Leser F. machte Schulden, um Aktienkäufe zu finanzieren. Sogar Kreditkarten nutzte er, um Aktien zu kaufen. Es ging gut auf. Heute ist F. vermögend. Hat 2 Häuser und ETFs


New York, 29. Mai 2017

Leser F. mit seinen Kindern. Er verdient super und hat massiv gespart.

Ein neuer Leserbrief landete in meinem eMail-Postfach. Dieses Mal von F., 42 Jahre alt. Er hat zwei Kinder. Er verdient 140.000 Euro brutto im Jahr. Seine Frau verdient 40.000 Euro halbtags. Zusammen haben sie also 180.000 Euro. Ich finde beide Gehälter sind klasse. Seine Frau möchte mehr arbeiten und kann dann mehr verdienen.

Ich war zunächst geschockt beim Lesen. F. ist ein Spieler. Ein Zocker. Er kaufte Aktien auf Pump. Damals dümpelte der DAX auf 2.500 Zählern. Es hat sich für ihn gelohnt. Heute notiert der Leitindex auf dem Rekordstand von 12.600.

Er hat ein großes Mietshaus in Leipzig gekauft. Und ein Eigenheim in München. Seine Vermögensstruktur sieht aufgrund der Immobilien, getilgten Wertpapierkredite und breiten Streuung heute solide aus. Respekt! Er wird die finanzielle Freiheit zügig erreichen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Er ist extrem motiviert. Clever ist heute das Vermögen strukturiert.

Nur ein Punkt fällt mir auf: Ich würde das Festgeld und enorme Cash reduzieren. Das scheint mir zu hoch. Es gibt ja keine Zinsen dafür. Ja, einen Notgroschen braucht jeder. Der ist sinnvoll. Aber 20 Prozent Festgeld ist einfach zu viel. Hinzu kommen 25 Prozent Cash. F. gibt zwar zu, Market Timing mache keinen Sinn. Trotzdem scheint er es zu machen. Das leuchtet mir nicht ein. Euer Geld ist langfristig am besten in Aktien aufgehoben. Selbst auf einem Rekordstand rate ich zum Durchhalten. Haltet die Füße still. Die Börse klettert im langen Schnitt um 7 bis 10 Prozent.

Studien zeigen, dass „Buy and Hold“ beziehungsweise Verzicht auf Trading überlegen ist. Eine Studie brachte zum Vorschein: Fondsmanager, die über zwei Jahre ihre Aktien durchhalten, schneiden gegenüber den aktiveren Profis deutlich besser ab. Sie verdienen zwei Prozentpunkte mehr im Jahr.

Mein Rat an alle:
Dieses Beispiel mit den vielen Schulden (zum Aktienkauf) ging gut auf. Aber das ist nicht immer der Fall. Nehmt keine Wertpapierkredite auf. Kauft besser keine Aktien auf Pump. Ansonsten hat F. heute eine exzellente Ausgangssituation. Ich kann ihm nur gratulieren. Ich rate ihm zu mehr Mut mit Blick auf die Börse. Ich rate zum „Buy and Hold“. Er sollte seinen ETF-Anteil hochfahren. Alternativ kann er das Cash nutzen, um seine Hypothek (Eigenheim) zügig zu tilgen.

Hier nun der Leserbief:

Hallo Tim,
nachdem ich die vielen tollen Leserbriefe bei dir gelesen habe, hat es mich selber gereizt, etwas zu mir und meinem bisherigen Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu erzählen.

Früher war ich das absolute Gegenteil eines sparsamen und auf die finanzielle Unabhängigkeit zielenden Menschen. Ich verprasste mein Geld während der Schule und im Studium für Partys, Konsum und Reisen. Nebenher habe ich aber immer schon gearbeitet, gelangt hat es trotzdem nie. In mein Berufsleben bin ich dann entsprechend erst mal mit 10.000 € Schulden gestartet. Es hat mich damals wenig interessiert, ich war schon immer sehr risikoliebend. Deswegen habe ich ab Berufseinstieg wie verrückt angefangen Aktien zu kaufen (DAX war bei ca. 2.500, und ich dachte, das ist die Chance meines Lebens). Mit praktisch jedem Euro Gehalt kaufte ich Aktien und zusätzlich so viel auf Pump wie nur irgendwie ging.

Ich hatte extra für den Aktienkauf mehrere Kreditkarten beantragt, die ich bis zum Limit überzogen hatte. Ich nahm alle Konsumkredite (zur freien Verwendung), die ich von unterschiedlichen Banken irgendwie ergattern konnte, auf. Sogar Geld von der Verwandtschaft habe ich ausgeliehen. Der Wertpapierkredit bei der depotführenden Bank war immer auf Anschlag. Meine Schulden summierten sich im 6-stelligen Bereich.

Ich weiß, ich weiß, das darf man alles nicht machen. Heute bin ich ehrlich gesagt nur froh, dass ich so viel Glück hatte und ich das in der richtigen Zeit gemacht habe. Naja, die nächsten Jahre war dann der DAX praktisch nur in eine Richtung unterwegs. Ich habe mein Depot verdreifacht, die Schulden zurückgezahlt und kräftig weiter investiert.

Auf einmal war ich dann verheiratet und hatte zwei Kinder. Beim Investieren bin ich dadurch deutlich „vernünftiger“ und ruhiger geworden. Die Finanzkrise konnte ich entsprechend ohne Schulden und Sorgen aussitzen. Geld ausgegeben habe ich aber immer noch sehr engagiert. Ich habe bei beiden Kindern Elternzeit genommen und bin mit meiner Familie monatelang durch die Weltgeschichte gereist. Das ist ziemlich teuer (Verdienstausfall plus Reisekosten für beide Elternzeiten zusammen ca. 60.000 €), aber ich würde es immer wieder machen.

Danach habe ich angefangen, mich für Immobilien zu interessieren. Nicht zur Eigennutzung, sondern als Kapitalanlage. Vor knapp 4 Jahren bin ich fündig geworden und habe einen Großteil meiner Aktien für das notwendige Eigenkapital verkauft (sollte man auch nicht machen, aber es war schwierig genug eine Bank zu finden, die die Finanzierung bei dem Unternehmen mitmacht).

