Regenfall ist verlässlicher für Börsenentwicklung als Konjunktur


New York, 12. November 2014
Regen vor dem Börsengebäude an der Wall Street.

Regen vor dem Börsengebäude an der Wall Street.

Was viele „Börsenexperten“ nicht wissen: Die Börse macht, was sie will. Sie hängt von den Launen der Anleger ab. Und die Gefühle der Anleger kann niemand vorhersehen. Die Launen schwanken nun einmal.

Einen vermeintlichen Zusammenhang stellen „Experten“ gerne her, was Unfug ist: Sie glauben aufgrund der Konjunktur eine Vorhersage für die Börse stellen zu können. Nach gängiger Meinung soll in einem konjunkturellen Aufschwung die Börse gut laufen. In einer Rezession sollte die Börse sinken.

Das stimmt aber nicht. Es besteht zwischen der Konjunktur und einem Index wie dem Dow Jones (oder DAX) keinerlei Korrelation. Beide „Tiere“ machen unabhängig voneinander, was sie wollen. Anders ausgedrückt bedeutet dies: Zieht die Konjunktur in einem Jahr sprunghaft an, kann die Börse zur gleichen Zeit massiv einbrechen. Schrumpft die Wirtschaft, kann die Börse steigen.

Vanguard hat dazu eine Studie (PDF) erstellt. Die Ausarbeitung zeigt, es besteht eben kein Zusammenhang zwischen  Konjunktur und Börsenverlauf. Zwischen Regen und Börsenverlauf besteht mehr Aussagekraft. Auch lassen sich von den Ergebniswachstumserwartungen der Analysten für das nächste Jahr keinerlei Ableitungen herleiten.

Weil es eben keine Formel gibt, die uns exakt zeigt, was die Börse machen wird, gleicht das Traden einem Lotteriespiel. Es geht entweder rauf oder runter. So genau weiß das niemand.

Langfristig signalisiert das KGV durchaus den Trend an der Börse. Sind die Bewertung südhaft teuer, ist mittelfristig eher eine schleppende oder maue Börse zu erwarten.

Fazit: Der Blick aus dem Fenster (Wetter) sagt mehr als 1000 Konjukturprognosen. Insofern ist es beim Aktienkauf ratsam die Konjunktur auszublenden. Blicken Sie nur auf das Unternehmen, das sie kaufen möchten. Was die Konjunktur macht, sollte Ihnen völlig egal sein.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Regenfall ist verlässlicher für Börsenentwicklung als Konjunktur

  1. Mario

    Hallo Tim,

    all diesen „Börsenexperten“ sollte man fragen, was haben sie mit ihrem Wissen verdient? Da sie ebenfalls nur im Nebel stochern und weiterhin Ratschläge geben, Artikel verfassen und Bücher verkaufen  müssen lässt auf ihr wahres Wissen über die Anleger und die Märkte schließen.

    Mario

  2. Mario

    Tim

    Die Zeit auf deinem Server stimmt nicht mit der MEZ überein. Vielleicht auch gewollt. Mein Eintrag 8:17 h. Angezeigt eine Stunde später.

    Mario

  3. Matze

    @Tim

    Ich lese Deine Beiträge wirklich sehr gerne. Mir ist aufgefallen, dass Deine Kernbotschaft aktuell sehr stark in Richtung „ignoriere alles außer die Aktien von Qualitätsunternehmen“ zielt. Makro soll man ausblenden, die Indexstände etc.

    Das man den „Lärm“ und das „Gewäsch der Experten“ ignorieren sollte, da gebe ich Dir voll und ganz recht.

    Aber es spielt doch schon eine Rolle z.B. wenn ich mir ein Ölunternehmen angucke, ob ich davon ausgehe, dass dieses „Produkt“ auch in Zukunft noch benötigt wird zu diesem Preis. Oder ob Einzelhändler darunter leiden, dass Discounter ihnen die Preise kaputtmachen oder ob eben Krieg herrscht etc. Ob Europe in eine Rezession schlittert und welche Unternehmen davon profitieren, darunter leiden usw.

