Michael, 35, hat sich ein Haus gekauft. Er tilgt emsig die Hypothek. Die Schuldenfreiheit ist sein Ziel. Das Aktiendepot möchte er später ausbauen


New York, 22. Juni 2017

Viele Wege führen nach Rom. Leser Michael möchte zunächst seine Hypothek und weitere Schulden tilgen, bevor er das Aktiendepot ausbaut.

Michael schrieb einen ausführlichen Leserbrief. Er ist sehr motiviert, seine Hypothek schleunigst zu tilgen. Das Aktiendepot möchte er in einem zweiten Schritt ausbauen – aber erst möchte er die Schuldenfreiheit erreichen.

Was ich noch meinerseits sagen wollte: Die finanzielle Freiheit heißt nicht, dass Du jeden Tag im Bett liegen bleibst und vor lauter Faulheit das Haus nicht mehr verlässt. Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Du kannst mit der Familie die Welt umsegeln. In die Berge gehen wandern. Reisen. Lernen. Malen. Nebenjobs machen. Hobbys nachgehen. Marathons rund um den Globus bewältigen. Jeden Tag in die Bücherei gehen. Einer Stiftung beitreten. Freiwillig unterrichten. Im Tierheim helfen. Mit Freunden auf einem günstigen Golfplatz sein. Partys schmeißen. Hobbygärtner werden. Tennis spielen. Wildhüter werden. Mit dem Wohnmobil samt Familie und Kids nach Südamerika oder Neuseeland… was auch immer Dir vorschwebt.

Oder Du lebst so wie bisher (nur ohne Job), machst nur viel mehr Sport und hast mehr Zeit für Familie und Freunde.

Es geht halt nicht mehr darum, von 8 Uhr bis 17 Uhr Maloche machen zu müssen. Diese Familie hier managt zum Beispiel in Mexiko für ein paar Monate im Jahr Ferienwohnungen. In der freien Zeit reisen sie.

Was mir bei Michael positiv aufgefallen ist, er hat detailliert geplant. Das finde ich super. Super ist auch, dass er die Schulden schnell tilgen möchte. Allerdings hat er sein Vermögen kaum diversifiziert. Es steckt ein Großteil im Eigenheim. Ich würde breiter streuen.

Psychologisch gibt das Eigenheim ihm und seiner Familie sicherlich Stabilität. Sind die Schulden getilgt, braucht er sich nicht mehr um die Zinsen Sorgen zu machen. Wenn alle ruhiger Nachts schlafen können, ist das sehr wertvoll. Ich wünsche ihm jedenfalls alles erdenklich Gute auf seinem Weg! Er wird seine Ziele verwirklichen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Respekt für seine Offenheit und Zielstrebigkeit.

Hallo Tim,

nachdem ich voller Begeisterung die Uservorstellungen lese, möchte ich mich auch anschließen. Da ich anonym bleiben möchte, gibt es leider kein Foto von mir.

Da – zumindest gefühlt – die meisten Leser entweder gutverdienende Singles oder gutverdienende DINK-Paare sind, oft mit sechsstelligen Gehältern und ebenso hohen Depots, hier mal zur Abwechslung eine etwas „einfachere“ Lebenssituation.

Persönliches
Ich bin 35, verheiratet, zwei Kinder im (vor)pubertären Teenageralter, wohnhaft in einer Kleinstadt im nördlichen Bayern/Franken. Nach der mittleren Reife Ende der 90er habe ich eine klassische Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert. Nach der Bundeswehrzeit reifte dann die Entscheidung, doch noch zu studieren, was ich 2004 mit Erwerb der Hochschulreife auch tat. Während des Studiums heiratete ich meine Frau. Bald kamen unsere Kinder (beide während des Studiums). Diese Jahre waren finanziell nicht immer leicht. Gedanken über meine mtl. Sparquote haben ich mir damals eher selten gemacht, meist war ich zufrieden, wenn das Minus am Monatsende nicht zu hoch war. Seit Beendigung des Studiums (Informatik) 2008 arbeite ich in einem mittelständischen Unternehmen.

Finanzielle Entwicklung (planlos)
Durch meine Bankausbildung hatte ich eigentlich von Anfang an Kontakt mit den Themen Börse, Wertpapiere, Geldanlage und Versicherungen. Meine ersten Gehversuche am Börsenparkett fanden dann natürlich gerade zur Hochzeit des damaligen Neuen Marktes statt, wo ich einige für meine damaligen Verhältnisse schöne Gewinne, aber am Ende beim Crash wieder Verluste gemacht habe.

Ich hab zwar die späteren Jahre immer wieder in Aktien investiert, musste aber aufgrund meines „unsteten“ Lebenswandels (Ausbildung, Bundeswehr, Studium, Kinder…) immer wieder meine Bestände verkaufen. Bis zur Beendigung meines Studiums konnte ich finanziell keine großen Fortschritte machen. Zum Ende meines Studiums habe ich mich dann wieder intensiver mit dem Thema Börse beschäftigt, groß in Mode waren damals Zertifikate und CFDs. Leider bin ich dann mit meinen Investitionen direkt in den Crash geraten und musste wieder etwas Lehrgeld zahlen. „Verdienen Sie, egal ob die Märkte steigen oder fallen“ gilt halt auch nur, wenn man auf der richtigen Seite steht. Eigentlich wär Börse ja so einfach…

Immobilie
Nach meinem kurzen, wenig erfolgreichen Ausflug an die Börse entschlossen meine Frau und ich dann – weiterhin am Höhepunkt der Finanzkrise 2009 – ein Haus zu bauen. Anfangs war mir zwar etwas mulmig zu Mute, da ich erst relativ kurz in meinem Job tätig war und noch nicht soviel Eigenkapitel aufbauen konnte. Aber es hat sich dann alles sehr schnell ergeben, so dass eigentlich alles fast von alleine lief (Grundstückssuche, Baufirma, Finanzierung). Wir sind Mitte 2010 in unser neues Heim gezogen.

Im Nachhinein war es eine sehr gute Entscheidung, da wir einen idealen Zeitpunkt erwischt hatten. Grundstück und Baukosten waren im Vergleich zu heute fast lächerlich gering, die Baufirmen standen mehr oder weniger bei uns Schlange und kämpften um den Auftrag. Wenn ich heute mit Bekannten oder Kollegen spreche, die aktuell bauen (oder es zumindest versuchen), ist die Situation komplett andersrum – die Bauträger geben Ihre Bedingungen vor und man muss fast froh sein, wenn man in die Warteliste aufgenommen wird.

Da an so einem neuen Haus immer wieder die ein oder andere Anpassung vorgenommen wird oder auch die alten Möbel, die wir beim Einzug fast vollständig mitgenommen haben und teilweise schon 10 Jahre und drei Umzüge hinter sich hatten, nach und nach erneuert haben, haben sich unsere Rücklagen, trotz durchaus ordentlicher Sparquote, nicht soweit nach oben entwickelt, wie ich es oft geplant habe. Und bei den Kindern fallen mit zunehmenden Alter immer höhere Ausgaben an.

Ein Plan muss her
Vor ca. 1,5 Jahren habe ich (wieder) begonnen, mich strukturierter mit dem Thema Finanzen zu befassen. Wie oben schon erwähnt, haben wir zwar die letzten Jahre immer ordentlich gespart, hab das Geld aber auf dem schlecht verzinsten Tagesgeld gelassen (teilweise bis zu 40.000 Euro) – zumindest ein Wechsel zu einem besseren Anbieter hätte hier schon einige Hundert Euro im Jahr mehr gebracht.

Für die Kinder habe ich weiterhin einen MSCI World ETF mtl. bespart, das grundsätzliche Marktgeschehen habe ich nur sehr am Rande betrachtet. Ausschlaggebend waren letztendlich die in ca. 2,5 Jahren anstehende Verlängerung unserer Immobilienfinanzierung. Bei diversen Recherchen in Foren und Blogs bin ich dann immer wieder auf den Begriff der finanziellen Freiheit gestoßen. Am spannendsten fand ich hierbei das Konzept des passiven, regelmäßigen Einkommens.

Im Nachhinein betrachtet eigentlich alles relativ selbsterklärend und einleuchtend, aber in meiner ganzen bisherigen „Anlegerkarriere“ hatte ich das irgendwie nie so auf dem Schirm, auch in meiner Bankzeit war das so nie ein Thema, Geld hat man einmalig und/oder regelmäßig angelegt, am besten in Bausparverträge, aktive Fonds oder Lebensversicherungen (ist für die Bank und den Verkäufer ja am lukrativsten), ein regelmäßiger, sofortiger Cashflow war hier nie vorgesehen.

So habe ich im letzten Jahr meinen finanziellen Zukunftsplan entworfen, viele Exceltabellen erstellt, angepasst, veworfen, neu aufgebaut, viele Stunden vorm PC und Handy verbracht und die zahlreichen Blogs durchwühlt, die klassichen Bücher wie „Rich Dad Poor Dad„, „Der reichste Mann von Babylon„, „Gerd Kommer“ usw. gelesen.

Rausgekommen sind dabei grundlegende „finanzielle Lebensziele“ (hört sich jetzt fast schon philosophisch an), die ich hier auch detaillierter aufschreiben möchte:

  • Finanzielle Freiheit im klassischen Sinn, d.h. nicht mehr zu arbeiten und alleine vom passiven Einnahmen zu leben, ist für mich KEIN erstrebenswertes Ziel
  • Mir macht meine Arbeit großen Spaß, trotz zum Teil großer zeitlicher und auch psychischer Belastung kann ich mir nicht vorstellen, die meiste Zeit „nichts“ zu machen. Mir würde unglaublich langweilig werden und ich wäre sehr unausgeglichen (ich bin jemand, der immer eine Beschäftigung oder eine Aufgabe braucht, eine Woche Strandurlaub und den ganzen Tag nur Rumliegen ist nichts für mich, war es auch noch nie)
  • (teilweise) finanzielle Unabhängigkeit im Sinne „ich könnte im Job auch kürzer treten, wenn ich mal nicht mehr so kann oder will“ ist eher mein Ziel, z.B. irgendwann nur noch 4 Tage in der Woche zu arbeiten (um dann auf 40 anstelle 50 bis 60 Stunden die Woche zu kommen)

Da ich grundsätzlich gern strukturiert vorgehe, habe ich folgende Ziele für meinen 50. Geburtstag festgelegt (noch ca. 15 Jahre Zeit):

  • mtl. Einnahmen 1.000 Euro vor Steuern (Depotvolumen ca. 200k Euro bei 6% pa)
  • Rücklagen frei verfügbar ca. 20 – 30k Euro
  • Immobilie schuldenfrei
  • Evtl. eine vermietete Immobilie
  • „Notfallversicherung“ in Form von physischen Gold und Silber (ca. 10 Unzen Gold, 100 Unzen Silber)

Diese ganzen Werte sind nicht in Stein gemeißelt und sind flexibel änderbar. Da über einen so langen Zeitraum so viele Parameter mitspielen können, an die man derzeit einfach nicht denkt. Auch werden wir unser Leben nicht stur auf diese Ziele ausrichten und alles unterordnen – was hilft es mir, wenn ich mit 50 zwar ein Depot von 250k Euro habe, aber unheilbar an Krebs erkrankt bin und wenige Monate später sterbe und mich die letzten Jahre nur von Wasser und Brot ernährt habe (da würden meine Frau und die Kinder aber eh nicht mitspielen…)

Kassensturz
Vor ein paar Monaten habe ich das erste Mal unser Nettovermögen im Gesamtkontext berechnet:

Tages-/Festgelder 20k Euro
Depot 11k Euro
Riester (Banksparpläne) 8,5k Euro
p2p Kredite 1,3k Euro
Haus 250k Euro
Darlehen -170k Euro
Ergibt ein Nettovermögen von ca. 120k Euro

Ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Positionen:

Tages-/Festgelder
werden weiterhin bespart, 20k Euro davon sind bereits reserviert für eine großere Sondertilgung der Darlehen in 2,5 Jahren für die nächste Finanzierungsrunde, weitere Umschichtung ins Depot ist derzeit nicht geplant.

