Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander


New York, 4. Juni 2015
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Ein Bettler in der Fussgängerzone

Die Superreichen werden immer reicher in Deutschland. Der Trend ist so dramatisch, dass sich das Wirtschaftswachstum deshalb verlangsamt, warnt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit, OECD.

Wenn das eine Prozent der Superreichen 80 Prozent des Wohlstandsgewinns eines Landes auf sich vereint, ist etwas faul. Das kann nicht mehr so weitergehen. Das ist nicht mehr gesund.

Wer ist schuld an dem Misstand? Sind es die Milliardäre? Nein! Keineswegs. Schuld haben die Parteien, die die Superreichen reicher machen mit ihren Gesetzen.

Nehmen Sie die FDP. Erst schenkte die Milliardärsfamilie Finck der FDP Millionen. Dann schenkte die FDP der Hoteliersfamilie eine Steuersenkung für Hotelübernachtungen. Der Mehrwertsteuersatz sank von 19 auf sieben Prozent.

Ähnlich machen es die CDU, CSU, SPD. Sie kassieren Geld von den Superreichen. Im Anschluss ändern sie die Gesetze zugunsten von den Millionären und Milliardären. Hier finden Sie die offiziellen Großspender.

Wir brauchen eine stabile Mittelschicht. Und nicht eine krasse Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ich bin ein Anhänger eines fairen Kapitalismus bzw. einer sozialen Marktwirtschaft.

Das Problem sind nicht die Superreichen. Das Problem sind wie gesagt die Parteien, die sich kaufen lassen. Wir brauchen höhere Steuern für die Reichen (und nicht noch mehr Sonderregelungen für sie). Anders lässt sich das Problem kaum lösen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander

  1. frank

    Hallo,

    Reiche höher besteuern macht nicht viel Sinn. Auf Arbeitseinkommen zahlen die schon hohe Steuern. Sinnvoller wäre es Normalos bei der Altersvorsorge zu unterstützen statt sie zu bestrafen. Bin mal gespannt wieviele Dividenden Anleger ihre Berechnungen einpacken können wenn Steuern auf Kapitalerträge bei 50% liegen.

  2. Claudius

    Ich finde es schade, dass die Politiker unser Vertrauen so verspielen. Niemand dort oben richtet sich wirklich mehr danach, was das Volk will. Manchmal ist das auch gut so (weil das Volk nicht aus Experten besteht) aber bei manchen Fragen sollte man die Bürger stärker mit einbeziehen. Ich finde deshalb auch, dass man die Einführung von Volksentscheiden (zumindest auf Länderebene) ernsthaft diskutieren sollte.

    Gruß,

     

    Claudius

  3. willihope

    Für eine stabile und wachsende Mittelschicht brauchst du ein hohes Masseneinkommen, das hat aber ausgerechnet Deutschland die letzten 15 Jahre abgeschafft! Der Niedriglohnbereich wächst und die breite Masse hat weniger Geld als noch vor 15 Jahren, dieses deutsche Erfolgsmodell soll jetzt die Blaupause für ganz Europa sein!

    Die Griechen, Italiener, Spanier, Portogiesen, Franzosen, Belgier, Holländer, Finnen, Österreicher sollen gefälligst alle die Löhne senken. Merkel und der Rollifahrer wollen das als Reform am Arbeitsmarkt verkaufen! Was soll eine Reform am Arbeitsmarkt schon sein, ein Lohndumping wie die letzten 15 Jahre in Deutschland.

    Da krachen dann die Binnenwirtschaft und deren gesamten Sozialsysteme zusammen und es bleiben Armut und Deflation über!

     

  4. Dr. Jürgen Nawatzki

    Um die Schere zwischen Arm und Reich auf Dauer nicht noch weiter auseinander klaffen zu lassen, wäre auch eine Reform der Erbschaftssteuer notwendig. In einer leistungsorientierten Gesellschaft sollte man sich ein Vermögen erabeiten, aber nicht durch Nichtstun erwerben können.

    Zusätzlich halte ich es für falsch, dass Arbeit stärker besteuert wird als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Es müsste umgekehrt sein. Der Anreiz, für jemanden, der ein Vermögen geerbt hat zu arbeiten ist gering, wenn er lediglich 25 Prozent Kapitalertragssteuer zahlt, aber das Ergebnis seiner Arbeit mit mit einem Grenzsteuersatz bis zu 47,5 Prozent besteuert wird.

    Ob sich die großen Parteien in Deutschland dieser Thematik bald annehmen werden, ist aber fraglich.

