Meide den TV. Verzichte auf die täglichen Nachrichten. Sie verbreiten nur Angst. Mache mehr Sport. Gehe in die Natur. Treffe Freunde, Familie, Bekannte. Spare


New York, 18. Januar 2018

Die Deutschen haben enorme Ängste. Meide den TV. Gehe lieber in die Natur. Mache Sport. Treffe Familie und Freunde.

Ich erhalte immer wieder sorgenvolle Emails. Was ist, wenn ein Krieg mit Nordkorea ausbricht? Was ist, wenn eine Seuche Völker vernichtet? Was ist, wenn Roboter die Arbeit von uns Menschen übernehmen und alle arbeitslos werden? Was ist, wenn die Börse geschlossen wird und jeder ein Grundeinkommen bekommt? Was ist, wenn die Geburtenrate weiter sinkt, dann bricht der Konsum ein?

Ja, das kann alles passieren! Aber ist das wahrscheinlich? Es gibt genug Leute, die so denken. Sie vergraben Gold im Garten. Sie horten Erbsen- und Raviolidosen im Keller. Sie stapeln Wasserflaschen – für den Fall, dass ein Atomkrieg ausbricht.

Sie stellen sich einen Weltuntergang wie in dem Film „Die Klapperschlange“ („Escape from New York“) vor. In dem Film wird New York von der Außenwelt abgeriegelt:

Ich glaube an den Käse nicht. Ich bin ein Optimist. Ja, im Westen sinkt die Geburtenrate. Dafür werden die Menschen älter. Dafür sinkt die Sterblichkeitsrate von Kindern. Die künstliche Intelligenz und Digitalisierung stecken noch in den Kinderschuhen. Der Fortschritt fängt erst an. Die Produktivität nimmt zu. 

Um die Pessimisten zu schocken, drehe ich den Spieß um. Ich entgegne ihnen: „Du, es kann sein, dass die Börse aufgrund der Megatrends statt zehn Prozent künftig um 20 Prozent p.a. steigt.“ Wer weiß das schon. Ja, ich sage das provokativ. Um eine andere Denkweise aufzuzeigen. Es besteht überall eine enorme Angst. Zum Teil sind die schlechten täglichen Nachrichten daran schuld.

Mach einfach mehr Sport (anstatt Deine Sportteams im TV anzuschauen). Meide die schlechten Nachrichten. Treffe Familie, Freunde, Bekannte. Geh in die Natur. Dann schwindet Deine Angst.

Sitze nicht vor der TV-Kiste. Allein die Werbung ist nervig. Das Sitzen vor der TV-Kiste ist schlecht für Dich (gesundheitlich, mental, finanziell). Die TV-Dinger sind eine Angst-Maschine. Die Deutschen haben enorme Ängste.

Warum die Börse weiter steigen wird? Die Leute müssen länger arbeiten, weil sie zu wenig für die Altersvorsorge zurück legen. Sie sind so genervt von der Arbeit, dass sie mehr konsumieren. Sie passen ihren Lebensstil nach oben an. Sie geben immer mehr Geld aus. Sie kurbeln die Wirtschaft an, weil sie im Hamsterrad (bestehend aus Arbeit und Konsum) feststecken. Sie kaufen mehr Güter und Dienstleistungen.

Mache das Gegenteil der Herde. Kultiviere Dankbarkeit. Sei dankbar für das, was Du hast. Kauf nicht ständig Zeug. Der Kauf von Konsumelektronik, Autos, größeren Eigenheimen bringt wenig. „Wie groß dein Haus oder wie toll dein Auto ist, hat nichts damit zu tun, wie zufrieden du mit deinem Leben bist“, sagt Professor Michael Norton. Er lehrt an der US-Universität Harvard.

Ich kann nur raten: Spare. Investiere. Tilge Deine Schulden. Kaufe ETFs. Oder Aktien. Für die meisten sind ETFs das Beste. Wahrscheinlich geht die Welt nicht unter. Wahrscheinlich bleibt die Börse geöffnet. Springe nicht rein und raus am Aktienmarkt. Niemand kann die Börse timen. Das geht meist schief. Hab einfach Geduld. Sitze Krisen aus. Fokussiere Dich auf das, was Du steuern kannst: Deine Sparquote! Nicht die Börsenverläufe.

Wer sich etwas anstrengt und hartnäckig beim Sparen ist, macht Fortschritte. Zufriedenheit hat mit Freiheit zu tun. Ein Hilfsmittel ist Geld. Je mehr Geld Du hast, desto mehr Freiheiten hast Du.

