Schulden machen unglücklich


New York, 9. Mai 2016
The Minimalists:

The Minimalists: Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus leben ein bodenständiges Leben: Mit wenig Sachen, gesünder, mit mehr Menschen. Sie helfen anderen in ihrem Blog auf unnötigen Konsum zu verzichten. Eine Lebenskrise brachte sie zu ihrem einfachen Lebensstil.

Tom Shadyac war in Hollywood ein bekannter Regisseur. Er schwamm auf der Erfolgswelle. Er produzierte Kassenschlager mit Jim Carry und Eddie Murphy. Shadyac flog mit einem privaten Jet um die Welt, besaß eine riesige Villa in Los Angeles, kaufte Luxusgüter wie im Rausch. Bis eines Tages ein Fahrradunfall sein Leben schlagartig änderte. Er zog sich Kopfverletzungen zu. Er stürzte in eine Sinnkrise.

Der Multimillionär beschloss sein konsumorientiertes Leben zu ändern. Er verkaufte seine Villa, gab den Jet auf. Der Regisseur zog in eine kleine Bude, lebte fortan bescheiden, spendete große Summen. Er machte mehr Sport. Er nahm eine Dozententätigkeit auf.

Shadyac machte eine Dokumentation über sein neues Leben. Er interviewte Philosophen, Menschenrechtler, Umweltaktivisten über den Sinn des Lebens. Der Film heißt „I Am“:

Shadyac kaufte kürzlich für 3,2 Millionen Dollar die bankrotte Stadt-Halle Soulsville in Memphis. Er will aus dem gigantischen Immobilienobjekt ein soziales Projekt machen. Es soll ein Gemeinschaftshaus für die Bürger mit Restaurants, einem Theater, Fitnessraum sowie Cafés entstehen.

Solche Sinnkrisen kommen immer häufiger in unserer Konsumgesellschaft vor.

Joshua Millburn kletterte schnell die Karriereleiter hinauf. Er verdiente gut. Mit seiner Frau lebte er in einem großen Haus. Sie fuhren luxuriöse Autos und füllten das Eigenheim mit Zeug. Der Konsum machte das Paar aber nicht glücklich. Im Gegenteil. Die Konsumschulden erzeugten Stress samt Angst. Die Ehe zerbrach. Als Millburn 30 Jahre alt war, beendete er den Konsumrausch. Er verkaufte seine Sachen. Er schreibt einen Blog über sein neues minimales Leben. Er ist sportlicher. Besitzt weniger Sachen.

Sein Freund Ryan Nicodemus war so beeindruckt von Millburns neuem Leben, dass er seiner Philosophie folgte: Weniger Zeug, weniger Konsum, mehr soziale Kontakte, mehr Sport, gesündere Ernährung.

Die beiden Freuden nennen sich „The Minimalists“. Sie machten diese Dokumentation über ihr neues Leben:

Ich erlebe oft, wie sich Menschen enorm verschulden. Sie kaufen Häuser, Autos, Kleidung, Urlaube… auf Pump. Jeden Monat müssen sie ihre Schulden bezahlen. Mit dem Geld, das sie für die Kredite bezahlen, könnten sie etwas anderes machen. Das ist eine moderne Form der Sklaverei – die Schulden.

Zu wissen, dass Sie jemanden viel Geld schulden und zu denken, das sei in Ordnung, ist eigentlich traurig. Denn es zeigt ja im Grunde: So ein Lebemensch lebt über seinen Verhältnissen. Millionen Menschen gehen pleite. Wegen des Geldes gehen massenweise Ehen in die Brüche.

Was ist am Leben im Konsumwahn so großartig? Es ist ziemlich leer. Ich habe es selbst erlebt. Leben Sie Ihr Leben bedeutungsvoller. Dazu sind keine Luxusgüter und keine Schulden notwendig. Schulden sind im Prinzip etwas Dummes. Denn die Schuldenmacher kennen ihre Grenzen nicht. Zumindest hat es den Anschein.

Der ganze Kram im Keller, im Dachboden, in den Schubladen und Schränken ist eigentlich nicht sonderlich bedeutungsvoll. Je größer Häuser sind, desto mehr kosten sie. Steuern, Putzen, Heizen, Pflegen, Reparieren, Renovieren… Die Leute verstehen allein diese Logik manchmal nicht.

Übrigens die beiden Minimalisten zwitschern herrliche Weisheiten in die Welt hinaus:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Schulden machen unglücklich

  1. Christoph

    Also Philantrop.

