Max, 25, arbeitet als Ingenieur in der Automobilindustrie. Er verdient 60.000 Euro. Er träumt von den eigenen vier Wänden. Doch hat er Angst vor einer Hauspreisblase


New York, 3. August 2017

Über das Urlaubsfoto möchte der Leser nichts verraten. Er möchte anonym bleiben. Nur so viel: Reisen und Freizeit ist dem Paar wichtig. Daran möchten sie nicht sparen.


Hallo Tim,

ich verfolge deinen Blog schon eine ganze Weile. Besonders interessant ist deine Leserbrief-Reihe. Daher würde ich mich gerne anschließen, vor allem weil es immer wieder interessante Anregungen von dir und in der Kommentarspalte gibt. Es wäre mir nur wichtig, dass du nicht meinen echten Namen verwendest.

Ich bin 25 Jahre alt und arbeite seit gut einem Jahr als Ingenieur in der Automobilindustrie. Zuvor habe ich eine Ausbildung gemacht und dann studiert.

Aktuell verdiene ich ca. 60.000€. Ich lebe gemeinsam mit meiner Freundin zur Miete. Eine feste Sparquote habe ich zwar nicht – jedoch halte ich alle Ausgaben auf einer App fest. Es gehen momentan jeden Monat 200€ auf einen Bausparvertrag und 200€ auf einen ETF-Sparplan (MSCI World). Dazu bleiben monatlich im Durchschnitt nochmal ca. 500€ auf der Seite, besonders seit ich kein Auto mehr besitze. So haben sich mittlerweile ca. 25.000€ auf einem Tagesgeldkonto angesammelt. Von meinem Studium existieren noch ca. 4.000€ Bafög-Schulden, welche in 2 Jahren fällig werden.

Soweit zu meinen aktuellen Finanzen. Da mein Gehalt in den nächsten 3 Jahren auf ca. 80.000€ ansteigen wird und sich meine Ausgaben vermutlich nur geringfügig ändern (schon jetzt spare ich nicht an Reisen oder Freizeitaktivitäten und die günstige Wohnung gefällt uns sehr gut), steigt mein frei verfügbares Einkommen weiter an.

Im Gegensatz zu dem häufigen Rat hier ein Leben lang Mieter zu bleiben, will ich unbedingt eine eigene Immobilie. Jedoch sind die Preise im Speckgürtel von München astronomisch. Ich glaube an eine Blase im Moment. Aus diesem Grund will ich jetzt viel Eigenkapital ansparen, um dann zuschlagen zu können. Mit jeweils einem Bausparer von meiner Freundin und mir haben wir uns für die nächsten 15 Jahre Zinsen von 2% gesichert.

Meine Frage ist nun: Wie würdet ihr das Eigenkapital verwalten? Es muss ja dann doch schnell verfügbar sein. Daher tun mir Schwankungen sehr weh. Gleichzeitig soll es nicht durch die Inflation aufgefressen werden. Aktuell springe ich von einem Tagesgeld-Neukunden-Angebot zum nächsten, aber vielleicht habt ihr eine andere Idee.

Falls dieser Text nicht so in deinen Blog passt, verstehe ich es natürlich. Es wäre aber nett, wenn du mir kurz Bescheid geben könntest, falls er veröffentlicht wird. Ich habe selbst 5 Jahre einen Weblog betrieben und weiß wie viel Arbeit und Herzblut hinein fließt. Mach weiter so, er ist wirklich ein Gewinn!

Viele Grüße,
Max

********************
Danke für Deine netten Zeilen. An die Börse geht man nur, wenn man mehr als 10 Jahre Zeit hat. Für kürzere Zeiträume eignet sich die Börse nicht. Insofern ist Tagesgeld für Deine Zwecke passend. Selbst wenn es nur Mini-Zinsen gibt. Wenn Du finanziell frei werden willst, kannst Du überlegen, ob Du nicht länger in der Mietwohnung bleibst und versuchst 50% Sparquote zu erreichen. Und volle Kanne in ETFs gehst. Aber gut, dass ist ein anderes Konzept. Ich weiß, dass Du von den eigenen vier Wänden träumst.

Ich finde die finanzielle Freizeit ist ein übergeordnetes Ziel. Sie gibt Dir freie Zeit. Die Zeit ist höchste Gut neben der Gesundheit, finde ich. Alles in allem strengst Du Dich an. Ihr macht es schon richtig. Ihr macht Euch Gedanken. Gratulation! Während viele Menschen in Schulden schwimmen (Konsumkredite, Hypotheken, Autofinanzierung…), baut Ihr Euch ein beachtliches Netto-Vermögen auf.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Max, 25, arbeitet als Ingenieur in der Automobilindustrie. Er verdient 60.000 Euro. Er träumt von den eigenen vier Wänden. Doch hat er Angst vor einer Hauspreisblase

  1. S.

    Hey Max,

    schön dass Du mit so jungen Jahren schon ein ordentliches Gehalt hast. Du bist den gleichen Weg gegangen, wie ich ihn aktuell noch gehe (erst Ausbildung, dann Ingenieur-Studium).

    Du hast Ziele und überlegst wie Du diese am besten erreichst, das ist gut! Wie Tim schon schrieb halte ich für deinen Eigenkapital-Anspar-Prozess auch das Tagesgeldkonto für am besten geeignet. Jedoch wäre ich mit dem Banken-Hopping vorsichtig, dies hinterlässt keinen besonders guten Eindruck bei den Banken und wird (so habe ich es zumindest mal gehört, ob es stimmt weiss ich nicht sicher) sogar im Schufa Score berücksichtigt (negativ). Dies wäre natürlich für die spätere Finanzierung nicht optimal. (Habe auch gelesen, dass es negativ ist, wenn man eine Vielzahl an Konten bei verschiedenen Banken hat, aber vllt. kennt sich damit jemand noch besser aus und weiß sicher, ob solche Dinge im Schufa-Score berücksichtigt werden oder nicht)… ?

    S.

  2. Ingo von Mission-Cashflow

    Wenn du so scharf auf die Wohunung bist, dann lass das Geld dort liegen und stocke weiter auf. Wenn es dann mal runter geht, kannst du direkt loslegen.

    Wenn du dagegen investierst, kannst du nie sicher sein, grad in dem Moment günstig rauszukommen.

    Für mich wäre das nichts, aber jeder muss selbst wissen, was einen glücklich macht.

    Mein Immobilienanteil wird maximal aus REITs mit einer netten Dividende bestehen, die mir dann die Möglichkeit geben, da zur Miete zu wohnen, wo es mich grad hinzieht.

    CU Ingo.

     

  3. Jörg

    Schufaeinträge für  Tagesgeldkonten gibt es nicht. Ich hatte früher eine Menge davon 🙂

    Jetzt habe ich keine Zeit mehr für soetwas, da sich das bei den niedrigen Zinsen nicht mehr rentiert.

  4. S.

    @Jörg:

    danke, habe gerade nochmal nachgelesen, ist wohl nur negativ wenn man zu viele Girokonten hat. Aber wie Du auch schon sagtest, sehe ich trotzdem keinen Sinn in dem Banken-Hopping, nur um irgendwo 0,5% mehr Zinsen für einen beschränkten Zeitraum raus zu holen oder ein paar Euro als Bonus zu bekommen. Aber das muss jeder selber wissen.

    S.

  5. Mke

    Schade, wie soll man dem jungen Mann glauben? In 3 Jahren 20000 Euro mehr ist in der automobilen Welt unglaubwürdig. Ich kenne den Münchner OEM aus eigener Tätigkeit. Die sind sehr erfolgreich, weil sie das Geld zurückhaltend ausgeben. Man verdient dort sehr wohl sehr gut, aber der Gehaltssprung ist unglaubwürdig. Sowas zu verbreiten erscheint mir Zweifelhaft. Das man in MUC kein Auto braucht passt, da es keine Parkplätze gibt oder dies sehr teuer sind. Ein Auto vom OEM gab es auch mal über Nacht oder auch ein verlängertes Wochenende. Aber auch hier schlägt die Steuer zu, geldwerter Vorteil.

    Wenn du günstig wohnen willst, zieh nach Nürnberg, von da kann man mit dem ICE gut pendeln. U-Bahn vom HBf MUC zum Fiz dauert ca. 15 Minuten.. Eine Bahncard 100 kostet um die 4200 Euro. Damit kannste in MUC und N kostenlos den ÖMPV nutzen. Absetzbar sind dafür der max. Pauschbetrag von 4500 Euro. Mieten liegen so bei 6-7 Euro. Bauen ist teuer geworden, liegt aber deutlich unter den Preisen von MUC ca. 25-30%.

    Hast Du Mal ausgerechnet wie lange du bei deinem Bausparer eine Rate einzahlen musst, bis Du die üblich Gebühr von 1% abgesperrt hast. Bespare ihn nicht oder nur sehr gering und steck das Geld in ETFs. Wenn du dann bauen willst verkaufe die ETF und zahle auf den Bausparer ein. Die Erträge der ETFs werden nach 10 Jahren die des Bausparer s um ein vielfaches Übersteigen.Beachte dabei die Zuteilung hängt von der Dauer der Einzahlungen und dem angespannten Kapital von min. 50% oder so ähnlich ab. Es ist zu klären ob das bei deinem Vertrag möglich ist. Die Bausparkassen Onkels sind ja auch nicht ganz doof.

  6. Value

    Hallo Max, tolles Einkommen in jungen Jahren Respekt. . . . .  obs tatsächlich in der Größenordnung steigt wird sich rausstellen, wünsch Dir aber viel Erfolg im Job.

    Die Preise in und um München sind schon krass, das beobachte ich jetzt schon Jahrzehnte und denke immer wieder mal, jetzt, jetzt muss es aber dann mal gut sein, wer soll denn das alles bezahlen . . . . . . . und was ist, es geht munter weiter. München war noch nie billig, wenn es wirklich dein übergeordnetes Ziel ist ein Eigenheim zu kaufen dann such dir was schönes und Schlag zu.

    Den Gedanken jetzt Kohle beiseite zu schaffen und auf einen Crash bei den Immobilienpreisen zu hoffen kann ich nachvollziehen, allerdings wird das so schnell nicht passieren. Ich denke wer in den letzten Jahren sich den Niedrigzins gesichert hat, wird seine Butze so schnell nicht aufgeben (müssen) . . . . . . . .  vielleicht in 15 Jahren, wenn dann die Zinslandschaft (ob’s so kommt ist völlig offen) erheblich angezogen hat und die Zinsbindung bei tausenden ausläuft können sich wieder Schnäppchen ergeben. Wenn du darauf hoffst, wäre mein Ratschlag so aggressiv wie nur möglich am Aktienmarkt zu investieren um in 10-15 Jahren dein dann üppiges Depot auf zu lösen um dann das richtige für Dich zu kaufen, denn dann so meine Schätzung wird’s einige derbrösln da die Raten durch den erhöhten Zins nicht mehr bedient werden können.

  7. Ex-Studentin

    Ich träume auch von einer Immobilie, wobei ich bisher noch nicht länger als 8 Jahre am gleichen Ort gewohnt habe. Zusätzlich sind die Immopreise in der Stuttgarter Region so hoch, dass ich aktuell lieber zur Miete wohne. Ich spare einen Teil in ETFs und habe eine hohe Tagesgeldreserve. Letztlich sollte man genug sparen, um z.B. eine 80%-Finanzierung mit moderater Rate stemmen zu können. Deswegen: moneyou.de als Tagesgeldkonto nutzen. Der Verlust durch Inflation ist in 5 Jahren nicht so tragisch bzw. fällt bei der Konzentration auf die Sparquote nicht sonderlic ins Gewicht.

