Mit 5.000 Euro ein Millionenvermögen für Ihr Baby aufbauen


New York, 7. Juni 2011

Jetzt bin ich wieder zurück in New York. Ich besichtigte die ehemalige Metropole der großen Stahlkocher, Pittsburgh. Es war erschreckend zu sehen, wie sehr Pittsburgh unter dem langsamen Tod der Stahlproduktion leidet. Einst begehrte Wohnviertel verwildern, Efeu bedeckt reihenweise verlassene Einfamilienhäuser. Wenn eine wichtige Industrie verschwindet, kann es bitter werden für die Einwohner. Paradebeispiel ist wohl das traditionsreiche Automekka Detroit. Hier gibt es slumartige Viertel, die gefährlich geworden sind. Sie kriegen dort solide Häuser mit einem schönen Garten für vielleicht 30.000 Dollar. Aber wer will sich schon mit Straßengangs herumschlagen? So tief gefallen sind manche Städte. Damit es Ihren Kindern nicht so ergeht, wie den Armen in diesen industriell geprägten Citys, erläutere ich Ihnen im folgenden eine lukrative Strategie.
Turbulent waren die vergangenen Tage an der Wall Street. Der Dow Jones korrigierte. Die US-Wirtschaft erholt sich langsamer, als viele gehofft hatten. Tiefer war das Loch, das die Finanzkrise aufgerissen hat. Die Arbeitslosenquote kletterte sogar leicht von 9,0 auf 9,1 Prozent. Das ist freilich nur die offizielle Zahl, das wahre Ausmaß der Menschen ohne Job ist weitaus größer. Millionen schreiben sich an Unis ein, um die Zeit ohne Job zu überbrücken. Sie nehmen Halbtagsstellen an, um wenigstens etwas Geld zu verdienen. Das heißt, all diese Menschen fallen aus der Statistik heraus. Trotz der Rückschläge an der Börse geht die Erholung natürlich weiter.
Ich rate dazu, die Tagesmeldungen auszublenden und einen langfristigen Anlagenstil an der Börse zu verfolgen. Privatanleger traden zu häufig. Wenn Sie gerade Nachwuchs bekommen haben, dann empfehle ich Ihnen umgehend, ein Depot für Ihr Baby zu eröffnen. Kaufen Sie einen hochsoliden Standardtitel. Vielleicht Procter & Gamble, Kraft, Coca-Cola, Nestle – oder was auch immer. Investieren Sie 5.000 oder 10.000 Euro. Reinvestieren Sie die Dividenden. Und bleiben Sie in dem Wert investiert. Der Zinseszins-Effekt entfaltet eine gigantische Hebelwirkung. Denn Sie können ja neben den Dividenden auch auf Kurssteigerungen hoffen. Wenn Ihr Dreikäsehoch in 65 Jahren in Rente geht, ist er/sie alle Sorgen los. Aus einem Anfangsinvestment in Höhe von 5.000 Euro werden nach 65 Jahren 1,3 Millionen Euro. Investieren Sie statt der 5.000 Euro das Doppelte, also 10.000 Euro, bei der Geburt, dann kann sich Ihr Nachwuchs auf 2,7 Millionen Euro freuen. Ich habe einen Zinssatz von neun Prozent unterstellt. Mit einer solchen Durchschnittsrendite können Sie durchaus an der Börse kalkulieren. Um ein Gefühl für den Zinseszins-Effekt zu bekommen, rate ich Ihnen, einmal einen Online-Rechner im Internet auszuprobieren. Etwa diesen. Selbst Albert Einstein war von der langfristigen Wirkung der Zinsen hellauf begeistert, das Genie bezeichnete den Effekt als die „größte mathematische Entdeckung aller Zeiten“. Wenn Sie in meinem Beispiel hin und wieder einen weiteren Tausender in das Depot pumpen, wird sich Ihr Kind vor lauter Geld kaum retten können. Je jünger Ihr Nachwuchs ist, desto besser