Ja. Schlechte Nachrichten werden passieren. Krieg. Terror. Krisen. Crashs. Fokussiere Dich auf andere Aspekte.

Wer zu viel konsumiert und im Schuldensumpf feststeckt, kann womöglich mit Minimalismus-Büchern das Leben entrümpeln: Minimalismus: weniger – für mehr Leben


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Meide den TV. Verzichte auf die täglichen Nachrichten. Sie verbreiten nur Angst. Mache mehr Sport. Gehe in die Natur. Treffe Freunde, Familie, Bekannte. Spare

  1. Freelancer Sebastian

    Dieser Essay von Rolf Dobelli ist genial:

    http://www.dobelli.com/de/essays/news-diat-full/

    Ich befolge die Nachrichten-Diät (mit kleinen Unfällen) jetzt seit 18 Monaten und sie hat meine Lebensqualität extrem erhöht. Absolut lesenswert!

    Unser Geist beeinflußt die Wahrnehmung der Realität eben sehr stark.

    Dazu kommen meine Dankbarkeitsrituale. Vor dem Einschlafen und morgens nach Yoga und Meditation vergegenwärtige ich mir all die schönen (in der Regel immateriellen) Dinge, die das Leben so wunderbar machen. Das führt im wahrsten Sinne zu Glück und Zufriedenheit.

    Vielen Dank für deine stets wertvollen Artikel, Tim!

  2. Matthias

    Die beste Entscheidung in meinem Leben war den Fernseher abzuschaffen 😉 Seit über nem Jahr lese ich keine „Zeitungen“ oder Nachrichtenportale wie SPON mehr. Einmal am Tag auf die Wikipedia Startseite schauen reicht. Da steht dann alles .. unaufgeregt .. was den Nachrichtensturm überlebt hat 😉

  3. Regina

    @Freelancer: Dobelli ist ziemlich gut zu lesen. Ich habe jetzt erst mitbekommen, dass er ein neues Buch geschrieben hat, ich mag die Taschenbücher mit seinen Aufsätzen sehr, gestern hat einer in der S-Bahn ganz intensiv dringelesen. 🙂

    TV-Gucken mache ich nur noch sehr gezielt, ganz meide ich es, wenn eine Katastrophe war und jeder Sender darüber berichtet, besonders bestimmte Sender üben sich in ständiger „mutmaßlicher“ Spekulation, das kann einen beim Länger-Hingucken echt mürbe machen.

    Dann lieber raus in die Natur oder zumindest in den Park….! 🙂

    Ich musste beim Lesen der letzten Blogeinträge hier an ein Motto denken, dass ich mal in einen kleinem Buch über Achtsamkeit gelesen habe und das mir aus persönlichen Gründen sehr gefallen hat:

    „Lies, lach und mach!“…

    Wenn ich zu sehr grübele, denke ich daran, dann geht’s wieder flotter weiter. 😉

  4. A.

    Schließe mich an. NAchrichten manipulieren doch sehr. Drum lese ich diese nicht mehr oft. Wichtiges kriegt man dann doch eh mit. Lieber die Zeit zum lesen von Sachen bei denen was gelernt wird, oder Unterhaltung.

  5. Michi

    Ich schaue seit 2 Jahren keine Tagesschau, heute Journal und ähnliche Nachrichten. Im Auto schalte ich sofort den Radio aus, wenn man wieder alle halbe Stunde mit „Nachrichten“ berieselt wird. Sie haben mich die letzten Jahre derart aufgewühlt, dass meine Lebensqualität gelitten hat. Jetzt geht es mir wieder viel besser. 1-2 mal am Tag nehme ich die Schlagzeilen im Internet auf und klicke wirklich nur die Nachricht an, die mich interessiert.

    Nachrichten haben mir Angst gemacht, haben mich aufgewühlt, haben mich zornig gemacht, haben mich zu ständigen grübeln gebracht.

    Flüchtlingskrise, Syrienkrieg, Trump- und Putinbashing, Nordkorea, ständig diese Politikerfratzen die meiner Meinung nach kaum mehr eine für mich persönlich positive Entscheidung treffen, Gewalt- und Vergewaltigungsmeldungen u.s.w.

    Meinen Kindern habe ich verboten abends die „Nachrichtensendung“ auf KIKA zu schauen: meinungsbildend, Staats-und System TV, Angstmacherei. Die gleichen Themen wie bei den Erwachsenen nur kindgerecht serviert. Das kotzt mich an. Sorry für die Wortwahl, aber es ist so.

    Schon früh versucht die Politik Einfluss auf unsere Kleinsten zu nehmen.

