Mein minimalistisches Leben in New York


New York, 9. Juni 2015
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Marmorfigur meditierend auf einem Kissen sitzend. Aus dem 11. Jahrhundert. Der alte Yogi ist zu sehen im „Metropolitan Museum of Art“ in New York.

Seitdem ich in New York lebe, bin ich Minimalist. Ich kam in die Metropole mit einem einzigen Koffer. Ich habe mich von einer WG zur andern fortbewegt. Mittlerweile habe ich zwar ein eigenes Appartement, aber mit wenig Platz.

Das Leben auf kleinem Raum hat Vorteile. Sie können keinen Plunder anhäufen. Es ist einfach kein Platz vorhanden. Der Einbauschrank ist klein. Und mehr geht eben nicht rein. Ständig muss ich ausmisten. Fast jeden Tag entferne ich etwas.

Es ist wie ein Befreiungsschlag, wenn ich einen Beutel altes Zeug in den Müllraum trage. Je weniger Krempel ich habe, desto zufriedener bin ich. Studien weisen darauf hin, dass Verbraucher, die ständig neues Zeug kaufen, sehr unzufrieden sind.

Warum? Lebemänner stecken in einem Hamsterrad des Konsums fest. Ständig muss sie etwas Neues happy machen. Nie sind sie dort, wo sie hinwollen. Mehr. Mehr. Mehr.

Genügsamkeit macht dagegen zufrieden. Weniger Zeug ist mehr. Wir sind soziale Kreaturen, die zufrieden sind, wenn wir mit anderen Menschen zusammen sind. Wenn wir anderen helfen können. Wenn wir anderen etwas schenken können.

Value-Anleger sind im Kern sehr genügsame Menschen. Denken Sie an Warren Buffett. Oder an dessen Lehrmeister Benjamin Graham. Oder an John Templeton, den Investmentfondspionier, der jeden Tag am Strand eine Stunde lang spazieren ging und sich im Meer (bis zur Brust) abkühlte.

Ich gehe selten ins Restaurant. Ich kaufe überwiegend frisches Obst und Gemüse. Und greife auf gesunde Kohlenhydrate zurück, eben auf Bohnen, Linsen, wilden Reis, Kartoffel… Ich werfe alles zusammen in eine Pfanne. Manchmal grille ich.

Ich versuche so essen, wie es uns bestimmte Regionen vormachen, wo die Bewohner über 100 Jahre alt werden. Keine Dosen. Kein Gefrorenes. Kein Fertigessen. Kein Junkfood. Ja, Ausnahmen erlaube ich mir. Selbstverständlich.

Ich habe kein Auto. Ich habe keine Konsumschulden. Ich laufe sehr viel. Mache jeden Tag Sport. Ich glaube, ich setze die Prioritäten besser als früher. Natürlich ergibt das alles kein Paradies. Traurige Momente gibt es noch immer.

Was ich für Dinge möchte? Puh, daran zweifle ich oft. Ich wartete zum Beispiel ewig lang, bis ich mein erstes iPhone kaufte. Was macht mich glücklich? Lesen, Reisen, Familie, Natur, Sport. Ich denke so wie der kalifornische Philosoph Alan Watts darüber nach:


So wie ich mit dem Konsum ins Reine kam, habe ich Ruhe an der Börse gefunden. Zum Glück. Ich bin dankbar dafür. Ich halte meine Aktien für die Ewigkeit. Ich weiß, dass Anleger jede Kursveränderung beobachten. Sie lesen jede neue Meldung über ihre Aktie. Dabei übersehen sie, dass die meisten Meldungen keinerlei Bedeutung für das langfristige Wohlergehen der Firma haben.

Am besten ist es Ruhe zu bewahren. Am besten stellen Sie sich vor dem Aktienkauf vor, was alles Negatives passieren kann. Haben Sie das durchgedacht, können Sie vermutlich die schlechten Nachrichten besser ertragen. Gehen Sie so vor, sind Sie bei der Aktienauswahl vorsichtiger.

Der typische Anleger springt bei schlechten Nachrichten raus und ersetzt das Wertpapier. Studien zeigen, dass eine zu hohe Aktivität große Schäden in der langfristigen Performance anrichtet. Professor Terrance Odean sagt: „Grundsätzlich schadet das Trading den Menschen.“ Männer handeln besonders aktiv, sagt der Wissenschaftler. Vorsicht!

