Millionär in 30 Jahren. Was ist Dir wichtiger: Reich zu erscheinen oder reich zu sein? Ich bin lieber reich


New York, 7. Mai 2018

Die finanzielle Freiheit ist möglich. Sparst Du 1.200 Euro im Monat, bist Du nach 30 Jahren Millionär.


Sylvia Bloom arbeitete in New York für eine Rechtsanwalts-Kanzlei. Die Sekretärin lebte bodenständig. Sie liebte es Aktien zu kaufen und sie durchzuhalten. Als sie starb, hinterließ sie neun Millionen Dollar. Das Geld geht zum Großteil an Stiftungen, um benachteiligten Studenten zu helfen.

Ihre Freunde hatten keine Ahnung über ihr enormes Vermögen. Sie hat nie ein Wort darüber verloren. Sie hätte eine viel größere Wohnung auf New Yorks Prachtstraßen bewohnen können. Aber für sie spielte Luxus keine Rolle. Sie nahm immer die U-Bahn zur Arbeit.

Was das zeigt, ist die Macht des Zinseszinses. Es ist wirklich verrückt, wenn Du Aktien behältst und die Dividenden stetig investierst. Nie Auszahlungen/Verkäufe zu machen – das ist der Trick. Sie arbeitete einige Jahrzehnte nach dem normalen Rentenalter. Sie ist eine Art Warren Buffett.

Übrigens waren einige Blogleser bei Warren Buffetts Hauptversammlung in Omaha. Ich habe nette Emails von Euch erhalten. Zum Teil mit Fotos! Danke dafür!

Als Bloom starb, war sie fast 100 Jahre alt. Sie führte kein schlechtes Leben. Nur weil sie im Laufe ihres Lebens mehrere Millionen Dollar als Sekretärin ansammelte, bedeutet das nicht, dass sie schlecht gelebt hat. Im Gegenteil. Ein genügsames Leben kann ein zufriedenes Leben bedeuten.

Ich finde diese 40-jährige New Yorkerin cool. Sie spart. Sie ist 40, verlobt. Keine Kinder. Als freie Filmproduzentin hat sie 148.000 Dollar Vermögen angespart. Ihr Gehalt vor Steuern beträgt 95.000 Dollar im Jahr. Ihr monatliches Gehalt nach Steuern: 5.000 Dollar.

Für die Miete zahlt sie 1.500 Dollar im Monat. Sie lebt mit ihrem Verlobten zusammen. Den Rest steuert ihr Freund bei. Die Gesamtmiete beträgt 2.300 Dollar. Die Miete ist wohlgemerkt wenig für New York.

Die Nebenkosten für Gas, Internet, Telefon verschlingen 220 Dollar. Für Lebensmittel gibt sie 500 Dollar im Monat aus. Für Restaurants und Cafes 425 Dollar. Für Fun und Yoga 200 Dollar. Für Abonnements 150 Dollar.

Ich würde ihr vorschlagen, die 300 Dollar für Marihuana sofort zu streichen. Interessant finde ich, wie schnell die kleinen Dinge gewaltige Summen ergeben:

Klar zeigt der Fall der TV-Werbe-Produzentin: Ein hohes Einkommen kann wirklich helfen. Niemand muss von Reis und Bohnen leben. Niemand muss auf einer Luftmatratze schlafen. Niemand muss seine Gesundheit vernachlässigen. Es geht beides. Du kannst schöne Erlebnisse haben und trotzdem sparsam leben.

Ich empfehle einfach mal die Perspektive zu wechseln. Wer im Schuldensumpf feststeckt, sollte wissen: Jeden Euro, den Du nutzt, um Deine Schulden zu tilgen, bringt Dir Erträge. Du hast nämlich eine garantierte Rendite in Form des Zinssatzes der Schulden.

Sind alle Schulden getilgt, baue einen Notgroschen auf. Der Notgroschen sollte 3.000 bis 4.000 Euro umfassen, denke ich. Dann eröffnest Du bei einem Discountbroker ein Depot und sparst wie ein Wilder in ETFs. Am besten monatlich. Achte auf geringe Kosten beim ETF.

Wenn es Dir gelingt 1.200 Euro im Monat in einen ETF zu sparen, bist Du nach 30 Jahren Millionär. Ich unterstelle eine Rendite von 5%.

Im übrigen wirst Du es nie bereuen keine Schulden zu haben. Du wirst merken, wenn Du Deine letzte Zahlung eines Kredits machst, fühlst Du Dich richtig gut. Du wirst stolz sein.

Ich wurde finanziell frei, weil ich einen Vollzeitjob und Teilzeitjobs hatte. Ich arbeitete an den Wochenenden. Ich tilgte meine Hypotheken. Ich sparte beim Einkauf. Ich spare noch immer. Ich nehme keine Kredite auf. Ich bezahle Cash. Harte Arbeit und Opfer zahlen sich auf lange Sicht aus.

Mein erster Job war Zeitungsausträger. Ich arbeitete bei McDonalds und hatte andere Jobs. Ich arbeitete so viel, wie sie mir erlaubten. Ich lernte den Wert von Geld zu schätzen.

Ich kenne eine wohlhabende Frau (Multimillionärin aus New York), die bei Straßenhändlern Kleidung kauft. Es heißt freie Marktwirtschaft. Ich kaufe gebrauchte Möbel. Ich finde es wunderbar, Objekte wiederzuverwenden und nicht immer Teil der Wegwerfgesellschaft zu sein. Hast du gesehen, wie viel Zeug unnötig auf der Mülldeponie endet? Lebensmittel, Möbel… Ich muss nicht alles nagelneu kaufen.

Du musst Dich entscheiden, ob Du wohlhabend sein willst oder ob Du nur wohlhabend aussehen willst. Viele sehen nur wohlhabend aus und haben keinen Cent übrig. Ich kenne eine Reihe von Leuten, die ihr Geld für große Häuser, neue Autos, teures Haarfärben (blondieren) und Maniküren ausgeben, die ernsthafte Schuldenprobleme haben. Sie „handeln reich“, sind es aber nicht. Ich kenne Multimillionäre, die alte Hondas fahren und die Berkshire-A-Aktie besitzen. Sie verschenken viel Geld und geben Geld für das aus, was sie wertschätzen, während sie ihren Reichtum bewahren. Aber Clown-Sachen (Gucci-Taschen, Porsche, Chanel…) wirst Du selten bei ihnen finden.

Am Essen spare ich nicht. Es muss gesund sein. Frisches Obst und Gemüse sind mir wichtig. Mit billigem Dosen-Essen kannst Du kurzfristig Geld sparen, aber es kostet Dich auf lange Sicht Deine Gesundheit. Ich gebe mein Geld lieber für hochwertige Ernährung aus als für ein schickes Haus oder Clownauto.

Ich weiss nicht, wie viel Du zum Leben brauchst. Hast Du Dein Depot-Ziel erreicht, sagen wir 650.000 oder 1 Million Euro, die Du brauchst zum Leben, kannst Du Deinen Job an den Nagel hängen. Oder Du arbeitest weiter, wenn Du mehr Geld haben willst.

Leute überschätzen ihren Geldbedarf, wenn sie in Rente gehen. Sie brauchen weniger, als sie denken, zeigt eine neue Studie (PDF). Es liegt an einer erhöhten Vorsicht/Sparsamkeit mit dem höheren Alter.

Mario Salcedo lebt auf einem Cruise-Schiff. Er arbeitet auf dem Schiff jeden Tag an seinem Laptop. Hier ist ein schönes Video über ihn zu sehen:

Er verbringt 350 Tage im Jahr in den letzten 20 Jahren auf Kreuzfahrtschiffen, was mehr als 950 Kreuzfahrten entspricht.

Salcedo gibt 65.000 Dollar pro Jahr für seine Reisen aus. Es ist eine Mischung aus karibischen Kreuzfahrten und transatlantischen Überfahrten. Er bucht immer die preisgünstigere Innenkabinen, um die Ausgaben zu begrenzen.

700 Nächte qualifizieren ihn für das höchste Niveau bei Royal Caribbean. Salcedo hat ungefähr 6.000 Nächte. Zu den Vorteilen als loyaler Kunde gehört der unbegrenzte freie Internet-Zugang. Er kann so seine Geschäfte am Rechner auf See machen. Durch die Bonus-Systeme erhält er viele Extras.

„Ich verbringe fünf bis sechs Stunden pro Tag damit, meine Arbeit in meinem Pool-Deck-Büro zu machen“, sagt Salcedo. „Ohne einen kostenlosen Internetzugang könnte ich nicht auf einem Kreuzfahrtschiff leben.“

An einem typischen Tag arbeitet Salcedo von 7.00 bis 14.00 Uhr. Dann ist er fertig. Er geht in den Pool. Trifft Freunde an Bord. Zu seinen Freunden an Land riss der Kontakt ab.

Salcedo, 66, war Direktor für internationale Finanzen bei einem Multi in Miami, als er Mitte 40 seine Stelle kündigte, um zwei langjährige Ziele zu erfüllen: Sein eigenes kleines Unternehmen zu gründen und um die Welt zu reisen.

Das ist ein Beispiel für eine wirklich einzigartige Freiheit. Es ist ein seltenes Beispiel für jemanden, der tatsächlich seinen Traum lebt und seine finanziellen Zahlen bereitstellt.

Er braucht also 65.000 Dollar im Jahr für seine All-Inclusive-Kreuzfahrten. Auf Basis der 4-%-Entnahmeformel ergibt sich ein Depot-Vermögen, das dafür nötig ist, von rund 1,6 Millionen Dollar. Aber er arbeitet ja nebenher. Insofern reicht ein kleineres Vermögen. Ich schätze mal gut eine Million Dollar könnten ausreichen, wenn jemand eine lukrative Nebentätigkeit am Laptop hat.

Das Gute auf diesen Schiffen: Essen, Wohnen, Unterhaltung, Versorgung sind abgedeckt.

Die Deutschen haben generell keine Ahnung, wo ihr Geld ist und was es tut.

Ich kenne jemanden, der hat 100.000 Euro im Depot. Er ist 50 Jahre alt. Es ist vertretbar, wenn jemand bis 66 oder 67 Jahre arbeiten will. Aber der Ruhestand lässt sich mit dieser Summe kaum sofort verwirklichen. Der Hammer ist bei ihm: Er hat zudem enorme Schuldenberge. Die Hypothek ist gigantisch. Hinzu kommen Autozahlungen und anderer Quatsch. Er will früher in Rente. Wie das gehen soll, ist mir ein Rätsel.

Ich fragte ihn, wie sein Geld investiert ist. Er hat keine Ahnung. Er sagte nur Aktienfonds. Er hat keine Ahnung, was die Fonds kosten, wie das Geld investiert ist.

Die meisten Leute haben keine Ahnung. Sie haben keinen Plan. Ich bin immer wieder erstaunt. Es geht um ein Drittel Deiner Lebenszeit. Die möchte man doch zufrieden leben. Aber die Leute denken nicht darüber nach.

Ich sehe es so. Du strengst Dich an. Hältst Deine Kosten in Grenzen. Du kommst eines Tages ins Büro. Du hörst, dass ein Abbauprogramm stattfindet. Sie nennen es Reorganisation in der Abteilung. Es läuft nicht reibungslos. Leute werden versetzt. Ein paar erhalten Kündigungen.

Dir geht es auf den Wecker, dass Du neue Leute vor die Nase gesetzt bekommst. Du musst in eine andere Abteilung. Du hast 500.000 Euro im Depot. Keine Schulden. Dir geht das im Büro richtig auf die Nerven. Du kommst mit Deinem neuen Chef überhaupt nicht klar. Du sagst, dass Du aufhören wirst. So früh wie möglich. Die Kollegen werden geschockt sein. Sie wissen nichts von Deinem Depot. Von Deiner zunehmenden Freiheit. Du hast nie eine Andeutung gemacht. Nach 22 Jahren in der Firma gehst Du.

Du sagst dem Vorgesetzten, dass Du Deine Karriere neu ausrichten willst. Du sagst, dass es schon im Vorjahr sehr stressig war. Und Du fast gekündigt hättest. Du wolltest aber damals kein Weichei sein.

