Sieben Spartipps


New York, 19. März 2013

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Ich rate Ihnen, aggressiv für das Alter zu sparen. Die westliche Welt steht vor einer Herausforderung: Die gesetzliche Rente reicht nicht mehr aus, um künftige Generationen an Ruheständler durchfüttern zu können. Die Ersparnisse der Arbeitnehmer sind oftmals nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denken Sie nur an die steigenden Krankenkassenbeiträge, Mieten, Lebensmittelpreise. Kurzum: Berücksichtigen Sie die Inflation. Die Geldentwertung nagt unentwegt an Ihrem Ersparten.
Gleichzeitig steigt kontinuierlich die Lebenserwartung.
Stellen Sie also einen vernünftigen Sparplan auf. Achten Sie darauf, Ihre Anlagen nicht zu sehr der Inflation auszusetzen. Aktien bieten zum Beispiel einen guten Schutz vor der Geldentwertung. Immobilien auch. Ebenso eignen sich Indexfonds oder ETFs. Ungeeignet für die Altersvorsorge sind Sparbücher, niedrige verzinste Festgelder, Spardosen usw.
Ferner sollten Sie strikt auf die Kosten achten, wenn Sie Finanzprodukte kaufen. Die Nebenkosten und Risiken werden oftmals unterschätzt.
Einer Umfrage zufolge sind 21 Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer skeptisch, ob sie genug Ersparnisse fürs Alter haben. 28 Prozent der Befragten fühlt sich sogar überhaupt nicht wohl mit den eigenen Rücklagen. Das sind alarmierende Zahlen.
Ich glaube, das ist ein weltweites Phänomen. Sparen ist nicht einfach. Karrieren verlaufen nicht mehr schnurstracks wie auf der Leiter nur nach oben. Produktivitätssteigerungen sorgen dafür, dass immer weniger Arbeitnehmer in der westlichen Welt gebraucht werden.
Ich habe sieben Spartipps für Sie zusammengetragen.
1. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Kredite, insbesondere Konsumentenkredite. Was Sie sich etwas nicht leisten können, sollten es sich keinesfalls auf Pump gönnen. Um 1,00 Euro ausgeben zu können, müssen Sie ca. 1,35 bis 1,40 Euro brutto verdienen. Wer auf Kredit konsumiert, muss vermutlich, um 1,00 Euro ausgeben zu können, 2,00 Euro verdienen.
2. Leben Sie nach Möglichkeit grundsätzlich unterhalb Ihrer Verhältnisse. Ich habe mein Auto verkauft. Mein Fernseher ist über zwölf Jahre, mein Handy drei Jahre alt. Mein Handy sieht in etwa so aus.
3. Abnehmpulver, Vitamindosen, Eiweißpulver, Wundermittel sind in den meisten Fällen unnötig. Diese Pillen und Pulver sind bei einer gesunden Ernährung gar nicht nötig. Hier wird oft eine Illusion verkauft. Mit der Realität hat das Zeug oftmals wenig zu tun. Ein Bekannter ist Ernährungswissenschaftler. Der sagte mir: „Vergesse das teure Zeug. Das ist bei einer normalen Ernährung nicht nötig.“ (Natürlich kann es individuelle Ausnahmefälle geben.) Eine ganze Branche lebt von dem Kram. In Manhattan gibt es mittlerweile an jedem Eck solche Vitamin-Läden.
4. Ich trinke Leitungswasser. In den USA kaufen die Leute gerne exotische Mineralwässer. In New York kostet die Flasche Gerolsteiner 2,29 Dollar. Warum muss ich in den USA deutsches Mineralwassser trinken? So ein Unsinn. Amerikaner kaufen gerne Fiji Wasser oder das norwegische Edelwasser Voss. Ich halte das für ziemlich teuer. Auf meinem Foto sehen Sie teures Zeug, das ich in meinen Schränken entdeckte.
5. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Wer bar bezahlt, gibt weniger aus. Wer die Plastikkarte zückt, gibt mehr aus. Also besser mit Cash bezahlen.
6. Saisonales Obst und Gemüse schmeckt besser, ist günstiger. Abgepackte Fertiggerichte stecken voller Salz, Zucker, Fett. Die Boxen sind sauteuer. Lieber selber kochen. Das ist gesünder.
7. Manch ein Milliardär fliegt zweiter Klasse. Sie lieben gebrauchte Autos, haben wenig Zeug im Haus. Luxus und Statussymbole führen nicht automatisch zu mehr Zufriedenheit.
Ich könnte die Liste endlos fortsetzen. Im Internet finden Sie jede Menge Spartipps. Kostenloses Girokonto. Strom- und Gasanbieter wechseln. Sparlampen. Last Minute Reisen… Vielleicht haben Sie noch einen Vorschlag für meine Liste?


