So bist Du fit für die nächste Krise: Schulden tilgen. Notgroschen aufbauen. Nebenjob haben. Wiederkehrende Ausgaben senken


New York, 18. Dezember 2017

Wie Du Dich in guten Zeiten auf den nächsten Abschwung vorbereitest. Sei gewappnet für die nächste Rezession.


Wie bereitest Du Dich am besten auf die nächste Rezession vor? Die Wirtschaft wird nicht immer boomen. Irgendwann kommt ein Schwächeanfall. Das ist völlig normal, nur kann es Menschen hart treffen.

In Rezessionen verlieren haufenweise Arbeitnehmer ihre Jobs. Wenn Du Glück hast, behältst Du Deinen Job. In dem Fall würde ich weiter ETFs (oder Aktien) kaufen wie ein Irrer. Stur jeden Monat.

Falls Du Deinen Job verlieren solltest, wird es hart. Der Arbeitsmarkt ist dann ein Desaster. Firmen suchen keine neuen Mitarbeiter. Sie sind eher beschäftigt, welche abzubauen.

Im Idealfall hast Du natürlich einen Notgroschen. Das sind ein paar Tausend Euro Cash auf dem Festgeldkonto oder Sparbuch. 3.000, 4.000, 5.000 Euro. Das bringt Dich einige Monate weit – ohne Sorgen. Die Arbeitslosenversicherung springt ein. Und wird Dir ebenfalls helfen, Löcher zu stopfen. Du hast hoffentlich keine Konsumschulden. Die sollte im Endeffekt niemand haben. Du hast eine niedrige Ausgabenbasis. Das hilft natürlich.

Deine Ausgaben fürs Wohnen, Auto, Kleidung, Restaurants sind auf einem niedrigen Niveau. Wer bodenständig lebt, kommt über eine kritische Phase hinweg. Hilfreich kann ein Nebenjob sein. Das kann Dir Sorgen nehmen.

Im Grunde ist es ratsam in guten Zeiten Fett abzubauen. Nehme Deine wiederkehrende Kosten ins Visier, kündige unnötige Verträge und andere Kostenblöcke. Wer sich in guten Zeiten darum kümmert, hat es in schlechten Zeiten leichter.

Erfolgsautorin Ann Patchett lebt sehr sparsam. Ich finde das super. Sie beschloss, ein Jahr lang kein Zeug mehr zu kaufen. Außer Lebensmittel. Ihr fiel auf, sie hatte beispielsweise im Badezimmerschrank viel mehr Shampoos, Seifen und Zahnfloss, als sie gedacht hatte. Mit der Zeit schob sie die Sachen immer weiter nach hinten. Nun nutzte sie alles und war froh darüber. Gut, es war nicht immer ihr favorisiertes Produkt. Aber die Qualität war gut genug. Sie konnte damit leben. Sie wurde viel zufriedener.

Hier ist Schriftstellerin Ann Patchett zu sehen. Sie liebt Bücher, aber hasst den Plunder:

Probiere es mal aus. Kaufe nichts mehr ein. Außer Lebensmittel in 2018. Schau, wie weit Du damit kommst. In der heutigen Zeit haben wir viel mehr Plunder zuhause, als wir eigentlich brauchen. Gehst Du seltener einkaufen, hast Du mehr Zeit für andere Dinge. Was machst Du plötzlich mit der Zeit, wenn Du nicht durch Modehäuser schlenderst? Manch einer baut im Garten Grünzeug an. Du hast auf jeden Fall mehr Zeit für deine Familie, Freunde, Hobbys.

So sieht es übrigens aus, wenn eine Finanzkrise/Rezession wütet. Nur schlechte Nachrichten. Von morgens bis abends. Alle haben Angst. Die Preise purzeln. Dein Depot wird weniger wert. Immobilienpreise knallen nach unten. Große Konzerne (Lehman Brothers, General Motors, Karstadt) gehen pleite. Das zieht die Menschen emotional hinunter:

Wie Du in guten Zeiten das Aktien-/ETF-Sparen in Fahrt bringst, dazu gibt es jede Menge gute Literatur. Die meisten Menschen haben die falsche Einstellung. Der Konsum bestimmt ihr Leben. Sie legen zu wenig Geld zurück. Sie wissen nicht, dass die finanzielle Freiheit möglich ist.

Nine-to-five muss nicht sein!: Eine unfehlbare Anleitung zu finanzieller Freiheit und sicherem Vermögensaufbau durch passives Einkommen

Finanzielle Freiheit lässt sich erreichen. Es lässt sich Wohlstand aufbauen. Indem Du das Sparen automatisierst. Und Deine Kosten in den Griff bekommst:

Die Faulbär-Strategie zur Million: Wie Du mit Indexfonds und ETFs (auch als Anfänger) intelligent und erfolgreich investieren kannst und ganz nebenbei Deinen Bankberater überflüssig machst

Wenn Du die Prinzipien verstanden hast, brauchst Du im Endeffekt kein Buch zu kaufen. Du weißt, was zu tun ist: Kosten runter. Wünsche streichen. Statt mit dem PKW eventuell mit dem ÖPNV ins Büro fahren. Den unnötigen Zweitwagen verkaufen. Häufiger das Rad nehmen. Gas geben im Job. Vermögen aufbauen. Jeden Monat. Mit Aktien oder ETFs. Oder eventuell mit Immobilien (Renditeobjekte). Oder einem eigenen Betrieb. Auf Luxus verzichten. Statt im größten Zuhause zu wohnen, geht es eine Nummer kleiner. Du brichst Dir keinen Zacken aus der Krone.

Mit der Zeit wächst Dein Geldpolster. Der Freiheitsfaktor macht Dich glücklich. Du hast auf einmal in Deinem Leben mehr Möglichkeiten. Du hast Wahlfreiheiten, die Du zuvor nie hattest.

Das ist mein Motto: Du sparst nicht fürs Geld. Sondern für die Freiheits-Faktoren. Je mehr Geld Du hast, desto mehr Freiheiten hast Du:

Auf dem Weg in die Freiheit werden Dich die Fortschritte glücklich machen. Es ist wirklich faszinierend. Es ist eine Motivationsmaschine. Ich kann es bestätigen.

Im übrigen ist es besser statt jeden Tag stundenlang auf dem Sofa vor dem TV zu liegen, etwas Produktives mit der Zeit zu machen. Lesen. Bilden. Sport. Familie. Freunde. Pläne schmieden. An der Freiheit arbeiten.

