehr schnell wieder eintreiben können.

    Mein Tip: machen 🙂

    PS: Moralisch sehe ich da keine Bedenken. Es ist geliehenes Geld auf dem der Kreditor ein Zins erhält. Wenn ihm das Geld zusteht und er es -anders als seine Kommilitonen- nicht versäuft, sondern investiert, ist das seine persönliche Sache.

  27. Domikratie

    Lieber Jurastudent,

     

    ich bin bin sehr angetan von deiner in finanziellen Angelegenheiten sehr reifen Einstellung. In deiner Situation finde ich aber, dass dein Fokus zu 100% auf deiner Universität liegen sollte. in den nächsten zwei bis vier Jahren legst du fest, wie viel Gehalt du in der Zukunft verdienen wirst. Jetzt ist Hammertime an der Uni, da wird die Rendite gemacht. Die 1-2% Renditevorteil auf 300€ monatlich sind lachhaft gegen die Unterschiede in deinem späteren Gehalt, welche du erreichen kannst, wenn du dich aktuell ausschließlich auf die Uni konzentrierst. Ich hoffe, dass du ähnlich kreativ und ausdauernd darüber nachdenkst, wie du zu einem spitzen Ergebnis an der Uni kommst (und bezweifle das doch ein wenig, weil ich ja sehe, dass du deine Zeit und deinen Fokus auf andere Dinge legst). Also: sparpläne weiterlaufen lassen, marktrendite auf dein Vermögen mitnehmen, ansonsten aber voller Fokus auf dein einzig wichtiges aktuelles renditeprojekt: deinen Berufsabschluss

  28. jackie

    Ich würde es auf keinen fall machen. Investitionen auf Schuldenbasis ist immer schlecht. stichwort leverage effekt. das kann nach hinten losgehen. davon auszugehen dass eine dividende gezahlt wird ist spekulation.

    insbesondere in diesem Fall liegt der Anlagehorizont bei unter 10 Jahren. zu kurz!

  29. Colibri

    Ich habe im Studium selbst den Bildungskredit in Anspruch genommen und auch nur für die Ausbildung ausgegeben. Rücklagen hatte ich damals keine. Deshalb war der Kredit für mich damals riskanter, als er für den 21jährigen Jurastudenten heute wäre. Denn er hat ein Polster von 20.000 Euro in mutmaßlich werthaltigen Aktien. Bei mir lag der Kreditzins anfänglich bei 3 % p.a. Doch der Zins ist variabel. Er ist dann auf über 6 Prozent p.a. gestiegen. Das war keine schöne Erfahrung. Da habe ich dann jeden verfügbaren Euro eingesetzt, um den Kredit so schnell wie möglich zu tilgen. Es waren aber auch nur 3.600 Euro Kreditsumme. Es mag unwahrscheinlich sein, dass die Zinsen in den nächsten sagen wir 7 Jahren so stark anziehen. Aber man kann es eben nicht wissen. Und sollte darauf vorbereitet sein. Ich denke, der Jurastudent wäre darauf vorbereitet. Wenn es ganz schlimm kommt, müsste er notfalls einige Aktien mit Verlust verkaufen, um den Kredit tilgen zu können. Aber er kann ja auch die laufenden Dividendeneinnahmen aus seinem 20k-Depot zur Kredittilgung nutzen und so sein Risiko bis zur Fälligkeit schon deutlich reduzieren. Ich denke, wer mit 21 so rational an die Sache herangeht, wie es der junge Anleger vermuten lässt, wird auch in der Lage sein, mit dem Risiko umzugehen. Wenn man den Kredit für die Ausbildung „verbraucht“, so, wie es vielleicht gedacht ist, ist doch das mit dem Kredit verbundene Risiko viel größer, als wenn man die Raten per Aktiensparplan (Comdirect, Consors) breit gestreut in Qualitätsaktien investiert. Die Kosten von 1,5 % fallen einmalig beim Kauf an. Auf sechs Jahre gesehen ist das auch nicht teurer als viele ETFs, die ja  laufende Kosten haben. Ein Wermutstropfen sind natürlich die aktuell saftigen Bewertungen. Dass Papiere wie Nestlé, Unilever, Reckitt Benckiser etc. von den aktuellen Niveaus vorübergehend auch mal um 50 % einbrechen könnten, sollte niemanden überraschen. Der 21jährige Student wird einen solchen Einbruch zumindest als aktiver Anleger selbst noch nicht erlebt haben. Aber ich denke, er hat gute Chancen, so etwas auszuhalten, ohne Panikverkäufe zu tätigen. Mit oder ohne den Bildungskredit im Depot ;)…Aber Tim hat schon recht. Es kommt sehr auf die Aktienauswahl des GESAMTEN Depots an. Es sollten meines Erachtens ganz überwiegend extrem verlässliche Dividendenzahler drin sein, die auch 2008/2009 die Dividende zumindest konstant halten konnten oder besser noch erhöht haben. Dann wirft das Depot relativ sicher vielleicht 2% im Jahr ab. Damit könnte man die Kreditsumme in sechs Jahren schon auf etwa 4.000 Euro reduzieren.