Depot
momentan noch etwas unstrukturiert, ich arbeite aber daran. Fokus liegt klar auf Dividendentitel mit einer kleinen Beimischung von Wachstumswerten. Weitere Zukäufe sind vorerst nicht geplant, möchte erstmal die jährlichen Sondertilgungen unserer Darlehen ausnutzen und dann die 20k Euro Sondertilgung beim Finanzierungswechsel

Riester Banksparpläne
werden so nicht mehr angeboten. Habe ich die letzten Jahre kaum bespart, die letzten zwei Jahre aber immer den Betrag für die maximale Förderung eingezahlt. Trotz aller berechtigten Kritik an Riester-Verträgen (v.a. in Form von Lebensversicherungen) bin ich mit diesen beiden Verträgen durchaus zufrieden: die staatliche Förderung für uns sowie die Kinder bringt bei einer Einzahlung von ca. 1.5000 Euro im Jahr Zulagen von 678 Euro. Ein Vertrag hat sogar noch eine Verzinsung von über einem Prozent (abgeschlossen für ca. 12 Jahren), der zweite dümpelt mit 0,01% rum. Ich seh beide als sichere, stabile Anlage im Gesamtportfolio

p2p Kredite
auf verschiedene Plattformen verteilt, einfach zum testen und ausprobieren

Darlehen
die jährlichen Sondertilgungsmöglichkeiten nehmen wir seit einigen Jahren vor, wenn es irgendwie geht und möchte das weiterhin so machen. Zinssatz der ganzen Darlehen liegt derzeit gesamt bei ca. 4%. Das wird sich mit dem Auslaufen der Verträge nochmal deutlich reduzieren auf dann ca. 1,8% (aktuelle Zinsniveau ist zwar noch niedriger, ich wollte hier aber Planungssicherheit und hab bereits ein Forwarddarlehen mit entsprechendem Aufschlag vereinbart)

Haus
den Wert unseres Hauses habe ich sehr konservativ eingeschätzt (damaliger Grundstückspreis und Baukosten, ohne Nebengebäude/Garagen, Außenanlagen und Erneuerungen der letzten Jahre). Auch Wertsteigerungen habe ich nicht berücksichtigt. In den Internetportalen werden ähnliche Häuser in unserer Gegend im Schnitt für 320 – 370k Euro angeboten.

Haushaltsbuch
Ein Haushaltsbuch für alle Einzelausgaben des täglichen Lebens führe ich zwar nicht, ich hab trotzdem unsere Einnahmen und Ausgaben recht gut im Blick, da wir nahezu alle Einkäufe wie Lebensmittel usw. bar bezahlen. Aktuell verfügen wir über ein mtl. Nettoeinkommen (Job, Nebenjob Ehefrau, Kindergeld) von ca. 3.600 Euro. Hinzu kommen 200 – 400 Eur/Monat umgelegt von jährlichen Sonderzahlungen/Prämien.
1.500 Euro fallen lt meiner Excel-Liste für Lebenshaltung und sonstige regelmäßigen Kosten an (incl. Strom, Benzin, Versicherungen, Abos, Handys usw.). Vorsorglich rechne ich hier immer einen Puffer von 200 Euro mit dazu.
Für die Immofinanzierung fallen derzeit mtl. knapp 800 Euro an.
Verbleiben ca. 1.100 Euro / Monat, das wäre auch unsere angepeilte Sparrate (die wir aber leider nicht immer schaffen), also ca. 30%.
Realistische Sparrate im Jahr sind etwa 10k Euro. Davon gehen derzeit noch 5k Euro für Sondertilgungen weg, der Rest fließt aufs Tagesgeld.
Alle Verträge wie Strom, Versicherungen, Handy usw. sind bei mir unter stetiger Kontrolle und werden regelmäßig gekündigt und erneuert/angepasst.

Etappenziele
Viele Gedanken habe ich mir gemacht, wie ich die nächsten Jahre sinnvoll angehen soll: schnelle Tilgung der Darlehen mit möglichst hohen Tilgungsraten und Sondertilgungen oder geringe mtl. Belastung und verstärkter Depotaufbau? Hier war ich wirklich oft hin und hergerissen, bin dann aber der Meinung des Finanzwesirs gefolgt, dass die Sicherung des Status Quo und Schuldenfreiheit oberste Priorität hat.

Die mtl. Belastung von ca. 800 Euro werde ich beibehalten bzw. erhöhen. Durch die stetigen Sondertilgungen, der großen Sondertilgung von 20k Euro und den niedrigeren Zinssätzen ab 2020 wird sich der mtl. Tilgungsanteil von derzeit etwa 43% auf über 70% erhöhen. Die Restschuld liegt dann laut meinem Excel-Tilgungsplan Anfang 2021 bei 100k Euro und fällt dann rapide auf ca. 50k Euro Mitte 2024, Ende 2025 sind alle Darlehen zurückgezahlt bis auf ein Förderdarlehen in Höhe von 35k Euro (dieses hat noch eine Zinsbindung bis 2025 mit 0,5%, hier werde ich vorerst keine Sondertilgungen durchführen).

Mitte 2021 ist ein weiteres kleines Darlehen endgültig zurückbezahlt, so dass ab diesem Zeitpunkt die mtl. Belastung weiter senkt, auch die möglichen Sondertilgungen gehen dann deutlich zurück, so dass ich spätestens ab diesem Zeitpunkt wieder verstärkt aktiv anlegen möchte (mtl. Rate ist ab diesem Zeitpunkt trotz Tilgungssatz von 10% ca. 700 Euro + 3500 Sondertilgung pa).

Die ca. 10k Euro Depotwert verkaufe ich diesmal bewusst nicht, da ich zum einen nicht zum wiederholten Male komplett aussteigen möchte und zum anderen macht es m.E. keinen großen Unterschied, ob ich jetzt 170k oder 160k Euro Schulden habe (zudem könnte ich derzeit sowieso keine zusätzliche Sondertilgung in dieser Höhe machen). Und man darf die Motivation nicht unterschätzen, wenn alle paar Monate mal wieder 50 oder 100 Euro an Dividenden reinflattern.
Ansonsten beobachte ich die Aktienmärke momentan eher von der Seitenlinie aus und werde wieder investieren, wenn auf dem Tagesgeldkonto die reservierten Beträge + Notgroschen angesammelt sind. Lediglich einen Dividenden-ETF bespare ich derzeit mit 50 Euro im Monat.

Viele Grüße
Michael


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Michael, 35, hat sich ein Haus gekauft. Er tilgt emsig die Hypothek. Die Schuldenfreiheit ist sein Ziel. Das Aktiendepot möchte er später ausbauen

  1. Felix

    Hallo Tim und Michael,

    wieder mal ein schönes Beispiel, wohin positive Strebsamkeit, Genügsamkeit und strukturelles Vorgehen hinführen können. Wirklich klasse!

    Ich habe aber zwei Fragen an Michael zu seinen Zielen:

    1) „mtl. Einnahmen 1.000 Euro vor Steuern (Depotvolumen ca. 200k Euro bei 6% pa)“

    6% Rendite sind sicherlich realistisch. Möchtest du jährlich 6% entnehmen, d.h. dein Depot langsam entsparen? Ausschüttungen (Dividenden) machen ja keine 6% aus.

    2) „„Notfallversicherung“ in Form von physischen Gold und Silber (ca. 10 Unzen Gold, 100 Unzen Silber)“

    Welchen Zweck soll diese Notfallversicherung haben? Absicherung beim globalen Super-GAU? 🙂 Du sprichst ja vorher schon von Rücklagen.

    Ich wünsche Michael und seiner Familie viel Erfolg auf ihrem Weg, aber vor allem Gesundheit und Glück. Pläne zu machen ist gut und richtig, aber das Teufelchen Zufall sielt ja auch immer mit.

    Viele Grüße

    Felix

  2. Arnim

    Sehr cooler Brief und eine sehr strukturierte Herangehensweise. Gefällt auch mir gut. Auch wie du deine Prioritäten setzt und dich im Prinzip nur daran orientierst, womit du dich am besten fühlst.

    Der Teil mit dem „Nichts-tun“ hat mich aber auch ganz schön gewundert. Klingt erstmal so, als gäbe es in deinem Leben nur Job und Familie. Kann ich mir zwar kaum vorstellen, aber es wäre sehr schade und traurig. Denn es gibt doch so viele Möglichkeiten, und Dinge, die man dann vermehrt machen könnte. Ich verstehe deine Intention, dass dir deine Arbeit so viel Spaß macht, dass du nicht damit komplett aufhören möchtest. Aber es klingt leicht danach, als wüsstest du sonst nicht in deiner Freizeit anzufangen, wenn es die Arbeit nicht gäbe ..

    Wie gesagt, Daumen hoch für den Brief und deine gesamte Herangehensweise! Falls das Thema mit der Freizeit bei mir – und Tim ja auch – nur falsch ankam, cool für dich, dann hab ich nichts gesagt. Ansonsten wär das auf jeden Fall ne Sache, die du noch angehen solltest. Ich kann mir nämlich nichts schlimmeres vorstellen als später nicht zu wissen, was ich mit meiner Freizeit anfangen soll ..

  3. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Michael,

    lass lieber die Finger von dem P2P-Mist.

    Weiß ja nicht wie es bei Dir läuft, aber ich halte das für Quatsch. Ich kenne niemanden, der über die Laufzeit keine Ausfälle hat. In kleinem Ausmaße ist das ok, aber meiner Erfahrung nach bleibt unterm Strich nichts hängen.

    Gibt zwar heute mehr Anbieter (auch mit angeblich Garantie?) wie Mintos etc, aber ich halte es prinzipiell für falsch.

    Ich hatte das vor Jahren bei Auxmoney mit ein paar Hundert Euros ausprobiert. Da laufen immer noch Inkassos und Ausfall gab es auch.

    Ich würde keinen Euro mehr dahin verschwenden. Was will man auch anders erwarten? Dort versuchen Leute an Geld zu kommen, die bei der Bank nichts bekommen (typische „Subprimer“). Warum wohl? Meine Projekte hatten alle einigermaßen guten Schufa-Score etc. Trotzdem…

    Die hohen Zinsen und Gebühren kommen i.d.R. nur den Anbietern zugute, und erdrosseln die Kreditnehmer, die sich eh schon keinen Kredit leisten können und bekommen dürften. Ich halte das für ethisch fragwürdig.

    Mein Resümee, das Geld stattdessen lieber in Aktien/ETFs stecken. Oder wenn Du es konservativer willst, dann kann man sich auch eine Festgeld- oder Bondleiter mit ETFs bauen.

    Alles Gute

    MS

  4. Alex

    @Matthias Schneider

    Hallo Matthias!  Die P2P-Kredite haben sich längst weiterentwickelt.

    Die P2P-Kredite haben sich längst weiterentwickelt. Sie werden mit BuyBack-Garantie angeboten. Und wirst locker 12 % Rendite bekommen! Schau z.B. twino.eu an. Ich habe in dem Jahr bereits 2000 EUR an Zinsen verdient.

