Mache keine Dummheiten mit Deinem Geld. Meide enorme Schulden und Hypotheken


New York, 10. Dezember 2017

Der Traum vom Eigenheim kann zur Fuss-Kette werden. Es kann zu einem gewaltigen Klotz am Bein werden.


Ich bin arm aufgewachsen. Meine Eltern hatten an allen Ecken zu knapsen. Für Urlaub war oft kein Geld übrig. Ich erhielt die Kleidung von meinem älteren Bruder. Oder von Bekannten. Manchmal war eine neue Jacke von C&A drin. Mehr aber nicht.

Später haben meine Eltern mehr Geld gehabt. Sie haben aber mit zu üppigen Hypotheken einen Fehler gemacht (was vielen Menschen passiert). Ich bin daher ängstlich im Umgang mit Geld. Meine Mutter weinte, wenn das Geld am Monatsende nicht reichte. Der Schock sitzt seit meiner Kindheit tief bei mir.

Ich bin ängstlich jedes Mal, wenn ich Geld ausgeben muss, obwohl ich ein massives Depot habe. Eigentlich müsste ich diese Angst nicht haben. Ich habe sie aber. Ich sehe aufgrund meiner Erfahrung vermutlich schneller, wenn Menschen dumme Geldentscheidungen treffen. Ich habe Angst die gleichen Fehler zu machen. Ich habe Angst davor, wie im Monopoly „zurück auf Los“ zu müssen und von vorne anzufangen.

Du kannst schnell pleite gehen. Ein, zwei dumme Entscheidungen können schon dazu führen. Ich habe mittlerweile akzeptiert, dass Erlebnisse es wert sind, Geld auszugeben. Statt für Zeug (Auto, Mode, Möbel) öffne ich lieber mein Portemonnaie für Museumsbesuche, Ausflüge, Familie, Sport etc. Ein bodenständiger Urlaub. Eine lange Wanderung mit Deiner besseren Hälfte. Ein Fahrradausflug. Ich bin mit Freunden wochenlang durch Irland und Holland mit dem Rad gefahren. Wir übernachteten auf dem Zeltplatz. Am nächsten Morgen ging es weiter mit dem Rad. Das war ein Erlebnis, das immer haften bleibt.

Was ich damit sagen will: Spare nicht an Erlebnissen. Spare lieber an Plunder. Und mache keine Dummheiten mit deinem Einkommen. Kaufe keine übergroße Immobilie. Gerade in Deutschland ist der Immobilienmarkt enorm gestiegen. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Immobilienpreise ewig weiter steigen. Irgendwann werden sie in die andere Richtung laufen. Wenn Du dann eine Monster-Hypothek hast, kannst Du plötzlich ein negatives Investment haben. Es muss nur der Immobilienmarkt um 20 Prozent korrigieren, dann bekommen schon einige Probleme. Schon die Emotionen können Dir einen Strich durch die Rechnung machen.

Es gibt genug Warnungen vor einer Blase in Deutschland. Allein steigende Zinsen können für Millionen zur Falle werden. Davor haben selbst anerkannte Ökonomen Angst wie Max-Planck-Experte Martin Hellwig.

In den USA haben wir alle sehen können, was passieren kann, wenn das Kartenhaus zusammenfällt. Die Amis lebten auf Pump. Sie kauften sich ihr Traumhaus mit enormen Schulden. Es war nicht durchdacht.

Halte Dich also fern von zu hohen Schulden. Ich habe Leute erlebt, die pleite gingen. Es ist ein emotionales Trümmerfeld. Mach keinen Mist.

Ich verstehe nicht, warum Menschen so wenig Rücklagen mit ETFs oder Aktien bilden. Warum wollen sie alle bis 67 arbeiten? Es kann doch keinen Spass machen in einem solchen Affenstall zu arbeiten? Es gibt massenhaft doofe Kollegen und Chefs:

Wer hat Lust in einem solchen Irrenhaus Dekaden zu schuften? Das ist Alltag für die Mehrheit.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mache keine Dummheiten mit Deinem Geld. Meide enorme Schulden und Hypotheken

  1. Marc

    Hallo Tim,

    gibt es eigentlich eine Summe X, die man bei einem sparsamen Lebensstil benötigt, um nicht mehr arbeiten zu müssen?

    Danke für deine Antwort.

    Gruß

    Marc

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Marc

    Ich denke, ab 600.000 Euro wird es spannend. Aber es hängt von Deiner Situation ab.

    Ausgangspunkt ist immer Dein Budget. Was brauchst Du im Monat bzw. Jahr?

    Du nimmst also diesen Jahresbetrag und multiplizierst ihn mit 25.

    Sagen wir, Du brauchst 2.000 Euro im Monat.

    Dann ist die Formel wie folgt: 2.000 Euro * 12 Monate * 25 = 600.000 Finanzassets im Depot. Ein Nebenjob kann helfen, wenn es unerwartet mal knapp werden sollte.

  3. Felix

    @ Tim

    Das klingt immer ein bisschen so als spräche jemand, der die Entbehrungen und Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg in seiner Kindheit mitgemacht hätte. Ich denke diese Erfanrung, dass das Geld ein knappes Gut war/ist, haben viele Familien gemacht und machen es noch, ohne Schäden zu nehmen. Oft haben gerade die Kinder einen Knacks, die in Zuviel Wohlstand aufgewachsen sind. Da Familie ernähren i.a. Teuer ist (ein Verdienst fällt weg, außer man gibt sein Kind gleich wieder beim Staat ab), hat man in dieser Phase halt wenig Geld. Das werden alle Familiengründer bestätigen können.