zahlt sich das logischerweise aus. Wer dem Braten nicht traut, schaut sich am besten die Langfristcharts an. Dann sehen Sie schwarz auf weiß, wie dynamisch sich eine solide Aktie auf Sicht von Jahrzehnten entwickelt. Hier der Chart des Haushaltsgüter-Riesen Procter & Gamble, der Brausefirma Coca-Cola, des Ketchup-Herstellers Heinz, des Getreide-Anbieters General Mills, des Zahnpasta-Königs Colgate-Palmolive oder der Getränke- und Snackmarke Pepsi. Das sind nur Beispiele. Es gibt tausende weitere Charts, die ähnlich aussehen. Lieber Leser, diese Strategie funktioniert und sie ist so simpel.
Von Aktienfonds, Zertifikaten und anderen Finanzprodukten rate ich ab. In diesen Konstrukten stecken gewaltige Gebühren. Es handelt sich in den meisten Fällen um Kosten-Zombies. Ohnehin schafft es kaum ein Fonds auf lange Sicht, den Markt zu schlagen. Es hängt mit dem Trend zum Mittelwert zusammen. Wenn Sie endlos eine Münze in die Luft werfen, so fällt sie zu 50 Prozent auf dem Kopf und zu 50 Prozent auf die Zahl. Fondsmanager drehen schon mal 100 Prozent des Portfolios innerhalb eines Jahres um. Sie können sich bestimmt denken, wer diesen Irrsinn bezahlt. Wenn Sie so wollen, ist ein Großteil des Finanzsektors, ich schließe Fondsgesellschaften, Hedgefonds und Vermögensverwalter mit ein, so unnötig wie ein Kropf. Vieles im Leben ist unnötig. Etwa die Zigarettenfirmen. Die Menschen rauchen, obwohl sie damit ihre Lebenserwartung um vielleicht zehn oder 15 Jahre senken. Ebenso nehmen Sie die Flaschenabfüller. Wir haben exzellentes Leitungswasser und trotzdem schleppen die Konsumenten teure Wasserflaschen nach Hause. Vieles im Leben ist unnötig – und gehört einfach abgeschafft. Daher gilt an der Börse meiner Meinung nach das Motto: Selbst ist der Mann! Selbst ist die Frau! In Bezug auf all die berühmten Fondsmanager und Investoren ist Ehrfurcht nicht angebracht. Nur heiße Luft wird da produziert.
Bestes Beispiel ist der allseits bewunderte Hedgefonds-Star John Paulson. Die Erfolgssträhne des New Yorkers scheint sich dem Ende zuzuneigen. Jetzt hat der Multi-Milliardär gerade 300 Millionen Dollar verloren, nachdem eine seiner Lieblingsaktien abgestürzt ist. Offenbar fiel Paulson auf einen chinesischen Holz-Konzern herein, der zu große Waldflächen angegeben hatte. Nachdem die Betrugsvorwürfe auf dem Parkett kursierten, fiel Paulsons Plantagen-Betreiber Sino Forest umgehend wie ein gefällter Baum um. Der einst mächtige Kurs ist nur noch ein Bruchteil seiner selbst. Über die vielen Betrugsfälle unter den chinesischen Aktien, die in Übersee notieren, habe ich kürzlich in diesem Blog geschrieben. Ich selbst bin schon einer solchen Luftnummer auf den Leim gegangen. Neben Paulson haben natürlich auch andere Hedgefonds-Gurus Probleme. Bei Carl Icahn häufen sich die krassen Fehlinvestments. In dessen Portfolio befinden sich erstaunlich viele Konkursfälle. Kurzum: Für Paulson, Icahn, Buffett und all die anderen Wall-Street-Könige gilt: Sie nähern sich langfristig dem Mittel (dem Markt) an. Fazit: Selbst die größten Könige gehen zu Fuß aufs Klo.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mit 5.000 Euro ein Millionenvermögen für Ihr Baby aufbauen