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Sieben Spartipps

  1. Matthäus Piksa

    Die Liste sieht vernünftig aus. – Ich kann dem nichts hinzufügen. Es geht beim Sparen schlichtweg darum die Kostenseite unter Kontrolle zu haben und auf der Einnahmeseite dafür Sorge zu tragen, dass genug reinkommt. Hin und wieder sollte man sich aber auch was gönnen, sonst macht das ganze ja überhaupt keinen Spaß.

    Ich habe schon seit Jahren gar keinen Fernseher. Ich hatte bislang noch nie den Eindruck, dass ich irgendwas verpasst hätte. Selbst Arte, 3Sat und Phoenix (kann man auch ohne TV-Gerät über's Internet schauen – zattoo/mediathek), die wohl noch die informativsten Sendungen produzieren, schau ich kaum. Mir gibt das alles irgendwie nicht viel. Dafür stöbere ich gerne auf youtube, dort findet sich immer was tolles.

    Ich meine sogar, dass Studien belegen, dass Menschen umso schlechter mit Geld umgehen, je mehr Fernsehen sie schauen.

    Mein Finanztipp Nr.1 lautet daher: TV-Gerät entsorgen!

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Matthäus

    Die Folge des übermässigen TV-Glotzens leuchtet ein: Wer lange genug in die Röhre guckt, wird von der Werbung berieselt. Im Anschluss wird der Kram gekauft.

    Die Amis schauen 4 bis 5 Stunden täglich TV. Das ist enorm.

  3. finanziell umdenken

    Hi Tim,

    gute Zusammenstellung der Sparmöglichkeiten. Und es ist völlig richtig, wer dauerhaft unter seinen finanziellen Verhältnissen lebt, häuft zwangsläufig ein stattliches Vermögen an.

    Die ist jedoch nur der erste Schritt. Die Ersparnisse müssen irgendwann sinnvoll investiert werden. Nur dadurch kann sich der Zinseszins-Effekt voll entfalten. Beides zusammen führt letztendlich dazu, dass man sich um seine Altersvorsorge keine ernsthaften Sorgen mehr machen muss.

    VG
    Lars

  4. kartäuser

    Das hier ist ein wirklich toller Blog. Viele Beiträge sprechen mir aus der Seele.

    Das mit dem Sparen hat m. E. aber auch noch eine zweite Seite. Irgendwann sind die Staaten gezwungen den Bürgern, die etwas zur Seite gelegt haben, wieder einen Teil wegzunehmen um Ihre Ausgaben decken zu können. Ggf. müssen von den Staaten auch geplante Mindestrenten usw. finanziert werden. Wie so ein Schnitt bei Erspartem funktionieren könnte sieht man ja jetzt in Zypern oder in verschiedenen Wahlprogrammen deutscher Parteien. Ich habe da deshalb meine Zweifel, ob Sparen für später wirklich einen Vorteil bringen wird, wenn einem ja sowieso zu gegebener Zeit (Bei Bedarf des Staates) ein Teil oder auch mehr wieder genommen wird. Das Gesparte stammt ja aus bereits versteuertem Einkommen, das Einkommen hieraus (Zinsen, Dividenden usw.) wird wieder versteuert und am Ende wird dann bei Bedarf in der Staatskasse erneut eine Abgabe fällig.

    Schöne Grüße und mach bitte weiter so mit dem Blog.

  5. Jan

    @kartäuser
    Genau das ist auch mein Problem. Ich denke ebenfalls es ist wichtig zu sparen und sich etwas zurückzulegen. Ich glaube in den USA ist das sogar eine Säule der Altersvorsorge wobei es diese 400k-Depots gibt, die im Alter steuerfrei oder steuerbegünstigt sind (liege ich da richtig?). Aber wir sehen gerade in Zypern was den Kleinsparern drohen kann, auch wenn dieses Vorgehen fürs erste verhindert wurde ist es in meinen Augen nur noch eine Frage der Zeit bis irgendein anderes europäisches Land ein ähnliches Schicksal ereilt.

