Mein Interview-Marathon


New York, 26. Juli 2014

Ich habe einige Interviews geführt in den vergangenen Wochen.

 

Eine Aktien-Studie hat mich beschäftigt. Professorin Rita McGrath (Foto oben) nahm 5.000 börsennotierte Firmen mit jeweils mindestens einer Milliarde Dollar Börsenwert unter die Lupe. Rund um den Globus schaute sie. Sie wollte wissen, welche Firmen über zehn Jahre hinweg jeweils Umsatz und Ergebnis in Folge um mindestens fünf Prozent steigern konnten. Dazwischen kam bekanntlich die Weltwirtschaftskrise. Wer es also schaffte, musste ein dickes Fell haben. Nur zehn Unternehmen schafften es von wohlgemerkt 5.000.

 

Das sind die Wunder-Firmen:

Infosys (Indien),

Yahoo Japan,

HDFC Bank (Indien),

ACS (Spanien),

Cognizant (USA),

Tsingtao Brewery (China),

Indra Sistemas (Spanien),

Krka Group (Slowenien),

FactSet Research Systems (USA),

Atmos Energy (USA).

 

Mehr Infos zu den soliden Konzernen finden Sie hier.

Mein Interview mit Professorin McGrath erschien im WirtschaftsBlatt.

 

 

Ich sprach mit Bestsellerautor Robert Kiyosaki. Es war ein lockeres Gespräch. (Er wollte alles über die Fussballweltmeisterschaft wissen. Er fragte, wie die Deutschen den tollen Sieg feiern.) Sehen Sie hier den Hawaiianer:

Er schrieb das Buch „Rich Dad Poor Dad“. 33 Millionen Mal ging es über die Ladentheke. Der Erfolg liegt u.a. im Schreibstil begründet. Kiyosaki schrieb es aus der Sicht eines Kindes.

Kiyosaki beschäftigt sich seit seinem neunten Geburstag mit dem Konsumverhalten. Er kritisiert Anschaffungen, die Menschen als angeblich wertvolles Asset einschätzen. Ein Auto oder Eigenheim sieht er zum Beispiel als reinen Konsum, weil sie Cashabflüsse verursachen. Reparaturen, Steuern, Gebühren…

Ein wahres Asset ist nach seiner Definition etwas, was Geld in die Taschen des Anlegers spült: Mietwohnungen, Ölquellen…

 

 

 

Ich traf Sheila Bair im „Museum of American Finance“. Sie leitete die US-Bankenaufsicht FDIC während der Wirtschaftskrise. Sie sprach in New York über die Banken. Es gab kaum noch Sitzplätze. Sie machte sich für einen stabilen Finanzmarkt stark, sie möchte Sparern helfen. Sie warnte vor zu vielen Risiken. Die Leute klatschten begeistert. Anschließend signierte Bair ihr Buch, das sehen Sie auf meinem Foto:

Die Gäste warteten geduldig, um mit ihr kurz sprechen zu können. Sie feierten Bair wie einen Star an diesem Abend. Hier ist mein Interview mit ihr.

 

 

 

Ich schrieb einige Artikel über New Yorks Hedgefonds-Götter. 

Einen Hegefondsmanager besuchte ich in seinem Haus am Central Park. Wir plauderten mehrere Stunden. Erstaunlich ist, wie viele Zahlen diese Leute im Kopf haben. Sie gehen blitzschnell durch Bilanzen. Unglaublich viel habe ich in den vergangenen Jahren gelernt. Auch die Finanz-Götter wissen übrigens nicht alles und machen haufenweise Fehler. 

Die "Delivering Alpha"-Konferenz des Börsensenders CNBC und des Magazins "Institutional Investor" war eine Fundgrube. In einem feinen Hotel am Central Park ging die Konferenz über die Bühne. Das kam heraus. Das Foto, wie sich Carl Icahn und Bill Ackman in die Arme fallen, war ein schöner Abschluss. Das Foto erhielt ich freundlicherweise von Fotografin Heidi Gutman (CNBC):

 

 

 

 

Ich traf einen treuen Gefolgsmann von Bill Ackman, Paul Hilal (mein Foto unten). Ackman ist ein Genie. Allerdings muss er noch den Beweis erbringen, dass er den Markt mehrere Jahrzehnte outperformen kann. Das wird sich zeigen. Es ist nahezu unmöglich wie Warren Buffett 50 Jahre lang den Markt zu übertreffen.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob Ackman zufallsbefingt seine Investments auswählt. Schon merkwürdig. Trotzdem bleibt Ackman ein Phänomen. Ich halte ihn für einen jungen Buffett. Wobei sein Investmentstil (Shortattacken, Aktivismus) aggressiver ist.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mein Interview-Marathon

  1. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Toller Artikel, besten Dank! Informativ und interessant.