    Meine Eltern sind in ihrem Leben nie, kein einziges Mal, in den Urlaub gefahren, haben immer gearbeitet , ohne dass wir, die Kinder, uns benachteiligt gefühlt hätten.

     

  4. Felix

    Nachtrag:

    Auch mir geht es so, dass Geld ausgeben bei mir ungute Gefühle auslöst, mir fast schon Schmerz bereitet. Ich habe das nicht aus der Kindheit, da ich auf einen Dorf auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, war Geld nie ein Thema, weil wir als Kinder einfach keines brauchten. Essen gab’s aus Eigenproduktionen und Kleidung wurde in keiner Weise beachtet; man hätte halt irgendetwas an.

    Dafür lernte ich in der Kindheit von meinen Eltern eine hohe Arbeitsethik, nämlich dass man außer sonntags vielleicht immer arbeitet.

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Felix

    Für mich war es schlimm in der Schule. Ich hatte Angst, ausgelacht zu werden, wegen meiner Billigkleidung. Es ging in der Schule um Angeberei. Was für Sportschuhe, Jacken jemand trug etc. Sachen von Aldi oder C&A waren „out“. Wenn Du den Billigkram an hattest, warst Du ein typisches Mobbing-Opfer.

  6. Andrea

    Felix, da stimme ich dir zu. Wir waren vier Kinder und mein Vater Alleinverdiener und haben meist ein „Nein“ gehört, wenn wir etwas haben wollten. Ich hatte eine glückliche Kindheit! Wir haben viel draußen mit anderen gespielt und sind einmal im Jahr in den Urlaub gefahren, allerdings konnten nicht alle Kinder mitfahren, da wir nicht alle ins Auto passten. So musste jedes Jahr 1-2 Kinder bei den Großeltern bleiben.

    Wir trugen auch immer C&A Kleidung und es hat mir überhaupt nichts ausgemacht. Man gehörte nicht zu den Leuten, die Benetzon oder Lacoste trugen, aber es waren genug andere in der Klasse, mit denen man reden und soielen konnte.

  7. steve

    @ tim

    da tust du mir direkt leid wenn zu deiner Kindheit bereits mobbing wegen Kleidung angesagt war. Da hatte ich in einer eher ländlichen Gegend wohl Glück dass da noch normale Verhältnisse herrschten. Wobei es schon verwunderlich ist, man geht doch nicht wegen Klamotten in die Schule. Ansonsten ist es klug nie zu vergessen wo man herkommt und eine weinende Mutter prägt sich ein. Auf dass diese schwierigen Zeiten nicht wieder kommen.

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ steve

    ich passe auf.

    Oft ist es so, dass Kinder die Eltern kopieren. Und die gleichen Fehler machen.

  9. Tugumak

    Moin moin @ all,

    da hat Tim wieder mal ein interessantes Thema mit der Immobilienfinanzierung angeschnitten. Den guten alten Leverage-Effekt kennt die Masse nicht, und möchte ihn auch lieber nicht kennen.

    Zur Erklärung: Wenn jmd ein Haus für 300.000 EUR kauft und 20 % – also 60.000 EUR – als Eigenkapital zur Verfügung stellt, dann bedeutet ein Preisrückgang von 20 % auf den Preis des Hauses, dass es nur noch 240.000 EUR wert ist. Damit ist dein Eigenkapital Geschichte, aber die Schulden bleiben. Ist der Preisrückgang noch höher, dann wird es noch böser…

    Aber glücklicherweise gibt es für Häuser keinen Markt, der dir täglich den Preis für dein Haus zu Verfügung stellt. Ganz anders beim Aktienmarkt, bei dem die Börse minütlich Preise stellt. Deshalb ist es für die Masse „einleuchtender“ sich für das Haus zu entscheiden als für Aktien, weil Wertverluste nicht gleich sichtbar sind.

    Und die Preise für die Häuser/Wohnungen werden fallen, weil es ja die Regression zum Mittelwert gibt – also über den Mittelwert gestiegene Assets werden wieder fallen und unter den Mittelwert gefallene Assets werden steigen. Daher kommen ja auch die Überrenditen, die durch gefallene Aktienpreise entstehen.

    Meine Frau und ich fahren eine andere Schiene: wir mieten (billig) und stecken aber die Differenz zwischen unserer Miete und einer Rückzahlungsrate für einen fiktiven Kredit in den Aktienmarkt. Das hat unserer Meinung nach den Vorteil, dass wir nicht für den Erhalt der Wohnung aufkommen müssen (Stichwort: neue Heizung, neues Dach usw.), keine Kreditzinsen zahlen müssen (die ja ähnlich wie Miete – zwar nicht an den Vermieter, aber an die Bank zu zahlen sind) und gleichzeitig die Rendite aus Kurssteigerungen und Dividenden aus der zurückgelegten Summe erhalten. Am Ende werden wir ein höheres Vermögen haben als ein Eigentümer, da ja die Rendite des Aktienmarktes (5-7% real) weit über der Rendite von Immobilien (ca. 1% real) liegt. Man darf halt nicht den Fehler machen, an die angesparte Summe ranzugehen, weil der neue Benz ja so toll aussieht. Die Fehler und Versuchungen zeigt uns Tim ja immer wieder auf.

    Danke für die Motivation und die Warnungen an dich, Tim 🙂 Nett von dir!