  5. Konservative Aktien

    Bei Aussagen wie „locker 12% Rendite“ in Verbindung mit „Garantie“ weiß ich immer nicht ob ich lachen oder weinen soll.

    Denk mal drüber nach, welcher Schuldner 12% Zinsen zahlt wenn man Geld bei der Bank für unter 2 bekommt…

    Ich persönlich mache einen weiten Bogen um sowas!

    Jonas

  6. Erfolgsmaschine

    Wo willst du dein Gold und Silber lagern? Wenn du deine Metalle nicht zu Hause lagerst, darfst du die Gebühren bei einem Schliessfach nicht vergessen.

    Ich würde auch zuerst die Schulden abbauen, bevor du mit der Vermögensbildung beginnst. Ansonsten trägst du eine unnötige Last mit dir und schmälerst deine effektiven Gewinne.

    Als Informatiker würdest genug Projekte finden, die dich den ganzen Tag beschäftigen, wenn du als Arbeitnehmer kündigen solltest. Da wird dir bestimmt nie langweilig. 😉

    Gruss Fabian

     

  7. FelixBerlin

    Sehe es wie die meisten anderen hier auch.

    Erstmal Kredite/Schulden schnellstmöglich abbezahlen und dann weiter Vermögen aufbauen.

    In P2P würde ich auch nicht weiter Geld investieren – viel zu riskant.

    Ein Haus würde ich persönlich auch nicht in mein Vermögen miteinberechnen.

    Es mag zwar sein, dass vergleichbare Häuser in Deiner Gegend z.B. 100k mehr kosten, aber ob sie die auch loswerden ist eine andere Frage.

    Selbst dein Preis ist nur Theorie.

    Und ein Haus verliert immer an Wert mit der Zeit.

    Hinzu kommen die Kosten für Instandhaltung etc.

    Einen gewissen Anteil an Gold zu haben finde ich gut – aber nicht zu viel.

    Silber würde ich mir persönlich nicht zulegen.

  8. Daniel

    Hallo nochmal,

    sicherlich werde ich auch dieses mal wieder irgendwie anecken, aber mir erscheinen beim Blick über die Herangehensweise ein paar Fragezeichen. Sicherlich hat jeder seine eigenen Prioritäten, aber ich haue hier mal meine persönliche Einschätzung raus:

    Rücklagen mit liquiden Geldmitteln schaffen, mindestens so viel dass davon 1-2 Jahre die Immo auch bei Jobverlust weiter in den Raten abgezahlt werden kann
    Raus aus dem P2P Markt. Das ist m.E. nichts, wo sich ein Mensch mit Schulden (und die hast du nunmal) herumtreiben sollte, mit anderen Worten, kein Spielgeld für sowas. Mag sein dass es da Buy-Back usw. gibt, spannend ist eher was passiert wenn so ein, gerne mal ausländischer, Anbieter pleite geht. Willst Du dann in Lettland irgendwo auf der Matte stehen oder gar bei 100 Schuldnern in Estland, Lettland deine 10€ Kredite einfordern? Auflösen und in die Abzahlung der Immo stecken
    Jegliches Geld nach Schaffung der Liquiditätsreserve in die Abstotterung der Immobilie stecken. Wenn eine schnellere Rückzahlung nicht möglich ist, dann das Geld in Tages/Festgeld auf einem seperaten Konto genau DAFÜR zurücklegen. Und wenn es überspitzt die 170.000€ für die Restschuld sind. Der normale Privatanleger sollte meines Erachtens nicht an der Börse sein wenn er ohne Geldreserve irgendwo Schulden hat.

    Von Riester halte ich nicht mehr sehr viel. Für mich gibt es nur noch einen Grund darin investiert zu bleiben, weil es NOCH Geld ist das dir nicht genommen wird wenn du arbeitslos bist. In einer Doppel-Verdiener Lösung sehe ich keine Notwendigkeit für diese Absicherung. Zudem ist völlig offen wieviel Gesetzesänderungen noch bis zum Eintritt stattfinden werden. Die jetzigen Geldgeschenke kann dir später jeder Politiker wieder wegnehmen.

    Völlig unklar ist mir das gesteckte Ziel bis zum 50ten. Also quasi ein Zeitraum von 15 Jahren.

    Du willst mit einer jetzigen Sparrate:

    170.000€ Schulden abzahlen
    Ein Depot von 200.000€ aufbauen
    Eine erneute Schuld (ohne Eigenkapital oder was?) für eine weitere, diesmal vermietete Immo aufnehmen
    ca. 20.000€ in Edelmetallen haben.

    Tut mir leid, aber wie soll das gehen? Realistisch sehe ich, dass du mit der jetzigen Sparrate etwa 200.000€ erwirtschaften wirst.  Du hast jetzt ein Depot von knapp 10.000€. Gehen wir mal von realistischeren 4-5% Rendite aus, denn Inflation wird gerne mal unterschätzt, dann stehen dort in 15 Jahren knapp 19-25.000€, je nachdem mit welchen Werten du spielst.

    Angespart bzw. weiter gefüllt hättest Du nach meiner Vorgehensweise das Depot nicht, denn die primäre Energie läge auf der Schuldenfinanzierung. Ich sehe es angesichts der Sparrate eher als realistisches und gutes Ziel, dass du in 15 Jahren deine Immo komplett abbezahlt hast und du quasi mit einem vielleicht 10-20.000€ Startkapital bei Null anfängst ein Depot aufzubauen.

    Bitte nicht falsch verstehen, das ist gut! Du wärst dann im Vergleich vieler anderer Immo-Besitzer schuldenfrei. Und dann kann man nämlich auch anfangen etwas aggressiver und mit höherer Aktienquote mitzumachen, aber doch nicht mit Schulden.

    Lass das ganze Silber/Gold Zeug weg, du hast mit einer Immo bereits Besitz. Tatsächlichen Besitz und nicht irgendwelche Zahlen. Das kannst Du machen wenn du an den Untergang glaubst, aber spätestens dann sollte dein Fokus darauf liegen die Schulden loszuwerden und nicht an der Börse oder sonstwo zu sein. Gold und Silber sind meines Erachtens für Depotgrößen ab 150.000€ zum kleinen Teil „okay“.

    Zuletzt noch der Ratschlag, nehme bitte die Immobilie aus der Rechnung deines Depots heraus. Eine eigengenutzte Immobilie ist was Schönes, aber wenn sie nicht zufällig in München oder Hamburg Zentrum steht keine Anlage. Es ist eine geniale Lifestyleentscheidung und ein Objekt das sich jedes Jahr weiter abnutzt und in das Geld hereingesteckt werden muss.

    Zusammengefasst: Hau die Schulden weg, sieh zu dass du aus P2P rauskommst, setze dir das Ziel in 15 Jahren und als Geburstagsgeschenk deine Immo abbezahlt zu haben und fange mit 50 an den üblichen Aktien/Tagesgeld/ETF Weg zu gehen. Du bist dann vielleicht 25 Jahre später dran als so manch anderer hier, hast aber eine Immobilie die du dein Eigen nennen kannst.

    Erfolgreiches Sparen und viel Erfolg!

     

  9. Fit und Gesund

    Scheint irgendwie hip zu sein dieser P2P-Kram, nur weil es in unzähligen blogs beschrieben wird, muss ich persönlich das noch lange nicht haben 🙂 Auch ich würde die selbstbewohnte Immobilie zuerst grösstenteils abzahlen und mich dann an das Investieren in Aktien/ETF’s machen,

    ich kann mich auch nur wundern wenn Jemand davon spricht mit P2P „locker“ 12% zu machen, locker macht man meines Erachtens beim Investieren, egal in was, gar nix.

    bei den Edelmetallen würde ich auch nur einen kleinen Teil meines Geldes anlegen, (ich selber bin Fan von Gold wohlgemerkt), zum Vermögen würde ich das nicht hinzurechnen, zumindest ich für mich berechne das nicht.

    Ansonsten finde ich eine sparsame Lebensweise, unter seinen Möglichkeiten zu leben natürlich immer Klasse, vielleicht kannst Du ja noch ein wenig an Deinem Finanzplan feilen,

    Alles Gute auf jeden Fall!

  10. lalucky

    Hallo an alle,

    also ich verstehe dieses ganze „geh bloß raus aus den Schulden (für Immobilien)“ nicht. Irgendwo muss man ja wohnen, ob man also für 800,00 € Miete zahlt oder einen Kredit abzahlt, spielt doch dabei eher keine Rolle? Wird man krank, hat man so oder so ein Problem- ein Vermieter lässt einen ja auch nicht für lau weiter wohnen. Das Haus kann man verkaufen und ich denke, es ist ein großes Horrorszenario, wenn ausgerechnet Krankheit und Immobilienblasencrash zusammen kämen. Also kann man doch auch den Leverage-effekt nutzen? Er baut eine großzügige Reserve für unvorhergesehene Baumaßnahmen auf. Das dürfte zur Not auch reichen um die Kreditraten eine Zeit weiterzuzahlen. Bei einer (bereits gesicherten) Weiterfinanzierung zu 1,8 % – ich weiß nicht- das ist ein super Zinssatz und mit einer Dividendenrendite von 3 % kann man ja bei entsprechender Depotgröße den Kredit damit zahlen. So macht es der Wunram vom finanzielle-freiheit-dividende-blog glaub ich auch. Ja, klar – wir haben natürlich „falsch rum“ angefangen. Erst Depot, dann Haus wäre wohl besser gewesen. Aber man kann ja „annähern“. Immer ein Stück Rate wird aus Dividenden gezahlt. Finde ich persönlich irgendwie motivierend.

  11. Daniel

    @lalucky:

    Der Vergleich der Mietwohnung hinkt leider etwas. Es macht einen Unterschied ob man irgendwo mit 400.000€ bei einer Sparkasse in der Kreide steht, krank wird, arbeitslos wird, dir die Bank den Traum vom Haus unterm Hintern wegreißt und du im Extremfall als gebrochener Mensch mit weiteren 200.000€ Schulden auf der Straße landest, weil dann doch niemand deine Hütte auf dem Land zu deinem Kaufpreis haben wollte oder ob du als Mieter mit vielleicht 100.000€ im Depot weil du keinen Kredit aufgenommen hast arbeitslos wirst, überschaubar kurzfristig deine zu teure Mietwohnung aufkündigst und auf etwas deutlich günstigeres mit Einschränkungen ausweichst.

    Du hast keine Schulden. Das ist der Unterschied. Ich vermisse seit Jahren eine Sensilibisierung für schwierigere Zeiten, es kommt mir in deinem Beispiel genauso vor. Der parallele Börsengang ist Spekulation, nichts weiter, und spekulieren sollte man nicht mit Geld das man nicht hat. Gegenbeispiel, warum holst Du dir nicht einfach einen günstigen Kredit und investierst diesen nicht vollständig an der Börse? Langfristig kannst Du damit ja nur gewinnen 😉 Macht keiner, warum wohl?

    Wenn es bei dir anders gelaufen ist, Daumen hoch, Glück gehabt. Aber meinst Du im ernst dass diese ganzen Gammel-Finanzierungen die jetzt zurzeit überall abgeschlossen werden wo Leute mit 30 Bauen und schon bis an die Rente planen die Immo abzubezahlen, dass es hier bei diesen Schönwetter-Phasen bleibt? Finanzierungsprozente können sich ändern, deine Lebenssituation ebenso und gerne dauert so eine Krise länger als man es finanziell aushält und ist dann mal doppelt so schlimm. Die Börse crasht und du bist deinen Job los. Was dann? Dividendenzahlung? Niemand garantiert Dir dass diese Quelle weiter sprudelt. Nur weil es bei der letzten Krise nicht so war muss das nicht so bleiben.

