Regierung schnürt Hilfspaket für Hypothekenbanken


New York, 14. Juli 2008

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Mal wieder greift der Staat krisengeschüttelten Unternehmen unter die Arme: Die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac erhalten Schützenhilfe der FED und der Regierung. Ferner erwägt Washington den Kauf von Anteilen der beiden Branchenführer. Wir sind im Wahljahr. Da ist das Hilfspaket wichtig. Das Konjunkturprogramm der Regierung, die gerade Schecks in Höhe von 600 Dollar und mehr an die Steuerzahler versendet, ist ebenfalls Wahlkampf für die Republikaner. Es geht darum, gute Stimmung zu verbreiten. Denn grundsätzlich sind Amerikaner Verfechter der freien Marktwirtschaft, des reinen Kapitalismus. Sie lehnen Eingriffe ab. Es geht ihnen darum, Subventionen zu verhindern. Sie halten das Verteilen von Milliarden aus irgendwelchen Fördertöpfen für unfair. Sie argumentieren so: Wenn es den Firmen gut geht, fließen die Gewinne in die Taschen der Aktionäre. Wenn es ihnen aber schlecht geht, muss der Steuerzahler dafür aufkommen. Mit anderen Worten: Die Regierung hat die Verluste verstaatlicht. Im Falle der Rettung der New Yorker Investmentbank Bear Stearns hatte die FED bereits Milliardensummen Anfang des Jahres bereitgestellt. Ich begrüße in jedem Fall das Einschreiten des Staates. Die Situation ist brandgefährlich. Wenn ein Finanzriese pleite gehen sollte, könnte das einen Sturm auf die Banken auslösen. Konsumenten würden massenhaft ihre Ersparnisse abziehen – aus Sorge um den Verlust ihres Mamons. Das wiederum könnte im schlimmsten Fall eine Weltwirtschaftskrise auslösen. Insofern ist das Vorgehen der Regierung in dieser Situation nötig.
Bei dem jetzt über das Wochenende vereinbarten Rettungspaket geht es darum, das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems und der Finanzmärkte in der Kreditkrise zu stärken, fabulierte Finanzminister Henry Paulson. An der Wall Street werden die Meldungen gut aufgenommen. Die Kurse von Fannie Mae und Freddie Mac ziehen massiv an. Der Dow Jones wird den Handel mit einem schönen Plus eröffnen.


tim schaefer (Author)

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