    Liebe Grüße

    Jenny

  8. Daniel

    Hi,

    eine ausreichend hohe Sparquote scheint für den Hausbau vorhanden zu sein, auch wenn mir aus meiner persönlichen Sicht derartige Vorhaben immer wieder suspekt sind. Insbesondere auf dem Land ist man doch als Mieter der König 😉

    Das Geld für den Aufbau des Eigenkapitals sollte nicht in volatile Märkte gepackt werden wie richtig erkannt wurde. 10-15 Jahre ist ein zu kurzer Zeitraum für eine angemessene Geldanlage in Aktien.

    Ich würde an deiner Stelle bis 80.000€ – 100.000€ in Tagesgeld auf 2-3 Geldinstitute mit hohem Rating legen, evtl. eine 3 Jahres Festgeldleiter.

    Den Betrag darüberhinaus sollte vielleicht mit Anleihen beschritten werden. Ich halte zumindest  eine Verzinsung von 3-4% bei Unternehmensanleihen (Micorosoft etc.) für realisitsch. Auch das Rating dürfte sich dort im AA bis AAA Bereich bewegen, das wäre mir wichtig. Achte dann darauf dass die Laufzeit dieser Anleihen 8-10Jahre nicht übersteigt, sodass du im Zweifelsfall bis zur Enfälligkeit aussitzen kannst.

    Gruss Daniel

     

  9. Andre

    Hallo Max,

    endlich mal ein Leserbrief, der meine Situation sehr ähnelt.

    Ich bin zwar schon 29, aber mit 24/25 wusste ich auch schon, dass ich Eigentum (Haus) anstrebe. Daher bin ich bis heute von der Börse fern geblieben und habe das Geld in Festgeld und einen Sparplan bis heute angelegt (beides noch mit 2,50% Zinsen). Ich denke in 3-4 Jahren werde ich denn bauen (wohl auf dem Grundstück meiner Eltern), was natürlich eine erhebliche Erleichterung ist und im Osten lebt es sich auch ein wenig günstiger. Aber ich verdiene mit meinen mittleren Abschluss nur 42k. Daher sei es mir gegönnt und im Osten lebt es sich auch ein wenig günstiger

    Leider ist die Zinssituation heute noch schlechter als damals, sodass du dich mit noch weniger zufrieden geben musst. Ich weiß ja nicht wie viele Jahre du noch „warten“ willst und würde dir auch Festgeldleitern und Tagesgeld empfehlen…bin bei der Renault Bank und ganz zufrieden.

     

    Gruß

  10. FelixBerlin

    würde mich wirklich mehr über realitätsnahe berichte freuen bzw. noch mehr würde ich mich freuen, wenn es auch mal wieder „normale“ themen geben würde.

    artikel zu lesen wie ein 13 jähriger mit rasenmähen unsummen verdient, 25 jährige ingenieure die 60tsd verdienen usw. – das bringt mir nicht viel.

    erstens leidet die glaubwürdigkeit dieser leserbriefe immer mehr und zweitens sehe ich wenig sinn hinter solchen berichten.

    menschen die so viel verdienen können unmengen sparen, selbst wenn sie nicht sonderlich sparsam leben.

    ich bin keineswegs neidisch o.ä.

    jedem sei sein erfolg gegönnt.

    aber in lezter zeit immer nur von solchen „exoten“ zu lesen „langweilt“ mich.

    ich habe den blog immer gerne verfolgt und würde mir wünschen, dass er wieder in seine alte form findet.

    dann macht das lesen auch wieder deutlich mehr spaß 🙂

  11. Andre

    @ FelixBerlin

    Ich versteh deinen Unmut, aber zum Thema Glaubwürdigkeit:

    Selbst im ÖD kann man mit Mitte 20 bis Ende 20 50k verdienen, da sind 10k mehr in der freien Wirtschaft doch realistisch.

     

    Wobei ich diese Gehälter langsam auch nicht mehr lesen kann…es sind denn irgendwie IMMER Dax-Unternehmen und meist in Süden von D.

    Und über die Gehälter in der Automobilindustrie kann ich sowieso nur den Kopfschütteln…wobei mich da derjenige am meisten aufregt, der darüber schimpft, aber selbst ein deutsches Auto vor der Tür hat…

     

  12. Kia

    Einfach 10€ mehr im Monat sparen und die Zeit für das Bankenspringen einsparen. Denn 10€ entsprechen 0,5% mehr Zinsen auf 25000€. Sowas würde ich erst machen wenn alles Sparpotenzial ausgeschöpft ist. Ist es hier aber noch lange nicht. Besonders wenn der feste Wunsch nach Immobilie besteht würde ich in der Situation die Sparsumme hochfahren und nicht erst auf Gehaltssteigerungen warten. Sehr Konsumlastig.

  13. Daniel

    @FelixBerlin:

    Und was wäre die Konsequenz? Dass im Grunde nur noch Berichte darüber kommen mit Menschen die ein Gehalt zwischen 35 und 45.000€ haben? Bitte nicht falsch verstehen, das ist weder Dir gegenüber noch den Menschen mit diesem Gehalt abwertend gemeint. Aber es führt doch genau dazu, dass man bei all diesen Menschen fast denselben Grundton anschlagen würde.

    Exorbitante Sparraten sind hier aufgrund der Lebenshaltungskosten kaum möglich und was soll man jemanden der im Monat zwischen 150-500€ wegsparen kann großartig an Tipps geben außer breit diversifiziert anzulegen, was mit diesem Einkommen auch quasi nur in Form von ETF sinnvoll erscheint. Sogar die Wahl des ETF ist mehr oder weniger dadurch vorgegeben, denn außer dem All Country World macht eine Aufteilung in 2, 3 oder gar 4 ETF kaum Sinn, zumindest nicht bis ein gewisses Depotvolumen vorhanden ist oder die Sparrate drastisch erhöht wird.

    Sollten angesprochene Gruppen dann den Wunsch verspüren ein Haus kaufen zu wollen erübrigt sich selbst dieses (Aktienanlage / ETF) Thema und man wird nur die Empfehlung raushauen können das Geld liquide aufs Tagesgeld zu schaufeln.

    Es sind doch vielmehr die Extremen Fälle die etwas Spannung in die Sache bringen. Geldanlage ist bis zu gewissen Einkommen einfach stinklangweilig, so ungern das mancher Anleger hört. Es ist stures Weglegen von monatlichen Häppchen. Und da lese ich gerne Geschichten von Menschen die schon soviel Geld haben wie ich es dann vielleicht in 2, 3, 5 oder 20 Jahren habe um zu schauen wie sie mit dieser Situation umgehen oder von Menschen die aus besonders wenig Geld verhältnismäßig viel geschafft haben.

    Gruss Daniel

  14. Foxyfox

    Vor zehn Jahren konnte man sein BAföG vorzeitig zurückzahlen und bekam dafür einen Teil erlassen. Davon kannst dir dann ne goldene Klinke fürs Haus kaufen 😉

    mhh, und wenn de schon über die Zukunft sinnst, die Automobilindustrie hierzulande scheint mir aktuell auch nicht mehr soo zukunftssicher zusein.

    Ich kenn ein paar, die wären froh, wenn se keinen Immobilienkredit hätten.

  15. Felix

    Was ist an einem Ingenieurgehalt von 60 k bei Audi, BMW, Siemens so ungewöhnlich, dass man sich darüber aufregen muss? Das zahlt bei uns (in Bayern) auch jeder Mittelständler in technischen Branchen seinen Ingenieuren. Selbst der öffentliche Dienst wird nicht weit darunter liegen.

  16. Thomas der Sparkojote

    Ich finde es immer wieder traurig, das man sich so über die Gehälter aufregen muss. Auch in der Schweiz passiert das nur zu gerne, wobei die Dimensionen/Relationen komplett anders sind. Wieso ist es so abwägig das jemand anders mehr Geld verdient, als du selbst? Es gibt diverse Gründe: Bessere Leistung, Messbare erfolgreiche Ergebnisse, fundiertes Wissen, spezifisches Fachgebiet mit hoher Nachfrage und wenig Angebot, und und und…

    Lohnerhöhungen von 10% und mehr kann man jährlich erreichen, oftmals ist das aber nicht möglich wenn man nur in einer Firma bleibt, ausser man steigt die Karriereleiter. Hingegen bei einem Wechsel des Arbeitgeber, hat man viel höhere Chancen. Ich spreche hier nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus dem was ich aufgeschnappt habe, wie es bei älteren Freunden funktioniert hat und immer noch praktizierbar ist.

    In dem Sinne gönne ich es jedem der viel verdient, es steckt harte arbeit dahinter. Wie ein Eisberg im Wasser, die Spitze sehen alle, aber 95% des Eises unter dem Wasserspiegel ignoriert jeder.

    Gruss
    Thomas

  17. Ruben

    60k für einen Ingenieursjob sind nicht unrealistisch und so einfach lässt sich mit einem solchen Job auch nicht viel wegsparen wenn man wie viele Andere lebt. Ein Auto und manches Mal zusätzlich ein Motorrad, zwei großzügige Urlaube pro Jahr, immer das neueste Smartphone, Sky Abo, öfter mal Essen gehen o.ä. und auch dieses Geld ist schnell aufgebraucht, zumal wenn man in München wohnt.

    Solange hier die komplette Einkommensspanne abgebildet wird, finde ich jeden Beitrag hier ok. Wahrscheinlich lesen hier aber schon eher Personen mit, die überhaupt etwas zurücklegen können, von daher sind die niedrigsten Einkommensklassen wahrscheinlich unterrepräsentiert. Natürlich habe ich nochmals ich einen höheren Respekt, wenn jemand mit einem niedrigen Einkommen einen ordentlichen Betrag wegsparen kann. Bei einem höheren Einkommen sind gute Sparraten jedoch auch kein Selbstläufer, siehe Abschnitt oben wenn man sich in der Lebensweise an seinem Umfeld orientiert. Urlaube in fernen Ländern bspw. sind auch Statussymbole und man will ja schließlich dazugehören und auch etwas interessantes zu berichten haben.

    Nur wenn es einen Unterton bekommt wie „jeder ist seines Glückes Schmied“ dann finde ich das nicht gut, auch wenn es sicher oftmals nur motivierend gemeint ist. Es gibt sehr viele Gründe und Umstände warum nicht jeder in den oberen Gehaltsklassen angesiedelt sein kann. Bitte nicht falsch verstehen, natürlich ist Motivation grundsätzlich etwas gutes.

    Sehr gut finde ich den Beitrag von Mke, bei dieser günstigen Verkehrsanbindung würde ich ebenfalls Nürnberg vorziehen.

    Viele Grüße

    Ruben

  18. Phil

    @FelixBerlin

     

    Ich kann @Daniel hier nur zustimmen. Es klingt so als sei „realitätsnah“ für Dich nur das, was Du aus Deinem eigenen Dunstkreis kennst. Ich glaube aber, so ein Finanzblog zieht als Leserschaft nicht ein repräsentatives Abbild der Gesellschaft an, sondern eben Personen, die sich für Finanzen interessieren. Dass hier dann (überproportional?) Besserverdiener dabei sind finde ich daher nicht sonderlich verwunderlich – eher konsequent.

    Leserbriefe beschreiben eben konkrete Lebensumstände. Darin findet man sich zwangsläufig mal mehr, mal weniger wieder.