     

    Wobei das beste was man einer Gemeinde tun kann ist Jobs!

    Besser als das Gemeinschaftshaus wären Jobs durch eine eigene Firma. Wobei das natürlich eine tolle Sache ist.

     

    ich würde mir mal wünschen, dass die Reichen viel mehr für Tiere machen. Denn die können nichts für die dumme Menschheit

  2. Tobias F.

    Keine Schulden wenn es irgendwie geht, ganz klar. Ausnahmen: Gründung eines Unternehmens oder evtl. Eigenheim, hie raber mit Bedacht.

     

    Mal was anderes: Ein sehr guter Buchtipp: The Buy Side von Turney Duff! ICh richtiger Insiderroman, welcher zu 99% autobiographisch ist.

     

    Eine von vielen  interessanten Geschichten aus dem Buch: Wie machen HedgeFondsManager ihre Geld? Sie kaufen morgens große Positionen. Wenn dsich der Wert im Laufe des Tages steigert wird verkauft und der Gewinn auf das Privatkonto gebaucht. Wenn der Wert nicht steigt oder fällt werden die Positionen als Kauf des Fonds gebucht. So machen diese Herren ihre Gewinne, völlig risikolos!

  3. Christoph

    @Tobias: Nicht zu vergessen die Gebühren die die kassieren!

    Die NW Polizei hat lange Zeit die Pensionen über eine Hedge Fond laufen lassen. Die Gewinne waren schön. Bis jemand merkte: Huch da ist ja noch die Gebühr fällig und schwups war der Gewinn sehr gering.

    Ich glaube 5% Gebühr und 20% vom Gewinn sind etwa normal bei Hedgefonds.

     

  4. Heinz

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade einen interessanten
    Artikel in der Zeit (online) „Armut in den USA – Ein Leben im Dispo“ gelesen.

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/armut-usa-kredite-schulden-ersparnisse

    In den Kommentaren finden sich weitere Infos, z.B.:

    Viele Unternehmen bieten keine 401k Möglichkeiten an und selbst dann muss man genug Geld verdienen um etwas sparen zu können.

    Fragt sich für mich, wie lange wird das Sozialsystem, das Krankenversicherungs- und Rentenversicherungssystem in D, Europa, USA etc. sich noch halten können ?

    Die Migrationsbewegungen deuten doch schon darauf hin, dass der Wohlstand durch Globalisierung nicht steigt. Weitere Probleme wie Automatisierung, Arbeitslosigkeit und Demografischer Wandel werden von der Politik gekonnt aufgeschoben. Ich bezweifele, dass sich unter den Gesamtumständen noch langfristig halbwegs akzeptable Renditen (nach Steuern) ergeben. Aber welche Wertsicherungsmöglichkeiten soll es noch geben ?

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tobias F.

    Ich habe mit Turney Duff ein langes Gespräch geführt. Er ist echt ein super Typ. Er hat ein großes Herz. Seine Tochter ist ihm unheimlich wichtig. Er sagt, seine Zeit beim Hedgefonds war eine Katastrophe mit all den Drogen und der Geldgier. Jetzt sei er viel zufriedener.

    http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/investor/4697623/Bestellerautor-Duff_Ich-vermisse-die-Intensitaet-des

     

    @ Heinz

    „Die Zeit“ liest ganz gerne das Magazin „The Atlantic“, wie es scheint. (Als Anregung ist das ja vollkommen in Ordnung.)

    http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2016/05/my-secret-shame/476415/

    Es stimmt schon, dass es die Mittelschicht nicht leicht hat: Jobunsicherheit, keine Guthabenzinsen, keine Betriebsrenten mehr, Automatisierung, Jobverlagerungen, gesetzliche Rente trocknet aus, unseriöse Kreditkartenangebote mit Zinssätzen von 16 oder 19%…

    In Australien ist das eigenständige Sparen für die Rente Pflicht, in den USA ist es freiwillig. Australien macht es mit der Pflicht besser. Denn viele Menschen machen es einfach nicht, wenn sie nicht gezwungen werden.

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mr. Braun

    Danke für den Link. Gastautor Gottfried Heller hat das amerikanische Rentensystem gut beschrieben. Es ist deutlich intelligenter strukturiert als das deutsche System mit Riester. Es liegt an den alten Behördenstrukturen in Berlin, die von den Wertpapiermärkten wenig Ahnung haben (oder gar keine Ahnung haben) und lieber auf versicherungsbasierte Produktkategorien setzen (Kapitalgarantie).