    Meine Kinder sollen bis zu einem Gewissen Alter mit so einem Mist nicht schon belastet werden. Sie sollen unbeschwert aufwachsen und sich in vielen Dingen Ihre eigene Meinung bilden durch eigene Erfahrungen und nicht durch unseren Staats-TV vorgegeben bekommen, was und wie zu denken ist und was für gut und schlecht gehalten werden muss (politisch korrekt).

    Das Leben ohne Nachrichten ist für unser Familienleben viel besser!

     

  6. Raphael

    Michi, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich sehe es ganz genauso wie Du.

    Schön zu Wissen, dass andere ähnlich denken wie man selbst.

     

  7. Kia

    Seid meiner Jugend schaue ich keinen TV mehr. Ich bekomme davon tatsächlich Angst. Nicht so sehr von den Nachrichten sonder eher von diesen Trash – Reality Formaten. Die lösen in mehr Verwahrlosungsängste aus.

    Danke, auch an Freelancer für den Link. Ich gebe zu, ich musste mich zusammenreißen den Artikel zu Ende zu lesen. 🙂

  8. Sparta

    Na ja, ich denke man sollte schon differenzieren.

    Auch unserer Medien unterliegen einer Oligopol-artigen Struktur und sie berichten überwiegend negativ, da sich dass einfach besser verkaufen lässt.

    Trotzdem gibt es auch genügend gute Recherchen/Dokumentationen und sie sind schon deutlich freier als in manchen kommunistischen Regimen.

    Das „Wissen“ nur noch aus dem Netz zu ziehen, wo ungeprüftes sich viral schneller verbreitet …

    Sorry, da sind die von manchen gebashten „Systemmedien“ doch häufig noch gründlicher in der Recherche.

  9. Daniel

    Der TV Konsum geht sukzessive zurück. Dafür ist mir insbesondere das links-ausgerichtete staatstreue und angeblich neutrale ÖR zu manipulativ geworden.

    Da ich politisch sehr interessiert bin, komme ich dennoch nicht herum den Fernseher einzuschalten. Allerdings brauche ich keine vorgekauten Berichte die dann schön persönliche Noten des Senders haben sondern ich verfolge dann die Live Übertragungen der einzelnen Parteien bzw. schaue mir die Bundestagsdebatten an die durch die AFD und die FDP nun wieder deutlich spannender geworden sind.

    Es ist zwar richtig, dass es mental deutlich entspannter zuginge ich würde die Nachrichten nur noch auf den regional-Teil und damit Dinge die mich tatsächlich und unmittelbar betreffen reduzieren. Vermeiden kann ich den täglichen Nachrichtenkonsum dennoch nicht. Ich interessiere mich dafür einfach zu sehr was im eigenen Land und in der Welt passiert.

    Einzig die politische Haltung und damit „Echo-Kammer“ ist bei mir deutlich weiter nach rechts gerückt. Waren es früher Tagesschau und Co bzw. Spiegel/Focus ist es nun häufig RT Deutsch über Youtube, Achgut.com, Tichys Einblick oder Welt.

    Mit dem jetzigen Nachrichtenkonsum bin ich ziemlich zufrieden. Allen anderen rate ich immer sich selbst die Frage zu stellen: Betrifft es mich unmittelbar? Nein? Dann ignoriere diese Nachricht und ärgere/freu dich nicht darüber.

  10. ZaVodou

    Ich weiß nicht, wie das Fernsehen in den USA ist, aber ich schaue ganz gerne fern. Meist aber erst abends.

    Ich schaue mir gerne Reportagen wie: Panorama, Kontraste, Plusminus, Frontal 21 etc. an. Auch Verbrauchermagazine in den Dritten Programmen, wie: Mex, Markt und Marktcheck.

    Mir gefallen Reisemagazine für In- und Ausland, inspirieren mich dazu selbst mal hinzufahren oder Sendungen, die die Geschichte aufarbeiten.

    Finde das alles sehr informativ.

    Kabarett-Sendungen finde ich unterhaltsam. Manche, wie „Die Anstalt“ sind auch informativ.

    Weiß nicht, warum das Fernsehen hier so schlecht gemacht wird. Kommt halt drauf an, wie man es nutzt.

     

     

  11. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @ZaVodou,

    sehe ich auch so.

    „Weiß nicht, warum das Fernsehen hier so schlecht gemacht wird.“

    Ich würde sagen: sophisticated bias!

    Eine Informationsquelle pauschal abzulehnen bedeutet für mich, sich ein Eingeständnis zu geben, nützliche und wertvolle Sendungen nicht von Schund und Schwachsinn unterscheiden zu können/wollen.