Du wirst erstaunt sein, vielleicht ist Dein Chef verständnisvoll und unterstützt Dich. Er hatte vielleicht früher eine ähnliche Situation in seiner Karriere erlebt. Eine Art Burn-out. Das haben viele Menschen. Er gibt vielleicht zu, dass er zwischen den Jobs einige Monate frei nahm und er die Pause wirklich genoss.

Du kannst jetzt ehrlich sein. Du vertraust ihm an, dass Du genügend finanzielle Ressourcen hast, die Dich darin unterstützen, eine Auszeit zu nehmen und einen anderen Weg einzuschlagen. Zum Beispiel denkst Du über einen Teilzeitjob oder freie Mitarbeiterschaft nach. Oder eine freiberufliche Beratertätigkeit. Du stellst Deine Entscheidung als gegeben dar. Du magst weg. Auf alle Fälle. Du wirst über das Verständnis erstaunt sein.

Womöglich bietet Dir ein Chef eine freie Mitarbeiterschaft oder Projekt an. Wenn Du immer motiviert warst, gut gearbeitet hast und ehrlich warst, sind die Chancen nicht schlecht. Viele Menschen haben bei der Arbeitsmoral ein Problem. Es ist wie eine Blockade.

Du musst Dir überlegen, ob Du mit den gleichen Leuten, Projekten, Pendelverkehr klar kommst. Du entscheidest Dich vorerst für die Freiheit. Um in aller Ruhe das zu finden, was Du schon immer machen wolltest.

Du relaxt ein paar Wochen. Dann sortierst Du Deine Gedanken. Du gehst durch Deine Finanzen. Du zählst alle monatlichen Rechnungen zusammen. Du erstellst eine Tabelle. Tag für Tag. Du suchst nach den hohen Kosten. Wasser, Strom und Haus/Auto fallen Dir negativ auf. Dann versuchst Du herauszufinden, was genau die Probleme in diesen Kategorien sind.

Beim Wasser entdeckst Du vielleicht tropfende Toiletten/Wasserhähne. Sie verlieren viel Wasser. Vielleicht ist ein Gartenschlauch/Bewässerungsanlage undicht.

Du entdeckst einen Fön, der Energie wie verrückt braucht. Oder einen uralten Kühlschrank/Mikrowellenherd (ich habe meinen Mikrowellenherd und Fernseher dauerhaft aufgestöpselt. Wir brauchen das nicht mehr). Vielleicht bringst Du Bewegungsmelder an bestimmten Lampen an, um die Stromrechnung zu reduzieren.

Du gehst die Versicherungen durch. Kündigst unnötige Assekuranzen. Du erhöhst den Selbstbehalt beim Auto – das macht einen großen Unterschied. Du kommst voran. Es bringt Dich früher in den Ruhestand.

Teure Restaurants fallen weg. Deine finanzielle Unabhängigkeit rückt näher.

Es geht nicht darum, einen Cent bei den Bananen zu sparen oder zu einer Tankstelle auf der anderen Seite der Stadt zu fahren, um 40 Cent zu sparen. Aber Du bist zu einer günstigeren Versicherung gewechselt und hast 300 Euro pro Jahr für die Autoversicherung (und andere Policen) gespart. Es würde Jahrzehnte dauern, um mit 40 Cent je Tankfüllung auf die 300 Euro pro Jahr zu kommen.

Anstatt den Rest Deines Lebens 20 Cent hinterher zu jagen, schaust Du auf eine Handvoll große Kostenblöcke, die ein paar tausend Euro pro Jahr sparen können, um die Freiheit zu beschleunigen: Wohnen, Auto etc.

Ich glaube, meine Leser stimmen darin überein: Zuerst auf großen Dinge konzentrieren: Wohnung, Clownauto, Essen, Reisen. Sobald diese Kostenblöcke optimiert sind, kannst Du zu den kleinen Dingen übergehen, wenn Du magst.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Millionär in 30 Jahren. Was ist Dir wichtiger: Reich zu erscheinen oder reich zu sein? Ich bin lieber reich

  1. Michael W

    Ein schöner Text. Lieber einen alten Honda als einen neuen Porsche, da kann ich nur zustimmen. Es gibt sehr schöne alte Honda Modelle. Wenn man schon hört wie manche Menschen reagieren wenn sie ihren Job verlieren, dann erstaunt es mich, wie gering deren Cash-Reserve wohl sein muss. Es scheint für manche Leute ein privater Weltuntergang zu sein. Ganz gefährlich ist es wenn diese Personen vorher ein sehr gutes Gehalt hatten aber keine Rücklagen besitzen. Dann fällt auf einmal der Lebensstandard drastisch nach unten und wenn dann noch Schulden entstehen oder Kredite nicht bezahlt werden können, dann wird aus dem Investment Banker schnell mal ein Fall für Peter Zwegat.

    Viele Grüße

    Michael

  2. Paul

    Was macht man aber wenn man lange gespart hat und in ETF investiert hat und es wie bei Japan von 1989 an also 30 Jahre hauptsächlich runtergeht oder stagniert??

    Es kann theoretisch mit jedem ETF passieren.

  3. Chris

    Hallo Tim, ich fahre zur See bei der Marine. Bekomme dort auch Verpflegung kostenlos und kann etwas von der Welt sehen, wo andere viel zahlen würden. Gleichzeitig verdiene ich auch mehr als an Land. Dennoch ist die Arbeit hart und man kann kaum eine Familie gründen bzw. Eine Beziehung führen.. Wie würdest Du dich motivieren, dass ein paar Jahre des Geldes durchzuziehen

  4. Thorsten Rohweder

    @Tim sehr schöner Artikel.

    Ich war eher ein Hasenfuß, es gab keine Vorbilder. Ich habe  mit den kleinen Dingen wie z.b dem Anbieter von Telefon angefangen, um zu testen , ob ich es durchhalte. Dann auch Versicherungen, Bankwechsel. Man wird immer mutiger, oh Wunder das Leben geht auch mit größeren Änderungen weiter.

  5. Leser

    Auf einem Kreuzfahrtschiff möchte ich keine Woche Ferien verbringen. Unvorstellbar der Gedanke dort gar zu wohnen und mehr Geld zu verheizen als andere Brutto verdienen. Das nenn ich Verschwendung. Aber gut, er ist offenbar zufrieden damit, auch mit 66 noch zu arbeiten.

    Übersetzt in ein bodenständiges Leben: die 500k für eine 20k Entnahme im Jahr braucht man NICHT. Man kann auch mit 300k gut frei leben, nebenher etwas arbeiten. Ok, dann reicht es eben nicht für die 100$ Hotels in Miami. Aber ich muss feststellen (ohne das ich dort je war), Europa oder Asien sind billiger (in Weiten Teilen) und auch schön. In Vietnam kann man ein Einzelzimmer für unter 10$ haben. Selbst in Europa kosten Zimmer nicht die Welt.

    Ich wollte langsam mal meinen nächsten monatlichen Aktienkauf planen. Heute sind die Kurse gut, das freut Einen doch. Doch was soll man nachkaufen, irgendwie scheint mein Kopf ideenlos geworden zu sein.

  6. Mike

    @Paul

    Wer im dümmsten Moment in Japan alles investiert hat und danach nichts mehr, der hat in der Tat harte Zeiten hinter sich. Daher breit diversifizieren (global) und am besten jeden Monat oder zumindest regelmässig investieren, so erwischt man nie den dümmsten Moment und die Wahrscheinlichkeit ist seehr gross, in 10 Jahren im grünen Bereich zu sein und längerfristig sowieso.

    Was ist die Alternative? Obligationen, Cash, Gold, Immobilien alles rentiert langfristig schlechter.

  7. Der Depotstudent

    Hi Tim,

     

    ich glaube mir geht es mitterweile gar nicht mehr „nur“ um die Freiheit. Ein genügsames Leben mit dem Fokus auf die wirklich entscheidenden Dinge macht langfristig einfach zufriedener.

     

    Ich hoffe, dass diese Erkenntnis nicht meinem jugendlichen Leichtsinn geschuldet ist. 😉

     

    Liebe Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

  8. Neuling

    Ich hab heute eine Zusage zu einem neuen Job bekommen. 25% mehr Gehalt. Bin einerseits happy, andererseits auch aufgeregt, ob ich der neuen Herausforderung gewachsen bin. wird wieder eine umgewöhnung sein. Bis meine Kündigung durch ist dauert das aber noch ein paar Monate.

    Ich hab ständig vermutet, dass ich unterbezahlt bin. Hat mich wirklich teilweise unglücklich gemacht. Mein jetziger Arbeitgeber wollte mir zudem erst 2019 eine Erhöhung geben. Und auch die wäre vermutlich maximal 5%. So habe ich mir das eine Jahr gespart und direkt 25% bekommen. Mit guten Entwicklungsmöglichkeiten. Ich bin hin und her. Ich freue mich, aber es gibt auch ein paar kleine Nachteile. Arbeitszeiten sind weniger flexibel als momentan. Aber man findet kaum eine Stelle, wo alles passt. Hauptsache das Gesamtpaket stimmt.

    Ich hab mich einer Kollegin anvertraut. Wir haben über unsere Gehälter geredet. Ich hab erfahren, dass sie 500€ brutto im Monat mehr bekommt als ich. Ich gönne es ihr, aber dadurch hat sich bestätigt, was ich schon  vermutet habe: dass ich gnadenlos dort (für die Verhältnisse) „ausgebeutet“ wurde. Zwar hat sie einen höheren Abschluss als ich (Master, ich nur Bachelor), dennoch empfinde ich die Gehaltsunterschiede als zu groß und unfair. Wohlgemerkt bei gleichen Aufgaben und gleicher Leistung.

    Ich hab ihr bezüglich des neuen Angebots erzählt. Ihr vertraue ich. Sie hat mich gefragt, wofür ich so viel Geld brauche. Wozu ich noch einen Nebenjob habe, wenn wir sowieso recht gut verdienen. Ich habe ihr anschließend meine Pläne bezüglich der finanziellen Freiheit geschildert. Sie sagte, ihre Eltern leben bereits finanziell frei durch Immobilien und sie kann den Wunsch nachvollziehen. Mehr Freiheit würde ihr auch viel bedeuten, allerdings sei sie sehr ängstlich.

     

    Schade drum, aber es ist nicht meine Aufgabe sie zu überzeugen, obwohl ich sie als Kollegin wirklich gern hab 🙂

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Michael W

    Danke fürs Lob. Ja, das ist da typische Leben der konsumgeilen Mittelschicht. Hohe Ausgaben, wenig sinnvolle Investments.

    @ Chris

    Ich würde das machen, wenn es mir Spass machen würde. Ich habe schon Touren auf Schiffen von der Marine in NYC gemacht. Auf mich haben die meisten einen zufriedenen Eindruck gemacht. Es scheint ein großartiges Erlebnis/Arbeit zu sein.

    @ Thorsten

    Veränderung ist immer gut. Etwas neue ausprobieren. Die Komfortzone zu verlassen, das ist der beste Trick für Zufriedenheit/persönlichen Fortschritt.

    @ Mike

    Danke für den Link mit den Clown-SUVs. Ich hab seit 12 Jahren kein Auto mehr. Ich bin froh drum.

    @ Dominik

    Das Ziel der Freiheit ist schon ein prima Ziel, finde ich.

    Ich glaube, dass ein Zusammenhang zwischen weniger Plunder und Zufriedenheit besteht. Daher kann ein bescheidenes Leben zufrieden machen. Er hat es gut in dem TED Talk auf den Punkt gebracht:

    https://www.ted.com/talks/graham_hill_less_stuff_more_happiness

    @ Neuling

    Prima. Toll gemacht. Ich drück Dir die Daumen.

  10. Hendrik

    @Neuling

    komische Frage von deiner Freundin… Wofür man mehr Geld braucht ? Gibt es nicht immer etwas ?

  11. Thorsten Rohweder

    Finanzielle Freiheit ist für mich persönlich erst erreicht, wenn ich diese Entnahmeregel (bis zum Tod ?) nicht mehr beachten muss. Dazu muss ich anscheinend bloß 4% Rendite haben ? Das ist mit Dividendentiteln und Immobilien möglich. Eine Dividendenzahlung sehe ich nicht als Entnahme .