Arm macht Dich die Angeberei. Wer ständig versucht andere mit Zeug zu faszinieren (Auto, Haus, Kleidung, Schmuck, Urlaub…), wird arm wie eine Kirchenmaus. Ansehen von Menschen, die man wirklich schätzt, kann man sich nicht kaufen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „So bist Du fit für die nächste Krise: Schulden tilgen. Notgroschen aufbauen. Nebenjob haben. Wiederkehrende Ausgaben senken

  1. Gainde

    @ Tim,

    Guter Beitrag. Immer die Budget-Aufstellung à jour halten, falls sich noch irgendwo Sparpotential ergibt.

    Dein gepostetes Video ist eigentlich eine Aufforderung zum Aktienkauf: Rabatte auf alle 80’000 Aktien weltweit 😉

    Aber so wird es sich wieder anhören und es tut gut, solche Zeiten nicht zu vergessen, denn sie kommen wieder. Obwohl zurzeit die Unternehmen nach 2008/09 erstmals wieder in eine gute Lage und Gewinnzone kommen. Besonders in Europa. Die letzten Jahre war der Bullenmarkt vor allem durch die tiefen Zinsen getrieben. Nun ist der fundamental-getriebene Teil des Bullenmarkts an der Reihe. Ein gutes Anzeichen für eine Rezession ist wenn Unternehmen weniger Fremdkapital von den Banken bekommen – dann beginnt der Abwärtstrend (in der Realwirtschaft).

  2. Ralf

    Guter Beitrag, in der Tat. Aber speziell der Themenblock Wohnen ist so eine Sache. Als Single hätte ich ein 1-ZimmerWohnung und gut ist. Was aber mit Familie tun? Günstig wohnen wird schwieriger.

    Was das Thema Wohnkosten so an sich angeht, stellt sich mir derzeit die Frage, ob der Neubau eines Eigenheims zur Selbstnutzung (mit Familie, ganz schlichtes Haus ohne Schnickschnack, Bungalow, altersgerecht, sparsame Heizung, gute Lage) immer ein Fehler ist.

    Wir hätten derzeit die Chance auf einen halbwegs bezahlbaren Bauplatz in einer nahen Kleinstadt mit sehr guter Infrastruktur. Man könnte womöglich dort sogar auf ein 2. Auto verzichten. Die Kinder kommen gut in die Schule und später zur Ausbildung, da eine sehr gute Bahnanbindung existiert. Im Alter habe ich am Ort u.a. eine Klinik, die derzeit modernisiert und ausgebaut wird. Einkäufe können fast alle zu Fuß erledigt werden. Natur direkt fußläufig erreichbar.

    Die Kosten wären aufgrund der Finanzierung erst mal spürbar höher als in unserer kalten Mietwohnung. Diese Finanzierung würde 20 Jahre in Anspruch nehmen. Ein vergleichbares Mietshaus würde mich derzeit in der Lage aber nicht weniger Kosten. Dafür wäre es ein Gewinn an Lebensqualität und ich hätte endlich einen vernünftigen Raum wo ich mein Büro für mein zweites Standbein unterbringen könnte. Auch Mieten werden ja nicht günstiger mit den Jahren. Das derzeitige Aktiendepot könnte als Altersvorsorge bestehen bleiben, jedoch würden hier monatliche Ansparungen eben künftig deutlich geringer werden.

    Wie steht ihr zum Thema Wohneigentum?

     

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gainde

    So ist es. Die schlechten Zeiten werden kommen. Wer clever ist, breitet sich mental und finanziell darauf vor.

    @ Ralf

    Suche nach Lösungen nicht nach Problemen. Du fokussierst Dich gedanklich immer auf die Aspekte, die angeblich nicht gehen. Dreh den Spieß um und schildere, wo Du voran gekommen bist. Das wäre eine Bereicherung für alle.

    Wohneigentum würde ich nicht aus finanziellen Gesichtspunkten betrachten. Wer Wohneigentum hat, hat andere Gründe dafür.

  4. Mattoc

    Wenn man alleine lebt, ist es deutlich leichter die Kontrolle über geeignete (finanzielle) Maßnahmen zu behalten, als wenn man eine Familie hat. Da gibt es so viele unvorhersehbare Ereignisse.

    Ich (und das ist meine ganz persönliche Meinung) würde mich nie im Leben für ein Familienhaus 20 Jahre lang verschulden, aber ich alleine komme mit minimalem Wohnraum aus und bin sowieso ständig unterwegs.  Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass ich irgendwann auch aus Gründen der finanziellen Diversifikation ein 1 Zimmerapartment in der Nähe eines Bahnhofs oder S-Bahnhofs kaufe. Irgendwas zwischen 20qm und 30qm (ähnlich ausgestattet wie ein Hotelzimmer und hauptsächlich zur Lagerung der wenigen Habseligkeiten). Kosten liegen je nach Lage und Qualität zwischen 50k und 100k. Wenn ich dadurch meine Miete v0n 500 Euro auf ein Hausgeld von 150 Euro reduzieren kann, und ich zusätzlich noch 100 Euro monatlich für irgendwelche Sonderumlagen zurücklege, ist das selbst bei einem Kaufpreis (Gesamtkosten) von 100k immer noch eine Rendite von 3%. Das ist zwar schlechter als am Aktienmarkt, aber dafür eine andere Anlageklasse. Und das Apartment sollte aufgrund seiner Geringfügigkeit nicht vom Staat angegangen werden, wenn es unerwartet doch mal ernst werden sollte finanziell. Und ganz wichtig: Ich würde die Bude nur Cash bezahlen, wenn das Depot bereits ein Vielfaches des Kaufpreises wert ist. Keine Schulden machen ist wichtig.

    Aber wie gesagt: Das ist nur meine persönliche Meinung.

  5. bitcoin-weltportfolio

    Vielen Dank Tim für Deine motivierenden Zeilen all die Jahre. Ich habe einige Crashs erlebt, aber stetiges Sparen und Investieren macht über die Jahre Sinn und es gibt immer neue Chancen im Leben, das macht es auch spannend und lebenswert, da hast Du recht! Leider habe ich nicht schon 2008 Deinen Blog gefunden… 🙂

    Good luck weiterhin!

  6. Flo

    @Tim

    Hast du in Krisenzeiten etwas an deinem Depot gemacht? Oder hast du einfach alles cool liegengelassen?

    Wielange hat es gebraucht, bis sich dein Depot erholt hat?

    Hattest du auch einige Titel die durch die Krisen, Pleite gegangen sind?

  7. DERKRIGR

    Also ich verstehe es nicht…. einerseits soll ich in 2018 nur Lebensmittel kaufen, andererseits aber ÖPNV fahren?

    Ist das hier eine Anstiftung zur Beförderungserschleichung?

  8. Max

    Hallo Tim

    Toller Artikel wieder,der vor allem auch vielen (wie mir) hilft sich auch auf Zeiten vorzubereiten in denen der S&P nicht jede Woche ein neues Hoch erreicht.