    Schönes Wochenende!

    MS

  12. Maresa

    Die Frage „betrifft es mich wirklich“ finde ich sehr gut um schon eine Vorauswahl zu treffen. Tatsächlich betrifft mich sehr viel; als politisch interessierten Menschen möchte ich schon wissen, was so los ist – da würde sonst mein Horizont hinter der Suppenschüssel verschwinden. Ich habe als Tageszeitung die Landkreis-Zeitung abonniert; da werden zwar bestimmt auch viele Artikel überregional geschrieben bzw. abgeschrieben – aber viele Informationen bekomme ich nur aus diesem Printmedium. Und ich will nicht warten, bis mir zufällig irgend jemand gefiltert irgendetwas erzählt; da will ich mir schon meine eigene Meinung bilden oder auch mal persönlich nachrecherchieren. Und ich will auch wissen, wenn die afrikanische Schweinepest aus Russland jetzt über die Wildschweine bei uns eingeschleust wird.

    Das Essay von Dobelli regt sehr zum Nachdenken an; für mich war es auch kein Problem, es in einem Zug zu Ende zu lesen. 🙂 – danke für den Link.

    Ich bin aber sicher, dass es hier nicht um diese regionalen News resp. Nachrichten geht. Zu der gemeinten News-Diät bekenne ich mich auch schon seit mehreren Monaten; Rückschläge nicht ausgenommen. Ich komme sehr leicht in einen Flow – und ich habe schon sehr sehr viele Stunden verbracht, z.B. die Kommentare zu den SPON-Schlagzeilen/News zu lesen. Vieles in diesen Kommentaren hilft tatsächlich, zu einer eigenen Meinungsbildung zu kommen; gerade die Ereignisse der letzten 2-3 Jahre konnte ich dadurch sehr gut sortieren. Seit 2015 waren/sind die deutschen Nachrichten politisch? doch sehr links-gesteuert. Jetzt vermeide ich, Schlagzeilen überhaupt zu lesen – aber die SPON und BBC-App habe ich noch nicht gelöscht ….; Suchtgefahr noch nicht gebannt.

    VG. Maresa

  13. Björn

    Für unsere 4jährige Tochter ist der Kinderkanal o.ä. auch tabu. Da wir Amazon Prime haben, darf sie davon 1-2 Folge von einer Kinderserie schauen. Dann wissen wir als Eltern nämlich auch, was sie schaut.

    Tim schreibt in seinem Einführungstext das ETFs für die meisten das beste ist. Was spricht eigentlich dagegen, sich seinen eigenen, persönlichen ETF mit mehreren Einzelaktien (sagen wir mal 50 Titel) zusammen zu bauen. Dann zahlt man die jährliche Gebühr auch nicht. Sicher verliert man ab 30 Einzeltiteln den Überblick, aber in einem ETF sind ja auch zig Firmen enthalten.

  14. Rainer Zufall

    @ZaVodou, MS

    Schließe mich da an. Ich schaue nicht viel, aber doch gerne Dokumentationen, Reportagen und Reiseberichte. Verbrauchermagazine finde ich hingegen oft etwas zu oberflächlich. Teilweise sind die Sendungen im ÖR m.E. aber hervorragend gemacht.

    Und zu den Nachrichten: Im Vergleich zu Nachrichten im Russischen Fernsehen, beispielsweise, finde ich unsere doch ganz passabel. Selbst im Vergleich mit (Regional-) Nachrichtensendungen in den USA.

    Insgesamt suche ich mir sehr gezielt aus was ich wann sehe. Die Mediatheken der TV Sender machen einem das heute sehr viel einfacher als noch vor 10 oder 15 Jahren.

  15. Daniel

    Tim schreibt in seinem Einführungstext das ETFs für die meisten das beste ist. Was spricht eigentlich dagegen, sich seinen eigenen, persönlichen ETF mit mehreren Einzelaktien (sagen wir mal 50 Titel) zusammen zu bauen. Dann zahlt man die jährliche Gebühr auch nicht. Sicher verliert man ab 30 Einzeltiteln den Überblick, aber in einem ETF sind ja auch zig Firmen enthalten.

    Wenn Du es schaffen würdest, gar nichts. Wirst Du aber nicht. Dafür brauche ich nichtmal eine Glaskugel 😉

    Ein ETF ist keine Sammlung von Aktien die munter vor sich weiterwächst, sondern sie beinhaltet Aktien die DERZEIT in einem Index drin sind. Fliegen sie raus, verschwinden sie aus dem ETF. Konsequenterweise müsstest Du diese Anteile dann auch verkaufen, was für dich als Privatperson ziemliche Gebühren nach sich zieht wenn Du nicht sehr große Einzelaktienpositionen hälst bei denen 10, 20 oder 50€ nicht auffallen.

