Riester Rente: Bürokraten-Monster, Kauderwelsch, Gebührenfresser


New York, 25. Dezember 2014

Die Grünen kritisieren die Riester-Rente scharf. Die Oppositionspartei ist der Meinung, dass das Riester-Projekt 13 Jahre nach der Einführung gescheitert ist. Es ist für mich ein sinnloses Produkt, weil es den Zweck nicht erfüllt. Es schließt nicht die Versorgungslücke im Alter. So jedenfalls mein Eindruck. Hierzulande wird „Armut im Alter“ ein größeres Problem werden.

Die Grünen stellten der Bundesregierung eine kleine Anfrage. Die Antwort, geschrieben von Staatssekretär Dr. Michael Meister (CDU), ist ein grauenvolles Dokument. Herr Meister ist nicht einmal in der Lage verständlich zu antworten, finde ich. Es ist ein bürokratisches Kauderwelsch. Einfach grauenvoll. Das Lesen des Dokuments fällt mir schwer. Es ist eine Qual. So wie das ganze Riester-Ding ein Bürokratenmonster ist, so stufe ich dieses Schreiben ein.

An einigen Stellen verzichtet Herr Meister ganz darauf, zu antworten. Er fasst außerdem einfach Antworten zusammen.

Grotesk finde ich Meisters‘ Ansicht, die Verbraucher wüssten, was die Kennzahl „Reduction in Yield“ bedeutet. Er schreibt:

Die Bundesregierung geht daher davon aus, dass eine Kostendarstellung über die Kennzahl Reduction in Yield für die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel nachvollziehbar sein wird.

Die Süddeutsche Zeitung schlagzeilte: „Bundesregierung fehlt Durchblick bei Riester-Rente“.

Verwaltungskosten von zehn Prozent sind nach meinem Dafürhalten einfach zu viel. Es gibt Indexfonds, die kosten nur 0,1 Prozent. Es gibt sogar Indexfonds, die kosten noch weniger. Wie kann ein Finanzdienstleister für Riester-Verträge zehn Prozent an Kosten verlangen? Das ist absurd. Bei so hohen Gebühren kann keine anständige Rendite unterm Strich zustande kommen. Das ist das Kernproblem. Milliardensummen verplempert der Staat jährlich in Form von Zuschüssen für lausige Produkte, finde ich.

Das Steuergeld landet am Ende des Tages nicht in den Taschen der Bürger, sondern bei ein paar Finanzdienstleistern. Aufgabe des Staates sollte es aber sein, das Leben der Bürger zu verbessern.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Riester Rente: Bürokraten-Monster, Kauderwelsch, Gebührenfresser

  1. Stefan Müller

    Aktuell habe ich über Abgeordnetenwatch Vertreter aller Parteien über Riester bzw. alternativen wie 401 k Depots angeschrieben. Mal abwarten, ob jemand antwortet. Wäre schön, wenn mehr Leute versuchen, etwas zu bewegen.

  2. Stefan

    Das liegt daran, dass die Politiker alles Verbrecher sind Tim! Das ist der größte Abschaum!

    Schau es Dir an: Die ganzen Lobbyisten wie Banken und Versichererer schreiben für die Gesetzgeber die Gesetze, die zu 100% übernommen werden.

     

    Weiterhin verprassen diese Lumpen Milliarden Steuergelder für haarsträubende Projekte bei denen sie nicht einmal selber durchblicken bzw. retten den Euro von dem sie auch keine Ahnung haben!!!!

     

    Aber ein Uli Hoeness muss 3 Jahre ins Gefängnis für Steuerhinterziehung, obwohl durch die Steuerverschwendung der Politiker deutlich mehr Geld von den Bürgern gestohlen wird und diese minderwertige Klientel der Politiker muss nicht einmal persönlich haften.

     

    Also ist das ganze scheinheilige Sytem höchst wiederwertig!

     

    Daher bin ich echt froh, dass Du, Tim, durch Deine großartigen und besonders lesenswerten Texte ein Gegenpol bildest und ehrlich mitteilst wie es funktioniert.

     

    Mach weiter so und schreibe weiterhin fleißig so tolle Texte wie bisher!