    Klar, langfristig ist das für große Buy-And-Holder kein Problem. Die haben aber meist ordentlich Kohle auf der hohen Kante und alles an der Börse ist Spielgeld mit dem man gerne Gewinn macht, die einen aber nicht finanziell aus der Bahn werfen wenn es da düster aussieht.

    Gruss Daniel

     

  12. Kia

    Er hat Kinder bekommen, mit Mitte 20 und kurz danach, mit 27/28, ein Haus gebaut. Nach seinem Plan ist es in 10 Jahren abbezahlt. Dann ist er 45 und wenn weiter die 10 000 pro Jahr gespart werden sind im Depot locker 100 000€. Mit 50 sind seine Kinder ausgebildet und selbständig. Das Haus ist abbezahlt und das Depot gut gefüllt. Ist doch alles eine super Leistung.

    Die Leute in meinem Umfeld, haben teilweise mit 30 den ersten Job, bekommen mit Ü30 Kinder und kaufen mit 40 eine Immobilie. Wenn die nicht von den Eltern finanziert wird sind sie im Rentenalter noch verschuldet und die Kinder brauchen auch noch Unterhalt.

    Wenn man Kinder und ein Haus möchte so hätte er es meiner Meinung nach nicht besser gestalten können. In seiner Situation erst ein Depot aufbauen wäre unnötige Zeitverschwendung gewesen.

     

  13. lalucky

    @ Daniel

    da er eine Finanzierung von derzeit über 4% Zinsen hat, hat er sicher noch keine Gammel-Finanzierung. Die nächste hat er sich bereits gesichert, er muss also in 2 Jahren nicht hoffen, dass er noch als kreditwürdig gilt.

    Schuldenfreiheit ist immer besser, da bin ich ganz bei Dir. Doch im Gegensatz zu jemanden, der keine Kinder hat, kann er sich wohnräumlich nicht auf eine Ein-Zimmer-Wohnung beschränken. Sowas hat in München eine vierköpfige Familie versucht. Die wurden letztlich (rechtmäßig und mit Gerichtsbeschluss) gekündigt und mussten ihre „billige“ Wohnung verlassen um jetzt eine größere zu beziehen, eine, die für 4 „ausreichend“ groß ist. Ich will damit sagen, auch als zuverlässiger Mieter bist du vor Nackenschlägen nicht gefeit. Und eine neue Mietwohnung zu finden, ich persönlich wäre damit derzeit überfordert. Als „Langzeitmieter“ kannst du heut vielleicht noch für 800 € eine tolle große Wohnung bewohnen. Suchst du aber eine neue Bleibe, werden die 800 € vielleicht nur noch für eine kleine Butze reichen. Verkleinern und sparen dürfte momentan nicht wirklich leicht sein.

    Er hat keine 400000 € Schulden, sondern 170000€. Dem gegenüber steht (noch) ein Wert von 250.000 € (auch wenn viele sagen, von heut auf morgen wird die Hütte wertlos) Nee, ich glaube, das ist schon eine gute Eigenkapitalquote, auch wenn der Wert nach unten „korrigiert“ wird. Letztlich muss jeder selbst wissen wie er es macht. Mir persönlich hat es nicht gereicht einfach nur Schulden abzahlen und dann bei null anfangen. Ich hab meine Raten gezahlt, Sondertilgungen geleistet und trotzdem noch ein Depot aufgebaut. Meine Schulden beliefen sich auf 90 % des Kaufwertes (weil nach der Ausbildung gekauft) und es waren „nur“ 55.000 € .Es musste noch ausgebaut werden, also weiteres Geld „nebenbei“ reinfließen. Hohes Risiko also. Aber dank eines „vermeintlich“ sicheren Job, konnte ich es trotzdem in 15 Jahren abbezahlen. Für die Bank ist wichtig, dass die Rate kommt und der Wert der Immobilie in etwa den Restwert des Darlehens hat. Ich denke nicht, dass die unbedingt dein Haus haben wollen. Krankheit muss man absichern- klar. Arbeitslosigkeit ist sicher ein Problem- aber es gibt Leute, die auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit ihr Haus behalten haben. Solange die Raten gezahlt werden, wird die Bank eher nicht kommen und das Risiko eingehen, jemanden zu „brechen“, wie Du es so schön ausdrückst. Man ist mit Kredit sicher „geknebelt“ und darf nicht aus dem „Rahmen“ fallen.

    Das größere Problem wird sein, ein „krisensicheres“ Depot aufzubauen. Ich denke, momentan ist es eine wacklige Zeit. Man weiß nie so recht wo es hingeht. Derzeit ein großes Risiko- wie immer.

  14. Ralf

    Toller Artikel! Ich drücke dir dir Daumen, mach weiter so!

    Bzgl. Goldkauf: Da du in Nordbayern wohnst kann ich dir für anonyme Edelmetallgeschäfte (sogenanntes Tafelgeschäft) wie einen Goldkauf Degussa oder Heubach Edelmetalle in Nürnberg empfehlen. Ich habe bei beiden schon anonym und sicher Gold gekauft. Da gibt es einen Schalter wo man Bar bis 15.000 € zahlen kann. Und damit dem Staat ein kleines Schnippchen schlagen, wer weiß wie lange das noch so geht….

    Zum Thema 4-Tage-Woche: Ich arbeite seit rund 2 Jahren in 4-Tage-Woche und kann das nur empfehlen. Zur Zeit baue ich mir nebenberuflich eine Existenz auf um die resultierenden Gehaltverluste aufzufangen bzw. möglichst mehr rein zu holen. Ein riesen Plus an Lebensqualität!

  15. KostenRunter

    Ob selbstgenutztes Wohneigentum sinnvoll ist, wird immer emotional diskutiert. Es ist auch stark eine Frage des persönlichen Lebensstils. Für mich bedeutet es Lebensqualität niemanden fragen zu müssen, wenn ich ein Loch bohren will (auch nicht bei 150 mm Durchmesser) und 10 m Luft statt 20 cm Beton bis zum Nachbarn zu haben. Ein Haus kann aber auch die Anspruchsinflation anheizen: Da und dort ein neuer Doppelwaschtisch, ein elektrischer Rolladen, Gartenteich, Carport und die Tausender rinnen durch die Finger und es Illusion das das „neig´steckte“ Geld sich in einem höheren Wiederverkaufspreis spiegelt.

     

    Aber wenn man sich für das Haus entschieden hat: Die ersparten Zinsen und das mietfreie Wohnen sind steuerfrei. Wenn man mit Aktien vor Steuern 6 % verdient (halte ich für eine realistische annahme), bleiben nach Kapitalertragssteuer, Soli und Kirche noch rund 4,3 %. Und die 6 % können auch mal schwanken. Tilgen des Kredits ist 100 % sicher und bringt(spart) bei Dir 4 %. So würde ich, und hab es auch gemacht, erstmal alles in die Tilgung stecken. Ich hatte meine Hütte so nach 10 Jahren schuldenfrei. Wenn dann die hochverzinsten Kredite weg sind, dann kann man die Rechnung wieder neu aufmachen. Bei einem 0,5 % Kredit braucht die Alternativanlage nur ca. 0,7 % vor Steuern zu bringen und da gibt es genug Möglichkeiten, auch sichere.

    P2P zähle ich aber nicht dazu und sichere 12 % gibt es da nur für die Betreiber der Portale. Wenn man sich das Kleingedruckte durchliest und mit spitzem Bleistift (oder OpenOfficeCalc) nachrechnet dann sieht man, welche Margen da drauf sind bei dem ganzen crowdfunding Kram. Die haben dann ihre 6 % mit Garantie.

    Hab mal versucht nachzurechnen: 170 k bei  4 % Zinsen sind 6800 im Jahr. Bei 800 Monatsrate komme ich nur auf 29 % Tilgungsanteil. Bei zusätzlichem Sondertilgen (alternativ / später anlegen zu  6 % vor Steuern) von 10 k/a ist nach meiner Rechnung das Haus ca 2028 schuldenfrei und in 15 Jahren ein Betrag von gut 80 k vorhanden.  Die Ziele mit 200 k Depot + Barreserve + Gold scheinen mir da etwas zu ambitioniert zu sein, ich habe allerdings auch keine Inflation berücksichtigt.

  16. June

    Hallo Zusammen,

    mir gefällt die Vita von Michael, da er sehr intensive an seiner Ausbildung gearbeitet hat. Alles was auf dem 2. Bildungsweg passiert ist viel anstrengende als in ganz jungen Jahren, da man ja schon mal Geld verdient hat und nun seinen Lebensstandard wieder anpassen muss. Wenn einem diese Kunststück auch noch mit Familie im Schlepptau gelingt ist es einfach was ausergewöhnliches.

    Hallo Michael,

    man merkt, dass du dir nach einigen planlosen Jahren nun Zeit für deinen Vermögensaufbau nimmst.

    Prima, dass du den Sondertilgungsturbo erkannt hast. Vergiss die Rücklagen für eventuelle Reparaturen (Heizung, Elektrik, usw.) in Zukunft nicht.
    Ich bin sicher, dass dir die Rückzahlung in den 10 Jahren gelingt, da ich die Tilgung und Sondertilgung kurz überschlagen habe, bin ich der Meinung, dass deine Berechnung sogar konservativ ist.
    Dein Haus ist Vermögen, du kannst es Verkaufen, daher gehört es in deine Vermögensaufstellung. Richtigerweise konservativ mit dem Anschaffungswert fürs Grundstück und dem Zeitwert für das/die Gebäude. Sonst hättest du ja wenn du den Kredit abziehst eine negatives Ergebnis. Die AfA von Wohnimmobilien beträgt 2% p.a.

    P2P Kredite sind meiner Meinung nach Spielereien. Aber 1,3 k € geben machen Menschen für andere Hobbys aus, ohne die Möglichkeit einen Gewinn zu erzielen. Daher wenn es bei Kleingeld bleibt viel Spaß damit.

    Ein Haushaltsbuch solltest du ständig führen. Damit es nicht zu einem unendlichen Unterfangen mit 3 Brötchen und 2 Eis wird, biete sich hier ein Lebensmitte Budget an. Dann verbuchst du nur noch 63,57 € Aldi und 12,30 € Mezger. Aber über die Fixen- und außergewöhnlichen Variablenkosten sollte jeder einen Überblick haben. Ich führe seit 11 Jahren Haushaltsbuch und kann so ganz schnell reagieren.

    Edelmetalle würde ich mir persönlich nicht zulegen, da die Lagerung schwierig oder teuer ist und man im Notfall vielleicht gar nicht drankommt. Das Gewicht stellt dann ein Transportproblem da und mit einem Goldbarren lässt sich beim Bauern im Katastrophenfall kein Mehl tauschen. Und über die letzen 100 Jahre gesehen hat Gold gerade mal den Inflationsausgleich geschafft, also ist es keine wirklich Investition.

    Was mir in deiner Aufstellung fehlt sind die Gedanken zu deinen Kindern. Sie sind in wenigen Jahren mit der Schule fertig, wie geht es da weiter? Werden sie eine Ausbildung machen? Oder werden Sie studieren? Mit eurem Einkommen könnt ihr kaum oder nur begrenzt auf Unterstützung durch Bafög hoffen. Daher würde ich an deiner Stelle hier in Zukunft Unterhalt einplanen.