  12. Neuling

     

    @Tim

    danke dir! 🙂

    @Hendrik

    Ich hab es etwas komisch formuliert. Mehr Geld kann man natürlich immer gebrauchen. Die Frage von ihr bezog sich darauf, weshalb ich zusätzlich noch einen Nebenjob habe und daher 6 Tage die Woche arbeite. Sie weiß/wusste nämlich, dass ich keine großen Kostenblöcke im Monat habe und viel Geld sparen kann. Daher ihre Verwunderung wieso ich trotzdessen, dass genug Geld über bleibt,  zusätzlich einem Nebenjob nachgehe.

     

  13. Leser

    @Neuling

    Die Ängstlichkeit der Kollegin kann ich nicht verstehen. Wenn die Eltern es geschafft haben, dann können die Kinder das erst Recht. Ideale Bedingungen und sie könnte noch von eventuellen Fehlern lernen.

    Mit 500 mehr im Monat könnte sie auch 500 mehr sparen bzw. investieren. Also zu wenig Geld für das Projekt hat sie auf keinen Fall.

  14. Maschinist

    @Paul:Das gleiche wie in Japan kann nach derzeitigem Stand nicht passieren, weil der japanische Aktienmarkt beim Platzen der Blase Ende der 80er Jahre unglaublichst ueberbewertet war.

    Sein Shiller CAPE10 betrug damals in der Spitze ca. 90.

    http://siblisresearch.com/data/japan-shiller-pe-cape/

    Erst diese unglaubliche Ueberbewertung machte den anschliessenden Crash in seiner Laenge und Dauer ueberhaupt erst moeglich.

    Der US Markt war selbst im Jahr 2000 in seiner groessten Uebertreibung nur mit einem Shiller Cape von ca. 45 bewertet (aktuell bei ca. 30).

    http://freiheitsmaschine.com/aktienmarkt-rechner-rendite-performance/

    Viele Weltmaerkte sind aktuell sogar relativ guenstig wie z.B. Singapur (CAPE14).

    Die Unternehmen dieser Region verdienen also jedes Jahr ca 8% Ihrer 10 Jahres Bewertung als Gewinn. Mit diesem Parametern kann man ueber einen Zeitraum von ca. 15 Jahren ueberhaupt kein Geld verlieren, so lange Singapur ein marktwirtschaftliches Land bleibt.

  15. Mike

    Mit resp. in 30 Jahren ist realistisch, vielleicht geht es auch etwas schneller. Mein Sohn (12) hat jetzt auch ein Depot, das er selber verwaltet (er hat seit Geburt schon einen Sparplan jetzt entscheidet er aber auch über den Rest), das war letztes Jahr, als er bettelnd kam für ein neues IPhone. Ich habe ihm dann lange erklärt, warum das nicht wirklich eine gute Idee ist und er dafür lieber ein Depot halten soll, er könnte bereits mit 30 oder spätestens 40 frei werden, aber nur wenn er nicht wie die Masse sich verhält. Er hat es verstanden, hat mir dann aber grosse Bedenken zu verstehen gegeben, dass er in der Schule dadurch womöglich gemobbt oder ausgelacht werde. Ich empfahl ihm, was ich einem Erwachsenen nicht empfehlen würde, er soll es doch seinen Kollegen erzählen, dass er nun Aktionär, Investor, Bald-Schon-Millionär werde und dafür anstatt in die neusten Adidas oder IPhone und dergleichen in sein Depot investiere. Er hat es versucht…

    Mittlerweile ist ein Jahr vergangen, selbstverständlich fanden das nicht alle cool aber immerhin 2 Kollegen haben jetzt auch ein Depot 🙂 Ein weiterer möchte unbedingt, seine Eltern insbesondere seine Mutter wehrt sich noch dagegen, sie hat mich sogar angerufen und mich beschimpft, wie ich indirekt aus ihrem Sohn einen Zocker oder Casinokapitalisten mache, das gehe nunmal gar nicht. Ich gab mein Bestes und habe sie versucht zu überzeugen, ruhig und sachlich zu bleiben, es war nicht einfach und hat vermutlich auch nicht funktioniert. Der Junge tut mir leid, aber er bleibt dran und kämpft weiter für sein Depot, spätestens mit 18 wird er auch beginnen.

    Gleichenorts ist nun bereits in der Schule Pflicht, dass jedes Kind ein IPad kaufen muss. Ich habe mit der Lehrerin geredet und ihr erklärt, dass es womöglich bessere Möglichkeiten gäbe resp. man auch von der Schule aus dies kaufen könnte und dann weitergeben, denn jetzt ist der Wettkampf ausgebrochen, welche Version und jene die eine bessere Version kaufen sind höher angesehen, Konsumwahn orchestriert aus der Schule.

  16. Ex-Studentin

    @Neuling

    Glückwunsch zu diesem Schritt! Behälst du deinen Nebenjob trotzdem bei?

    @Tim

    In NY kochen viele nicht selbst, oder? Die Produzentin hatte viele Ausgaben beim Bäcker und Co. Für ihr Gehalt hat sie wenig gespart, falls sie schon längere Zeit so viel verdient.

    So ganz kann ich den Zinseszins noch nicht begreifen. Wer 35 Jahre lang 700 Euro investiert, ist bei 6% Rendite Millionär.

  17. Mr. B

    Hallo Mike,

    interessante Geschichte mit deinem Sohn!

    Ähnliches kommt wohl auch auf mich mal zu …

    VG, Mr. B

  18. Kiev

    @ Mike

    Ich hätte Dich etwas jünger eingeordnet, aber mit einem 12 jährigen Sohn habe ich mich wohl verschätzt. Das mit den Ipads ist ja ein hoher Zwang. Ich hoffe, dass es so etwas bei uns (Süddeutschland) nicht gibt. Meine älteste ist 6. Wir fangen hier mit der Schule erst an. Als nächstes muss man dann wohl alle 2 Jahre ein neues Ipad kaufen, damit es keine Unterschiede zwischen den Versionen gibt. Das wäre zu viel Wartungsaufwand und zu kompliziert für die armen Lehrer.

    Haben bei Euch so viele Kinder in dem Alter ein iPhone, dass man mit einem anderen Modell als Aussenseiter gilt? Das ist ja gruselig. Die Eltern wollen aber sicher nur das beste für die Kleinen. Und machen dabei so viel falsch. Das zeigt nur wieder, dass es müßig ist darüber nachzudenken was passieren würde, wenn alle einen frugalistischeren Lebensstil leben würden. Das wird wohl von sich aus nicht passieren.

    Die Rendite ist sicher. Nur die Höhe und ihre Kaufkraft ist ungewiss.

  19. Finanzmixerin

    Ich habe mir heute in der Bahn vorgestellt, dass alle Leute mit Kopfhörern Finanzliteratur auf den Ohren haben, also Hörbücher über Finanzen hören. Das war witzig.

    @Neuling: Glückwunsch zum neuen Job.

     

    Das mit den iPads in der Schule finde ich krass. Dass man sie privat beschaffen muss. Wie machen das finanziell schwache Familien?

     

  20. Mike

    @Kiev

    Danke, junggeblieben hoffe ich 😉 Wir leben in der Schweiz und erst noch in einer relativ reichen Gegend, da ist das leider so, entsprechend eckt man noch häufiger an, wenn man nicht ganz dem „Standard“ entspricht. Aber ist klar Kompromisse muss man eingehen und sicher nicht sollen Kinder für das eigene Verständnis leiden, das funktioniert auch ganz gut. Aber das Beispiel zeigt auch, dass es anders ginge und die Kinder / Jugendliche sind sehr lernfähig und vernünftig, was man von Erwachsenen (Eltern, Lehrer) nicht immer behaupten kann.

  21. Mike

    @Finanzmixerin

    Ich glaube in seiner Klasse war es kein Problem, oder man getraut sich nichts zu sagen und spart dann anderweitig, vermutlich würde man dann ein Darlehen geben oder Kredit, das ist jetzt aber eine böse Unterstellung aber würde mich auch nicht verwundern. Die Entwicklung ist aber nicht gut, wenn dann sollten diese Dinge m.E. von der Schule beschafft werden und über Steuergelder bezahlt, es ist ja keine Privatschule! Es gab zwar kurz zu reden aber die Leute arrangieren sich rasch… alle stark angepasst.

  22. Daniel

    Als Bloom starb, war sie fast 100 Jahre alt. Sie führte kein schlechtes Leben. Nur weil sie im Laufe ihres Lebens mehrere Millionen Dollar als Sekretärin ansammelte, bedeutet das nicht, dass sie schlecht gelebt hat. Im Gegenteil. Ein genügsames Leben kann ein zufriedenes Leben bedeuten.

    Für mich wirkt es dennoch irgendwie am Leben vorbeigelebt. Es geht ja nicht darum auf der Straße mit Geld um sich zu werfen. Für einen Multi-Millionär ist aber ein Porsche in der Garage anteilig nicht höher als für einen Geringverdiener ein klappriger Twingo.

    Jeder kann sein Leben wie er will, ich glaube aber das mit viel Geld im Rücken permanente Reisen durch die Welt oder zumindest Besuche bei Verwandten/Bekannten mehr Spaß machen als sein Leben weiterzuleben als ob man nicht reich wäre.

    Ja, jetzt freuen sich Erben oder Stiftungen, aber auch erhöhter Konsum bereitet Menschen Arbeit die davon leben können.

    Leute überschätzen ihren Geldbedarf, wenn sie in Rente gehen. Sie brauchen weniger, als sie denken, zeigt eine neue Studie (PDF). Es liegt an einer erhöhten Vorsicht/Sparsamkeit mit dem höheren Alter.

    Ich beobachte eher das Gegenteil, selbst in der eigenen Familie. Mein Vater war früher schon jemand der als Workoholic bezeichnet werden könnte. Nun ist er Rentner. Es trifft nun viel Freizeit auf weniger Geld (Rente) wohingegen die Verhältnisse davor eher umgekehrt waren, viel Geld verdient, wenig Zeit um es auszugeben. Hinzu kommt, dass auch bei ihm Medikamente bezahlt werden müssen die er mit 30 garantiert nicht gebraucht hat, nicht alles ist absetzbar.

    Hobbies und Freizeitaktivitäten treten in der Vordergrund und selbst wenn es nur das gelegentliche Einkehren in einem Biergarten nach einer Fahrradttour ist, es ist dennoch teuer als abends nach Haus zu kommen und sich überspitzt formuliert eine Dose aufzumachen.

     

    Was macht man aber wenn man lange gespart hat und in ETF investiert hat und es wie bei Japan von 1989 an also 30 Jahre hauptsächlich runtergeht oder stagniert??

    Es kann theoretisch mit jedem ETF passieren.

    Richtig, aber in den 30 Jahren hätte man sich mit der ein oder anderen Finanzliteratur auseinandersetzen können um dann zu der Erkenntnis zu gelangen dass es neben lokalen ETFs und Märkten auch weltweite gibt und dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass die gesamte Weltkonjunktur über mehrere Dekaden seitwärts läuft. Irgendwo ist immer ein Boom-Land.

    Finanzielle Freiheit ist für mich persönlich erst erreicht, wenn ich diese Entnahmeregel (bis zum Tod ?) nicht mehr beachten muss. Dazu muss ich anscheinend bloß 4% Rendite haben ? Das ist mit Dividendentiteln und Immobilien möglich. Eine Dividendenzahlung sehe ich nicht als Entnahme .

    Natürlich ist eine Dividendenzahlung eine Entnahme, zumindest eine interne Depotumschichtung von einer Assett-Klasse in eine andere. Warum sollte sie etwas anderes sein? Das Geld stammt ja nicht aus dem Nichts.

    Beim Wasser entdeckst Du vielleicht tropfende Toiletten/Wasserhähne. Sie verlieren viel Wasser. Vielleicht ist ein Gartenschlauch/Bewässerungsanlage undicht.

    Du entdeckst einen Fön, der Energie wie verrückt braucht. Oder einen uralten Kühlschrank/Mikrowellenherd (ich habe meinen Mikrowellenherd und Fernseher dauerhaft aufgestöpselt. Wir brauchen das nicht mehr). Vielleicht bringst Du Bewegungsmelder an bestimmten Lampen an, um die Stromrechnung zu reduzieren.