     

    Bleib wie Du bist

     

     

  3. Felix

    @ Stefan

    Soviel triefender Hass und das auch noch zur Weihnachtszeit. Ich glaube nicht, dass du dir selbst mit einem solch bizarren Weltbild eine Gefallen tust. Das zerfrisst die Seele und zerstört die Lebensenergie.

    Dass es in dieser Pauschalität nicht stimmt, weißt du wahrscheinlich selbst.

  4. Sebastian

    @Felix

    Danke!

    @Stefan

    Beginne doch einmal, dich in deiner Umgebung gemeinnützig einzubringen, vielleicht lernst du ein paar einfache Bürger kennen, die sich für das Gemeinwesen engagieren. Einen Teil dieser Bürger nennt man LokalPOLITIKER. Bürger wie du und ich. Manche sind pfiffig, manche nicht. Wie im echten Leben halt. Alle für egoistische Lumpen zu halten ist schon arg engstirnig……

    @Tim

    Auch wenn sie nur Tropfen auf den heißen Stein sind, können deine Artikel etwas bewegen. Jeder einzelne der die Botschaft hört, trägt sie weiter – Prima!

    Steter Tropfen…..

    Ich freue mich jedenfalls auf weitere erhellende Artikel von Dir im neuen Jahr! Alles Gute!

  5. willihope

    @Felix

    Wo er recht hat hat er recht! Natürlich drastisch formuliert aber es sind einfach alles Lumpen die mitnehmen was sie nur können!

    Egal wo du hinsiehst, sie reden von Moral aber offensichtlich klammern sie sich selbst dabei aus, das geht von ganz unten und geht rauf bis zur EU!

    Haben sie den wöchentlichen Betrug am Steuerzahler abgestellt den die Parlamentarier im EU-Parlament machen? Nein es darf einfach nicht mehr gefilmt werden!

    Erwischt haben sie gerade vor kurzen wieder jede Menge von den Betrügern, auch die Grünen sind fleissig dabei! Kommen mit dem Gepäck zur Eintragungsliste und verschwinden dann ins Wochenende!

    https://www.youtube.com/watch?v=4Ng98RJQ2LQ

     

    Dabei ist es ein leichtes und ginge vollautomatisch die Sitzungslisten mit den eingerechten Spesenabrechnungen zu vergleichen, wer Freitag Vormittag den Flug nach hause hat kann nicht für den ganzen Tag Sitzungsgelder kassieren!

    Macht der Buchhändler mit der grossen Schnauze dagegen etwas? Nein denn das sind ja alles Kollegen!

    Und die Chuzpe mit der sie sich belästigt fühlen bei ihrem DIEBSTAHL am Steuerzahler! Die Gesetze damit sie keum Steuern zahlen haben sie auch selber beschlossen! Da ist nichts einfach passiert sondern alles genauso gewollt!

    Ein einziges mieses Gesocks!

    Europaparlamentarier Godfrey Bloom sagt Hängt sie alle auf!

    https://www.youtube.com/watch?v=JzSz_yq0qcQ

  6. willihope

    @Sebastian

    Loaklpolitiker wie die 79 bayrischen mit ihren Familienangehörigen als Beschäftigte?

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-05/bayern-liste-landtag-abgeordnete-verwandte

     

    Na ganz sicher waren die Kinder zum Vorteil der Steuerzahler beschäftigt und nicht zur Umverteilung in Politikertaschen!

    Es sieht für mich eher nach Kindergeld auf Kosten der Steuerzahler aus! Beim Bürger würde man das Betrug nennen aber die Kaster der Politiker sind ja keine Bürger mehr.

  7. Nelson

    @Tim

    Wieso hat die Riester-Rente ihren Zweck nicht erfüllt? In dem Punkt irrst Du.

    Der Zweck war ein Geschenk an die sehr starke Versicherungslobby in Deutschland und die kommen aus dem Lachen über die Konstruktion gar nicht mehr raus. Dazu noch der Pflege-Bahr etc.

    Außerdem wurde doch die Altersvorsorge von vielen Finanz- und Versicherungsmaklern durch den Verkauf der Millionen Riesterverträge aufgehübscht und verbessert. Ein paar Hundert Leuten geht es durch die Riesterrente sicherlich besser und der ein oder andere Politiker wurde dadurch sicherlich auch nicht gerade ärmer.