Im langen Schnitt sind mit Aktien acht bis neun Prozent zu erzielen. Das ergibt sich aus Rückrechnungen des Dow Jones, 20 bis 100 Jahre. Nur wer lange ausharren kann, kann die acht bis neun Prozent schaffen. Wer ständig springt, kommt auf diese Rendite mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Sondern holt weniger. Oder macht Verlust.

Denken Sie nur an zwei Dinge: Die besten Tage im Jahr kann der Trader verpassen. Der Geduldige wird diese Tage erleben. Der Trader verliert Gebühren, womöglich Steuern und am Spread zwischen Ask und Bid.

Auf Dividenden entfällt die Hälfte der Gesamtrendite. Ein Langfristanleger nimmt jede Dividende mit. Ein Trader wird einige Ausschüttungen verpassen und hat schon wieder ein Problem, das er oftmals gar nicht wahrnimmt. Es ist liegt an seiner Selbstüberschätzung.

Fazit: In der Ruhe liegt die Kraft.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mein minimalistisches Leben in New York

  1. Couponschneider

    Ich habe heute auch ein wenig ausgemistet. Manchmal frage ich mich, wozu das alles? Praktisch habe ich zwei Jeans, die ich im Wechsel trage. Ein Blick in den Kleiderschrank offenbart mir aber noch mehr Jeans. Die Jeans habe ich nicht entsorgt. Da ich täglich mit dem Rad fahre, verschleißen die Jeans im Schritt recht schnell. Entsorgt habe ich aber einen 13 Jahre alten Anzug, genauso ein paar Hemden.

    Mich regt der ganze Müll auch auf, der sich über die Jahr ansammelt, auch auf. Auch das, was man so geschenkt bekommt. Es ist befreiend. Natürlich sind dem auch Grenzen gesetzt, manchmal lohnt es sich sogar, manche Dinge häufig zu haben. Da ich regelmäßig Sport mache, schwitze ich immer T-Shirts durch. Es wäre echt blöd, wenn ich alle drei Tage waschen müsste. Heute reicht mir ein Waschtag in der Woche.

    Ganz schlimm bei mir ist auch, dass aus Sparsamkeit zig Tüten aufbewahre. Ich habe eine Einkaufstüte in der Hand und denke mir: Die kannst du noch gebrauchen. Bei Kartons das gleiche. Der Mist sammelt sich an.

  2. frank

    Hallo,

    Minimalismus ist ein Thema der Zukunft. Ich selbst versuche mit immer weniger zu leben und so wie du ,fühle ich mich immer befreiter, je mehr ich hergebe.

    Für unsere Aktien wäre es aber schlecht wenn sich diese Haltung durchsetzen würde.

  3. Claudius

    Danke für den tollen Beitrag. Ich habe mich an sehr vielen Stellen wiedererkannt. Ich habe leider nicht das Privileg in New York zu wohnen aber dafür eine ganz schicke 1-Zimmer-Wohnung am Meer. Aber auch sonst genieße Ich das Leben ohne viel Schnick-Schnack. Mein aktuelles Iphone habe Ich von einem Bekannten gegen einen Grill eingetauscht und wenn Ich Freunden erzähle, was Ich mir abends zu essen mache, dann fragen sie ob das denn überhaupt schmeckt.

    Ich liebe Minimalismus.

    Gruß,

     

    Claudius

  4. Gert / trading-options.deGert / trading-options.de

    Mein Opa, Jahrgang 1901, erzählte immer von einem Landwirt aus dem Dorf, der über sein Pferd meinte „Kaum hatte ich ihm das Fressen abgewöhnt, ist es mir eingegangen.“

    Jetzt ist es also schon erstrebenswert, beim Essen nicht nur zu sparen, sondern noch weiter zu gehen (Claudius). Das stößt bei mir auf völliges Unverständnis und ist mit „verschroben“ noch sehr höflich beschrieben.

  5. StefanStefan

    @ Claudius

    wo ist denn deine kleine Wohnung am Meer?