    Desweiteren sind die meisten marktbreiten ETF sehr global aufgestellt. Aber nicht alle Länder haben so schöne Abkommen untereinander wie Deutschland und USA. Da rennst Du mit Formularen etc. von einer Steuerbehörde im Ausland zur nächsten um deine kleinen Dividendenerträge einzusammeln.  Der Zeitaufwand steht oftmals kaum in einer Relation zum Ertrag. Und das alles um lausige 0,2 bis 0,5% Gebühren zu sparen?

    Dieses Rennen wirst Du nicht gewinnen können.

  16. Björn

    Dann sagen wir mal, dass wir nur Aktien aus USA, Deutschland, Großbritannien und Schweiz aus verschiedenen Branchen nehmen. Davon die 50, mit denen man perfekt buy and hold betreiben kann. Mir ist sicherlich bewusst, dass man auch mit ner buy and hold Firma irgendwann vielleicht mal Schiffbruch erleiden kann.

  17. Mr. M

    Naja… also wenn ich mir meinen Dividend-King ETF aus 15 Einzelaktien (Es gibt keine 50 Dividenden Könige) selbst zusammenbaue habe ich persönlich sehr wenig Angst, dass eine der Aktien in den nächsten 20 Jahren aus dem S&P500 fällt. Und nach ‚unserer‘ Denke würden sich genau diese Aktien perfekt für Buy&Hold eignen.

  18. Rainer Zufall

    Björn

    Ein ETF bildet einen Index nach. Zum Beispiel den DAX, oder den SP500 oder den MSCI World. Der ETF enthält zu jedem Zeitpunkt genau die Aktien, die auch in dem Index enthalten sind. Wie Daniel schon schreibt: Es macht keinen Sinn, das selbst zu machen, das ist zu aufwändig und zu teuer (Gebühren, Steuer, Zeitaufwand). Einige Indizes wirst Du auf diese Weise schlicht auch gar nicht hinbekommen, wie z.B. einen MSCI EM.

    Wenn Du Dir im Gegensatz dazu selbst 50 Aktien (willkürlich oder nach Deinen Regeln) raussuchst, wird durch diese aktive Auswahl kein Index repliziert. M.E. ist das eher vergleichbar mit einem (aktiv) gemanagten Fonds, nicht aber mit einem ETF.

    Ich will damit sagen: Kann man machen, wenn man das möchte, ein ETF ist das dann aber halt nicht.

  19. Sven

    @ Björn

    Der MSCI World enthält über 1600 Werte (nicht 50).

    Der MSCI Emerging Markets enthält über 800 Werte.

    Selbst der Stoxx600 enthält… (Denksportaufgabe)

    Alles nach Markkapitalisierung gewichtet.

  20. Sparta

    @Maresa

    „Seit 2015 waren/sind die deutschen Nachrichten politisch? doch sehr links-gesteuert.“

    Seltsam, meine Wahrnehmung von Wahlergebnissen sieht einen „Rechtsruck“ in vielen Industrieländern (D, NL, F, GB, USA, A, …).

    Wenn die wirklich linksgrüne Propaganda machen würden, ist diese aber beschämend erfolglos. 😉

    Es ist eher so, dass die Angstmacher-Propaganda der rechten Parteien auf Nährboden trifft… die haben das Konzept mit dem Verkauf von schlechten Nachrichten & Zukunftsängsten gut kopiert.

    Diese Motzerei auf stärker werdende „linksgrüne“ Einflussnahme auf die Medien entbehrt m. E. jeder sachlichen Logik.

    Sicherlich gibt es erlaubte/unerlaubte Einflussnahmen… aber nicht selektiv ausschließlich von einem politischen linken Rand!

  21. Daniel

    Dann sagen wir mal, dass wir nur Aktien aus USA, Deutschland, Großbritannien und Schweiz aus verschiedenen Branchen nehmen. Davon die 50, mit denen man perfekt buy and hold betreiben kann. Mir ist sicherlich bewusst, dass man auch mit ner buy and hold Firma irgendwann vielleicht mal Schiffbruch erleiden kann.

    Und wo genau siehst du dann ein diversifiziertes Portfolio? Du verlagerst dann das Ganze auf eine Länderwette. Ich sage mal so… Japan liegt seit Jahrzehnten am Boden und ist eine, wenn nicht, DIE Industrienation der 80er gewesen. Wer garantiert dir, dass Europa und USA nicht die Verlierer der nächsten Dekaden werden und die Asiaten und Indien den Kuchen abstaubt?