    Ürbigens Herr Rürüp und Herr Maschmeyer (bekennender Menschenfreund) haben ja auch eine gemeinsame Beratungsfirma, die die Bundesregierung gegen kleine Unkostenbeiträge in Finanzfragen ganz uneigennützig berät.

    Herr Meister nimmt übrigens sehr gerne Einladung von Fondshäusern an. Kannst ihn ja mal bei Gelegenheit fragen.

  8. Sebastian

    @willihope

    Vielleicht solltest du deine Sonnenbrille abnehmen, um nicht nur schwarze Schafe zu sehen 😉 ?

    Es ist ja gut und richtig, dass die „vierte Gewalt“ Missstände aufdeckt. Auch mir stoßen  Verfehlungen der Staatsgewalten und ihrer Protagonisten übel auf. Zum Glück können wir uns hier frei darüber austauschen und beschweren – auch wenn es wohl nicht viel hilft…..

    Allerdings kann man sich selbst schnell im Netz bestätigt sehen. Schau doch mal nach Artikeln über engagierte Bürger, die ehrenamtlich ihre Zeit opfern, um einen demokratischen Dienst zu tun. Das sind nämlich wesentlich mehr als die „Lumpen“.

    Man hört es nicht gerne, es bleibt aber richtig: Wenn sich ehrliche und integere Menschen wie du nicht am demokratischen Gemeinwesen beteiligen, dann überläßt man das Feld den Betrügern.

    Oder brutal gesagt: Du bist selbst Schuld von diesen miesen Politikern regiert zu werden!

    Und ob es in Uganda, Mexiko oder China groß anders läuft, wage ich zu bezweifeln.

    In der Politik – wie im übrigen in ALLEN anderen Gesellschaftsfeldern – handeln halt auch schlechte Menschen, die den Egoismus zu weit treiben. Das ist so und das bleibt auch so.  Das pauschale „bashen“ nervt einfach nur….

    Zumal der Verdacht besteht, dass die Beschwerden vor allem von Leuten kommen….. na ja.

    Ach, diese verdammte Demokratie!

  9. Stefan Müller

    Folgende Fragen habe ich über Abgeordnetenwatch an die aufgelisteten Personen/ Parteien gerichtet. Mal schauen, ob es Antworten gibt.

    CDU Binninger

    SPD Oppermann

    Grüne Ströbele

    Linke Gysi

    FDP Lindner

    AfD Kölmel

     

    Guten Tag,

    seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema Altersvorsorge und lege selbst seit 15 Jahren Geld in Aktienfonds an. Zusätzlich habe ich auch einen fondsgebundenen Riestervertrag und eine Kapitallebensversicherung.

    Es hat sich leider herausgestellt, dass im Allgemeinen die Riesterrente sämtliche Renditeprognosen verfehlt, ein Provisionsbringer für Banken und Versicherungen und zudem noch oft sehr kompliziert ist.

    Sie dazu den aktuellen Bericht der Wirtschafts-Woche vom 12. Dezember 2014:

    http://www.wiwo.de

    Eine interessante Alternative zu den in Deutschland geförderten Produkten befindet sich den USA, wo z.B. „401(k) Depots” den amerikanischen Bürgern zum Rentenvermögensaufbau hilft. en.wikipedia.org

    Nach meinen jetzigen Information bin ich begeistert über dieses Modell, weil es in dem Depot viele Anlagemöglichkeiten gibt, so dass jeder Anleger gemäß eigener Risikoneigung und Kenntnisstand aus einer Vielzahl von Produkten wählen kann. Zudem ist die Anlage transparent zur Altersvorsorge und führt nicht zum Missbrauch – vorzeitige Entnahmen sind sehr teuer.

    Leider ist es zur Zeit in Deutschland so, dass renditebringende Anlagen wie Aktien, Fonds usw. bei jeder Umschichtung voll besteuert werden, während gleichzeitig die provisionsreichen und renditearmen Produkte während der Ansparphase nicht nur zinsfrei gestellt, sondern auch noch stark mit Steuermitteln gefördert werden.

    Ich würde mich freuen, wenn es in den nächsten Jahren diesbezüglich Fortschritte zum Vermögensaufbau für die Rente gibt, weil alle Prognosen davon ausgehen, dass viel zu wenige über Kapitalaufbau vorsorgen und die Altersarmut dadurch rapide zunehmen wird.