Wir hatten in Leipzig ein wunderschönes, denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus aus der Jugendstilzeit mit 10 Wohnungen gefunden und gekauft. Beim Schreiben merke ich irgendwie doch, manche Sachen ändern sich wohl nicht… Ich hatte keine Erfahrung mit Immobilien, aber erstmal klein und behutsam einsteigen ist auch heute noch für mich schwer bis unmöglich 😉

Naja, das heißt aber nicht, dass ich kopflos ins Immobiliengeschäft eingestiegen bin. Ich habe mich sehr lange eingearbeitet, viel gelesen, viel recherchiert, viele Objekte angesehen, immer Gutachter dabei gehabt und professionelle Hilfe in Anspruch genommen.

Der Immobilienkauf war für mich aber bzgl. Konsum und Sparen ein echter Turnaround. Seit ungefähr der gleichen Zeit interessiere ich mich für das Thema finanzielle Unabhängigkeit. Die Sparraten sind dadurch massiv gestiegen. Vor einem guten Jahr haben wir das eigene Haus in München gekauft. Was für eine Überwindung! Aus Investoren-Sicht habe ich fast gekot**. Die Preise waren und sind jenseits von Gut und Böse, Rendite praktisch nicht vorhanden und dazu werden noch Unmengen an Eigenkapital verschlungen. Aber der entscheidende Punkt ist für mich gewesen: Jetzt sind meine Kinder klein, später lohnt es sich nicht mehr. Ich möchte, dass sie Platz haben und spielen können – ohne das wir ständig „pscht“ sagen müssen wegen den Nachbarn. Das ist mir viel wert, auch wenn es wahrscheinlich mein schlechtestes Investment sein wird. Aber was hilft es mir, wenn die Preise in 10 Jahren günstiger sind, in 10 Jahren brauchen wir kein Haus mehr. Ein Eigenheim zu kaufen ist halt in erster Linie eine Lifestyle-Entscheidung.

Wie geht es weiter? Ich bin jetzt 42 Jahre alt und plane meinen Ruhestand mit 55 zu beginnen. Dazu habe ich eine exakte jährliche Einflugschneise geplant: Wieviel muss ich jährlich zur Seite legen? Wie hoch muss der Networth in jedem Jahr sein? Wann kaufen wir ggf. weitere Immobilien dazu? etc. Den Plan habe ich seit 2 Jahren und bisher konnte ich ihn einhalten. Natürlich hilft mir bei meiner Zielerreichung, dass ich einen gut bezahlten Job und eine bewundernswerte Frau habe, die voll mit mir an einem Strang zieht.

Aktuell verdiene ich ca. 140.000 € brutto im Jahr. Meine Frau als Selbständige halbtags ca. 40.000 €. Sie ist nach einer sechsjährigen Kinderpause seit 2 Jahren wieder dabei, ihr Business aufzubauen. Von daher hoffen wir noch auf eine deutliche Einkommenssteigerung bei ihr, vor allem wenn sie wieder ganztags arbeiten kann. An Mieteinnahmen bekommen wir aktuell ca. 50.000 € im Jahr (Kaltmiete). Vom Networth, den ich mit 55 zum Ausstieg haben möchte, haben wir aktuell ca. 40%. Ich denke, wenn wir weiter so investieren und gemeinsam auf unser Ziel hinarbeiten, sollte uns das gelingen auf die 100% zu kommen. Unsere aktuelle Sparrate liegt bei 50%. Ich weiß, dass könnte bei dem, was wir zusammen verdienen, noch mehr sein. Aber ich finde: Den aktuellen Mix aus Leben genießen und gleichzeitig Verfolgung unseres langfristigen Ziels genau richtig.

Das nicht in Immobilien angelegte Vermögen ist aktuell wie folgt aufgeteilt:

20% Festgeldleiter (um schrittweise bei steigenden Zinsen wieder in Anleihen gehen zu können)
20% ETFs (S&P 500, Stoxx 600, Nikkei 225, EM)
25% Einzelaktien
10% Gold- und Silberminen (zur Absicherung bei einem Börsencrash)
25% Cash (Markttiming ist zwar theoretisch nicht möglich, im Moment halte ich aber trotzdem Pulver trocken, da ich mich mit den aktuell erreichten Bewertungsniveaus aller Assetklassen nicht so richtig wohl fühle)

Wir haben aktuell nur eine geringe Tilgung für das MFH und unser Haus vereinbart. Wir glauben, das Geld besser anlegen zu können als zu den vereinbarten Konditionen der Annuitätendarlehen. Deswegen ist die Vermögensverteilung oben aus meiner Sicht ziemlich konservativ. Ziel ist es jeweils zur nächsten Anschlussfinanzierung der Immobilien alles oder zumindest einen großen Teil der Restschuld in der Hinterhand zu haben. Das erhöht massiv die Verhandlungsposition gegenüber der Bank. Falls wir gute Konditionen bei der Anschlussfinanzierung bekommen, behalten wir dann das Eigenkapital und nutzen es für den Erwerb einer weiteren Immobilie. Falls nicht, nutzen wir es um die Restschuld ganz oder zumindest deutlich zu reduzieren.

Für unsere Kinder haben wir separat jeweils einen ETF-Sparplan (MSCI World + EM) eingerichtet. Aufgrund der Börsenralleye der letzten Jahre haben sich diese bisher sehr gut entwickelt. Ziel ist es, damit später die Ausbildung der Kinder zu bezahlen.

Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückschaue, erfüllt mich tiefe Dankbarkeit. Es hätte an so vielen Stellen schief gehen und mich komplett auf die Nase hauen können. Natürlich kommt Glück nicht von alleine, sondern nur wenn man etwas dafür macht, kann es einen treffen. Aber es gehört eben doch auch dazu. Das sollte man meiner Meinung nach nie vergessen, und sich eine entsprechende Portion Demut bewahren.

Ich freue mich auf die Kommentare deiner Leser.
Viele Grüße,
F.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Leser F. machte Schulden, um Aktienkäufe zu finanzieren. Sogar Kreditkarten nutzte er, um Aktien zu kaufen. Es ging gut auf. Heute ist F. vermögend. Hat 2 Häuser und ETFs

  1. Ralf

    Hut ab, viel erreicht! Aber ich muss hier und da schon mal die Augen reiben, was einige so zu verdienen scheinen. Davon sind wir „Normalos“ doch ein ganzes Stück weit entfernt, trotz Studium. Schade dass den wenigsten genauere Angaben zu ihren einkömmlichen Jobs zu entlocken sind ;o)

    Ich sehe einen gut bezahlte Job als etwas wichtiges an. Und da haperts in Deutschland vielerorts trotz guter Leistungen und Ausbildungen.