    Gruß Tugumak

  10. Ex-Studentin

    Hi Tim,

    bei mir in der Gegend gab es eher den ein oder anderen blöden Spruch, aber Mobbing zum Glück nicht. Wir waren auch nie im Urlaub, was mein Klassenlehrer mir nicht geglaubt hat. Man musste in der Schule nämlich manchmal Aufsätze über den letzten Urlaub schreiben. Getragene Kleidung hat mir nicht viel ausgemacht. Ich hatte alte Unterhosen von meiner Oma, wo sie ein neues Gummi rein gezogen hatte. Eingelaufene Oberteile von meiner Mutter. Als einziges Mädchen in der Verwandschaft habe ich nicht so viel Kleidung meiner Brüder und Cousins übernommen. Nur Schuhe und Wintersachen. Jacken und mal ein Fahrrad. Eine kurze Hose von meinem Bruder nutze ich heute noch.

    Gebrauchte Autos, die ständig kaputt waren, Konto immer im Minus. Wurde Geld benötigt, musste die Lebensversicherung herhalten. 90 Euro für meine Zugfahrkarte, damit ich aufs Gymmi wechseln konnte. Kein Geld für Kino, Vereine, Musikunterricht etc. Gleichzeitig immer die Sorgen um die eigenen Eltern. Mein Papa schleppte sich zur Arbeit, kam nach Hause und schlief. Wenn unsere Mutter einkaufen war, passten wir auf unseren Papa auf, falls er nicht aufwacht oder schnell Zucker braucht. Insulinunverträglichkeit, Zuckerwerte, bei denen andere längst im KH lägen.

    Mir tut es eher weh, weil es hätte besser laufen können. Meine Mutter verträgt weder Gemüse, Obst, Getreide noch Laktose aufgrund einer Amalgamvergiftung. Ich bin mit Fertigessen und Cola groß geworden. Habe mit 18 das erste Mal frische Champignons gegessen. Alles keine Kriegszustände, aber ’nen Knacks bekommt man trotzdem.

  11. Daniel

    Der Umgang mit Geld hängt meines Erachtens maßgeblich von den Eltern ab, es gibt sicherlich Ausnahmen, aber ich glaube das kommt ganz gut hin. Ich würde daher auch weniger die Gesellschaft oder die Anreize der Staaten und Unternehmen dafür verantwortlich machen.

    Meine Eltern haben nie über ihre Verhältnisse gelebt, haben nie Schulden gemacht, das Haus haben sie von meinem Opa geerbt. Es ist aber schon sehr auffällig, dass meine Mutter und die Eltern meiner Mutter deutlich lockerer mit Geld umgehen/gingen als es beispielsweise von meiner väterlichen Seite aus war. Hier ging es schon fast in Richtung Geiz.

    Ich musste als Kind nie auf etwas verzichten, habe mich aber schon seit ich mich dran erinnern konnte daran erfreut zuzusehen wie etwas Angespartes wächst. Und seien es nur die 5DM Münzen/Scheine die man als Kind in einer Kiste gesammelt hat.

    Meine Mutter fragte mich dann häufig was ich mir davon kaufen will, woraufhin ich gesagt habe „erstmal nix“.

    Ich glaube der Ansatz „Haben ist besser als brauchen“ zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, zumindest was Geld angeht. Ich gehöre auch zu der Kategorie Mensch die ungern Geld ausgibt, ich finde es unverständlich wenn Menschen nur des Kaufens willen irgendwohin fahren. Also nicht nach dem Motto „ich habe ein Ziel und will XY kaufen“ sondern wirklich dieses Kaufen des Zeitvertreibs wegen.

    Gruss Daniel

  12. Sparta

    @Daniel

    „Der Umgang mit Geld hängt meines Erachtens maßgeblich von den Eltern ab“

    Ein Faktor unter mehreren!

    Es gibt sehr unterschiedliche Geschwister beim Thema Geld!

    Andere Faktoren: Lebenspartner, eigene Ziele (intrinistische Motivation), Glück (soziales Umfeld in das man hineingeboren wird), Zufall (Ort und Zeit, zufällige richtige Entscheidung, Erbfall usw.), Gesundheit vs. Krankheit, Karriere, Akademikerhaushalt, der die Kinder mehr anleitet und unterstützt, Arbeitslosigkeit im falschen Alter, Stresstoleranz, im richtigen Alter das richtige gelesen zu haben und es als hat „Klick“ gemacht, richtige Börsenphase…. und vieles mehr.

     

  13. Gurki

    Also das in den Schulen (oder auch in anderen Bereichen) gemobbt wird, ist denke ich früher sowie heute gang und gäbe. Ich wurde es auch in der Schule, nicht wegen meiner Kleidung – die war eigentlich immer gut, sondern wegen meines Körperbaus.
    Deswegen habe ich aber trotzdem keinen Knacks bekommen…

    Ich weiß gar nicht wie ich das Sparen gelernt habe. Aber schon von Kind auf an. Trotzdem mangelte es mir als Kind an nichts. Habe auch immer zu Weihnachten oder zum Geburtstag meine Wünsche bekommen. Besonders reich waren meine Eltern aber nicht. Eher Mittelschicht. Ich weiß aber, dass ich das Haushaltsbuchschreiben von meinem Vater geerbt habe. Und wahrscheinlich weil ich Statistiken und Graphen mag 🙂

  14. Vitality

    @  Marc

    was beim Kapitalbedarf vielleicht noch ergänzt werden könnte: Wenn du bis Alter X arbeitest, hast du auch bestimmte Rentenansprüche und du brauchst dann nur das Kapital bim zum Renteneintritt.

    Bsp: Arbeiten bis 55 – Rene mit 65 (und angenommen du kriegst dann die 2000 Rente = erworbene Ansprüche)

    25T x 10 Jahre = nur noch 250T und gib noch 50T Reserve dazu, dann wird das Sparziel schon überschaubarer..und der von Tim erwähnte Nebenjob ist immer noch eine zus. Option.