    Mich interessiert, ob Sie die 401k Depots kennen und wie Sie bzw. ihre Partei zu dieser Anlageform zum Aufbau von privaten Kapital zur Altersvorsorge stehen?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Stefan Müller

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Interessant finde ich, dass Du die Politiker angeschrieben hast.

    Von der Bundesregierung wünsche ich mir mehr Ehrlichkeit, Offenheit, Transparenz, Selbstkritik. Die hohen Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren und geringen Renditen sind ganz klar ein Problem bei der Riester Rente. So etwas sollte niemand abstreiten. Das zu verschweigen ist ein Fehler.

    Ich erwarte schlicht ehrliche Antworten. Wir Bürger sind ja nicht doof. Das Schreiben vom Bundesfinanzministerium bzw. Herrn Dr. Meister ist eine Unverschämtheit: Nebelkerzen. Täuschen. Tricksen. Tarnen.

  11. Stefan

    @ Felix! Du scheinst keine Ahnung zu haben wie die Poltik funktioniert…Pauschal ist es nur für Leute die die Wahrheit nicht verstehen….Ich habe mit all meinen Aussagen Recht was mir die klugen Leute auch bestätigen…Steuerverschwendung ist nachweisbar, ebenso auch der Rest..traurig wie Leute wie Du sich blenden lassen…

     

    Politker sind Berufsverbrecher und das Allerletzte!

     

    @ Sebastian es ist nicht engstirnig die Politiker für Lumpen zu halten..schau lieber mal nach wie heuchlerisch die sind…

     

    Eine Frechheit diesen Verbrechern noch die Brücke zu treten…

  12. Markus

    Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
    Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
    Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
    Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
    Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
     

    In diesem Sinne, schöne Weihnachten an alle!

  13. Schwarzer Kater

    @Markus

    Oder einfach nur – Obacht geben, länger leben.

    Genießt den (Kurs)Rutsch im neuen Jahr!

  14. Lad

    Nach einer Studie bekommt man von der Riester Rente das ganze eingezahlte Geld mit 0% Zins zurück nur, falls man 87 Jahre alt wird. Mit dem Beitrag vom Staat und zusammen 2,2% Zins bekommt man das eingezahlte Geld nur, falls man 103 Jahre alt wird. In neuem Finanztest der Stiftung Warentest wird über 3 bis 5% Profit von der Riester Rente gelogen.

    Wenn ich nach 4 Jahren Rentner werde, an der Costa Blanca, mein Haupteinkommen werden die Dividenden von BASF, BMW, Sanofi, Iberdrola, Telefonica, Banco Bilbao, Banco Santander, AT&T, Johnson & Johnson, Pfizer, Procter & Gamble, United Technologies, Wells Fargo, HSBC, Royal Dutch Shell, Tesco, BHP Billiton und Vale. Hoffentlich wird dann Tesco wieder gesund und nicht bankrott.

    Die Dividenden von Aktien haben gegen die Rente den Vorteil, dass die junge Frau und die Kinder sie vererben und jährlich die Dividenden um 5-10% steigen. Man erlebt einige Verdoppelungen des Einkommens. Die Rente vom Staat bei jährlicher Steigerung von 1% wäre jedoch erst nach 70 Jahren verdoppelt, die Witwe und Kinder erben sie nicht.

  15. willihope

    Erst gestern bekam ich ein PDF zu lesen, von der FMA in Österreich, zur Zukunftsvorsorge, datiert mit November 2014, Zitat:

    Anleihen der EZB, der Länder des EWR und ihrer Zentralbanken (in ihren jeweils eigenen Währungen) werden mit Risiko 0 bewertet.

     

    Und dass nach dem Diebstahl von 70% der Gläubigergelder durch die Griechen!

    Also offensichtlich liegt nicht der gemeine Bürger im Schutzinteresse einer staatlichen Behörde! Würde das so sein müssten Staatsanleihen aus Europa mit dem richtigen Risiko bewertet werden, das aber würde die Schuldenmacher doch hart treffen denn woher sollen die ganzen sozialen Erungenschaften dann kommen?

    Der ganze Sozialismus ist ja auf Kredit gebaut!

    Fonds dürften das Klopapier aus Europa nicht mehr kaufen und die Zinsen würden explodieren! Es liegt also im ureigenem staatlichen Interesse dass weiter Geld für die staatlichen Wohlfahrtsprogramme aufgenommen werden kann.