    Mir gefällt ja der Begriff des F*** you Moneys super,in dem ich einfach Cashreserve durch meine minimalen monatlichen Ausgaben Teile. Als das bei mir über 3 Jahre ergeben hat,hab ich mich erst einmal entspannt zurück gelegt. Aus so einer Ausgangslage trifft man einfach auch bessere Entscheidungen.

    Danke nochmal für den Artikel und deine Arbeit,es ist auch beruhigend zu sehen dass es noch mehr „Out of the Box“ Menschen geht.

    Viele Grüße

    Max

     

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mattoc

    Sehr sparsame Einstellung. Respekt. Du hast bestimmt wenig Plunder zuhause.

    @ bitcoin-weltportfolio

    Genau. Ein Rückschlag/Problem/Ärger/Streit macht das Leben lebenswert. Man kann immer dazu lernen. Neu anfangen. Anpacken. Nach vorne schauen.

    Das Leben ist kein Ponyhof.

    @ Flo

    Klar. In Krisenzeiten habe ich weiter Aktien dazu gekauft. Stur und stetig. Pleitefälle hab ich im Depot. Ja, klar. Das gehört dazu. Zum Beispiel die Küchen-Pleite-Firma Alno. Daher auf die Streuung achten. Die guten Firmen gleichen die Missgriffe mehr als aus. Selbst Warren Buffett macht Fehler. Am einfachsten machst Du es Dir, wenn Du auf ETFs setzt: so hast Du eine enorm breite Streuung. ETFs sind ein schlaues Instrument.

    @ Max

    „F*** you Money“ zu haben, beruhigt. Viele Familien haben leider ein negatives Netto-Vermögen. Sie wissen gar nicht, wie es sich anfühlt, frei(er) zu sein. Es ist für diese Dauer-Pleite-Menschen ein stetiger Kampf, den sie kämpfen. Viele leben halt im „La la Land“.

  10. Clemens

    Hi Tim,

    sehr guter Artikel!

    Für die sicher kommende nächste Krise ist Vorsorgen richtig. Wir haben neben einem schönen ETF Depot, auch Geld auf dem Tagesgeldkonto und in Lebensversicherungen (vor vielen Jahren abgeschlossen und mit schönen Garantiezinsen), sowie eine kleine Wohnung die wir vermieten.

    Den Lebensstandard nicht mit dem Einkommen anzuheben ist gar nicht so einfach. Man wird einfach stark verführt. Ein Freund erzählte mir neulich für welch niedrige Rate er einen tollen Audi geleast hat. Ich habe mir das dann für einen Sharan bei Sixt Leassing angesehen und käme für einen ordentliche Ausstattung auf knapp 550 € pro Monat – wir machen das nicht.

    Mit einer Familie kann man weder in einer kleinen Wohnung wohnen noch auf allen Konsum verzichten. Meine älteste Tochter ist in der siebten Klasse und will unbedingt in den Urlaub fliegen (machen wir nicht, aber eher aus Umweltüberlegungen ) und zu Weihnachten wünscht Sie sich einen Shoppinggutschein (wir kaufen sehr viel gebraucht über Ebay oder auf Flohmärkten). Den Gutschein wird sie bekommen – man kann schwer immer nein sagen.

    Skilager (die Große), Schullandheim (für die Mittlere) und Ferienfreizeit für die kleinste müssen auch bezahlt werden.

    Dann sind Lebensmittel auch nicht gleich Lebensmittel. Wir kaufen seit langer Zeit aus Überzeugung Biolebensmittel und die kosten so viel mehr als im Discounter. Sparen tun wir am Fleisch da wir oft vegetarisch essen.

    Wir haben das Glück sehr gut zu verdienen und können trotz der Ausgaben eine Menge sparen. Man darf aber nicht vergessen, dass die meisten Familien nicht solche Möglichkeiten haben und man eben nicht alle Ausgaben vermeiden kann und daher auch kaum Geld auf die Seite kommt. Ich frage mich so oft wie die das schaffen und bewundere das sehr.

    Schöne Weihnachtstage

    Clemens

     

  11. Ruben

    Früher war ich in meiner Meinung eindeutiger niemals Schulden zu machen. Vor ein paar Jahren als die Immo Preise noch nicht so hoch waren, hätte es sich in vielen Fällen in guter Lage gelohnt. Es ist eben einfacher sein Investitionskapital durch Schulden für Immos zu hebeln als für Aktien. Ich denke jetzt ist der Zug hinsichtlich Immos abgefahren, außer man ist ein Vollprofi.

    Gerade bei Kleinkrams für Körperhygiene oder Putzmittel mache ich auch des öfteren den Fehler zu viel zu kaufen, weil ich in dem Moment nicht weiß, was ich zuhause habe und man nicht will, dass manche Sachen ausgehen.
    Ich habe für die nächsten Jahre Spülmaschinensalz und Zahnbürsten. Geht ja nicht kaputt aber muss nicht sein. Hier habe ich ein Punkt, in dem ich mich im nächsten Jahr bessern kann:-)

    Viele Grüße,

    Ruben

  12. Maresa

    @ Ralf – Die Entscheidung für oder gegen ein eigenes Haus ist schon eine sehr wichtige Lebensentscheidung.

    Sind eure Kinder schon im Schulalter? – das wäre für mich ein wichtiges Kriterium. Der Hausbau kostet nicht nur sehr viel Geld, und ist eine erhebliche Investition mit vielen Unbekannten – er bindet und kostet auch sehr viel Kraft. Sind die Kinder noch klein, wachsen sie rein und mit dem Haus auf. Sind sie schon älter, kann es schon um vieles schwieriger werden – und vielleicht ziehen sie dann schon bald aus.

    Wir waren damals 20 und 22 Jahre alt, als wir unser Haus gebaut hatten. Unsere Tochter war 1 Jahr alt, zwei weitere Kinder folgten 3 bzw. 6 Jahre später. So hatten wir unser Nest; und für die Kinder ist das noch heute ihre Heimat, in die sie gerne heimkommen. Finanziell haben wir das alles aus eigener Kraft gestemmt – Unterstützung war nicht möglich. Wir haben Tag und Nacht gearbeitet, und handwerklich fast alles selber gemacht. Nach zehn Jahren waren wir fast (außer kleines KfW-Darlehen) schuldenfrei.

    Gelohnt hat es sich für uns auf alle Fälle, das Haus hat heute einen schönen Wert. Würde ich es heute wieder so machen? – ich bin mir nicht so sicher. Auch heute noch bindet das Haus viel Kraft und Geld. Mein Mann arbeitet sehr gerne am Haus und im Garten; müsste ich alleine sein – ich würde das Haus vermieten und in eine kleine Wohnung umziehen. Aber so genießen wir natürlich unsere Möglichkeiten und unsere Freiheit. Mittlerweile haben wir bereits die Renovierung (nach 30 Jahren) abgeschlossen; Geld braucht man für ein eigenes Haus immer. Aber jetzt ist alles gut gerichtet für unsere baldige finanzielle Freiheit.