    Bei den 10 Aktien habe ich nur eine Frage. Ich habe selbst ein paar "Indra Sistemas" gehabt. Hatte die 2012 für um die 8.xx Euro gekauft, und 2013 für 11,xx Euro verkauft, weil sich die Dividende halbiert hatte, und das Ergebnis verschlechterte, wie man leicht nachlesen kann.

    2011=182 Mio, 2012=127 Mio, 2013=116 Mio… Deswegen wundert mich die Einschätzung. Habe zu der Zeit mehrere Werte aus dem Ibex Top Dividendo gehabt; "Gas Natural", "Indra", "FCC" (bevor Bill Gates einstieg!), "Repsol" und "Santander" (nach wie vor die einzige Bank im Depot). Auf einen guten Einstieg bei "Ferrovial" habe ich vergeblich gewartet. Die Spanier haben alle ein Plus erbracht, und das Geld ist jetzt in US- und Canada-Werten mit häufigerer Dividendenzahlung.

    Vielleicht noch ein Wort zu dem Zitat von Kiyosaki: "Ein wahres Asset ist nach seiner Definition etwas, was Geld in die Taschen des Anlegers spült: Mietwohnungen, Ölquellen…"

    Das ist natürlich prinzipiell richtig, aber doch zu einfach gedacht, sorry.

    Wichtig ist doch das Ergebnis unter dem Strich. Jede Firma muss sich einzelne Posten leisten, die einzeln für sich nur Kosten verursachen. Genau so ist das beim Individuum. Wenn ich ein bestimmtes Outfit oder Auto als Kostenposten benötige, und damit aber einen Job bekomme, der mir ein höheres Einkommen einbringt, als wenn ich "sparsam" mit einer Schrottkoste und in abgerissenen Klamotten erscheine, dann ist die Gesamtrechnung positiv. Das nennt man auch Investition, obwohl es kein (isoliert gesehen) "Asset" in diesem Sinne des Cashflows ist. Deswegen; das Bild sehen, nicht jeden Farbklecks für sich.

    MS

     

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Zu den einzelnen Firmen auf der Liste kann ich leider wenig sagen.

    Nun zum Punkt des Konsums: Ich denke, da wird bei vielen Menschen übertrieben. Menschen versuchen häufig, mit anderen mithalten zu müssen. Beim Auto, Haus, Urlaub, bei den Kleidern. Dabei ist es doch meinem Chef egal, ob mein Auto zehn Jahre alt ist und ein paar Beulen hat. Wichtig ist doch, dass ich gut Arbeite abliefere. Zu viele Statussymbole haben nach meinem Dafürhalten eher einen negativen Effekt. Wenn Du keinen Kundenkontakt hast, ist es egal, ob die Schuhe frisch poliert sind oder nicht. Schau dich mal bei Erfolgsfirmen wie Bloomberg, Google, Facebook, Twitter, SAP, Microsoft, Tesla um. Dort geht es extrem locker zu. Natürlich gibt es Ausnahmen. Natürlich soll niemand in Lumpen zur Arbeit kommen. Es kommt wohl auf ein gesundes Mindestmaß an.

  3. Kayo

    Bill Ackman ein Genie ? Hat er nicht erst kürzlich lautstark Herbalife geshortet und damit Icahn auf den Plan gerufen ? Ich weiß jetzt nicht, wie es ausgegangen ist, aber sich mit Icahn anzulegen, find ich erstmal nicht so genial.

    Nun ja, wenn sie sich jetzt in den Armen liegen, ist es wohl glimpflich ausgegangen.

  4. Markos von Dividenden-Nachrichten.de

    Wirklich toller Artikel Tim! Du führst ja wirklich viele Interviews. Toll. Das was Kiyosaki in seinem Buch schreibt über Vermögenswerte stimmt ja auch. Man muss einen passiven positiven Cashflow aufbauen. Wenn man sich mit Immobilien nicht auskennt, dann soll man als Alternative eher in solide Dividenden-Aktien investieren.

  5. LK

    Rich dad poor dad ist ein geniales Buch, es hat mir immer wieder den richtigen Anstoss gegeben, worauf es beim Vermögensaufbau ankommt. Dass es z.B. nicht auf die Größe des Hauses ankommt, sondern auf die Zufriedenheit und Freiheit (von Schulden).

    Mit der Aktienliste aus dem ersten Interview kann ich wenig anfangen. Hier kann auch viel Zufall im Spiel sein und muss nicht unbedingt auf die Qualität der Unternehmen hindeuten.

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