    Dann gibts wieder einen Schuldenschnitt (oder wie immer man den Raubzug nennen wird) und die Verantwortlichen verabschieden sich in ihre Höchstpensionen und lachen sich eines.

     

    @Sebastian

    Demokratie ist super aber dafür braucht man charakterfeste Menschen und da ist die gesamte Politikerkaste meilenweit davon entfernt! Wäre sie ein Abbild der Bevölkerung müsste ja auch an jedem deutschen Hauseck eine mit geklautem Doktortitel sitzen!

    Es ist eben so dass sich im Ränkespiel die Wadlbeisser und Hinterfozigen am wohlsten fühlen.

    Ja mein Nachbar ist Sozi, protegiert von Muttern in hoher Gewerkschaftsposition ist trotzdem nix aus ihm geworden! Ausser grosse Schnauze und das Geld der anderen verteilen hat er nix erreicht, japansiches Büro in gewerkschaftsnaher Organisation, bezahlt vom Steuerzahler schaut er beim Fenster raus, desswegn japanisches Büro – das bekommen alle „erfolgreichen“ in Japan, da können sie keinen Schadne anrichten. 🙂

    Japan gefällt mir. 🙂

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    In den USA kostet ein Aktiendepot für die Rente keine Gebüren. Sie heißen 401(k), SEP IRA, Roth IRA. Ein Leben lang sind sie gratis – selbst wenn keine Aktivitäten stattfinden. Es ist ein Tabu Gebühren zu verlangen.  Ethisch wird es als unfair eingestuft. Fidelity, etrade, Charles Schwab, Scottrade und andere bieten diese Renten-Depots gratis an. Lediglich die Produkte wie Indexfonds oder ETFs kosten etwas. Sie  sind aber billig mit 0,1 Prozent Gebür und weniger. In Deutschland habe ich das Gefühl, dass die Finanzbranche den Menschen für Riester-Produkte tief in die Tasche greift.

  17. Felix

    Depotgebühren sind auch in D kein Thema. Die Zeiten sind lange vorbei.

    Das Problem ist, dass die Deutschen keine Aktien mögen, weil sie im Wert schwanken, als unsicher gelten und Objekte der Spekulanten sind. Zudem hat jeder, der schon etwas älter ist und eine Affinität zu Aktien hat, seine (negativen) Erfahrungen mit der Aktie der dt. Telekom (ich habe sie immer noch) gemacht.

    Ob, sagen wir, in 30 Jahren derjenige mit dem Aktiendepot der große Gewinner sein wird, muss die Zukunft zeigen. Ich jedenfalls würde nicht 100 % meiner privaten Altersvorsorge mit Aktien abdecken wollen. Ich halte viel von Diversifikation , und zwar nicht nur nach Ländern und Branchen, sondern nach Assettklassen. Deshalb ist mir im Alter die eigengenutzte Immobilie wichtig. Ich möchte mit 70 nicht umziehen, weil der Vermieter Eigenbedarf meldet oder eine Luxussanierung durchzieht, die ich mit meiner Rente dann nicht bezahlen kann.

    Ich denke, die meisten Menschen in D denken so. Deshalb geht zur Zeit viel Geld in Betongold. Das ist bei diesen Zinsen sicherlich nicht das dümmste, was man tun kann. Dadurch investiert man eben in seine eigenen vier Wände statt in den Vermieter. Wer darüber hinaus, und das werden die wenigsten sein, noch was über hat, kann ein Aktiendepot aufbauen. So habe ich das auch gemacht.

    Was die Armut der Rentner anbelangt, so muss man festhalten, dass da viel Stimmung gemacht wird von Leuten mit Schaum vor dem Mund (weshalb auch immer). Bislang gibt es keine flächendeckende Altersarmut, ganz im Gegenteil, wir haben die reichste Rentnergeneration ever. Das wird vermutlich nicht so bleiben (können). Diejenige, die jetzt noch im Arbeitsleben stehen (30 bis 50 Jahre alt sind), werden ein in D nie dagewesenes Erbe antreten können. 70 Jahre kein Krieg, keine Zerstörung, keine Vernichtung von Vermögensgegenständen, stattdessen unvorstellbarer privater Vermögenszuwachs (auch und gerade in D) – das ist die Leistung der Politik. Was sie sonst noch macht, ist ziemlich egal, wenn sie nur Frieden sorgt.