    Sowas könnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Nur meine bessere Hälfte meint, dass sie nicht immer an dieselbe Stelle fahren will…

     

  6. Florian

    Hi Tim,

    wieder ein klasse Artikel. Ich hatte auch das Vergnügen mit einem Fondsmanager zu arbeiten, welcher sehr medial präsent war.  Er ist Einkommensmillionär, fährt einen 15 Jahren alten Mercedes Kombi und hat ne kleine Wohnung. Ich war mit Ihm viel unterwegs und habe mir somit diesen Minimalismus teilweise für mich umsetzen können. Trotzdem gönne ich mir  gewisse Annehmlichkeiten, wie ins Kaffee oder essen gehen.

    Den ersten Kredit habe ich aber kürzlich aufgenommen, aber nur um meine Bafög Schulden zu begleichen. Da die Sofortzahlung der Schulden einen Abschlag von 15% hat und die Kredite relativ günstig sind, eine wohl vertrebare Sache.

    Zu deinem Punkt mit Templeton, ich glaube er hat mal gesagt: You cant time the markets you must be in the market.

    Dazu hatte ich mal ein Studie verfasst zum DAX, dass wenn man im Jahr 2014 und 2013 die 10 besten Handelstage verpasst hätte, im Minus gelandet wäre. Echt interessant.

     

  7. Markus

    @Florian

    Du spielst auf den Max an, oder? Einkommensmillionär… ich dachte er hat es vorher mit Aktien geschafft? 😉

    Man könnte die Studie auch umdrehen mit den schlechtesten Handelstagen.

    Bei buy & hold ist einerseits der Einstiegszeitpunkt (bei großen Einmalanlagen) sehr entscheidend und andererseits schafft es laut Studien nur eine kleine Minorität der Anleger die Tiefpunkte und downs zum Kauf zu nutzen. Einigkeit besteht in der Wissenschaft darüber, dass cost-average in der Mehrzahl der Fälle gegenüber sofortigen Investieren meistens (Rendite-mäßig) schlechter abschneidet.

    Der Mythos dass cost average immer besser sei, ist aber nach wie vor weit verbreitet.

    Andererseits ist es in der Mehrzahl der Fälle (Praxis) ein kontinuierlicher Prozess des Vermögensaufbaus, da die Sonderfälle (Erbschaft etc.) eher selten anfallen.

  8. Larry.Livingston

    Minimalismus ist ein Thema das mich schon länger fasziniert. Es gibt da einige hochinteressante englischsprachige Blogs zu dem Thema. Leider wird man in manchen Metropolen schon fast zum Minimalismus gezwungen. 😉

     

    @Florian,

    Heißt es nicht: „most important is time in the market, not timing the markets“?; dem kann ich aus eigener Erfahrung jedenfalls nur zustimmen.

    Ich bin vor ein paar Tagen schon über deinen Blog gestolpert und ihn mir mal gebookmarked. Schreibst du eigentlich auch die Kolumnen von FGI?

    Cheers,

    Larry

  9. ValueriaValueria

    Hallo liebe Minimalisten,

    super Tim! Deine Wohnung ist echt toll! Und genau richtig und ausreichend und noch dazu in NYC!!! Ich finde auch, dass Genügsamkeit eine tägliche Grundeinstellung sein sollte. Ich habe auch kein Auto, lebe in einem kleinen Haus auf kleinem Grundstück und trage seit meinem 14. Lebensjahr die selbe Kleidergröße XS 😉  Also ich bin auch eine Essensminimalistin.  Ich mag bio und Qualität, spare aber an den Mengen und lasse auch mal das Abendessen ausfallen. Meine Kinder kennen schon mal die Tage an denen das Menü „Reste essen“ bevorsteht und wir machen Arme Ritter dazu Kräutersalate mit Schnittlauch aus dem eigenen Garten. Ich liebe Essen, das nicht im Supermarkt zu kaufen ist, daher esse ich gern Sauerampfersuppe, oder mal Löwenzahn und wilde essbare Kräuter aufs Brot mit Quark, allerleih Beeren und Obst von den eigenen Bäumen.