  2. Max Bogen

    Respekt! Er kannte sich besonders gut in Investment auf Pump aus! Ein Wertpapierkredit ist jedoch sehr riskant, denn bei Verlusten kassieren die Kreditbanken die Wertpapierkredit ein und man bleibt im schlimmsten Fall auf die Schulden sitzen.

  3. Jan

    Huiuiui,

    da weiß man nicht was man schreiben möchte. Also klar, Respekt vor dem Erfolg, das habe ich natürlich. Aber von der Denkweise und Handlungsart ist F. wohl das exakte Gegenteil von mir. Er hatte Glück und den Tüchtigen soll auch das Glück zukommen. Das ist ok!

    Zu den Gehältern: Ja gut, davon träume ich Nachts. 😉 Meinen Glückwunsch.

    Viel Erfolg weiterhin. F. wünsche ich, dass er nicht mehr All-in geht. Das bisher gewonnene sollte man mit Bluechips und breiten ETFs sichern. Dann kann er fast nichts mehr falsch machen.

    Schöne Grüße

    Jan

  4. F.

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Kommentare, besonders die Anmoderation von Tim fand ich prima: „Ein Spieler, ein Zocker“ 😉 Aber ich muss dir recht geben, genau so war es. Zum Glück hat sich das mit Frau und Kindern ziemlich gelegt, heute bin ich ganz solide unterwegs.

    Bzgl. ETF/Aktien und Markttiming hat Tim natürlich ebenfalls recht, aber ich kann aktuell nur mittelfristig Geld anlegen. Wenn in 6 Jahren die Refinanzierung vom MFH kommt möchte ich die Option haben, die komplette Restschuld zurückzuzahlen. Wenn dann gerade die Börse im Tal der Tränen ist kann ich das nicht mehr machen. Deswegen der hohe Anteil Festgeld und Cash.

    @Ralf: Danke dir. Beruflich habe ich Wirtschaftsingenieur studiert und bin direkt nach dem Studium zu einer Unternehmensberatung (kann ich jedem Berufseinsteiger nur empfehlen). Inzwischen arbeite ich bei einem DAX Unternehmen.

    @Max Bogen: da schliesse ich mich dir an, Aktien auf Pump würde ich heute nicht mehr machen.

    @Jan: vielen Dank. Nein, All-in werde ich bestimmt nicht mehr machen, das hat sich wirklich für mich mit Familie geändert. Es ist eine Sache ob ich mich selber abschiess, oder ob ich damit noch andere reinziehe.

    @Gurki: bei einem großen Unternehmen arbeiten hilft enorm.

    Beste Grüße,

    F.

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ F.

    Danke für die weiteren Details. Dann macht der hohe Cashanteil Sinn. Hut ab! Das ist alles sehr durchdacht. Finde Deinen Weg super. Und wie ehrlich Du über Deine wilden Börsenjahre schreibst. Ging alles gut. Du wirst vermutlich schon in 6 Jahren finanziell frei sein, wenn die Restschuld am Objekt getilgt ist. Zumindest könnt ihr bestimmt mit einem Einkommen (Teilzeit) locker auskommen, denke ich mal, weil ihr ja die Mieteinnahmen des Renditeobjekts habt. Das dürfte einiges an Cashflow generieren. Finanzielle Freiheit mit 48 ist klasse.

  6. Markus

    Durchaus skeptisch sehe ich diesen Artikel, vielleicht zu skeptisch, aber mein Bauchgefühl sagt “ Da stimmt etwas nicht“ .

    Das Einkommen der beiden ist schon enorm, aber das Einkommen der Frau erscheint mir bei einem Halbtagsjob schon etwas (gerne würde ich schreiben sportlich) hoch zu sein.

    Die Elternzeit kommt mir sehr komfortabel vor, mit der Elternpause der Frau.

    Was mich dann aber  aufmerksam machte:

    Wertpapierkredite habe seit 1929 einen (durchaus berechtigten) zweifelhaften Ruf.

    Diese Kredite mit Kreditkarten zu realisieren ist schon fragwürdig, die Konditionen sind durchschnittlich sehr hoch.

    Mehrfamilienhäuser in Leipzig haben viele zu einem Bankrott verholfen, gerade  Denkmal geschütze Immobilien.

    Es mag ja sein das F. Glück gehabt hat, aber mit Lotto wäre es vielleicht einfacher gewesen…

    Das ist nur meine eigene Meinung

  7. Chris

    Respekt an F! Da kann man nur vollumfänglich gratulieren. Natürlich auch zum Glück, dass das investieren auf Pump nicht in die Hose gegangen ist. Dazu auch Danke an Tim, dass Du hier kein Programm fährst, sondern auch solche Geschichten präsentierst, die nicht deiner Philosophie entsprechen! Nicht dass ich das jemals unterstellt hätte, aber man kann es ja trotzdem erwähnen!

  8. June

    @F.

    Du bist sehr ehrlich und inzwischen sehr reflektiert. Natürlich auch reifer und deiner Verantwortung voll bewusst.

    Ich bin von deinem Werdegang und deiner Entwicklung sehr beeindruckt. Und wie Tim schreibt, denke ich auch, dass du die Finanzielle Unabhängigkeit früher erreichen kannst.

    Viel Spaß dabei.

    @K.

    Freut mich sehr, dass euer kleiner Maikäfer gut gelandet ist. Herzliche Glückwünsche.

    @Tim,

    Liebe Grüße nach NY, deine Reihe gefällt mir sehr, sehr gut. Man bekommt so völlig unterschiedliche Lebensläufe vorgestellt. Es ist interessant zu Lesen, wie komplett verschieden die Menschen ihre finanziellen Ziel planen und auch welche Entwicklung sie hinter sich haben. Sehr angetan hat es mir ja immer noch der Beitrag von gestern, da es meine These untermauert, dass man trotz Familie auch mit kleinerem bis mittlerem Einkommen finanziell frei oder sogar unabhängig werden kann.

