Small versus large Caps: Warum manchmal die Minis doch gut sind


New York, 24. Juli 2009

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Ich schreibe hier oft, dass man auf solide Firmen setzen soll und große Konzerne besser sind als kleine Klitschen. In Ihr Portfolio können Sie freilich auch ein paar kleine Senkrechtstarter beimischen. Es ist aber in diesem Bereich sehr schwierig, eine gute Firma zu finden. Grundsätzlich achte ich bei den weniger bekannten Firmen darauf, dass sie profitabel sind. Der Vorteil bei den Minis ist, dass kaum ein Analyst sie verfolgt. Kein Fernsehsender und keine Nachrichtenagentur berichtet über sie. Das Gute an diesem Schattendasein ist, dass diese Small Caps oftmals sehr günstig zu haben sind. Ideal ist es natürlich in eine solche Perle einzusteigen, bevor sie von der Masse entdeckt wird.
Es ist eher wahrscheinlich, dass sich eine Aktie, die bei einem Dollar notiert, verdoppelt, als eine Aktie, die 100 Dollar kostet. Gerade amerikanische Privatanleger mögen Pennystocks beziehungsweise optisch „billige“ Aktien, weil sie entsprechend große Stückzahlen ins Depot laden können.
Daher nehmen auch die meisten Vorstände Aktiensplits vor, wenn der Kurs gewisse Grenzen wie 100 oder 200 Dollar überschreitet, um die Aktie liquider und begehrter zu machen.
Ich beobachte derzeit eine Aktie sehr intensiv, die auf 2,00 Dollar abgestürzt ist. Der Börsenwert beträgt nur 60 Millionen Dollar, während der Buchwert 108 Millionen Dollar aufweist. Sprich die Aktie notiert fast zum halben Substanzwert. Nach solchen Gelegenheiten sollten Sie Ausschau halten. Die Risiken sind in diesem Fall extrem limitiert. Firmen, die völlig aus der Mode kommen, mag ich am meisten, wenn ich Kauforders erteile. Wenn man diese Titel frühzeitig einsammelt und dann abwartet, kann sich in der Tat Geduld auszahlen. Aber Sie müssen solche Unternehmen auf Herz und Nieren prüfen. Ich muss zugeben: Auf diesem Terrain habe ich mir schon heftig die Finger verbrannt, allerdings habe ich aus meinen Fehlern (hoffentlich) gelernt.
Um das Risiko einzudämmen, empfiehlt es sich nach kleinen Value-Werten, die kaum bekannt sind, Ausschau zu halten. Etwa Möbelfabriken, Fliesenproduzenten, Unterwäsche-Vermarkter oder Zelthersteller. Das hat den Vorteil, dass die Bewertungen (Kursgewinn- oder Kursbuchwertverhältnis) besonders billig sind.


tim schaefer (Author)

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