    Meine Erfahrung ist, dass insbesondere diese Dinge am meisten an der Lebensqualität knapsen ohne wirkliche Mehrwert zu generieren oder Ersparnisse zu bringen. Ja, wir kennen alle noch diese Sachen aus Sendung mit der Maus, Kindergarten und Schule wo aufgezeigt wird wieviel Wasser ein tropfender Wasserhahn im Jahr verbraucht. Und selbst wenn es zwei, drei Badewannen wären, es spielt preislich kaum eine Rolle. Wasser ist in Deutschland verhältnismäßig billig, lediglich heißes Wasser oder sämtliche Art von Energie schlägt zu buche.

    Ein Fön verbraucht zwar vielleicht 600Watt, bei einem Mann schätze ich aber die Nutzungsdauer auf max. eine Minute. Da bewegen wir uns im Bereich von 3-4kw/h im Jahr. Geschenkt

    Gleiches gilt für die Mikrowelle. Diese ist höchst effizient, viel effizienter als einen Topf wieder aufzuheizen. Die Portionierung ist passender, das Wasser wird direkt erhitzt. Selbst bei täglich 10 Minuten bei 800Watt kommen wir auf ca. 50kw/h im Jahr.  Zum Vergleich, ein 3 Personenhaushalt kalkuliert man mit 4500kw/h. Da fällt die Mirkrowelle nicht auf.

    Bei Beleuchtung usw. gehts weiter, alles nicht effizient um zu sparen, es sei denn man hat noch überall 100Watt Halogenstrahler. Richtig Energie wird im Wesentlichen durch Kälteerzeugung, Wärme und Dauerverbrauch verpulvert. Und hier spart man am meisten ohne das man überhaupt einen Unterschied merkt. Eine moderne Umwälzpumpe braucht statt 60Watt oftmals nur noch 12W. Und diese rennen bei vielen Haushalten 24/7 365Tage durch. Merkt man es wenn man sie tauscht? Nein. Eine moderne Kühltruhe, Kühlschrank spart ebenfalls viel ein, merkt man es? Ja, denn der alte Hobel lärmt nicht permanent rum 😉

    Eine moderne Gas-Heizung mit Niedertemperatur-Vorlauf spart ebenfalls gut ein ohne das ich einen Komforteinbußen spüre. Hier muss man aber die Amortisationskosten durchrechnen. Ebenfalls beim Kühlschrank, dem Trockner oder der Waschmaschine. Es ist eigentlich günstiger man lässt den Krempel bis zum Ableben weiterlaufen und investiert das für den Neukauf eingeplante Geld an der Börse.

     

  23. June

    Hallo zusammen,

    Ein sehr schöner Artikel, liebe Tim.

    Ich stelle mir schon die ganze Zeit die junge Frau Bloom vor. Sehr intelligent, sehr mutig so einfach ihre Chefs zu kopieren. Sie wusste sicher, dass das auch Risiken birgt. Lange Jahre war sie bestimmt unsicher, ob sie später davon ihre Rente finanzieren kann. Und hat dann nach dem Tod ihres Mannes einfach weitergearbeitet, da sie ja auch eine Aufgabe gebraucht hat. Kinder und damit auch Enkelkinder, die im Alter eine Lücke füllen können, wurden ihr ja nicht geschenkt. Als sie dann realisierte, wie viel ihre Aktien Engagement ihr tatsächlich gebracht hat, war es sicher zu spät, das gewohnte Leben zu ändern. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und können im Alter und besonders im hohen Alter so schlecht unsere gewohnten Pfade verlassen. Nur wer schon jung und auch später im mittleren Jahren flexibel bleibt kann dies auch wenn er im Rentenalter ist.

    Ich glaube auch wie Tim, dass die Frau nicht gedarbt hat. In dem Artikel der NYT sieht man sie in den späten 70er oder anfangs der 80er Jahre mit einem Sektglas ins der Hand auf eine Party. Von jemandem der sich alles verbietet, hätte es solch ein Foto nie gegeben. Sie war es nur gewohnt mit dem Bus zu fahren und sah keine Veranlassung ihre Gewohnheit zu ändern.

    Wie Jenny, finde ich ebenfalls, dass die Ersparnisse der 40 jährigem New Yorkerin hinter ihrem Gehalt herhinken. Aber als frei Filmproduzentin hat sie wahrscheinlich nicht immer so ein hohes Einkommen gehabt‘ sonder nach der Uni viele Jahre mit sehr kleinen Einnahmen auskommen müssen, wie leider viel Künstler. Die wenigsten schaffen es in solche Einkommenssphären überhaupt vorzudringen. Laut der Vermögensformel aus „The Millonair next door“, sollte die Frau nämlich bereits über ein Vermögen von 380.000 USD verfügen. Berücksichtigt man aber ihren künstlerischen Beruf ist sie auf einem sehr guten Weg.

    @Neuling,
    Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job. Verdienst du jetzt mehr als deine Kollegin? Leider machen viele Firmen Unterschiede, ob man den Bachelor oder Master hat. Und zahlen nicht nach Können und Engagenement.

    @Mike,

    Das ist eine große Leistung von deinem Junior, denn nur weil er es verstanden hat, heißt es nicht, dass er auch den Druck in der Schule aushält und damit schlußendlich umgehen kann. Habt ihr prima gelöst und dein Großer beweist Rückrat. Du kannst wirklich sehr stolz auf ihn sein.

    iPad, da kann man nur den Kopf schütteln. Für was braucht man das in der Schule?

    @Daniel,

    Ich geb dir mit vielem Recht, was du schreibst. Wir nutzen die Geräte auch bis an ihr Lebensende. Aber eine Ausnahme habe ich gemacht. Ich habe vor einigen Jahren unsern alter Tiefkühlschrank entsorgt, obwohl er noch prima funktionierte, aber er hat jedes Jahr ca. 120 € an Strom verbraucht. Das fanden ich viel zu viel. Allerdings haben wir auch kein Ersatzgerät gekauft.
    Wir benötigen für 2 Personen jedes Jahr ca. 2500 KW Strom. Da kommt mir dein Beispiel mit den 3 Personen irgendwie sehr viel vor.

    Es ist nie verkehrt, die Geräte ab und an mal zu prüfen. Es kann immer mal ein Schluckspecht darunter sein.

    Viele Menschen nutzen die Mikrowellenöfen auch nicht, da sie Angst davor haben, das Lebensmittel, die mit Mikrowellen erwärmt wurden Kerbs erregend sein könnten.

    Und beim Wasser muss ich dir auch widersprechen, natürlich kostet Wasser in Deutschland fast nichts, da wir aber weltweit leider Wassermangel haben und es eines unserer wichtigsten Lebensmittel ist, sollte jeder aus Achtung vor dem wichtigen Nass einen tropfenden Wasserhahn reparieren. Selbst dann wenn ihn die eine Badewanne pro Jahr finanziell nicht in Bedrängnis bringt.

    Take care,

    June

  24. Ich

    Hallo Mike,

    dein Link zur SUV Käuferschaft in der Schweiz ist schon interessant zu lesen.

    Blöderweise ist ein SUV, bedingt durch seinen hohen Schwerpunkt, alles andere als sicher. Denn genau das Gegenteil ist der Fall, SUV`s neigen dazu sich deutlich schneller zu überschlagen, und das macht den Vorteil einer erhöten Sitzposition und einer dickeren Karosserie wieder mehr als wett.

    Als Münchner habe ich SUV`s in den letzten Jahren sehr lieb gewonnen, die kleinen zierlichen Frauen hinterm Steuer, die gerne quer in der Einfahrt stehen, um ihre Kindern schnell einzuladen, sind ein ganz besonders gern zitiertes Klischee, welches in München, leider, trotz aller Stereotypen Vorurteile, viel zu oft auf der Strasse zu sehen sind.

    Als Landbewohner, mit Parkplatz vor dem Haus, vielleicht noch mit Schotterweg als Zufahrt zum Grundstück, würde ich es sogar bis zu einem gewissen Grad verstehen, einen Jeep/SUV zu fahren.

     

     

  25. Alexander Raue

    Sehr interessanter Beitrag, wobei ich den letzten Kommentar von Daniel noch ein Stück besser finde.

    Jeder weiß selber am Besten, was ihm gut tut. Und wenn der Porsche ins Budget der 4% Regel passt, warum nicht?

    Anstatt immer zu rechnen, „wie viel muss ich die Kosten drücken, um näher zur finanziellen Freiheit zu kommen?“ kann man gern „Wie viel muss ich mehr verdienen, um bei gleichem Lebensstil zur finanziellen Freiheit zu kommen?“ nehmen.

    Es gibt auch genügend Leute, für die die Anerkennung anderer Leute für den erreichten Luxus sehr wichtig ist. Oft sogar noch wichtiger, als bescheiden und frei zu leben.

     

    Trotzdem bleibt eine Frage offen: Du bist finanziell frei. Hast du kein Interesse an finanziellem Wachstum? Und wenn ja, wie machst du das nach der Kündigung des Jobs?

    Viele Grüsse,

    Alexander vom vermietertagebuch.com

  26. Ex-Studentin

    @June

    Es kommt auch drauf an, wie viel jemand zuhause ist. Mit kleinen Kindern verbraucht man generell mehr, vor allem heizt man dann auch mehr. Wir selbst verbrauchen 1600 kWh im Jahr, trotz Rechner, mehr als 1 Minute föhnen und altem Kühlschrank. 4.500 scheinen mir zwar auch zu hoch, aber meine Eltern verbrauchen zu zweit mit ihrem Haus auch sehr viel und ich kann nur mutmaßen, wieso. Gartengeräte, Außenbeleuchtung, Heizung, Wäschetrockner, viel Lichtbrennen lassen (immerhin LED).

  27. Kiev

    Wir kommen zu viert auf einen Stromverbrauch von 2600 kWh. Das ist aber ein älterer Wert. Ich gehe davon aus, dass wir aktuell weniger brauchen. Zu der Zeit lief der Fernseher noch öfter. Die Kinder sind noch nicht in dem Alter wo der Verbrauch dann wieder steil nach oben geht. Ein Teil des Strombedarfs ist aber in den allgemeinen Stromkosten enthalten, da wir eine Zentralheizung haben. Das sind aber nur um die 10€ pro Monat. Das habe ich jetzt nicht weiter analysiert.

    Wir haben nebenbei bemerkt einen elektrischen Durchlauferhitzer, einen kleinen Gefrierschrank im Keller neben dem Kühl / Gefrierschrank in der Wohnung, Waschmaschine und einen Trockner. Der Trockner wird aber nur verwendet wenn es sein muss (feuchte Jahreszeiten). Aktuell sicher nicht. Somit sind wir von den Geräten nicht unbedingt sparsam aufgestellt.

    @ Daniel
    So lange man meint, dass ein neuer Porsche einen glücklicher macht ist man blockiert einfach nur glücklich zu sein. Ein Oldtimer würde mir schon gefallen, wenn ich ihn mir ohne Einschränkungen leisten kann (Ur 911 hat schon was). Aber er ist nicht notwendig. Ohne Oldtimer ist auch alles gut wie es ist. Wenn man immer nur nach den neuen Dingen hechelt die man nicht hat wird man nicht zufrieden. Das ist das Hauptproblem an diesen Luxusgütern.

  28. June

    @Jenny und Kiev,

    die Erfahrung, dass Menschen mit einem Haus ganz schnell viel, viel mehr Strom verbrauchen, habe ich auch gemacht. Das ist zum einen dem mehr  an Raum und bestimmt auch der Außenbeleuchtung und dem einen oder anderen Sonderverbraucher geschuldet. Meine Mutter stöhnt auch immer über ihre Stromrechnung. Aber sie wohnen eben auch in einem großen Haus.

    1600 KW sind aber  sportlich, Jenny.

    Wir haben auch einen Trockner, den wir nur für Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche nutzen, ein kleiner Luxus ich weiß. Waschmaschine, Kühl-Gefrierschrank, das übliche eben. Ich koche täglich und zusätzlich benötigt unsere Heizung aber noch etwas Strom und der Server von Mr. Juni der hier 18 Stunden am Tag läuft braucht auch Energie.

    In den meisten Haushalten hat man aber inzwischen eine Zentralheizung, dies ist unabhängig von dem individuellen Stromverbrauch. Daher glaube ich, dass Paare mit kleinen Kindern nicht sehr viel mehr Strom verbrauchen als Paare ohne Kinder. Die Grundverbraucher denke ich sind Personen unabhängig.