  5. Felix

    Das überrascht mich nun einigermaßen, dass Aktienbesitzer hier Gregor Gysi als Vorbildpolitiker auserkoren haben. Ein glänzender Rhetoriker ohne Zweifel, der aber sonst außer Talkshows und Parteipropaganda (ich denke an seine zwei Monate als Berliner Wirtschaftssenator, wo er dann schnell davon gelaufen ist) nichts auf die Beine gebracht hat.

    Seine ersten Maßnahmen, hätte er die Macht, wäre sicher die Verstaatlichung der Banken und der Schlüsselindustrie. Die Eigentümer, sprich die Aktionäre, würden damit enteignet. Der Staat nimmt immer mehr Schulden auf, denn er erhöht die Löhne, die Renten und senkt die Preise für Grundnahrungsmittel. Das geht auch eine gewisse Zeit gut wie in Griechenland, wie in der DDR.

    Die Elite verlässt das Land, Leistung lohnt sich nicht, wird ja komplett weggesteuert. Das Geld wird immer knapper, keiner will in so einem Land investieren; die Leute heben ihr Geld ab, um es in Sicherheit zu bringen. Lethargie breitet sich aus; jeder macht nur noch das Nötigste; außer eine Urkunde „Held der Arbeit“ gibt’s ja nichts mehr. Die Wirtschaft verliert ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit, das Land wird zum Arbeiter- und Bauerstaat. Jeder hält sich ein paar Hühner und Hasen auf dem Balkon und pflanzt ein paar Kartoffeln an, um der Mangelwirtschaft zu entgehen. Ohne mich, ich bin in die Schweiz umgezogen, wenn nicht eine Mauer errichtet wurde 🙂 und Grenzeinheiten mich abhalten – übrigens eine echt wachsende Branchen: Polizei, Geheimdienste und Soldaten, um die ach so unzufriedenen Leute unter Kontrolle zu halten.

    Den Rest der Geschichte kennen wir aus den Zustand der o.g. Länder. Dass dieses Modell einige attraktiv finden, die sich um ihren eigenen Vermögensaufbau kümmern, finde ich erstaunlich. Dass es für Leute attraktiv ist, die in ihrem bisherigen Leben nichts außer Schulden zustande gebracht, keine Qualifikation für den Arbeitsmarkt erworben haben, unmotiviert in den Tag hinein leben, ohne sich Ziele zu setzen. Das kann ich gut verstehen.

    Welche sozialistischen Länder auf dieser Welt sind erfolgreich und attraktiv? Es versuchen ja immer mal wieder ein paar Länder auf diese Art zu wirtschaften, vor allem südamerikanische sind dafür anfällig. Die längste Historie hat wohl Kuba. Sicher eine schöne Insel, eigentlich ein Paradies, nur die Menschen darben.

  6. Mario

    @Felix

    Anscheinend nicht zugehört oder das Video nicht komplett gesehen. Auch Menschen können lernen und ihre Meinung anpassen. Man muss jedoch nicht alles für bare Münze nehmen. Ab min. 18.15 z.B.

  7. frank

    Die Erbschaftssteuer ist eine reine Neidsteuer: Was ich erarbeitet habe ist vielfach besteuert worden. Wenn ich es jetzt meinen Kindern gebe, hat der Staat ausnahmsweise mal die Finger weg zu lassen.

  8. Jesse Livermore

    @ Dr. Juergen Nawatzki,

    raten Sie mal warum manche Leute sich ein Vermoegen aufbauen und an die naechste Generation vererben! Damit es die naechste Generation leichter hat. Das nennt sich Zivilisation und ist einer der Gruende warum wir nicht mehr in der Steinzeit leben.

    Wenn manche Leute ihr Leben lang ihr Einkommen zum Fenster rauswerfen statt Vermoegen aufzubauen, warum sollen dann reiche Erben eine Neidsteuer bezahlen, durch welche die Sparsamkeit ihrer Eltern bestraft wird?

  9. EinBankangestellter

    @Dr. Nawatzki

    „wenn er lediglich 25 Prozent Kapitalertragssteuer zahlt, aber das Ergebnis seiner Arbeit mit mit einem Grenzsteuersatz bis zu 47,5 Prozent besteuert wird.“

    Es wird in D schon mehr als gleich besteuert. Was so ziemlich jeder vergisst, sind die Steuern auf Unternehmensebene, die den Gewinn der Firmeninhaber mindern!

    @Jesse

    Sehe ich genauso! Neid der Besitzlosen und nichts weiter. Noch dazu braucht es in der Erbenkette nur einen und das Vermögen ist schneller bei 0 als man hinsehen kann.