  7. vonaufdenboden

    @Tim @Heinz

    Danke für den link!

    In diesem Artikel ist wieder klar zu erkennen, dass viele Menschen in die Armutsfalle tappen, weil sie mit Geld einfach nicht umgehen können.

    Man sollte doch als Single (Familie) mit einem Nettojahreseinkommen von €18k (€24k) über die Runden kommen können. Wenn aber bereits mit 20% des Einkommens Konsumkredite bedient werden müssen, dann wird es schwierig.  Wie kann jemand dem Staat oder dem „System“, wie es dann einige nennen, die Schuld geben, dass am Monatsende nichts mehr übrig bleibt, weil 20% oder mehr an Konsumschulden abgebucht werden. Das ist mir zu einfach!

    Ich beobachte auch sehr, sehr oft, dass Menschen die rauchen, viel Geld für Alkohol ausgeben, Lottoscheine kaufen, ständig telefonieren oder alles gleichzeitig machen, jammern, dass am Ende des Monats nichts mehr bleibt und der Staat doch dafür sorgen soll, dass sich das gefälligst ändert. Auch das ist mir zu einfach!

    Die oben genannten Gründe sind zu einem hohen Prozentsatz dafür verantwortlich, dass am Monatsende (oder sehr oft schon vorher) einfach kein Geld mehr da ist.

    Dann gibt es Menschen, die es wirklich schwer haben: Alleinerziehende Mütter, oder jene die einen Schicksalsschlag hinnehmen mussten, etc. Da brauchen wir den Staat. Der soll die Steuergelder so einsetzen, dass genau diese Gruppe von Menschen ordentlich über die Runden kommen. Es würde auch viel mehr für jene übrig bleiben, die es wirklich brauchen, wenn andere, die es von Natur aus eigentlich könnten, mehr Verantwortung für sich selbst und dem unmittelbaren Umfeld übernehmen würden, anstelle ständig zu jammern und die Schuld bei anderen zu suchen.

    Gruss,

    vonaufdenboden

     

  8. Leon

    @VonaufdenBoden

    Ich verstehe und teile Deine Argumentation der Selbstkritik!

    Nur wenn man sich die Entwicklung der USA und des Wirtschaftssystems seit den 80er ansieht, frage ich mich, ob die Lobhudelei und Vorbildfunktion wirklich gerechtfertigt ist…

    Für mich sieht es aus wie Wohlstand auf Pump inkl. einer großen Illusion, der viele Menschen verfallen sind.

    Sicher können ein paar „Priviligierte“ von den Umständen (gewaltig) profitieren.

    Wenn aber die Allgemeinheit keine Reallohnzuwächse mehr schafft und zusätzliche Schulden immer weniger Wirtschaftswachstum anschieben kränkelt etwas am System (inklusive der Gesellschaft die zum System dazu gehört).

  9. valuetradeblog

    @ Tobias F.

    tja, dass ist mal ne ander Variant von „des einen Gewinn ist des anderen Verlust“.

    Sehr skandalös das ganze. Danke für den Buchtipp!

    Ich kann mich noch an das Buch von diesem „City-Boy“ aus London oder von diesem Goldman-Aussteiger erinnern. Habe ich auch gerne gelesen.

  10. Christoph

    Ich meinte natürlich NY = New York

     

    Neulich warbei Lanz ein Mann der keine Arme und Beine hatte. Er ist ein großer Otimist, reist viel, hält Vorträge usw. Er macht aus seinem Leben etwas.

    Er ist natürlich auf einen Rollstuhl usw angewiesen, kann aber zB Auto fahren.

    Da hatte er aber auch Ärger. Er braucht natürlich ein spezielles Auto. Das wollte die Krankenhase erst nicht bezahlen. Auto wäre Luxus.

    Also da bekomm ich die Krise! Da ist ein Mensch der eh schon vom Schicksal gebeutelt ist, der aber was aus seinem Leben macht und dann sowas.

    Am Ende bekam er es aber.

     

    Nun aber der Hammer!

    Das Thema war Altersvorsorge. Da sagte er, dass er da gar nichts machen kann.

    Denn alles was er über 2.300 Euro anspart muss er dem Staat geben.

    Also auf deutsch: Egal ob er faul den ganzen Tag auf dem Sofa hockt oder etwas macht und Geld verdient, am Ende bekommen beide die gleiche Rente.

    Gilt auch für private Vorsorge.