    Kiev, ihr seit auch sparsam unterwegs. Jetzt frage ich mich noch mehr, wie der von Daniel beschriebene Durchschnittsverbrauch für 3 Personen zustande kommt. Oder sind wir hier alle die viel gerühmte Ausnahme?

    Take care,

    June

     

  29. Thorsten Rohweder

    „Die Kinder sind noch nicht in dem Alter wo der Verbrauch dann wieder steil nach oben geht.“

    Ich poste meinen Jahresbedarf an Strom erst gar nicht, die Zahl ist so entsetzlich hoch, dass ich es selbst kaum glauben kann. Dabei habe ich jahrelang optimiert mit LED, Zeitschaltuhren,….

    Mancher PC entpuppt sich beim Zocken als wirksame Raumheizung , man könnte vielleicht sogar drauf kochen 😉

    Ich habe den Stromanbieter gewechselt, was mir 1.5 Jahre 50€ Ersparnis pro Jahr bringt. Außerdem habe ich ein Aquarium abgeschafft. Pumpe, Heizung, Beleuchtung, summiert sich alles …. bin noch nicht am Ende.

  30. Kiev

    @ June

    Bei Verivox werden als Beispiel sehr hohe Verbrauchswerte angegeben, wenn man bei Strom einfach die Anzahl der Personen verwendet. Bei uns wären es 5000 kWh. Kleinkinder sind ja auch anders als Teenager, die vielleicht viel Computer spielen. Bei Etagenheizungen geht der Stromverbrauch ja auf die Stromkosten des Mieters. Wir haben in einem MFH eine Zentralheizung. Die Pumpe geht hier auf den allgemeinen Strom. Den habe ich nicht in meinem Stromverbrauch drinnen.

    Ich habe nur Durchlauferhitzer, da ich die Investition in die Zentralheizung mit Warmwasser vermeiden wollte. Mit den ganzen Bestimmungen würde man da dann Verbrauchszähler benötigen. Dann wird dies noch durch eine Firma abgelesen und in die Nebenkosten berechnet. Das lohnt sich am Ende nicht. Wir zahlen alleine für die Gaszentralheizung mehr als 200€ Gebühren für die Zähler und das Ablesen. Das sind ca. 10% der gesamten Kosten für Wärme. Ich würde es am liebsten pauschal abrechnen. Das werde ich irgendwann vielleicht noch machen. Bei WG Vermietung ist das ja zum Glück noch erlaubt.

    Ich meine das wir früher zu zweit auch um 1700 kWh Verbrauch hatten. Wir hatten damals auch einen Durchlauferhitzer in der Mietwohnung. Und die Gastherme auch. Den Laptop habe ich sehr intensiv genutzt. Ansonsten hatten wir aber keine Server oder andere Dauerverbraucher neben Kühlschrank laufen.

  31. June

    @Kiev,
    Mr. Juni ist selbständig und wir haben bewusst auf die Anmietung eines Büros verzichtet. Dadurch ist er, wenn er nicht beim Kunden oder auf Geschäftsreise ist, den ganzen Tag zuhause. Sein Büroequipment benötigt einiges an Strom. Das ist so und wir können das nicht ändern. So ein Büro würde eine ganze Menge Kosten nach sich ziehen, die wir vermeiden wollen, da er üblicherweise sehr selten Kunden empfängt. Und wenn, dann sitzen die Herren eben mal in unserem Wohnzimmer. Für die Ersparnis zahlen wir den kleinen Stromaufpreis gerne.

    Die Wohngemeinschaft rechnen wir nach Zimmer und einer pauschalen Aufteilung der Nebenräume ab. Bei unterjährigem Wechsel nach Gradtagzahlen. Das klappt gut. Eine einzelne Abrechnung der Zimmer über die Hausverwaltung wäre viel zu teuer. Das würde die Heizkosten pro Zimmer leicht um 20 bis 40 Euro pro Jahr erhöhen. Dafür können die jungen Leute schon wieder viel heizen.

    @Torsten,
    ihr wohnt bestimmt in einem Haus. 😉 Da kann man leider viel optimieren, klappt meist nicht. Heizung, Außenbereiche, Flure, viel mehr Zimmer, Garten, vielleicht noch ein Teich das summiert sich. Wohnungsbesitzer teilen sich da eine Menge Kosten. Es war aber eine gute Idee das Aquarium abzuschaffen. Irre was die Dinger an Strom fressen.

    Als meine Kids nur noch am PC rumgehangen haben, habe ich dann als Ersatz nach dem PC-Tod immer ein Laptop gekauft. Die Stromersparnis hab ich tatsächlich gemerkt. Bei dir würde das vermutlich im allgemeinen Rauschen untergehen.

    @Fit und Gesund,

    alles klar bei dir? Hab dich lange nicht gelesen.

    Take care,

    June

  32. Neuling

    @ Ex-Studentin

    ja, ich mache den Nebenjob erstmal weiter. Dann habe ich wirklich einen mächtigen Turbogang. Die Frage ist bloß wie lange ich das noch durchstehe. Der neue Arbeitgeber ist nicht begeistert davon, dass ich einen zusätzlichen Nebenjob habe, aber sie meinten, dass sie mir in der Hinsicht vertrauen, dass ich selbst merke wann es einfach zu viel ist. Sie wollen natürlich auch 100% Leistung/Einsatz von mir im Job. Dazu gehört auch, dass ich mich genug ausruhen kann am Wochenende.

    @June

    vielen dank. Ja ich werde im neuen Unternehmen mehr verdienen als sie. Ohne den Bonus verdien ich 1,5% weniger als sie. Mit Bonus (10%) dann knapp 8,5% mehr. Finde ich schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sie einen Masterabschluss und 2 Bachelorabschlüsse hat und ich hingegen „nur einen Bachelor“. Ich bin wirklich froh darüber, dass ich bald ein anständiges Gehalt haben werde. Ich fühle mich momentan so ausgebeutet und veräppelt. Ich kann es schon verstehen, dass ein Master belohnt werden sollte mit mehr Gehalt. Aber bei exakt gleichen Aufgaben und gleicher Leistung (wobei ich auch schon etwas länger dabei bin als sie, sie ist noch in der Probezeit), finde ich den Gehaltsunterschied von 14,7% nicht fair. Ich muss mir da aber selbst Vorwürfe machen, schließlich habe ich schlecht verhandelt. Nur dadurch ist so ein extremer Sprung um 25% überhaupt erst möglich. Wie gesagt, ich gönne ihr das Gehalt, nur finde ich, dass meins zu niedrig ist/war. 🙂

     

    @Leser

    die Ängstlichkeit kann ich auch nicht verstehen. Na ja sie hat wohl finanziell insgesamt weniger Sorgen. Den Eltern geht es ja gut und sie wird auch mal einiges erben (hoffentlich in weiter ferne). Ihre Interessen liegen nun mal woanders.

     

    @finanzmixerin Danke 🙂

     

  33. steve

    @ Neuling

     

    du schreibst es ja selbst schlecht verhandelt, nicht ausgebeutet. Niemals ich tippe mal es gibt auf der Welt mindestens 4 Mrd eher 5 die würden danke zu deinen schlecht bezahlten Job sagen. Auf diese Weise kannst dich immer unglücklich denken wenns dir Spass macht. Denk lieber dass du dich von einen guten Job zu einem besseren hochgepokert hast. Mit ein bisschen rechnen bin ich der Ansicht du bist jetzt zwischen 3000 und 4000€, ( sie hat 3,4) siehs positiv auch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Wenn du es nicht schon gemacht hast Google deinen Job nach Gehalt, dann weißt du wohin die Reise gehen kann. Ansonsten Gratulation freu dich auf die Zukunft!

  34. Neuling

    @steve

    Mit den 3400 liegst du goldrichtig, allerdings für mich und nicht für sie. Bei ihr sind es 3900€ im Monat. Und diese Monatsgehälter jeweils mal 13 Gehälter. du hast recht, dass von Ausbeutung zu sprechen etwas übertrieben ist. dennoch muss man sich immer auch die Umstände anschauen. Ich empfinde es schon als eine Art von Ausbeutung, wenn die Gehälter so stark differieren (wie gesagt, wir haben dieselbe Position, ich bin etwas länger im Unternehmen..). Ich habe tatsächlich schlecht verhandelt aber wusste es damals als frischer Berufseinsteiger nun mal nicht besser. Ich hatte damals keine unmittelbare Alternative; hab mich zu wenig drum gekümmert. Damals war das Gehalt auch für mich viel Geld. Wenn man dann jedoch vergleicht, findet man schnell raus, dass man unter Berücksichtigung meiner Qualifikationen und den Gehältern der Region tatsächlich unterdurchschnittlich verdient. Das ist und war einfach kein schöner Gedanke. Man fragt sich, ob man tatsächlich so viel weniger leistet? Viele der Kollegen sind mit dem Gehalt unzufrieden. Und eine mickrige Erhöhung wurde mir erst für 2019 in Aussicht gestellt. Das war der Punkt, an dem es mir dann gereicht hat. Ich möchte mich nicht länger so extrem unter Wert verkaufen. Und bei der neuen Stelle wären wahrscheinlich auch mehr drin gewesen, weil mir insgesamt 1000€ mehr angeboten wurden als ich eigentlich als Gehaltsvorstellung gennant habe. Dennoch werde ich versuchen mich mit dem Gehalt zufrieden zugeben und eher schauen, dass ich auch Karriere-technisch weiterkomme, statt woanders vielleicht nochmal 10% mehr rauszuholen. Irgendwann ist genug und ein häufiger wechsel gerade als Berufsanfänger ist alles andere als gern gesehen. 🙂

    Ich werde in den kommenden 2 Wochen irgendwann das Gespräch mit dem Abteilungsleiter suchen und ihm meine Kündigung und meine Gründe mitteilen. Bin etwas nervös wegen des Gesprächs. Ich bezweifle jedoch, dass das Unternehmen mich halten möchte. Wahrscheinlich suchen sie sich lieber jemanden, der genauso dumm ist wie ich und sich unter wert verkauft..

    Als eine merkwürdige Aussage empfand ich es als der Bereichsleiter vor einigen Wochen in einem Meeting gesagt, dass er auch Mitarbeiter zurücknimmt „die sich auf dem Arbeitsmarkt zwischenzeitlich woanders verirrt haben“. Zurzeit kündigen so viele bei uns in der Firma. Das arbeitsklima hat sich ins negative gewandelt die letzten paar Monate.

    Ich bin auch fest davon überzeugt, dass meine Kollegin woanders mehr verdienen könnte.

  35. Ex-Studentin

    @Neuling

    Willst du verraten, in welcher Branche du arbeitest? In manchen Unternehmen wird komischerweise tatsächlich nach Titel oder gar Alter bezahlt. Bzw. ohne Tarif kann ich jedes Unternehmen verstehen, das so günstig wie möglich Leute ins Haus holt. Wenn jemand geringe Gehaltsvorstellungen hat oder die Gehaltsvorschläge so akzeptiert, dann wird die Person eben günstig eingekauft. Erst wenn eine Stelle lange unbesetzt bleibt oder nur wenige Bewerber hat, zahlt man mehr. Mich würde z.B. interessieren, ob Chefs sich überhaupt jedes Jahr ins Gedächtnis rufen, was die einzelnen Personen verdienen und ob die Verteilung fair ist.