    Augen zu und durch ist für mich kein Erfolgsrezept für die Börse.

    Wenn Du sagst z.B. „kaufe eine BASF/Procter & Gamble/J&J und schaue 20 Jahre nicht auf den Kurs“, dann bin ich schon eher bei Dir.

    Beste Grüße!

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Mario

    Sorry, da ist in der Tat ein kleiner Fehler drin. Liegt wohl an der Zeitumstellung Europa/USA. Muss mal schauen.

     

    @ Matze

    Ich denke, es ist hilfreich auf die Unternehmen isoliert von all dem „Lärm“ zu blicken. Wenn Du Dir  Unternehmen auf Sicht von den zurückliegenden 20 Jahren anschaust, kannst Du sehen, wie geschickt sie mit den sich wechselnden Rahmenbedingungen (Ölpreis, Rezession, Finanzkrise…) umgehen. Das ist alles, was ein Anleger braucht, denke ich. Überlege, ob das Produkt/Dienstleistung der jeweiligen Firma noch in 20 bis 30 Jahren gebraucht wird.

    Das kann man wohl mit „Ja“ beantworten für Lebensmittel, Alkohol, Energie, Transport, Häuser, Medien, Chemie, Kommunikation, Kleidung, Cremes/Parfüm…

  5. franz

    Ist es sinnvoll aktien mit optionsscheinen abzusichern? Gibt es da auch kostengünstigere alternativen?

     

    Thx!

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ franz

    Da halte ich persönlich nichts davon. Gute profitable Firmen steigen auf lange Sicht. Einfach an die Volatilität gewöhnen. Es entstehen durch solche „Absicherungs-Dinger“ unnötige Kosten. Wer keine einzelnen Aktien auswählen mag, kauft einfach einen Index wie den S&P 500 langfristig.

  7. Markus

    @Matze

    Die Welt braucht in 20 Jahren keine Kunststoffe / Verpackungen und deren Ausgangsbasis Öl nicht mehr?

    Die Umwelt und die Fische würden sich freuen… aber die Menschheit ändert sich so schnell nicht.

  8. willihope

    Den S&P500 habe ich mir gerade angesehen und mal auf Sell im May abgeklopft, SIM würde auch da funktionieren, bis auf die beiden Crashjahre, zumindest besser als Buy and hold!

     

    In den Jahren 2003 und 2009 ging es nämlich von über 1500 auf 800 bzw 680 runter! Wenn man das als „Altersvorsorge“ genau in den Jahren brauchen sollte dann schaut man schon dumm!

     

    Also diversifizieren und auch mal aussteigen kann nie schaden!

     

  9. StefanStefan

    @ willihope

    was redest du für ein wirres Zeug? Dieser ganze Trend-Mist funktioniert nicht! Vergiss es. Alles was allgemein bekannt ist funktioniert irgendwann nicht mehr. Früher wäre es im September oder Oktober auch stark abwärts gegangen. Aber was war 2014?

     

    Diversifikation o.k. So zehn Titel reichen finde ich. Aber Traden („auch mal aussteigen…“) ist nicht lukrativ. Das was an die Steuer geht musst du schon mal wieder rausholen. Soli. Spread und Gebühren…

  10. Sebastian

    @Gert

    Erstens befolgt die kaum einer und zweitens gibt es dutzende Ausführungen.

    Stefan hat schon Recht. Simple Signaltechniken und Börsensprüche machen sich selbst obsolet.

    Ist ja auch logisch, es können nicht ALLE gemeinsam beim rein-und-raus-Hüpfen auf der Gewinnerseite stehen. Wie sieht denn die Bilanz von sell in may in den 40ern, 60ern oder 80ern aus?

     

  11. willihope

    Bitte sehr der SIM von 1998 bis 2014:

    In nur 3 investierten Halbjahren traten Verlußte auf, sonst in allen investierten Halbjahre Positiv.