    Da kann man sich doch nur an den Kopf greifen.

     

     

  11. Christoph

    @All:

    Mir ging es früher auch oft, das ich viel wollte. Hatte ein Zeit lang fast eine Sucht nach Blurays zB.

    Aber man wird ja älter und weiser *gg*

     

    Im Prinzip sollte man sich eigentlich immer nur eine Frage stellen:

    Hat das was ich tue oder was ich kaufe Einfluß darauf wie ich mal auf mein Leben zurückblicke?

    Wenn ich alt bin, und alle 3 Jahre einen neuen T V habe, ein neues Auto etc sagt das etwas über mich aus? Ich denke nein.

    Aber wenn ich mein Geld sinnvoll ausgebe, vielleicht ehrenamtlich arbeite und ich dann mit 90 zurückblicke dann kann ich viel eher sagen: Ja ich hatte ein Leben das sinnvoll war.

     

    Genau das sollte man immer bedenken: Ist mein Leben sinnvoll wenn ich das kaufe?

     

     

     

  12. Fatz

    Das ist ja richtiges Brainwashing: …
    Wobei wieder stimmt, dass man als Armer, Alter, Kranker, Arbeitsloser schon alles verloren haben muss, bevor man „ein freundliches Gesicht“ gezeigt bekommt.

    „Keine Altersvorsorge kann auch richtig sein

    Nur ein paar Kauze haben Spaß am Thema Altersvorsorge. Wer davor flüchtet, handelt durchaus rational.“

    http://www.faz.net/-hbv-8gvzn

  13. Vali

    @Fatz, sehr guter Artikel, danke! Die verständnisvoll kritische Betrachtung der Vorsorge fürs Alter.

    Neulich sprach ich mit einem Immobilienunternehmer. Er meinte, Immobilien sind gut, aber er möchte jetzt auch mal in Aktien investieren. Dann sah er auf den Dax… „Was immer noch unter 10000 Punkten? Apple? Warum ist Apple so abgeschmiert….?“

    Ich natürlich: „Jetzt kannst du einsteigen?“ 😉

    Er: „Wozu? Damit ich in zwei Jahren im Minus bin… da nehme ich lieber noch eine Immobilie dazu…“

    Was ich damit sagen will: Viele wollen sparen und investieren, aber da dies in Deutschland nicht steuerlich gefördert wird wie in den USA, trauen sich viele nicht in den volatilen Dax. ETFs sagen ihnen wenig. US-Unternehmen sind währungsabhängig. Was ist, wenn der Euro/Dollar in einem Jahr bei 1,50 ist?

    Es ist schwierig jemanden zu überzeugen, für sein Alter vorzusorgen, wenn er gerade 3 Kinder zu ernähren, zu kleiden oder auszubilden hat.

    Und diese Minimalisten – alles gut, versuche ich auch – aber wenn sie mal Frau und 2-3 Kinder bekommen, werden sie sehr schnell merken, dass dieser Single-Minimalismus so im realen Leben überhaupt nicht funktioniert. Katzen und Hunde zahlen auch keine Rente, und sie essen noch mehr Fleisch als ich und die Kinder zusammen… Christoph 😉 Da bin ich eher für Bildung….

    Es geht nicht mal um den neuesten Fernseher, oder iPhone, es geht darum, dass das Kind neue Schuhe braucht, für Sport, Hausschuhe für die Schule, dann extra für Zuhause, dann nochmal für Draußen und für Sommer und Winter. Aktuell braucht mein Sohn mind. 6 Paar neue Schuhe. Meine Tochter auch. 12 Paar neue Schuhe müssen her… Dann braucht er ein neues Fahrrad,  da sie bald einen Fahrradführerschein machen… sein altes gebrauchtes ist ihm zu klein.

    Ich trage die alte Kleidung meiner Tochter, weil sie so schnell wächst und kaufe nur noch für sie neu… Wir verdienen gut und zahlen keine Miete, haben eine kleine Hypothek auf die zweite Wohnung… Aber die Menschen um mich herum, – die kämpfen teils richtig… da verstehe ich, dass sie kein Geld für volatile Aktienspekulationen haben… sie schauen, dass sie die Familie in ein sicheres Eigentum bringen, das sie im Alter abbezahlt selbst bewohnen können. Das finde ich richtig. Dann ist man vor dem schlimmsten geschützt. Ob Geld für Aktien übrig bleibt und man die Nerven jahrelang behält, damit Schäuble 27% einstreicht… das kann nicht jeder…