  19. FelixBerlin

    @Phil

    60k mit 25 jahren ist nicht realitätsnah.

    das sind ausnahmefälle und hat nix mit meinem angeblichen dunstkreis zu tun.

    es ging mir jetzt auch gar nicht so sehr um das gehalt, sondern eher darum, wie sich der blog entwickelt hat.

    es ist mir wurst, ob einer 10k oder 100k verdient.

    verbinden tut uns alle hier am ende der selbe gedanke.

    es kommen in letzter zeit halt kaum noch beiträge von tim selbst, sondern nur leserbriefe von überdurchschnittlich erfolgreichen leuten.

    ich habe den blog verfolgt, um das zu lesen was tim zu sagen hat und nicht was irgendjemand anderes tolles auf die beine bekommen hat – dann würde ich deren blog lesen.

    ab und an – als abwechslung – finde ich solche leserbeiträge ja auch ganz interessant.

    aber in letzter zeit gibt es gefühlt nur noch welche.

     

  20. Mke

    Einen schönen guten Abend,

    mich störte nicht die Höhe von 60k. Der Wert selber kann dann Plausibel sein. Grundgehalt+Weihnachts + Urlaubsgeld + Jahresprämie. Aber auch da gibt’s es noch letzte Zweifel bzgl der Höhe. Auch die Angabe in 3 Jahren 33% mehr zu verdienen ist unrealistisch. Rechnet man die 60.000 pA um auf 12 Monatsgehälter sind das ca. 2800 pro Monat. Dann monatlich 900 € sparen im Monat bei den üblichen Münchner mieten (z.B.: 1000€\Monat am Frankfurter Ring = 2C-Lage) und ein bisschen Luxus ist dann realistisch.

    Ich würde es begrüßen, wenn man eher relative Angaben in Prozent macht als absolute Geldbeträge zu nennen. Das würde vielleicht auch Menschen mit geringerem Einkommen helfen, mit Aktien/ETF zielgerichtet zu sparen. Das Sparen mit Aktien/ETF, auch bei kleineren Beträgen, kann bei Buy and Hold ein ansehnliches Vermögen schaffen.

    Hilfreicher/Interessanter wäre es, anhand welchen Kriterien die Auswahl von Aktien/ETFs erfolgt. Wann man sich von einzelnen Positionen im Depot trennt. So was kann man bei“Der entspannte Weg zum Reichtum“ von Susanne Ledermann lesen. Das Buch ist verständlich und gut lesbar geschrieben.

    Auch wichtig: Dinge die man lassen sollte, wenn man mit seinem Ersparten nicht die Finanzindustrie sponsern will, sondern adäquate Gewinne erzielen will. Also welche Versicherung braucht man wirklich. Was bringen Lebensversicherung oder Bausparer wirklich oder auch nicht. Siehe Gerd Kommers Buch Souverän Investieren mit Indexfonds, Indexzertifikaten und ETFs.

    Auch wichtig, Tricks und Tips zum Thema sparen bei Lebenshaltungskosten usw.

    Mein Ziel: finanzielle unabhängigkeit ja, aber nicht wegen Ausstieg aus dem Job. Der macht mir Spaß und ich freue mich schon auf Elektromobilität und autonomes Fahren. Gemäß James Bond/007:“ Something big is coming Up!“

  21. Ex-Studentin

    Ich finde die Leserbrief-Reihe gut. Z.B. habe ich so von Larissa und Lena erfahren, die mit Mitte Ende 20 sich für Minimalismus interessieren und 50% Sparquote erreichen. Als MINT-Akademiker hat man aktuell Einstiegsgehälter zwischen 42 und 60k. Das sind 2-3k netto im Monat bzw. ohne Weihnachtsgeld entsprechend weniger. Zumindest in Hessen und im Süden. Finde es deswegen nicht so realitätsfern. Man sollte dazu sagen, dass man dafür 800 warm für eine 45m2-Wohnung als sehr real empfindet. Oder 200€ für ein Monatsticket.

    Alles über 60k ist für mich wieder gedanklich weiter weg. Aber wie vorher schon gesagt wurde: Menschen mit niedrigem Gehalt findet man hier schwer. Denn wenn man von 2,5k netto in Monat dann eine Familie ernähren soll, kann ohne Hinzuverdienst des Partners nicht mehr so viel gespart werden. Wenn ich nach einer 4-Zimmer-Wohnung im Umkreis von 2km vom meinem nächsten Bahnhof suche, erscheinen 3 Angebote für 1,5k-2k warm. In meiner Heimat wiederum gibt es alte Häuser für 100k. Dafür aber kaum Arbeitgeber..

  22. Ralf

    Mich stimmen die flächendeckend tendenziell niedrigen Gehälter in sehr vielen Branchen in D trotz aktuellem Wirtschaftsboom sehr nachdenklich. Ich bekomme dies selbst als Ingenieur derzeit im Rahmen von Probe-Bewerbungen deutlich zu spüren. Abschläge zum aktuellen Gehalt von bis zu 8.000 € sind drin! Trotz Berufserfahrung. Es kommt eben doch sehr auf die Branche an. Und nicht jeder kann eben im IT-Bereich arbeiten.

    Es wäre schön, von Tim zur Thematik endlich mal was zu hören. Z.B. eine Artikelserie zum Thema Optimierung der Einnahmen. Das wäre eine Herausforderung für viele Blogs. Weil es kein so einfaches Thema ist wie manchmal suggeriert wird. Worthülsen alleine (wie „hart arbeiten“) sind nicht immer zielführend.

    Unsere Wirtschaft boomt. Aber offenbar zu oft auf Kosten der Lohnentwicklung vieler Angestellter. Ich wüsste derzeit z.B. gar nicht wo ich mich noch weiterbilden sollte. Es macht sich schlichtweg oft nicht bezahlt. Und die Digitalisierung wird auch noch ihren Tribut fordern.

  23. Raphael

    @FelixBerlin

    Klare Zustimmung.

    Ich rufe den Blog in letzter Zeit immer seltener auf. In kleinen Dosen verabreicht, bringen die Leserbeitrag den Blog sicherlich weiter. Aber in diesem Ausmaß langweilt es mich persönlich doch sehr. Ich dachte/hoffte auch, dass die Veröffentlichungen der Leserbriefe nur eine befristrtePhase ist.

    Nun, der Erfolg gibt einen Recht. Und wenn Tim merkt, dass die Aufrufe dadurch steigen und er so mehr Menschen erreichen kann – so freut mich das für ihn. Ich selber brauche die Artikel ja nicht lesen und werde den Blog dann einfach seltener besuchen. In der Hoffnung wieder Beiträge von Tim selbst lesen zu können.

     

     

     

     

  24. Felix

    @ Ex-Studentin

    So sieht’s aus: Entweder auf dem Land, abseits der Ballungszentren billig leben (Wohnen, Essen, Freizeit) und dafür schlecht bezahlte, meist niedrig qualifizierte Jobs haben oder zu Top Firmen (entsprechende Ausbildung vorausgesetzt) in Ballungszentren gehen. Wobei ein Schichtarbeiter am Band bei BMW in Deggendorf auch 4 bis 5 k im Monat brutto verdient.

    @ Ralf
    “ Ich wüsste derzeit z.B. gar nicht wo ich mich noch weiterbilden sollte.“
    z.B.: Management, Führungsqualifikation, IT (eben weil Digitalisierung immer wichtiger wir), BWL, Marketing, PR, techn. Spezialgebiete, Fremdsprachen, SAP, …
    Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Man muss sich doch regelrecht fokusieren, um in dem Meer an Wissen nicht unterzugehen. An Weiterbildungsbedarf herrscht m.E. wirklich kein Mangel.
    Auch die Themen, die Tim deiner Meinung nach liefern sollte, sind Weiterbildungsthemen.

  25. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Ralf,

    „Unsere Wirtschaft boomt. Aber offenbar zu oft auf Kosten der Lohnentwicklung vieler Angestellter.“

    man kann ketzerisch behaupten, dass nicht trotz „Boom“, sondern ein Großteil „Boom“ aufgrund des Lohndumpings (Umschichtung in Zeit- und Leiharbeitsverträge) erst möglich war. Hier setzt auch für viele akademische Arbeitsplätze inzwischen eine Abwärtsspirale ein (letztes Drittel der Sendung).

    Weiß nicht ob jemand das schon verlinkt hatte, aber letztens lief eine Sendung dazu…

    Neues Wirtschaftswunder
    Vor rund 20 Jahren galt Deutschland als „kranker Mann Europas“, heute blickt so mancher Nachbar neidisch auf das „German Jobwunder“. Wie kam es zu dem wundersamen Boom? Und zu welchem Preis?

    Ich muss schon gestehen, dass ich sehr froh bin, heute keinen Job mehr suchen zu müssen. In einem Jahr bin ich raus aus dem Rattenrennen.

    Schönes Wochenende!

    MS

  26. Mattoc

    „Eine Artikelserie zur Optimierung der Einnahmen“

    Du bist echt der Brüller, Ralf. 🙂

    Du könntest abends doch Flaschen im Supermarkt einräumen. Bringt 450 Euro netto und ist sehr leicht zu machen.

    Wie geht es denn der Schwiegermutter? Passt sie inzwischen auf ihre Enkel auf?

  27. Rainer Zufall

    Ralf

    „Mich stimmen die flächendeckend tendenziell niedrigen Gehälter in sehr vielen Branchen in D trotz aktuellem Wirtschaftsboom sehr nachdenklich.“

    ->Das wissen wir.

    „Ich wüsste derzeit z.B. gar nicht wo ich mich noch weiterbilden sollte.“

    -> Mir würde BigDataAnalyse und vor allem SQL definitiv was bringen.

    Ansonsten. Wenn Du das Einkommen nicht erhöhen kannst, müssen die Ausgaben kleiner werden -> Umzug nach Mannheim & 1 Auto weg. Hast Du das mal ernsthaft geprüft?

  28. Ralf

    @Matthias Schneider: So sehe ich das auch. Und wenn ich sehe, wie die Branche der schlechter zahlenden Ingenieurdienstleister (wie Ferchau oder Brunel) boomt, schließt sich der Kreis.

    @Rainer Zufall: SQL bringt in meinem klassischen Ingenieurbereich wenig. Wenn wir solche Aufgaben mal hätten, werden diese durch einen kleinen Auftrag an billige Externe vergeben. Haben wir genug an der Hand. Soviel zum Mangel im IT-Bereich.

    Und soviel SQL-Kenntnisse habe ich noch, um Ergebnisse zu checken. Mannheim? Mannheim ist nicht mehr so billig und 45 km weg. Außer in Problemviertel wo ich mit Kindern definitiv nicht hin will. Noch weiter zu meinem Job. Da ziehe ich das Kaff mit sauber Luft und höheren Mobilitätskosten vor.

    Es geht hier doch nicht nur um mich. Schießt euch nicht gleich auf mich ein. Andere Kommentare haben das Thema Kohle ebenfalls angesprochen. Zu recht. Matthias Schneider hat es gut kommentiert. Es gibt definitv ein Kohleproblem in D. Und nein, nciht jeder will oder kann in die IT-Branche.

  29. Rainer Zufall

    MS Ralf

    Die Zahl der Arbeitslosen ist gering, aber nicht nur in einzelnen Bereichen, Branchen oder Lohngruppen. Sondern generell.