  6. Frank

    Hallo,
    als Teilzeitarbeiter habe ich auch nicht viel Geld zur Verfügung (dafür viel kostbare Zeit).
    Mich stört das Gejammere darüber, dass alle zu wenig verdienen und sich das Leben kaum noch leisten können.
    Es ist lediglich eine Frage der Prioritäten.
    Man muss den Konsumwahnsinn nicht mitmachen. Wenn man merkt mit wie wenig man eigentlich auskommen kann, dann stellt sich (zumindest bei mir war das so ) ein wohltuendes Gefühl der Freiheit und Zufriedenheit ein.
    Den Konsumwettlauf mit den Nachbarn, größeres Auto, exotischerer Urlaub…) braucht kein Mensch.
    Eine Radtour an derIsar, chillen in der Gartenlaube…, dass ist für mich Erholung pur.
    Wenn ich etwas wirklich ( auch nach mehrmaligem Drüberschlafen) möchte, dann wirds mit bestem Gewissen gekauft.
    Frank

  7. Benjamin Krüger

    So bei Punkt 5 scheiden sich die Geister. Also ich spar mir dank der Plastikkarte einiges an Flugkosten und die „Dinge“ des täglichen Lebens müssen so oder so gekauft werden. Der richtige Umgang macht allerdings den Unterschied.
    Aber noch ein Spartipp: MHD Reduzierte Ware im Supermarkt nicht links liegen lassen.

  8. D.K

    T. Harv Eker:
    So denken Millionäre

    Das Buch kann ich jedem nur ans Herz legen.
    Sehr gute Tipps, was u.a. das Sparen anbelangt und wie man zu mehr Geld kommt.
    Und es funktioniert, ich wende seine Tipps seit mehr als einem Jahr an.
    Riesen Dank an T. Harv Eker.

    Weiterhin sehr empfehlenswert (habe das Buch regelrecht verschlungen):
    „Der reichste Mann von Babylon: Erfolgsgeheimnisse der Antike – Der erste Schritt in die finanzielle Freiheit“

    Viel Spaß beim Lesen!

    p.s.

    Die Bücher sind die Investition wert!!

  9. Markus

    Weitere Punkte könnten sein:

    – Steuererklärung machen bzw. von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein machen lassen. Die Einsprüche meiner Beraterin, die ich bei selbst erstellter Steuererklärung nicht gemacht hätte, haben die Kosten für die nächsten 30 Jahre schon für den Berater gerechtfertigt.

    – Prepaid Handy mit 7,5 Cent pro SMS oder Minute anstatt 30 – 60 € monatlich für so ein Streichelhandy 😉 …oder vom AG zahlen lassen.

    – Evtl. ein Geschäftsauto wenn es vom AG möglich ist.

    – Wohnung bei Eltern ausbauen anstatt selbst ein Haus zu bauen.

    – Selbstbehalt bei Krankenkasse vorausgesetzt man ist gesund und jung.

    Nicht alle Punkte sind für jeden umsetzbar bzw. manche haben auch Nachteile! Es sind nur Möglichkeiten, die man nutzen kann, wenn man denn will!

    Auch sollte man sich ab und zu etwas gönnen und nicht zwanghaft eine asketische Lebensweise führen, wenn Sie einem nicht behagt. Auch unsere Wirtschaft muss laufen! 😉

    Der andere Punkt ist leider etwas bedrohlich: Sollten unserer Politiker auf die Idee / den Geschmack mit Enteignungen und Steuererhöhungen auf Sparvermögen aufgrund der ausufernden Staatsschulden und den vielen Versprechungen kommen, war leider vieles für die Katze…

    Aktien bzw. etf`s als Sondervermögen sollten eigentlich vor Enteignung sicher sein. Allerdings eine noch höhere Besteuerung würde die Attraktivität einer der sinnvollsten Anlageformen deutlich senken.

  10. Felix

    Und was macht ihr dann mit all der Kohle im Alter. Ich bin nicht gegen Sparen, ganz im Gegenteil. Allerdings darf die Grenze zum Geiz nicht überschritten werden.
    Zuviel Geld anzuhäufen, scheint mir auch nicht logisch. Wenn die Biographien von Warren Buffett stimmen, dann verbrachte er sein Leben im Wesentlichen damit in einem unschönen Büro die Geschäftsberichte von Firmen durchzuarbeiten, um Unterbewertungen zu erkennen und auszunutzen. Das ist ihm offensichtlich sehr gut gelungen. Zudem hat er sich schlecht ernährt (Cola und Burger), wenig bewegt und sein Leben in einem Provinznest zugebracht. Nun ist er so reich, dass er am Ende den größten Teil seines Vermögens verschenken muss. Dagegen (gegen das Verschenken) ist natürlich nichts einzuwenden.
    Seine Lebensführung würde ich aber trotz des angehäuften Vermögens eher als arm bezeichnen.