    Lage etc. hört sich ja ganz gut bei dir an; in diesem Ort kannst aber auch mieten – und lohnt sich ein Haus tatsächlich, um ein zweites Standbein aufzubauen? – ich meine, es ist im Wesentlichen eine emotionale Entscheidung, die auch sehr glücklich machen kann.

    Meine Tochter baut demnächst selber ein Haus; für sie und ihre Familie ist das keine Frage – sie haben sich ganz klar für diese Investition entschieden.

    VG.  Maresa

     

     

  13. Mattoc

    Ein selbstgenutzten Haus ist eine massive Verbindlichkeit. Einen „finanziellen Wert“ hat es nur bei einem tatsächlichen Verkauf. Dieser findet aber nur selten statt, denn es ist ja das Familiennest. Und ob dieser Wert bei einem Verkauf dann noch höher ist als die Summe der in Jahrzehnten geleisteten Investitionen in das „geliebte Nest“ ist meist fraglich. Ein Haus ist selten aus finanziellen Aspekten sinnvoll, kann aber extrem wichtig für Familie und Partnerschaft sein, wenn alle den symbolischen Wert zu schätzen wissen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, leben die Eltern im Rentenalter weiter in dem geliebten Haus, das dann viel zu groß für zwei ist, nur Kapital bindet und Reparaturen bzw. Gartenarbeit erfordert, die auch im Alter nicht mehr so leicht von der Hand geht.

    So ist meine familiäre Praxiserfahrung.

     

  14. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Clemens

    Ich finde Dein Umweltbewusstsein und Deine Ernährung vorbildlich. Respekt. Da lernen Deine Kinder fürs Leben.

    Gut, dass Du das Leasing nicht machst: Es ist ein teurer Spass.

  15. Ex-Studentin

    @Ralf

    Hättest du beruflich genug Alternativen in der Gegend? Meine Meinung zu Eigentum ist zwiegespalten. Er kann hilflich sein beim Vermögensaufbau, aber auch sehr hinderlich. Selbstbauen werde ich auf keinen Fall. Wenn man vom Fach ist, ist Bauen ok. Aber ohne Ahnung von der Materie kann viel schief gehen und es vor allem teurer werden als geplant. Stressig wirds noch dazu. Gibt Hobby-Handwerker, die sowas brauchen. Ich lebe aktuell lieber stressfrei mit Hausmeisterservice.

    @Tim

    Ein großer Puffer schafft viel Sicherheit. Ich könnte 2 Jahre von meiner Reserve leben.

  16. Michael

    „Im Idealfall hast Du natürlich einen Notgroschen. Das sind ein paar Tausend Euro Cash auf dem Festgeldkonto oder Sparbuch. 3.000, 4.000, 5.000 Euro.“

    Das ist doch etwas arg wenig. Die Cash-Reserven sollten eher für mindestens 2 Jahre (wie bei Ex-Studentin) reichen.

    Wer möchte schon inmitten der Krise seine Aktien verkaufen müssen ? Nicht zu vergessen: In einer Rezession kürzen viele Unternehmen die Dividende.

  17. Thomas der Sparkojote

    @Michael: Nur weil eine Krise herscht hört man nicht auf zu arbeiten, wieso also so viel Geld (für 2 Jahre) als Notgroschen haben. Es mag vielleicht dann Sinn machen wenn man bereits Ü50 ist und es schwer hat einen Job zu finden wenn man rausgeschmissen wird, aber ansonsten finde ich nicht. 2 Jahre Cashreserve wären bei mir über 60’000 CHF, und das habe ich dann doch lieber investiert in verschiedene Assetklassen.

    Grüsse
    Thomas

  18. Gainde

    2 Jahre Cash-Reserve ist nicht sehr renditefreundlich im jetzigen Umfeld. Normalerweise gibt’s noch Arbeitslosengeld etc.

     

    Denke, dass die Cash-Reserve sehr typ-abhängig ist  – die einen wollen sehr viel Sicherheit und anderen reicht weniger. Im Grunde genommen ist Geld nichts anderes als eine bestimmte Form von Sicherheit, nebst Familie und Freunden.

  19. Maresa

    @ Mattoc – das mit dem eigenen Haus hast Du super zusammengefasst.

    Die Kosten für ein eigenes Haus sind enorm, und oft auch nicht kalkulierbar. Rücklagen braucht man immer, egal ob man neu gebaut hat oder das Haus schon länger bewohnt wird. Das Geld kann man auch von niemanden zurückfordern, da ist man selber verantwortlich. Hier geht es wirklich um eine persönliche Grundsatzentscheidung; finanziell rechnet es sich vielleicht, weil man von Anfang an zum sparen gezwungen wird und dieses Verhalten dann bestenfalls einhält; dem Konsum fällt man nicht so schnell zum „Opfer“, und Urlaub überlegt man sich sehr gut.

    Mein Mann hat eine Ausbildung als Elektriker – und es ist heute sein Hobby, er macht das wirklich gerne neben seinem heutigen Beruf. Ich habe „Karriere“ gemacht – und habe so den Rücken frei, arbeite beruflich mehr als er und verdiene besser. Das ist halt unser Weg – und gut für uns 🙂

    Während der „Aufbauphase“ mit den drei kleinen Kindern haben wir extremst gespart; das ging weil sie noch klein waren – später wird es schwieriger, weil es für Kinder auch viele Kostenblöcke gibt, die man auch nicht leicht steuern und einsparen kann. Wir haben damals alles selber gekocht, gebacken, Gemüse aus dem Garten oder vom Bauern, Fleisch gab eher selten. Für die Kinder war es gesund und für den Geldbeutel super 🙂 – das ist ein guter Weg; unabhängig davon, ob man sich auch so ein Haus „an’s Bein bindet“.

    VG. Maresa

  20. June

    Hallo Zusammen,

    ich find die Cashreserver ziemlich individuel und abhängig von der Persönlichkeit des Einzelnen.

    Einem Singel könne 3 Monatsgehälter reichen. Eine Familie braucht vielleich 6 Monatsgehälter und eine andere nur 3.

    Ich habe eine Reserve für 1 Jahr. Zum einen weil immer mal was sein kann. Zum anderen weil ich es im Bekanntenkreis gesehen habe, wie es ist wenn plötzlich niemand einspringt.