    Take care,

    June

  9. DocSchneider

    @gurki:  In diese Einkommensregionen kommst Du beispielsweise manchmal als Selbständiger. Ich bin Inhaber eines Autohaus und als es plötzlich eine Abwrackprämie für alte Fahrzeuge gab, hatten wir einen unglaublichen Run auf Kleinwagen. Quasi jeder wollte sofort einen Kleinwagen kaufen und seine alte Karre für 2500 Euro vergolden lassen. Dieses Jahr war zwar finanziell für mich der absolute Hammer, aber das ist leider nur eine Seite der Medaille. Die andere ist:  Ich habe quasi ein Jahr jeden Tag von morgens 6 Uhr bis abends 23 oder 24 Uhr in der Firma verbracht. Es gab sogar etliche Tage (wenn nicht Wochen), wo ich sogar bis 2 oder 3 Uhr gearbeitet und dann im Büro noch schnell 4 Stunden geschlafen habe bevor der Wahnsinn wieder von vorne losging. Weitere Autoverkäufer einzustellen war nicht möglich – der Arbeitsmarkt war komplett leergefegt. Mit jeden Tag meine ich wirklich jeden Tag, auch Samstag und Sonntag. Am Wochenende habe ich den ganzen Papierkrieg sowie die Buchhaltung gemacht. Freie Tage oder gar Urlaub gab es in diesem Jahr nicht, ich habe tatsächlich 365 Tage am Stück mindestens 17 oder 18 Stunden pro Tag komplett durchgearbeitet. Am Ende dieses Jahres war ich wirklich ganz kurz vorm Burnout, wenn nicht sogar schon drüber. An den gesundheitlichen Folgen leide ich sogar heute noch. In diesem Jahr habe ich brutto deutlich mehr als den oben bereits genannten Betrag verdient. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer – im Jahr danach war der Markt quasi gesättigt. Niemand wollte einen Neuwagen kaufen. Wer das vorgehabt hat, der hatte ein Jahr vorher zugeschlagen. Wir Händler sind auf der Restware sitzengeblieben und die Zinskosten für den hohen Lagerbestand haben leider etliche Händler in die Insolvenz getrieben. Insbesondere diejenigen, die auch noch deutlich Verkaufspersonal aufgestockt hatten sind von den eigenen Fixkosten aufgefressen worden und haben Haus und Hof verloren. Auch eine GmbH als Rechtsform schützt Dich vor privater Insolvenz nicht, wenn Du gierig wirst und noch viel mehr Ware verkaufen willst. Um noch viel mehr Neuwagen zu verkaufen, brauchst zu viel Ware. Um viel Ware einzukaufen müssen die Kreditlinien erhöht werden und das macht die Bank irgendwann nur noch, wenn Du als Inhaber Dein privat bewohntes Haus, Deine Lebensversicherung und Dein Wertpapierdepot verpfändest. Gier ist ein ganz schlechter Ratgeber.  Ich hatte zum Glück die Disziplin und habe es nicht übertrieben. Trotzdem habe ich in dem Jahr nach der Abwrackprämie einen hohen 5-stelligen Negativbetrag erwirtschaftet. Ich kann Dir sagen es ist auch nicht lustig mit einer „nur“ 60 Stunden Woche am Ende Monat für Monat hohe Verluste einzufahren und Du hast keine Ahnung, wann sich endlich wieder alles normalisiert.

    An diesem Beispiel sieht man wie kontraproduktiv ein Eingreifen unserer Politik in ein halbwegs funktionierendes Wirtschaftssystem ist. Die Abwrackprämie wurde „erfunden“ um den Automobilmarkt anzukurbeln – bewirkt hat sie jedoch ein Massensterben der Händler, wenn auch mit 1-2 Jahren Zeitverzögerung.

    Um auf den Originalbeitrag zurückzukommen:  Ich kann nur jedem dringend abraten Wertpapiere auf Kredit zu kaufen. Wenn es klappt sind das wirklich nur Einzelschicksale. Die weitaus höhere Zahl derer, die das probieren erleidet wohl eher Schiffbruch.

  10. steve

    Respekt F. zwar mit hohen Risiko aber trotzdem durchdacht, weil eben ein Crash vorlag. Freilich konntest du nicht wissen ob das Tief da ist, genauso wenig konntest du wissen wie lange die Erholung dauert. Egal wer Erfolg hat hat Recht. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Bin mir sicher das es mehr solche glücklichen „Zocker“ gibt, genauso sicher bin ich mir das es noch mehr unglückliche „Zocker“ gibt. Von denen werden wir wahrscheinlich nichts lesen und wenn ist ihre Geschichte nicht so schön wie deine.

    Gruß Steve

  11. F.

    @Tim: auf die Idee mit in 6 Jahren schon den Stöpsel zu ziehen wenn das MFH abgezahlt ist bin ich ehrlich gesagt vorher noch nie gekommen. Ich soll dir von meiner Frau aber ausrichten, dass sie das keine tolle Idee findet, da sie ja dann alleine weiterarbeiten müsste 😉

    @Markus: eine Portion Skepsis ist immer gut, kann man nichts gegen sagen. Wenn du aber die richtigen Lotto-Zahlen hast sag mir Bescheid 😉

    @Chris: Danke dir. Ich finde es ebenfalls superspannend, dass auf diesem Blog so unterschiedliche Ansichten und Wege präsentiert werden.

    @June: vielen Dank für deinen motivierenden Kommentar. Wenn ich mir das so mit dem noch früheren Aufhören überlege möchte ich das aber glaube ich gar nicht. 55 ist für mich schon irgendwie ein guter Zeitpunkt, dass muss ich mir auf jedenfall aber nochmal in Ruhe überlegen.

    @gurki: das ist eine üble Geschichte, ich bin froh das du noch die Kurve gekratzt hast und Drück dir für die Zukunft die Daumen.

    @Steve: Danke dir. Genau das war damals meine Überlegung, aber wie du sagst weiss man leider nicht, wann die Börse wirklich unten und wirklich oben ist.

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Chris

    Jeder darf hier seine Meinung äußern. Jeder darf seine finanzielle Lebensstory im Blog mitteilen. Ich bin um jede Zuschrift dankbar: timschaefermedia@gmail.com

    Ich finde es beeindruckend, wie sich die Leser anstrengen. Und wie selbstkritisch sie sind.

    Nur mag ich keine Beschimpfungen, Werbung, Rassismus etc.