  1. DorisDoris

    Der blog ist ok. Man soll über 60 jahre investiert bleiben und am Ende erklären Sie wie man an der börse durch getürkte zahlen verluste Erreichen kann. Es gibt für alle firmen die möglichkeit der getürkten zahlen selbst bei procter & gamble

  2. Max

    Hallo –

    grundsaetzlich stimme ich Ihnen zu, man sollte langfristig an das Boersengeschehen rangehen. Die 9% Rendite sind recht optimistisch, ausserdem werden 1,3 Millionen Euro in 65 Jahren auch nicht mehr das sein was sie heute sind.

    Ihre These wird ausserdem noch durch folgende Beobachtung unterstuetzt:

    Seltenst, wahrscheinlich NIE werden Aktien im Allgemeinen per Werbung angepriesen. Auf keiner Finanzwebsite heisst es „Kaufen Sie Aktien, schichten sie so wenig um wie moeglich und beweisen Sie einen langen Atem!“

    An Anzeigen fuer hochkomplexe Wetten mangelt es allerdings nicht.

    Dies ist, meines Erachtens, darauf zurueckzufuehren, dass NIEMAND ausser SIE SELBST etwas davon haben, lange investiert zu sein.

    In diesem Zusammenhang, also mit langer Sicht (20 Jahre Plus) bekommt man auch einen ganz anderen Blick auf die Tagesmeldungen. Wie wuerde denn in dieser Situation die Meinung zu RWE, Commerzbank und Co aussehen?

    Gruesse

  3. Hubsen

    Man nehme die Verzinsung der im Nachhinein immer sehr leicht feststellbaren Börsegewinner (die „Soliden“ also) der letzten 20-30 Jahre und argumentiere damit eine 9% Verzinsung mit geglätteten volatilitätsfreundlichen Yahoo-Charts 🙂

    Alternativ nehme man mal die (negative) Verzinsung der im Nachhinein immer leicht feststellbaren Börseverlierer (die einst Soliden also) der letzten 20-30 Jahre soweit noch vorhanden (Eastman Kodak z.B.) und argumentiere damit das finanzielle Desaster von Aktieninvestments – also das genaue Gegenteil -> auch easy.
    Bringt aber Beides nichts, weil keiner den zukünftigen Verlauf kennt und auch nicht die beste Versicherung der Welt einen steten steilen Aufwärtsverlauf garantieren könnte. Aber gerade wenn der Kurs noch ganz unten ist müsste man es absolut genau wissen, um die dramatische Aufwärtsbewegung mitmachen zu können.

    Nur im „Club ohne Grenzen“ machen solide Aktien solche Aufwärtsbewegungen 3-4x pro Jahrzehnt und schießen mit dem Chart durch jede noch so hohe Decke – unter Garantie ;-))

    Beste Grüße-
    ihr heute zwangsweise ironischer
    Hubsen
    „der ihnen leider niemals 9% inflationsfrei mit wenig Volatilität versprechen kann…es sei denn, ich die bestellte Glaskugel kommt noch…“

    PS: Ich bin (zufällig) 1997 ins Börseleben eingestiegen, welche „Langfrist-9%er“ aus den tausenden Charts konnte ich damals klar für jeden Value-Investor ersichtlich kaufen? -> zumindest keiner der hier Genannten. Vielleicht kommt ja der zweite steile Aufschwung schon bald? …

  4. tim schaefertim schaefer

    @ Doris Betrug kann überall passieren, wo Menschen am Werk sind. Ich halte das Risiko eines Konkurses allerdings bei den genannten Dickschiffen für sehr, sehr gering.

  5. tim schaefertim schaefer

    @ Max. Danke für den Hinweis mit der Werbung. Wie wahr? Die Banken suchen natürlich nach einer guten Lösung für sich selbst. Es handelt sich ja schließlich nicht um eine Stiftung oder um die Kirche.
    Klar muss von den unterstellten 9 Prozent Rendite die Inflation abgezogen werden. Das kann ziemlich weh tun nach 65 Jahren. Trotzdem bleibt die Summe gewaltig. Daher rate ich ja, ab und zu einen Tausender obendrauf zu legen. Die 9 Prozent halte ich für realistisch. Buffett steigert pro Jahr sein Eigenkapital um über 20 Prozent. Er macht nichts anderes als Kaufen und Liegenlassen. Eigentlich ist das gar nicht so schwierig.

