Putzfrau gefeuert


New York, 8. Juni 2013

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Ich habe mir eine reduzierte Blue Jeans gekauft. Das Ding hat weniger als zehn Dollar gekostet. Eine Levi Strauss. Ich trage die, bis sie auseinander fällt. Die Putzfrau habe ich schon zum zweiten Mal rausgeschmissen. Dieses Mal hat sie das Spülbecken in der Küche zerkratzt. Immer ein neues Problem mit den Putzfrauen. Es ist natürlich ferner eine Frage des Geldes.
Je mehr ich spare, desto stärker fühle ich mich. Stärker für die Zukunft, stärker für die Rente.
Ich trete auf die Kostenbremse. Sparsame Menschen haben die Gabe, besser in die Zukunft schauen zu können. Sie können erkennen, dass 100 Dollar heute gespart in der Zukunft 200 Dollar wert sind. Noch besser: Die 100 Dollar können zehn Dollar Zinsen pro Jahr abwerfen, ein passives Einkommen schaffen.
Wenn Menschen dazu neigen, ständig neues Zeug zu kaufen (unnötiger Kram), haben deren Instinkte die Oberhand gewonnen. Warum manche Menschen im Konsumrausch leben, dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Es wird vermutet, den Lebemenschen mangelt es an Vorstellungskraft für die Zukunft.
Derweil stapelt sich die Wäsche bei mir auf dem Boden. Eine Haushaltshilfe zu haben ist schon etwas elegantes. Aber die Kohle und die Kratzer…
Ich bin ein riesiger Fan von weniger Zeug im Haushalt geworden. Weg mit dem ganzen Mist. Je weniger Kram ich habe, desto besser geht es mir. Diesen Trend kann man unter „Simplify your Life“ zusammenfassen. Zu dem Thema gibt es wunderschöne Blogs. Wie dieser von Tina Su. Sie rät übrigens, bevor wir etwas kaufen, erst inne zu halten, nachzudenken, den Kauf aufzuschieben, die Gedanken zu sortieren.
Die Studie mit den Marshmallows und den Kindern ist Ihnen sicherlich bekannt. Es illustriert, ob Kinder abwarten können, um ein zusätzliches Marshmallow in ein paar Minuten zu bekommen oder es gleich essen und damit auf eine spätere Belohnung verzichten. Hier das Video:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Putzfrau gefeuert

  1. Anja Aufderheide

    Hallo Tim,

    wir führen aktuell hier bei uns im Haus die Diskussion ob ein vierter LCD-Fernseher denn unbedingt sein muss…..es ist verrückt.

    Wenn es nach mir ginge, würde nur ein Gerät im Haus stehen….leider hört hier aber niemand auf mich -)

    Dein Eintrag vom 05.06.2013 war übrigens Klasse.

    Lg Anja

  2. Tim B.

    Hi Tim,
    Jetzt kannst du deine Nespresso Maschine ja wieder in Betrieb nehmen, wenn du dir das Geld für die Putzfrau sparst. 😉

    Toller Blog. Ich lese ihn regelmäßig und gerne, aber mit der Kaffeemaschinen hast du es meiner Meinung nach etwas übertrieben!

    Ich denke eine Kaffee für 60 Cent wird deinen Weg zur finanziellen Freiheit nicht nachhaltig verzögern. Sofern du keine Kaffeejunkie bist.

    Natürlich ist Nespresso teurer als Filterkaffee aber das dürfte denke ich jedem klar sein. Er schmeckt auch besser und ist schneller gemacht.

    Da würde ich mir schon eher überlegen zukünftig wieder selbst zum Schrubber zu greifen und alles sollte man sich auch nicht „verklemmen“

    Viel Spaß dir und mach weiter so,

    PS: Wenn keiner mehr Nespresso kauft wie sollen dann unsere Aktien steigen?!

  3. Turing

    Ich bin auch nicht gerade ein Fan von zu viel Technik. Gerade mit elektrischen Küchengeräten stehe ich auf dem Kriegsfuß. Ich frage mich: Brauche ich das Gerät wirklich und so häufig, dass es mir das Leben tatsächlich erleichtert. Eine Kaffeemaschine habe ich nicht. Ich trinke morgens zwei Tassen Kaffee und dazu reicht mir die berühmte Caffettiera von Bialetti. Der Kaffee schmeckt vorzüglich!

    Nespresso wäre mir zu teuer und zu globig! .Jeder Vollautomat wäre mir zu globig, weil ich eine kleine Küche habe. Und dann muss man die Teile auch noch kompliziert reinigen. Wir haben in der Firma einen Kaffeevollautomaten mit Mühle und daher weiß ich, wie mühsam die Reinigung ist. Das Mahlwerk wird nur ungern rausgeholt, mit der Folge, dass sich eine Kaffeekruste bildet, auf der der Schimmel sprießt. Das wird mir mit meiner Caffettiera nicht passieren.

    Ich trinke natürlich auch gerne Espresso, aber was man häufig als Espresso aufgetischt bekommt, ist einfach ungenießbar. Ich weiß, wo ich einen gescheiten Espresso trinken kann und dann bezahle ich auch gerne die zwei bis drei Euro dafür.

    Als Fernseher nutze ich ein kleines Gerät aus dem Jahre 1994. Smartphone habe ich nicht, Auto auch nicht, Kabelfernsehen auch nicht. Meine Musikanlage ist auch von 1994. Ich habe auch keine Geschirrspülmaschine, weil man in einem Ein-Personen-Haushalt keine benötigt. Ich denke mir auch: Was ich nicht habe, kann auch nicht kaputtgehen.