  36. steve

    O ne richtig gerechnet falsch interpretiert aber gut so ist ja für euch beide mehr. Auch wenn ich mich wiederhole Gehälter googeln, dann weißt du auch als Anfänger Bescheid. Komisch dass das scheinbar nur wenige machen, mir hat eine Kollegin die selber Einstellungsgespraeche geführt hat gesagt unvorstellbar, top Performance beim job und wissen über die Firma/ Produkte und beim Gehalt voll die Nullnummer. Sie selbst hat manchen Gehaltswunsch aufgerundet, Wahnsinn!!
    Bei deinem Kündigungsgespraech hätte ich keine Angst und mein Tipp im guten scheiden, die Firma hat dich immerhin ein Zeit lang ernährt, auch wenn mehr Speck wünschenswert gewesen wäre.
    An fit und gesund bin auch neugierig ob du in Minien oder sonstwo investiert hast

  37. Neuling

    @Ex-Studentin, @steve

    Ich bin in der IT-Branche tätig. Vom Alter her sind wir beide etwa gleich alt (Kollegin und ich). Ich finde dennoch dass die Wertschätzung des Unternehmens gefehlt hat.  Ich war vorher als Werkstudent tätig und wurde dann übernommen. Ich wurde eingeschüchtert, weil mein Chef mir – als ich noch Student war – damals gesagt, dass sie Gehälter im Bereich von ~48.750€ nur Master-Absolventen bekommen. Ich war davon eingeschüchtert. Letztendlich hab ich dann 45.000€ als Vorstellung genannt. Auch da wurde dann nach unten gefeilscht und ich hab letztendlich 44.200€ bekommen. Da bleibt halt jetzt das Gefühl, dass ich für sie der dumme Werkstudent war, der sich auch mit „nur“ 44k € abspeisen lässt. Gerade wenn man mit der Arbeit zufrieden ist (und das waren und sind sie definitiv!) hätte man nicht so knauserig sein sollen. Hinzu kommt auch noch, dass mir der Abteilungsleiter in dem Gespräch versprochen hat, dass spätestens in einem Jahr mein Gehalt steigen wird. Vor ein paar Wochen hieß es, dass ich keine Steigerung in 2018 bekommen werde. Das sind lauter so kleinigkeiten, bei denen ich in Summe den Schluss für mich ziehe, dass ich nach Strich und Faden verar***t wurde.

    Meine Kollegin hat zunächst 56.000€ gefordert und hat ein Gegenangebot von 49.000€ bekommen. Durch den zweiten Bachelor konnte sie das als Argument verkaufen, dass ihr mehr zusteht und sie bekommt nun 50.700€.

    Ich hab beim verhandeln auf ganzer Linie versagt, weil ich nun mal mich einschüchtern lassen hab. Ich hab auch in den stepsone Gehaltsreport geschaut und ich glaube da stand als durchschnittlicher bundesweiter wert für den Einstieg für meine Branche etwas um die 43.xxx€. Aber München ist von den Gehältern deutlich über dem Durchschnitt. Sind alles Faktoren, die ich nicht berücksichtigt habe bei meinen damaligen Überlegungen. Ich war auch deswegen in einer schlechten Verhandlungposition, weil ich mich nirgendwo anders umgeschaut habe. Und erst jetzt entwickel ich langsam ein Gefühl dafür was man fordern kann und was nicht.

    Na ja, es war mir zumindest eine Lehre. Ich weiß, dass ich beim verhandeln einen Fehler gemacht habe. Ich hoffe solche gravierenden Fehler passieren mir nicht mehr. Alles in allem war es dennoch lehrreich. 🙂

     

    bezüglich des des Gespräches werde ich natürlich einen freundlichen Umgangston wahren. Aber auch den Abteilungsleiter bezüglich des falschen Versprechens zur „Rede stellen“. Wird nichts mehr ändern, aber vielleicht ist das eine Art Erziehungsmaßnahme für die Firma / den Abteilungsleiter, dass man sich auch an seine Worte halten sollte.

  38. steve

    @ Neuling du hast echt alles getan und kannst Stolz auf dich sein. Dass du wenn vom Arbeitgeber nichts kommt Konsequenzen ziehst absolut o.k. und geradlinig. Hinterher jemand zur Rede stellen kannst du machen, wenn du lang und breit seine Erklärung hören willst.
    Ansonsten ist es nach meiner Ansicht für ein hohes Gehalt essentiell, sich aus den Job für eine neue Stelle zu bewerben. Diesen Job hattest du durch deinen jetzigen Arbeitgeber.
    Also alles gute für die neue Stelle!

  39. Rainer Zufall

    Neuling

    Sei doch nicht so hart zu Dir, denke nicht, dass Du von „versagen“ sprechen solltest. Eigentlich scheint es doch ganz gut zu laufen.

    Kündugungsgespräche werden mit der Zeit einfacher 😉

    Überlege aber nochmal, ob Du ihn zur Rede stellen willst. aus meiner Sicht isses nur vorteilhaft, wenn man Türen offen lässt.

    Dein Punkt mit dem aus Deiner Sicht zu geringen Gehalt kannst Du ja schlicht mit dem Hinweis rüberbringen, dass Du anderswo mehr bekommst. dann noch der Hinweis, dass das bei Deinem jetzigen AG zu Deinem Bedauern nicht möglich war…

  40. Ex-Studentin

    @Neuling

    Wichtig ist, dass du nichts vom Gehalt deiner Kollegin erzählst. Lediglich, dass dir falsche Versprechungen gemacht wurden und dir die Wertschätzung von deiner Leistung gefehlt hat. Mit dem Wechsel machst du alles richtig. Zumal man in der IT-Branche viele Möglichkeiten hat und bereits nach wenigen Jahren enorme Gehaltssteigerungen erreichen kann. Im Süden durchaus über 60k im Jahr.

  41. Kiev

    @ Neuling

    Gratulation zum neuen Job. Sehe den alten nicht so verbissen. Du hast 45000€ gefordert und 44200€ erhallten. Deine Kollegin hat 56000€ gefordert und nur 49000€ erhalten. Sie hat einen höheren Abschluss und damit vielleicht doch ein bisschen mehr Qualifikation. Du hast doch fast bekommen was Du gefordert hast. Deine Kollegin hatte höhere Abstriche. Du hast Dir einen Verhandlungsausgangspunkt von 48750€ aufdrücken lassen. Das hättest Du besser selbst recherchiert. Vielleicht war es zu dem Zeitpunkt auch so und die Zeiten haben sich geändert. Du bist für Deine Gehaltsverhandlungen selbst verantwortlich. Warum soll Dein Chef Dir 49000€ anbieten wenn Du 45000€ forderst?

    Das Hinhalten im Nachhinein war dann nicht so schön. Ich finde, dass Du mit Deinem Abgang Deinen Kollegen hilfst. Das würde ich auch im Hinterkopf behalten, falls es Konsequenzen für Deine Kollegen bedeutet. Vielleicht wird Deine Stelle ja auch nicht neu besetzt. Die dadurch bedingte Mehrarbeit ist aber nicht durch Dich geschuldet. Es liegt an dem Unternehmen, dass mehr Rendite erwirtschaften möchte. Bei uns werden Abgänge nicht neu besetzt, wenn nicht unbedingt erforderlich.

    Dein Chef wird sich in Zukunft überlegen, ob er andere Mitarbeiter länger hinhalten möchte. Durch Deinen Weggang hat er auch selbst Argumente nach oben, wenn er nicht mehr geben durfte. Nur durch eine gewisse Fluktuation wird in größeren Betrieben erkannt, dass man zu wenig bezahlt. Bei Gehaltsverhandlungen hören die Personalverantwortlichen vermutlich selten, dass die Mitarbeiter mit dem derzeitigen Gehalt zufrieden sind.

    Fokussiere Dich auf den neuen Job. Es wird noch mehr Gehaltsverhandlungen geben. Du bist in einem Alter in dem es gut bergauf geht.

     

     

  42. 110%CLUB

    Hallo Tim,
    mal wieder sehr schön geschrieben und nachvollziehbar. Stimme Dir 100% zu. Danke für Deine Beiträge und weiter so.

    Liebe Grüße

    Henning

     

  43. Alex

    @Neuling

    Glückwunsch zu deinem neuen Job und dass du diesen Schritt gewagt hast.

    Ich finde es bemerkenswert, wie offen du mit deiner Arbeitskollegin über eure Bezahlung und eure Vorstellung sprechen kannst, insebsondere auch im Hinblick auf deine finanziellen Ziele.

    Ein derartig offenes Verhältnis unter Kollegen ist glaube ich echt eine Seltenheit. Mit meinen Kollegen wäre dies auf jeden Fall so nicht so möglich.

    Als das Thema Aktien und Geld vor einiger Zeit bei uns mal in der Mittagspause aufkam, erzählte mir ein Kollege, dass er vor 2 Jahren sein Depot auflösen musste, weil er eine fette Steuerrückzahlung und gleichzeitig eine Vorausszahlung leisten musste (er war da noch selbstständig und hatte wohl nicht genug Geld für die Steuer beiseite gelgegt). Da der Zeitpunkt wohl auch nicht der beste war, hat er dann im Ergebnis mit seinen Aktien einiges verloren und lässt seitdem die Finger von „solchen Sachen“. Die anderen Kollegen pflichteten ihm dann auch noch bei. Seit dem halte ich mich meist aus den Gesprächen raus, wenn es um Geld und Geldanlage geht. Es ist oft erscheckend, wie wenig Ahnung hochgebildete und sehr gut bezahlte Leute von Finanzen haben.

     

    Ich bin übrigens der Typ, mit dem du gestern bei Jodel geschrieben hast. 😀

  44. Fit und Gesund

    @June

    lieb dass Du nach mir fragst, ist Alles in Ordnung,

    hier wird halt gar nix mehr über Aktien und Geldanlage gesprochen,

     

    @Steve

    ich kaufe jeden Monat was 🙂

     

    wünsche Euch eine gute Zeit,

    liebe Grüsse

     

  45. Oliver

    @Neuling

    Ich war selber sehr lange im IT-Bereich in München unterwegs, sowohl als Arbeitgeber als auch als Freiberufler.

    Vielleicht ein paar Überlegungen, die dir die Sache nicht ganz so negativ erscheinen lässt. Das ist es eben nicht, Du bist ein bisschen zu kritisch. Wenn Du schreibst, Du warst damals Berufseinsteiger und hast die Erfahrung nicht gehabt, dann ist das ganz normal. Wer hat die denn direkt nach der Uni, wenn man vorher noch keinen vollwertigen Job hatte? Wenn deine jetzige Nochfirma einen guten Namen hat, dann ist das doch prima für den Lebenslauf.

    Jetzt das positive: Du erkennst Sachen, die nicht gut laufen und reagierst entsprechend. Sei dir sicher, dass es 80% Leute gibt, die das entweder einfach schlucken oder mit murren akzeptieren. Mit deinem Wechsel hast Du bewiesen, dass Du schlechte Situationen erkennen kannst und darauf reagieren musst. Die Belohnung ist zukünftig ein wesentlich höheres Gehalt. Herzlichen Glückwunsch dazu. Mein Tipp an dich: Hinterfrage dich etwa alle fünf Jahre, ob die Firma noch passt und suche dir gezielt eine neue Aufgabe, die mehr Geld und einen Sprung weiter nach oben bringt, wenn Du das möchtest. Das kannst Du bis etwa 45 Jahre machen, d.h. dein letzter größerer Jobwechsel sollte in diesem Alter sein.

    Zum Abschiedsgespräch würde ich es ganz anders gestalten. Ich würde keine Vorwürfe bringen, warum sie dich nicht besser bezahlen möchten. Ich würde einfach ganz freundlich sagen, dass Du eine neue Aufgabe gefunden hast, die dich persönlich weiter bringt. Daneben einfach für die gute Zusammenarbeit bedanken. Das wars. Die IT-Branche ist klein, die Leute wechseln dort gerne, und man kennt sich mit der Zeit. Wenn er dich fragt, warum Du wechseln möchtest, sag ihm einfach dass Du hier genug gelernt hast und dich beruflich und persönlich weiter entwickeln möchtest. Vielleicht sieht man sich in der Zukunft (ganz sicher nicht auf der gleichen Gehalts- und Positionsstufe – das behälst Du aber für dich) wieder. Das interessante ist, dass man sich an alte Mitarbeiter gerne erinnert und wenn man einen guten Posten besetzen möchte, ganz gerne auf die zurückgreift, die gut und klar agieren könnten.

    Ich bin heute 51 Jahre und nur noch sporadisch tätig. Dadurch, dass ich viele Leute kenne, bekomme ich immer wieder Angebote aus Ecken, wo ich gar nicht daran denke. Diesen Status erreichst Du nur, wenn Du immer souverän handelst und den Leuten mit berechtigten und unberechtigten Vorwürfen nicht auf den Sack gehst. Bei negativen Dingen beschwert man sich nicht übermäßig, sagt es ein bis zweimal und zieht dann seine Konsequenzen, sprich ändert von sich aus die Situation. Das zeigt Stärke und wenn Du bei deinem Abschiedsgespräch freundlich und souverän auftrittst, hinterlässt Du mehr als wenn Du mit ihm ausdiskutierst, warum er dich finanziell an der kurzen Leine laufen liess.