     

    @ June

    Liebe Grüße zurück in das Schwabenland. Prima, dass Dir der Blog gefällt. Danke für Deine wunderschönen Kommentare. Ich würde sogar sagen, dass es fast jeder zur Million schlaffen kann. Der Trick: Ein Nebenjob und das stetige Sparen per ETF.

     

    @ F.

    Sorry, wenn das falsch rüber kam. Richte bitte Deiner Gattin aus: Halbtags kannst auch Du arbeiten. Das müsst ihr ausmachen. Ich glaube, mit einem Halbtagsjob lässt sich das bei Euch locker schaffen in einigen Jahren. Ihr seid vielleicht schon heute finanziell frei. Gratulation an Euch beide für diese solide Leistung.

  13. Jan

    @Markus in den großen Autokonzernen gibt es Halbtags-Stellen (25Std.) die mit 60.000 Euro entlohnt werden. Eine bekannte Ärztin verdient halbtags 100.000 Euro im Jahr. Das ist alles möglich, besonders als Selbständige wenn man etwas richtig gemacht hat. Besonders die großen Autobauer zahlen unglaublich gut. Allein die Tarifverträge sind schon nicht schlecht. Wer dann in den AT-Bereich geht ist auch schnell bei 140k.

    Trotz der Machbarkeit ist es natürlich bei weitem nicht alltäglich. Mit dem Einkommen gehört man irgendwo zu den oberen 2 oder 3 Prozent des Landes.

    VG

  14. Patrick

    Ein hohes Gehalt kann enorm bei dem Aufbau von Vermögen helfen. Am Ende wollen wir aber doch eher zu den vermögenden 10-20% der Gesellschaft gehören und nicht zu den bestverdienenden 10-20%. Das 10 Familienhaus würde mir persönlich weit mehr gefallen als der sehr gut bezahlte Job. Wie von DocSchneider dargestellt bekommt man das Gehalt ja auch nicht nur für Kaffeettrinken und Essen gehen.

    Die Anfangsstrategie? mit dem Aktienkauf auf Kredit ist ja beendet. Da war wirklich viel Glück im Spiel. Ich wünsche Dir viel Glück bei weiteren Investments. Am besten in Bereichen, in denen Du Dich gut auskennst. Umso mehr Erfahrung und Möglichkeiten man in einem Bereich hat, umso öfter entdeckt man auch sehr gute Gelegenheiten. Das sieht dann für Andere nach Glück aus, ist aber zu einem großen Teil selbst angestoßen worden. Das kann aber auch zu einer Vermögenskonzentration in bestimmten Bereichen, wie Immobilien führen, was man wiederum auch nicht haben möchte.

    Das Eigenheim ist soweit ich Verstanden habe auch zu einem hohen Anteil finanziert. Der Kredit hat ja vermutlich eine andere Laufzeit als das Mehrfamilienhaus. Du kannst die Zinsentwicklung mit den verschiedenen Laufzeiten gegeneinander etwas absichern. Falls die Zinsen niedrig bleiben, lässt Du das MFH weiter mit niedriger Tilgung laufen und kümmerst Dich verstärkt um das Eigenheim. Falls die Zinsen nach oben gehen, kannst Du schauen was Du machst. Einen Kredit bei gleicher Höhe und höhere Tilgung, oder teilweise Aktien oder anderes verkaufen um die Anschlußfinanzierung direkt zu reduzieren. Das hängt ja dann auch von den genauen Konditionen ab. Auf jeden Fall sollte bei steigenden Zinsen Vermögen für die Anschlußfinanzierung des Eigenheims aufgebaut werden. Vielleicht kann man das Eigenheim zu dem Zeitpunkt ja direkt abbezahlen. Zumindest kann man die Höhe der Anschlußfinanzierung stark verringern.

    Falls sich im Nachhinein doch eine Gelegenheit findet (weiteres 10 Fam Haus), so kann man dies weiterhin sehr gut zu 100% finanzieren bei entsprechend niedrigen Zinsen. Die beglichene Höhe der Kredite bis zur eingetragenen Schuld auf dem Eigenheim kann man bei seiner Hausbank zu 100% für weitere Objekte verwenden. Und Abschreiben kann man die Zinsen auch. Aber ob man sich im hohen Alter um die Mehrfamilienhäuser kümmern will ist eine andere Frage. Hausverwaltungen, Makler usw. können einem viel Arbeit abnehmen. Das geht aber natürlich entsprechend auf die Rendite. Ich halte finanzierte Vermietung zum Aufbau eines Vermögens bei hohem Gehalt für ein sehr gutes Modell. Die Rendite sollte aber schon vom ersten Tag an passen.

    Ich möchte langfristig aber auch in Aktien investieren, da man hier wirklich von einem passiven Einkommen sprechen kann. Dafür gibt es dann allerdings im Mittel nur eine Rendite über 4% nach Abzug von Inflation. Falls die Abgeltungssteuer abgeschafft werden sollte, verliert man noch mal durch die Steuer einen höheren Anteil des Gewinns. Ich habe die 4% verwendet, da ich damit die Höhe meines Vermögens für die finanzielle Unabhängigkeit kalkuliere. Wenn die Rendite höher ist kann ich damit leben.

    20- 24% des Einkommens wird im Durchschnitt für die Kaltmiete ausgegeben. Falls alle Schulden beglichen sein sollten hast Du ja schon alleine mit 4 Einheiten Deines Mehrfamilienhauses ein schönes Einkommen. Und das in einem noch schöneren Eigenheim. Wenn Du jetzt nicht alle paar Jahre ein neues „Clownauto“ brauchst, sollte das schon ausreichen.

  15. B.

    Sehr interessante Geschichte!

    Auch ich habe mit meiner Frau bereits gesprochen das ich vorhätte, im Falle einer Korrektur von 30-40% einen Kredit aufzunehmen um die Wertpapiere aufzusammeln, die alle anderen auf den Markt werfen. Nach aktuellen Konditionen wäre das für ca 3,5-3,6% effekt. Zinsen leicht möglich (Laufzeit 4-5 Jahre). Natürlich nicht in riesigen Summen, aber um die 30.000€ sollten es dann schon sein. Das würde aktuell etwa 2/3 des bereits vorhandenen Depotwertes entsprechen und die Raten zur Abzahlung des Kredits wären locker über die aktuelle monatl. Sparrate gedeckt. Die Zinsen dafür wären im groben über die erhaltenen Dividenden abgegolten (auch in Krisenzeiten kürzen viele gute Unternehmen Ihre Dividenden nicht).