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Hubsen: Ich kann Sie leider nicht überzeugen. Sie sind, das vermute ich zumindest, ein Fan des Tradings. Ich finde es toll, dass Sie sich hier so engagieren. Hut ab! Vielen Dank. Es gibt ja durchaus Trader bei denen am Ende des Tages ein dickes Plus steht. Sicherlich gehören Sie dazu. Ich wünsche es Ihnen. Mit einer Mischstrategie kann man sicherlich auch gut fahren. Vor einiger Zeit habe ich in diesem Blog meine vier Aktien bis zur Rente vorgestellt. Hier ist der Link. Natürlich kann jeder Anleger mal daneben liegen (Ihr Beispiel: Eastman Kodak). Das gehört einfach dazu. Selbst den Mega-Stars passiert das. Best, Tim

  7. tim schaefertim schaefer

    @ Max: Ihre angesprochenen Aktien RWE, Commerzbank und Co klingen gut, wenn man die Geduld hat. Da braucht man wohl Nerven wie Drahtseile. Ich halte zudem die ausgebombten US-Banken für eine gute Wahl auf Sicht von Jahrzehnten.

  8. Matthäus Piksa

    @alle

    Wenn man die letzten knapp 30 Jahre als Maßstab nimmt, dann muss man folgende Werte in die Berechnung einer Rendite des DJIA einbeziehen. 1982 notierte der Dow nach einer 16-jährigen Seitwärtsphase bei 769,98. Diesen Wert kann man in den obigen Zinsrechner eingeben, darüber hinaus gibt man den exakten Zeitwert an, also 29 Jahre (1982-2011) und bekommt nach einigem Probieren als Ergebnis einen Prozentsatz von fast genau 10 heraus. Stand heute.
    Berücksichtigen muss man allerdings auch, dass der DJIA im Gegensatz zum DAX kein Performance-Index ist und somit die Dividendenrendite bei der Indexberechnung keine Rolle spielt. Laut Angaben auf mydividends.de beträgt die Dividendenrendite des Dow derzeit 2,71%. Wenn man nunmehr annimmt, dass dieser Wert die letzten knapp 30 Jahre durchschnittlich bei 2,71% lag, erhält man eine Gesamtbruttorendite vor Inflation und Steuern, die bei 12,71% liegt. Bitte rechnen Sie dies nochmal nach.

    Wenn man jetzt eine pauschale Besteuerung wie mittlerweile in Deutschland üblich („Abgeltungssteuer“) von 25 % zugrundelegt, dann bleiben nach Steuern immer noch ca. 8,5% übrig. Bei einer von mir angenommenen Inflationsrate von ca. 3% ist das eingesetzte Kapital im Endergebnis um schätzungsweise 5,5% p.a. real gestiegen.

    Anschließend könnte man meine obige inflationsbereinigte Nachsteuerrendite zugrundelegen und hätte mit dem Kauf eines ETF’s ein sehr kostengünstiges und extrem risikoarmes Investment (Emittent Deutsche Bank oder vergleichbares) getätigt.

    Letzte Anmerkung: Mit Sicherheit wurde die tatsächliche reale Wertsteigerung des DJIA bereits einmal, und sei es in einer Studie, errechnet. Würde mich mal interessieren, welcher Wert über die letzten 30 Jahre und von mir aus auch mehr, herausgekommen ist? Kann mir auf diese Frage jmd. eine Antwort geben?

    @Tim
    Ich denke auch, dass eine Rendite von 10-15% p.a. über einen Zeitraum von 30 Jahren möglich ist. Immer vorausgesetzt, man hält solide Blue-Chips oder hat Glück und kauft zu einem extremen Markttief wie Anfang 2009. Die Achterbahnfahrt der letzten 10 Jahre ist aus meiner Sicht die Konsolidierung der Verzehnfachung des Dow in den davorliegenden knapp 20 Jahren. So ein fulminanter Anstieg muss erst einmal verdaut werden. Gut möglich, dass der Dow in 5 Jahren immer noch bei ca. 12.000 Punkten steht. Die entscheidende Frage ist nur, ob mit oder ohne Achterbahnfahrt. [Natürlich kann es auch anders kommen, ich hab ja keine Glaskugel.]

