New York: Sex, Lügen und Video


New York, 5. März 2010

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Ich habe vor vielen Jahren ein Praktikum im Senat von Indiana gemacht. Ich half in Indianapolis den Senatoren der Republikanischen Partei. Es war eine interessante Zeit. Mir fiel der Druck auf, unter dem die Senatoren stehen. Jede Menge Besucher strömten in das Parlament: Bürger, Schüler, Freunde der Senatoren und natürlich viele Lobbyisten. Jeder hatte seine Probleme, seine Wünsche, seinen Rat abgeladen. Trotz des ganzen Trubels verlief aber letztendlich alles in geordneten Bahnen. Was in New York dagegen derzeit vor sich geht, ist eine Schlammschlacht sondergleichen. Der blinde Gouverneur David Paterson (Foto: David Shankbone, Wikipedia) ist scheinbar in einen Skandal verwickelt. Zunächst geisterte durch die Presse, dass er verschiedene Affären hatte. Paterson stritt das entschieden ab und sagte, man wolle ihn durch den Schmutz ziehen. Alles Lügen? Jetzt kam heraus, dass er in einem Gerichtsverfahren offenbar Einfluss nahm, um sich selbst aus dem Kritikfeld der Öffentlichkeit zu ziehen. Es ist ein komplizierter Fall, eine Räuberpistole – zu umfangreich, um hier alles zu schildern. Wen es interessiert, der kann den Hintergrund in der aktuellen Ausgabe der „New York Times“ nachlesen.
Wie es scheint, tritt der erste schwarze New Yorker Landesvater also wegen des Justiz-Skandals ab. Zudem soll er unter Eid eine falsche Aussage gemacht haben in einem anderen Fall. Der Druck ist so groß geworden, dass der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo Ermittlungen gegen Paterson aufgenommen hat. Paterson wiederum hat einen prominenten Rechtsanwalt eingeschaltet, der schon Eliot Spitzer aus seinem Prostituierten-Skandal strafrechtlich aus der Patsche half. Die Tage von David Paterson im Amt scheinen wohl gezählt. Zahlreiche Gefolgsleute haben ihre Ämter bereits aufgegeben. Paterson steht alleine da.
Vorgänger Eliot Spitzer trat zurück, nachdem bekannt wurde, dass sich der Landesvater mit Edel-Prostituierten vergnügte. Bei einem verbotenen Ring hatte er die jungen, bildhübschen Frauen gegen hohe Geldbeträge gebucht. Spitzer war übrigens zuvor der Generalstaatsanwalt in New York. Im Central Park sehe ich ihn als am Wochenende beim Sparziergang. Nun hat erneut der Generalstaatsanwalt, diesmal ist es Andrew Cuomo, gute Chancen Gouverneur zu werden.


tim schaefer (Author)

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