    Enterbasis und Exitbasis ist der DAX-Stand, rechts der DAX Stand ist der Abstand zur Ausgangsbasis und nicht der kumulierte Wert!

    https://spreadsheets.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&hl=de&key=0AtZCEaGy965OdC0ySWVDYlN6MGFZb3FRRF9zQmdZS3c&single=true&gid=9&output=html

     

    Der Gewinn liegt offensichtlich im vermeiden der Verlußtmonate!

    Ergebnis nach 16 Jahren:

    DAX +121%

    SIM +733%

     

    Ich versuch das und werde euch berichten! Für mich auch leichter durchzuführen denn momentan fällt es schwer gute Aktien zu finden, da geht das mit dem DAX einfacher und vielleicht schaut es mit geheblten ETF’s noch besser aus. 🙂

     

    Wenn natürlich mehr dieses „System“ anwenden geht es natürlich auch noch stärker rauf und runter in der Zeit! 🙂

     

    PS: Ich habe es noch besser visualisiert und farbig hinterlegt aber ich kann google-docs einfach nicht bedienen. Irgendwie werden die Webseiten immer schlechter oder ich immer dümmer. 🙁

     

    Originaldaten von:

    http://www.daxjaeger-blog.de

     

     

     

     

  12. Matze

    @willihope

    Danke für die Daten.

    Interessant, dass es gerade in den „Crash“-Jahren 2000, 2008 und 2011 nicht funktioniert hat.

    Dieses Jahr wäre man kurz nach dem 01.10. erstmal 800 Punkte runtergerauscht, um jetzt (Dank Draghi) wieder leicht im Minus zu sein (ca. 130 Punkte).

    Für mich persönlich ist das nichts, aber Dir viel Erfolg!

    Ich habe mir dieses Jahr mal eine Watchlist für die „Dogs“ gemacht – bisher eine miese Strategie. Beim Dax waren das Lanxess (-21%), E.On (-3,5) und RWE (-1,7%) bis dato. Im Dow u.a. IBM stehen ebenfalls tiefer.

  13. Markus

    @Willihope

    Was mich immer an diesen Backtest`s stört, sind Steuern und Gebühren und deren Kumulation, da diese ja schon jeweils 1 x pro Jahr in der Vergangenheit und öfters angefallen wären und man dementsprechend z. B. knapp 30 % weniger Anlage-Summe (vom evtl. Gewinn) in der Vergangenheit für das jeweils nächste Intervall gehabt hätte.

    Sehr oft fällt dieser gewaltige Brocken unter den Tisch… (ja ja, Abgeltungssteuer gab es früher keine aber auch eine Spekulationsfrist und weniger bis keine Online-Broker). Waren diese Strategien in den 90ern der breiten Masse von Börsenanlegern bekannt?

     

  14. Markus

    und ein Punkt ist die sehr wahrscheinlich willkürliche Häufung von Krisen genau in diesen 2 Monaten in der Vergangenheit… Asien, Russland, etc.

     

  15. Sebastian

    Lehmann-Pleite im November statt im September.

    Terrorattacke auf die Twintowers im März statt im September.

    SIM oder auch SIS wären dann anders gelaufen……

  16. willihope

    Nunja ob Crashjahr oder nicht – das hat keine Auswirkung weil man ja stur im May verkauft und im Oktoer wieder kauft. Stürzt die Welt im Dezember ein ist man natürlich voll dabei – wie der DAX aber auch, da hat SIM keinen Vorteil!

     

    Aber wenn man die Zahlen genau betrachtet dann sieht man eben dass im Sommer öfter ein Verlusst ensteht als im Winter und nur darum geht es. Natürlich gibt es auch Jahre wo es im Sommer aufwärts geht und da ist man dann eben nicht dabei.

     

    Die Kosten halten sich bei 2 Deals pro Jahr in Grenzen, die Steuern drücken das Ergebnis natürlich aber ich hoffe weniger als die Verlusste im Sommer.

    Mal sehen.

     

  17. Pingback: Artikel über Wirtschaft, Finanzen und Devisen - 16. November 2014 | Pipsologie

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