    Definiere mal bitte was eine „buy and hold Firma“ sein soll. Buy and Hold ist ein Anlageansatz den du theoretisch auf jede Firma, auch auf Wachstumswerte oder Wett-Firmen wie Amazon bzw. Tesla anwenden kannst.

    Und wie genau soll dass dann aussehen? Du liest dir die Unternehmensberichte und Kennzahlen dieser 50 Unternehmen quartalsweise durch, oder jährlich? Oder gar nicht? Und was genau sind dann die Schlüsse daraus wenn eines, zwei oder 5 Unternehmen nicht mehr den Kriterien entsprechen? Drin bleiben? Weiter machen als ob nichts wäre? Kann ziemlich schief gehen wenn man richtung RWE usw schielt. Nimms mir nicht übel, aber ich glaube Du solltest dich noch etwas mehr in die Materie einlesen, z.B. in ETF aufbauen Thread im Wertpapier Forum.

    Ein ETF ist schon ein tolles Instrument. Ich verstehe auch wenn viele Leute sich Einzelaktien holen wollen, aber das ist eben nicht einfach nur kaufen und schauen sondern permanente Fleißarbeit ansonsten einfach ein Wurf mit Dartpfeil auf eine Liste.

    Ich verstehe ja auch sogar die Kombination aus ETF + Einzelaktien, z.B. wenn man Schwerpunkte setzen will für die es keine ETFs gibt. Krass formuliert z.B. Weltportfolio + Rüstungsindustrie. Aber einfach so einen Strauß von Firmen kaufen ohne große Überlegung dahinter finde ich ziemlich sportlich.

    Naja… also wenn ich mir meinen Dividend-King ETF aus 15 Einzelaktien (Es gibt keine 50 Dividenden Könige) selbst zusammenbaue habe ich persönlich sehr wenig Angst, dass eine der Aktien in den nächsten 20 Jahren aus dem S&P500 fällt. Und nach ‚unserer‘ Denke würden sich genau diese Aktien perfekt für Buy&Hold eignen.

    Nur weil sich eine Aktie noch im S&P 500 klammert, muss das ja nicht bedeuten dass sie noch überragend performt bzw. die Rendite des Index hält. Nach diesen Kriterien wäre auch General Electrics noch eine super Aktie, sie wäre sogar mit kurzem Aussetzer die letzte, die noch aus der DOW Jones Usprungszusammensetzung stammt. Ob diese Aktie aber nun zu meinen Traumwerten führen würde, weiss ich nicht.

    Ich habe leider keine schönen Statistiken gefunden die das untermauern, aber wenn Du dir anschaust, wieviele Übernahmen, Veränderungen und DATED ADDED FIRST 1990 gibt, dann wird deutlich, dass der SP500 definitiv kein Index ist, in dem es jahrelang ruhig bleibt und nur hier und da ein paar Unternehmen getauscht werden. Die Top Performer von heute gab es vor 20-30 Jahren größtenteils noch gar nicht. Auch den ganzen Kursaufschwung nach der Finanzkrise kam unter anderem von der Finanzwelt selbst in der sich wohl kaum einer mit Einzelaktien reingewagt hätte.

    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_S%26P_500_companies

    Wer das machen möchte, bitte, ich halte keinen auf, aber ich stimme hier Rainer Zufall zu, es käme einem aktiven Fonds gleich. Jene Art von Zusammensetzung die seit einigen Jahren (oftmals nicht zu Unrecht) zerissen wird.

  22. Maresa

    @ Sparta – Danke für das Argument. … meine Aussage ist bestimmt etwas zu kurz gegriffen.

    Aber könnte der fürchterliche Rechtsruck in den letzten beiden Jahren nicht auch darin begründet sein, dass eben diese ÖR die ehrlichen konservativen Meinungen auch in den Nachrichten in die rechte Ecke gestellt haben und dadurch eine Art Gegenbewegung ausgelöst haben? Jedenfalls sind die Medien nicht unschuldig daran, dass wir den bösen Geist vermutlich nicht mehr in die Flasche zurückbringen.

    Da hat Tim schon recht …. bestimmt bilden sich zuviele ihre Meinungen nur noch nach Schlagzeilen – je schlimmer umso interessanter – und entwickeln Zukunftsängste.  Dabei ist das Leben hier und jetzt so schön.