  15. Ruben

    Ja, die Probleme wegen der Kleidung kenne ich, da ich bei den Markenklamotten und Schuhen nicht mithalten konnte.

    Das mir Geld ausgeben gar keine Freude bereitet kenne ich. Ich wusste auch schon ganz früh, dass ich niemals Schulden aufnehmen und 2x für mein Geld arbeiten möchte. Woher diese Einstellung kommt weiß ich nicht, da ein Elternteil gerne mehrmals in der Woche in die Ortskneipe geht und auch seit Jahrzehnten 2 Päckchen am Tag raucht. Ich habe als Kind schon immer ausgerechnet, was das kostet. Nicht auszudenken, wenn das gespart und investiert worden wäre. Etwas Unfug waren in den Ausgaben meiner Eltern auch schon dabei, aber nichts Schlimmeres. Schulden waren aber außer für das Haus nie vorhanden und darauf wird auch wert gelegt, das habe ich also schon ein wenig mitbekommen. Diese starke Sparsamkeit kommt jedoch von mir allein, meine Schwester ist nicht so. Ein Elternteil mag Clownautos und möchte mich immer animieren teurere Autos zu kaufen. Es soll ja etwas her machen.

    Vor allem wurde auf eine geringere Ausbildung und möglichst schnellen Einstieg in den Beruf gedrängt, obwohl das Geld für ein Studium dagewesen wäre. Das macht mir am meisten zu schaffen. Die Einstellung ist nur alles mit den Händen erarbeitete ist gut und ehrlich, jede Geistesarbeit und Akademiker sind schlecht. Befreundete Verwandte aus der Arbeiter- und Bauernklasse schimpfen zwar auch auf die Akademiker, waren aber doch so clever in die Ausbildung und Studium der Kinder zu investieren. Selbst als Winzer ist heute ein Studium von Vorteil. Aktien sind in Augen meiner Elterngeneration auch schlecht, man ist gar ein schlechter Mensch, wenn man darin investiert. Deshalb erzähle ich so gut wie gar nicht davon.

    Klar hätte ich das Studium auch noch nachholen können, ich bin aber nicht aber wie Ex-Studentins Mutter nicht mehr ganz gesund. Schon während des Abiturs musste ich einmal eine Stufe zurückgehen, da sich mein Gesundheitszustand so stark verschlechterte. Ich weiß nicht, ob ich eine Doppelbelastung aus Arbeit und Studium schaffen würde. Vielleicht würde es mit einer 4 Tage Woche gehen, derzeit versuche ich jedoch meine Gesundheit noch etwas zu verbessern und bin derzeit noch auf der Arbeit viel ausgelastet. Da sich auf Dauer Einsatzbereitschaft und Können auf der Arbeit doch nicht ganz verbergen lassen, bin ich vor ein paar Jahren dazu auserwählt worden SAP in meinem Bereich einzuführen. Selbst Jahre nach Einführung bin ich nach voll mit SAP beschäftigt, sei es mit mit Beratung bei Sonderfällen, Schulungen, weitere Entwicklung, weitere Projekte mit SAP Schnittstellen und Fehlerbeseitigung. Ich hoffe, wenn meine Firma (großer Konzern) nicht mehr wäre oder Stellen abbauen würde, könnte ich wenigstens damit auf dem Arbeitsmarkt etwas punkten. Höhere Stellen bekommt man auch in unserer Firma nur mit Studium. Immerhin wird meine Arbeit stark respektiert, und viele aus der Firma, auch aus anderen Bereichen, fragen mich um Rat. Ich hoffe das ist immer für etwas gut, auch wenn es mal hart auf hart kommt. Die ersten Auslagerungen nach Polen haben begonnen. Das die Arbeit dann teilweise viel Fehler durchgeführt und dadurch höhere Kosten als für gut geschulte Kräfte hier, interessiert dann niemanden.

    Viele Grüße,

    Ruben

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ex-Studentin

    Das ist ja eine schlimme Ernährung. Kein Gemüse, kein Obst. Sorry.

     

    @ Daniel

    Das hab ich als Kind auch gelernt. Sparen. Eben Sparbuch. Und dann wird es mehr mit der Zeit. Das hat mir gefallen. Ich hab das verstanden.

     

    @ Mattoc

    Mit Immofinanzierungen ist in Deutschland wohl viel Geld zu holen.

  17. Sparta

    @El Loco

    Mein J. Siegel – Freund. 😉 Gute Bücher übrigens. Einzig die Steuer- und Kostenbetrachtung fehlt mir bei der Reinvestition der Dividende. Ist aber wohl zu individuell.

    Müsste nachschlagen bei den unterschiedlichen Indexen wie Nikkei oder DAX (glaube 60er – 80er Jahre) gab es 20 Jahreszeiträume da sind aus 1 investierten Geldeinheit real zwischen minus 0,5 bis ca. plus 14 fache Geldeinheit am Ende des 20 – Jahreszeitraumes Schlussendlich raus gekommen.

    Diese ungünstigen 20-Jahreszeiträume, wo man danach weniger hatte als vorher beziehen sich allerdings auf Einmalanlage-Zeiträume.

    Durch breitere Diversifikation und zeitliche Diversifikation lässt sich das glätten.

    Theoretisch wird wohl so gut wie niemand ein einziges Mal „all in“ in einem der teuersten Aktienmärkte und 20 Jahre später „all out“ in einem der billigsten Aktienmärkte investieren.