    Grüße
    Oliver

  46. Neuling

    @ Kiev

    ganz so einfach ist das nicht. Meine ursprüngliche Gehaltsforderung war 48.750€. In einem informellen Gespräch hat mir der Chef allerdings mehr als deutlich klar gemacht, dass ich das Gehalt als Bachelor vergessen kann. Meine Begründung/Argumentation war, dass die gleiche Firma am anderen Standort (Ingolstadt) so viel zahlt. daraufhin kam, dass ich dort halt anfangen kann wenn ich möchte (mit einem arroganten Ton). Das hat mich alles eingeschüchtert. Deswegen hab ich mir die 48750€ aus dem Kopf geschlagen. Die Kollegin hat 56.000 gefordert mit dem Wissen, dass es zu hoch angesetzt ist. Bei anderen Bewerbungen hat sie 52.000€ immer angesetzt. Sie bekommt nun 50.700€. Klar hat sie eine höhere Qualifikation, aber wir leisten die selbe Arbeit und sie wurde nach mir eingestellt. Während ich schon das ein andere Projekt mit 30-35% Rendite zu Ende gebracht habe, hat sie gerade erst angefangen. Deswegen empfinde ich mein Gehalt im Vergleich zu niedrig. Ich gönne ihr das Gehalt und ich bin kein missgünstiger Mensch. Dennoch muss ich schauen, dass ich nicht nach strich und Faden verarscht werde und ich habe das Gefühl, als wurde ich das bei der Firma. Erst versprechen, dass man auf alle Fälle im Jahr 2018 eine Gehaltssteigerung bekommt und dann doch nicht dran halten.

    Ihr Gehalt kenne ich übrigens auch erst seit vorgestern. Davor hatte ich nur ein Gefühl, dass ich zu wenig bezahlt werde. Seit vorgestern habe ich die Bestätigung. Nochmal: ich habe nicht erwartet, dass ich genauso viel verdiene wie sie. Sie hat länger studiert und formell einen höheren Abschluss. Das muss auch belohnt werden. Jedoch empfinde ich einen Unterschied von 13,4%  für die selbe Tätigkeit als unfair. Aber unabhängig von ihrem Gehalt habe ich mich bereits vorher unterbezahlt gefühlt, ohne ihr Gehalt zu kennen. Meiner Meinung nach ist auch ihr Gehalt zu niedrig.

     

    Wie gesagt, ich werde hoffentlich aus der Situation lernen. Ich finde es nur schade, dass man in so einem Fall als Arbeitnehmer dazu gezwungen ist zu wechseln. Es wird mir in dem Fall nicht mal die Möglichkeit gegeben mein Gehalt entsprechend zu erhöhen und dieses einstiegsgehalt zu korrigieren. Dann müssen sie damit aber auch rechnen, dass ich bei der nächstbesten Gelegenheit weg bin.

    Anderer Kollege hat sich auch beschwert, dass er dieses Jahr keine Gehaltserhöhung bekommen wird und bereits eine klare Ansagen Richtung Abteilungsleiter gemacht, dass es unwahrscheinlich ist, dass er bis Ende des Jahres noch Mitarbeiter ist, sofern er dieses Jahr keine Erhöhung bekommt. Er wird auch wechseln. Ein weiterer Kollege meinte, dass er seit 4 Jahren bei etwa dem gleichen Gehalt festhängt. Da stimmt also insgesamt so einiges nicht. Nur die Arbeit selbst hat Spaß gemacht, das werde ich etwas vermissen. Schade eigentlich.

     

    @Ex-Studentin

    vom Gehalt der Kollegin werde ich nichts erzählen. Nur dass ich unzufrieden bin. Ich hoffe dass ich in spätestens 3 Jahren bei 60k ankomme. Von 55k auf 60k ist das nicht mehr so ein riesen Sprung. Bei manchen Firmen steigt man hier bei uns sogar mit 67k ein und hat nach 2 Jahren 81k..

     

     

    Alles in allem sind das natürlich Luxusprobleme. Und die Zeit in der aktuellen Firma macht nur einen winzigen Anteil an meinem Berufsleben aus. Ob man jetzt am Anfang 44k oder 48k bekommt… bin dennoch froh über den Wechsel und ich erachte ihn als richtige Entscheidung. Plan B wenn es mir in der Firma nicht gefällt: Master machen 🙂

  47. Mattoc

    @June

    Ihr hattet hier mal über das Thema „Vermietung einer ETW an Familienangehörige in Verbindung mit Miethöhe und Finanzamt“diskutiert.

    Ich habe dazu mal eine „wahrscheinlich naive“ Frage: 😉

    Wenn ich Besitzer der ETW bin (ohne fremden Vormieter, Wohnung steht leer), und meine volljährige Tochter zieht in die ETW alleine ein, muss ich dann unbedingt einen Mietvertrag machen? Muss meine Tochter mir Miete zahlen? Ist die Höhe der Miete unter Bezugnahme auf den Mietspiegel festzulegen?

    Meine Annahme war bisher, dass ich einfach selbst entscheiden, kann, dass meine Tochter dort wohnt, und ob wir einen Mietvertrag haben, oder nicht, spielt doch keine Rolle, hoffe ich. Ich kann das doch einfach mit ihr zusammen festgelegen, oder? Oder ging die damalige Diskussion eher in die Richtung, dass ich bei einer Vermietung an Familienangehörige eher steuerlich günstige Regelungen finden könnte, die das Finanzamt hinterfragt? Oder ging es in die Richtung, dass ich als Vermieter ggf. Nachteile habe, wenn meine Tochter und ich uns nicht mehr verstehen sollten und dann kein Mietvertrag besteht? Ich weiß es nicht.

    Ich mache ja auch keinen Mietvertrag mit meinen volljährigen Kindern, wenn diese bei mir in meinem Haus wohnen…ich würde nur gerne verstehen, was du damals gemeint hast. 😉

    Danke!

  48. Der Kurpfälzer

    Nach langem mitlesen melde ich mich hier auch mal zu Wort.

    Ich persönlich finde es ein Unding, dass in Deutschland nicht über Gehälter gesprochen wird. Als wäre es eine ansteckende Krankheit…

    Die wichtigste Erfahrung, die ich in meinem Berufsleben gemacht habe (Ich bin 37 und habe schon ein paar Arbeitgeber in meiner Vita stehen): Wirkliche Gehaltssprünge macht man nur mit einem Jobwechsel, bei mir waren es meist zwischen 10 und 25%.

    Gerade in tarifgebundenen Firmen ist es oft schwer, eine Gehaltserhöhung „außer der Reihe“ zu bekommen (die Ausreden dann:“Budgetprobleme“, „dann müssten die anderen ja auch mehr verdienen“ usw.).

    Den Hammer erlebte ich allerdings in einem Tochterunternehmen eines Weltkonzerns. Hier gab es tatsächlich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

    Mitarbeiter, die vor 20xx eingestellt wurden, wurden nach Chemie-Tarif bezahlt. Alle, die danach eingestellt wurden, bekamen nur das Gehalt nach Glas-Tarif. Unterschied: ca. 35-40 Prozent. Der Witz an der Geschichte: Das hat kaum jemand gewusst, ich habe das auch nur herausgefunden, weil ich in den Untiefen des Firmen-Intranet eine alte Chemie-Lohntabelle gefunden habe ;). Die alten Kollegen haben natürlich Traumgehälter kassiert, während wir neuen für die selbe Arbeit wesentlich weniger bekamen. Nach meiner Kündigung habe ich das zur Sprache gebracht und meine Kollegen aufgeklärt.

    Aus Angst vor einem Aufstand wurden dann die Gehälter aller Kollegen wenigstens um 200-300 Euro angehoben. Für mich immer noch zu wenig, ich bin zu einem IG-Metall Unternehmen gewechselt und bekam dort 25 % mehr.

    Man sollte sich also immer Umschauen, was andere verdienen und vielleicht auch ab und zu einfach mal eine Probebewerbung rausschicken, um den Marktwert einschätzen zu können.

    Grüße

    Der Kurpfälzer

     

     

  49. June

    @Mattoc,

    melde mich später dazu. Muss jetzt das DHLPakett aus der Tiefgarage hochholen, das wird lustig und dann zur Bank und Einkaufen.

    Take care,

    June

  50. Kiev

    @ Mattoc

    Wenn in Deinem Haus ein neuer Boden in einem Zimmer verlegt werden muss (Abnutzung), dann ist das Dein privates Vergnügen. Bei einer Vermietung darf es abgesetzt werden. Du kannst auch Verluste mit Vermietung erzielen. Falls Du ein Einkommen hast wird es (bei Verlust durch Vermietung) entsprechend reduziert.

    So einfach geht es mit Angehörigen dann aber auch nicht. Man muss daher mindestens eine Miete unter 66% vom Mietspiegel verlangen. Gegen die Mieteinnahmen kannst Du hauptsächlich Afa und die Zinsen rechnen. Und natürlich nicht umlagefähige Kosten, Reparaturen usw. So kannst Du Reparaturen absetzen. Du kannst sie nach dem Studium ja auch weiterhin vermieten. Außer an der Miethöhe ändert sich ja dann nicht viel.

    June hat das meine ich konkret durchgeführt. Hat die Wohnung denn noch Zimmer für eine WG? Hier wäre es vielleicht auch interessant, ob man die in Form einer WG vermietet und wer? Untervermietung kann man ja als Vermieter erlauben. Ob das in Zusammenhang mit Angehörigen zu Problemen führt kann ich nicht sagen.

     

    @ Neuling

    Dann war der Anfang auch nicht ganz in Ordnung. Mir wurde damals auch mehr Versprochen als es dann gab. Dein Chef hat vermutlich ein sehr enges Budget. Du hilfst durch Deinen Wechsel Deinen Kollegen am meisten. Erst wenn die Firma durch mehrere Wechsel Wissen verliert, dass sie teuer wieder aufbauen muss, werden sie vielleicht ein paar Änderungen durchführen. Gehaltsunterschiede können oft hoch sein. Bei uns gibt es für ähnliche Positionen bestimmt mehr als 10% Gehaltsunterschied. Du hast mit dem neuen Arbeitgeber einen guten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Jetzt musst Du nur abwägen, ob es sich lohnt durch Vorleistung mehr Engagement bei der Arbeit zu bringen oder die Nebentätigkeit auszubauen. Am Anfang würde ich mich etwas mehr um einen guten Start in der neuen Firma bemühen. Das musst Du abwägen. 60k bedeutet nicht das Ende der Möglichkeiten. Und Du musst auch nicht immer wechseln um wesentlich mehr Gehalt zu bekommen. In Deiner alten Firma war dies aber scheinbar notwendig. Ich habe einmal eine Gehaltserhöhung mit mehr als 10% erhalten. Ohne die Firma zu wechseln. Als Einsteiger von der Uni mit Übernahme von Verantwortung sollte so etwas möglich sein.

  51. Mattoc

    Hallo Kiev, danke für deine Antwort. Ich habe keine ETW, ich habe die Frage aus allgemeinem Interesse an dieser familiären Vermietungskonstellation gestellt.

  52. June

    Hallo zusammen,

    jetzt habe ich ein wenig Zeit und dabei habe ich Urlaub und bin trotzdem voll beschäftigt. Paket steht auf dem Balkon, wir haben heute Abend Bastelspaß für Fortgeschrittene.

    @Mattoc,

    Vorab ich bin keine Steuerberaterin, dass ist also nur meine rein private Erkenntnis aus der Vermietung.

    Es kommt darauf an was du bezweckst und ob eine Wohnung in deinem Eigentum bereits vermietet war und ob du AfA und Aufwendungen gegen die Vermietung rechnen willst.

    Ein Freund hat bei der Nutzung einer kleinen Wohnung durch seine Mutter, die er extra für diesen Zweck gekauft hatte, wegen ihrer kleinen Rente auf Mieteinnahmen verzichtet. Aber auch alle Aufwendungen privat bezahlt und bei der Steuererklärung keine AfA berücksichtigt.