    Es ist so einfältig gedacht: Die Menschen in D werden älter, immer mehr Rentner müssen ausgehalten werden, also verarmen sie zukünftig. Das kann sein, wenn die Wirtschaft nicht mehr leistungsfähig ist und den Bach runter geht. Dann helfen auch Aktiendepots deutscher Firmen recht wenig. Wenn die Wirtschaft aber weiter läuft, und ich sehe da durchaus positiv in die Zukunft, dann wird es auch andere Finanzierungsquellen für die Renten geben. Es wird dann ein höherer Anteil steuerfinanziert werden. Da müssen dann auch die beisteuern, die bislang davon befreit sind (Beamte, Freiberufler, Politiker, …). Da lässt sich viel machen; nichts ist für die Ewigkeit festgeschrieben.

    Warum sich alle hier an der Riesterrente so festbeißen? Meines Wissens gibt es keinen Zwangsriester. Wenn sie so schlecht ist, schließt einfach keine ab, und gut ist’s. Genauso wie man vermeiden sollte in die falschen Aktien zu investieren, selbst Indices sind davon nicht ausgenommen (siehe NIKKEI).

    Wenn wirklich eine Weltwirtschaftskrise, ein Zusammenbruch des globalen Finanzsystems oder was weiß ich für ein Tsunami kommen sollte, so fühle ich mich in meinem Häuschen mit Garten noch einigermaßen gut aufgehoben. Ich werde dann ein Kartoffel- und Gemüsebeet anlegen. Ob ich dann noch an mein Weltportfolio rankomme und ob es noch etwas wert ist, wird man sehen. Aber ich habe ein Dach über den Kopf.

  18. Geld schläft nicht - Blog

    @Lad

    Ich habe die Studie auch gelesen. Der Betroffene hätte in der Tat über 100 Jahre alt werden müssen um die ihm versprochenen Zinsen zu kassieren. Das ist wirklich Wahnsinn!
    Wobei ich glaube, dass es aufgrund der vielen verschiedenen Riesterverträge auf dem Markt große Unterschiede zwischen den einzelnen Sparern / Kunden geben könnte.

    Grüße

     

     

     

  19. Stefan Müller

    Das Ärgernis bei Riester besteht für mich darin, dass ein Bürokratiemonster mit Kostenverschleierung als Provisionsbringer für Banken konstruiert wurde, was wir über Steuergelder bezahlen.

    Wer selbstständig, z.B. mit Aktienfonds oder auch Immobilien Altersvorsorge und Vermögensaufbau betreibt, wird kaum bis gar nicht gefördert, sondern mit dem Wegfall der Spekualtionsfrist/ Dividendendoppelbesteuerung /Grunderwerbssteuer sogar noch bestraft.

    Ich sehe keinen Grund, wenn ich von Aktien auf Festgeld im Rahmen einer Assetanpassung schon Steuern zahlen muss, obwohl die Gewinne reinvestiert und nicht verkonsumiert werden.

  20. Couponschneider

    Was ich nicht verstehe: Warum sind alle so fokussiert auf die Altersrente, das laufende Einkommen des Rentners? Ich konstatiere: Ein Rentner hat sich über Jahrzehnte Hausrat angeschafft und geschenkt bekommen. Wenn jemand in meiner Familie oder im Bekanntenkreis, dann waren da immer zwei, drei Kaffee-Service dabei. Und natürlich konnten viele Rentner auch sparen und haben Barvermögen.

    Was ist so schlimm daran, von diesem Geld zu leben? Von der Substanz zu leben, hört sich schlimm an, aber das ist doch nur schlimm für Leute, die noch eine lange Zukunft haben. Ein Rentner hat ein überschaubares Dasein, wird nicht von Arbeitslosigkeit bedroht, es gibt keinen gesellschaftlichen Druck, zu arbeiten usw. usf. Die können und dürfen von der Substanz leben auf ihren letzten Tagen.