    Für uns sehe ich es zwar nicht so dramatisch, aber es lebt sich leichter und beruhigter. Dafür sparen ich aber nur zusätzlich fürs Auto und den Urlaub. Sollte z.B. der Kühlschrank defekt sein, kann ich aus meiner Reserve einfach einen neuen kaufen und dann wird das Rainy Day Geld wieder aufgefüllt.

    @Ex-Studentin,

    Ich kann deinen Wunsch nach Absicherung sehr gut verstehen.

    @Ralf,

    wie alt sind denn deine Kinder? Wie alt bist du und deine Faru? Wie willst du dich persönlich und beruflich weiterentwicken? Diese Fragen sind im Zusammenhang mit einen Haus zuerst zu klären. Denn wenn man die 40 bereits überschritten hat, ist ein Haus keine langfristentscheidung mehr. Es sind nach Tilgung der Schulden nur noch ein paar Jahre bis man in dem Alter ist in dem eine Haus eine Belastung werden kann. In meinem Bekanntenkreis ist ein Paar, das jetzt mit Ende 50 bereits wieder aus dem Haus ausgezogen ist. Die Kinder sind aus dem Haus. Das Paar möchte mehr Reisen, das geht mit Haus nicht.

    Sei mir bitte nicht böse, aber du machst den Eindruck, dass du auf keinen Fall eine Investitionsgelegenheit verpassen möchtest, was auch okay ist, wenn die Investition zu dir und deiner Lebensplanung passt. Aber denke einfach daran. Ein Haus oder eine Wohnung die du selbst nutzt ist nie eine Investition, aber völllig Okay wenn Sie zu deinem Leben passt.

    Setzt doch zuersat bei deiner Lebensplanung an. Und entscheide dann die finanzielle Seite.

    @Tim,

    ein schöner Artikel. Die Lifestyle Inflation bring uns nämlich dann zum Wanken, wenn wir es am wenigsten benötigen. Man sollte sich den Artikel ausdrucken an den Spiegel hängen und ihn jeden Morgen lesen.

    Take care,

    June

  21. Danny

    Hallo Tim,

    wieder ein sehr gelungener Artikel. Vor allem der letzte Satz gefällt mir sehr.

    Aber der arme Ralf scheint bei dir seinen Stempel weg zu haben. So schlimm fand ich seinen Beitrag gar nicht. Ich kann ihn sogar ziemlich gut verstehen.

    Meine Frau und ich befinden uns aktuell in einer ähnlichen Situation. Unsere Wohnung (knapp 70 qm, 4 Raum) platzt bei uns und unseren 3 Kids allmählich aus allen Nähten. Über ein Jahr haben wir nach einer 5-Raum-Wohnung geschaut und lediglich zwei Objekte gefunden, die aber schneller weg waren, als ich den Makler anrufen konnte. Es ist echt verrückt. Die sollten allerdings trotz Hauptstraßen (mit Straßenbahn) über 1.300,00 € kalt kosten. Da überlegt man sich schon, ob man nicht mit 800 € einen Kredit abzahlt und die restlichen 500 € für Notfälle zur Seite legt oder am Jahresende zur Sondertilgung nutzt. Mich gruselt schon die Vorstellung über mehrere Jahrzehnte an einen Kredit gebunden zu sein, aber manchmal ist es trotz positiver Einstellung schwierig ersthafte Alternativen zu finden.

    Viele Grüße, Danny.

  22. Mattoc

    Hallo Danny,

    ich persönlich finde an der Argumentation mit dem Wohnraum, den steuerlichen und politischen Rahmenbedingungen (die Ralf häufig bringt, nicht du) schwierig, dass man sich selbst als hilflos darstellt, weil die äußeren Parameter „irgendwie“ sind. Die äußeren Parameter kann man selbst aber fast nie beeinflussen, man kann aber für sich selbst kreative Lösungen finden. Und diese Lösungen können nicht das sein, was alle/die Gesellschaft immer erwarten.

    Oder anders gesagt:

    Die glückliche, ständig zusammenlebende Großfamilie mit einem oder zwei „benötigten“ Autos mit einem abbezahlten Haus in bester Stadtlage, in der Nähe zum top bezahlten Arbeitsplatz, der für immer sicher ist, perfekte Gesundheit bei regelmäßigem Jahresurlaub, den man sich verdient hat, und die finanzielle Freiheit in 10 Jahren, weil die politischen und steuerlichen Rahmenbedingungen dies ermöglichen, wird es für über 99% der Menschen nicht geben. 🙂

    Wenn man das weiß, kann man sich überlegen, was einem wirklich wichtig ist. Wer sich für die Großfamilie entscheidet, wird vermutlich auf die meisten anderen Punkte verzichten müssen bzw. dort Abstriche machen müssen.

    So meine persönliche Meinung.

     

     

     

  23. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ex-Studentin

    Das ist großartig, so viel Cash zu haben. Dann hast Du mehr „Macht“ über Dein Leben einschließlich Beruf. Wenn Dir was nicht passt, kannst Du den Job wechseln und brauchst Dir keine Sorgen machen.

    Ich möchte immer mein Cash investieren. Ich denke, ich bekomme mehr Rendite an der Börse. Daher habe ich nur ein paar Tausender Liquidität.

    @ Michael

    Ich hab mehrere kleine Einnahmeströme wie Dividenden, Nebenjob oder Miete.

    Ich finde, für viele Menschen reichen 3.000 bis 5.000 Euro Cash völlig aus. Die Menschen haben jede Menge Versicherungen, die greifen im Notfall: Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen-, Berufsunfähigkeits-, Unfallversicherung….

     

    @ June

    Genau. Bodenständig zu leben, sorgt für Stressfreiheit. Man kann nicht Zufriedenheit im Laden „kaufen“.

    Übertriebenes Shoppen macht unzufrieden und zerstört die Umwelt sowie Finanzen.

    http://www.greenpeace.org/international/en/news/Blogs/makingwaves/fashion-detox-overconsumption-buying-happiness/blog/59341/

     

    @ Danny

    Vielleicht bin ich Ralph gegenüber zu kritisch. (Ich suche nach Lösungen und nicht nach Problemen.)

    Ich verstehe, wenn das Euch zu eng wird. Eigenheim oder Mieten? Es gibt nicht die perfekte Lösung. Alles hat Vor- und Nachteile.

    Eine gute Sache ist grundsätzlich nahe bei der Arbeit zu wohnen (egal ob Miete oder Eigentum).

    Es kann sich finanziell sogar lohnen, nahe zur Arbeit zu ziehen, selbst wenn die Miete mehr kostet (und du dann statt Auto mit dem ÖPNV oder zu Fuss zur Arbeit kannst). Das kann man genau ausrechnen.