    @Felix,

    bei einer Depotgröße und 6 % Verzinsung p.a. ergibt sich rein rechnerisch tatsächlich eine Cashflow von 12000 € pro Jahr. Dies setzt sich aber aus Dividende und Kurssteigerung zusammen. Dies hat Michael bei seiner Berechnung sicher übersehen.

    @Daniel,
    Sorry aber was du da argumentierst ist Quatsch. Eine Immobilie ist doch nach den Tag des Kaufes nicht plötzlich NICHTS mehr Wert. Sie ist nur immobil und damit schwerer zu verkaufen. Es kann also einfach länger dauern. Oder man muss einen Verlust hinnehmen, dass bedeutet aber nicht einen Totalverlust. Genauso Quatsch ist es wenn man Immobilienbesitzer dazu anhält neben der Immobilie kein Vermögen aufzubauen. Michael hat einen Immobilienkredite, keinen Konsumkredit. Immobilienkredite sind genau berechnet, ich kann nicht plötzlich hingehen und nach eine Lottogewinn 100 k € auf den Tisch legen und sagen, dass war es jetzt. So ein Kredit ist ein Vertrag und die Bank möchte auch die Zinsen bei einer vorzeitigen Rückzahlung. Also kann Michael gar nicht mehr tilgen als vorgesehen. Das restliche Spargeld muss aber auch angelegt werden, es bleibt ihm nur das Tagesgeldkonto für seinen Notgroschen und die Börse. Bei einer kontinuierlichen Sparrate von 1000 pro Monat ab sofort zahlt Michael in 15 Jahren 180k € ein, da kann das Depot selbst bei unterdurchschnittlicher Performance leicht die 200 k € erreichen. Dabei habe ich die freiwerdenden 800 € in 10 Jahren noch nicht berücksichtigt, da er diese eventuell als Unterhalt für die Kids, siehe oben, benötigt.

    @Ralf,
    Vergiss die 15 k € , dass ist Geschichte. Mit dem neuen Geldwäschegesetz das bereits verabschiedet wurde und demnächst in Kraft tritt, sind es nur noch 10 k €. Ab da muss dokumentiert werden.

    @Mark, du bist ja auch schon informiert 🙂

    Take care,

    June

  17. Thomas der Sparkojote

    Gold und Silber finde ich interessant als Diversifikation, aber wenn dann würde ich es physisch zu Hause wollen. Das Problem wäre dann das ma neinen Safe bräuchte ab einer gewissen Menge, ansonsten fühlt man sich doch unsicher?

    Gute Safes kosten ja dann teilweise auch monatlich zwecks Versicherung, wenn ich mich nicht irre. Dann doch lieber bei der Bank in einem Schliessfach, dafür muss man keine Angst vor Einbruch etc. haben.

    Gruss
    Thomas

  18. Michael

    Erstmal vielen Dank für die vielen Reaktionen und Beiträge.

    Das das Thema selbstgenutzte Immobilie / Verschuldung immer heiß diskutiert wird, war mir schon klar. Das aber auch mein, wie ich finde relativ kleiner p2p Spielgeld Anteil von 1.300 Euro so hohe Wellen schlägt, hat mich doch etwas überrascht.

    Ich versuche alle gestellten Fragen zu beantworten, bittet entschuldig falls ich etwas übersehen habe.

    Philosphie – sebstgenutzte Immobilie

    Ich fang mal mit dem Haus an, da hier die meisten Fragen und Anregungen kamen. Das ist wirklich immer ein sehr emotionales Thema und die rein finanzmathematischen Betrachtungen in der Form „kaufen oder mieten und in ETF investieren“ werden m.M. dem Thema nicht gerecht. Auch sehe ich solche Vergleichsrechnungen für einen Zeitraum von 15, 20 und teilweise noch mehr Jahre – sagen wir mal – „kritisch“. Auch wird für meinen Geschmack der „Disziplinierungsfaktor“ bei einer selbstgenutzten Immobilie zu stark vernachlässigt. Wieviele Personen ziehen denn einen konsequenten Sparplan mit dem gegenüber einer Immofinanzierung gesparten Geld bei der Miete dann auch tatsächlich durch? Bei den allermeisten versicket das gesparte Geld im allgemeinen Komsumrauschen, es gibt dann öfters ein neues Auto, es wird dann vielleicht auch das nächst größere Modell, man fährt noch einmal mehr in den Urlaub usw. Möchte hier nicht zu weit abschweifen, weil es hier aus meiner Sicht keine allgemeingültige Patentlösung gibt. Auch sehe ich die Gefahr des drastischen Wertverlustes der Immobilie nicht so kritisch wie manch andere.

    Finanzierungsdetails und weiterer Tilgungsplan

    Ein paar weitere Details noch zur Finanzierung selbst, da hier einige Fragen und Vermuten kamen.

    Die ursprüngliche Finanzierungssume waren 215.000 Euro, Herstellungskosten lt. damaligen Finanzierungsplan ca. 250.000 Euro, Differenz war Eigenkapital bzw. „eingerechnete Eigenleistungen“ (da kann man ja immer schön spielen und die Rechnung so hinbiegen, wie man sie gerade braucht…).

    Die Finanzierung besteht derzeit aus 4 Darlehensteilen: normales Bankdarlehen (50k, 4,25%), KfW Darlehen (50k, 2,55%), Förderdarlehen 1 (75k, 3,8%), Förderdarlehen 2 (40k, 0,5%)

    Die ersten drei laufen wie schon genannt alle Ende 2019 aus. Aus diesen drei werden dann zwei Darlehen. Das ursprüngliche Bankdarlehen wird einfach weitergeführt, Restschuld dann noch ca. 20k, neuer Zinssatz 1,7%

    Das KFW und Förderdarlehen 1 wird von der Bank abgelöst und zusammengeführt. Restschuld der beiden dann ca. 90k. Hier findet eine Sondertilgung (ST) von 20k statt, neue Darlehenssumme dann 70k, Zinssatz 2,20% (da hab ich bei meinem ersten Beitrag einen anderen Wert im Kopf gehabt).

    Zinsunterschied der beiden Darlehen (1,7 und 2,2%) ergibt sich daher, dass ich das erste Darlehen bereits im Spätsommer letzten Jahres im fast absoluten Tief für 5 Jahre verlängert habe, die 70k erst zum Jahreswechsel für 10 Jahre (hier waren mir 5 Jahre zu wenig).

    Bei beiden Darlehen möchte ich mit der max. Tilgung (10%) starten. Das wird zwar für ca. 2 Jahre unsere mtl. Belastung etwas erhöhen (von jetzt 800 auf 1.200, ist aber von der mtl. Sparquote her machbar. Hätte für mich den sehr angenehmen Nebeneffekt, dass ich das kleine Darlehen dann voraussichtlich Ende 2021 vollständig getilgt habe und die Rate für ds 70k Darlehen incl. 10% Tilgung unter unserer jetzigen Rate liegt (ca. 720 Eur/Monat). Dieses Darlehen wäre dann planmäßig (mit vollen ST jährlich) Ende 2025 vollständig getilgt.

    Offen ist dann zwar noch das Förderdarlehen 2. Da dieses aber bis 2025 festgeschrieben ist und sowieso einen konkurrenzlos günstigen Zinssatz hat, mache ich mir hierzu derzeit noch keine Gedanken. Daraum kümmere ich mich dann wenn es konkreter wird.

    Laut Plan wäre ich dann mit 45 (fast) schuldenfrei (bis auf die ca 35k Restschuld Förderdarlehen 2). Ich habe mehrere Bekannte und Kollegen, die momentan in diesem Alter sich gerade ein Haus kaufen (wollen) und schon ziemlich genau rechnen müssen, ob sie denn bis zum Renteneintritt (oder teilweise sogar noch ein paar Jahre länger) abbezahlt haben.

    p2p Kredite

    Wie schon erwähnt, war ich doch etwas überrascht, dass dieses Thema so kontrovers gesehen wird. Da hier „nur“ ca. 1.300 Euro, verteilt auf mehrere Plattformen wie Bondora, Viainvest, Viventor und Mintos, investiert sind, sehe ich das ganze nicht so dramatisch wie @Daniel oder mach anderer. Eine weitere Erhöhung ist hier nicht vorgesehen, waren alles Einmaleinzahlungen im letzten Jahr und v.a. der Neugierde und des Ausprobierens geschuldet. Bisher läuft es aber alles ganz ordentlich.

    Edelmetalle

    Hier steht auch kein unmittelbarer Kauf bevor, die Prios liegen für die nächsten 2-4 Jahre ja definitiv auf Schuldenabbau. Irgendwie üben Gold- und Silbermünzen schon eine gewisse Faszination auf mich aus. Hatte vor einiger Zeit aus einer kleinen Erbschaft auch ein paar (Krügerrand, alte Goldmark Kaiserreich usw.), die ich damals aber auch (leider) wieder verkauft habe – waren ca 3 Unzen Gold und ein paar Silbermünzen.

    vermietete Wohnung

    auch hier steht nichts konkretes an, zum einen möchte ich derzeit nicht noch neue Schulden machen und zum anderen sind mir die aktuellen Preise zu hoch. Das war ja auch nur ein optionales Langfristziel. Interessant wäre für mich dann nur eine kleinere 2-3 Zimmer Wohnung mit 60-80 qm, hier habe ich relativ wenig Bedenken. Aber wie gesagt, dass ist eher für die mittel- bis langfristige Planung.

    Aller Voraussicht nach werden wir in den nächsten Jahr(zehnten) zwangsläufig noch 1 -2 Immobilien erben, da haben wir uns aber noch keine konkreten Gedanken gemacht, was wir damit machen würden.

    Depot

    Die 200.000 bzw. 1.000 Eur mtl. (vor Steuer) hab ich einfach als „rundes“, durchaus ambitioniertes Ziel gesetzt – kann ja nicht sagen ich möchte 25.000 Eur Depot in 15 Jahren haben, das wär dann doch etwas unsportlich. Ob es dann tatsächlich 200.000 zum 50. sind ist auch nicht so relevant, ich hab gerne konkrete Ziele und man wächst ja bekanntlich auch mit seinen Zielen und Aufgaben.

    Ich hab mal kurz angefangen eine Excel Liste zu machen mit mtl. Einzahlungen, Wertentwicklungen usw, hab es aber dann schnell wieder verworfen, da – ich wiederhole mich irgendwie – Planungen über solche Zeiträume für mich keine besondere Aussagekraft haben. Ich denk mir dabei immer: „Mit 100%iger Sicherheit wird NICHT der Betrag rauskommen, den ich hier auf 10 Stellen hinter dem Komma ausgerechnet hab“ 🙂

    Die nächsten 2-3 Jahre werde ich das Depot nicht großartig erweitern, da der Focus auf den (Sonder)tilgungen und (Wieder)aufbau Cashreserve liegt. Anschließend möchte ich jedoch schon regelmäßig in Einzelwerte investieren. Durch den Wegfall weitere Darlehen und Gehaltssteigerungen steht dann auch wieder mehr Kapital zur Verfügung.

    Auch die Einnahmenseite stagniert ja nicht bzw. hat noch Potential nach oben. Derzeit kommen ca. 75% von mir, meine Frau hat „nur“ einen Minijob. Sie hätte zwar die Möglichkeit bei Ihrem Arbeitgeber mehr zu arbeiten, bisher hat Sie aber v.a. abgeschreckt, dass Sie bei einer z.B. bei einer Halbtagsstelle zwar fast zeitlich doppelt so viel arbeiten müsste wie jetzt, am Ende aber wg. Steuer/Sozialabgaben nur unwesentlich mehr ausbezahlt bekommen würde wie jetzt – natürlich ist eigene Renten- und Krankenversicherung nicht zu vernachlässigen, aber die Entscheidung liegt letztendlich bei ihr.