    Ich jedenfalls habe sehr viel Zeit zurückgewonnen, dadurch, dass ich ausgestiegen bin und mir meine Nachrichten selber zusammensuche.  😉

    VG Maresa

  23. Ich

    Hallo,

    ob Aktie oder ETF ist nicht so sehr die Frage denke ich. Viel wichtiger finde ich, an dem einmal eingeschlagenen Kurs fest zu halten.

    Nur ein kleines Bsp. und bestimmt nicht repräsentativ. Die Commerzbank hat letztes Jahr das Tal der Tränen durchquert, und ich habe mich dazu entschieden, an CBK fest zu halten,  jetzt sind Sie nach einer kleinen Verbiligung des Einstandskurses, also einem Nachkauf, 30% im Plus. Sie ist allgemein auch ein ziemlicher Neuling in meinem Depot, aber es gab Tage, da war ich kurz davor den Verkaufen Button zu drücken, glücklicherweise musste ich mich bis jetzt von noch keinem Konzern trennen.

    Naja, ich fahre eine Doppelstrategie mit Aktien und ETF`s, sicherlich damals nicht besonders schlau ausgewählt, aber verkaufen kommt jetzt nicht mehr in Frage.

    Berücksichtigt man die Dividenden, die in den Jahren geflossen sind, können manche Konzerne durchaus auch mal bei -20% stehen, ohne das ich wirklich Verlust(ängst)e habe.

  24. Sparta

    @Maresa

    Dein Argument mit der vorschnellen Verurteilung und Abschiebung in bestimmte Lager ist evtl. ein Faktor von mehreren.

    Trotzdem muss man auch ganz klar sagen, dass es diese krassen Extreme, Aussagen & Forderungen sowohl links wie auch rechts in Form von Politikern & Mitmenschen gibt.

    Ich denke es ist deutlich vielschichtiger: Globalisierung (weltweiter Wettbewerb), Sättigungseffekte in Industrienationen, Nostalgie (früher war alles besser) der Babyboomer-Generation (jünger waren wir auch;-)), Digitalisierung in Kombination mit Rationalisierungen, Erruptionen von früher erfolgreichen Geschäftsfeldern, share-Ecconomy, schnellere Vergleichbarkeit sozial / Wirtschaftlichkeit (Gefühl von abgehängt zu sein)-Internet, Urbanisierung (Stadt-Land-Verschiebungen, die Alten bleiben zurück), Überforderung mit der Datenflut und der Entscheidungsvielfalt was vertrauenswürdig, seriös ist und was nicht, Alterung der Gesellschaft, Politiker-versagen und Unvermögen (leider drängt sich das gerade wieder aktuell stark auf) und einige Punkte mehr.

    Daraus ergibt sich, dass manche Menschen kapitulieren und gerne „Heilsbringer“ und einfache Wahrheiten hören möchten & auch wählen.

  25. Ex-Studentin

    Die Welt wird sich immer weiter drehen. Gegen einen Krieg kann man sich kaum wappnen, außer man bunkert Waffen und Essen für viele Jahre im Keller. Ich lese ab und zu Nachrichten bei gmx. Aber viele Berichte haben keinen Einfluss auf unseren Alltag. Morgens aufstehen, arbeiten, Zeit mit der Familie verbringen und wieder ins Bett. Ich schaue keine Wettervorhersagen, weil es auch nichts ändert.

  26. Maresa

    @ Sparta

    …. wie wahr, da bin ich vollkommen bei Dir.

    Und doch sind diese Faktoren nicht neu, sondern begleiten uns schon Dekaden, während der Rechtsruck in D und der EU erst jetzt eintritt und nicht schon vor z.B. 5 Jahren.

    Nicht nur manche, sondern zuviele Menschen laufen vermeintlichen Heilsbringern nach.  Wir müssen Obacht geben …. und trotzdem vertraue ich auf den gesunden Menschenverstand und unsere gute Zukunft. Durch die Weichspülerei und der Einheitsparteienpolitik der letzten Jahre entstand eine Politikverdrossenheit, die jetzt Viele aufstehen und für ihre Meinung eintreten lässt. Wir hatten zwar ein kritisches Wahlergebnis – aber die wirklich hohe Wahlbeteiligung lässt hoffen.

    Ich kann nur in meiner eigenen Umgebung etwas Einfluss ausüben. Aber durch meine sehr positive Lebenseinstellung gebe ich doch manchen Mut, Vertrauen und Stärke. Wenn das auch noch ein paar andere machen, wird alles gut. 🙂

    VG Maresa

  27. Dennis

    Wie geht ihr eigentlich mit einem Konsumwunsch um? Ich zum Beispiel lebe auch sparsam Brauch auch nicht die neuste Mode und so weiter, aber seit letzter Zeit interessieren mich E-Autos immer mehr und bin schon welche Probe gefahren. Und jetzt bin schon die ganze Zeit am überlegen, weil es irgendwie auch nicht nötig ist :-(.