  24. Andreas

    Also für zwei Jahre Cash-Reserven finde ich auch erstaunlich viel, aber das ist natürlich eine sehr individuelle Sache. Bei mir habe ich das auf drei Netto-Monatsgehälter festgesetzt. Zur Not würde ich damit auch 4 Monate oder etwas mehr auskommen. Zudem haben auch meine Eltern und meine Schwester eine Reserve, so dass wir uns gegenseitig aushelfen könnten.

    Zusätzlich habe ich dann logischerweise Cash für Aktienkäufe. Derzeit ist die Summe etwas angewachsen. Insofern würde ich gerne etwas investieren, aber bin mir unsicher. Einige Aktien, die ich noch haben will, sind mir gerade zu teuer. Bei Fresenius hab ich schon nachgekauft. Bei Apple und Disney würde ich gerne noch aufstocken, bei Unilever ebenfalls. Mal schauen…

    Wer ist denn hier in Marine Harvest investiert? Da scheint es ja evtl. noch etwas weiter nach unten zu gehen…

  25. Ex-Studentin

    @Mattoc

    Appartement bei einer S-Bahn-Haltestelle klingt gut. Aktuell wohnen wir auch recht zentral und ich weiß es sehr zu schätzen. Einkaufszentren, Ärzte.. Alles ums Eck. Mit Kindern denkt man aber irgendwann anders.

    @June

    Danke fürs Verständnis! Für manche wirken große Notpolster befremdlich, aber mindestens 1 Jahr wie bei dir sollten es schon sein. ALG I ist einem leider nicht sicher. Ein Kollege hat in der Krise 100 Bewerbungen geschrieben, keiner wollte ihn einstellen. Das Arbeitsamt hat ihm nicht geglaubt. Staatliche Leistungen können ein Kampf sein. Vor allem bei einer Krankheit.

    @Marisa

    Glückwunsch, dass ihr Familie und Beruf unter einen Hut bekommen habt.

    @Danny

    Wie alt sind deine Kinder? 70m2 klingen sehr kuschelig. Ich hoffe, ihr könnt während eurer Suche nach was Größerem fleißig sparen. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr was findet!

  26. Kia

    Ich würde in diesem Marktumfeld keine Immo kaufen. Kann aber gut nachvollziehen wenn man das in Betracht zieht weil keine passende Wohnung verfügbar ist. Ich versuche eine kleinere/günstigere Wohnung zu mieten um aus dem Mieterhöhungskarussell auszusteigen und scheitere einfach ständig an Vermieter weil niemand eine 3 Zimmer Wohnung an Familien vermieten will. Ich hatte heute morgen eigentlich einen Besichtigungstermin für eine solche vereinbart, schön gelegen und direkt mit einem Spielplatz vor den Fenstern, wäre ich doch nicht so doof gewesen in letzter Minute Kinder zu erwähnen.

  27. steve

    @ Andreas
    Marine harvest habe ich seit kurzen. Die weitere Entwicklung hängt wie so oft von mehreren Faktoren ab. Produktionsmenge, Nachfrage und Wechselkurs norwegische Krone. Schwer zu sagen was da genau passieren wird. Bei der Krone glaube ich selbst dass sie den Ölpreis folgt und wieder steigt, nachdem sie seit langen fällt.
    @ ex Studentin 100 Bewerbungen, da ist es doch möglich Belege dafür zu haben. Das erste ist die mail zu speichern wenn das elektronisch passiert. Absagen und Einladungen hat man da doch auch, da muss man halt Extraarbeit verrichten,wenn der Bearbeiter pingelig ist.

  28. Ex-Studentin

    @Steve

    Ja, die haben ihm das wie ich mitbekommen habe, trotzdem nicht geglaubt. Er wurde nicht zu Gesprächen eingeladen und hat von den meisten Firmen nicht mal Absagen erhalten. Er hatte Glück, dass er eine beim Arbeitsamt privat kannte, die dann einiges in die Wege geleitet hat.

  29. Warren_B

    Ein Jahr lang nur Lebensmittel kaufen klingt nach einem sehr interessanten Experiment.

    Konsequenterweise bedeutet das natürlich auch. Keine Zahnpasta, Seife etc. (Die Kollegen im Büro werden begeistert sein ;))

    Keine öff. Verkehrsmittel, keine Zeitung/Bücher/Internet, Fernsehen, Telefon. Oder das schon?

    Selbst Krimskrams den man hin und wieder benötigt, wie Streichhölzer, Briefmarken, Brillenputztücher, Spülmittel.

    Oder neue Laufschuhe, weil die alten plötzlich hinüber sind fielen weg.

    Also ich lebe schon sehr minimalistisch und habe dieses Jahr nix gekauft was mehr wie 100 Euros gekostet hat. Aber ganz ohne stelle ich mir sehr schwierig vor

  30. Mattoc

    @Ex-Studentin

    Ich bin schon zwei Schritte weiter:

    1. Leben wie ein Student (einfach aber zentral)

    2. Frau kennenlernen, Familie gründen inkl. vollem Lifestyle-Programm (abgesehen von Immo zum Glück), Kind groß ziehen, Kind erwachsen und aus dem Haus

    3. Seit 4 Jahren: Leben wie ein Student (Ich kann jetzt wieder mein Ding machen.)

    Und das mit nicht einmal Mitte 40. 🙂

  31. Claus

    Ein guter Artikel von Tim. So kann es jeder schaffen, den Weg habe ich hinter mir.

    Die Ausgaben sind optimiert, hier kann ich schon lange nichts mehr einsparen.

    Schulden habe ich keine, mein Haus ist in gutem Zustand und abbezahlt.

    Cashreserven habe ich für gute 2 Jahre, Sicherheit ist mir äußerst wichtig und beruhigt ungemein. Reserven für 3-6 Monate sind bereits super, aber für mich viel zu gering. Käme mir vor, als stünde ich „mit dem Rücken zur Wand“, obwohl das ja Blödsinn wäre.

    Ein Nebenjob mit den entsprechenden Verpflichtungen wäre nichts für mich, bin ja auch schon 58.

    Dennoch versuche ich zusätzliches Einkommen zu generieren. Sehe ich eine für mich klare Chance, an der Börse Geld zu verdienen, nutze ich sie. Ich kaufe ausschließlich Aktien. Vor dem Kauf lege ich mentale Stop- und Zielkurse fest und halte mich strikt daran. Dafür habe ich ein eigenes Depot bei Captrader eingerichtet. So habe ich gerade 687 USD mit GIS verdient (31.10.-18.12./+11,7%). Nicht viel, aber macht Spaß.