    Ich schaue mich seit Ende des Studium in 2008 kontinuirlich auf dem Arbeitsmarkt um. In meinem Bereich (Sozialwissenschaft, Datenerhebung, Datenauswertung, Statistik) war es in der Vergangenheit deutlich schwerer an einen Job zu kommen. Momentan gibt es viele interessante Möglichkeiten. Und Zeitarbeit gibt’s in meinem Bereich meines Wissens überhaupt nicht.

    Ich habe am Wochenende mit einem Bekannten gesprochen, der bei einer kleineren mittelständischen Bank arbeitet und sich um Unternehmen kümmert, die die Kredite nicht bedienen können. Der Witz ist, er hat rein gar nichts zu tun im Moment. Es gibt keine Unternehmen, die in ernsthaften Schwierigkeiten sind. Die Abteilung wird von 4 auf 2 Mitarbeiter verkleinert. Für mich ein Zeichen, dass es so schlecht nicht laufen kann.

  30. Rainer Zufall

    Ralf

    Mehrere Bekannte von mir sind gerade in den Lindenhof in Mannheim gezogen. Das ist m.E. das beste Viertel in ganz Mannheim. Insbesondere füt Familien und Pendler. Die Zahl der Besichtigungstermine war jeweils < 5. Die Mieten sind gestiegen, aus meiner Sicht mit 8 Euro / qm (Kaltmiete) aber ok (Ja es gibt auch teurere Wohnungen)

    Ich finde es ja auch vollkommen ok und nachvollziehbar, dass Du an einem Ort mit hoher Lebensquali leben willst. Aber das kostet dann halt (zb 2 Autos). Dass dann am Monatsende weniger übrigbleibt ist doch irgendwie klaro.

  31. Ralf

    Mit der Zahl der Arbeitslosen ist das so eine Sache:

    Nicht mitgezählt werden bei der Arbeitslosenqoute Erwerbslose, die Qualifizierungsmaßnahmen absolvieren – das sind gut eine Million Menschen, die man zu den offiziellen Arbeitslosenzahlen hinzurechnen muss. Sechs Millionen Menschen in Deutschland, Kinder eingerechnet, sind auf die Grundsicherung angewiesen. Von diesen sechs Millionen sind immerhin vier Millionen erwerbsfähig. In der Arbeitslosenstatistik tauchen aber nur zwei Millionen auf, weil die anderen beispielsweise Kleinkinder betreuen oder Angehörige pflegen. Wer über 58 ist, gilt nicht mehr als arbeitslos, wenn ihm „mindestens für die Dauer von zwölf Monaten keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist“. Das sind gut 160.000 Menschen.

    Das Problem ist m.E. dass oft in der Wahrnehmung nicht zwischen Arbeitslosen und Transferempfänger unterschieden wird.

    Das aber nur am Rande. Ich will das Thema nicht noch breiter treten. Fakt ist, viele fühlen sich immer mehr abgehängt. Trotz guter Qualifikation.

    Wegen der Bankenkredite: Zombiefirmen werden durch den Null-Zins und den schwachen Euro oft künstlich am Leben gehalten. Diese Unternehmen müssen ihre Kapitalkosten nicht mehr verdienen, weil die Refinanzierung so unglaublich günstig ist und deswegen gehen sie auch seltener pleite. Faktisch sind diese aber doch ineffizient und unproduktiv, binden sie doch volkswirtschaftliche Produktionsmittel. Man sieht doch in Japan wohin das viele Jahre geführt hat.

  32. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Ich kann ja mal ein Angebot erstellen. Sagen wir, ich schreibe aus, dass meine Wohnung komplett renoviert werden soll. Natürlich zahle ich über dem Mindestlohn, sagen wir 12 Euro. Der kleine Haken ist nur, dass ich ein Budget erstelle von max 100 Arbeitsstunden. Alles was es länger dauert ist nicht mein Problem.

    Dabei ist von vornherein abzusehen, dass es mindestens 200 Arbeitsstunden bedarf. Jeder der rechnen kann und nicht von einem Amt zur Zwangsarbeit verpflichtet werden kann, der wird natürlich ablehnen.

    Jetzt kann ich mich demonstrativ zum Affen machen, und im Einklang mit der Politik beklagen, dass man keine Fachkräfte findet in Deutschland, und es allen zu gut geht.

    Man lernt die Realität in Deutschland erst kennen, wenn man aus der Komfortzone vertrieben wird.

    MS

  33. Jonas

    Hier herrscht in den Kommentarspalten und auch den Leservorstellungen wirklich oft das Mantra“Wenn das Volk kein Brot hat,  dann soll es eben Kuchen essen“ vor. Viele sind hier einfach maximal von der Lebenswirklichkeit von Josef Jedermann entfernt und leben in ihrer ganz eigenen Blasenwelt. Ich arbeite auch im Südwesten und bin Wirtschaftsingenieur und ich kenne original keinen, der mit 25 Jahren 60 Kisten brutto verdient. Mag in Konzernen so sein, in KMU’s ist es jedenfalls anders. Die Wahrheit ist, dass man absolut froh sein kann, wenn man nach der Uni was zwischen 40 und 45k findet. Oder überhaupt was findet.  Die Unternehmer tendieren nämlich nicht selten dazu, lieber keinen einzustellen und lieber die, die schon länger hier arbeiten, mit unbezahlten Überstunden zu beglücken.  Aber ha, warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er es kann. Der Middleclass-Michel macht es mit und verballert die wenige Kohle, die er investieren könnte, für sinnlosen Dreck. Dafür bekommt er Arbeit bis 67 und 2-3 Burnouts geschenkt. Und unterhalb der Mittelklasse, als ganz normaler Arbeiter, kann man schon froh dein, wenn man auf eine schwarze Null und Überleben ohne Verschuldung hinkommt.

    Ich bin erst Anfang 30, dennoch schockiert mich täglich auf’s Neue wie furchtbar sich der Arbeitsmarkt verschlimmert hat und weiter verschlimmern wird.

    Gut daran: Dadurch bin ich zum Thema FF gekommen. Ich möchte mich so schnell wie möglich aus dieser krank machenden Knochenmühle aus Druck und Arbeitsverdichtung verabschieden.

    Din gesalbten Kommentare haben jedenfalls meiner Meinung nach nichts mit der Realität der meisten Arbeitenden zu tun.

     

     

  34. Rainer Zufall

    @MS

    Klar so was geht gar nicht.

    @ jonas

    Ich finde ein Einstiegsgehalt von 40k bis 45k gut. Nach 10 Jahren liege ich zwischen 55 und 65k und mir reicht das dicke. Und es bleibt ne Menge übrig zum Anlegen.

    Was mich nervt ist diese Anspruchshaltung.

    Vergleiche man doch mal die Situation Anfang der 80er und heute. Damals ging’s mit dem Opel ohne Klima und Servo an die Nordsee. Heute müssen es Flugreisen sein. Und das neue Auto mit allen Extras.

    Damals gab’s 1 Wählscheiben Telefon von der Telekom mit enormen Telefonkosten. Heute alle 2 Jahre ein neues Handy. Dazu die ganze Unterhaltungselektronik. Mehrere Flatscreens, Playsstation, Spotify, Prime, Netflix, www, gab’s alles nicht. Genauso wenig wie die shiny Hochglanzküche. Usw.

    Und dann heisst es das Geld reicht nicht. Klar weil’s heute von allem immer mehr sein muss. Oder anders ausgedrückt: Es will gar niemand mehr Brot, sondern nur noch Kuchen essen.

  35. Fit und Gesund

    @Rainer Zufall,

    „was mich nervt ist diese Anspruchshaltung“ 

    genauso isses, danke dafür! ich erlebe es täglich, Alles muss her, nur vom Feinsten für sich selber und die Kinder, tolle Reisen….also man muss doch „Erlebnisse“ haben, am besten 2-3 x jährlich, also was mein Nachbar kann, das kann ich doch auch, ich brauche das, es ist sogar mein Recht….bla bla…

    im Spital das Gleiche, „macht magic“, egal wie….moderne Medizin, kann man doch wohl was verlangen….am liebsten sind mir die die „gegoogelt“ haben…

     

    Alle sind gehetzt, überall müssen sie dabei sein, immer action, ich ziehe Ruhe vor, die Freizeitgestaltung von Einigen in meinem Bekanntenkreis würde mir sehr schnell ein burnout verschaffen…

    es muss Jeder sein Leben leben, für mich hätte ich gerne ein Leben in Ruhe und Frieden, für mich ist Weniger einfach Mehr 🙂

  36. Jonas

    Und immer noch die Blase und aufgrund der eigenen Privilegiertheit keinen Bezug mehr zu den Jedermännern dieser Welt. Da geht es keineswegs um Urlaub und der neuen Karre,  da geht es um „working poor“ und um die Frage, wie der Arbeiter und die Arzthelferin die verdammte Kitagebühr Monat für Monat für ihr einziges Kind zusammen kratzen, obwohl sie beide zusammen 80 Stunden die Woche knechten.  Aber klar,  alles Konsumidioten, die nur nicht gescheit haushalten und investieren können. Hätten sie von den 2,13 Euro, die jeden Monat übrig bleiben, den Lyxor ACWI bespart, dann wären sie nach 86321 Jahren finanziell frei…Muss Chaostrader recht geben, hier sind die meisten User einfach viel zu weit weg von der Lebenswirklichkeit vieler Menschen.

  37. Ralf

    Zumindest konnte sich unsere Elterngeneration in der gleichen Gegend noch ein kleines Haus mit Grundstück leisten. Als normaler Angestellter und Alleinverdiener mit Familie.  Oft nur mit Hauptschulabschluss.

    Heute könnte ich als Ingenieur z.B. am gleichen Ort, an welchem mein Schwiegervater wohnt (5000 Einw.) nicht einmal den Preis für das Grundstück seiner Größe stemmen. Er hat damals in den 70ern rund 22.000 Mark bezahlt. Heute kostet das selbe ca. 280.000 €. Es hat nicht nur mit Anspruchsdenken zu tun.

    Gerade beim Thema Wohnen sind die Preise explodiert, auch durch staatlichen Zugriff (hohe Grunderwerbssteuer, teure Bauvorschriften). Und Urlaub ist bei vielen auch heute noch ein Fremdwort. Bei uns bleibt es auch bei meist sehr günstigen Urlauben innerhalb von Deutschland z.B. in diesem Jahr in einer günstigen Ferienwohnung mit Selbstversorgung.

    Es ist zunehmend so wie Jonas es ausgedrückt hat:  „Die Unternehmer tendieren nämlich nicht selten dazu, lieber keinen einzustellen und lieber die, die schon länger hier arbeiten, mit unbezahlten Überstunden zu beglücken.“

    Oder die Firmen greifen auf billigere Dienstleister zurück. Bei uns alltäglich mittlerweile, auch für IT-Leistungen finden sich brauchbare günstige Externe Dienstleister. Auch die IT-Branceh wird noch ihr Wunder erleben…

    Der Kindergarten z.B. kostet in unserem Kaff für 4 Stunden Betreuung ohne Essen mittlerweile 185 €. Finde ich nicht günstig. In den Ferien natürlich extra.

    Zu den Jobs und Gehaltaussichten: Sehr wichtiger Arbeitgeber für viele Berufe ist immer noch der öffentliche Dienst, so auch für meinen Fachbereich. Und gerade der öffentliche Dienst glänzt mittlerweile immer mehr mit befristeten Stellen (fast jede zweite Stelle) und schlechten Einstufungen. Trotz steigendem Arbeitsaufkommens. Die ruhigen Zeiten sind dort längst vorbei.

