Solide Seemannskost: Frosta ist für alle da


New York, 31. Juli 2008

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Heute möchte ich Ihnen erneut mit Frosta einen deutschen Value-Wert vorstellen. Der Kurs des Herstellers von Tiefkühlkost ist abgetaut. Binnen Jahresfrist sank der Kurs von 22 auf zuletzt 17,85 Euro. Gegründet wurde Frosta 1905 als Hochseefischerei Nordstern AG. Noch immer befinden sich mehr als 80 Prozent der Anteile im Familienbesitz. Nur knapp 20 Prozent des Grundkapitals ist breit an der Börse gestreut. Studien haben gezeigt, dass Familienbetriebe besser gemanagt werden als breit gestreute Aktiengesellschaften. Ich nehme insofern gerne Familienbetriebe unter die Lupe.
2007 kletterte der Umsatz von 307 auf 349 Millionen Euro. Der Überschuss stieg von 10,4 auf 12,2 Millionen. Ein Fünftel des Umsatzes erzielt das Unternehmen bereits mit Produkten, die erst in den vergangenen drei Jahren eingeführt worden sind. Gut kommen die Gerichte an, die die Bremerhavener nach dem „Frosta-Reinheitsgebot“ zubereiten. Sie sind frei von Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffen, Stabilisatoren oder Emulgatoren. Zudem verzichtet der Betrieb auf natürliche Aromen, die meistens aus dem Labor stammen. Immer mehr Verbraucher sind von diesem Qualitätssiegel überzeugt. Am besten gehen die vier Frosta-Gerichte „Bami Goreng“, „Nasi Goreng“, „Paella“ und „Tagliatelle Wildlachs“ über die Ladentheke.
Auf zwei Säulen basiert das Geschäft: Den Eigen- und den Fremdmarken. Frosta, Elbtal und Tiko sind eigene Marken. Diese kosten etwas mehr für die Verbraucher. Die Fremdmarken hingegegen sind speziell für Händler wie Aldi oder Edeka hergestellt, das sind sogenannte Private Label. Dieses Segment ist das größte. Es wuchs um 22 Prozent auf 219 Millionen Euro. Freilich sind die Fremdmarken margenschwach. Daher versucht das Management, die eigenen Marken auszubauen.
Die Bilanz ist solide, die Eigenkapitalquote beträgt fast 40 Prozent. Die Hälfte des Umsatzes erzielen die Norddeutschen mit Fisch, jeweils ein Fünftel mit Gemüse/Obst beziehungsweise Fertiggerichten. Fisch liegt in Deutschland voll im Trend. Die Fischindustrie zählte im vergangenen Jahr zu den erfolgreichsten Branchen. Trotz erheblicher Preissteigerungen legte der Absatz um 2,2 Prozent auf 1,3 Millionen Tonnen Fanggewicht zu. Zu Tiefkühlkost greifen die Deutschen ebenfalls immer häufiger. Die Deutschen verspeisen allerdings erst 31,3 Kilogramm Tiefkühlkost pro Kopf und Jahr. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 48,5 Kilogramm nimmt Schweden in Europa den Spitzenplatz ein, gefolgt von weiteren skandinavischen Ländern und England mit 43,9 Kilogramm. Das zeigt, welches Nachholpotential hierzulande besteht. Immer stärker expandieren die Nordlichter ins Ausland. Mittlerweile stammen 35 Prozent der Gesamteinnahmen außerhalb Deutschlands. Besonders gefragt sind die Produkte in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Rumänien und Russland.
Die Börsenwaage zeigt nur 116 Millionen Euro an. Ein Witz! Dem steht im laufenden Jahr ein Umsatz von voraussichtlich 400 Millionen Euro gegenüber. Einen Überschuss von 14 Millionen unterstellt, rangiert das KGV bei nur 8,3. Wenn Sie nun 1 durch 8,3 dividieren, lohnt sich das Papier mir einer Rendite zwölf Prozent. Ein schöner Value-Wert! Zur Hauptversammlung am 21. Juni kehrte Vorstandschef Dirk Ahlers eine Dividende von 66 Cent je Aktie aus. Für 2008 rechne ich mit einer Dividende von mindestens 80 Cent. Die Dividendenrendite bringt 4,5 Prozent ein. Solide deutsche Hausmannskost.


tim schaefer (Author)

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