    Heute auch ein wenig kritisch 🙂

  14. Stefan

    Apropos Altersvorsorge…

    Ich bin gestern auf ein Papier gestoßen, dass die FDP vor zwei Wochen veröffentlicht hat. Ein Lichtblick, auch wenn es sich nur um eine kleine Partei handelt.

    https://www.fdp.de/sites/default/files/filefield_paths/2016_04_24_bpt_altersvorsorge.pdf

    „Angestellt, Vollzeit, unbefristet – diese „Norm“ prägt bis heute jede sozialpolitische Debatte. Die Realität ist bunter. Altersvorsorge muss daher nach unserer Überzeugung künftig als System begriffen werden, in dem unterschiedliche Elemente aus dem gesamten Leben kombiniert und mitgenommen werden. Da hierzu auch private, auch aktienbasierte Vorsorge gehört, muss hier künftig jeder gleich gefördert werden – egal ob angestellt oder selbstständig. Der Staat sollte hierbei sinnvolle Dienstleistungen erbringen, z. B. ein Onlineportal bereitstellen, das jederzeit Transparenz über die Summe der eigenen Ansprüche schafft.

     […]

     Um die kapitalgedeckte Altersvorsorge zukunftssicher und attraktiv zu machen, sind die Vorgaben der Kapitalanlage für das Sicherungsvermögen an internationalen Standards zu orientieren. Hierzu gehört es auch, bei der geförderten Altersvorsorge zwischen Produkten mit und ohne Beitrags- und Zinsgarantie wählen zu können und für Produkte mit höheren Ertragschancen zu öffnen.

     […]

     Es soll nicht ein Großteil in festverzinsliche Wertepapiere investiert werden müssen, sondern vermehrt Aktien und alternative Anlageformen erworben werden können. Wir wollen, dass durch Deregulierung und einfache und unbürokratische Förderung die unterentwickelte Aktienkultur in Deutschland gesteigert wird, um die Mitte der Gesellschaft an den wirtschaftlichen Chancen der Globalisierung teilhaben zu lassen. Der langfristige Planungshorizont erlaubt es, temporäre Marktschwankungen auszuhalten.

  15. Felix

    @ Vali

    Sehe ich genauso! Die Mehrheit zum Aktiensparen bringen zu wollen, halte ich auch für nicht sinnvoll. Familien, die gerade so über die Runden kommen, sollten tunlichst die Finger vom volatiler Aktienmarkt lassen. Das halten Sie mental nicht durch.

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Danke für das neue Programm der FDP. Das hat ja lange gedauert – aber immerhin. Die haben das gut formuliert. Ich stimme dem Konzept voll zu. Leider hat die FDP nicht mehr das Gewicht. Vielleicht ändert sich ja was in Deutschland.

    Wir brauchen eine intelligente, rentierliche und gebührenschonende Altersvorsorge, die zum Teil auf Produktivkapital (sprich Aktien) setzt.

    Ich frage mich, warum können das Länder wie Australien, England oder USA umsetzen und wir nicht? Ich denke, es hängt mit dem Wissensmangel im Reichstag zusammen. Den Aktienmarkt verstehen leider wenige in Berlin.

  17. Christoph

    @Stefan und TIm: Ja Rösler sei Dank verschwand die FDP.

    Lindner macht derzeit aber ein bißchen Boden gut. Ich mochte die FDP unter Westerwelle sehr. Denn die haben die Realtität im Sinn. Wer arbeitet muss mehr haben als der der nicht arbeitet. Und auch die Unternehmer dürfen nicht extrem belastet werden wie zB die Linke fordert. Denn die Unternehmer schaffen Arbeitsplätze.

    @Vali: Also du kannst dir doch ruhig auch mal was nettes gönnen. Ja Kinder im Wachstum da sind Klamotten heute passend und 3 Monate später zu klein ;o)

    Ja das mit den Tieren. Mein Wuff war ja sehr krank. Er bekam dann teures Bio Futter während ich für mich bei Aldi einkaufte *gg*

    Er war dadurch im Monat auch deutlich teurer als ich. Aber nicht mal geputzt hat er *gggg*

     

    Dein Immobilienmaklerbekannter ist so ein typisches Beispiel. Hast du ihm nicht erzählt das der Kurs eigentlich egal ist, solange man Dividendenunternehmen kauft die solide sind?

