Sieben Börsenfehler, die an Ihrem Vermögen nagen


New York, 6. Mai 2012

Immer wieder machen Menschen beim Investieren die gleichen Fehler. Ich habe heute sieben Punkte zusammengestellt, die Ihrem Vermögensstock einen schweren Schaden zufügen. Ich mache diese Fehler selbst, insofern muss ich selbst lernen. Das sind die sieben verflixten Fehler:
Fehler Nummer eins: Sie haben Schulden.
Sie haben Ihr Girokonto überzogen, zahlen saftige zwölf Prozent Zinsen. Oder Sie nehmen andere Kredite in Anspruch. Tilgen Sie erst Ihre Schulden, bevor Sie mit dem Aktien-Sparen beginnen. Denn die Kreditzinsen sind teuer. Es ist Unsinn einerseits Kreditzinsen zu bezahlen und gleichzeitig mit dem Aktiensparen zu beginnen. Schulden sind Gift für Ihr Vermögen. Aktien würde ich niemals auf Pump kaufen, das ist teuer und viel zu riskant. Wenn andere damit erfolgreich sind, dann mag das sein. Es gibt genug Fälle, in denen Anleger alles verloren haben. Ich klammere hier einmal Hypotheken aus.

Fehler Nummer zwei: Im Tief aussteigen.
Verkaufen Sie keine Standard-Titel, wenn Sie einmal absinken sollten. An Ihren Kernpositionen sollten Sie festhalten. Mag kommen, was will. Besitzen Sie Procter & Gamble, Siemens, Adidas, SAP, Henkel, Exxon, BP, Pepsi, Coca-Cola … – da kann es natürlich jederzeit zu einem heftigen Kursrutsch kommen. Diese Aktien erholen sich aber immer wieder. Haben Sie Geduld! Die meisten Anleger machen den Fehler, in solchen kritischen Phasen, in Kursabschwüngen, auszusteigen. Sie sollten eigentlich das Gegenteil tun: In Krisenphasen stocken Sie besser auf!

Fehler Nummer drei: Chancen verpassen.
Anstatt ein Pessimist zu sein, zahlt es sich an der Börse aus, ein Optimist zu sein. In einem Crash oder nach langer Korrekturphase sollten Sie mehr Aktien kaufen. Stocken Sie Ihre Positionen auf. Es klingt absurd, ist es aber nicht: Krisen sind ein gefundenes Fressen für die reichsten Menschen der Welt. Die Milliardäre sehen gewaltige Chancen, wenn die Masse von der puren Angst erfasst wird.

Fehler Nummer vier: Handeln.
Verkaufen Sie Ihre Aktien nicht. Halten Sie an ihnen fest. Wenn Sie erstklassige Qualitätsaktien besitzen, warum wollen Sie diese verkaufen? Es gibt keinen Grund zum Verkauf. Das Aktienvermögen sollten Sie langfristig aufbauen. Nur so können Sie im Alter von den Dividenden und dem Zinseszinseffekt profitieren. Die Courtage, die Marge zwischen dem Bid- und Ask-Preis, die Steuer – all das macht den erfolgreichen Aktienhandel schwierig. Ganz abgesehen von unseren Emotionen, die uns einen Strich durch die Rechnung machen. Neben Ihrem Aktienvermögen sollten Sie ein ausreichendes Bargeld-Vermögen für Notfälle aufbauen, das Sie durch drei bis vier schwere Monate bringen kann (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Unfall etc.). Buy and Hold ist die bessere Strategie.

Fehler Nummer fünf: Zu spät ans Alter denken.
Fangen Sie in jungen Jahren mit dem Aktiensparen an. Je jünger Sie sind, desto besser. Menschen haben das Problem, dass sie viel zu lange warten. Dann ist es meist zu spät, um ein ausreichendes Polster anzusparen.

Fehler Nummer sechs: Jedem Trend folgen.
Je langweiliger ein Unternehmen (Nahrungsmittel, Öl, Getränke, Autos), desto solider sind sie in der Regel. Heiße Trends im Internet können sich rasant wandeln. Internet-Buden, heiße Biotechs oder kleine Technologie-Aktien eignen sich allenfalls als Beimischung zum langfristigen Vermögensaufbau.

Fehler Nummer sieben: Zu hohe Erwartungen.
Suchen Sie nicht nach dem nächsten Kursverdoppler. Das sind meist teure Wachstumsaktien, die schnell abstürzen können. Weniger ist an der Börse mehr. Versuchen Sie auch nicht, die Kursentwicklung vorherzusagen. Es macht keinen Sinn, sich auf bestimmte Kursziele zu konzentrieren. Kein Mensch kann Kursverläufe mit Sicherheit prophezeien. Wenn dann ihr Zielkurs nicht erreicht wird, sind sie enttäuscht und steigen aus. Womöglich ist das Folgejahr umso besser. Ich erlebte das schon oft. Es ist wie verflixt. Hatte ich eine Aktie verkauft, lief sie anschließend umso schneller nach oben. Wenn sich ein Kurs lange Zeit seitwärts bewegt, ist das ebenfalls kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. Manchmal kommt es für die eigenen Nerven noch viel schlimmer: Sie kaufen eine Aktie beim Kurs von 30 Euro. Danach muss der Kurs einfach auf 23 Euro zurückfallen, bevor er später auf 40 Euro marschiert. Wer Qualität einkauft, braucht sich nicht zu sorgen. Die Kurse schwanken nun einmal. Finden Sie sich damit ab. Akzeptieren Sie das.


tim schaefer (Author)

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