Nach der Zinssenkung: Euro hebt wie eine Rakete ab


New York, 17. Dezember 2008

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Heute verlor der Dollar weiter an Boden. Das Kapital strömt aus dem Dollarraum. Es fließt dorthin, wo es höhere Zinsen für gibt: etwa nach Europa. Die Geldflüsse sind kurzfristig. Die radikale Zinssenkung der FED auf NULL Prozent war wichtig und ist richtig. Das feuert die marode Ökonomie wieder an. Gegenwärtig ist das komplette System finanziell ausgetrocknet. Keiner traut keinem mehr. Selbst die Banken verleihen kaum noch Geld, obwohl es ihr Geschäft ist. Sie haben die Kreditberater abgebaut. Für smarte Konsumenten bieten sich dabei nun billige Finanzierungen. Zudem sind die Immobilien billig wie seit Jahren nicht mehr. Wer jetzt eine Bleibe kauft, hat extrem gute Verhandlungsmöglichkeiten mit dem Verkäufer. Die 30-jährige Hypothek für einen bonitätsstarken Anleger, der mindestens 20 Prozent Eigenkapital mitbringt, kostet weniger als fünf Prozent – mit Zinsbindung. Doch die Banken haben nach der Kündigungswelle kaum die personelle Kapazität, um das wachsende Interesse der Bürger abzudecken. Wer sich einen Überblick über die Finanzierungskosten in den USA machen will, schaut sich am besten auf der Seite Bankrate.com um.
Zurück zum Dollar: Der Eurokurs stieg heute über die Marke von 1,44 Dollar. Sehen Sie sich nur den Chart an. Es ist erstaunlich, Wie schnell die Märkte reagieren. Ich glaube, dass die US-Wirtschaft nach diesem Zinsschritt und den gewaltigen Milliardenhilfen als erstes aus dem Tal der Tränen kommt. Dann wird die FED die Zinsen blitzartig wieder anheben. Europa wird länger brauchen. Das wird den Dollar in einigen Monaten wieder interessanter machen – dann strömen die Investoren zurück in den Dollarraum.
Sofern der Eurokurs kurzfristig erneut an die Marke von 1,60 Dollar heranrückt, dann schichte ich weitere Euro-Taler in Dollar um. Jetzt werden US-Aktien noch attraktiver. Sie legen Ihr Geld mit starken Euronen in ausgebombte Dollar-Aktien an. Die größten Vermögen werden meiner Meinung geschaffen von Anlegern, die gegen den Strom schwimmen.
Im freien Fall befindet sich der Ölpreis. Das Fass kostet nur noch um die 40 Dollar. Wir befinden uns auf einem mehrjährigen Tief. Grund für den Niedergang des schwarzen Goldes liegt in der lahmen Konjunktur. Das Gute daran: Konsumenten können nun an der Tankstelle eine beträchtliche Summe einsparen und haben zumindest hier mehr Geld in der Tasche. Das entlastet! Angesichts des niedrigen Ölpreises halte ich Ölriesen wie Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips für attraktiv. Das Öl wird nämlich nicht für immer und ewig so billig bleiben.
Apropos Geldverdienen: Mir hat ein Freund einen Video-Link geschickt, der erklärt, warum die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Es sind ganz einfache Verhaltensunterschiede. Das zehnminütigen Video ist sehenswert. Viel Spaß dabei.


tim schaefer (Author)

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