     

    Ich denke eigentlich kann jeder ein bißchen sparen. EIn Sparplan fängt bei ,€ 25 an. Das wird sicher jeder schaffen, selbst wenn man wenig verdient. Aber meistens sind dann andere Dinge wichtiger wie ne teure Handy Flat für 40 Euro, anstatt zB Aldi für 8 Euro zu nehmen. Das wären schon 32 Euro die mal zum Aktiensparen nehmen kann.

     

  18. Leon

    Ich finde es sehr schwierig richtig zu differenzieren…

    Sind die 401 k Instrumente nicht sowieso schon für die „Gutverdiener“ in den besseren Firmen?

    Ist Amerika für die Allemeinheit als Vorbild wirklich tauglich, bzw. gibt es nicht noch bessere Vorbilder?

    Ist Klientelpolitik nicht in jedem Land zu finden, je nach Stärke der jeweiligen Branche?

    Kann Kapitalismus und das Zinseszinssystem nachhaltig sein?

  19. Christoph

    Heute wurde für http://www.marineharvest.com/

    die neue Quartalsdividende bekannt gegeben. 1,70 nordische Kronen. Yeah

    leztes Jahr waren es 1,3  2014 1,1 Kronen.

    Ich habe die noch günstiger als derzeit ergattert, für mich aber weiterhin ein Kauf.

    Im März war es noch eine Rendite von 5,3% jetzt sind es 6,36%

    Und das tolle ist, es fällt keine Quellensteuer an.

     

    Vielleicht ist Marine ja auch für andere hier ein langzeitinvest. Denn der Nahrungsmittel bedarf steigt aber man muss ja weg von der Viehhaltung.

     

  20. tim timmer

    @Christoph:

    Ich habe mich auch gerade gefreut. Liegt natürlich auch an den hohen Lachspreisen.

    Man sollte allerdings auch bedenken, dass die NOK gerade so wenig wert ist im Vergleich zum Euro. Ich befürchte, dass da nach der Umrechnung fast das gleiche rauskommt, wie vor drei Monaten. 😀

    Allerdings habe ich gerade eben nochmal nachgekauft, um eben das auszunutzen.

    Zumal ich glaube, dass die Lachsnachfrage in den nächsten Jahren immer weiter steigen wird und sich auch die NOK wieder erholen wird, wenn der Ölpreis ansteigt.

     

  21. Christoph

    @Tim timmer: Ja das sehe ich genauso. Ist für die Zukunft ein tolles Invest.

     

    Wegen den Kursen: Da mache ich mir keine Gedanken. Aktuell ist er ja fast gleich mit März 2016 und November 2015.

    Und auch bei US Aktien sage ich immer, der Kurs hat immer Vor und Nachteile. Ist der USD stark, hat man eine tolle Dividenden aber die Unternehmen verdienen weniger. ANdersum leidet die Auszahlung ein wenig, aber den Unternehmen geht es besser, was auf lange sicht besser ist.

    Also am Ende bleibt es fast gleich solange es nicht extrem wird.

     

     

     

  22. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @DivSky,

    ich denke, die Dividende ist ein „Return of Capital“. Also keine Verteilung von Gewinn. Das wird von manchen deutschen Firmen wie Telekom und Post auch gemacht, und als „steuerfrei Dividende“ bezeichnet.

    Marine Harvest schreibt: „A quarterly dividend of NOK 1.70 per share will be paid out to the shareholders as a repayment of paid in capital.“ (Quelle)

    Normalerweise reduziert sich in solchen Fällen der Einstandspreis, und man muss später die Steuer beim Verkauf auf einen dann um die Senkung höheren Kursgewinn zahlen.

    Wenn man Pech hat, dann senkt die Depotbank den Einstandspreis und kassiert dennoch fälschlicherweise die „KESt“.

    Heute spielt Lynx bei  mir auch mal den Spielverderber. Bisher habe ich immer nur 15% Quellensteuer auf US-L.P.s (wie KKR usw.) abgezogen bekommen.

    Jetzt habe ich gerade gesehen, dass bei der aktuellen Distribution/Dividende 40% einbehalten werden. Habe eine Mail geschrieben und warte auf Antwort. Ich denke, Lynx (IB) tritt (darf nicht mehr?) selbst als Käufer auf, sondern der Depotinhaber als Auslandskäufer. Dann würde das Sinn machen: „This announcement is intended to be a qualified notice under Treasury Regulation Section 1.1446-4(b), with 100% of the partnership’s distributions to foreign investors attributable to income that is effectively connected with a United States trade or business. Accordingly, […] distributions to foreign investors are subject to federal income tax withholding at the highest applicable tax rate.