    Hier noch ein Artikel zum Thema Arbeit und Geld verdienen, viel Anteil am Jobwunder haben die steigenden Zahlen der Teilzeitstellen.

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nix-gelernt-aber-viel-geerbt

  38. Felix

    Die Frage ist: Ob da Jammern weiterhilft.

    Ich sehe das Problem eher bei unserem Steuer- und Abgabenstaat. Im heraufziehenden Wahlkampf überbieten sich unsere Politiker wieder mit ihren Wahlkampfgeschenken. Ich glaube, es ist gar nicht allen Wählern klar, dass sie das selber bezahlen. Jede Lobby kämpft um Subventionen. Die Energiewende sorgt für ständig steigende Strompreise. Die Flüchtlingskrise für die Ausweitung der Staatsaufgaben in Schulen, Polizei, Staatsschutz. Das alles kostet Milliarden. Und irgendwo müssen die herkommen.

    Wenn dann bei Berufsanfängern vom Brutto nur die Hälfte bleibt, werden die Spielräume enger, die Sparziele schwieriger. Zusätzlich sorgt der ausufernde Sozialstaat durch Fehlanreize, dass kaum mehr Eigenvorsorge betrieben wird bzw. werden kann. Wer hingegen nichts hat, für den wird schon gesorgt werden. Nur die, die es erwirtschaften, haben in der Politik kaum mehr einen Ansprechpartner; sie sind einfach die Melkkühe der Nation. Und bekanntlich ist nichts schöner als das Geld anderer Leute auszugeben und sich dann als Held feiern zu lassen.

  39. Rainer Zufall

    @ Jonas

    Erzähl mir bitte nix von Blase und Priviligiertheit. Hatte nach meinem Soziologiestudium und seit 2008 bis heute ausschliesslichlich befristete Verträge als wissenschaftlicher Mitsrbeiter. Einige Jahre sogar nut 75% Verträge. Das ändert sich erst jetzt.

    Ich behaupte nicht, dass diejenigen die am Existenzminimum leben was falsch machen. Mich wundert nur, dass weite Teile der Mittelschicht davon sprechen nicht sparen zu können. Dann aber die o en genannten Annehmlichkeiten geniessen. Und Du hattest von Einstiegsgehältern ab 40k-45k gesprochen. Das ist nicht Existenzminimum.

    @ Ralf

    Einen Krippenplatz bezahle ich auch. Du de die 250 Euro, die ich zahle ebenfalls als nicht billig. Ich habe mir den Wohnort halt so gesucht, dass ich aufs Auto komplett verzichten kann. Mir ist aber auch klar, dass das nicht immer möglich ist. Und dass die ImmoKaufPreise in der Regel zu hoch sind,
    stimmt.
     

  40. Ralf

    @Felix: Und darin liegt ein großes Problem. Sollte die arbeitende Masse dies einmal doch begreifen, so wird es ungemütlich werden in diesem Land. Zumal der Druck am Arbeitsplatz ja auch tendenziell zunimmt. 2016 wurden über 900 Milliarden Euro für Sozialausgaben ausgegeben. Das wird uns irgendwann auf die Füße fallen. Aus verschiedenen Gründen. Die Wirtschaft wird nicht ewig brummen. Ich rate dazu, als Investor ab und zu auch mal die volkswirtschaftliche Brille anzuziehen, nicht nur die betriebswirtschaftliche Sicht einzunehmen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialausgaben-steigen-auf-ueber-900-milliarden-euro-a-1161026.html

  41. Fit und Gesund

    aber Ralf, alles schön und gut, wo ist Dein Problem? Du hast ein Konto in der CH, bisschen Gold, legst Geld für Deine Kinder an, also das kann nicht Jeder, warum fühlst Du Dich denn abgehängt? mir erschliesst sich das nicht,

    Du schreibst Bewerbungen und musst feststellen dass das was Du angeboten bekommst, noch weniger ist als das was Du schon jetzt kriegst? dann sei doch um Deinen guten Job froh…

    seh ich das jetzt völlig falsch?

  42. Ralf

    Es geht mir um die Gesellschaft. Ich sehe hier massive Gefahren aufziehen die mir nicht egal sind, weil ich nicht isoliert lebe und auch ein lebenswertes Umfeld behalten möchte. Das mag in der Schweiz anders sein, hier in D ist es mittlerweile z.B. auffallend wie viele Leute in den Mülleimern nach Pfandflaschen suchen. Und z.B. die Zuwanderung bzw. Aufnahme von Flüchtlingen ist sicherlich richtig. Stoßt aber in großen Teilen der Bevölkerung zunehmend nicht nur auf Beifall. Es kommen eben nicht nur gut gebildete Menschen. Also entsteht zunächst eine Mehrbelastung für das ohnehin angespannte Sozialsystem, welches nicht einmal auskömmliche Renten für viele zahlen will. Das verstehen viele Leute nicht. Ich auch nicht.

    Persönlich würde ich gerne wechseln weil die Luft einfach raus ist. Die Alternativen sind aber bisher, wie beschrieben, mit deutlichen Einbußen behaftet. Als Single wäre mir das egal, mit Familie kann mir das nicht egal sein. Der Druck ist einfach größer…

  43. Rainer Zufall

    Ralf

    „Das verstehen viele Leute nicht. Ich auch nicht“

    -> Im Vergleich ist Deutschland sehr wohlhabend. Das führt m.E. zu Verantwortung.

    „Persönlich würde ich gerne wechseln weil die Luft einfach raus ist.“

    -> kann ich nachvollziehen, kenn ich, wünsch Dir viel Erfolg bei der Orientierung.

  44. Fit und Gesund

    @ Ralf,

    ich kann Dir nur wünschen dass Du was findest, dass Du mal wieder ein wenig „Oberwasser“ bekommst, es täte Dir gut.

     

  45. Ex-Studentin

    @Rainer Zufall

    Alles Gute, dass du bald einen festen Vertrag hast! Mein Freund hat 2013 sein Soziologiestudium beendet (Mannheim). 4 seiner Freunde sind beim Amt unter gekommen (Finanz- und Bildungsamt), 1 im Marketing und einige prommovieren gerade. Die meisten haben sich ihre Stelle bereits im Studium als Werksstudent ergattert. Mein Freund hat noch eine Ausbildung dran gehängt und arbeitet nun freiwillig 80%.

    Ich witzel oft, dass ich gerade meine Stunden reduziere. Statt 50h die Woche arbeite ich gerade an den 45..

    Den Vorteil den die Bachelorgeneration hat: Früh ins Berufsleben einsteigen. Klar sollte man mit Kindern nicht zu lange warten, andererseits sparen wir gerade, um ein gutes Finanzpolster aufzubauen. Ich arbeite seit ich 21 bin.

  46. Mark85Mark85

    An FelixBerlin: Unterschiede bei den Einkommen wird es immer geben. Wichtig ist doch nur, dass du mit dir soweit zufrieden bist. 60.000 Euro brutto oder zirka 36.000 Euro netto hatte ich noch nie, trotzdem fehlt es mir an nichts.

    Mir gefällt die Leserbriefserie. Darf ich daran erinnern, dass es vor dieser Serie immer wieder Stimmen gab, die sagten, dass Tim immer nur die gleichen 3 Themen bringt? Nun gibt es diese Serie und es wird wieder gemeckert. Mir zeigt das, dass man es niemals allen recht machen kann.

    An Jonas: Bisher hatte ich 2 Mietwohnungen und 1 Eigentumswohnung, die eher als soziale Brennpunkte bekannt waren. Auch auf meine aktuelle und 4. Wohnung trifft das zu.

    Ich habe mir meine Bleiben immer bewusst so ausgesucht, weil ich gern in Hochhäusern oder Wohnkomplexen wohne, aber auch möglichst wenig fürs Wohnen ausgeben möchte.

    Aus meinen dort gesammelten Erfahrungen heraus würde ich Menschen in 4 Kategorien einteilen:

    1. Es gibt Menschen, die mehr aus sich machen wollen, es aber beispielsweise aus gesundheitlichen oder familiären Gründen nicht oder nur sehr eingeschränkt können.

    2. Es gibt Menschen, die mehr oder noch mehr aus sich machen könnten, es aber nicht wollen. Entweder weil sie im Großen und Ganzen mit sich zufrieden sind oder weil sie nicht bereit sind, aus Bequemlichkeit oder Faulheit Extrameilen zu gehen.

    3. Es gibt Menschen, die mehr aus sich machen könnten, aber sich wegen ihrer Denk- und Handlungsweisen selbst im Weg stehen.

    4. Es gibt Menschen, die mehr aus sich machen könnten und bereit sind, jede Extrameile zu gehen.

    An Rainer Zufall: Ich stimme dir gesamtgesellschaftlich zu. Selbst in meiner Kindheit, die in den 90ern lag, gab es einige Dinge noch nicht, die heute ein absoluter Standard sind. Beispielsweise kann ich mich noch an ein gemeinsames Telefon mit Wählscheibe und einen gemeinsamen winzigen Fernseher im Wohnzimmer für alle erinnern. Und meine Eltern verdienten niemals schlecht. Wer ist bitteschön heutzutage noch bereit, so wie vor 20 oder 30 Jahren zu leben? 😉

    An Fit und Gesund: Gestern hat mich das erteilt, was dir vor einigen Monaten widerfahren ist. Neben der Trauer macht sich bei mir etwas Überforderung breit, weil ich noch nie einen gesamten Nachlass verwalten und abwickeln musste.

  47. Jonas

    Zur Klarstellung von wegen Jammereivorwürfen: Es geht nicht um mich. Mir geht’s gut, ich habe keine Sorgen, ich kann 60% meines Netto sparen und investieren und vermutlich mit Mitte 40 die Grätsche machen – nur gib es ausser mir noch andere Menschen in Deutschland, die das eben nicht können. Und dieser Blick nach links und rechts kommt mir hier eben zu kurz.

  48. Fit und Gesund

    @Mark85,

    ich weiss gar nicht was ich sagen soll, das tut mir sehr sehr leid für Dich, fühl Dich mal ganz feste gedrückt. Die Trauer musst Du zulassen, wehr Dich nicht gegen den Schmerz.

    Geh die Dinge ruhig an, ich habe mir damals immer wieder neue Listen gemacht, immer Eins nach dem Anderen abgearbeitet, es ist anfänglich ein riesiger Berg, man glaubt man wird nie mehr fertig, kaum Eins erledigt, schon kommt wieder was hinzu, aber es ist zu schaffen, bewusst auch mal Pausen einlegen ist hilfreich, ich hoffe Du findest etwas Unterstützung in der Verwandtschaft.

    ich denke an Dich

    Fit und Gesund

  49. Rainer Zufall

    Ex-Studentin

    Dank Dir, im November startet mein erster unbefristeter Vertrag, neuer Arbeitgeber, neue Erfahrung 😉

    Ein Einstieg als Werkstudent klingt clever, daran hatte ich damals nicht gedacht. Zwischenzeitlich hatte ich auch überlegt ne Ausbildung  anzufangen.

    Denke, dass das Soziologiestudium in Mannheim aber wegen der Ausrichtung gut ist. Würd ich trotz allem wieder machen.

    @ Mark

    An das gemeinsame Telefon mit Wählscheibe kann ich mich gut erinnern.

    Tut mir auch sehr leid. Wünsche Dir Viel Kraft.

  50. June

    Hallo Mark,

    ich denk an dich, fühl dich gedrückt. Sowas macht mich immer so sparachlos. Ich habe damals im Internet ganz gute Seiten gefunden die mir sagten, was ich alles erledigen muss und wann. Zum Glück hatten wir aber auch einen gutes Institut, dass mir viel Arbeit abgenommen hat.