    Trotzdem gibt es bessere und schlechtere Börsenzyklen von Dekaden. Wie diese in die An- und Entsparphase eines Menschenleben`s fallen, können schon gewaltig unterschiedliche Vermögens-Endwerte entstehen.

    So wie mein bereits aus gutem Hause kommender Schulfreund zusätzlich im Lotto während dem Studium gewonnen hat… gibt es Dinge, die außerhalb unserer Willens- und Schaffenskraft liegen, wie und wann wir welche Summen im Leben zur Verfügung haben.

  18. Ralf

    „Ich verstehe nicht, warum Menschen so wenig Rücklagen mit ETFs oder Aktien bilden. Warum wollen sie alle bis 67 arbeiten? “

    Viele verdienen nicht gut, es reicht gerade zum Leben. Ich kenne solche Fälle. Meiner Schwester mit Familie und Mietwohnung geht es so. Ohne Geld für teure Autos oder Urlaube zu verschleudern. Die leben sehr sparsam aber es reicht nicht für mehr. Es gibt Lebenskonstellationen oder Weichenstellungen im Leben (wie eine falsche Berufswahl, zur falschen Zeit am falschen Ort), die es etwas schwerer machen können. Soll keine Ausrede sein, aber nicht jeder Mensch ist von Natur aus gleich.

    Andererseits können hohe Ersparnisse in Deutschland auch negative Auswirkungen haben. Ein Studienkollege, welcher ebenfalls eifrig ETFs spart, durfte kürzlich seine Ersparnisse offenlegen. Seine verwitwete Mutter muss ins Pflegeheim. Nun darf er im Zuge des Elternunterhalts ordentlich blechen und sogar sein mittlerweile großes Depot anzapfen dafür, oberhalb eines gewissen Freibetrags!! Ich finde das ein schwieriges Thema.

    Auch im Falle von Hartz4 -was mitunter recht schnell gehen kann- wird es mit Ersparnissen mitunter recht interessant. Der Schonbetrag für jahrzehntelang angespartes Vermögen ist sehr gering und man fällt schnellt ins soziale Loch. Das ist nicht ok.

    Es bleibt ein schwieriges Thema. Man gönnt in Deutschland dem eifrigen Sparer immer weniger von seinem Vermögen. Ich finde das bitter. Und ein Ende der Daumenschrauben ist nicht in Sicht. Der Staat wird noch mehr zulangen. Höhere Sparerfreibeträge (wie früher) und mehr Schonvermögen im Falle eines Schicksalschlags wären bitter nötig. Das würde auch die Sparkultur antreiben.

     

     

  19. El Loco

    @ Sparta:

    „Mein J. Siegel – Freund. ? Gute Bücher übrigens. Einzig die Steuer- und Kostenbetrachtung fehlt mir bei der Reinvestition der Dividende. Ist aber wohl zu individuell.“

    Schön das wir uns bei dem Autor einig sind. Zig Steuersätze zu berücksichtigen, wie bereits angemerkt, ist schlichtweg nicht möglich.

    „Trotzdem gibt es bessere und schlechtere Börsenzyklen von Dekaden. Wie diese in die An- und Entsparphase eines Menschenleben`s fallen, können schon gewaltig unterschiedliche Vermögens-Endwerte entstehen.“

    Auch hier stimme ich dir zu. Allerdings muss ich als J.Siegel-Freund anmerken,  dass man mit dem Dividendenaristokratenindex über langfristige Börsenzyklen wohl keinen Fehler gemacht hat.  Vgl. hierzu alle „25 Jahre-“ rollierenden Renditezeiträume inklusive Dividenden Reinvestition.

    Kurzum, langfristig 7-12 % Rendite zu erzielen ist doch nicht so schlimm. Ich würde hier generell von „richtigen Börsenzyklen“ sprechen. Auch wenn natürlich der Unterscheid zwischen 7% und 12% gewaltig ist. Auch hier scheinen wir einer Meinung zu sein.

  20. Sparta

    @El Loco

    Wenn jemand die nötige Geduld, Zeit, Streuung und Konsequenz für 25 Jahre Reinvestition hat, war es in der Vergangenheit so gut wie immer lohnenswert.

    Die Zukunft kennen wir nicht.

    Wir können nur aus der Erfahrung der Vergangenheit schließen, ob etwas vernünftig ist, es in ähnlicher Form erwarten zu können.

  21. Kia

    Auweia. Ich habe meine letzten sieben Schuljahre an einer sogenannten Brennpunktschule verbracht. Die Nerven jemanden zu mobben hatte dort keiner. Wir waren froh wenn wir jeweils am Schuljahresende nicht allzuviele verloren hatten. Unter arm aufwachsen verstehe ich daher etwas total anderes.

  22. Fit und Gesund

    ich finde auch dass die Kindheit prägt, meine Eltern waren sparsam, der Vater wollte ja ein Haus kaufen, Sparen war angesagt, ich war ein nicht verwöhntes Einzelkind, es gab nur kleine Geschenke an Weihnachten und zum Geburtstag, Kleider wurden für mich eine Nummer zu gross gekauft, das hab ich gehasst, aus Trotz bin ich dann gerade nicht gewachsen 🙂   Unterbuxen @ Ex-Studentin, wurden den Geschenken auch zugerechnet, gemobbt hätte mich Keiner, ein Junge in der ersten Klasse zog mich immer am Ranzen und ich fiel hin, daheim Klagen nutzte nix, mein Vater sagt, „wehr Dich“, in höchster Not vertrimmte ich den Blödmann, aber ordentlich, die Mutter kam abends an und wollte sich, mit dem ollen Gerold im Schlepptau beschweren, mein Vater erklärte ihr die Sache, worauf Gerold gleich noch eine Backpfeife von seiner Mutter bekam, leider war ich danach bei den Mädchen nicht mehr so beliebt, aber ich hatte gelernt, „wehr dich“!