  30. Ex-Studentin

    Bin ein wenig entsetzt, wie man stolz auf sein Depot sein kann und gleichzeitig mit 450€ jeden Monat auf Kosten der Eltern lebt. Ich kann die Motivation des jungen Mannes an sich verstehen. Ich hätte sowas im Studium nicht machen können, aber ich hatte andere Rahmenbedingungen. Man konnte bei einem Maschinenbaustudium selbst im letzten Semester noch scheitern und meine Eltern konnten mich finanziell nicht unterstützen.

    Der Leser hat den notwendigen Geschäftssinn für die Aktion.

  31. Ulrich

    @Ex-Studentin

    Wieso sollte er nicht stolz auf sein Depot sein dürfen? Zumal er nicht den Eindruck macht, dass er das sagt, weil er sich damit so toll fühlen würde.

    10 000 Euro in jungen Jahren selbst zu investieren ist doch eine Leistung, wer in diesem Alter denkt denn da dran? Da gibt man doch lieber 100 euro im monat für partys/starbucks/handyvertrag aus. Ist ja bei den Erwachsenen auch nichts anderes, wobei da hauptsächlich das Auto im vordergrund steht.

    Zumal ganz ehrlich eine Unterstützung von 450 Euro doch nichts schlimmes ist. Du stellst ihn ja hier fast schon als Blutsauger dar, der seinen eltern gnadenlos das Geld aus der Tasche zieht.

    Er wohnt nunmal nicht mehr zu Hause, irgendwo muss er das Geld ja her bekommen. Von den 10 000 euro kann man kein studium komplett finanzieren, das reicht vielleicht für ein Jahr, wäre außerdem blöd, das erst kurz investierte geld schon wieder zu verwenden. Und wenn die Eltern ihn unterstützen können, sodass er sich mehr auf sein Studium konzentrieren kann, ist doch toll.

    Und was ist mit denen die zuhause studieren und immer noch bei ihren eltern wohnen, sind das auch „abzocker“?

    Vielleicht überinterpretiere ich deinen Kommentar aber auch.

    Ulrich

     

     

     

     

  32. anoli

    um zur Frage nochmal zurück zu kommen

     

    Ja nimm das Geld und leg es in Aktien an, ganz klar der Zeitvorteil den du damit hast auf den Zinseszins ist unschlagbar den kannst du später nur mit einer höhere Investition wieder reinholen

    der zins selber ist mit 0,8 lächerlich da sogar unter der Inflation.

     

    der Staat selber verdient an den Kredit sogar noch mit denn Deutschland kann sich das Geld günstiger am Kapitalmarkt ausleihen

     

    und für diejenigen die behaupten das das Geld zum Leben da ist weil es für das Studium ist, für diejenigen fällt einen als zukünftiger Rechtsverdreher doch sicher ein Argument ein.

     

    Mir z.b.

    du nimmst die 300€ aus dem Darlehen zum Studieren her und nimmst dafür das Geld von deinem Nebenjob und investierst das doppelte ins Depot 😉 schon hast du die Bedingung das das Geld fürs Studium ist erfüllt

  33. Ex-Studentin

    @Ulrich Ich finde es ein wenig befremdlich, wenn man Risiken eingeht, aber gleichzeitig finanziell noch von den Eltern abhängig ist. Kann er machen, sind seine Schulden. Er scheint mir zielstrebig genug, um sein Studium durch zu ziehen und bedacht zu investieren. Aber ich bin es eigentlich eher gewohnt, dass man bei entsprechendem Verdienst die Eltern finanziell entlastet. Kann natürlich sein, dass seine Eltern genug Geld haben und ihn und seine Investitionen gerne fördern.