  10. Norbert

    Die Abgeltungssteuer wird nach der Aussage von Herrn Schäuble 2017 abgeschafft, siehe den Artikel von vorgestern im Handelsblatt. Damit würden Kapitalertäge höher besteuert, vermutlich entsprechend dem persönlichen Steuersatz.

    Aus meiner Sicht wird damit aber nicht das Ziel erreicht, die „Reichen“ höher zu besteuern: Diejenigen, die von ihren Kapitalerträgen leben, werden verstärkt ins Ausland gehen. Der Betrag des Vermögens, ab dem sich eine Auswanderung lohnt, wird sinken. Damit wird die Zahl der Auswanderer steigen. (Wäre mal interessant, ab welcher konkreten Summe sich das schon lohnen würde…)

    Leidtragende sind dann die, die ihren Lebensunterhalt aus dem Arbeitseinkommen bestreiten. Sie können wegen ihrer Arbeit nicht einfach ins Ausland gehen. Soweit Sie ihre Altersvorsorge durch bsp. Aktienkäufe in die eigenen Hände nehmen, und Ihr zu versteuerdes Einkommen durch Kapitalerträge wie Dividenden erhöhen, erhöht sich dadurch ihr persönlicher Steuersatz. Damit trifft die Änderung mal wieder die Mittelschicht, die man eigentlich stärken müsste, um die Schere zwischen Arm und Reich auch mal wieder in die andere Richtung zu bewegen.

    @ Juergen Nawatzki

    Die Erbschaftsteuer ist doch immer im Spannungsfeld zwischen „unser Oma ihr klein Häuschen darf nicht besteuert werden“ und „den Reichen kann man schon was nehmen, die haben ja genug“ zu sehen. Reich sind dabei allerdings immer die Anderen, man selbst nie. An der aktuellen Diskussion um die Besteuerung von Familienunternehmern sieht man aber auch, dass selbst bei objektiv Reichen die Sache nicht so einfach liegt, siehe ebenfalls Handelsblatt von vorgestern Schäuble kommt Familienunternehmen entgegen

    Ob Arbeitseinkommen oder Kapital höher besteuert werden sollte, wurde doch bislang immer praktisch beantwortet: Kapital ist flüchtig, das möchte man anlocken. Arbeit ist ortsgebunden, kann daher leichter besteuert werden.

  11. Sam1974

    Herr Dr. Juergen Nawatzski,

    Mit dem Grenzsteuersatz eine Gerechtigkeitsdiskussion über die Besteuerung der Kapitaleinkünfte zu befeuern. Da fühle ich mich ehrlich leicht verarscht und für dumm verkauft.

    Na ja, mit diesen Argumenten holen die sozialen Parteien niemanden „normalen“ mit seinen 32000 Euro Brutto ab. Auch die Trottel mit  etwa 2000 Euro unter die ich mich eingereiht habe halten ihre Gehaltsabrechnung in der Hand. Auch wir können eine Suchmaschine bedienen und uns die Steuersätze zu Gemüte führen.

    Was für ein Klientel sie mit solch einer Diskussion ansprechen wollen? Der Drops wird bei leuten wie uns nicht bei der „Lohnsteuer“ gelutscht.

    Entkoppelt die Sozialversicherungen von der abhängigen Beschäftigung das ist der Hebel an dem gezogen werden muss. Diese Gerechtigkeitsdiskussionen hängen mir zum Hals raus. Ich freu mich nicht über 30% Kapitalertragssteuer, als Christ. Ich muss das Geld vom Finanzamt zurückholen. Ab welchen Brutto von den „25%“ provitiert werden kann, das ist der Skandal. Nicht die höhe des „geringen“ Steuersatzes. Jeder der nicht abhängig Beschäftigt werden muss ist ein Gewinn. Da helfen auch Gerechtigkeitsdiskussionen  der SPD, den Linken nicht weiter.

    Wie schaffen wir es das die Trottel weiter unsere Ärsche abwischen müssen, unsere Brötchen uns freundlich Lächelnd überreichen und unsere Zäune weiter bewachen. Das ist diese Haltung hinter solchen Gerechtigkeitsdiskussionen.

    So einfach ist das. Klar Arbeit soll sich lohen, bei 0 anfangen. Nur dumm das alles Vermögen nicht jede Generation vom Angesicht der Erde verschwindet. Sie erwerben sich das Vermögen nicht durch Nichtstun, es wird schon besessen. Das ist ein unterschied. Was mich angeht, der Arbeiten muss, habe ich  von 5 Nachbarn lieber 2 die vor Reichtum nicht mehr arbeiten gehen als 4 Habenichtse die wie ich in die Arbeit trotten müssen.

    Nur meine Meinung

    mfg und noch gutes gelingen beim Investieren.