  11. Graf Dracula

    @Felix

    So ganz verstehe ich auch nicht, was toll daran sein soll, mit einem gigantischen Kontostand ins Grass zu beissen.
    Was bringt es denn, mehr Geld anzuhäufen als ich bereit bin, jemals während meiner begrenzten Lebenszeit auszugeben? Darin sehe ich keinen Sinn!

  12. Markus

    Man kann „Gutes“ damit tun!

    Ich denke Buffett ist stolz auf sein Lebenswerk. Vielleicht hätte er sich gerne mehr um die Familie gekümmert…

    Die meisten hier werden keine Multimillionäre! Aber finanziell frei von Arbeitgebern zu sein hat schon was. Man kann sich in aller Ruhe dann eine Arbeit suchen, die einen erfüllt und Spaß macht. Die wenigsten werden sich auf die Karibik in einen Liegestuhl legen. 😉 Evtl. wäre es auch zuerst sinnvoll eine Arbeit zu suchen, die einem Spaß macht. Nur haben manche Fehlentscheidungen getroffen bzw. nicht immer die Möglichkeiten gehabt.

    Geld macht nicht zwangsläufig glücklich aber frei! Es kommt auch auf den Charakter bzw. Persönlichkeit an!

    Lieber gönne ich einer starken Persönlichkeit viel Kohle, die damit viel bewirken kann, als das alle Mafiosi den Rest der Bevölkerung beherrschen. Mal simpel ausgedrückt! 😉

  13. Enrico

    Auto verkaufen geht allerdings nur in Gegenden, wo es Oeffentlichen Personennahverkehr gibt. Ergo deutsche Grossstaedte und New York (wo Tim ja wohnt).
    Hier in Kalifornien lauf ich die 20km zur Arbeit schneller als der Bus braucht. Bahn gibt es nicht. Danke GM!
    Leitungswasser trinken. Nette Idee, hier im Westen der USA unmoeglich, da das Wasser nicht sauber genug ist oder mit Chemikalien totgemacht (beides macht krank).

    Noch eine Idee: Kabelfernsehen abmelden. $60 und mehr im Monat um Werbung zu gucken…

  14. JM

    Leitungswasser trinken klingt gut, dann das deutsche Leitungswasser soll ja zumindest an der Quelle staatlich kontrolliert werden. So wie unsere Lebensmittel.

    Denn was steckt im Wasser, wenns bei unserem städtischen Altbau aus dem Hahn fliesst? Die Rohre sind teilwasse noch aus Blei. Und was ist mit mit Medikamenentspuren , die die Klärwerke nicht rausfiltern können? (z.B. Antibabypille, die neuerdings hochmodernen Ritalin & Antidepressiva und andere Drogen?) –
    Da investier ich lieber jeden Tag 1,50 in Gerolsteiner.

  15. tim schaefertim schaefer

    @ JM

    In New York haben viele Haushalte einen Brita-Filter oder im Kühlschrank sind Kohlefilter integriert.

    In einigen Wasserflaschen befindet sich übrigens nur Leitungswasser. Da wird oft eine Illusion verkauft. Das Edelwasser Voss soll z.B. angeblich reines Leitungswasser sein.

  16. Olaf Ebers

    Tolle Spartipps, meiner Meinung nach fängt es schon bei den finanziellen Gewohnheiten an!
    Die richtigen finanziellen Gewohnheiten und damit die richtige Einstellung zu Geld und zum Geld ausgeben, sind eine wichtige Grundvoraussetzung beim einsparen!
    1) Zettel, wo drauf steht „Ist das wirklich nötig“ in die Geldbörse legen! Mit diesem kleinen, jedoch sehr effektiven Trick, habe ich mein Ausgabeverhalten dauerhaft verändert, ohne wirklich große Entbehrungen zu erleiden, da ich vor jedem Kauf überlegt habe, ob ich dies wirklich brauche!
    2) Ich habe bemerkt, dass das meiste Geld für Kleinigkeiten raus geht! Und habe somit angefangen diese Ausgaben aufzulisten! Dadurch gebe ich heute viel bewusster Geld aus!
    3) Genau aus diesem Grunde habe ich angefangen einen Einkaufszettel zu schreiben und anschließend kaufe ich exakt das, was auf meinem Einkaufszettel steht, auch nur ein! Erstens kaufe ich heute viel schneller ein (Zeitersparnis) und zweitens lasse ich mich durch Lock- oder Werbeangebote nicht mehr beeinflussen – die Spontaneinkäufe – fallen weg und ich spare eine Menge Geld!
    Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen! Mir hat es geholfen!
    Viel Erfolg!
    Olaf Ebers

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