    Aber nur Vermutung.

    Wenn das dauerhaft so bliebe, dann hätte das natürlich keinen Sinn mehr. Dann müsste man sich auf ETFs/CEFs mit L.P./MLPs beschränken (Beispiel FEI).

    Na ja, schaun mer mal.

    MS

     

  23. Christoph

    Ja ist eine Kapitalauszahlung. Daher keine Qsteuer. Sehr schöne Sache ;o)

    Und Marine Harvest ist ja das weltgrößte Lachs Aquafarm Unternehmen. Zwar kein Burggraben, aber dennoch sehr gute Aussichten.

     

    Ist das mit dem Verkauf von der T Aktie eigentlich wirklich so? Habe das bisher immer mal als Gerücht gehört, aber nichts festes.

  24. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Christoph,

    T-Aktie und Post habe ich. Ja, das wird so gemacht. Mein „Kaufpreis“ der T-Aktie ist inzwischen 6,885 EUR (so tief ist sie nie wirklich gestanden), bei Post 9,137 EUR. Telekom habe ich so um 9-10 Euro gekauft. Weiß nicht genau. Post mal so um 11-12 Euro.

    Wenn das lange genug so geht, dann kann man letztendlich sogar einen negativen Einstandswert bekommen.

    MS

  25. Mr. Braun

    @MS

    Würd mich auch interessieren was bei der LP Quellensteuer geantwortet wird. Hab das gleiche Problem.

  26. DivSky

    @MS und Christoph,

    vielen Dank. Ist ein Wert für das Junior Depot 🙂

    Aber wenn der EP dann negativ ist, kann man dann die Aktien noch verkaufen?

     

    @MS und Mr. Braun,

    habe jetzt PSEC im Depot und da werden irgendwie nur 15% abgezogen.

     

    @MS

    Dynagas haste keine Probleme mit 40%..sind nur normale 25%

  27. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @DivSky,

    Dynagas (DLNG) flimmerte heute auch mal übern Schirm. Normal lief ja immer alles ganz prima. Mal sehen was die antworten.

    PSEC ist ein ewiges Drama, die ganzen BDCs ein Trauerspiel. 15% sind bisher überall normale Quellensteuer bei mir. Egal ob REITs, BDCs usw.

    Klar kannst Du mit negativem Einkaufspreis normal verkaufen. Telekom Kurs meinetwegen 15 Euro, gesenkter „Einkaufspreis“ nach ewig vielen steuerfreien Dividenden -5 Euro. Dann hast Du  bei Verkauf einen Kursgewinn von 20 Euro pro Aktie zu versteuern. Der echte Kaufpreis war vielleicht 10 Euro. Wenn die Dividenden normal versteuert worden wären, dann wäre der Einstandspreis weiterhin 10 und man müsste 5 Euro Kursgewinn versteuern.

    Heute gab es wieder Dramen… Macys, Fossil, geplatzer Merger ODP-SPLS…

    Habe endlich im Plus meine lange mitgeschleppten IAG (Iamgold) verkauft und in einen Eurowerte-ETF gesteckt.

    MS

  28. DivSky

    Oh ja, sehe das gerade mit Staples. 20% im Minus.

    Ist evtl. ein guter Grund einzusteigen. Hast DU SPLS im Depot bzw. wie schätzt Du sie ein? Zahlen immerhin 4,4% Dividende.

    Haben fast:

    Buchwert je Aktie
    7,324 €

    erreicht.

    Staples sieht von den Zahlen sehr Gesund aus würde ich meinen. In Deutschland war ich noch nie einen Staples Store!

  29. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @DivSky,

    nein, habe keine SPLS. Ich hatte vor Jahren mal Office Depot (ODP) 2009 für 2,xx USD gekauft und Jahre rum geschleppt. Da war ich immer auf Kursgewinne und deren Realisierung aus. Damals war Staples immer über 20 USD, und ich war der Überzeugung, die wären sinnvoller gewesen (heute nach Jahren nur 8,50 USD). Aber ich wollte ja eine Erholung erwischen. Bei ODP kam es dann mal wegen Merger-Gerüchten 2014 zu einem starken Anstieg, den ich endlich zum Ausstieg nutzen konnte.

    Bei mir gibt es einen Staples-Store in der Nähe. Habe dort auch schon gekauft, aber finde ihn nicht sonderlich vorzeigbar. Die Aktie sieht gar nicht so schlecht aus. Ist aber trotzdem nix mehr für mich. Müsste man wissen, was die für eine Stellung in Amerika haben. Hier kommen die auf keinen grünen Zweig. 

