Schneechaos in New York: Ein grauer Börsentag


New York, 19. Dezember 2008

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Schneechaos in New York. Verspätungen von bis zu vier Stunden auf den Flughäfen in New York. Regenpfützen und Matsch auf den Straßen. Schauen Sie sich mein Foto von heute aus Midtown Manhattans an. So schlecht wie das Wetter, ist die Stimmung an der Börse. Der 50 Milliarden Dollar schwere Betrug des Wall-Street-Königs Bernard Madoff erschüttert die Amerikaner. In der Bevölkerung traut kaum noch jemand Vorständen ein Wort. In der Tat ist seit Jahren täuschen, tricksen, tarnen an der Tagesordnung. Zudem stoßen die Minister der Bush-Regierung auf Misstrauen. Journalisten stellen immer kritischere Fragen. Nehmen Sie Finanzminister Henry Paulson. Er war zuvor Chef der Investmentbank Goldman Sachs. Als Minister hat er den Saustall ausgemistet, den er zuvor als Bankmanager selbst angerichtet hat. All seine Rettungsmaßnahmen scheinen neben anderen Häusern auch Goldman Sachs geholfen zu haben. In wenigen Wochen tritt er ab. Dann bin ich gespannt, wo er seinen nächsten Job finden wird. Raten Sie mal? – Bei Goldman Sachs vermutlich. Aber das ist nur eine Vermutung. Ich weiss es nicht. Warten wir also ab.
Diese Woche schloss der Dow-Jones-Index bei 8.579 Zählern. Seit Anfang Oktober befindet sich die Wall Street in einer hartnäckigen Seitwärtsbewegung. Der Index schwankt in der Bandbreite zwischen rund 8.000 und 9.000 Punkten. Grundsätzlich halte ich diese Phase attraktiv für Zukäufe. Gut möglich, dass wir uns einige Monate lang in dieser Bandbreite bewegen. Ein Freund sagte mir, er sei weitaus pessimistischer. Er warnte mich, dass sich die Kurse durchaus nochmals halbieren können. Ja, klar. Das kann passieren. Die Wahrscheinlichkeit scheint mir allerdings sehr gering. Eher wird der Markt steigen, so meine Hoffnung. Nach den massiven Eingriffen der US-Regierung sollte sich der Markt im nächsten Jahr erholen. Hoffnung macht mir, dass die FED die Leitzinsen auf Null schraubte! Großen Finanzdienstleistern wie Citigroup oder AIG griff Washington finanziell unter die Arme. Milliardensummen pumpte Präsident George Bush via Konsumschecks in die Bevölkerung. Sein Nachfolger im Weißen Haus, Barack Obama, will in die Infrastruktur des Landes massiv investieren, um Jobs zu schaffen. Selbst die maroden Automobilhersteller erhielten heute von Bush Kredite, um sie vor der Pleite zu bewahren.
Brutal wie schnell sich Trends ändern. Die Währungen drehen sich um 2,5-Prozent täglich. Der Eurokurs fiel um 2,6 Prozent auf 1,39 Dollar zurück. Es ist unglaublich, wie heftig die Kurse schwanken. Das Öl ist auf 33 Dollar gefallen. Im Sommer kostete das Fass Öl noch 140 Dollar. So billig war das schwarze Gold sei vielen Jahren nicht mehr. Für mich sind daher die Energieriesen Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips ein Kauf. Sie verdienen selbst auf diesem lausigen Ölpreisniveau Geld. Sobald das schwarze Gold sich erholt, explodieren deren Profite.


tim schaefer (Author)

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