    Gruß Matthäus

  9. Tassilo Kurz

    @ M. Piksa
    Die Ergebnisse hängen stark vom gewählten Zeitraum ab. Wenn man den S&P500-Index als Beispiel nimmt, der sich im 40-Jahres-Zeitraum von 1968 bis 2008 von 103 auf 903 Punkte gesteigert hat, so erhält man eine Rendite von 5,6%. Addiert man dazu nach Ihrem Muster die Dividenden von 2,71%, erhält man 8,31%. Zieht man davon 25% Steuern und 3% Inflation ab, so erhält man eine reale Rendite von nur ca. 3,2%.

  10. tim schaefertim schaefer

    Hi, danke für die prozentuale Beispielrechnung. Sehr gut! Eine Anmerkung habe ich: Ich glaube, die Steuer fällt ja für Langfristanleger nur auf die Dividende an. Insofern würde sich bei Matthäus die Dividendenrendite auf ca. 2% netto reduzieren (minus 25%). Kurzum: Der Fiskus hat also nicht auf die Gesamtrendite Zugriff (weil ja nicht verkauft wird), sondern nur auf die Ausschüttungen. Aus diesem Grund sieht die Rechnung einen Tick besser aus. Herr Piksa und Herr Kurz, Sehen Sie das genauso? Als Fazit sehe ich die Sache so: Die Kunst besteht darin, in schlimmen Jahren einen Schnaps oben drauf zu legen, sprich nachzukaufen.

  11. Matthäus Piksa

    @ Tassilo Kurz

    Da gebe ich Ihnen absolut Recht. Das Ergebnis hängt evident vom gewählten Zeitraum ab. Und die 3,2% mögen auf den ersten Blick mager aussehen. Das täuscht aber, den wie sie richtig festgestellt haben, ist der Wert bereits inflationsbereinigt und die Abgaben an den Fiskus wurden ebenfalls bereits geleistet. Dieser Wert schlägt das Sparbuch, das Tagesgeldkonto, die Giro- und Onlinekonten und nicht zuletzt die bei konservativen Anlegern beliebten Staatsanleihen, seien es amerikanische oder deutsche um Längen. Wenn man auch die dortigen Werte um die Inflation bereinigt und die Abgeltungssteuer abzieht, erhält man Negativwerte!

    @ Tim

    So ist es. Wenn nicht verkauft wird, erhöht sich der Wert zwangsläufig, klar. Die Werte schlagen auch die Durchschnittsrendite eines Immobilieninvestments.

  12. Hubsen

    zur Frage von Matthäus Piksa habe ich folgendes, durch einen Hinweis im Buch „Womit war am meisten zu verdienen?“ (Wailand/Fembek S.57)
    unter dem Titel „The Real Dow Jones“
    über den, um die Inflation bereinigten, Dow Jones, gefunden:

    http://dshort.com/charts/dow.html?dow-since-1900-real-notes

    http://seekingalpha.com/article/256025-money-illusion-the-nominal-and-real-dow

    Die Darstellungen sind aber leider OHNE die wichtige Dividendeneinrechnung!

    Mit einer historischen realistischen 3,2% Realverzinsung – aber nur von US-Aktien nach Inflation, Steuern und Kosten) bin ich also auch einverstanden, gebe aber folgendes Buchzitat (siehe oben) zu bedenken: „Die Aktienkurse stiegen in 3 großen Wellen…Wer in der Welle unten einkaufte war „König“. Wer „ganz oben“ einstieg musste beide Male (1929, 1965) mehr als 30 Jahre lang warten, um real überhaupt wieder dort zu sein, wo er eingestiegen war“

    Daher auch meine Schlussbemerkung zur möglichen – sehr einfachen – Verlustbegrenzungsstrategien im Thread „Wir Traden wie ein Hamster im Laufrad“ ..für alle die sich einen langen Anlagehorizont von 4 Jahrzehnten nicht leisten wollen, bzw. altersbedingt können…

    …und ob die USA diesen (doppelt so guten Aktienschnitt wie Deutschland rein inflationsbereinigte Renditen 5,9% zu 2,7% – vor Steuern & Kosten von 1900-2008 – siehe G. Kommer S. 43 „Die Buy And Hold Bibel“) künftig auch im 21 Jahrhundert halten können, wird man erst im nachhinein sehen. Jim Rogers setzt jedenfalls schon mal auf Asien als die Wirtschaftsmacht des 21. Jhdts (nach USA 20. Jhdt und England 19. Jhdt)

    Beste Grüße an Alle
    Hubsen

    PS: In Österreich werden nunmehr auch Aktienkursgewinne (egal mit welcher Behaltefrist) mit den vollen 25% besteuert (was bisher nur für die Dividenden galt)!

