Neue Serie über Hedgefonds-Stars: Michael Burry


New York, 9. Oktober 2011

Wer gegen den Strom schwimmt, kann gigantische Gewinne an der Börse in die Scheune fahren. Nehmen Sie Michael Burry. Er ist 40 Jahre alt und erzielte, als die Immobilienblase platzte, hunderte von Millionen Dollar Gewinn. Der Hedgefondsmanager verwaltete über seine Scion Capital mehr als eine Milliarde Dollar. Sogar Warren Buffett ist auf ihn aufmerksam geworden.
Sein Werdegang: Er verlor als Zweijähriger ein Auge aufgrund einer Krebserkrankung. Er studierte Medizin, wurde Arzt. Seinen Job mochte er aber nicht. Er bloggte lieber über das Value Investing, er schrieb für die Website MSN.
Irgendwann hatte er keine Lust mehr aufs Schreiben und gründete seinen eigenen Hedgefonds. Reiche New Yorker Adressen wurden auf ihn aufmerksam und vertrauten ihm mehrere hundert Millionen Dollar an. Einer seiner größten Fans wurde Joel Greenblatt, ein berühmter Professor und Value-Investor aus New York.
Burry erkannte als einer der ersten Profianleger, dass der Immobilienmarkt bald implodieren sollte in den USA. Noch vor Stars wie John Paulson wettete Burry mit Short-Positionen gegen den Immobilienmarkt. Im ersten Jahr erzielte er eine Rendite von 55 Prozent, während der S&P-500-Index nicht von der Stelle kam. Nach fünf Jahren türmte sich seine Rendite auf 240 Prozent, in der gleichen Zeit schnitt der S&P blutrot ab. Trotz der gigantischen Performance fingen seine Fondsanleger an, zu meckern, weil er sie nicht ausreichend über seine Strategie informierte. Burry zahlte daraufhin im Jahr 2008 all seine Anteilseigner aus und managt seither nur noch sein eigenes Geld.
Er kaufte in den vergangenen Jahren Ackerland in den USA, er sieht hierin ein Value-Investment. Ebenfalls deckte er sich mit Gold ein. Mike Burry leidet unter dem Asperger Syndrom, einer speziellen Form des Autismus. Er lebt mit Frau und Kindern in Kalifornien. Einen guten Artikel hat „Vanity Vair“ vor gut einem Jahr über den Guru geschrieben.
In den folgenden Wochen werde ich in loser Folge über interessante Hedgefondsmanager in meinem Blog berichten. Den Anfang macht heute Michael Burry. Ich stelle die Anlagestrategie und deren Lebensläufe kurz vor.
Schauen Sie sich eine spannende Dokumentation von „Bloomberg TV“ über Michael Burry an. Der sympathische Typ mit dem Glasauge, der Millionen scheffelte:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Neue Serie über Hedgefonds-Stars: Michael Burry

  1. Peili

    Da bin ich ja auf die Serie gespannt. Persönlich stehe ich Fondsmanagern meist kritisch gegenüber. Im Schnitt schneiden sie deutlich schlechter ab als der Index. Die Behauptung man konnte den Zeitpunkt des Platzen der Immobilienblase vorhersehen kann ich nur entgegen lächeln. Trotzdem gibt es interessante Persönlichkeiten bei den Fondmanagern.

  2. tim schaefertim schaefer

    Hi Peili,

    ich nehme nun die großen Hedgefonds-Gurus unter die Lupe. Wo leben die, was machen die, auf welche Aktien setzen sie. Darum geht es mir.

    Als „Normalanleger“ kann man bei den Stars der Branche leider nicht sein Geld anlegen. Da muss man schon mehrfacher Millionär sein. Aber trotzdem ist es interessant zu sehen, welche Strategie Leute wie George Soros, John Paulson & Co. verfolgen. In diesem Sinne wünsche ich einen guten Start in die Woche.

    PS: Teilen Sie mir bitte über die Kommentarfunktion mit, ob für Sie die jeweiligen Hedgefondsmanager interessant finden oder nicht.
    LG

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