  12. Philipp

    Vielleicht sollten wir das Problem nicht bei anderen suchen(Parteien), sondern bei bei uns selbst? Jeder ist doch selber für sein Leben verantwortlich.

    Ich will die Schuld nicht auf andere schieben, sondern nach vorne schauen und es besser machen.

    LG Philipp

  13. Valueer

    Wer glaubt, dass unsere Politiker noch dem Volk dienen, der hängt der Zeit Jahre hinterher. Wenn man sich die Entscheidungen die getroffen werden ansieht (Bankenrettung ohne nennenswerten Eigentumserwerb, ESM, etc.) wird klar, wem die Politik dient, jedenfalls nicht dem Volk.

    Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass die Politik einen Wirtschaftskrieg gegen die eigene Bevölkerung führt!!!

    Interessant hierzu ein Interview mit Prof. Max Otte:

    https://www.youtube.com/watch?v=4B0SnjVDxmE

    #Neidsteuer: Das kommt immer darauf an, wie viel Gesamtvermögen die Person bereits besitzt. Jemand mit 5 Mio.€ ist nicht das Problem (für das Gesamtsystem). Ich würde sagen herzlichen Glückwunsch, genieß dein Leben! Der Mensch ist gut wohlhabend, gönnen wir es ihm!

    Bei jemandem mit 5 Mrd.€ Vermögen sieht das anders aus. Solche Vermögen gibt es nicht ohne extreme soziale Ungleichgewichte.

    Gruß

    Valueer

  14. Felix

    Ich denke auch, wir sollten den Menschen mehr zutrauen und vom Bild des mündigen und eigenverantwortlichen Bürgers ausgehen, der seine 10 Jahre Schulpflicht hinter sich gebracht hat und damit Lesen, Schreiben und Rechnen kann. Sein eigenes Leben muss schon jeder selbst in die Hand nehmen, das kann Frau Merkel nicht für 80 Mio. Menschen. Jeder will und soll frei entscheiden können, was gut für ihn ist. Nur, er muss halt auch die Folgen seiner Entscheidungen tragen.

    Natürlich weiß ich, dass es echte Benachteiligte gibt. Nur, die bekommen eher zu wenig staatliche Unterstützung, weil eben zu viele Menschen leistungslose Transferzahlungen erhalten.

    Und Solidarität ist in erster Linie in der eigenen Familie und der Nachbarschaft zu üben. Was die bekifften Kids in Berlin-Neukölln so machen, dafür reicht mein Einflussbereich einfach nicht aus.

    Ich habe auch nichts gegen rechtmäßig erworbenes Vermögen; ich bemühe mich ja selber darum. Und natürlich sollen meine Kinder davon profitieren, für die ich das letztlich mache.
    Wenn ich sehe, wie jetzt gerade gelesen, dass in NRW verhaltensgestörte Kinder zu erlebnispädagogischen Aufenthalten auf einen abgelegenen Bauernhof in Ungarn für schlappe 8000 € pro Monat und pro Kind geschickt werden, weil sie den Schulen nicht mehr zugemutet werden können, dann ist es mir lieber, wenn mein Geld an meine eigenen Kinder vererbt wird, als im großen Steuertopf ohne Boden zu landen.

    Je höher das Steueraufkommen wird – und z.Zt. ist es so hoch wie noch nie – umso mehr Begehrlichkeiten gibt es. Schließlich gibt es nichts schöneres als das Geld anderer Leute auszugeben.

  15. willihope

    @Felix

    Hast du zu dem Thema einen Link?

    Ich habe das schon in Neusseland gehört, 6000.- Euro/Dollar pro Monat und scheinbar sind da einige dort. Die Kiwis meinten die Deutschen sind bekloppt aber bei dem Haufen Geld sagen sie auch nicht nein.

    Ich konnte das nie richtig glauben aber scheinbar stimmt das wirklich?

    Sollange der Staat so sinnlos prasst wird sich die Steuermoral nicht verbessern, die wenigen die zahlen müssen immer mehr schultern und der verbrauchende Teil wird auch immer grösser.

    Jetzt soll auch noch Georgien und die Ukraine in die EU? Na danke das wird teuer.

     

  16. Sebastian

    Schon merkwürdig, wie hier manchem beim Thema „Reichensteuer“ oder „Höhere Kapitalertragssteuer“ der Hosenboden bebt. Man könnte meinen, hier fühlt sich jemand angesprochen.

    Es geht doch nicht um den Angestellten mit seinen 200.000 € Jahreseinkommen. Und auch nicht um den Unternehmer, der 1 Million € im Jahr verdient. Wir reden hier von den 0,1%ern, die jeden Monat dutzende (vielleicht bin ich zu naiv und es sind schon hunderte) Millionen Kapitalzinsen einfahren. Wo soll diese Rendite herkommen?