    Freizeit

    Das ist vielleicht etwas falsch rübergekommen. Ich bin arbeitsmäßig meist schon sehr stark eingespannt (40 Stunden/Woche sind schon die große Ausnahme + regelmäßige (Kunden)termine deutschlandweit) + Famlie + Haus und Garten (da ist ja auch irgendwie immer was zu machen) + Freunde und Hobbies. Aber ich hatte das eigentlich immer schon so, auch im Studium mit 2 kleinen Kindern (abwechselnde Betreuung, da meine Frau auch gearbeitet hat) und selbst noch 1-2 Nebenjobs regelmäßig.

    Wenn ich mir jetzt vorstellen würde nicht mehr zu arbeiten, dann kann ich mir das derzeit einfach nicht vorstellen bzw. wüsste am Anfang wohl wirklich nicht was ich den ganzen Tag machen sollte. In ein paar Jahren kann das sicherlich anders sein, deshalb bereite ich mich ja auch schonmal soweit es geht darauf vor.

    Als Freelancer im IT Bereich zu arbeiten ist sicherlich auch interessant, hab ich mir kurz nach dem Studium auch mal überlegt, v.a. wenn man dann die – etwas naiv, ich weiß – die Tagessätze von externen Beratern in Projekten mit dem eigenen Gehalt vergleicht. Letztendlich war und ist mir das ganze in der aktuellen Situation (Kinder, Hausfinanzierung) einfach zu unsicher und wechselhaft.

    Riester Rente

    Da kam nur eine Anmerkung von Daniel. Grundsätzlich bin ich da bei Dir, neu würde ich sie auch nicht mehr abschließen, v.a. nicht in Form einer wenig flexiblen und v.a. sehr teuren (Lebens)versicherung. Der Banksparplan hat aus meiner Sicht den Vorteil, dass er keine Kosten verursacht (derzeit werden auch noch keine Kontoführungsgebühren o.ä. verlangt, ich erwarte das aber in nächster Zeit), bei dem einen Altvertrag (von meiner Frau) hab ich für 2016 noch eine Verzinsung von fast 2% (!) bekommen, beim Zweitvertrag siehts dagegen mau aus (0,01%). Die Förderbeträge sind jedoch nicht zu verachten und mit der wichtigste Punkt für mich: ich bin extrem flexibel bei diesen beiden Verträgen. Fix zahle ich nur den Mindestbeitrag von 60 Eur/Jahr ein, alles andere entscheide ich selbst, hab auch viele Jahre gar nichts weiter eingezahlt.

    Das Gesetzesänderungsrisiko sehe ich nicht als speziellen Nachteil für den Riestervertrag, das hab ich bei jeder Anlage. Wie die Erträge aus Aktien/ETFs in 5 oder 10 Jahren behandelt werden, ist mindestens genauso ungewiss. Vor der Einführung der Abgeltungssteuer waren alle Kursgewinne nach 1 Jahr steuerfrei, mittlerweile fällt immer Steuer an. Ob es auf Dauer bei der 25% Abgeltungssteuer bleibt, ist auch mehr als fraglich. Vielleicht kommt wieder der persönliche Steuersatz, vielleicht wird irgendwann auf Kapitalerträge pauschal der Höchststeuersatz erhoben (z.B. als „Digitalisierungssoli“), auch die Erhebung von Sozialabgaben auf Kapitalgewinne wird ja immer wieder mal diskutiert. Ich erinnere mich noch an die Anfangszeit meiner Bankausbildung Ende der 90er, damals war der Sparerfreibetrag pro Person und Jahr bei 6.000 DM. Hab mir grad mal den Spaß gemacht: Für ein Ehepaar waren dass dann z.B. 1997 6.135 Euro, 2% Inflation für 20 Jahre würde heute einen Betrag von ca. 9.100 Euro ausmachen. Tatsächlich sind es noch 1.602 Euro – entspricht einer Reduzierung von über 80% (kann man natürlich nicht direkt vergleichen, da sich die gesetzlichen Bestimmungen auch immer wieder geändert haben, aber ist doch ein schönes Beispiel wie ich finde).

    Hoffe ich konnte noch einige Unklarheiten aufklären. Ansonsten gerne fragen

    [Edit]
    @Tim
    Du schreibst in Deiner Einleitung „…und andere Schulden“. Bis auf Immofinanzierung habe ich keine Schulden mehr. Bafög wurde shcon vor einigen Jahren als Einmalbetrag mit sattem Rabatt bezahlt und die während der Studienzeit aufgelaufenen Konto überziehungen waren nach wenigen Monaten Arbeit alle getilgt

    @June
    Sehe es genauso wie Du. Eine selbstgenutzte Immobilie ist für mich auf jeden Fall ein Vermögensposten. Über den konkreten Wertansatz kann man sicherlich diskutieren. Ich finde den damaligen Kaufpreis von 250k Eur durchaus konservativ, wenn ich alternativ von einem aktuellen (hypothetischen) Marktwert von z.B. 320k Euro ausgehen und dann banktypische 80% Beleihungswert ansetze, komme ich auch wieder auf ca. 250k Euro. Außerdem ist der berechnete Nettowert eine reine „interne“ Größe für mich ohne weitere Relevanz.

    Kinder/Unterhalt
    Wichtiges Thema. Mittlerweile sind beide Kids am Gymnasium, was sie später mal machen (Studium, Ausbildung usw) ist derzeit noch völlig offen. Wenn nicht alles schief läuft, sind bis zum Abitur (7 – 9 Jahre) die Schulden getilgt und es stehen Mittel für Unterhalt/Wohnung usw. zur Verfügung

    Depot / Cashflow
    Wie schon erwähnt sind die 1000 Eur/Monat Cashlfow einfach mal eine erste Hausnummer. Aber die Grundüberlegung von mir ist schon, ein Depot mit hohen, regelmäßigen und möglichst dauerhaften Rückflüssen zu generieren. Das ist in meinem Denken und Anlageverhalten eigentlich eine 180 Grad Kehrtwende. „Sozialisiert“ wurde ich mit der Börse ja Ende 90er/Anfang 00er Jahre zu den wildesten Neuen Markt Zeiten. Und damals waren – überspitzt formuliert – Aktien mit 100% Kursgewinne Langweiler – 1000% sollten es schon sein, Dividendenzahler und Blue Chips waren total langweilig. Ich bin dann in den Folgejahren schon deutlich ruhiger und konservativer geworden, aber der Fokus war doch immer auf möglichst Kursgewinne aus. Das Umdenken auf die Erzielung eines regelmäßigen, „sicheren“ Cashlfows war wirklich die größte Änderung und Umstellung in den letzten Monaten/Jahrne.

  19. Mark85Mark85

    An June: Na klar, man muss doch über seine Klunker auf dem Laufenden sein. 😉

    Die aber nicht in meiner neuen Wohnung aufbewahrt sind: https://youtu.be/MGl-f3S1h6s 😀

    Bin voll zufrieden: 24 m² für 300 € warm mit schönem Ausblick in sehr zentraler Lage. Alles in 1 bis 2 Minuten fußläufig zu erreichen: Fußgängerzone, 2 Einkaufszentren, Stadtverwaltung, Krankenkasse, Ärzte, Bahnhof mit S-Bahn-Anbindung nach Berlin usw.

    – 300 Euro Wohnung
    – 200 Euro Lebens- und Haushaltsmittel
    – 30 Euro Strom
    – 20 Euro Rauchen
    – 20 Euro Internet und Telefon
    – 18 Euro Rundfunkbeitrag
    – 6 Euro HD-Fernsehen
    – 5 Euro Versicherungen

    Plus mal ein paar Euro hier und da für Freizeit, Bildung und Unterhaltung (Bücher, Filme, Verkehr und Ausflüge). Man benötigt erstaunlich wenig, um ein erfülltes Leben führen zu können. Der einzige Luxus, den ich mir gönne: Reisen.

    Für eine 4-köpfige Familie lebt Michael mit zirka 2.300 Euro pro Monat definitiv sparsam. 4-köpfige Hartz-4-Familien haben nicht viel weniger zur Verfügung, wenn man alles gegenrechnet: Regelsätze, angemessene Übernahme der Wohnungskosten, Befreiungen und Vergünstigungen.

  20. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Michael

    Sorry. Ich habe das im Vorspann geändert. Ich habe „und andere Schulden“ gelöscht, damit das klarer ist. Das habe ich missverstanden. Noch mal großen Respekt für Deine klare, detaillierte Planung. Und Deine Zielstrebigkeit.

  21. June

    @Michael,

    mein Ansatz ist eine ganz konservative Bewertung. Nennt sich Niedrigstwertprinzip siehe HGB (253 behaupte ich jetzt so, ohne nachgeschaut zu haben.) und kommt aus der Bilanzbuchhaltung. Der Ansatz lautet, niemand darf sich reicher rechnen als er ist. Gilt für Unternehmer und kann bei Privathaushalten nicht schaden. Tatsächlich ist dein Ansatz aber sicher ausreichend und ehr konservativ.

    @Mark

    deine Ausgaben, der Wahnsinn. Ich sehe da nur ein einziges Einsparpotential. Das auch gleichzeitig Gesundheitsfördernd wäre. Mit dem Rauchen aufhören 😉

    Take care,

    June, die bei diesen Themperaturen heute Teilzeit arbeiten wird.

  22. Kiev

    Hallo Michael,

    ich finde Deine Kreditplanung sehr gut gewählt. Besonders die neue Aufteilung in zwei Kredite mit unterschiedlicher Laufzeit. So kannst Du in einem zeitlich überschaubaren Horizont mit einer hohen monatlichen Belastung viel tilgen und hast nach Ablauf des ersten Kredites eine geringere monatliche Belastung. Da dieser Kredit am Ende seiner Laufzeit abgezahlt ist sehe ich kein Problem darin ein Vermögen in Aktien parallel mit der eingesparten monatlichen Belastung aufzubauen. Zumal die 70k€ anfängliche Restschuld für beide Kredite in der heutigen Zeit für einen Informatiker und dem Einkunftspotential Deiner Frau nicht zwingend Untergangsszenarien aufrufen müssen. Achtung! Bei einer Restschuld nach der Laufzeit eines Kredites muss man für sich entscheiden welches Risiko man eingehen möchte und kann.

    Den Zeithorizont über 5 Jahre der höheren 1200€ Ratenzahlung  finde ich auch deswegen so gut, da man seine Jobsicherheit usw. in so einem Zeitraum auch besser einschätzen kann als über einen Zeitraum von 15 Jahre. Die monatliche Rate muss man ja den ganzen Zeitraum aufbringen können.

    Du hast schon Finanzierungen gesichert, die am Ende der Laufzeit abgezahlt sind. Da bleibt kein offenes Restrisiko. Herzlichen Glückwunsch! Ich würde alle Einnahmen, die über den Plan hinaus gehen in Aktien investieren. Damit ist langfristig eine gute Rendite zu erwarten. Aber halte genug Kapital beiseite, dass es auch nicht wieder angetastet werden muss.

    Ich kann nicht nachvollziehen, dass Eigentum in Form eines Hauses nicht als Vermögenswert angesehen werden, sondern als Verbindlichkeit aufgrund der Instandhaltung. Aufruf an alle Leser! Ich erkläre mich bereit die Last Eurer Mehrfamilienhäuser unentgeltlich auf mich zu nehmen. Ihr könnt Sie mir einfach übertragen ohne mir dafür Geld geben zu müssen.