    Meine Kinder tragen gebrauchte Kleidung und sind stolz darauf, dass sie sparen! Sie lieben ihre Kleidung wie neu! Nur Spielzeug kaufen sie neu, das wir später wieder verkaufen, falls noch brauchbar 😉

    Ich mache mir keine Sorgen, ob mein genügsames Verhalten dadurch die Wirtschaft bremst, denn wir kaufen durchaus. Nur habe ich gemerkt, dass ich das nicht mehr gern zuhause lagere, da der Raum und die Grundstückspreise hier teuer sind. Daher wird vieles nach dem Gebrauch wieder verkauft, Bücher, CDs, DVDs oder auch Kleidung. Alles wieder zurück in den Kreislauf. Mit dem Geld bestellen wir neue Bücher usw.

    Nicht umsonst halte ich gern Deutsche-Post-Aktien 😉

    Und wir gönnen uns als Familie trotzdem gern McDonalds 1x im Monat, weil es für uns als Familie immer ein Erlebnis ist.

    Grundsätzlich bin ich ein Fan von kleinen einfachen Dingen, kein Schickschnack an Küchengeräten und möglichst wenig Technik… nicht immer komme ich hin. Früher habe ich ungern Dinge weggworfen, aber mittlerweile habe ich gelernt mich von Dingen, die nur Platz einnehmen zu trennen, ob verkauft, geschenkt und entsorgt. Ich denke,  Minimalismus ist im Trend, aber wenige können das richtig leben. Ich bin auch durch eine Sammelphase gegangen, bevor ich Minimalismus entdeckt habe 😉

  10. Thomas

    Hallo,

    kann mir jemand helfen. Ich bin hier aufmerksamer Mitleser und würde

    gerne wissen wie ich  als Deutscher  in den Vanguard 500 Index Fund

    mit der WKN  VFINX  investieren kann. Ich würde gern in das 1975 aufgelegte

    Original von John Bogle investieren.

    Thomas

  11. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Hallo Thomas; „Ich würde gern in das 1975 aufgelegte Original von John Bogle investieren.“

    Das ist Gefühlsduselei. 😉 Sorry.

    Dieser Fonds ist nichts anderes als der Index komplett. Das kann praktisch jeder Anbieter so machen. Ich würde da iShares nehmen. Den iShares Core S&P 500 UCITS ETF. Der macht das 1:1 wie der Vanguard., kostet 0,07% TER und thesauriert, was dem Langfrister ja entgegen kommen sollte.

    Der VFINX ist ein Mutual Fund mit $ 3.000 Minimum. Den sollte man sowieso nicht nehmen, sondern: „Also available as a lower-cost Admiral™ Shares mutual fund and an ETF.“ Dann also schon den ETF namens VOO.

    Aber dazu musst Du einen (ausländischen Depotführer haben, damit Du den kaufen kannst, da in DE nicht vertrieben).

    Beste Grüße

    MS

    P.S. @Gert, Genügsamkeit ist sicherlich eine positive Eigenschaft und Stärke. Aber man sollte nicht dem Geiz und der Selbstkasteiung anheim fallen. Da gönne ich mir doch gleich was drauf! 😉

  12. Gregor on Tour

    Toll! Diese Kombination aus Persönlichkeit und Investment-Tipp (um nicht Weisheit zusagen, weil das so altbacken klickt), liebe ich.

    Darf ich fragen, wie viel du monatlich für Miete, Essen und ggf. neue Kleidung in NYC ausgibst?

  13. Jesse Livermore

    Tim,

    „Grundsätzlich schadet das Trading den Menschen.“

    FALSCH!

    Was finanziell schadet ist einzig und allein, wenn jemand nicht zwischen Trading und Investieren unterscheiden kann.

  14. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Florian

    Danke fürs Lesen und das Lob.

    Ja, die Tilgung des Bafög (über einen anderen Kredit) leuchtet ein wegen des 15% Discounts. Ich würde Dir raten, die Schulden jetzt so schnell wie möglich abzuzahlen. Es ist einfach eine Last, die man weg haben möchte. Schuldenfrei zu sein ist etwas Herrliches. Ich habe 2 Hypotheken für 2 kleine Stadtwohnungen und tilge so schnell ich kann.

     

    @ Gregor

    Danke!