    Hier warnen nun viele vor so einem Schritt und ich lasse mich gerne von guten Argumenten überzeugen. In meinen Augen kann so etwas aber durchaus Sinn machen. Wir haben noch 18 Jahre bis zum angepeilten „Rentenbeginn“, beide sehr krisensichere Jobs (Frau im öffentl. Dienst), und ein ganz anständiges Monatseinkommen. 30.000€ abzuzahlen wäre also kein größeres Problem, wir könnten sogar weiterhin zusätzlich sparen und noch mehr Aktien einsammeln.

    Man soll doch die Feste feiern wie Sie fallen oder? 😉

    Eine Korrektur wäre zeitlich eh schon überfällig – mir egal ob Sie morgen kommt oder dank Notenbanken erst in ein paar Jahren. Ein Risiko ist immer dabei, klar. Aber ich hätte dann auch nicht vor in Pennystocks zu investieren sondern in ordentliche Bluechip Aktien und ich habe ein festes Vertrauen das die Börse in 20 Jahren höher steht als jetzt (frei nach Buffett).

    Sollte nach meiner Aktion die Börse erst recht komplett zusammenkrachen haben wir alle sowieso ganz andere Probleme als die Rückzahlung eines Kredits… 😉

    Was meint Ihr dazu?

     

    Beste Grüße!

  16. Martin

    Hallo F.

    ein toller Bericht, der gerade junge Menschen als vorbildlicher Leitfaden dient.

    Könntest du uns noch etwas zu deinem Ausbildungshintergrund verraten? Ich tippe mal auf auf einen der Bereiche BWL / MINT / oder IT. Hast du Führungsverantwortung oder kommt dein sehr gutes Gehalt durch Spezialwissen zu Stande?

    Würde mich sehr über eine Antwort freuen und weiterhin viel Erfolg beim Sparen und der Familie.

     

     

  17. DocSchneider

    @B:  Ich rate von einer Beleihung des Depots zu Zinsen von 3,5% wie von Dir geschildert ab. Du schreibst Du möchtest 2/3 Deines jetzigen Depotwertes beleihen. Dir ist aber schon bewusst dass falls es zu einer Kurskorrektur nach unten kommt Dein Depotwert bis zu 50% einbrechen kann? Das bedeutet Du könntest dann noch 2/3 von 50% des jetzigen Wertes beleihen, und wenn es ganz mies auskommt fallen die Kurse temporär noch weiter. Dann verlangt die Bank dass Du sofort Geld nachschießt, wenn nicht wird Dein Depot zwangsliquidiert. Was passiert wenn die Zinsen dann auch noch steigen? Die einzige halbwegs sinnvolle Möglichkeit mit fremdem Geld in Aktien zu gehen ist abbezahltes Wohneigentum. Dieses könnte man für deutlich unter 2% beleihen (5 Jahre Zinsbindung) und darauf hoffen dass sich die Kurse innerhalb dieser 5 Jahre wieder erholt haben. Aber selbst davon würde ich auf Anfrage abraten.

    Deine Idee dass „gute Unternehmen in Krisenzeiten die Dividenden nicht kürzen“ kannst Du vergessen. Viele DAX-Konzerne zahlen aktuell ca. 4% Dividende. Gedankenspiel: Wenn sich die Kurse halbieren würden und die Dividendenzahlung bliebe gleich, dann hätten wir ja 8% Dividendenrendite. Das wird leider niemals passieren, Du kannst vielmehr fast sicher davon ausgehen dass die Dividende deutlich gekürzt wird.

    Den psychologischen Faktor darf man auch nicht unterschätzen. Jetzt sind alle euphorisch und behaupten:  Bei fallenden Kursen kaufe ich nach. Ich halte seit über 20 Jahren Einzelaktien und kann Dir versichern:  Wenn Du denkst Du hast superbillig nachgekauft dann geht es erst nochmal so richtig auf Talfahrt. Und ein Chart sieht nach ein paar Jahren auch nicht so schlimm aus, da denkt man nur: Was waren das damals für günstige Einstiegskurse. Wenn es soweit ist siehst Du nur noch große 5-stellige rote Zahlen auf Deinem Auszug und findest das alles gar nicht mehr so lustig.

    Mein Rat:  Am besten stur und monatlich feste Beträge investieren und so wenig wie möglich auf das Depot gucken. Und niemals versuchen schlauer als der Markt zu sein – das geht mit hoher Wahrscheinlichkeit schief.

  18. Jan

    @DocSchneider,

    dem kann ich nur beipflichten. Hervorragend zusammengefasst!

    Schöne Grüße

    Jan

  19. steve

    @DocSchneider,

    bin einer Meinung mit dir ist nie schön wenn eine Aktie fällt. Die ersten male traut man sich da auch nicht so ohne weiteres noch Geld nachzuschiessen ist ja schon genügend kaputt im Einzelfall weiss mans auch nicht so hatte ich Infineon 2007 für knapp 13€ gekauft habe ich mich getraut da bei unter 50 cent nachzukaufen? ne hatte ja schon einen guten tausender kaputt gemacht und Pleite war damals durchaus möglich. Ansonsten danke für die Schilderung deines abwrackpraemienjahr, grosser Respekt für das arbeitspensum. Klasse auch die Lehren die daraus gezogen hast.

    Gruß Steve

  20. F.

    @Patrick: es ist richtig das du bis zu deiner ursprünglich vereinbarten Höhe der Grundschuld deine Immobilien wieder beleihen kannst. Das hat aber zwei Haken: 1. wenn du das bei einer anderen Bank machen möchtest als bei deiner aktuellen Bank hat die in der Regel keine Lust auf zweiten Rang im Grundbuch (deine aktuelle Bank weiss das, und wird wenns schlecht läuft dafür höhere Zinsen verlangen).
    2. Das für die Tilgung eingesetzte Kapital fehlt dir ggf. bei der neuen Immobilien für die Kaufnebenkosten und eventuelle Sanierungsmaßnahmen.
    Daher tilge ich nur sehr wenig und schaffe mir ein möglichst großes Eigenkapital-Polster. Ziel ist jeweils bei der Ablösung eines Kredites die komplette Restschuld für die Bank sichtbar vorliegen zu haben. Denn die Verhandlung soll folgendermaßen laufen: „wenn sie noch Geld mit mir verdienen wollen bekomme ich erstklassige Konditionen, ansonsten zahle ich jetzt alles auf einen Schlag zurück.“ Wobei ich mir natürlich wünsche, dass ich gute Konditionen bekomme, denn das Eigenkapital will ich eigentlich für die nächste Immobilie nutzen.
    Soweit der Plan, ob es auch so funktioniert kann ich in 6 Jahren berichten 😉
    Geld für ein „Clownauto“ gebe ich nicht aus. Ich habe zum Glück einen Firmenwagen, mit dem aber meistens meine Frau fährt, ich selber fahre mit dem Fahrrad.