    Klingt grotesk, aber eigentlich sitzen der Topangestellte und der Harzer in einem Boot. Man pöbelt sich gegenseitig an und die Belle Etage lacht sich ins Fäustchen…

    Die „Leistungselite“ wird vertrieben ??? Wer ist denn gemeint?

    Da hilft es, den kurzfristigen historischen Blick mal etwas zu weiten. In den 50er Jahren durften „die Reichen“ gerne mal 80% ihres Einkommens abtreten. Richtig, im Hort des Kapitalismus, den USA.

    Die Cocktail/Krabben/Champagner-Parties fanden trotzdem statt. Und der Butler bediente im guten Gefühl, dass die Herrschaften ihren gerechten Teil zu einem sozialem Gemeinwesen, zu annehmbaren Bildungseinrichtungen und einer funktionierenden Infrastruktur beitrugen. Mit ihren Mitteln.

    Tja, und heute schämt sich der Buffett, dass er weniger Steuern zahlt als seine Sekretärin.

    Und bevor jetzt einer „Neidhammel“ ruft: ich neide niemandem irgendetwas. Villa, Yacht, Inseln – bitte sehr. Wer sich das verdient hat, soll es genießen. Finanzielle Unterschiede gab es, gibt es und wird es immer geben. Das ist in Ordnung so.

    In einem ZInseszinssystem wie dem unseren gebietet es aber schon die ökonomische Vernunft, an der bösen Steuerschraube zu drehen. Bei der richtigen Zielgruppe wohlgemerkt. Da geht es auch nicht um das 6-stellige Erbe.

    Ändern wird sich aber wohl nichts, schließlich hat das große Geld auch die (politische) Macht. Bis es dann mal knallt…..

  17. Sebastian

    @Claudius

    Volksentscheide auf Länderebene gibt es bereits. In Berlin haben wir bspw. die Bebauung des Tempelhofer Felds verhindert.

    Da haben sicher auch bekiffte Neuköllner ihre politische Macht demonstriert ;)…

  18. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mario

    Danke für den Link zur Rede von Gregor Gysi. Clever ist der schon. Und nicht alles, was die Linke sagt, ist Unfug.

  19. willihope

    Das Problem an der Linke ist das Gefasel über die Abschaffung der Marktwirtschaft, selbst der ökonomisch ungebildete deutsche Michel hat es mitbekommen dass die Planwirtschaft bisher nirgends so toll funktioniert hat. Siehe kommunistische Paradiese auf der Welt.

    Eines ist auch ganz klar, wenn es keinen Weg gibt die Privilegien zu verringern wird das alles bei uns Kleinanlegern enden, wir werden immer mehr Steuern zahlen und die Milliardäre haben Stiftungen im eigenen Land! Aldi, Quant, Lidl, Bertelsman, Springer und Co., wie sie alle auch  heissen, keiner wird da geschröpft oder hat extra starke Schultern!

    Von wegen die starken Schultern müssen mehr tragen, wieso haben die Arzte, Anwälte, Politiker, usw usf eigene Kassen? Die tragen auch nichts für die Allgemeinheit sondern nur für sich selber!

    Oder die Sozialversicherungs-Beitragsbemessungsgrenzen, heuer 4.125.- Euro, alles darüber ist Beitragsfrei! Wo bitte tragen da die Leistungsträger mehr?

    Das ganze Moralgeschafel überall dient dazu dass niemand genauer hinschaut, Politik wird vor allem für die Reicheren gemacht, egal welche Partei, wobei sie auch alle nicht auf sich selbst vergessen während sie die Moralkeule schwingen!

    https://www.youtube.com/watch?v=SQ1WWlcqKuY

    Ökosoziale Marktwirtschaft? Alles Bullshit!

    @Felix
    Danke!

  20. Ulrich

    Oh, Tim Schäfer redet der deutschen Neid- und Umverteilungs-Fraktion das Wort.

    „Die Reichen“ interessieren mich überhaupt nicht. Was bringt es mir, wenn man zum Beispiel den 100 reichsten Deutschen ihre 336 Milliarden Euro* einfach mal (theoretisch) komplett wegnimmt? Einmalig 4.200 Euro für jeden der 80 Millionen Deutschen kann der Staat dann „umverteilen“ und – wie so oft – irgendwelchen Quatsch damit machen.

    Jede weitere Verschlechterung der Kapitalbesteuerung behindert mich beim Aufbau einer dringend nötigen privaten Altersvorsorge. Gerade die im Zins-Tal immer wichtiger werdenden Dividenden unterliegen schon heute einer Doppelt- und Dreifachbesteuerung. Ist das „gerecht“?

