Manhattans Mietwucher


New York, 4. Mai 2008

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In Manhattan haben die Immobilienpreise nicht korrigiert. Nahezu überall im Land stürzen die Preise für Betongold. Jedoch ist von der Subprimekrise und dem Konjunkturabschwung in der Metropole nichts zu spüren. Für eine Ein-Zimmer-Wohnung zahlen Sie gut 2.500 Dollar im Monat Kaltmiete. Und dabei handelt es sich sicherlich nicht um eine tolle Bleibe. Nein, Sie kriegen dafür wohl 30 bis 35 Quadratmeter in einem gut 100 Jahre alten Haus. Manhattan ist die Hauptstadt des Geldes, der Kunst und Mode. Daher sind die Preise so abenteuerlich.
Mehr als 100 Milliardäre leben hier. So viele wie in keiner anderen Stadt der Welt. Ob weltberühmte Rockstars, Schauspieler, Banker, Unternehmer oder Vorstandschefs – viele haben hier zumindest eine Wohnung. Madonna kaufte beispielsweise vor wenigen Tagen ihre dritte Wohnung. Sie zahlte sieben Millionen Dollar für das Apartment mit Blick auf den Central Park, schrieb „New York Daily News“. Der Popstar besitzt in dem gleichen Gebäude bereits eine doppelstöckige Wohnung mit mehr als 550 Quadratmetern, inklusive eigenem Fitnessraum und Schönheitssalon. Dort residiert die Amerikanerin seit 20 Jahren, wenn sie in New York ist.
Ein Immobilienhändler, der für Promis Deals einfädelt, sagte mir, dass Leute wie Madonna die Wohnungen als Geldanlage sehen. Allein durch den gigantischen Anstieg des Betongoldes hat Madonna in den zwei Jahrzehnten zig Millionen verdient. Sie kauft also noch mehr zu.
Ferner treibt die Preise, dass der Platz auf der Insel zwischen dem Hudson und dem East River begrenzt ist. 1,6 Millionen Menschen leben in der Metropole – Tendenz steigend.
In den anderen Bezirken der Stadt sind die Preise indes ins Rutschen gekommen. So kriegen Sie beispielsweise in Brooklyn oder Queens Wohnungen und Häuser mit einem Abschlag von 20 bis 25 Prozent gegenüber den Spitzenpreisen von einst. Zudem müssen Verkäufer in den umliegenden Bezirken länger warten, bis ein Käufer zuschlägt. Zudem sind die Verkäufer verhandlungsbereit geworden. Von dieser Entwicklung ist in Manhattan, wo die reichsten Menschen der Welt leben, nichts zu sehen.
Ein Freund zeigte mir kürzlich Häuser in Queens und der Bronx, die zwangsversteigert beziehungsweise verkauft werden müssen, weil die Eigentümer die Zinslasten für die Hypothek nicht mehr zahlen können. Etliche rote Verkaufsschilder habe ich in manchen Straßen gesehen. Die Subprimekrise ist also in der Tat sichtbar.


tim schaefer (Author)

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