    @B.: deine Argumentation ist 1:1 die gleiche die ich damals hatte, inkl. „wenn der DAX deutlich unter (damals) 2.000 fällt haben wir in Deutschland andere Probleme als einen zurückzuzahlenden Kredit“ 😉 Heute würde ich dazu sagen: kann sein, muss aber nicht. Ich würde es in meiner aktuellen Situation mit Familie etc. nicht mehr machen. Wie eure Rahmenbedingungen aussehen könnt nur ihr wirklich einschätzen, ich finde es aber super, das ihr euch eure Strategien gemeinsam als Paar überlegt und besprecht. Aber wie gesagt, ich würde das heute nicht mehr machen.

    @Martin: Danke dir. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und habe Führungsverantwortung. Viel Erfolg wünsche ich dir!

  21. K.

    @DocSchneider

    Gute Beiträge. Danke für die Einblicke und vorallem die Erfahrungen.

    @June
    Danke schön. 🙂

  22. Franz

    “’Er verdient 140.000 Euro brutto im Jahr. Seine Frau verdient 40.000 Euro halbtags.  Seine Frau möchte mehr arbeiten und mehr verdienen.“‘

    Ich verdiene auch viel Geld = 1.000 Euro netto monatlich = 12.000 Euro netto im Jahr. Ich habe meine Arbeitszeit nämlich auf 4,30 bis 5 Stunden pro Tag verkürzt. Glück findet man nicht im Geld und Jahr von Jahr immer mehr verdienen. Glück findet man, wenn man am Morgen nicht aufstehen muss, erst am Abend kann man einige Stunden arbeiten, und das so lange wie man will. Und Glück ist, wenn zwei kleine Kinder und nette junge Frau zu Hause warten. Das fehlende Geld für die 700 Euro Miete, das liefern die Dividenden von Aktien und Kindergeld 394 Euro. Und wenn man Jahr von Jahr immer mehr Dividenden bekommt, sollte man Jahr von Jahr immer weniger arbeiten.

    Auch der VW Winterkorn hat großes Problem: er bekommt monatlich 90.000 Euro brutto Rente und er weiß nicht, was er damit machen soll. Am besten Wohnungen in München, Paris, London, Barcelona, New York, San Francisco, Honolulu, Papeete kaufen und dann reisen zwischen denen. Und wenn er in keinem Land mehr als 182 Tage im Jahr verbringt, muss er keine Steuer von seiner Rente, Dividenden und anderem Einkommen zahlen.

  23. Patrick

    Hallo F,

     

    Es ist immer sehr gut wenn man bei Verhandlungen Alternativen hat. Ansonsten ist man den Banken ja ausgeliefert. Man kann natürlich nur richtig bei der Hausbank weitere Objekte beleihen.

    Ich habe dies noch nicht durchgeführt. Mir ist klar, dass die Bank nicht die bestmöglichen Konditionen rausgibt. Also erst recherchieren und dann verhandeln. Ihr wollt doch langfristig Partner sein und gute Geschäfte miteinander machen…

    Man kann immer noch bei einer anderen Bank abschließen. Ich habe tatsächlich bei der Sparkasse meine Finanzierung abgeschlossen. Die hatte am Markt das beste Angebot, was ich ursprünglich nicht erwartet hatte und ich konnte meine Vorhaben dort gut besprechen und habe die Kredithöhen selbst vorgegeben.

     

    Jetzt hast Du als Beispiel 200k in Cash und 300k in Aktien. Ein neues Haus kostet als Beispiel 800k + Nebenkosten. Du möchtest das MFH gerne zu 100% finanzieren. Natürlich am liebsten zu Konditionen mit 50% Eigenanteil.

    Wie machst Du das? Die neue Bank mit besten Konditionen kann das Objekt bis 100% beleihen. Das Ausfallrisiko ist somit nur durch das Objekt selbst gedeckt. In der Theorie kannst Du 400k auf den Tisch legen. Das ist gut. Aber wenn Du es nicht machst bleibt das Risiko doch bei der Bank? Du könntest ja schon am nächsten Tag Dein ganzes Geld verspielen… Wenn man Spielraum bei der Höhe des aufzunehmenden Kredites hat bringt das bestimmt etwas. Ich vermute aber, dass das nicht in der Höhe wie die im Vorfeld zu viel bezahlten Zinsen liegt. Wenn das Haus in München 400K abbezahlten Kredit hat kannst Du bei der Hausbank das neue Objekt zu 100% Finanzieren. Und das mit 50% Eigenanteil. ( Zugegeben: Vielleicht nicht zu den bestmöglichen Konditionen)

     

    Wenn Du 6 Jahre auf den Zeitpunkt der Verhandlung wartest und Dein Geld sicher z.B. auf Tagesgeldkonten anlegst verlierst Du doch viel. Vor allem wenn noch ein Privatkredit auf das Eigenheim läuft. Was mit der fixen Ratenzahlung und entsprechenden Sondertilgungen da in der Zwischenzeit alles möglich wäre…

     

    Ich halte es riskant in dem Zeitraum bis 6 Jahre oder weniger mit Aktien mehr Rendite machen zu wollen als den zu zahlenden Zinssatz. Zumindest wenn man alles auf eine Karte setzt. Ich suche auch gerade nach Möglichkeiten Geld für überschaubare Zeithorizonte anzulegen, um meine Verhandlungsposition zu stärken. Für Vorschläge bin ich immer offen.

     

    Nach einem Kauf sollte man sich mit Instandhaltung  zurück halten. Das weißt du vermutlich eh schon. Ich halte meine vermieteten Einheiten lediglich instand. Da wird nichts modernisiert. So kann man die Kosten innerhalb von 1-5 Jahren absetzen. Das ist in der aktiven Arbeitszeit sehr vorteilhaft.

