Meine dümmste Geldverschwendung


New York, 15. Juli 2013

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Als ich in Frankfurt arbeitete, war mir die Miete in der Finanzmetropole zu teuer. Ich wohnte stattdessen in Mannheim und pendelte mit dem Auto täglich. Im Nachhinein war das eine dämliche Entscheidung. Ich verschwendete Zeit und Geld. Von der Umweltverschmutzung ganz zu schweigen.
Nach meiner Erfahrung rate ich Ihnen, in die Nähe Ihres Arbeitgebers zu ziehen. Im Idealfall sollten Sie ÖPNV, Rad oder die Füße benutzen.
Nehmen Sie an, die einfache Strecke nach Frankfurt sind 70 Kilometer, es sind also 140 Kilometer am Tag. Eine Tankfüllung reichte mir knapp eine Woche.
Ich zahlte etwas mehr als 100 Euro pro Woche an der Tankstelle. Das macht 400 Euro im Monat. Das sind in einem Jahr 4800 Euro. Nach zehn Jahren sind grob 50.000 Euro futsch.
Hinzu kommt: Die Abnutzung des Autos, Reparaturen, Steuern, Versicherung, Inspektion, TÜV… All das aufsummiert ist eine Vermögensvernichtung. Es kommen schnell in meinem Fall 80.000 Euro in einem Jahrzehnt zusammen.
Seit acht Jahren habe ich kein Auto mehr. Ich nutze U-Bahn, Bus, Rad, meine Beine. Ich spare nicht nur Geld, ich fühle insgesamt viel besser.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Meine dümmste Geldverschwendung

  1. Matthäus Piksa

    Laut einer gemeinsam vom Institut für Automobilwirtschaft und Dekra veröffentlichten Studie, die ich auf Anhieb nicht im Internet fand, sinkt die Bedeutung des Autos als Statussymbol. Zumindest bei Großstädtern.

    Die Kosten iHv 80.000€ für Sprit+Sonstiges erhöhen sich nochmals um den (Neu-)Anschaffungspreis des Autos.
    Die neue S-Klasse kostet 80.000€, macht also ca. 160.000€ in 10 Jahren. Dafür fährt das High-Tech-Gerät dank Stop&Go-Assistenten ohne Zutun des Fahrers durch den Stau!

  2. finanziell umdenken

    In einer Großstadt braucht man im Standardfall kein Auto, außer für den Transporte von Möbeln oder größeren Einkäufen. Aber dafür kann man sich zur Not auch einen Wagen mieten.
    Ich kenne aber einige Leute, die sich morgens und abends in den städtischen Stau stellen und dann noch eine Weile einen Parkplatz suchen. Die Gebühren für Parkplätze oder Verwarnungsgeld für falsches Parken müsste man in der Rechnung oben noch mit aufnehmen.

    Der öffentliche Nahverkehr – oder wenn das Wetter mitspielt – das Rad reichen in der Regel aus.

    Abgesehen von enorm viel Geld, was dabei nicht ausgegeben und für sinnvollere Dinge verwendet werden kann, tut man auch was für die Gesundheit. Radfahren ist noch jedem einleuchtend. Aber selbst die Treppen zur U- oder S-Bahn steigen fördert die Gesundheit mehr als wenn man sich vom heimischen Sofa ins Auto setzt, den ganzen Tag im Büro sitzt und es abends wieder direkt aufs Sofa zurückkehrt.

    VG
    Lars

  3. StefanStefan

    Hey Tim.

    Ähnlich habe ich es auch. Pendle mehrmals die Woche von Mannheim nach Frankfurt an die Uni. Für mich kommt aber ein Umzug allein aus familiären Gründen nicht in Frage. Habe einen 3-jährigen Sohn.

    Zugfahren ist allerdings nicht wirklich viel billiger als Auto fahren. Für die Strecke F-MA wollen die im Monat um die 300 €.

    Es stimmt schon: ein Auto ist eine riesige Geldvernichtungsmaschine. Mich wundert es immer wieder wie viele Deutsche bereit sind dafür so viel Geld auszugeben.

    Gesund finde ich U-Bahn fahren nicht unbedingt. Ich wurde früher regelmäßig krank. Bei den ganzen Keimen die sich da tummeln an Griffen usw. auch kein Wunder.

    In einer Großstadt wie New York, Berlin, Hamburg usw. bräuchte ich auch kein Auto. Im ländlichen Raum ist man allerdings ohne ziemlich aufgeschmissen…

  4. Felix

    Für mich ist ein Auto auch ein Stück Freiheit, das ich keinenfalls missen möchte. Sich am Wochenende spontan entschließen zu können, irgendwo hinzufahren, auch wo keine Gleise liegen, ist wunderbar.
    Dafür bin ich auch bereit zu zahlen.

  5. tim schaefertim schaefer

    Hi Lars,
    ich stimme Dir zu.

    Hi Stefan,
    Pendeln ist nicht nur teuer, es raubt Zeit und Nerven. Ich habe es im Rückblick bereut. Wäre ich nur umgezogen…

    Nun ein paar Keime in der U-Bahn können das Immunsystem auch stärken. Ich finde diese antibakteriellen Flüssigkeiten und Tücher, die einige Pendler ständig nutzen, übertrieben.

    Hi Felix,
    jeder sollte das für sich Passende Rezept finden.

    Viele Grüß0e
    Tim

  6. Thorsten

    Ich hasse öffentliche Verkehrsmittel und lieb die Unabhängigkeit. Wohn aber auch nicht in einer Großstadt.

  7. Kapitalmarktexperten

    Interessanter Artikel mit eindrucksvollen Zahlen (was man mit 80.000 Euro so alles anstellen könnte 😉

    Aber das funktioniert alles nur gut, wenn man in der Großstadt oder in Großstadtnähe wohnt. Ich selbst wohne auf einem Dorf ca. 25 km von Frankfurt entfernt, und da wird alles schon deutlich schwieriger. OK, der Weg auf die Arbeit ist überschaubar. Aber der ÖPNV ist momentan noch so schlecht, dass aktuell leider keine große Alterntive zum Auto besteht. Auch wenn das Auto für mich absolut kein Statussymbol ist, ich brauch es einfach. Und so wird es vermutlich sehr vielen anderen Menschen auch gehen…

  8. Me, myself and you

    Grundsätzlich richtig, nur:

    a) gilt das nur für Großstädte mit gut ausgebautem ÖPNV

    b) bietet einem ein Auto, wie hier richtig geschrieben wurde, auch ein Stück weit Freiheit

    c) kommt man nicht überall mit den Öffentlichen hin (liegen halt nicht (mehr) überall Gleise etc.) und man ist an Abfahrtzeiten gebunden

    Dennoch hast Du für die Großstädte wie Berlin, München oder natürlich NYC Recht. Aber halt auch nur dort.

    DIE Alternative wird allerdings wohl eines Tages Tesla Motors bieten…

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