  13. tim schaefertim schaefer

    Hi Hubsen, danke für die aufschlussreichen Charts. Ich glaube, man sollte als smarter Anleger den Mut haben in schlimmen Krisen eben ein paar Kohlen oben drauf zulegen. Ich weiß, dass dies verdammt schwer fällt. Aber im Endeffekt kann man ja einfach Leute wie Buffett kopieren. Die Zeitungen sind voll mit seinen Transaktionen. Gerade in Krisenzeiten fängt Buffett an, wie wild zu kaufen. Das ist wohl der Schlüssel zum Erfolg. Aber diese Rationalität, ich gebe es zu, ist so verdammt schwierig umzusetzen. Mut zu haben, wenn alle ihre Nerven verlieren, das können nur wenige. Daher hält Buffett auch stetig einen recht hohen Kassenbestand vor, um immer bereit zu sein.
    Dass in Österreich so hohe Steuern anfallen – auch auf Kursgewinne, die gar nicht realisiert werden, ist schon erstaunlich. Ich wusste das gar nicht.

  14. Hubsen

    @ Tim

    die 25% auf Kursgewinne (im Vergleich zum Anschaffungskurs) erst beim tatsächlichen Verkauf – nicht schon laufend vom fiktiven Gewinn. Schmerzt dadurch aber kaum weniger, da früher ab einem jahr Behalte-/Spekulationsfrist die Kursgewinne steuerfrei waren.
    Fazit: Parteienvertreter ohne Wirtschaftsverstand mögen in Ö keine „begünstigten“ Investoren/Kapitalgeber mehr an der Börse -> auch keine langfristigen. Außer sie zahlen genauso hohe Abgaben wie für mehrere risikolose, weil jeweils bis zu 100T € einlagengesicherte, Sparbücher auf unterschiedlichen Bankinstituten, welche naturgemäß frei von jeder Verlustgefahr sind (wenn auch nur nominal…:-) ,denn die exzessive Schuldenpolitik des Staates findet sich sich ja später in der Inflationsrate oder den erhöhten Steuern nahezu 1:1 wieder -> zumeist lässt man Inflation zu, weil das können Politiker leichter als „fremde Einflüsse“ verkaufen).

  15. Tassilo Kurz

    Für Deutschland gilt die Abgeltungssteuer: Für ab 1.1.2009 gekaufte Aktien müssen bei Verkauf 25% Steuern auf den Spekulations-Gewinn abgeführt werden, unabhängig von der Haltedauer. Eigentlich ist das ein Unding, vor allem da die Politik seit Jahren dazu aufruft, daß der einzelne Bürger selbst mehr für das Alter ansparen soll. Und dann ändert man auch noch die Steuern für ihn zum Schlechteren. Für vor 2009 gekaufte Aktien gilt noch die alte Regel, daß Kursgewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sind.

  16. tim schaefertim schaefer

    Mit meinen unterstellten 9 Prozent Rendite an der Börse pro Jahr lag ich gar nicht verkehrt. Ich habe eben eine Statistik eines angesehenen Forschungsinstituts im Netz entdeckt. Über die letzten 111 Jahre warfen Aktien demzufolge 9,4% Rendite ab. Hier der Link.