    Wie Kiev aber bereits bemerkt hat,  gestaltet sich die Vermietung an meine Tochter anders, ich wollte Einnahmen aus Vermietungen und Verpachtungen haben, da es sich um eine WG handelt und die anderen Zimmer an Dritte vermietet sind. Deshalb habe ich den Mietspiegel befragt und darauf geachtet das ich deutlich mehr als 66% der durchschnittlichen Miete als Mietpreis für sie festgelegt habe. Nur so habe ich alle Aufwendungen und die gesamte AfA angerechnet bekommen. Ich versteuere die Mieteinnahmen und kann aber alle Aufwendungen abziehen.

    Hätte ich z.B. nur 50% der empfohlenen Miete des Mietspiegels von meiner Tochter verlangt, hätte ich die Mieteinnahmen trotzdem versteuern müssen hätte aber die Aufwendungen wie Zinsen und Reparaturen die auf ihr Zimmer entfallen nicht von den Einnahmen abziehen können und hätte keinen AfA Abzug vornehmen können.

    Schlussendlich zahlt sie eine wenig mehr als wenn ich da an dieser Stelle großzügig gewesen wäre. Ich habe die Steuervorteile. Und sie hat den Vorteil einer an anderer Stelle großzügigen Mama. Win-win Situation auf beiden Seiten.

    Take care,

    June

  53. Voyager

    @June

    Kleine Korrektur: hättest Du einen Prozentsatz unterhalb der geforderten 66 % gewählt, dann wären die Kosten nur anteilig abzugsfähig, oberhalb von 66 % jedoch vollständig.

  54. Kiev

    @ Mattoc

    Bei einer WG kannst Du ja auch (Teil)möbliert vermieten. Küche, Waschmaschine usw. kann alles abgesetzt werden. So hat Deine Tochter keine/ kaum privaten Wohnausgaben. Außer eine höhere Miete mit den anderen Mitbewohnern. Du musst immer prüfen, ob sich die Ausgaben auch rentieren. Also vor allem bei den anderen Parteien. Wenn Du für eine Waschmaschine nicht entsprechend Miete für das Zimmer erhälst kaufst Du am besten keine. Mietpreisgrenzen usw. betreffen Dich bei dem teilmöbliertem Modell vermutlich nicht.

    Falls Deine Tochter in einer anderen Stadt studieren möchte ist es aber schwierig. Du kannst nicht so einfach aus der Ferne die WG betreuen. Verwaltung usw. gehen auf die Rendite. Was zu Hause kein Problem ist, kann in der Ferne unangenehm werden.

    Ich habe eine 90qm Dachwohnung gesehen, die als WG mit 5 Personen betrieben wird. Dabei gibt es drei Mini Bäder und drei Mini/ Kleine Küchen. Das ist an Effektivität kaum zu überbieten. Effektivität wird immer durch eine hohe Rendite belohnt.

    @ June

    Müssen alle Bewohner bei dem Angehörigenmodell grob die gleiche Miete bezahlen? Oder kann bei einer WG Deine Tochter als Beispiel 200€ kalt zahlen und die beiden anderen Bewohner 350€? 700€ wäre z.b. marktüblich. In WG sind so 1050€ theoretisch möglich. 66% von 700 und das durch drei Personen entspricht ja knappen 160€ pro Zimmer. Vielleicht bekommt man dafür aber schon Ärger?

  55. June

    @Voyager,

    danke für die Korrektur, ich habe mich zu ungenau ausgedrückt. Mir ist bekannt, dass ich sonst nur eine anteilige Anrechnung bekommen hätte.

    @Kiev,

    die Zimmer sind alle möbiliert, es gibt eine Küche mit Spülmaschine und Waschmaschine. Nur meine Tochter zahlt weniger, einen Vorteil muss sie ja haben. Ich habe nicht die ganze Wohnung vermietet, sonder für jedes Zimmer einen separaten Mietvertrag. Immer mit den Eltern. Ihre Mitbewohner zahlen marktübliche Preise. Die Nachfrage bei einer Wiedervermietung war bisher jedesmal sehr groß! Obwohl ich wegen der möbelierten Vermietung deutlich über dem Mietspiegel liege, logischerweise auch liegen muss. Im Februar, mitten im Semester, hatten wir über 100 Anfragen in 24 Stunden. Die Rendite ist gut. Leider noch nicht prickelnd. Aber das sind die Herausvorderungen der Uni-Städte. Dafür ist der Wiederverkaufspreis seit der Anschaffung gigantisch gestiegen. Vermietet man die Zimmer einzel und möbliert, sind Mieten ab 300 € und mehr , je nach Größe pro Zimmer, leicht  möglich. Ich hatte die Tage eine längeres Gespräch mit einem anderen WG Vermieter gleiche Stadt, gleiches Wohngebiet. Demnach kann ich bei einer Wiedervermietung sogar noch nach oben anpassen.

    Die WG bedeutet mehr Aufwand, gerade auch weil sie in einer anderen Stadt ist. Aber auf der anderen Seite hat man 3-4 motivierte junge Menschen zur Hand, die bereitwillig mal einen Handwerker reinlassen und ihn sogar noch beaufsichtigen.  Kleinere Dinge erledigt Mr. Juni, wenn wir zu Besuch sind.

    Take care,

    June

  56. Mattoc

    @June

    Vielen Dank. Die Lösung, die dein Freund für seine Mutter gefunden hat, hat mich interessiert. Und wenn das so möglich ist, ist das eine gute Information für mich. So hatte ich es aber auch erwartet.

  57. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ June

    Ich fand die TV-Produzentin kultig, weil sie über das Geld nachdenkt. Sie gibt oft zu, dass es reine Verschwendung ist. Klar hätte sie mehr im Depot haben können. Ich denke, sie macht Fortschritte.

  58. June

    @Tim,

    Über Geld nachdenken, ist doch der 1. Weg zu Besserung.

    Und wie gesagt gerade in künstlerischen Berufen, ist der Weg zu einem guten Einkommen oft lang. Man muss sich oft erst durch Praktika und schlecht bezahlte befristete Jobs einen Namen machen. Das muss man bei der Frau beim Vermögen berücksichtigen und beim Alter und dem Einkommen Abstriche machen.

    @alle

    Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr nach der Formel schon genügen Vermögen in Relation zu eurem Alter und dem Einkommen?

    Formel aus dem Buch Millonairs next door:

    Alter x letztes Bruttojahreseinkommen : 10 = Nettovermögen abzgl. Erbschaften

    Take care,

    June

     

  59. Kiev

    @ June

    Ich bin aktuell noch starker underperformer. Aber, ich benötige ja nur ein Wachstum von 8k im Jahr. Die Zeit läuft für mich. In 10 Jahren werde ich den Wert erfüllen. Zur Not arbeite ich eben etwas weniger 😉

    Ist das Selbstbetrug?

  60. Neuling

    @all

    Vielen Dank an euch an eure Tipps, insbesondere an @Oliver. Das klingt in der Tat besser: zu versuchen sich im guten zu verabschieden. Ich glaube aus deiner Lebenserfahrung kann ich lernen.

    @Alex

    Der Kollegin vertraue ich. Wir sind mittlerweile fast schon Freunde geworden. Sie hat mich vor ein paar Monaten nach meinem Gehalt gefragt. Ich hab mein Gehalt nicht verraten. Jetzt als ich ein neues Jobangebot hatte und ich mehr vertrauen zu ihr gefasst habe, war es mir dann egal. Sie darf es ruhig wissen. Sowohl das alte als auch das neue Gehalt.

    @June

    die Formel erreiche ich auf keinen Fall. Aber als Berufsanfänger (im 2. Jahr) ist sie auch nicht wirklich aussagekräftig. Sonst müsste ich jetzt schon über 100.000€ zusammen haben. Ich hab etwa 1/4 davon.

    Mit dem höheren Gehalt wird das noch länger dauern, bis ich das Geld aus der Formel zusammen habe, da ich dann schon 132.000€ haben müsste. Ich denke genug Vermögen nach der Vermögensformel werde ich erst in 10 Jahren erreichen können. (Alter wächst ja auch ständig mit, Gehalt hoffentlich auch).

  61. Ex-Studentin

    @June

    Ich halte von der Formel nicht viel. Weder davon, sich aufs letzte Jahresbrutto zu beziehen noch das Lebensalter zu nehmen. Mit 1 verdient vermutlich kaum einer viel Geld.

    Stattdessen würde ich eher den Durchschnittsverdienst heranziehen und z. B. die Berechnung erst im Alter von 18 Jahren starten (ab da ist man etwa mit der Ausbildung fertig) und dafür dann aber 20% statt 10% annehmen. Irgendwie sowas. Bzw. in absoluten Zahlen habe ich 1.000€ pro Monat im Kopf, die ich kinderlos jeden Monat sparen / investieren möchte.

  62. Mr. B

    „Alter x letztes Bruttojahreseinkommen : 10 = Nettovermögen abzgl. Erbschaften“

    Meine Nettovermögen liegt einiges drüber. Mein Bruttolohn ist aber auch nicht mehr so hoch.

    Wünsche morgen allen ein schönen Feiertag.

    Mr. B

     

  63. June

    @Ex-Studentin,

    durch deinen Einwand und den von Neuling habe ich nochmal darüber nachgedacht und  glaube die Formel ist erst ab einem mittleren Alter anwendbar und frühstens nach 10 Berufsjahren. Und da sie aus Amerika kommt Wir sollten vielleicht auch unsere Rentenansprüche einrechnen. Durch die speziellen Rentenanlagen in Aktien dort, wird die Formel in Europa verzerrt.

    @Kiev,

    du hast bestimmt dein Haus vergessen. Der Teil der schon dir und nicht der Bank gehört musst du dazurechnen.

    Wenn ich jetzt nach der Formel rechne kommt ich circa hin. Noch ist es zu wenig. Das ich das schaffe liegt aber nur an den letzten 5 Jahren, davor hätte ich fürchterlich unterperformt.

    Take care,

    June

  64. Mike

    Die Formel ist komisch, oder ich verstehe sie nicht.

    Rechnen wir zurück, nach dieser Formel sollte jemand, der mit 65 Jahren Millionär wird, ein Bruttojahreseinkommen von 153’000 haben. Der müsste aber ziemlich verschwenderisch gelebt haben, wenn man Zinseszins einrechnet.

    Eine Formel wo das Alter berücksichtigt dürfte eigentlich auch nicht linear sein, da der Zinseszins nicht linear ist. Und jemand der studiert und gut verdient hat trotzdem zu Beginn kein Vermögen, von daher halte ich davon auch recht wenig.

    Solche Formeln dienen primär dem Vergleichstrieb des Menschen, ich finde man sollte sich davon lösen. Man sollte sich überlegen, welche Bedürfnisse man wirklich hat, nicht um andere zu beeindrucken sondern für sich und sein Umfeld, und darauf basierend, inkl. Lohn, Lebensalter und Risikofähigkeit seine Ziele setzen.

  65. Kiev

    @ June

    Ich habe nichts vergessen. Die Kaufnebenkosten verbrennen auch einen großen Teil. Sonst hätte ich ja auch nicht die weiteren Einnahmen. Ich bin aber noch U40 und arbeite auch erst eine Dekade in Vollzeit. Das Gehalt habe ich somit auch noch nicht so lange. Mit dem Diplom bin ich auch erst spät in die Berufswelt eingestiegen. Mir fehlen noch ein paar Jahre, dass man die Formel anwenden kann. Rentenansprüche habe ich nicht beachtet. Die Formel ist ja auch nur ein Indiz ob man ein Spender oder Safer ist. Weiß den genauen Ausdruck nicht mehr.

    Ich finde die verschiedenen Formeln gant nett. Ich führe auch bei MadFientist den FiRe Kalkulator. Da brauche ich aktuell noch 2 Jahre und 1 Monat zum Erreichten der Freiheit. Bin gespannt wann die letzte Formel sagt dass es reicht 😉 meine eigene liegt vermutlich noch ein gutes Stück drüber.

    Ich habe aktuell noch eine ETW und ein interessantes MFH zu besichtigen. Vielleicht bekomme Ich ja doch noch einen Turbo. Ich habe ein Investment alla Cashflow Quadrant vor. Ich verwende ausschließlich Fremdkapital und schichte Überschüsse in teurere ältere Kredite um. Das neue Investment würde Rendite gleich an mehreren Stellen bringen. Ich muss nur das Risiko abwiegen. Ich hätte langfristig gerne 1000€ Ertrag aus dem Aktienmarkt. Ob ich dass dann noch schaffe? Die Erträge wären mir aus Dividenden am liebsten.

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