    Da bin ich einfach anders aufgewachsen. In meinem Freundeskreis hatte man eher Existenzängste (Bekomme ich einen Studienplatz, wie finanziere ich mein Studium, wo ergattere ich danach eine Stelle?) und Investieren im Studium nicht mal ein Nebengedanke ist. Erst mal muss man das Studium schaffen und dann heißt erst mal Bafög zurückzahlen.

  34. Ulrich

    @Ex-Studentin

    Das verstehe ich. Natürlich wächst jeder mit anderen Voraussetzungen auf und muss schauen, wohin ihn das Leben führen kann. Ans Investieren ist da dann leider nicht zu denken, da gibt es andere Probleme zu bewältigen.

    Prinzipiell hat denke ich aber jeder in Deutschland die Möglichkeit etwas aus sich und seinem Leben zu machen. Auch wenn immer genörgelt wird und man den Eindruck haben kann, in Deutschland „gehe es den Bach runter“, wie bestimmte Gruppierungen gerne von sich geben, so denke ich doch, dass wir dankbar sein können, wie gut es uns hier geht. Klar es gibt Armut, leider vor allem auch viel Kinderarmut und das ist sicher schlimm, aber im Vergleich zu den Ländern in denen es „wirkliche“ Armut gibt, ist das in Deutschland mit der nötigen bedachten Formulierung doch eher relative Armut im Vergleich zu den besser verdienenden.

    Es ist sicherlich schwierig wenn man aus einer ärmeren Familie, in denen die Eltern einen nicht so fördern können (aber auch oftmals wollen), wie es ideal wäre. Es gehört viel Ehrgeiz und Wille dazu, die Möglichkeiten zu ergreifen die sich einem ergeben, wenn man vom Elternhaus hier keinen Ansporn für bekommt. Dennoch ist es möglich, ich denke heute sogar noch einfacher als früher, das Internet bietet so vielfältige Informationsmöglichkeiten, wenn man es sinnvoll einsetzt, das sollte z.b..auch vermehrt in der Schule vermittelt werden.

    Zurück zu dem Studenten:

    Ich kenne seine genauen Umstände natürlich nicht, aber es erscheint mir so, dass seine Eltern sicherlich gut verdienen und ihn daher unterstützen können und auch wollen. Die Kinder sind, auch wenn es blöd klingt, oftmals auch die eigene finazielle Unterstützung im Alter, gerade wenn es immer mehr Alterarmut gibt, ist es doch sinnvoll die Kinder so gut es geht zu unterstützen, damit sie ihre Ausbildung/Studium gut bewältigen können und die Chance haben selbst schon früher Vermögen aufzubauen.

    Jedenfalls finde ich es gut, dass der junge Mann sich schon früh mit Thema beschäftigt und sein Depot schon gut zu wachsen beginnt. Da er ja trotz Unterstützung einem Nebenjob nachgeht, zeigt mir auch, dass er eigenständig ist oder zumindest sein will, statt sich nur von den Eltern versorgen zu lassen.

    Ulrich

     

     

     

  35. Vermögensanleger

    Hallo zusammen, möchte gerne auch meine Meinung dazu kundtun. Zunächst einmal hat mich die Situation und die Einstellung des Jurastudenten sehr beeindruckt. Bei aller Rationalität darf er nur nicht den Spaß am Leben vergessen!

     

    Ich bin in FAST allen Fällen gegen Investitionen auf Kredit. In diesem Fall, komme ich unter Berücksichtigung aller geschilderten Umstände zu dem Ergebnis: Das kann man durchaus so machen!

     

    Was für die Inanspruchnahme des Bildungskredites spricht:

    Jurastudium bedeutet mit höherer Wahrscheinlichkeit ein späteres überdurchschnittliches Einkommen.
    Es ist ein Depotgegenwert von 20.000 Euro vorhanden. Er wird sich also nicht finanziell ruinieren.
    Die Einstellung des Jurastudenten des Jurastudenten macht einen sehr reflektierten und vernünftigen Eindruck.
    Die Kreditbedingungen.
    Solide Investments können zu einem Kreditheben führen.
    Der Kreditbetrag ist überschaubar.