    Ich war (selbsgewählt) ein Schlüsselkind, herrlich! ich konnte überall herumschawanzen und durfte auch kleinere Aufgaben erledigen,  wie Päckchen abschicken, Einzahlungen machen und Sachen zur Schneiderin bringen, ich war sehr selbständig, das war genau mein Fall.

    Schulische Leistungen wurden belohnt, es gab 1 DM für eine Eins, 50 Pfennig für eine Zwei, böse Blicke für eine Drei und Dresche für eine Vier, von dem Geld kaufte ich Bücher, Bücher hatten wir trotz Sparsamkeit immer, auch herrlich, besonders med. Lexika mit Bildern von nackten Männern ….hi hi…

    Als mein Vater früh starb, blühte meine Mutter auf, von jedem Monatslohn kaufte sie sich und mir was „Schönes“, das behielt sie bei bis sie dann leider dement wurde, eine Eigentumswohnung kaufte sie auch, die verkaufte sie später mit kleinem Gewinn und kaufte eine Neue, in meiner Nähe. Und wir fuhren das erste Mal in Urlaub, nach Spanien. Sparsam war sie dennoch, und gekauft hat sie nur Qualität, ach hätte sie sich nur viel mehr „Schönes“ gekauft, das tut mir wirklich sehr leid.

    in gewisser Weise hab ich all das verinnerlicht, aber als Kind hätte ich auch gerne auf Pump gekauft, als Kind hab ich das nicht so verstanden weshalb die Anderen immer schöne Kleider hatten, heute bin ich ewig dankbar für diese Schule,

    Jetzt bleibt abzuwarten wie es mal herauskommt, wichtiger als das Depot ist mir einfach dass ich gesund bin, Alles hat man nicht in der Hand, vor Schicksalsschlägen bin ich nicht gefeit, aber ich denke ich habe von der Erziehung meiner Eltern profitieren können und das wäre eben auch bei widrigen Umständen hilfreich,

    wünsche Allen einen schönen Abend, ich mach mich bald auf zum Dienst 🙂

     

  23. Frank

    Ich kaufe auch heute noch die meisten Klamotten  in der Boutique Charles and Anthony, habe kein Problem damit.

  24. Thomas der Sparkojote

    Ich muss gestehen bei mir war es nie so extrem, ich bekam oft was ich wollte (Spielzeug). Wobei mir Kleider immer egal waren, da habe ich einfach das getragen was Mama gekauft hat. Allerdings habe ich immer gut gespart und erst letztens habe ich alte Abschiedsbriefe aus der Primarschule gelesen, wenn ich mich recht erinnere aus der 6. Klasse. Jeder aus der Klasse hat für jeden einen kleinen Brief geschrieben, das anschliessend zu einem Büchlein gebunden wurde.

    In einem Stand das ich super gut mit Geld umgehen könne, mir war das eigentlich nicht wirklich bewusst erst seit ich mich mit 16/17 mit einem Business und dann anschliessend mit dem investieren an der Börse beschäftigt hatte. Als ich nämlich in die Ausbildung kam war ich eher verschwenderisch (Lifestyle Inflation).

    Aber Danke des Briefes weiss ich nun das ich es im Blut habe, es aber nur kurzzeitig vergessen habe. Wenn ich mich nämlich recht erinnere, konnte ich mir immer die neusten Konsolen damals als Kind meistens selbst kaufen, da ich einfach genug gespart hatte.

    Grüsse
    Thomas

  25. El Loco

    @ Sparta: „Wenn jemand die nötige Geduld, Zeit, Streuung und Konsequenz für 25 Jahre Reinvestition hat, war es in der Vergangenheit so gut wie immer lohnenswert.“

    Wie sollte man denn sonst investieren, wenn nicht mit Zeit, Geduld und Konsequenz? Hin und her macht bekanntlich die Taschen leer.

    „Die Zukunft kennen wir nicht.

    Wir können nur aus der Erfahrung der Vergangenheit schließen, ob etwas vernünftig ist, es in ähnlicher Form erwarten zu können.“

    Richtig und den gesunden Menschenverstand bemühen, dann wird uns schnell klar, dass die Weltmarktführer im Bereich des nicht-zyklischen Konsums auch morgen noch ihre Produkte erfolgreich vermarkten und dabei nur kleine Modifikationen vornehmen müssen z.B. Wasser in quadratischen Gebinden verkaufen, nur um einige Cents mehr verlangen zu können. Dabei hilft sicher auch die zunehmende Wasserknappheit, wenn man sich selber üppige Wasserquellen auf der ganzen Welt gesichert hat. Der steigende Bedarf durch zunehmende Weltbevölkerung  sowie starker Zunahme der Mittelschicht tut sein übriges, um die Nachfrage anzukurbeln. Da wir die Zukunft nicht kennen und falls morgen kein Wasser mehr benötigt wird, dann sollten wir uns um ganz andere Dinge Gedanken machen, als über „Börsenzyklen“. Für Produktkategorien wie Babynahrung, Zahnpasta, Hygieneartikel, Arzneimittel, Haushaltspflegemittel, Beautyprodukte, Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten, … sehe ich einen ebenso steigenden Bedarf in Menge bzw. steigender Preise. Aber natürlich kann ich mich auch hier irren! Und falls dieses Negativszenario eintritt, dann spielen Aktien und Dividenden sowieso keine Rolle mehr. Manchmal ist uns skeptischen Mitteleuropäern mit der positiven Denke der Amerikaner geholfen!