    Übrigens profitieren „die Reichen“ sehr stark von den hohen Renditen am Aktienmarkt. Selbst schuld, wer das nicht auch tut.

    @Tim: welche Gesetze wurden denn zugunsten der „Superreichen“ geändert? Sind Hoteliers vorzugsweise „Superreiche“? Bis auf ein paar Ketten sind das doch wohl Familienbetriebe. Für die Mehrwertsteueränderung im Hotelwesen gab es übrigens durchaus einleuchtende Gründe, insbesondere in Grenzregionen – aber das ist ja jetzt hier nur ein Randthema.

    (* http://www.n-tv.de/wirtschaft/Aldi-Familie-bleibt-die-reichste-article11498656.html)

  21. Simon

    Der Staat hat Steuereinnahmen auf Rekordniveau. Gleichzeitig zahlt er so niedrige Zinsen auf seine Schulden wie nie zuvor.

    Und was hört man dennoch jeden zweiten Tag: die Steuern müssen erhöht werden.

    Lächerlich! 

    Die Gier des Staates ist offenbar grenzenlos.

  22. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ulrich

    Die Kapitalertragsteuer beträgt 25 % pauschal für jeden – ob Milliardär oder Kleinsparer (wenn der Freibetrag ausgeschöpft ist). Beide zahlen prozentual gleich viel. Ist das fair?

  23. Ulrich

    @Tim: Wer einen Grenzsteuersatz von weniger als 25 Prozent hat, holt sich die Differenz einfach über die Steuererklärung zurück. Die 25 Prozent (genauer gesagt 26,37 Prozent) sind da nur die Obergrenze.

    Die deutsche Umverteilungs-Neid-Debatte wird nur dazu führen, dass die Steuern für ALLE steigen. 

    Wie soll ich mir angesichts maroder staatlicher Rentenkassen denn einen Kapitalstock aufbauen, wenn der Staat nun auch bei der Kapialbesteuerung – ohne jede Not –  wieder in international nicht konkurrenzfähige Zonen vordringen will? Es ist zum Verzweifeln. 

    Der Staat soll mit seinem vielen Geld, das er bereits jetzt kassiert, erst mal sinnvoll haushalten.

    Übrigens: ich zahle im Supermarkt prozentual auch genauso viel Mehrwertsteuer wie ein Millionär. SKANDAAAAL! Ach ne, ist einfach eine Flat Tax. Und bringt dem Staat ziemlich viel Geld. Von den Reichen viel mehr als von den nicht so Reichen. Wie bei der Kapialbesteuerung auch… 

  24. Couponschneider

    Die Steuern können nur steigen, weil unsere Politik darauf ausgelegt ist, genauso die deutschen Medien und die deutsche Öffentlichkeit. Ich habe mich schon als Jugendlicher über das „Argument“ gewundert, Vorhaben X sei schlecht, denn davon profitieren „nur die Reichen“. Selbst wenn es so wäre, muss ja nicht zwangsläufig zu Lasten aller anderen sein.

    Ich sehe drei Probleme, die angepackt werden müssen:

    1. Die deutschen Wähler müssen endlich kapieren, dass, wenn sie Steuererhöhungen zustimmen, selbst wenn es nur um die höheren Chargen geht, dies eine Einladung an die Politiker ist, alle Steuern zu erhöhen oder wenigsten nicht zu senken.

    2. Der Unsinn, dass man das „Sparen“ des Staates mit Erhöhung der Steuereinnahmen gleichsetzt, muss aufhören. Das ist Vergewaltigung der Sprache und des Verstandes. Der Staat muss sparen, d.h. er muss effizienter werden, Aufgaben abgeben, sich besser organisieren. Wenn meine Couponschneiderin zu mir sagt, ich solle sparen, gehe ich doch nicht zu meinem Arbeitgeber und verlange mehr Gehalt.

    3. Es muss auch das Denken bekämpft werden, das davon ausgeht, dass Geld in staatlichen Händen gut aufgehoben wäre. Der Staat kann eine Sache A machen, genauso wie es ein Privater machen kann. Die Erfahrung zeigt, dass Private effizienter mit den Ressourcen umgehen. Man muss nur sehen, was RTL für Kameraleute und Kabelträger ausgibt und wie die Sache bei ARD/ZDF aussieht. Über die Qualität lässt sich da wenig streiten, aber dass ARD/ZDF bessere Qualität abliefern, liegt bestimmt nicht an der Masse an Kabelträgern und Kameraleuten, die sie mitschleppen.