    Deine Website ist übrigens sehr informativ. Ich habe schon lange überlegt, wie ich am besten mein Geld von Euro in Dollar transferiere. Es ist nicht einfach. Weil überall versteckte Gebühren lauern. Oft sind die Gebühren im schlechten Umrechnungskurs versteckt. So merken es die wenigsten Leute. Das kommt sogar bei den Dividenden vor. Wer als Europäer US-Aktien wie Apple, Exxon oder Microsoft im Depot hat, bekommt die Dividende nicht nur viel zu spät, sondern vielfach zu einem grottenschlecht Kurs in sein Depot gutgeschrieben.

     

    Mein Budget im Monat grob:

    Wohnen: 1.200 Dollar

    Lebensmittel/Restaurant: 300 Dollar

    Kleidung: 30 Dollar

    U-Bahn/Transport: 30 Dollar

    Entertainment: 100 Dollar

     

    @ Jesse Livermore

    Investieren ist für mich ein langfristig ausgerichteter Prozess, der entsprechende Cashflows einkalkuliert. Das kann eine vermietete Wohnung oder eine Dividendenaktie sein. Wer sich intensiv damit beschäftigt, kann die Risiken stark eingrenzen.

    Trading ist für mich eine Spekulation, die auf der Hoffnung beruht, einen höheren Preis in Zukunft zu erzielen. Meist sind die gedanklichen Zeiträume sehr kurz. Es kann gut oder schlecht enden.

  15. Gregor on Tour

    Hallo Tim,

    über deine schnelle Rückmeldung freue ich mich, vielen Dank!

    Wie machst du das bisher mit Euro-Dollar-Transfer? Vielleicht entsteht gerade daraus ein neuer hilfreicher Artikel? Werde auch nochmal recherchieren, ob neue interessante Möglichkeiten auf den Markt gekommen sind.

    Respekt für dein monatliches Budget! 10 USD pro Tag zum Essen. Puh!

    Und vielen Dank für deine Anerkennung zu meiner Website 🙂

  16. Tino

    @Couponschneider, das Jeanslager aufgrund von Reibung durch Fahrrad im Schrank kenne ich, hab im Zuge des Umzugs gerade erst ausgemistet. Ich denke bei sowas, es hat noch einen Wert (vielleicht als Arbeitshose), letztlich liegen Dinge manchmal Jahre und werden nicht ein einziges Mal angefasst, weg damit! Sag ich mir dann, warum nicht gleich!.. beim nächsten Mal.

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim, „Oft sind die Gebühren im schlechten Umrechnungskurs versteckt. So merken es die wenigsten Leute. Das kommt sogar bei den Dividenden vor. Wer als Europäer US-Aktien wie Apple, Exxon oder Microsoft im Depot hat, bekommt die Dividende nicht nur viel zu spät, sondern vielfach zu einem grottenschlecht Kurs in sein Depot gutgeschrieben.“

    Das ist ja der Grund, warum ich mir die Mühe mache, ein Depot mit verschiedenen Währungspositionen zu führen. Bei Lynx (IB) zahle ich zwar EUR ein, und auf EUR wird alles geführt als Basiswährung, aber ich tausche diese Euros in die Fremdwährungen, in denen ich die Aktien an den Heimatbörsen kaufe.

    Wenn dann die US-Aktie Dividenden in USD zahlt, dann bekomme ich eben genau diese USD ausgezahlt und meiner USD-Cash-Position gut geschrieben. Da fallen keine versteckten Kosten mehr an. Aus den aufgelaufenen Dividenden in USD kaufe ich dann wieder neue Aktien in USA (5 $ pro Kauf).

    Ich halte ebenfalls AUD, CAD und GBP (EUR sowieso). Es gehört eigentlich noch JPY dazu, aber in Japan bin ich kaum unterwegs. Hatte mal ein paar Japaner, aber die sind eher dividendenmäßig unattraktiv. GBP ist eigentlich auch blöd, da die Kosten in London min. 10 GBP bei Lynx betragen. Ist ein Blödsinn. Aber sollte ich mal das Depot umziehen, dann wird es sicher preiswerter. Die billigsten Handelskosten bietet Kanada.