     

    Gegen die Kreditaufnahme spricht:

    Es ist eine hohe Selbstdisziplin erforderlich
    Investments auf Kredit können den persönlichen Druck, erfolgreich sein zu müssen, erhöhen.
    Es ist noch wichtiger als ohnehin schon, Emotionen völlig auszublenden.
    Geldanlage auf Kredit ist riskant und setzt eine gewisse Erfahrung voraus.

     

    Im Endeffekt sind beide Entscheidungsvarianten vertretbar. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird es lediglich um die Frage gehen, ob es sich gelohnt hat oder nicht. Existenzielle Risiken sehe ich in diesem speziellen Einzelfall als gering an.

     

    Schöne Grüße

    Marco

     

    P.S. Würde mich freuen zu erfahren, wie er sich entschieden hat.

  36. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ein Mitleser

    Ich habe dem Leser geantwortet. Ich habe ihn auch gefragt, ob ich meine Blogleser fragen darf. Es ist eine wirklich gute Frage. Ich war der Ansicht, dass wir alle voneinander lernen können.

    @ Vermögensanleger

    Er hat sich bei mir gemeldet und sich bedankt für den Blogpost. Seiner Meinung nach halten sich die Ratschläge die Waage. Er hat sich entschieden, den Antrag für den Bildungskredit zu stellen, um das Geld in Qualitätsaktien langfristig zu investieren.

  37. June

    Guten Abend,

    ich lese seit ein paar Wochen hier mit.

    Lieber Tim, deine Seite ist richtig toll. Ich konnte hier und in anderen Blogs schon einiges mitnehmen. Demnächst stelle ich mich auch mal vor.

    Zu der Studentenkreditfrage:

    Was hier alle Befürworter vergessen, der junge Mann studiert „Jura“ und nicht BWL 😉 und ist erst im „4.“ Semester. Mich würde wahnsinnig interessieren, was er unter „Studium läuft gut“ versteht. 4 oder 10 Punkte? Hat er denn schon die Zwischenprüfung bestanden, fängt er jetzt mit dem Schwerpunkt an? Hat er bereits seine Pflichtpraktika absolviert oder wird er dies im 5. Semester tun? Jura ist kein Zuckerschlecken, es ist vermutlich das Studienfach mit der längsten Studiendauer. Und 4 Semester ist noch gar nichts. Man muss 2 Staatsexamen bestehen. Für das 1. Staatsexamen hat man im 8. Semester den berühmten Freischuß. Schafft man es dann nicht, zahlt man sehr, sehr teure Repetitorien (Lernunterstützung und Examensvorbereitung für angehende Juristen). Dafür sollte er sich diesen Studienkredit aufheben. Denn eins ist klar ohne diese professionelle Hilfe, ist es fast unmöglich das Staatsexamen zu schaffen. Und ich kenne keinen Jurastudent, der während der Vorbereitung fürs 1. Staatsexamen (2-6 Semester) noch Zeit für einen Nebenjob hat.

    Alles andere ist leider Naiv! Und Juristen verdienen entweder richtig viel Geld nach ihrem Abschluss oder sie fahren Taxi.

    Die sehr hohe Durchfallquote möchte ich nur der Vollständigkeit am Rande erwähnen.

    Meiner Meinung nach zeugt dieser Plan nicht von Reife, sondern wirkt blauäugig und Spätpupatär. Wir kennen alle die goldene Regel: Niemals mit geliehenem Geld an die Börse. Das Ziel, schnell viel Geld machen und bei den Großen mitspielen wird in diesem Fall zwar finanziell nicht nach hinten losgehen, aber mich bestätigt die nur 2 Tage dauernde Entscheidungsfrist in meiner Meinung.

    So nun habe ich mich hier bereits mit meinem ersten Beitrag wahrscheinlich unbeliebt gemacht. Aber hier fehlte einfach eine begründete alternative Meinung.

    Take care,

    June

  38. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ June

    Danke für die netten Worte.

    Du bist zu kritisch dem jungen Studenten gegenüber. Er hat sich das genau überlegt. Er ist besonnen.

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