     

     

  26. Sparta

    @El Loco

    „Wie sollte man denn sonst investieren, wenn nicht mit Zeit, Geduld und Konsequenz? Hin und her macht bekanntlich die Taschen leer.“

    Was man sollte und was Menschen schlussendlich tun, sind immer zwei paar Schuhe. Nicht rauchen wäre z. B. für die eigene Gesundheit und der von Passivrauchern vorteilhaft… zudem sind diese Bilder schon echt ne Zumutung. Über den Ausverkauf von Trinkwasserquellen von korrupten Politikern kann man auch durchaus zweigeteilter Meinung sein.

    Zudem vergessen die Leute mit fest gefahrenen Denkmuster, dass die Menschen individuelle Lebenssituationen und Ziele haben.

    Nur eine Sichtweise (die eigene) als die einzig wahre und diese allen anderen vorgeben zu wollen… na ja, Dogmen überlasse ich anderen.

  27. Anna-Lena

    Einige Geschichten stimmen mich sehr nachdenklich :/ Das zeigt wieder mal, wie wichtig es ist, richtig mit Geld umzugehen und sich finanzielle Sicherheit aufzubauen.

    Bei mir war es auch nicht so schlimm, erst als meine Eltern das Haus gekauft haben, wurde es psychisch belastend. Ab da gab es keinen Urlaub mehr, und der Druck der Schulden war enorm, weil  es dann auch noch Probleme auf der Arbeit gab. Das waren sehr belastende  und angespannte Jahre, die man eigentlich hätte leicht vermeiden können, glaube ich 🙁

  28. El Loco

    @ Sparta: „Was man sollte und was Menschen schlussendlich tun, sind immer zwei paar Schuhe. Nicht rauchen wäre z. B. für die eigene Gesundheit und der von Passivrauchern vorteilhaft… zudem sind diese Bilder schon echt ne Zumutung. Über den Ausverkauf von Trinkwasserquellen von korrupten Politikern kann man auch durchaus zweigeteilter Meinung sein.“

    Moralisch einwandfrei. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen solche Ansichten haben!

    Nur mit dem Investieren wird es dann auch extrem schwierig. Welches Invest ist zu 100% moralfrei bzw. welcher Großkonzern handelt so? Wahrscheinlich hast du hier deinen Aussagen zufolge einen entsprechenden Korb an nachhaltigen Investitionen.

    Falls nicht, ist das auch nicht schlimm. Ich habe mich bereits an vergleichbare  inkongruente Verhaltensmuster gewöhnt…“Ich möchte Rendite und ich möchte moralisch einwandfrei handeln“…ja und ich erwische immer wieder selbst dabei, dass Handeln und Reden nicht immer zu 100% übereinstimmen. Nur habe ich  damit aufgehört beim Investieren, moralische Aspekte in den Vordergrund zu rücken. Das Verhalten kann man durchaus kritisieren und dieser Kritik stelle ich mich gerne, sofern das gegenüberliegende Verhalten einwandfrei ist.

    „Zudem vergessen die Leute mit fest gefahrenen Denkmuster, dass die Menschen individuelle Lebenssituationen und Ziele haben.

    Nur eine Sichtweise (die eigene) als die einzig wahre und diese allen anderen vorgeben zu wollen… na ja, Dogmen überlasse ich anderen.“

    Ich freue mich immer wieder über unterschiedliche Sichtweisen, Ziele, Motivationen. Auch wenn ich unsere beiden Ansichten gar nicht soweit auseinander sehe, wie sie aufgrund der kontroversen Diskussion erscheinen mögen.

     

     

     

  29. Rosemarie

    „Ich denke, ab 600.000 Euro wird es spannend. Aber es hängt von Deiner Situation ab.“ Tim, den Betrag finde ich nicht ausreichend: Es gibt aktuell für so einen Betrag keine sicheren Zinsen über 0,3% in Deutschland (100.000 Euro EU Einlagensicherung). Höhere Zinsen dürfte es aufgrund der hohen Staatsverschuldung in den nächsten Jahren kaum geben, wenn dürfte die EZB in 0,1% oder 0,2% Schritten ab Ende 2018 (frühestens) anheben. Das Ganze wohlgemerkt vor Steuern!

    Die Inflation dürfte mittelfristig bei mindestens 1,5% liegen mit eher steigender Tendenz. Die Vermögenspreise sind da nicht mit eingerechnet, auch keine realistischen Mieten. Die tatsächliche Inflationsrate dürfte bei 3% – 5% liegen. Für Hauskäufer noch deutlich höher.

    Krankenkassen + Pflegekassenbeiträge dürften steigen.

    Ich glaube die 600k reichen selbst für einen bescheidenen Lebenswandel nicht.

  30. Thomas der Sparkojote

    @Rosmarie

    Wer redet den hier von sicheren Zinsen? Die meisten sowohl als auch ich sind am Aktienmarkt investiert und dort geht man von 5-8% p.a. aus. Das ist zwar alles andere als super mega sicher, aber die Risiken sind überschaubarer als andere Anlagen und dennoch sehr liquide. Woher hast du die Zahlen der Inflation, kenne mich zwar in DE nicht so aus scheint mir aber sehr hoch. In der Schweiz hatten wir in den letzten Jahren eine extrem niedrige Inflation, teilweise sogar 0% oder leicht im Minus.

