Reich mit Pennystocks und Kriegen


New York, 26. Dezember 2009

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Ständig hegen Menschen Zweifel, ob der Aktienmarkt weiter steigen wird. Gewiss, das wird er. Haben Sie nur Geduld. 1969 stand der Dow Jones bei 650 Punkten. Heute stehen wir bei 10.500 Punkten. Und die alte Rekordmarke von rund 14.000 Zählern wird auch bald wieder fallen.
Wichtig ist nur auf die richtigen Themen zu setzen. Wenn man bei Mode-Themen an der Börse vor allen anderen dabei ist und seine Gewinne laufen lässt, kann man ein Vermögen damit verdienen. Nehmen Sie Google oder Apple. Auch mit den einstigen Highflyern zu Zeiten des Neuen Marktes wie EM.TV oder MobilCom hätte man ein Vermögen machen können, wenn man zum richtigen Zeitpunkt ausgestiegen wäre.
Einer der wenigen Investoren, der bis auf eine Ausnahme zum richtigen Zeitpunkt das Weite suchte, ist Joseph H. Hirshhorn (auf dem Foto die Skulptur). Als sechsjähriger Junge immigrierte er 1905 mit seiner Mutter und neun Geschwistern aus seiner Heimat Lettland nach Amerika. In den Slums von Brooklyn wuchs er auf. Von einem lausigen Fabriklohn der verwitweten Mutter musste die große Familie leben. Als Arbeiterin brachte die Mutter nur zwölf Dollar pro Woche heim. Doch mit 14 Jahren wurde der kleine Joseph Bürogehilfe an der Wall Street. Schnell erlernte er das Geschäft mit den Aktien. Mit 17 Jahren hatte er schon durch clevere Spekulationen es zu einem Vermögen von 170.000 Dollar gebracht. Zu der damaligen Zeit war das eine immense Summe. Doch während des Ersten Weltkriegs verlor er sein Geld nahezu vollständig. Die goldenen Zwanziger Jahren brachten ihm das Vermögen zurück. Am „Schwarzen Freitag“ im Oktober 1929 hatte er vier Millionen Dollar Cash. Und in der Weltwirtschaftskrise war „Cash King“.
Ein großes Rad drehte er jedoch in den fünfziger Jahren, als der Uranpreis durch die Decke ging. Er handelte mit Pennystocks beziehungsweise Minenaktien. In Kanada erwarb er ein 500 Quadratkilometer großes Areal, auf dem sich wichtige Uranvorkommen befanden. Er avancierte zum Uran-Monopolisten. Der Bau der Atombombe und der Korea-Krieg trieben den Uranpreis immer höher. Der Kalte Krieg machte ihn superreich. Hirshhorn wurde zum Milliardär und begann, eine der weltgrößten Kunstsammlungen aufzubauen. Obwohl ihn die kanadischen Behörden immer wieder des Börsenbetrugs mit Pennystocks beschuldigten, behielt er sein Vermögen. In den sechziger und siebziger Jahren zog er nach Greenwich in Connecticut, wo er in seinem gigantischen Anwesen den Blick auf Manhattan genoss. 12.000 Gemälde und Skulpturen vermachte er der US-Regierung bis zu seinem Tod im Jahr 1981.
Was lernen wir daraus? An Kriegen verdienen sich viele Investoren eine goldene Nase. Nicht nur die Rothschilds mit ihren Waterloo-Gewinnen. Denn meist steigen Rohstoffe wie Öl bei Konflikten. Niemand weiß, wie lange sie dauern und wie weit sich die Kriege ausbreiten können. Hortungskäufer verschärfen oftmals die Preistreiberei in solchen Krisen. Wenn allerdings die Preise für bestimmte Rohstoffe von Rekord zu Rekord zu jagen, dann ist es meist zu spät, um sich dann noch an dem heißen Spiel zu beteiligen. Mehr Details über Hirshhorn finden Sie hier bei Wikipedia.
Ich halte zum Beispiel den gegenwärtigen Goldpreis von gut 1.100 Dollar je Unze für recht hoch und würde mich nicht unbedingt an einer Goldmine zum jetzigen Zeitpunkt beteiligen. Preise von 600 bis 800 Dollar je Unze halte ich für wieder erreichbar. Auf diesem Niveau würde ich einsteigen. Ich werde nach Kanada fliegen und weiß noch nicht, wie viel Zeit mir bleibt, um hier zu posten.
Hoffentlich hatten Sie ein schönes Weihnachtsfest. Ich wünsche Ihnen alles Gute für das nächste Jahr und natürlich gute Börsengeschäfte.


tim schaefer (Author)

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