Meiden Sie Modeaktien


New York, 22. Juli 2008

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Zeitungen, Börsenmagazine und das Fernsehen berichten tagtäglich über Modeaktien. Aktien, die hoch in der Gunst der Anleger stehen. Ob Google oder Research in Motion, ob Monsanto oder Apple. In epischer Breite berichten die Medien über ihre Lieblinge. Entsprechend sehen die Kursverläufe aus. Die Titel sind explodiert, die Bewertungen haben oftmals abenteuerliche Ausmaße erreicht. Ich kann nur davon abraten, sich auf solche Titel zu konzentrieren.
Ich selbst habe die beste Performance stets mit Werten gemacht, für die sich kein Mensch interessierte. Wenn solche Titel dann später „entdeckt“ werden, dann können Sie sich über eine satte Kurssteigerung freuen. Hingegen sind stark gestiegene Werte sehr anfällig für massive Korrekturen. Wer hoch steigt, kann tief fallen. Wenn Firmen mit einem Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) von 30 oder mehr gehandelt werden und in nur einem Quartal die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street nicht erfüllen, dann kommen die Kurse brutal unter Druck.
Nehmen Sie beispielsweise Crocs. Der Kurs des Herstellers von Kunststoffsandalen explodierte im Sommer 2006 von 12 auf über 68 Dollar in gut einem Jahr. Doch im Oktober 2007 begann der Abstieg. Die Aktie und die Schuhe kamen aus der Mode. Crocs rutschte bis auf aktuell 9,28 Dollar ab. Der Kursverlauf gleicht einem Tannenbaum: Erst der gigantische Anstieg, dann der tiefe Sturz. Der Zwei-Jahres-Chart zeigt Ihnen das ganze Desaster des Schlappenherstellers. Das Management hatte es versäumt, eine starke Marke aufzubauen. Wenn Sie in Schuhläden gehen, finden Sie etliche Gummi-Sandalen der Konkurrenz, die wesentlich günstiger sind. Die Verbraucher schlüpfen zunehmend in die Billigheimer. Crocs ist out.


tim schaefer (Author)

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