    Leider ist es sogar so, dass die Qualität immer weiter sinkt, weil neues, frisches, gutes Personal, das die Kreativarbeit leistet, schlecht bezahlt wird, während sich die ganzen Unkreativen (Kameraleute, Kabelträger, Verwalter, Visagisten, Ausleuchter etc.) vergleichsweise gute Gehälter, auf sicheren Jobs mit hohen Pensionsansprüchen ausruhen.

    Das wäre in etwa so, wenn in einem Fußballverein es nicht die Spieler oder der Trainer wären, die das dickste Gehalt bekämen.

  25. willihope

    @Ulrich

    Nicht die Debatte führt zu steigenden Steuern sondern leere Kassen! Die Kassen sind leer und werden immer leer bleiben, das ist das Problem an der Demokratie,  jeder will seine Interessen durchsetzen und das kostet. (Siehe Ökostrom z.B.)

    Ich bin ja gegen höhere Steuern aber ich sehe auch die Debatte die immer lauter wird. Werden einige Probleme nicht angegangen dann wird es schlimm für den Mittelstand, einen Staat der Schulden begleicht werde ich sicher nicht mehr erleben. Es werden ja auch immer mehr von denen die uns auf der Tasche liegen und ungeniert sich bedienen.

    Die Leidtragenden wird wie immer der Mittelstand (2.500.-/M) sein!

    Also Kohlsche Verhältnisse wären schon einmal ein guter Ansatz, 53% Einkommenssteuern (ab 10k/M) und weg mit den Bemessungsgrenzen. Dann tragen starke Schultern auch wieder etwas Last der anderen mit und alles kommt etwas aus den Tagesthemen. Ansonsten werden sie uns wieder schröpfen wo es nur geht und die Leistungen gleichzeitig immer weiter herunter schrauben.

     

     

  26. Ulrich

    @willihope:

    Warum sind die Kassen leer? Sind sie es? Wenn ja, dann ist das ja wohl eindeutig ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem:

    Rekord-Steuereinnahmen
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/steuereinnahmen-111.html

    Und wie kommst du darauf, dass die „starken Schultern“ keine Lasten tragen?

    Gutverdiener zahlen Löwenanteil der Einkommensteuer
    http://www.focus.de/finanzen/steuern/finanzamt-laesst-reiche-bluten-gutverdiener-zahlen-loewenanteil-der-einkommensteuer_aid_1121156.html

    Wie viel Geld braucht der Staat denn? Ist mehr als jemals zuvor nicht schon ganz ordentlich? Wie wäre es mal mit Sparsamkeit? Abschaffung von Bundesländern, Abschaffung der Bundesministerien in Bonn, Reduzierung der Zahl der Abgeordneten und ihrer Pensionsansprüche etc. – wer da nicht ansetzt, sondern erst mal noch viel mehr Geld will, der ist auf dem Holzweg.

  27. willihope

    @Ulrich

    Bin ich ja bei dir aber noch keine Regierung hat jemals Schulden zurück bezahlt.

    Die Kassen sind leer weil es immer neue Wahlgeschenke gibt. Müttergeld war doch das letzte oder?

    Nun wenn du 4.100.- verdienst zahlst du 800.- in die Sozialkasse, bei 10k zahlst du auch 800.- und bei 1 Mio zahlst du auch nur 800.-. Von wegen starken Schultern tragen mehr.

    Da zahlst zum Beispiel in der Schweiz immer 20% ohne Grenze nach oben, die schweizer Schultern scheinen mehr zu tragen. 🙂

    Das Thema ist aber jetzt Tagesthema und aus dem verschwindet es so schnell nicht mehr, also wenn man nicht oben anfängt dann kommt es von unten, die ganz unten haben nichts und wo bleib es wohl dann hängen? Die Pensionsvosorge kannst dir dann schenken denn für das gemeine Volk hast als Aktionär keinen Bonus verdient.

    Höhere Steuern werden kommen und dann doch am besten dort wo es nicht so sehr schmerzt! Wenn jetzt Herr Winterkorn von den 14 Mille 2,8 in die Sozialkasse zahlen würde dann tud das weder Ihm noch mir weh! Muss ich aber in Zukunft 43% auf meine Dividenden zahlen dann schmerzt mich das sehr!

  28. Ulrich

    Wer spricht denn von höheren Sozialabgaben? Ich höre ständig, dass die Abgeltungssteuer weg muss. Sogar Tim Schäfer gibt hier merkwürdige Aussagen von sich, dass sie „unfair“ sei.