  4. Tom

    Hallo,

    Es ist halt so, dass wir heute einfach sehr „verwöhnt“ sind.
    Vieles läuft per Knopfdruck. Dienstleistungen kann man einfach bestellen.
    Kaffee ist das beste Beispiel. Im Büro ist Kaffee trinken so was von Programm. Bei uns kostet der Kaffe und hatte vor einem Jahr ca.6 Kaffee am Tag getrunken..Stolze Summe von 4Euro pro Tag!!! Für Verbraucher geht hier mit der Zeit viel Geld verloren..
    Einfaches, langweiliges Geschäft welches sehr viel Geld einbringt. Der Mensch kann es sich schwer vorstellen.. Rechnen Sie die Zahlen hoch auf 10 oder mehr Jahre…

    @Tim: Während des Unwetters in NewYork, was war Dir damals wichtig fürs Überleben?

  5. Felix

    Sparen, schön und gut.
    Aber jeden Cent umdrehen, um im Alter, von dem keiner weiß, ob und ggf. in welchen Zustand er es erlebt, auf einem Berg Geld zu sitzen, halte ich für keine sinnvolle Lebensphilosophie.
    Das Leben findet (auch) jetzt statt, in Zukunft möglicherweise auch. Aber nur mit Blick auf die Zukunft im Jetzt zu leben, erscheint mir ein Mangel an Lebensfreunde und ein Übermaß an Zukunftsangst.
    Was ist, wenn der „Geldberg“ dann in 30 Jahren durch eine Währungsreform, durch Krieg oder was weiß ich auf null gesetzt wird?
    Beispielsweise würde ich nicht auf ein Auto verzichten wollen; das ist für mich auch ein Stück Freiheit. Auf der anderen Seite, dass ein Haushalt dann drei oder vier Autos hat, halte ich auch für extrem.
    Das Maß der Mitte, das wussten schon die alten Philosophen, gehört zu den Kardinaltugenden.

  6. D.K.

    Da stimme ich Felix 100% zu.

    Klar, sollte man an die Zukunft denken, aber ab und zu sich mal auch etwas gönnen. Ein schickes Essen im Sterne-Restaurant, ein netten Urlaub oder was auch immer. Natürlich alles im Rahmen des Budgets.
    Man kann all diese Dinge haben und gleichzeitig sich z.B. kontinuierlich mit Aktien für die Zukunft eindecken.
    Was bei mir funktioniert, kann doch auch bei jedem anderen funktionieren, wenn er will!

    @Tim:

    Ich habe nie im Leben über eine Putzfrau gedacht. So viel Zeit zum Putzen wird doch gar nicht von dir verlangt, oder irre ich mich da und du hast 300m^2 Anwesen? Das ist doch wieder Luxus, den du in deinen Texten versuchst zu bekämpfen. MMn ein Widerspruch in sich oder verstehe ich dich falsch?

    Danke und schönes Wochenende.

  7. tim schaefertim schaefer

    @ Anja
    Was, ein vierter Fernseher? Wow.

    @ Tim B.
    Ach so oft kam die Putzfrau gar nicht. Nur alle 2 Wochen. War eigene Faulheit.

    @Tom
    Wichtig ist im Grunde nicht viel: Erstens die eigene Sicherheit. Zweitens hat jeder gerne Wasser und Strom. Danach vermisse ich wohl den Computer, das Handy…

    @D.K.
    Es sind nur ca. 62-63 qm. In NYC ist jeder qm extra reinster Luxus.

  8. Satire

    Einen vierten Fernsehr halte ich schlicht für notwendig, schließlich soll sich das vierte Auto doch nicht gegenüber den anderen dreien zurückgesetzt fühlen. 😉

  9. Frank

    Meinen Kindern versuche ich beizubringen daß man vieles nicht braucht.
    Ich gebe ihnen auf das Geld daß sie mir geben und nicht ausgeben jährlich 10% Zinsen.Bei dem Taschengeld,Geburtstagsgeld,Konfirmationsgeld… kommt da ganz schön was zusammen.
    Sie erhalten einen jährlichen „Kontoauszug“ in dem die angesparte Summe und die Zinsen aufgeschlüsselt werden.Die Gesamtsumme wird am 18. Geburtstag ausgezahlt. So lernen sie die Welt des Geldes von klein auf kennen und wissen daß kurzfristiger Verzicht zu langfristigem Vermögen führen kann.
    Meie Tochter ist jetzt 15 und kann kaum glauben daß schon jetzt soviel Geld auf ihrem „Konto“ ist um sich den Führerschein leisten zu können.
    Frank

  10. Oli

    Hallo Tim,

    habe vor zwei Jahren in NYC studiert. Darf ich fragen wo du wohnst und wie viel das Apartment kostet?

  11. tim schaefertim schaefer

    @ Frank
    Das ist eine gute Strategie, sehr hilfreich fürs Leben.

    @ Oli
    Ich wohne im Finanzviertel. In Manhattan kosten kleine Mietwohnungen (in einem ordentlichen Zustand) zwischen 2.500 und 3.000 Dollar Kaltmiete im Monat. Ich weiß, das ist sehr viel Geld. Eine Großstadt wie NYC bietet gleichzeitig viele Vorzüge: U-Bahn, Kultur, Events, Jobs, Unis…Du weisst das ja aus eigener Erfahrung

  12. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    @Tim: Über eine Putzfrau habe ich mir auch Gedanken gemacht, werde aber keine beschäftigen und das Geld sparen.

    Ich habe mir aber persönlich letztes Wochenende ein neues Fahrrad geleistet. Man muss sich auch mal was gönnen!

    Persönlich habe ich eine kleine Lavazza Maschine. Gab es bei Saturn im Angebot für 39 EUR. Diesen kleinen Luxus gönne ich mir und meine Finanzielle Freiheit werde ich trotzdem erreichen.

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