Obama ist stinkesauer auf die Banken


New York, 29. Januar 2009

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Scharf attackierte heute Barack Obama wegen zu hoher Boni die Wall Street. Bankmitarbeiter steckten sich im vergangenen Jahr einem Zeitungsbericht zufolge trotz der Krise 18 Milliarden Dollar an Bonuszahlungen in ihre Taschen. Vor laufender Kamera sagte der Präsident im Oval Office, es sei „beschämend“. Es sei „der Gipfel der Unverantwortung“, geißelte Obama die Sondervergütungen. Gleichzeitig retteten die Steuerzahler die Banken mit Milliardensummen vor dem Untergang. Als Obama seine Rede im Weißen Haus hielt, da brachen die Bankaktien zur gleichen Zeit massiv ein. Börsianer sind so scharfe Worte des mächtigsten Manns der Welt nicht gewohnt. Das zeigt, dass der Ton rauer wird. Obama wies darauf hin, dass die Regierung sogar eine Bank am Vortag daran gehindert hat, ein neues Firmenflugzeug zu bestellen. Bei der Bank handelte es sich um die Citigroup, die nur mir Milliardenhilfe vom Staat vor dem Zusammenbruch bewahrt werden konnte.
Vizepräsident Joe Biden sagte in einem Interview mit dem Börsensender CNBC mit Blick auf die Manager und ihre Bonuszahlungen: „Am liebsten würde ich diese Jungs ins Militärgefängnis werfen.“
Das Arbeitsministerium meldete, dass die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld auf ein Rekordniveau gestiegen ist, das es seit 25 Jahren nicht mehr gab. Es war der höchste Stand seit 1967 – damals begann die Regierung mit der Zählung.
Ungebremst setzt sich unterdessen der Jobkahlschlag fort. Am Donnerstag meldete Cessna Aircraft (Foto), 2.000 Mitarbeiter zu kündigen. Diese Zahl kommt zu den bereits in diesem Monat bekannt gegebenen 2.600 Stellen hinzu, die bei dem Flugzeugbauer wegfallen. Ford trennt sich von 20 Prozent oder 1.200 Beschäftigten in der Kredit-Sparte. Eastman Kodak feuert 3.500 bis 4.500 Mitarbeiter beziehungsweise 14 bis 18 Prozent der Belegschaft. Black & Decker und viele andere Firmen schlossen sich dem Streichkonzert an. Ich rechne damit, dass die Arbeitslosenquote Richtung 15 bis 20 Prozent explodiert. Das ist eine brenzlige Situation. Das gesamte Wirtschaftsgefüge kann kollabieren.
Das ändert jedoch nichts daran, dass Aktien billig sind. Der Dow Jones notiert 50 Prozent unter dem bisherigen Hochpunkt. Wir scheinen uns in einer Bodenbildung zu befinden. Selbst wenn extrem negative Nachrichten verbreitet werden, rutschen die Kurse kaum tiefer. Der Dow-Jones-Index rangiert nach wie vor über der 8.000er Marke. Auch stehen zahlreiche Unternehmen exzellent da. Sie haben in den guten Zeiten Substanz aufgebaut, Schulden reduziert und Barmittel angehäuft. Mit den scharfen Jobabbauprogrammen senken sie ihre Kosten. Wenn der Aufschwung kommt, explodieren die Gewinne. Denn die Strukturen sind schlank und rank.


tim schaefer (Author)

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