    Melde dich einfach wenn du irgendwelche Fragen hast oder einfach Unterstützung brauchst.

    Und vergiss bitte nicht, dass es dieses Trauerjahr nicht umsonst gibt. Es braucht einfach Zeit um mit einem großen Verlust umgehen zu lernen.

    @ Thema wohnen usw. Wir haben auch heute noch, oder ich sollte lieber sagen wieder, einen kleinen gebrauchten Fernseher nach 7 oder 8 Jahren ohne Flimmerkiste. Nur ein älteres Telefon. Und mein iPhone ist eine gebrauchtes 5S. Mein Laptop muss wohl nächstes Jahr nach ca. 10 Jahren ersetzt werden. Dann erst kaufe ich mir auch gerne wieder ein tolles Markengerät, dass dann hoffentlich wieder  fast 10 Jahre hält. Und auf unser USA Urlaub warten wir nun schon 3 Jahre. Ich zahle Unterhalt für 2 Studenten, da es familär bedingt in unserem Fall kein Bafög gibt. Meine Nachbarn fahren alle große tolle Autos, dagegen ist unser fast neues Auto ein Leichtgewicht obwohl es für Tim ein Clownauto ist. Und ich fühle mich trotzdem gut, mir fehlt nichts. Ich haben etwas ganz entscheidendes in meinem Leben gelernt, es kommt nicht darauf an was ich in den Augen von anderen bin, es kommt drauf an was ich in meinen Augen aus meinem Leben mache. Ich hatte Zeiten, da musste ich jeden Cent 3 mal umdrehen, da es sonst nicht für meine kleine Familie und mich gereicht hätte und trotzdem konnte ich überraschender weise Monat für Monat etwas Geld sparen. Um wirklich erfolgreich im Leben zu sein muss man immer wieder die Extrarunde laufen und dabei gibt es für die Extrarunden noch nicht mal eine Erfolgsgarantie. Da ist der Blick über den Tellerrand genauso gefragt, wie ungewöhnliche Ideen.

    Wenn ich heute schreibe, dass jeder wenn er möchte auch mit kleinem Gehalt finanziell erfolgreich sein kann, dann weil ich es selbst konnte.

    Ich wünsche allen Unzufriedenen mehr innere Ruhe und Gelassenheit sowie den entscheidenden Mut und die richtige Idee um ihr Leben zu ändern.

    Take care,

    June

  51. Mark85Mark85

    An Jonas: Was soll denn aus deiner Sicht passieren? Soll sich der Staat in die Lebensbereiche derer einmischen, die nicht 60 Prozent sparen können oder wollen? Oder von deiner Sparquote etwas abknapsen und umverteilen?

    Ich hoffe, dass wir uns darauf einigen können, dass jeder Mensch in all seinen Eigenschaften und Fähigkeiten unterschiedlich ist und es zusätzlich noch Dinge wie Glück, Pech, Zufall und Schicksal im Leben gibt. Selbst Zwillingsgeschwister aus dem selben Elternhaus werden sich unterschiedlich entwickeln.

    Nun gibt es Leute, die diese Unterschiedlichkeit als Ungleichheit auslegen und automatisch mit Ungerechtigkeit in Verbindung bringen. Das Problem daran aus meiner Sicht ist, dass alle bisherigen künstlichen Gleichmachungsexperimente in der Weltgeschichte auf sehr unschöne Art und Weise geendet sind.

    Ich nehme lieber einen anderen Blickwinkel ein und betrachte Unterschiedlichkeit als etwas Positives, weil sie für mich Vielfalt und Einzigartigkeit bedeutet. Die entscheidende Frage für mich ist, wie wir mit den Menschen umgehen wollen, die nicht für sich selbst sorgen können. Hier muss der Staat meiner Ansicht nach unterstützend eingreifen, um Härten abzumildern.

    Ansonsten finde ich, dass der Staat nur für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen hat, sodass die Bürger möglichst frei und selbstbestimmt über ihre Lebenswege entscheiden können. Und wenn jemand bewusst Entscheidungen trifft, die eher zu seinem Nachteil sind, haben wir das erst einmal zu akzeptieren.

    Global betrachtet sehe ich mich darüber hinaus in der Verantwortung, neben Steuern zusätzlich etwas von meinem Wohlstand abzugeben. Aber auch hierzulande begegnet man Menschen, die sich immer über eine kleine Spende freuen.

    An Rainer Zufall: Danke.

    An Fit und Gesund: Das ist lieb, danke. Eine Abarbeitungsliste stelle ich gerade zusammen. Hoffentlich übersehe ich nichts.

     

     

     

  52. S.

    @Mark,

    so sieht es aus. Der Staat ist dafür da die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jeder erfolgreich werden kann, wenn er das will. Und nicht dafür,  jeden erfolgreich zu machen. Es wird immer Leute mit viel Gehalt geben und Leute mit wenig Gehalt. Wichtig ist, dass jeder theoretisch die Chance hätte aufzusteigen, und die ist meiner Meinung nach in Deutschland gegeben. In anderen Ländern wie Indien oder fast ganz Afrika oder was weiss ich wo, sieht das nicht so aus. Dort ist es tatsächlich so, dass wenn du in der Samenbanklotterie Pech hattest meistens auch dein ganzes Leben lang nicht großartig aufsteigen kannst.

    In Deutschland ist jeder selber verantwortlich für das was er erreichen wird und was nicht. Jeder hat Chancen auf gute Bildung. Jeder hat Chancen auf ein gutes Gehalt. Ich sehe es sogar so, dass heute die Chancen so gut sind wie noch nie zuvor um Karriere zu machen und damit auch genug Geld zu verdienen und Vermögen auf zu bauen. Und jetzt kommt mir nicht mit dem einen Prozent, das wirklich aufgrund harter Schicksalsschläge und Krankheit oder ähnlichem es wirklich sehr schlecht haben. Das sind genau so ausnahmen, wie die Leute die hier schreiben, dass sie 100.000 Euro im Jahr verdienen. Es wird immer so getan, als ob alle in Armut leben und keiner die Chance hat was aus seinem Leben zu machen, das ist absoluter Bullshit und auch „realitätsfern“, wie hier immer so schön geschrieben wird!

    Natürlich ist es für jemanden, dessen Eltern bereits Vermögend sind einfacher auch erfolgreich zu werden als für jemanden dessen Eltern beide Arbeitslos sind oder einen niedrigen Bildungsstand haben. Aber das ist ja auch logisch. Dann muss der andere halt mehr Gas geben, so ist es eben!

    Mein Vater hat selbst nur einen schlechten Hauptschulabschluss gehabt, ist gelernter Maurer, meine Mutter mit Realschulabschluss gelernte Sekretärin, wir hatten nie viel Geld. Alle anderen hatten immer die neusten Spielekonsolen und Klamotten, ich nicht. Und genau das hat mich noch mehr motiviert später auch finanziell was zu erreichen. Ich hatte also auch keine optimalen Voraussetzungen um Karriere zu machen. Keiner aus meiner Familie hat Studiert, klassische Arbeiterfamilie eben. Trotzdem habe ich es geschafft jetzt als erster in meiner Familie ein Studium zu Beginnen. Ja ich war sogar der erste, welcher einen höheren Schulabschluss hat als die mittlere Reife.

    Wie habe ich das geschafft? Indem ich während der Ausbildung an 3 Tagen in der Woche, nach 8 Stunden Arbeit noch in die Schule gegangen bin und die Fachhochschulreife gemacht habe. An diesen Tagen war ich von 5.30 Uhr morgens bis 21.30 Uhr unterwegs, erst Arbeiten, danach in die Schule. 3 Jahre lang ging der „Spaß“. Doch es hat sich ausgezahlt, jetzt mache ich im gleichen Unternehmen ein duales Studium und habe sehr gute Chancen auf einen guten Job danach. Und das alles nachdem ich einen eher unterdurchschnittlichen Realschulabschluss hatte. Damit will ich euch nur sagen: es ist für jeden möglich weit zu kommen! Allerdings war ich in meiner Berufsschulklasse der einzige, der das Angebot zum Erwerb der Fachchhochschulreife genutzt habe. Jeder andere hätte auch die Chance gehabt. Wer aber zu faul ist mehr zu tun als andere bleibt halt immer da wo er aktuell ist. Diese Leute sollen aber nachher nicht rum heulen und sagen es wäre ja nicht möglich weiter zu kommen. Es gibt tausende von Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland, der Großteil davon ist sogar kostenlos. Wer diese Chancen nicht nutzt, ist selber schuld. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören, die Rahmenbedingungen sind so gut wie selten zuvor, wer sie nicht nutzt ist selber schuld. Im Rest der Welt wären die Leute froh wenn sie so Bedingungen hätten, wie wir sie haben. Wir sind hier einfach zu verwöhnt, weil viele anscheinend denken, es sei ein Grundrecht ohne Anstrengung viel Geld zu bekommen. Kinder aus anderen Ländern würden sich den Arsch aufreissen um in die Schule gehen zu dürfen und arbeiten zu dürfen. Was ich hier in Deutschland erlebe ist eher: „ach, für das Gehalt steh ich doch nicht auf.“ oder: „Ne, kein bock noch weiter in die Schule zu gehen.“ oder: „Was, ich soll Regale einräumen? Ne da bin ich mir zu fein für.“.

    Ich sehe immer wieder, selbst Azubis, was die für Ansprüche haben… das ist nichtmehr normal. Die sollten froh sein, dass sie für ihre Tätigkeit Geld bekommen und etwas lernen dürfen. Früher musste man zahlen um eine Ausbildung machen zu können. Heute beschweren sich schon die Azubis: „Oh mann, 800 Euro sind viel zu wenig Gehalt, für das was ich alles leiste…“. Das ist doch nichtmehr normal.

    Oder was auch „lustig“ ist, sind die Leute, welche so Sachen wie „Kunstgeschichte“ oder was weiss ich für ein Märchen-Zeug studieren und danach sagen, dass sie nichtmal mit einem abgeschlossenen Studium einen Job bekommen. Ich sag nur Augen auf bei der Berufs-/Studiengangswahl. Es dürfte allgemein bekannt sein, in welchen Bereichen Geld zu verdienen ist. Wenn ich eben irgend ein Schwachsinn studiere, wo es keine Nachfrage für gibt, bin ich selber schuld. Ein bisschen clever sollte man da schon sein. Mag sein, dass Kunst die Leidenschaft dieser Leute ist und es ihnen Spaß macht. Es geht aber nicht immer um Spaß. Das Leben ist hart. Der Job ist primär da um Geld zu verdienen und nicht um Spaß zu haben. Klar, wenn man dabei noch Spaß hat ist es natürlich optimal, aber das ist für mich nicht das Hauptkriterium, ich will mit meiner Arbeit Geld verdienen.

    Jetzt habe ich mich wahrscheinlich bei ein paar Leuten unbeliebt gemacht, aber damit kann ich sehr gut leben. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit der Situation hier in Deutschland und bin dankbar dafür, das Glück gehabt zu haben, hier auf die Welt gekommen zu sein.

    S.

  53. Mark85Mark85

    An June: Danke. Leider kann man ein gutes familiäres Miteinander nicht erzwingen, sodass in diesem Fall viel an mir als Enkelkind hängenbleibt.

    Deinen weiteren Text kann ich so unterschreiben. Wenn man schreibt, dass man sich in erster Linie mit sich selbst auseinandersetzt, ist das nicht mit Egoismus, Kaltherzigkeit oder einem Leben in einer Filterblase gleichzusetzen.