    Mein Langfristdepot besteht natürlich unabhängig hiervon. Für mich ist das gelegentliche „Traden“ kein Problem, es macht mir Freude. Da ich stets nur ca. 1% meines Langfristdepots einsetze und auch nur die gleichen „großen“ Aktien handle, sehe ich hierin keinerlei Gefahren. Ist aber nicht jedermanns Sache und ich würde auch niemanden hierzu ermuntern.

    Wovon ich dringend abraten würde ist das „echte traden“. Ich muss immer lachen, wenn jemand etwas aus „5-Minuten-Charts“ herausliest und eifrig mit Real-Time-Kursen darauf reagiert und handelt. Und dann der Stress, ständig neue „Gelegenheiten“ zu finden… Aber wer weiss, vielleicht gibt es auch Genies mit solchen Talenten. Wenn es jemand dauerhaft schafft, hiermit Geld zu verdienen, herzlichen Glückwunsch! Wäre nichts für mich, viel zu viel Stress und meistens unrentabel, wenn nicht sogar „vernichtend“.

     

  32. Mattoc

    @Ex-Studentin

    Ich dachte, du hast studiert, bist vergleichsweise jung, engagiert und arbeitest bei einer großen Firma (börsennotiert?) im technischen Bereich. Was soll denn da passieren?

     Stellenabbauprogramme?
    Betriebsbedingte Kündigung?
    Kündigung wegen Krankheit?
    Verhaltensbedingte Kündigung?

    Kann natürlich passieren, aber die Mühlen mahlen in Großkonzernen echt langsam.

    Alles, was deine Person betrifft, kannst du und wirst du mit Sicherheit positiv beeinflussen. Wegen gesundheitlicher Probleme wird in diesen Läden auch niemand kurzfristig gefeuert und alles andere geht es der Regel mit Abfindungen, falls das schlimme und seltene Ereignis denn eintritt.

    An deiner Stelle würde ich es genau andersherum machen. Ich würde weniger an Risiken und mehr an Chancen denken. Frauen haben echt gute Karrierechancen in der heutigen Zeit.

    Aber dass du in naher Zukunft von heute auf morgen kein Arbeit und kein Geld mehr hast, ist praktisch ausgeschlossen meiner Meinung nach.

    Da sehe ich das Risiko einer Währungsreform, weil irgendwas Politisches in der Eurozone passiert, deutlich größer an. Und dann wird dein Bargeld / Tagesgeld gegen eine neue Währung getauscht und das ggf. zu deinem erheblichen Nachteil.

    Die Situation bei Claus sehe ich anders. Hier ist das Verhältnis zwischen Gesamtvermögen und Notreserve vermutlich ein ganz anderes, und er ist auch deutlich älter. Ich würde also die Notreserve immer an das eigene „Humankapital“ knüpfen:

    Wer jung, flexibel, QUALIFIZIERT, engagiert und weiblich ist, und in der MINT-Branche tätig ist, muss sich aktuell echt keine Sorgen machen.

    So meine Meinung. Viel Erfolg.

     

     

  33. Anna-Lena

    Ich denke im Grunde sind Notpolster auch sehr, sehr wichtig und wenn man nichts weiter mit dem Geld vorhat, sollte man auf jeden Fall einen halten. Ich habe dieses Jahr gemerkt, wie wichtig es ist, etwas Geld beiseite zu legen, für plötzlich auftauchende, einmalige Kosten. Das war schon sehr beruhigend 🙂 Im Moment plündere ich aber mein Tagesgeldkonto, weil ich etwas aufbaue und dafür etwas Startkapital benötige.

    Tim, erinnerst du dich noch, als du vor paar Wochen auf Facebook um Charity-Empfehlungen gebeten hast? Ich habe dort das Problem FAS angesprochen oder das Kommunikationszentrum John Rabe. Einige haben auch noch andere Vorschläge gebracht. Magst du sagen, wofür du dich letztlich entschieden hast zu spenden? 🙂 Ich habe vor Kurzem einen Blog aufgemacht, der unter Anderem Wohltätigkeit thematisiert und habe zu FAS einen Artikel online gestellt, weil ich das für sehr wichtig halte. Es ist wirklich schlimm, weil FAS eine Behinderung ist, die man 100% vermeiden kann und den Kindern somit viel Leid im Leben ersparen kann. Da muss wirklich mehr aufgeklärt werden und es ist wirklich nicht gut, dass Alkohol so einen großen Stellenwert in Europa hat. Vielleicht hast du Lust, mal vorbeizuschauen und dich weiter darüber zu informieren?

    Ansonsten interessiert es mich total, wie es mit deinem Depot und der Consorsbank weiter ging. Die 2 Monate sind doch schon rum, oder? Leider habe ich keine Aktualisierungen mehr zu dem Thema gesehen 🙁

    Viele Grüße!

    Anna

     

  34. June

    @Mattoc,

    ich kann deine Argumentation gut verstehen. Aber hast du mal darüber nachgedacht, das es weitere gründe als eine theoretische Arbeitslsigkeit geben kann? Junge Frauen wollen auch Kinder. Für diese Zeit muss man vorsorgen, sprich sparen. Nicht immer verdient der Partner ähnlich und kann im Fall das die Mutter sich diesen Luxus der Kindererziehung leisten möchte das fehlende Geld einfach mit abdecken. In meiner Nachbarschaft lebt eine Ingenieurin, angestellt bei einem der großen Autokonzerne, ihr Mann ist Polizist. Sie gibt offen zu, dass sie jetzt sparen muss damit sie für ihr Wunschkind auch zuhause bleiben kann.  Denn heute macht oft die Frau Karriere, dann muss sie für diese Fälle auch sparen. Das Geld für so ein mittelfristiges Ziel an der Börse anzulegen, wäre fatal. Denn was macht die junge Familie, wenn genau dann die Kurse im Keller sind. Adäquat würde ja auch niemand einem zukünftigen Bauherrn raten das Geld in Aktien anzulegen.

    Zusätzlich werden gerade junge Menschen heute mit einem Problem belastet, das früher ehr die Generation  50 + getroffen hat. Nämlich die alten Eltern. Die Freunde meiner Kinder haben Eltern die im Durchschnitt 10 – 20 Jahr älter sind als wir. Das heißt diese Eltern sind bereits in Rente oder kurz davor. Man ist also heute mit Mitte, Ende 20 nicht nur mit Hochzeit, Familiengründung, und Karriere beschäftigt nein man muss sich auch noch Gedanken machen wie man den im schlimmsten Falle pflegebedürftigen Eltern gerecht wird. Auch dafür braucht es unter Umständen Geld, nicht jeder hat Familie die auch vorgesorgt hat.

    Ich persönlich bin froh relativ jung Mutter geworden zu sein und spät Karriere gemacht zu haben, so  muss ich mich erst jetzt, wo meine Kinder aus dem Haus sind um meinen inzwischen etwas angeschlagenen Eltern kümmern. In der Haut der jungen Erwachsenen von heute möchte ich gerade nicht stecken.