    Die treiben das Spiel jetzt wieder so weit, dass Steuerflucht und Steuervermeidung wieder massiv ansteigen – und dann wundern sie sich hinterher, wie das nur sein kann, dass trotz der hohen Kapitalsteuern nix rein kommt …

  29. Gordon Gekko

    Tim gibt hier keine merkwürdigen Aussagen von sich, sondern totalen Blödsinn. Wie weiter oben schon richtig dargestellt sind die 25% Kapertragsteuer die Obergrenze und eben nicht für alle gleich. Aber das macht er ja öfters, der Finanzjournalist

  30. ZEN Investor

    Wie wärs mit so einem Steuer- und Rentensystem?

    Es sollte nur noch 1 oder 2 verschiedene Steuern geben, alles andere ist unnötig kompliziert.

    Einkommenssteuer, Konsumsteuer oder Vermögenssteuer?

    Wie wärs mit einer Einkommenssteuer?

    Diese Einkommenssteuer gilt für alle Kapitalerträge, Lohn, Geschenke, etc. und würde für Privatpersonen direkt durch die Banken abgezogen und an den Staat überwiesen (der Staat braucht nicht zu wisen, wer wieviel Steuern zahlt).

    Für Unternehmen braucht es ein eigenes System, wg. den abziehbaren Ausgaben.

    Für Privatpersonen könnte das System so einfach sein:

    Es gibt einen Freibetrag von 100’000 Euro / 200’000 CHF (weil in der Schweiz alles doppelt so teuer ist).Danach zahlt pauschal 50% von jedem Betrag, der darüber geht.

    Es könnte so einfach sein!

    Beispiel: Jemand verdient 80’000 EUR durch Arbeit, und nochmals 60’000 durch Kursgewinne.

    Steuerbelastung: (80’000+60’000-100’000)*0.5=20’000 EUR

    In diesem konkreten Beispiel wäre es also eine Steuerbelastung von rund 14%.

    Wer halt in seinem Job 100’000 verdient und durch Aktien nebenbei noch 10 Millionen (bei einem Vermögen von 1 Milliarde), zahlt halt auf das gesamte Einkommen wirklich fast 50%.

    So ein simples System. Jetzt müsste man nur noch ausrechnen, ob der Staat dadurch gleich viel wie bisher oder sogar mehr einnehmen kann.

    Übrigens glaube ich, dass Deutschland „träge“ aufgrund seiner Grösse ist. Der Bund gibt dieses Jahr rund 300 Milliarden Euro aus, das sind pro Einwohner ca. 3’750 Euro.

    Dazu kommen noch die Kommunen und Länder.

    Könnte man jetzt nur 1% einsparen, wären das so nebenbei 30 Milliarden Euro, die man einfach so auf die Seite legen könnte.

    Bei so grossen Staaten denke ich oftmals, die Übersichtlichkeit ist nicht mehr gewährleistet. (Schon wenn ich an das Budget meiner Heimatstadt Zürich denke, ist das dermassen kompliziert, dass kein Mensch hier dne Überblick behalten kann.)

    Also: Kleinere, effizientere Staaten. (Wie die Schweiz, oder sogar kleiner).

     

  31. Anna

    Kapitalertragssteuer beträgt 25 % + Soli + evtl. Kirchensteuer. Ist der persönliche Steuersatz höher, bleibt es bei den 25 %. Ist er niedriger, dann wird die Differenz im Zuge der Einkommenssteuer erstattet. Praktizieren wir (bzw. unser Steuerberater) schon seit Jahren.

    Steuern, die einmal bestehen, werden sehr selten zurückgenommen oder gar nicht. Bestes Beispiel: Wilhelm II. ist Geschichte, seine Marine ebenfalls. „Nur“ die Schaumweinsteuer hat ein ewiges Leben.

  32. Christoph

    Also kann die einzelnen Argumente generell objektiv nachvollziehen. Subjektiv betrachtet frage ich mich, wieso manche mehr Geld haben müssen, als dass sie es jemals ausgeben können? Klar, reich werden ist das Ziel von allen, aber irgendwann muss dann auch mal Schluss sein. Denn Fakt ist ja, dass reiche durch geschicktes Anlegen ihr Geld stetig vermehren oder gar damit zu spielen anfangen. So wie jeder von uns von seinem Gehalt die Abgaben bezahlt (wenn ich nur sehe was von meinem Gehalt an Steuern immer abgezogen werden…), dann muss das bei den vermögenderen proportional erhöht werden. Denn selbst wenn 3/4 der Rendite etc. flöten geht, dann haben die trotzdem immer noch 1/4 und das dürfte dann immer noch wesentlich höher ausfallen als das Gehalt von den normalos…

    Aber den idealen und einfachen Weg gibt es wohl nicht

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