    Ich gebe dir allerdings recht das 600k definitiv zu wenig sind. In der SChweiz würde mit meinem Momentanen Lebensstil 1 Million reichen, allerdings steigert man ja seinen Lebenstandard mit dem Alter, unter anderem auch wegen der Kinder. Dann braucht man natürlich wieder mehr als diese Million.

    Grüsse
    Thomas

  31. Sparta

    @El Loco

    So kontrovers wird es hier nicht, da ja die grobe Glaubensrichtung sehr ähnlich ist.

    Kontroversen gibt es manchmal bei Div-Strategien vs. etf`s, ein wenig Politik, Immo`s vs. Aktien, FK-Hebel & Konzentration vs. Diversifikation, Liberales Amerika vs. sozialeres Deutschland, die nötige finanzielle Summe für die „Freiheit“, totaler Finanz-Zusammenbruch vs. ewiges Wachstum…

    Die Diskussionen sind manchmal etwas zu emotional & individuell voreingenommen.

    Mit meinen etf`s bin ich natürlich auch bei manchen moralisch fragwürdigen wie auch bei moralisch löblichen Firmen beteiligt.

    Insgesamt denke ich aber, dass der Kapitalismus und der Wettbewerb vieler Firmen um Kunden, Angestellte, Produkte & Innovationen insgesamt ein Positivsummenspiel für die Menschheit ist.

    Emotionaler „Wohlfühlfaktor“ um buy & hold langfristig machen zu können, ist nicht unerheblich um bei der Stange zu bleiben.

    Beim einen sind es Div-Aktien, beim anderen etf`s, wieder ein anderer ist ein guter Immo-Investor… es muss zum Investor passen und nicht zwingend ein entweder – oder sein.

    Bei Quasi-Monopolen oder Oligopolen könnte man evtl. unterschiedlicher Meinung sein, inwieweit hier noch produktiver Wettbewerb vorhanden ist.

     

  32. Maresa

    Hallo Tim, da hast ein Seelenfensterchen geöffnet … und mir wird vieles klar, was mich gar oft bei den Artikeln kopfschütteln lässt.

    Lange hat es bei mir gedauert, bis ich das Muster erkennen konnte, das mich geprägt hat, und mich bis heute nicht auslässt. Man kann das Ganze in andere Bahnen lenken; aber die Struktur bleibt vielleicht bestehen.

    Ich wurde geprägt durch die Nachkriegszeiten – ja, selbst bis in die 80er und 90er hinein. Aufgewachsen in einer bäuerlichen Großfamilie, erzogen durch die Großeltern, lernte ich früh, dass es nicht gut ist, Geld zu lange aufzubewahren. Mehrfach hatten meine Großeltern ihre Ersparnisse durch die bekannten Ereignisse verloren und mussten von neuem anfangen. Geholfen hatte nur, was sie in guten Zeiten in Sachwerten angeschafft hatten – das Geld wurde zu wertlosem Papier und verschwand. Und gegen dieses Muster muss ich immer noch antreten! Es wurde viel gespart – und dann wieder ausgegeben. Schulden gab es nie in unserer Familie; aber es kam auch immer wieder Geld rein – die Familienmitglieder unterstützen sich heute noch gegenseitig (nicht mit Geld, sondern durch Mitarbeit und Zusammenhalt).

    Kleidung spielte auch in den 70ern schon eine Rolle am Gymmi, da lag es aber mehr daran, Trends zu setzen – mit selbstgestricktem und -genähtem (Späthippie-Zeiten) – Konsum war der Feind; aus der großen Stadt M bekamen wir abgelegte Kleidung geschenkt – die konnte super umgenäht werden. Später gab es dann in LA den C&A – wenn dort etwas superbillig reduziert war, war es meins – und nicht ein Ladenhüter, sondern ein ganz tolles Outfit – das niemand als solches erkannt hatte 🙂 Schade, dass Du es so ganz anders erlebt hast.

    Bei meinen eigenen Kindern habe ich das fortgesetzt – günstig gekauft, genäht oder sonstwie bekommen – und dann umgearbeitet oder irgendwie aufgehübscht oder toll gestylt. Wir mussten auch immer sehr viel sparen (wir waren sehr junge Eltern, hatten dann selber Schulden für das Haus …) – aber in der Schule haben unsere Kinder dann gepunktet durch die tollen gemeinsamen Erlebnisse, und wurden von den anderen Kindern um ihre coolen Eltern beneidet (wurde mir berichtet …). Die Sichtweise macht es, und das Selbstverständnis der Kinder. Unsere Kinder machen sich heute noch nichts aus Konsum … müssen auch nicht verzichten, weil es gar nicht fehlt.

    … so sehe ich sehr viele Ähnlichkeiten in den Herkunftsgeschichten – und doch ist es der Umgang damit, der die Unterschiede manifestiert. Unsere Kinder fühlten sich reich (sie können heute noch nicht verstehen, wie schwer vieles für mich war, auch ich habe oft geweint). Aber – meine Kinder werden (leider) bestimmt keine Millionen sammeln und horten, weder in Aktien noch in anderen Sachwerten. Sie arbeiten gerne – und alles andere passt dann schon irgendwie. Da sind wir wieder bei der Geschichte meiner Herkunftsfamilie …. es wiederholt sich alles. 🙂

    Ich selber bin etwas ausgetreten aus den Pfaden – vielleicht reichen meine Aktien dann später noch als Rücklagen für die Nachkommen. Meiner Enkelin (4 Jahre) werde ich auf alle Fälle schon bald erklären, wie toll Aktien sind ….

    Ich wünsche Dir eine tolle Zeit – think positive! – du machst alles richtig.

    Schöne Grüße. Maresa

     

     

     

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