So analysieren Sie Ihre Vermögenswerte und Schulden


New York, 17. Mai 2010

Ich rate Ihnen, eine Aufstellung über Ihr gesamtes Vermögen anzufertigen. Es gibt natürlich exzellente Programme dafür. Aber im Grunde genügt ein Blatt Papier beziehungsweise eine Excel-Tabelle. Listen Sie alles auf, was Sie besitzen. Wohnungen, Häuser, Barvermögen, Goldbarren, Sammlungen etc. Vergessen Sie nicht den Picasso. Ich würde zunächst mit den flüssigen Assets beginnen. Also dem Cash, Spargroschen, Festgeldern, Aktien, Anleihen. Es folgen das Betongold, der Restwert des Autos oder Ihrer Firma. Anschließend fügen Sie den Wert Ihrer Lebensversicherungen oder sonstiger Sondersparformen (für die Rente) an.
Dem Vermögen stellen Sie Ihre jeweiligen Schulden gegenüber, also den Restwert Ihrer Hypothek, Ratenkredite, die Autofinanzierung etc. Am Ende summieren Sie ihr Vermögen und Ihre Schulden und verrechnen beide Zwischensummen miteinander. Wenn Sie einen schönen Netto-Vermögenswert ermitteln, ist das glänzend. Je älter Sie sind, desto größer sollte Ihr Vermögen sein.
Nicht zuletzt ist es interessant ihre monatliche Finanzkraft zu analysieren. Anders ausgedrückt: Nehmen Sie Ihre monatlichen Kapitalflüsse unter die Lupe. Also Gehalt, Löhne, Boni, Dividenden, Mieteinahmen, Zinseinnahmen, etc. Dem stellen Sie wiederum Ihre laufenden monatlichen Kosten gegenüber. Hierunter fallen Mietkosten, Nebenkosten (Wasser, Strom, Kabelfernsehen, Internet, Handy…), Kredite, Hypothekenzahlungen und andere Verpflichtungen.
Ich habe etliche in meinem Bekanntenkreis, die haben einen Schwerpunkt Ihres Ersparten in Wohnungen gesteckt. Analysieren Sie, welche Renditen Ihre Apartments abwerfen. Nicht selten werden Sie feststellen, dass mit Immobilien nur mickrige Renditen zu erzielen sind. Achten Sie darauf, dass Sie nicht all Ihr Vermögen in Wohnungen haben und schon gar nicht, alle an einem Ort fixiert sind. Je bunter Ihre Vermögensmischung ist, desto geringer ist das Risiko.
In den USA ist es in Mode gekommen, den Nettovermögenswert zu ermitteln. Websites wie NetworthIQ.com boomen. Manch ein Nutzer stellt sogar seinen Vermögenswert ganz offen zur Schau. Das „New York Times Magazin“ hat ein paar Amerikaner in einer Story jetzt portraitiert. Der bunte Artikel ist lesenswert. Joey Kincer häufte beispielsweise ein Netto-Vermögen von 201.000 Dollar an. Beachtlich daran ist, dass der 32-jährige nur ein Jahreseinkommen von 65.000 Dollar nach Hause bringt. Sein Erfolgsgeheimnis ist wohl: Der Kalifornier überwacht all seine Ausgaben mit einem Softwareprogramm. So kann er herausfinden, wann er jeweils eine Kaugummipackung in den vergangenen Jahren gekauft hat und was diese jeweils gekostet haben.
Ich habe übrigens kürzlich etwas von einer Studie gelesen, die zu einem erstaunlichen Schluss kam: Je geiziger ein Vermögensverwalter ist, desto besser ist seine Performance. Es gibt viele Bücher, die einen außerordentlich hohen Reichtum von Bürgern analysiert haben. Sie kommen im Wesentlichen alle zu dem gleichen Fazit. Wen es interessiert: Hier finden Sie sieben Verhaltens- beziehungsweise Charakterzüge zutreffend zusammengefasst.


tim schaefer (Author)

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