    Im Gegenteil: Man möchte niemandem über Gebühr zur Last fallen, was letztendlich auch den Sozialsystemen zugutekommt. Und es bedeutet, dass man kein großes Problem damit hat, wenn jemand mehr als man selbst hat oder in irgendetwas besser ist.

    Ich kann verstehen, dass es Leute gibt, die sich mehr Unterstützung durch den Staat wünschen, aber er wird es niemals allen recht machen können. Der Staat sind irgendwo wir alle.

    An S.: Ich finde deine Lebensgeschichte großartig. Man sollte sie nicht als persönliche Kritik, sondern als Ansporn auffassen.

    Ich habe im Fernsehen mal ein afrikanisches Mädchen gesehen, das jeden Tag viele Stunden zu Fuß unterwegs war, nur um in einer einfachen Buschschule etwas lernen zu können. Der Wahnsinn. Ich stelle mir gerade vor, was sie mit ihrem unbändigen Willen und Ehrgeiz in unserer Gesellschaft alles erreichen könnte. 🙂

  54. S.

    @Mark:

    genau solche Geschichten meine ich. Das ist echt verrückt, hier gibt es Bildung im Überfluss, für jeden und meistens Umsonst. Ich finde das immer schade wenn ich so Berichte sehe von Kindern aus armen Ländern, die als größten Wunsch äußern, dass sie zur Schule gehen möchten. So etwas stimmt mich wirklich traurig. Diese Leute würden alles dafür geben um etwas lernen zu dürfen. Und hier wo es die Möglichkeiten gibt nutzen sie viele Leute nicht.

    Mein größter Traum wäre es, wenn ich dann selber mal finanziell frei bin in einem dieser Länder eine Schule zu bauen (ich weiss, ziemlich unrealistisch, aber wie gesagt, es wäre ein Traum) oder sonst irgendwie Bildung zu ermöglichen. Denn ich denke das wäre etwas wirklich sinnvolles. Und auch wenn ich nur dafür sorgen kann, dass 1 Kind regelmäßig zur Schule kann wäre das für mich ein rießen Erfolg. Es gibt soviel ungenutztes Potential auf dieser Welt, das ist echt schade. Ich denke so könnte ich später der Welt etwas zurück geben, halte ich jedenfalls für sinnvoller als hier in Deutschland irgendwo zu spenden, denn wie bereits gesagt, hier gibt es eigentlich genug Möglichkeiten irgendwie halbwegs gut leben zu können.

    S.

  55. Felix

    @ S.

    100 % Zustimmung, vielleicht auch deshalb, weil unsere Biografien absolut deckungsgleich sind.

  56. Mark85Mark85

    An S.: Ich bin seit längerer Zeit schon am überlegen, ob ich eine feste Patenschaft übernehmen soll, weiß aber nicht, welcher Organisation man vertrauen kann. Auf meinem Mobiltelefon nutze ich öfter das Programm ,,Teile deine Mahlzeit“.

    Ansonsten eher anlass- oder ortsbezogen. Zuletzt für die verletzten Polizisten auf dem G20-Gipfel, um ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit (Gewaltmonopol) zu setzen. Oder bei Naturkatastrophen. Und in meiner näheren Umgebung, wenn mir Obdachlose und Flaschensammler begegnen.

    Ich habe letztens ein Video von Bodo Schäfer und Jürgen Höller über Schulen in Afrika entdeckt: https://youtu.be/f8oY2XsGy_A 😉

     

     

  57. S.

    @Mark,

    Klasse dass du dich für gute Zwecke einsetzt. Ja das mit der Partnerschaft habe ich auch schon ein paar mal überlegt, jedoch habe ich die selben bedenken wie du… Am liebsten wäre es mir, wenn ich selber vor Ort irgendwie helfen könnte, damit man sieht, dass das Geld/die Hilfe auch wirklich ankommt, aber das ist eben nicht wirklich umsetzbar… Ist halt alles nicht so einfach, aber ich denke langfristig werde ich schon irgendwie einen Weg finden um etwas vom meinem Glück zurück geben zu können… das Video werde ich mir morgen mal anschauen, gehe jetzt erstmal schlafen…

    gn8, S.

  58. dumpfbacke

    ich hab nur die Hälfte der Kommentare gelesen, dann wurds mir wieder zuviel. Dieses „Leben in der eigenen Filterblase“ verursacht mir leichte Magenverstimmung.

    Ich mache gerade Urlaub. Hab mich mal wieder in dem ollen Haus meines obszön verdienenden Junggesellen-Schwagers in der Provinz eingenistet, der gerade selbst im Urlaub ist. Partyhöhle pur, bissl wie Camping, aber umsonst. Besuchen wir halt die buckelige Verwandtschaft und machen mal wieder ganz billigen Urlaub. Kanaren, Malediven und Seychellen musste die letzten paar Jahre ausfallen, weil Investieren UND Urlaub leider nicht geht. Was meine Frau in der Pflege verdient ist ein Witz, da kommt man nie auf 60 Riesen (eher so ein Drittel davon brutto, reicht gerade mal für unsere Miete und Scheisskarre betanken im „goldenen Süden“), und auch ich selbst bringe nicht so viel nach Hause, trotz Studium, Überstunden, Prämien und Nebenjobs. Ohne Mieteinnahmen aus diversen geerbten Immos wären wir aufgeschmissen. Uns gehts nicht schlecht, aber was die Medien so berichten kann irgendwie auch nicht ganz zutreffen. Gibt halt viel mehr „Normalos“ als Ingenieure mit exorbitanten Anfangsgehältern im Raum Stuttgart/Ingolstadt/München.

    Ich hab meine Investments massiv umgestellt. Anstatt Gold oder Aktien gabs im letzten Jahr Käufe von „alternativen“ Investments, deren Preise seit Jahren nur eine Richtung kennen: nach oben.

    Bin gespannt, was das nächste Jahr so bringt.

  59. S.

    @dumpfbacke:

    natürlich kommt deine Frau nicht auf 60k Einkommen. Die Sache ist die: Es ist allgemein bekannt, dass man in solchen Berufen sich keine goldene Nase verdienen wird. Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich Menschen trotzdem für diese Berufe entscheiden und dann irgendwann nach ein paar Jahren über das niedrige Gehalt entsetzt sind. Was erwarten diese Leute vorher? Das man mit einem Pflege-Beruf Millionär wird? Für mich nicht verständlich.

    Bei Hart aber Fair war auch mal eine Frau die in Altersarmut lebte, sie sagte: „Ich habe über 40 Jahre lang hart gearbeitet und kann jetzt kaum überleben…“ was hat sie gearbeitet? In der Pflege und geputzt. Oft Mini-Jobs. Naja, was erwartet sie? Natürlich war sie noch alleinerziehende Mutter von x Kindern, um wirklich den Worst-Case in der Sendung zu haben… Was ich oft bei solchen Menschen sehe: Sie verschliessen die Augen vor der Realität. Solange sie mit ihren 2 Jobs über die Runden kommen ist ja noch alles ok, an später will ich lieber nicht denken. Diese Leute wissen genau, dass sie später in Altersarmut landen, verdrängen es aber. Sie handeln sozusagen mit Vorsatz. Sie wissen, dass die Armut auf sie zu kommt, versuchen aber nichts zu ändern. Und nachher wird auf den Staat geschimpft. Und die Welt ist ja so ungerecht, wie kann es sein, dass ein Manager 10 Mio. verdient und die hart arbeitende, nette Pflegekraft nur so wenig bekommt? Lächerlich.

    Bitte niemand persönlich nehmen, ich meine das auch nicht abwertend, wir brauchen all diese Berufe natürlich, trotzdem muss man auch realistisch bleiben und kann nicht verlangen, dass eine Pflegekraft soviel Gehalt bekommt wie ein Ingenieur in der Automobilbranche.

    So, das wars aus meiner „Filterblase“. Werde jetzt vermutlich erstmal ne Runde im Pool schwimmen gehen und danach mit meinem Privat-Jet 3 Tage nach New York zum Shoppen fliegen… xD

    S.

  60. June

    @Mark,

    ich bin immer wieder begeistert, wie gut du die Sachlage auf den Punkt bringst. Und wie gut du argumentierst.

    Das du jetzt mit der Situation alleine bist tut mir sehr leid für dich. Ich hoffe für dich,  dass der Nachlass schnell geregelt werden kann. Ich bin aber ganz sicher , dass du Lösungen findest.

    @S.

    dein Lebenslauf ist ein gutes Beispiel, wie es mit eben genau dieser Extraportion Anstrengung in eine mögliche Karriere mit viel höheren Gehaltsaussichten gehen kann. Du kannst sehr stolz auf dich sein.

     

    Wenn in ich mit meinem Einkommen unzufrieden bin, habe ich genau 2. Möglichkeiten:

    a) ich versuche mein Einkommen zu erhöhen. Da gibt es folgendenMöglichkeiten:

    – Fortbildung

    – Job wechseln

    – Nebenjob suchen

    – Überstunden machen und auszahlen lassen

    – Nebenberufliche Selbstständigkeit

    – Inventar verkaufen

    – Untervermietung

    b) ich reduziere meine Ausgaben. Das ist der unangenehmste Teil, da ich mich ja an meinen Lebenstandard gewöhnt habe.

    – kleinere Wohung suchen

    – auf ein Auto verzichten

    – Luxus  filtern und darauf verzichten. Luxus könnte z.B. Essen gehen, teure Hobbys, teure Kosmetik, künstliche Nägel, bei Männern oft Werkzeug sein, bei Familien mit Kindern ist dies oft der Musikunterricht für das hoffnungslos unbegabte Kind.

    – Sparmöglichkeiten ausschöpfen, Stromanbieter wechseln, Tankapp installieren, Fitnesstudio kündigen, kostenlose/kostengünstige Ausflugsmöglichkeiten suchen  usw.

    – außergewöhnliche  Sparmöglichkeiten suchen. z.B. Verzicht auf das Feierabendbier, die Cola, auf Fastfood,  Convenience Essen, Zeitung, Zeitschriften, Wochenplan, Lunchpakete usw.

    Aber sowohl die Erhöhung der Einnahmen, als auch Sparen ist mit viel mehr Aufwand, Zeit und Anstrengungen verbunden und da wir Menschen nunmal Gewohnheitstiere sind, tun wir uns so schwer damit.

    Querdenker haben es da sicher einfacher.

    Take care,

    June

  61. Sparta

    @S.

    „Und jetzt kommt mir nicht mit dem einen Prozent, das wirklich aufgrund harter Schicksalsschläge und Krankheit oder ähnlichem es wirklich sehr schlecht haben. Das sind genau so ausnahmen,“

    Einfach mal die Krebsraten, Schlaganfälle und die Pflegefälle in Familien berücksichtigen und schon wird es verdammt eng mit einstelligen, prozentualen, harten Schicksalen.

    Dafür hat man dann eher den Kopf, wenn man im mittleren Lebensalter ist und eigenständig Verantwortung für Haushalt, Familie etc. hat.

    Thema Filterblase & selektiver Weltsicht.

    Ansonsten ist Dein Streben natürlich prima.

    Aber es geht im Leben nicht immer nur in eine Richtung, trotz allem Streben & Fleiß.