    MS

     

  30. Freelancer Sebastian

    Als Vater von drei Kindern kann ich Vali nur beipflichten. Neben Schuhen stand bei uns gerade eine Klassenfahrt an – 220€.

    Die (finanzielle) Lebenswelt von Singles und Familien liegt doch um einiges auseinander. Sparquoten von über 70% sind für uns definitiv nicht drin. Die 35%, die wir packen, reichen aber auch schon.

    Und das Familienleben läßt sich mit Geld eh nicht aufwiegen…

    Ansonsten kann ich Tims Intention nur zustimmen. Weniger ist mehr. Der ganze (Konsum-)Kram nimmt Raum und Lebensqualität.

  31. Christoph

    Naja das vergleichen familie ist teurer als single stört mich schon immer

    Vorausgesetzt beide arbeiten, was heutzutage oft vorkommt, hat die familie mehr geld zur verfügung.

     

    Ein Single muss allein die miete, internet, GEZ, Elektrogeräte, Hausrat usw bezahlen. Bei der Familie machen das 2 Einkommen. Wenn alle 3 das gleiche verdienen, hat es die Familie einfacher.

    Und für die 190 Euro Kindergeld kann man schon mal jeweils das Essen für einen ganzen Monat für das Kind locker bezahlen.

    Dann kommen natürlich noch Kleidung und taschengeld dazu.

    Nehmen wir mal an beide Eltern verdienen zusammen 3.500 netto (einmal voll einmal 1/2 oder 3/4 stelle)

    3.500 + 2×190 Kindergeld = 3.900 (besser zum rechnen)

    Wohnung: 1.200 warm

    Essen: 500,00

    Kleidung Eltern: 400

    Kinder Kleidung und Taschengeld 400

    ZwischenRestSumme: € 1.400,00

    GEZ: 18

    Internet: 30

    Handy: 50

    diverses: 200

    Benzin: 200

    REST:€ 700,00

     

    Die o. g. Beträge sind teilweise schon Recht hoch (Kinder Essen zB). Aber man sieht dennoch, das ordentlich was hängen bleibt.

     

     

     

  32. Slazenger

    @Christoph

    Am Ende ein kleiner Rechenfehler, es bleiben nach deiner Kalkulation 900 Euro Rest! Spielt aber keine Rolle.

    Leider ist das graue Theorie, in der Realität sieht die Rechnung anders aus, weil in einer Familie mit zwei Kindern einfach zu viele Posten nicht kalkulierbar sind und diverse Ausgaben einfach höher sind als beim Single!

    Beispiel: Du brauchst für eine Familie ein größeres und in der Regel teureres Auto, Familienurlaube sind teuer, Ausbildung der Kinder kann sehr teuer werden, usw.
    Die nicht kalkulierbaren Ausgaben will ich hier nicht näher ausführen weil es sich meist um kleinere Beträge handelt, die sich aber recht schnell summieren! Ich denke jeder der eine Familie mit Kindern hat weiß wie ich das meine.

  33. Freelancer Sebastian

    @ Slazenger

    Richtig! Ich weiß genau wie du das meinst 😉 .

    @ Christoph

    Ich will da gar nicht streiten. Am Ende zählt der Lebensstil. Wir leben (in der Stadt) ohne Auto. Es funktioniert. Und das gesparte Geld wird investiert.

    Andere (Familien) können das nicht. Wir haben Glück. Und Alleinerziehende sind wirklich übel dran.

    Glaube mir, wenn ich dir sage, dass das Kindergeld die Kosten für Schule, hochwertige Nahrung, Kleidung, Wohnung, Mobilität und die Bonuswünsche (Eltern wissen Bescheid 😉 ) NICHT ersetzt. Muß es auch nicht. Wir Eltern arbeiten gerne für das Glück unserer Kinder 🙂 .

    Und Vollverdienst ist mit Kindern auch nicht ideal. Wir arbeiten jeweils 30 Stunden die Woche.

    Ich denke eben, dass die meisten Singles, die gut verdienen und nur für sich selbst einstehen müssen es „leichter“ haben Vermögen aufzubauen. Ich neide das aber auch nicht und möchte NICHT tauschen.

    Wollte Vali nur zustimmen. Als Familie kann man den Lebenstil der Minimalisten/Frugalisten nicht mal so eben übernehmen….

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