    Spaß beiseite. Auch die Rendite von selbstgenutzten Eigentum kann man einfach ausrechnen. Falls Du Deine monatliche Sparrate berechnest, indem Du nur die Zinsen der Bank, Instandhaltungskosten und Lifestyle Wertsteigerungsmaßnahmen (Jacuzzie in einer Palmenoase) als Ausgaben mit einberechnest, musst Du bei Deiner Berechnung des Vermögens in Zusammenhang der FU dies mit einbeziehen. Wenn Du als Beispiel anhand Deiner Ausgaben ein Vermögen von z.B. 500.000 Euro benötigst um finanziell unabhängig zu sein darfst Du auf der Habenseite nicht das Haus als Vermögen mit einrechnen. Setzte es doch als passives Vermögen, dass nicht für die Berechnung der FU zählt. Es ist da, aber es bringt keine Rendite. Die Mieteinsparung hast Du ja schon eingerechnet. Somit sind auch Wertsteigerungen des Hauses irrelevant solange Ihr selbst darin wohnt. Lediglich die aktuelle Zinszahlung fällt langfristig weg, kann also bei der Berechnung der FU berücksichtigt werden. Falls Ihr Euch im Alter verkleinern wollt könntet Ihr höchstens die Differenz von dem Haus zu der Zielunterkunft einberechnen. Das kann aber jederzeit Schwanken, vor allem falls sie in anderen Regionen liegen.

    Ich bin dennoch der Meinung, dass ein Einfamilienhaus höchstwahrscheinlich nicht so rentabel ist wie ein gleichwertiges Aktiendepot über einen langen Zeitraum. Korrekturen kann es auf dem Immobilienmarkt geben. Gerade in Regionen mit besonderes hohen Preissteigerungen gibt es entsprechend Potential für Korrekturen. Das gilt für München, ebenso wie den Aktienmarkt im allgemeinen. Die nächste Korrektur kommt bestimmt und sie wird auch wieder eingeholt werden.

    Falls Dein Haus nur eine Rendite gegenüber einer vergleichbaren Miete von 4% oder etwas weniger hat ist das doch auch ok. Sieh es Positiv. Geld sparen kann man indem man z.B. auf Restaurantbesuche verzichtet, liest und die Zeit mit Familie und Freunden zu Hause verbringst. Wenn Du jetzt Deinen Garten mit Konsumgütern eingerichtet hast, kannst Du immerhin die Zeit zu Hause mit Familie, Freunden und Essen sehr genießen. Es ist bei Euch im Garten doch bestimmt schöner als in vielen Restaurants. Das kann man nur toppen wenn man in einer WG an einer stark befahrenen Straße in einer Souterrain Wohnung wohnt, oder einfach bei seinen eigenen Eltern bleibt, freiwilligen offenen Vollzug durchführt oder vielleicht ein Schlafforschungsunternehmen findet, dass Euch jeden Tag über einen Zeitraum von ein paar Jahren untersucht. Da würde sogar die Miete wegfallen. Ich schweife wieder ab vom Thema. Konsumverweigerung kann ein Zwang sein oder ein Gewinn. Wenn man in seinem Traumhaus lebt ist der Verzicht auf Konsum und das Verbringen von Zeit mit seiner Familie und Freunden sicher ein Gewinn.Viel Erfolg!

    Kiev

     

     

  23. chaostrader

    Irgendwie üben Gold- und Silbermünzen schon eine gewisse Faszination auf mich aus.

    Um Himmels willen keine Münzen, wenn es schon Edelmetalle sein sollen. Wenn dann nur Barren. Für Münzen zahlt man heftig drauf, und beim Verkauf gibts meist nur den Materialwert. Bei Silber kommt noch Märchensteuer drauf, die man beim Verkauf auch nicht wieder bekommt als Privatmensch. Außerdem sind die Ankaufpreise im Vergleich mit Verkaufspreise bei Silber grottenschlecht, das ist kein Investment, nicht mal Diversifikation sondern eher Geldvernichtung.

    Und Aufbewahrung ist doch kein Problem wenn man ein Haus hat. Ein halbes Kilo Gold ist winzig, das ist schnell mal versteckt, verbuddelt oder eingemauert

  24. felixberlin

    @chaostrader

    finde münzen gar nicht schlecht.

    bei ebay gab es auch schon öfters aktionen wo z.b. degussa oder pro aurum goldmünzen zum spotpreis angeboten haben (nein nicht spottpreis 🙂 )

    zusammen mit 10 fach paybackpunkten konnte man so recht günstig an krügerrand münzen rankommen.

    das ist natürlich die ausnahme und kommt nicht so häufig vor.

     

     

  25. Daniel

    @chaostrader:

    Das Gegenteil ist der Fall. In jedem Fall „NUR“ Münzen.

    Münzen bei Gold: Völlig egal, da zumindest ab der Größe von einer Unze der Aufpreis einer Münze bei ca. 1200-1400€ vernachlässigbar ist. Ich würde sogar mitlerweile dazu übergehen ältere Münzen zu kaufen, z.B. Vreneli welche um 1890 bis ca. 1950 geprägt wurden. Hat gleich zwei Vorteile. Zum einen ist die Stückelung kleiner, man ist immer noch sehr nah am Spotpreis und vor allem sind es historische Münzen. In der Vergangenheit waren numismatische Münzen auch nicht vom Goldverbot betroffen und ein weiterer Vorteil ist dass niemand weiß wann DU sie erworben hast. Vielleicht kommt irgendwann mal einer auf die Idee unter einer Haltedauer von 10 Jahren Spekulationsgewinne satt zu versteuern. Bei Münzen aus 1910 oder so kannst du immer sagen die hab ich geerbt.

    Bei Silber ist das Ganze noch besser „vermünzt“. Zum einen sind Münzen im Gegensatz zu Barren differenzbesteuert mit nur 7% statt dem vollen Mehrwertsteuersatz. Zum anderen sagt ja niemand wie groß eine Münze sein soll. Ich habe z.B. mehrere „1KG Münzen“. Aber auch bei normaler 1-Unzen Stückelung werden z.B. „Cook-Island“ Münzen differenzbesteuert weniger Kosten als das gleiche Gewicht als Barren und sind zudem in Teilen verkaufbar.

    Weitere Vorteile: Silber ist ohnehin spekulativ (genauso wie Gold aber ehrheblich volatiler), allerdings kann das auch eine Chance sein. Wer beispielsweise jeweils bei Ausgabe der jeweiligen Münzserie (z.B. Lunar oder Panda) zugeschlagen hat und dafür mehr oder weniger nur den Silberpreis bezahlt hat, hat ordentlich Geld gemacht, denn es kam der Sammler-Faktor noch hinzu. Wenn alle Stricke reißen hat man immer noch den Silber-Wert.

    Bei den Silber-Barren ist das Ganze meist hässlich eingeschweißt, die Münzen sind gerne auch mal gekapselt und können, sofern man es schön findet, auch mal direkt betrachtet werdenn.

    Naja, ich würde beides aktuell nicht mehr sonderlich besparen und bei kleineren Depotgrößen ohnehin nicht. Ich hab damals in meiner Gold-Silber-Bug Phase verhältnismäßig viel gekauft. Wäre in Aktien besser aufgehoben gewesen 😉

  26. Sparta

    @June

    „Dein Haus ist Vermögen, du kannst es Verkaufen, daher gehört es in deine Vermögensaufstellung.“

    Vermögen ja (abzgl. Schulden bzw. erzielbarem Verkehrswert (mit/ohne Zeitdruck)), aber positiver Cashflow ist differenzierter und bei selbst genutztem Wohneigentum bzw. abnutzen ist der Cashflow in den allermeisten Fällen negativ bzw. bei vielen Immo-Rechnungen „Augenwischerei“. Nichtsdestotrotz gibt es die „Augenwischerei“-Rechnungen auch bei Aktien/etf`s.

    In den allermeisten Fällen ist die eigene & selbst bewohnte Immobilie nicht zum verkaufen gedacht, sondern als Lebensstil-Entscheidung bzw. Lebenstraum. Der beste Faktor ist hierfür das Zwangssparen!

    Leverage-Entscheidungen hängen von vielen individuellen Faktoren ab. Beamte, stabile Partnerschaften, Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheit und und und….

    Für mich persönlich kommt kein leverage & Bankabhängigkeit in Frage, da finanziell frei für mich auch frei von einer Bankwillkür oder Verbindlichkeiten sein muss!

  27. Anna

    @ June

    Mit dem Rauchen aufhören?? Das geeeeht doch gar nicht. Der arme Finanzminister. Der muss die fehlenden Batzen der  Tabak- und Mehrwertsteuer (wer immer die auch kriegt) ersetzen und neue Quellen suchen. Aber das hat bislang jeder Finanzminister hingekriegt. (Ironie off)

    Viel Spaß beim Schwitzen wünscht

    Anna, die bei 20 °C heute durchatmen kann.

     

  28. June

    @Sparta,

    Ich habe in Zusammenhang mit Michaels Immobilie nichts von Cash-Flow geschrieben. Mein Vorschlag des Vermögensansatzes ist die konservativste Form überhaupt. Nämlich das Niederstwertprinzip. Dabei werden Grundstück und Haus getrennt betrachtet. Das Grundstück verliert ja nie an Wert und geht mit dem Kaufpreis in die Vermögensaufstellung ein. Das Haus wird zum Anschaffungspreis bewertet und verliert jedes Jahr 2 % bis es nach 50 Jahren einen Erinnerungswert von 1 € hat. Damit ist deiner Abnutzung genüge getan, da Michael im bilanzbuchhalterischen Sinne nur bei wenigen Modernisierungen eine Zuschreibung durchführen könnte.

    Da eine selbstgenutzte Immobilie keine Einahmen bringt, gibt es keinen Leverage Effekt. Michael hat zwar einen Kredit aber es gibt keine Eigenkapitalrendite und damit auch kein Hebel, da er mit seiner Immobilie ja keinen Umsatz und damit auch keinen Gewinn erzielt. Die Investitionsrendite muss über dem Fremdkapitalzins liegen um einen Leverage Effekt zu haben. Daher haben nur Vermieter einen Leverage-Effekt ;). Denn wir bewerten die selbstgenutzte Immobilie ja nicht nach ihrem theoretische Verkaufspreis.

    Mir ist Bewusst, dass ein Haus oder eine Wohnung in der Regel als Livestyle Entscheidung gilt und wegen der Reparaturen und Modernisierungen innerhalb der FU Bewegung als Verbindlichkeit betrachtet wir. Aber, wir müssen alle irgendwo wohnen und ich persönlich halte bei Familien die aufgrund von schulpflichtigen Kindern sowieso für viele Jahre überwiegend Ortsgebunden sind, die bewusste und finanziell durchdachte Entscheidung zum Kauf einer Wohnung oder eines moderaten, Betonung auf moderat, Reihen-, Doppel- bzw. Einfamilienhauses für sinnvoll. Ob ich Miete zahle oder moderat Eigentum bilde ist hier nebensächlich. Nur eine Miete ist eben immer eine endgültige Ausgabe, Thema Zwangssparen. Und eine Belastung in Höhe von 800 € inclusive Zins und Tilgung war auch schon vor 10 Jahren für ein Haus moderat. Und im Notfall, kann man eine Imobilie verkaufen und sich verkleinern. Ein Single mag da ganz anders denken.