  17. Stefan

    Bei dem Vergleich der Rendite von Dow Jones und Dax muss man bedenken, dass der Doller in den letzten 50 Jahren ca. 2% p.a. gegenüber der DM und anschließend dem Euro abgewertet hat. Diesen Währungsverlust muss man auch berücksichtigen wenn man die Rendite von soliden amerikanischen Aktien aus Sicht eines europäischen Anlegers betrachtet. Leider sind die meisten der solidesten Aktien mit stetiger Gewinn- und Dividendensteigerung aus Amerika. (P&G, J&J, Coca Cola, Walmart, McDonalds um nur ein paar zu nennen)

    Ich bin zufällig auf den Index „S&P 500 Dividend Aritocrats“ gestoßen, welcher nur Unternehmen enthält, die seit mindestens 25 Jahren jedes Jahr ihre Dividende gesteigert haben. Ich denke dieser Index stellt eine gute Auswahl von Unternehmen für Langfristinvestoren, die eine zuverlässige Dividende haben wollen, dar. Selbstverständlich müssen die Unternehmen noch im einzelnen geprüft werden, es sind auch ein paar dabei mit sehr hohen Ausschüttungsquoten und mäßigen Wachtumsaussichten, die wahrscheinlich bald aus diesem Index heruasfallen. http://www.bargaineering.com/articles/dividend-aristocrats.html

    Leider enthält der Index nur amerikanische Unternehmen. Ich würde mir so einen Index auch noch für europäische Unternehmen wünschen.

    Bezüglich des Währungsproblems haben Investments in der Schweiz einen großen Vorteil. Der SFR hat in den letzten 50 Jahren um ca. 1% p.a. gegenüber dem Euro aufgewertet und in der Schweiz gibt es meiner Meinung auch ein paar extrem stetige nicht-zykliker (z.B. Nestle und Novartis)

    Gruß
    Stefan

  18. tim schaefertim schaefer

    Hi Stefan, guter Einwand. In der Tat ist der Dollar im Eimer. Es kann sein, dass der Greenback in den kommenden Jahren ein kleines Stück des Rückstands gegenüber dem Euro aufholen kann. Aber Sie haben Recht: Es ist ein Problem. Ich denke aufgrund der Dollar-Schwäche laufen einfach die Kurse besser, denn es sind ohnehin viele internationale Investoren an Bord. Im Endeffekt müsste sich das ausgleichen. Wenn ich in einem Land mit hoher Inflation wie Simbabwe investiere, kommen entsprechend die Kurse schneller auf Trab.

  19. Tassilo Kurz

    Ich glaube Ihnen dass mit der Gesamtrendite von 9,4% über einen sehr langfristigen Zeitraum, aber man muß beachten, dass das nur gilt, wenn man die Dividenden wie bei einem Performanceindex reinvestiert. Das kostet aber Kaufgebühren, und das schmälert die Rendite.
    Des weiteren gilt es zu beachten, dass bei den US-Aktien auf die Dividenden eine Quellensteuer für deutsche Anleger anfällt, siehe Wiwo, „Lästiger Papierkrieg“.
    Das Zurückholen kostet auch Gebühren, und viele Anleger werden auf den Bürokratismus auch möglicherweise keine Lust haben und verzichten darauf. Auch das schmälert die Langfristrendite erheblich, wenn man bedenkt, dass laut Vernehmen ca. gut ein Drittel der langfristigen Aktienperformance von den Dividendenzahlungen herrühren soll.

  20. tim schaefertim schaefer

    Danke Herr Kurz. Sie haben Recht. Das schmälert die Rendite. Dow-Jones-Aktien halte ich aber trotzdem für attraktiv. Die sind tausend Mal besser als so ein Riester-Quatsch. Gleich nach Vertragsabschluss gehen 1.000 oder 1.500 Euro an den Vertreter bzw. die Assekuranz. Die Provision ist weg, bevor auch nur ein Euro auf ein Riester-Ding angespart ist. Das wird den Menschen gar nicht erklärt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass solche Produkte nur für die Vermittler und Banken geschaffen werden. Aber dem Sparer bringt es nix als Ärger. Jedenfalls hat Gerhard Schröders Busenfreund Carsten Maschmeyer vom AWD ein paar Millionen mehr auf dem Konto, seitdem es diesen Quatsch gibt. Hier ein
    WiWo-Artikel dazu. Solide Aktien halte ich für die bessere Alternative, um Vorsorge für das Alter zu treffen. Die Dividenden zu reinvestieren ist gewiss ein Problem. Ich rate daher, das Aktien-Sparen regelmässig zu betreiben. Also immer mal wieder ein wenig Kohle nachzuschieben. In guten und schlechten Zeiten. Das sorgt auf Dauer für eine super schöne Rendite.

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