Occupy Toronto: Anti-Wall-Street-Bewegung formiert sich weltweit


New York, 26. Oktober 2011

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Überall in der Welt formiert sich der Protest gegen die Wall Street und gegen gierige Manager. Ich komme gerade aus Kanada zurück. In der Finanzmetropole Toronto haben die Demonstranten ein Zeltlager in einem Park errichtet.
Mehrmals am Tag und in der Nacht marschierten sie durch die Innenstadt. Die Polizei hielt sich auffällig zurück. Noch fehlt es den überwiegend jungen Leuten an breiter Unterstützung: Schätzungsweise nur 200 Teilnehmer beobachtete ich Toronto. Sie trugen Plakate, bemalten Plätze mit Kreide, machten Musik und Lärm.
All diejenigen, die die Proteste unterschätzen, machen womöglich einen Fehler: Es kann der Anfang einer großen Bewegung sein.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Occupy Toronto: Anti-Wall-Street-Bewegung formiert sich weltweit

  1. gennaro

    Die in den USA gestartete OCCUPY WALLSTREET Bewegung will die Finanzwelt in die Schranken verweisen. Die Banken verkörpern das BÖSE und 99% der Bevölkerung sieht es ebenso. Die Banken, Broker und Investmenthäuser sind es, die Schuld an der aktuellen Misere haben.

    Nicht ohne Grund unterstützen viele Politiker, unter anderem US-Präsident Barack Obama, diese Bewegung! Was kann es besseres für die Politiker geben, als wenn das Volk den Sündenbock gefunden hat und Sie nicht auf der Anklagebank sitzen?

    Waren es die Banken, die Griechenland aufgefordert haben, sich bis über beide Ohren zu verschulden? Waren es die Banken, die die Vereinigten Staaten gebeten haben 16.400 Milliarden Schulden aufzunehmen?

    Die Politik ist glücklich, dass eine solche Bewegung von den in den letzten Jahrzehnten begangenen Fehlern ablenkt!

    Gruß
    Gennaro

  2. Matthäus Piksa

    Ja, kann sein, dass die Bewegung noch wachsen wird. Wünschenswert wäre es, um eine Teilregulierung der Finanzmärkte zu erreichen, bspw. Verbot des ungedeckten CDS-Handels. Tim, was ist eigentlich der Forderungskatalog der Bewegung? Gibt es überhaupt einen solchen?

    Es kann aber genauso gut sein, dass die von den Medien (Tagesschau+Presse) und der Börse gefeierte Lösung der EU-Schuldenkrise, Hauptgrund für die niedrige Bewertung vieler grundsolider Aktienunternehmen, der Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen wird.

    We will see.

  3. tim schaefertim schaefer

    @ gennaro, nun die Banken tragen zumindest eine Teilschuld an dem Immobiliendesaster. Aber sie sind nicht die einzigen. Viele haben zu der Blase beigetragen: Die Regierung, Rating-Agenturen, Konsumenten, Anleger usw.

  4. tim schaefertim schaefer

    @ Matthäus: Den Forderungskatalog der Bewegung kenne ich nicht. Aber die Richtung ist mir klar: Sie wollen die Gehälter von Managern (insbesondere an der Wall Street) begrenzen. Sie wollen die Macht der Reichen begrenzen, sie fordern mehr Steuern und Abgaben für die Superreichen. Sie wünschen sich mehr Unterstützung für Studenten, Arbeitslose und sozial schwächer gestellte Bürger. Die meisten sind meiner Einschätzung nach Pazifisten und ökologisch interessiert.

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