    @Anna,

    ach je, habe ich ganz Vergessen, dass der Herr Fianzminister dann ja Cash-Flow Probleme bekommt. Sollen wir in Zukunft besser Raucherprogramme anstatt Raucherentwöhungsprogramme anbieten. 😉

    Take care,

    June

  29. Mark85Mark85

    An chaostrader, Daniel und felixberlin: Bei Silber finde ich die Aufgelder total erschreckend: zirka 20 Prozent, die man nach dem Erwerb erst mal wieder reinholen muss, um auf +-0 zu kommen. Deshalb kommt für mich nur Gold infrage. Auch wegen der höheren Wertdichte: https://ibb.co/fkfAYQ

    Linker Wert: 4.800 Euro
    Rechter Wert: 361.000 Euro

    😉

  30. Daniel

    @Mark85:

    Du hast mit deiner Aussage nicht Unrecht und das ist auch der Grund weshalb die meisten zu Gold tendieren. Es ist auch einfacher zu lagern, denn es läuft nicht an etc.

    Für mich ist Silber nur (ganz persönliche Meinung) das Material mit der höheren Chance auf Wertsteigerung. Machen wir uns nix vor, Silber ist spottbillig derzeit. Es ist so billig dass es in der Industrie einfach verbraucht wird und sich niemand die Mühe macht es irgendwie mit viel Mühe irgendwo wieder herauszuholen. Demnach schrumpfen die Bestände.

    Gold hat eigentlich kaum noch Nutzen in der Industrie im Gegensatz zu Silber bzw. wird kaum noch verbraucht. Es liegen soviele Tonnen Gold mitlerweile in irgendwelchen Tresoren, Safes etc. dass der Markt für mehrere Jahre geflutet werden könnte und ein Vielfaches der jährlichen Fördermenge gelagert ist.

    Meine Anlage in diese Metalle ist auf 20, 30 oder 40 Jahre ausgelegt. Ich bin mir der Tatsache bewusst dass sowohl Gold als auch Silber kein Geld generieren, damit den gewünschten Zinseszins nicht haben (einer der Gründe nur kleine Anteile zu haben), glaube aber schon daran dass im Jahr 2040 kein Silber mehr für 20$ die Unze gefördert wird 😉

  31. Sparta

    @June

    „Da eine selbstgenutzte Immobilie keine Einahmen bringt, gibt es keinen Leverage Effekt.“

    Dass Fremdkapital für die selbstgenutze Immo und die gleichzeitige Börseninvestition mit Eigenkapital ist ein Leverage auf das Gesamtvermögen des Individuums.

     

    Es gibt unterschiedliche Formen (vertretbar, moderat, aggressiv). Allerdings ist und bleibt es „leverage“ auf das Gesamtvermögen in meiner beschränkten Wahrnehmung.

    Du darfst mich gerne korrigieren, denn mir ist „Recht haben“ nicht so wichtig, sondern eher Erkenntnisgewinn bzw. meine eigenen Fehler & Denkweisen zu optimieren. 😉

  32. Andrea

    Daniel, Gold ist aber auch nicht nur hier, sondern in anderen Ländern beliebt (Indien, China …).

    Für die Schmuckherstellung sind Gold und Silber jetzt schon fast zu teuer.

  33. Rene

    Eine Immobilie zurück zu zahlen ist meines Erachtens eine gute Sache und natürlich ist sie etwas Wert. Im Fall der Fälle ist es „beleihungsfähiges Eigenkapital!“

    Zum Gold – es ist zwar kein Industrieprodukt und tatsächlich lagert es in vielen Tressoren, aber in welchen? Hauptsächlich in denen der Nationalbanken. Ich denke mal, die wissen warum.

    Meine Meinung – ohne Anspruch auf Richtigkeit:-)

    Schulden zahlen, Notfallgeld auf der Seite (können auch ein paar Goldmünzen sein), erst dann Verögensaufbau und das diversifiziert.

  34. June

    @Sparta,

    ich habe deinen Beitrag nicht auf das Gesamtvermögen bezogen verstanden, sondern lediglich auf die selbstgenutzte Immobile.

    Beziehst du dich auf das Gesamtvemögen ergibt sich natürlich ein indirekter Leverage Effekt für die Börseninvestitionen.

    Gut das wir darüber gesprochen haben, so leicht kann man sich missverstehen 😉

    Take care,

    June

     

  35. chaostrader

    Für mich ist Silber nur (ganz persönliche Meinung) das Material mit der höheren Chance auf Wertsteigerung. Machen wir uns nix vor, Silber ist spottbillig derzeit.

    Also wenn du mit dem Edelmetall spekulieren willst, dann tu das, aber aus der Diskussion bin ich raus. Wenn du fest mit einer Wertsteigerung rechnest gibt es dafür ganz tolle gehebelte Anlageformen.

    Ich betrachte Edelmetall (und andere, „alternative“ Investments)  als eine Diversifikation des Gesamtportfolios, die mir Sicherheit im Crashfall geben, und mit denen man (im Gegensatz zu Betongold) auch mal rebalancieren kann wenn es knallt.

  36. Daniel

    @chaostrader:

    Interessant dass du es so drastisch siehst. Spekulieren…natürlich spekuliere ich mit Edelmetallen. Es gibt meines Erachtens nur 4 Bereiche die nicht Spekulation sind… AAA-Staatsanleihen, Girokonto, Tages und Festgeld. Bei allen ist der Ausfall „nahezu“ unwahrscheinlich und man hat eine Planungsgrundlage für Kapitaleinkünfte.

    Auch wenn gerne anders dargestellt, Aktien sind auch nichts anderes als Spekulationsobjekte, genauso wie Unternehmesanleihen, Immos, Edelmetalle usw. Es gibt keine „Beitragsgarantie“ das rauszubekommen was man reingesteckt hat und natürlich gehören Silber und Gold hierrein. Das ist keine RK1 „risiko-frei“ Anlage.

    Natürlich ist ein Edelmetall eine Diversifikation des Portfolios, und das sehe ich auch genauso, dennoch ist es eine spekulative Diversifikation von der man sich erhofft dass sie eine geringe Korrelation mit den Aktienmärkten hat.

    Für mich ist die Sache klar, ich erhoffe mir in 30 Jahren durch den Verkauf mehr Geld reinzuholen als ich vorher ausgegeben habe. Aber deine „Sicherheit“ im Crashfall ist mir nicht ganz klar.

    Sagen wir du hast ein 100.000€ Gesamtdepot und 0 auf Giro und 95.000€ in Aktien und 5%, also 5000€ in Gold. Und sagen wir dein Aktiendepot kracht in der Krise um 70.000€ ein auf 25.000€ und der Goldpreis würde sich sogar verdoppeln auf 10.000€, dann hast du 35.000€ im Depot aber immer noch ein dickes Minus. Ja, es ist abgefedert, aber es bringt doch keine Sicherheit. Und was dann, willst Du während der Krise dann verkaufen? Also Market-Timing betreiben?

    Ich bin ja bei dir dass es auch mental schön ist zu wissen dass etwas im Depot ist das sich (vermutlich) anders verhält als die Aktienmärkte. Aber ich mache mir da keine große Hoffnung das mein Edelmetall-Bestand mein Depot in irgendeiner Weise groß auffängt oder schützt. Dazu müsste ich die Anteile auf 10, 15 oder gar 20% aufstocken. Und langfristig wäre das Geld in Aktien besser aufgehoben.

    Mal ganz provokativ gefragt. Es kommt mir so rüber als ob du das etwas sarkastisch/ironisch meinst mit meiner Zukunftsaussicht mit den Edelmetallen. Sonst hättest Du die Hebel nicht erwähnt. Darf ich fragen warum du nicht deine Aktien oder Aktien-ETF hebelst? Glaubst du etwa nicht daran dass der Markt langfristig steigt?

    Natürlich glaube ich dass der Markt steigt, sonst wäre ich weder an der Börse noch im Edelmetall investiert sondern würde weiterhin nur Tagesgelder füllen um das Geld trotz Inflation irgendwo beisammen zu halten. Und Hebel einzusetzen ist für mich nicht mehr nur reine Spekulation, sondern wilde Zockerei für Geldgierige.

  37. Ex-Studentin

    Mich interessiert vor allem, wie man Studium + Arbeiten + Kinder unter einen Hut bekommt. Wie habt ihr da gewohnt? Hattet ihr ein Auto? Von wie viel Geld habt ihr ca. gelebt und hattet ihr Unterstützung?

    Ansonsten ist es sicherlich ein Vorteil, dass ihr so günstig ein Haus bauen konntet. Obwohl ich mich das in einer Krise und frischem Berufseinstieg nicht getraut hätte. Aber wer so ein Schisser ist wie ich, sagt im Nachhinein auch immer „Hätte ich damals..“

     

  38. Michael

    Der Spagat zwischen Studium, Beruf und Kinder hat eigentlich ganz gut geklappt. Die Einnahmesituation sah in etwa so aus (ganz genauen Zahlen hab ich nicht mehr im Kopf, müsste aber ungefähr hinkommen)

    Nebenjobs meiner Frau und ich, zusammen ca. 700 Euro mtl
    Bafög ca. 450 Euro (nach der Geburt unseres ersten Kindes erhielt ich nicht mehr den Höchstsatz wie vorher, da wir jetzt zu dritt in der Wohnung waren und mein MIetanteil entsprechend geringer war (wurde faktisch komischerweise wie eine WG gewertet)
    Dafür hatten wir ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf Wohngeld, ca 150 Euro (war jedes mal ein Riesenakt, da das WG immer nur für max 1 Jahr, teilweise weniger, genehmigt wurde und die Neubeantragung immer einen Wust an Formularen und Nachweisen erforderte
    Kindergeld für Kinder ca. 150/300 (erste Kind kam im 2. Semester, das zweite im 6.)
    teilweise erhielten meine Eltern auch wieder Kindergeld für mich (150)

    Insgesamt waren das immer so ca. 1600 – 1800 Euro im Monat, da gibts keine großen Sprünge.

    Wir haben zur Miete gewohnt (Warmmiete ca. 550 – 600 Euro). Da wir in einer ländlichen Kleinstadt wohnen, hatten wir auch zu der Zeit zwei Autos – anders geht es kaum, da eigentlich kein brauchbarer ÖPNV vorhanden ist. Ich musste zur FH zwar nur ca. 20 km fahren, aber dann wäre meine Frau mit Kind(ern) die meiste Zeit ohne Auto gewesen. (Finanzielle) Unterstützung von (Schwieger)eltern gab es im normalen Bereich wie Essen bei (Schwieger)eltern, Unterstützung Betreuung usw. Aber regelmäßige/mtl. finanzielle Unterstützung mit festem Betrag o.ä. hatten wir nicht.

    Generell ist meine Erfahrung oder Rat, wenn ich das so sagen kann, dass man sich vor größeren Entscheidungen nicht zu viele Gedanken machen, sondern durchaus auch auf seine Intuition hören soll. Natürlich haben wir uns bei solchen größeren Veränderungen wie

    Entscheidung Studium nach 5 Jahren im Job mit 23
    Kinder früh während Ausbilung ohne geregeltes Einkommen mit Mitte 20
    Hausbau kurz nach Arbeitsaufnahme und mitten in der Finanzkrise

    intensiv Gedanken gemacht, ob und wie es funktioniert. Aber auch die beste Excel Liste kann hier nur einen möglichen Weg vorzeichnen, in der Praxis wird es meist anders verlaufen. Ein gewisses Risiko ist natürlich immer dabei, aber wenn man das nicht eingeht, wäre ich heute wahrscheinlich immer noch im langweiligen und frustrierenden Bankjob, kinderlos und in der Mietwohnung 🙂

     

     

     

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