  62. Jonas

    Stimme Sparta absolut zu. Wenn man es „geschafft“ hat kann man leicht reden,  von wegen „mit harter Arbeit ist alles möglich“ und sowas.  Ich komme auch aus sehr einfachen Verhältnissen und war fleißig,  dennoch käme ich mich nicht auf die Idee meinen „Erfolg“ als selbstverständlich und logisch zu deklarieren. Die Wahrheit,auch im goldenen Wirtschaftssüden ist so einfach wie bedenklich : Ich hatte Glück und habe unterbezahlt geknechtet, um dann einen Job zu bekommen, in dem ich einen ziemlichen Gehaltssprung machen konnte. Ich knechte immer noch viel, jetzt gibt es dafür eben mehr Asche und ich lebe freiwillig noch immer wie ein Student ohne reichen Daddy-  und das ist eben nicht für jeden was.Viele meiner Kollegen, die weder fauler noch dümmer sind als ich, sitzen als Ingenieur immer noch mit 40 Kisten brutto fest. Wenn man nicht zentral oder gefährlich in meiner Meinung nach nicht sehr wirtlichen Großstädten  leben will, dann braucht man eine zweite Karre,  wenn die Partnerin, falls vorhanden, ebenfalls arbeitet. Da bleibt auch als DINKS nicht viel übrig,  ganz ohne Kinder und angeblichen Neuwagen und Konsumirrsinn. Daraus leite ich keinen Anspruch ab, es soll nur einfach nicht unter den Tisch fallen.

  63. Rainer Zufall

    Jonas
    Unsere Erfahrungen unterscheiden sich offensichtlich. Ich erlebe es einfach so, dass in meinem Umfeld (Mittelschicht)
    – Urlaube immer grösser ausfallen müssen.
    – die Einrichtung der Küche die Lebenseinstellung definiert
    – Hochzeiten immer extravaganter werden und sich inkl. Junggesellenabschied über Tage ziehen und riesige Summen kosten.
    – immer mehr und immer öfters konsumiert wird (vor allem Unterhaltungselektronik, wie Prime, usw)
    Hab ich nix gegen. Nur wenn die gleichen Leute sagen, dass sie nicht mal 100 Euro im Monat sparen können, ärgert mich das, die Altersarmut ist vorprogrammiert und ich als Sparer kann das dann vlt mal finanzieren.
    Alle anderen, bei denen es grad so reicht, denen das notwendige Glück fehlt oder durch Krankheiten zurückgeworfen werden, da bin ich eigentlich bei Dir.

  64. S.

    @Sparta:

    Laut Bundesgesundheitsministerium haben 2016 2,749201 Mio. Menschen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung erhalten. Laut Statista waren Ende 2015 2,86 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Natürlich ist das eine enorme Belastung für die Familien dahinter. So gut wie jede Familie wird irgendwann mal in die Situation kommen, dass zumindest ein Elternteil gepflegt werden muss. (Erlebe das gerade selber in meiner Familie – bei meinen Großeltern).

    Die meisten Pflegefälle, sowie auch Krebserkrankungen betreffen vor allem ältere Leute. D.h., wenn diese früh angefangen haben finanziell vorzusorgen und gas gegeben haben, dürfte zumindest die finanzielle Belastung ertragbar sein. Die größte Belastung in solchen Fällen ist wohl die psychische. Ich weiss, Pflege kann extrem teuer und belastend sein, doch viele der Leute haben es sich selber noch schwerer gemacht, da sie nicht ausreichend vorgesorgt haben. Eine weitere Motivation für mich extrem Gas zu geben und zu sparen, solange alles gut ist! Dann hat man es in solchen Fällen (Krankheit, Pflegefälle in der Familie) deutlich einfacher, da zumindest die finanzielle Belastung (welche auch extrem sein kann) weg fällt.

    Zudem darf man nicht vergessen, dass die meisten Leute ja eine Familie haben. -> Es ist ja nicht so, dass man völlig alleine für die kompletten Kosten aufkommen müsste. (Ja, es gibt auch Leute die alleine dastehen, aber man kann nicht jeden Einzelfall diskutieren…).

    Das Thema Krankheit, Pflege etc. ist natürlich ein sehr kritisches, welches nicht zu unterschätzen ist. Aber gerade deshalb ist es noch wichtiger schon früh zu beginnen und solange man die Chance hat zu sparen, diese auch nutzt (was einige nicht oder zu wenig tun). Denn wenn es einem mal schlechter geht ist es sehr befreiend, wenn man sich wenigstens um das Geld keine Sorgen machen muss, denn dann hat man genug andere Probleme.

    S.

    PS: Ich will auch garnicht sagen dass es keine unglücklichen Fälle in Deutschland gibt, aber ich bin der Meinung, dass doch der Großteil die Chance hat hier auf einem vernünftigen Niveau zu leben und sich wenigstens ein kleines Vermögen aufzubauen. (Da immer öfter Kommentare kommen, in welchen es sich so liest, als ob die hälfte der Bevölkerung gerade mal so über die Runden kommt und am Existenzminimum lebt.)

  65. Ruben

    Ich kenne beides, bin leider gesundheitlich nicht gesegnet und limitiert, was kaum ein Gesunder nachvollziehen kann. Ich spare deshalb auch aus Existenzangst, da ich beruflich limitiert bin und nicht weiß ob ich es bis zur Rente Vollzeit schaffe oder die günstige jetzige berufliche Situation erhalten bleibt.

    Andererseits kenne ich die kinderlosen Paare denen mehr als 5000 Netto monatlich nicht genügt, keinen Cent sparen und alles per Kredit finanzieren, obwohl günstig in Miete wohnend. Ich bekomme viele Ausgaben davon aus Erzählungen mit (siehe die genannten Beispiele von Rainer Zufall), kann es aber dennoch kaum glauben.

    Wenn die mal keine Arbeit mehr haben sollten, bekommen sie direkt nach dem zeitlich begrenzten Arbeitslosengeld Hartz 4, ich erst nachdem ich mein Erspartes, bis auf das wenige was einem gelassen wird, aufgebraucht habe. Sie haben bis dahin in Saus und Braus gelebt. Wer hat sich in diesem Fall im Nachhinein gesehen cleverer angestellt?

  66. Ex-Studentin

    @Mark

    Mein Beileid. Ich hoffe, dass du trotzdem viele gute Erinnerungen im Herzen behälst, auch wenn die Trauer wohl kaum jemals aufhören wird. Hoffentlich gibt es keinen Streit um Beerdigung und Nachlass.

    @June

    Hast du schon daran gedacht, bei der Leservorstellung mitzumachen? So viel Power wie du hast, obwohl (bzw gerade weil) du es nicht leicht hattest, finde ich echt toll. Du hast damals die richtige Entscheidung getroffen, auch wenn es nicht die bequemste war. Und du hast viel erreicht.

    @Ruben

    Falls du berufsunfühig werden würdest, wärst du dagegen irgendwie abgesichert? An sich klingt es unfair, wenn jemand sein Geld verprasst und dann die Hand offen hält, andererseits rächt sich die konsumorientierte Lebensweise auf andere Art. Mein Freuns und ich würden von Hartz4 trotzdem gut leben können, während materiell orientierte Beziehungen vielleicht daran zerbrechen.

    @all

    Beruflicher Erfolg hat wirklich viel mit Glück/Pech zu tun. Grade um die 90er Krise oder auch Anfang 2000 hatte man als Ingenieur schlechte Einstiegschancen. Jetzt, beim aktuellen Wirtschaftsboom, kann man sich mit dem richtigen Beruf die Rosinen rauspicken. Vorhersehen kann man sowas nicht, aber wenn man diese Gelegenheit nutzt, kann man keinem einen Vorwurf machen.

    Liebe Grüße

    Jenny

  67. Ruben

    @June: ich würde auch gerne von Dir ausführlicher lesen

    @Jenny: ich lese auch gerne deinen Blog und habe deinen BU Beitrag gelesen. Ich stehe kurz vor den 40 und ich denke mit 2 großen Akten Krankenberichte würde es schwierig eine gute und bezahlbare BU zu finden. Zudem ist das Geld verloren wenn hoffentlich der Fall nicht eintrifft und Kinder habe ich nicht zu versorgen. So versuche ich mit ca. 1000 Euro Sparrate die Flucht nach vorne anzutreten.

    P.S. hatte vorher unter „Vincent“ geschrieben aber da es schon einen gibt habe ich zu „Ruben“ gewechselt.

  68. Kiev

    Hallo,

    Um noch Mal auf die noblen Vorsätze mit der Patenschaft zurück zu kommen… Ich habe aus ähnlichen Gründen wie von Euch beschrieben ein Patenkind bei Plan. Ich würde nicht sagen, dass dort Geld unnötig ausgegeben wird. Briefe zu dem Kind werden als Beispiel von ehrenamtlichen Übersetzern übersetzt. Und Plan hat auch Deutschland vor nicht allzu langer Zeit unterstützt. Schaut es Mal nach … Und der Punkt mit nicht sicher ob die Gelder auch gut dort ankommen ist doch nur eine Ausrede um das Thema erst einmal in die Zukunft zu schieben. Die schulische Unterstützung kostet nur 28€ im Monat. Wenn Ihr selbst  z.b nach Afrika fliegt und irgendwo anpackt hilft das vor allem Eurem eigenen Gewissen. Wenn vor Ort mit dem Geld für uns billige Arbeitskräfte unterstützt werden hilft das viel mehr. Ist nicht so schön aber meiner Meinung nach hilft Geld am meisten. Also zumindest bei den meisten Lesern hier im Forum. Wenn junge Erwachsene vielleicht irgendwo ein Jahr helfen bevor sie studieren oder Ärzte und Pflegekräfte unbezahlte Urlaube mit Sonderschichten verbringen ist das natürlich toll. Spenden oder ehrenamtliche Tätigkeiten gehören für mich zu der finanziellen Freiheit dazu. Ich könnte nicht sehr vermögend sein und selbst gar nichts Spenden oder gesellschaftlich Beitragen.

  69. June

    @Jenny und Ruben,

    Danke für die Blumen. Ich überlege ob ich Tim einen Leserbrief zusende. Es gibt ein paar Gründe warum ich mir dies sehr gründlich überlegen muss.

    Take care,

    June

  70. Max - Leserbriefautor

    Hallo zusammen,

    danke für die Tipps. Es ist ja beeindruckend wie viele Kontroversen mein Gehalt verursacht hat. Es ist meiner Meinung nach absoluter Industriestandard. Auch in der Zulieferbranche. Da hier immer wieder zwei Dinge diskutiert wurden. Ich lebe aufgrund meines Freundeskreises in einer kleineren Stadt im Dunstkreis von München – dort will ich auch in Zukunft leben. Die Preise sind aber nicht weit unter dem Münchner Niveau. Die Gehaltssteigerung kann ich auch recht einfach erklären. Bei uns wird nach Tarifvertrag bezahlt – Einstieg mit Bachelor in ERA 9. Durchschnittlich steigt man alle 2 Jahre bei guter Arbeit um eine Stufe auf. In den nächsten 3 Jahren steige ich also um zwei Stufen und dazu steigt mein Weihnachtsgeld und Erfolgsbeteiligung auf die vollen Sätze.

    Interessant fand ich die Tipps mit einer Erhöhung des Sparplans und dann in den Bausparer einzuzahlen. Auch die Idee 10€ im Monat mehr zu sparen und dadurch auf das Hopping zu verzichten macht wahrscheinlich Sinn – an eine schlechte Schufa Bewertung durch mehrere Konten glaube ich aber nicht 🙂

    Am Ende wurden mir die Diskussionen dann aber ein bisschen zu viel 😉

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