  28. Sparta

    @Maresa

    „Und doch sind diese Faktoren nicht neu, sondern begleiten uns schon Dekaden, während der Rechtsruck in D und der EU erst jetzt eintritt und nicht schon vor z.B. 5 Jahren.“

    Latente Gedankenmuster sind bei Teilen einer Gesellschaft so gut wie immer vorhanden. Wenn dann eine Phase kommt, wo etwas einschneidendes passiert, kommen die ersten Rufer und nach und nach trauen sich andere auch, ihr „Gedankengut“ öffentlich zu äußern.

    Zeiten und Gedankenströmungen ändern sich.

    Den Satz mit der Idee und deren Zeit gekommen ist, kann man ja auch zweideutig interpretieren. Eine Idee kann noch so gut sein, wenn es aktuell von den Umständen nicht passt, wird es schwierig.

    @Dennis

    Bei kleineren Wünschen warte ich und überlege mir, ob ich dass auch wirklich brauche. Wenn dann der Wunsch danach immer noch nach Wochen, Monaten da ist, kaufen.

    Bei Autos ist die Priorität Vermögensaufbau deutlich größer. Zudem haben ca. 99 % der Autos nach ca. 15 Jahren + nur noch Schrottwert.

    Menschen, Familie, Gesundheit sind mir wichtiger als Blech und auch wichtiger als Geld.

    Es kommt aber auch auf das Verhältnis Einkommen/Kaufpreis an, bzw. in welcher Lebens- / Vermögensphase man sich befindet.

  29. Maresa

    @ Dennis – nehmen wir zB den Crock-Pot zum slowcooken … ich hab den schon im Warenkorb von Amazon. Ich warte dann lange ab …. und stell mir schon vor, was ich damit alles tun kann und wie perfekt mein Leben mit diesem tollen Gerät sein wird …. Vorfreude pur. Langsam verblasst die dann – und es erwacht die Realität …., und dann bin ich glücklich, weil ich den doch nicht gleich gekauft hab – und es vielleicht noch was besseres später geben wird.

    Manche Sachen schmoren schon 1 oder 2 Jahre im Warenkorb. Das ist eine gute Therapie gegen vorschnelle Käufe 🙂

    … ganz selten kaufe ich doch was …. wenn ich mir sicher bin. Als ich mir mein Auto gekauft hab, habe ich vorher meine Leute unendlich aufgeregt, weil ich mich vermeintlich nicht entscheiden konnte. Irgendwann hat dann alles gepasst, und ich bereue dann auch selten was.

    VG Maresa

  30. June

    @Dennis,

    wenn dein altes Auto jetzt nicht unmittelbar auseinander fällt, würde ich mir im Moment kein neues Kaufen. Denn die Reichweiten der Elektroautos sind noch sehr begrenzt. Und jedes Jahr das du warten kannst wird dir eine bessere und neuere Technologie bringen. Und solange fährst du dein altes Auto. Das dich außerdem kaum was kostet.

    Ich fahre auch ein altes Auto. Und Mr. Juni fährt einen Hybriden, da das aber ein Geschäftswagen ist haben wir keine Probleme, wenn in ein paar Jahren die Batterie nicht mehr will. Der Wagen ist geleast.

    Für die Umwelt sind alte Autos gar nicht so schlecht, klar stoßen sie mehr Schadstoffe aus als der Neuwagen, aber der da während der Nutzung kein neues Auto gebaut werden muss sind alte Autos indirekt Klimafreundlich.

    Take care,

    June

  31. Dennis

    @Sparta
    Ja da gebe ich dir Recht, das die meisten Autos nicht mehr viel wert sind. Es wären so 15% Prozent von meinem aktuellen Vermögen.
     
    @Maresa
    Danke für den Tipp. Ich habe auch schon endliche Sachen im Warenkorb von Amazon, manche echt schon Jahre lang :-).

    @June

    Mein Auto muss im August zum TÜV und ist schon über 22 Jahre alt, denke ohne etwas am Auto zu machen wird er nicht mehr über den TÜV kommen. Für meine Verhältnisse brauch ich nicht so die mega Reichweite. In erster Linie werde ich mir so ein Auto auch nicht wegen der Umwelt kaufen. Es macht einfach Spaß, geräuschlos zufahren und einfach das Drehmoment. Laden könnte ich das Auto bequem auf der Arbeit.

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