    Wenn Du also einen US-Wohnsitz hast, dann brauchst Du doch nur bei Interactive Brokers o.ä. ein Depot haben mit Verrechnungskonto. Dahin überweist Du EUR, die dann als (dort) Fremdwährungsposition erscheinen. Die wechselst Du dann per Forex-Währungstausch in der Handelsplattform (natürlich ohne Margin-Hebel sondern nur real) direkt am Forex-Markt zum echten Kurs (Broker nimmt minimale Gebühren) in USD. Man gibt einfach in das Feld, wo man sonst das Symbol der Aktie (z.B. MSFT für Microsoft) eingibt, das zu handelnde Währungspaar ein. Also EUR.USD in dem Fall. Wenn man auf „Ask“ klickt, entsteht eine Kauforder EUR für USD. Wenn man auf „Bid“ klickt entsteht eine Verkaufsorder EUR, und man bekommt USD. Einfach nur Volumen engeben, z.b. 2k um 2000 EUR zu verkaufen und fertig. Dadurch entsteht eine USD Cash-Position in Deinem Depot. Von der kannst Du dann Cash auf Dein US-Girokonto überweisen. Hier muss halt noch geklärt sein, dass dieses das Verrechnungskonto des Depots ist, aber auch von anderen Konten in EUR eingezahlt werden kann (was ich mir so vorstellen kann).

    Beste Grüße

    MS

  18. Florian

    @Markus: Also der Vorname, wenn mich nicht alles täuscht war Max, ja 😉

    @Larry: Schön das du auf meiner Seite warst, freut mich. Wie ist dein Feedback zu der Homepage?

    @Tim: Der Kredit wird in 12 Monatsraten getilgt, von daher schön absehbar.

  19. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gregor

    Ich habe leider mein Geld klassisch von meiner deutschen Bank zu einer US-Bank überwiesen. Dann sind jedes Mal 5% futsch. Es ist unfair. Weil die Gebühren nicht auftauchen als solche. Sie werden in grottenschlechten Umrechnungskursen versteckt. Aus Gründen des Verbraucherschutzes müsste das eigentlich offengelegt werden.

    Was gut ist, ist die Postbank-Sparcard. Mit ihr lässt sich Bargeld zu fairen Umrechnungskursen im Ausland abheben.

    Es gibt Banken, die werben mit gebührenfreiem Abheben am Geldautomaten im Ausland. Aber beim Umrechnungskurs tricksen sie.

    Es gibt diese neue Firma, an der sich Richard Branson beteiligt hat, die machen einen fairen Eindruck:

    https://transferwise.com

     

    @ Matthias

    Vielen Dank für den Hinweis mit den US-Brokern. Ich war lange gutgläubig und dachte die Banken rechnen die Währungen fair um, weil sie ja an den Kauf- und Verkaufsgebühren im Depot schon gut verdienen. Leider ist das nicht der Fall.

     

    @ Florian

    In 12 Monaten ist der Kredit getilgt – das ist super. Gratulation!

  20. Gregor on Tour

    Ja, statt einer Bank-zu-Bank-Überweisung wäre ebenfalls TransferWise meine Empfehlung für dich gewesen.

    Diesen Anbieter habe ich schon neben USA mit Polen und Tschechien getestet. Die Testergebnisse und eine Videoanleitung dazu findet man tief in meinem Blog 😉

    Interessant, dass auch Sir Richard Branson dran beteiligt ist. Über ihn würde ich gerne noch mehr erfahren. Hast du eine Lese- oder Hörbuch-Empfehlung für mich?

  21. Pingback: Artikel aus dem WEB der letzten Woche | TRAD€$ & $€TUP$

  22. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gregor

    Ich habe mir das kleine rote Buch gekauft: „Screw it, Let’s Do It.“ Darin beschreibt Branson sein Leben. Das Buch ist mini. Schnell bist Du durch. Ich fand’s gut. Das hat mich motiviert mehr zu lesen.

  23. Jens

    Hallo Tim,

    ich bin auch gerade dabei auszumisten. Leider nicht ganz so einfach wenn man nicht alleine wohnt und aus verschiedenen Gründen ziemlich viel Zeug angehäuft hat.

    Vieles ist ja auch zu schade es einfach wegzuwerfen. Und verkaufen dauert leider ewig. Aber das ist zugegebenermaßen ein first world problem.

    Viele Grüße

    Jens

     

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