Reich in der Krise: Wie geht das?


New York, 26. November 2008

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Angstvoll blicken die Anleger in diesen Tagen auf die Kurstafeln. Die amerikanischen Konsumenten halten ihre Barreserven zusammen und meiden den Aktienmarkt. Sie sorgen sich, dass die Aktien tiefer fallen können. Das kann in der Tat sein. Aber Sie blenden dabei aus, dass die Chancen derzeit gigantisch sind. Cash ist Trash, Aktien sind King! Viele hochklassige Konzerne taxieren mit einem einstelligen Kursgewinnverhältnis.
Was können Sie also tun? Aktien kaufen! Machen Sie sich nicht länger ins Hemd. Gehen Sie auf Schnäppchenjagd. Die Gelegenheit könnte kaum besser sein. Auf meiner Empfehlungsliste stehen die Billigairline JetBlue, die Nahrungsmittelhersteller General Mills, Nestle und Heinz sowie SAP und Microsoft. Und natürlich sind die Ölriesen attraktiv. Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips kriegen Sie geschenkt. Exxon Mobil wird mit dem neunfachen Gewinn für das laufende Jahr gehandelt. Das ist ein Witz. Das heißt, Sie müssen nur neun Jahre warten, bis Sie ihr komplettes Investment zurückverdient haben. Mit anderen Worten liegt die jährliche Rendite der Aktie bei elf Prozent (eins dividiert durch neun). Wo kriegen Sie elf Prozent für Ihr Geld? Ganz nebenbei können Sie eine Dividendenrendite von 2,1 Prozent per annum kassieren. Dass der Ölpreis aktuell im Keller notiert, spricht zudem für ein Investment. Das Fass kostet nur 52 Dollar. Anfang Oktober lag der Preis für das Barrel doppelt so hoch. Sobald sich die Konjunktur wieder erholt, wird das Öl anziehen. Daran gibt es keinen Zweifel. Bis Silvester dürfte Exxon 45 Milliarden Dollar nach Steuern verdienen – soviel wie nie zuvor. Kein anderes Unternehmen hat jemals soviel Geld verdient. 2007 fuhr Exxon bereits 40 Milliarden Dollar netto in die Scheune. Die Texaner erreichen ein Rekord nach dem anderen.
Bei Chevron ist das Kursgewinnverhältnis mit sieben noch billiger. Allerdings fällt der Kassenbestand mit gut acht Milliarden Dollar (nach Abzug aller Schulden) geringer aus als bei Exxon mit 25 Milliarden Dollar. Exxon hat die stärkste Bilanz. Es gibt wohl keinen Konzern rund um den Globus, der eine solidere Bilanz aufweist. ConocoPhillips ist mit einem Kursgewinnverhältnis von 4,7 am lumpigsten bewertet. Das ist der Hammer. Ein hochprofitables Unternehmen liegt auf dem Ramschtisch. Kein Wunder, dass Milliardär Warren Buffett in den vergangenen Wochen wie verrückt Conoco-Aktien aufsammelte. Buffett ist nun der größte Aktionär. Sein Anteil hat die Fünf-Prozent-Marke überschritten. Jedoch schultert Conoco im Gegensatz zu Exxon und Chevron Schulden in Höhe von 18 Milliarden Dollar (nach Abzug der Barmittel). Jedoch besteht kein Grund zur Sorge. Die Fremdmittel sind vollkommen gerechtfertigt und die Bilanz ist solide finanziert. Conoco mit Sitz im texanischen Houston betreibt in Deutschland das JET-Tankstellennetz. Aktuell notieren Exxon, Chevron und Conoco mit 78,61, 78,22 beziehungsweise 52,90 Dollar. Für mich sind alle drei ein Kauf.


tim schaefer (Author)

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