    Take care,

    June

  35. Ralf

    @June: Du hast es gut auf den Punkt gebracht.

    Zum Thema alte Eltern muss ich sagen, dies ist auch ohne Pflegefall bereits mitunter eine Herausforderung ist. Nachdem mein Vater -wie bereits berichtet- völlig unerwartet im Oktober mit 67 J. verstorben ist, muss meine Mutter mangels Altersvorsorge nun mit einer Witwenrente von 760 € klar kommen. Weitere Ersparnisse sind recht überschaubar. Das Haus ist zwar abbezahlt.

    Dafür fallen andere Kosten an wie ein eigenes Auto, weil das Haus in einem absoluten Kaff steht oder auch Kosten für den Hausunterhalt des älter werdenden Hauses. Verkaufen will sie nicht. Das Untergeschoss mit Garten ist bereits an die Schwester überschrieben worden , welche es auch bewohnt und angebaut hat. Macht etwa das halbe Haus aus. Ein Ausgleich für die restlichen Geschwister (ich und mein Bruder) dafür ist nicht in Sichtweite. Trotzdem hat die Mutter eben auch Kosten zu tragen.

    Es wird nicht ausbleiben, dass ich hier finanziell  mitunter doch etwas unter die Arme greifen muss. Obwohl wir selbst derzeit beim Thema Wohnen noch eine vernünftige Lösung suchen und evtl. sogar an Neubau denken.

  36. Vitality

    @ Mattoc – ein Haus ist aus meiner Sicht keine Verbindlichkeit, sondern beleihungsfähiges Eigenkapital. Natürlich idealerweise nicht zu gross, in guter Lage und kann damit auch zu Cash gemacht werden. Wenn ich älter bin, kann ich mich immer noch für eine Wohnung entscheiden. Dann gegebenenfalls sogar zur Miete, je nachdem wie ich die Preisentwicklung einschätze und was ich jemandem hinterlassen möchte. Die Miete kann ich dann ja aus Kapitalerträgen finanzieren. Ist nur so eine Überlegung:-)…….

  37. simo

    @Claus

    Hast du ein Cash Konto oder ein Margin Konto eröffnet??

    Letztens hat mir MS zu einem Margin Konto geraten. Bin mir nur nicht sicher, ob ich das brauche. Grübel……….

     

  38. Micha

    @simo

    Das kostet ja nicht mehr, bietet aber mehr Möglichkeiten, bspw. kann man nur mit einem Marginkonto Optionen schreiben. Du solltest natürlich immer Deinen vorhandenen Barbestand im Auge haben und nicht auf Kredit investieren.

    Ich hatte bei Captrader zuerst ein Cashkonto, dann, als es darum ging, mit EUR USD zu kaufen, hat man mir geraten, das Konto von Cash auf Margin umzustellen (die Gründe hatte ich nicht verstanden, war mir aber egal (Marketing, um mich zum Trader zu machen?), da ich keine Nachteile gesehen hatte). Ich musste dann in den entsprechenden Einstellungen mein vorhandenes Vermögen virtuell kräftig erhöhen und selbstverständlich hatte ich vorher schon alles Mögliche gehandelt.  😉

    Einen Tag später war ich dann „Margin“ unterwegs…  😉

  39. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @simo,

    es spricht nichts dagegen, dass Du erst mit Cashkonto anfängst. Es ist ja keine unumkehrbare Sache.

    Wenn Du oft genug genervt gewesen bist, weil Du nichts kaufen konntest, weil das Cash der Überweisung erst nach 2 Tagen gesettelt ist, dann kann man jederzeit wechseln.

    Mir ging es ja so. Hatte erst bewusst aus vermeintlichem Selbstschutz auf Cashkonto bestanden, obwohl standardmäßig wohl ein Marginkonto gewesen wäre.

    Dann habe ich immer in Schritten vom Tagesgeldkonto auf das Depotkonto überwiesen. Wenn ich dann heiß auf eine bestimmte Aktie war, und schon mit den Hufen scharrte, dann musste ich 2 Tage auf das Settlement warten, obwohl das Geld schon angezeigt wurde als Guthaben.

    Ist auch so, wenn man etwas verkauft, und dafür was anderes kaufen will. Dann ist das zwar als Cash da, aber nicht gesettelt.

    Ich habe das wohl ca. 1,5 bis 2 Jahre ausgehalten. Mit Marginkonto kannst Du schon kaufen und für 1 oder 2 Tage ins Minus gehen, wenn Du weißt, dass das Geld schon unterwegs ist.

    Es ist halt wie mit dem Dispokredit beim Giro. Man braucht ihn eigentlich nie (ich habe ihn noch nie im Leben in Anspruch genommen), aber es wäre fatal, wenn das Gehalt sich mal verspätet, und Überweisungen wie Miete nicht ausgeführt würden, weil das nicht gedeckt ist.

    Man kann natürlich immer etliche Tausender auf dem Giro vorhalten, aber das macht/kann halt auch nicht Jeder.

    Man wächst ja mit der Zeit beim Investieren auch aus dem alten engen (Denk-)Korsett heraus. Da müssen auch die Werkzeuge entsprechend funktionaler sein.

    Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann mache Cashkonto gegen die Nervosität, und warte, ob Dich das mal nervt.

    MS

  40. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Claus

    Deine Cash-Reserven kommen mir hoch vor. Aber das muss jeder so machen, wie es einem behagt. Du bist ja eh frei. Du kannst Dir den Luxus mit 2 Jahren Cash leisten! Gratulation.

    @ Anna-Lena

    Ich finde es super, dass Du zum Spenden aufrufst.

    Wir spenden jedes Jahr automatisch als Fördermitglied für die „Neuen Galerie“. Es geht um den Erhalt deutscher Kunst.

    http://www.neuegalerie.org

    Außerdem unterstützen wir jedes Jahr diese Stiftung:

    https://www.safehorizon.org

  41. Ex-Studentin

    @Mattoc
    Glückwunsch, dass du nun in jungen Jahren bereits vieles erreicht hast.

    @June

    Du triffst es wahrlich auf den Punkt. Heutzutage muss man sich um viele Generationen kümmern: Kinder, Partner, Geschwister, Eltern, manchmal sogar noch Großeltern. Mir hat mein Tagesgeldpuffer bisher schon ein paar mal geholfen. Wer mit 3.000€ Puffer auskommt, kann das ja so durchziehen. Letztlich muss man seine Risikobereitschaft kennen und ich bin schon stolz, dass ich überhaupt an der Börse bin, obwohl keiner in der Familie da irgendwie Vorbild war.

    Liebe Grüße
    Jenny

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