    Und sie es ja auch: Eine private Rentenversicherung ist doch nichts anderes als von Substanz leben, denn die Rente aus einer privaten Rentenversicherung wird ja nur zu geringem Teil aus Zinserträgen und Dividenden gespeist, die die Versicherungsgesellschaft hat einnehmen können. Die Rente wird zuförderst von dem Geld gespeist, was der Versicherte hat einzahlen müssen. Es gibt also zwei Formen des Lebens „von der Substanz“: einmal die eigenmächtige, selbstständige Form (gesellschaftlich sanktioniert) und dann noch die betreute Form (gesellschaftlich akzeptiert). Es sollte aber genau anders herum sein.

    An Riester kritisiere ich vor allem, dass dadurch zum Ausdruck kommt, dass die Leute nicht mit Geld umgehen könne. Die Leuten soll klein und dumm gehalten werden und im Alter gibt es ein schönes Taschengeld.

    Wir Aktiensparer sind ja total fokussiert auf Dividenden. Meine Dividenden decken schon über ein Sechstel meines Konsumbedarfs ab. Aber ich behalte auch im Hinterkopf, dass ich, wenn ich mein Depot veräußere, 90 Monate davon leben kann. Das sind 7,5 Jahre.

  21. Anna

    @ Couponschneider

    Du bist wahrscheinlich der größte Theoretiker vor dem Herrn. Du solltest Dich mal in einem Altersheim (nicht Pflegeheim) umschauen. Die meisten Bewohner verbrauchen die Substanz bzw. müssen vom Amt unterstützt werden, welches die Angehörigen dann zur Kasse bittet.

    Um in den nächsten 20 Jahren noch nicht der Grundsicherung anheim zu fallen, müsste unser Depot ca. eine halbe Million haben (Dividende außen vor, Kurseinbrüche nicht vorgesehen). Deshalb bin ich heilfroh über die Rente. Sie ist eine Absicherung (noch lange nicht vierstellig, um eventuelle Neidgefühle nicht aufkommen zu lassen). Die private Krankenversicherung, die man bei Deiner Variante dann haben müsste, wird im Alter verdammt teuer.

    Gruß Anna

  22. Couponschneider

    @Anna

    Es gibt die staatliche Rente und die ist ja auch okay. Damit ist das Langlebigkeitsrisiko schon abgedeckt, gerade was die Krankenversicherung angeht. Ich bin ein Anhänger der gesetzlichen Krankenkassen und ich befürworte es, dass sich der Staat da keinen schlanken Fuß macht. Aber wenn ich schon die gesetzliche Rente habe, dann ergänze ich die doch nicht durch andere Leibrentenkonzepte. Betriebsrenten, Riesterrenten, Sofortrenten… Sowas kommt mir nicht in die Tüte. Die KLV war insofern eine gute Ergänzung als Altersvorsorge, weil sie anders funktionierte und ein Vermögensaufbau darstellte.. Nichtsdestoweniger war sie schlecht, weil renditeschwach und unflexibel.

    Altersvorsorge ist neben der Absicherung des Lebenslebigkeitsrisikos vor allem Vermögensaufbau. Ich bin meines Erachtes recht gut unterwegs.

    Kurseinbrüche machen gar nichts und eine halbe Million € Aktienvermögen ist gar nicht mal so illusorisch. Ich bin mir sicher, dass jeder Ingenieur das aufbauen kann. Dazu muss man nur 4053,64 € jährlich in Aktien sparen und die Dividenden reinvestieren. Nach 30 Jahren hat man die halbe Million €. Wenn man nicht von der Substanz leben möchte, dann lebt man von den Dividenden. Bei 4 % Dividendenrendite springen 20000 € pro Jahr heraus (brutto). Das sind doch recht charmante Aussichten. Wenn man jung ist, kann man auch in die vollen gehen und viel mehr als 4000 € investieren. Ich habe nun vier Jahre in Folge mehr als 20000 € pro Jahr investiert.

     

  23. Johann

    Laut dem zuständigen Bundesministerium erhalten Rentner ab dem Jahre 2030 noch 43% ihres Bruttoeinkommens als Rente (brutto). Das führt dazu, dass mehr als 45% der heute Erwerbstätigen eine Rente auf Hartz IV (Grundversicherung) Niveau beziehen werden. Wer eine Riesterrente besitzt ist doppelt getroffen, denn diese wird auf die Grundsicherung angerechnet.

    Wer aber heute schon 9.100 Euro Brutto + Zulagen + Pension verdient, dem ist das reichlich egal.

    http://www.tagesschau.de/inland/diaeten104.html

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