     

    Viele Grüße,

     

    Patrick

  24. DocSchneider

    @Jan, Steve, und K.:  Vielen Dank für das positive Feedback. Ich berichte gerne von Dingen die mir selber so oder so ähnlich widerfahren sind, damit andere nicht den gleichen Fehler machen. Ich wünschte dass ich selber früher so etwas wie einen Mentor oder Ansprechpartner für finanzielle Dinge gehabt hätte. Ohne Internet waren Recherchen in den 80er Jahren doch deutlich zäher als heute.

    Auf den Punkt Immobilienfinanzierung möchte ich gerne näher eingehen. Ich habe von meiner damaligen Frau (selber Mitarbeiterin bei der Sparkasse, allerdings nicht im Kundenkontakt sondern im Online-Marketing) bereits bei unserer ersten Immobilienfinanzierung den Tipp bekommen vorab doch ein Angebot der Interhyp einzuholen. Ich will eigentlich hier keine Werbung platzieren und habe auch selber keinerlei Vorteil davon irgendwen zu empfehlen, aber dieser Tipp war wirklich Gold wert. Die Interhyp ist selber keine Bank sondern vermittelt lediglich Kredite. Der Kredit für unser Haus war über die Interhyp angefragt damals sage und schreibe 0,4% günstiger als bei meiner Hausbank. Hört sich erstmal nicht so viel an waren aber über die Laufzeit von 10 Jahren zusammengezählt über 20.000 Euro Ersparnis. Mindestens kann man dann mit dem schriftlichen Angebot der Interhyp zur Hausbank gehen und nachverhandeln. In unserem Fall ist uns die Hausbank zwar entgegengekommen, aber nicht weit genug. Somit haben wir dann (in NRW lebend) die Finanzierung über die Landesbank Baden-Württemberg abgeschlossen. Dort anzufragen wäre mir sonst im Traum nicht eingefallen. Die komplette Vermittlung hat super geklappt und wir als Kunde mussten für die Vermittlung auch keinen einzigen Cent bezahlen, egal ob der Vertrag letzten Endes zustande kommt oder nicht. Natürlich bekommt die Interhyp hintenherum von der finanzierenden Bank irgendwas, aber das ist mir als Kunde egal, solange meine Konditionen ohne großen Vergleichsaufwand zu haben hervorragend sind. Der Grund warum die Kredite so günstig sind ist dass Immobilienkredite so vollkommen verschieden sind. Die eine Bank hat super Konditionen wenn Du viel Eigenkapital mitbringst. Eine ganz andere Bank ist bei kurzen Laufzeiten (nur 5 Jahre) absolut Top. Wieder andere bieten Bonbons wie zwischenzeitliche Sondertilgungen sehr günstig an. Man bastelt sich einfach seine Wunschkondition zusammen und der Vermittler empfiehlt die günstigste Bank.

    Ich habe den Tipp auch im Freundeskreis schon mehrfach weitergegeben. Anfangs waren alle äußerst skeptisch, dass man angeblich trotz Vermittler noch Geld sparen soll. Am Ende waren mir aber alle sehr dankbar für den Hinweis und haben meist eine 4 bis 5-stellige Summe einsparen können. Wir selber haben mittlerweile insgesamt vier Finanzierungen so gemacht (tatsächlich am Ende bei vier verschiedenen Banken) und sind selber sehr zufrieden.

     

  25. Patrick

    Hallo DocSchneider,

    ich hatte bei mir Dr. Klein als Vermittler verwendet. Das ist vermutlich etwas ähnliches wie InterHyp. Die Anbieter haben sich bei mir selbst überboten. Manche auch nur ein wenig bis wieder ein deutlich besseres Angebot kam. Ich vermute, dass mein Ansprechpartner bei Dr. Klein etwas nachgeholfen hat. Das hängt aber wahrscheinlich von dem Engagement des Vermittlers ab. Die endgültige Lösung habe ich dann bei dem Partner der Sparkasse durchgeführt.

    Ich bin mir nicht sicher was konkrete Anfragen bei verschiedenen Banken bezüglich der Schufa mit einem anrichten. Aus dem Grund habe ich auch einen Vermittler gewählt.

    Ich musste in meinem Fall getrennte Kredite nach den Größen der Wohneinheiten aufnehmen, da ein Teil ja privat genutzt werden sollte. Somit war es etwas komplizierter, so dass man es nicht in einem 08/15 Formular prüfen konnte.

     

    DocSchneider, wie erwirbst Du neue MFHs wenn ich fragen darf? Wenn Du einen neuen Anbieter wählst musst Du doch auch entsprechend Eigenkapital einsetzen, um gute Konditionen zu bekommen. Mit wieviel Eigenkapital kaufst Du ein neues Objekt ohne Kaufnebenkosten? Zumal sich vom Hörensagen bei Sebstständigkeit die Kreditvergabe auch gerne mal etwas schwieriger gestaltet. Bin leider nicht Selbstständig.

    In Finanzbüchern wie z.B. von BodoSchäfer wird oft von Mentoren gesprochen. Ich kenne tatsächlich 3 Personen mit sehr vielen Wohneinheiten. Zwei davon kenne ich aber leider nicht so gut, dass ich noch die entscheidenden Tipps erfragen kann. Leider sind auch alle selbstständig, so dass die Ausgangssituation eine andere ist. Wenn es einmal läuft wird es immer einfacher. Das ist mir klar. Sollte man als zweites MFH mit einem Objekt ähnlicher Größe starten wie bei dem ersten oder besser kleiner oder größer? Die Rahmenbedingungen sollten natürlich in jedem Fall passen. Wohnungen gefallen mir nicht als Anlageform, da ich hier nicht machen kann was ich will (Eigentümerversammlung, Modernisierungen, Rücklagen usw.). Also muss es mindestens ein 3Fam Haus sein.

     

    Patrick

  26. Franz

    Zugabe.

    Im Mai bekam ich 1.600 Euro netto Dividenden. Zusammen mit 1.000 Euro netto Lohn und 394 Euro Kindergeld ist es so viel wie 4.000 Euro brutto Lohn bei nur 22 Stunden Arbeit in der Woche. Das Geld soll arbeiten, nicht der Mensch!

  27. B.

    Besten Dank für die Rückmeldung F. & DocSchneider!

    Ich hätte vielleicht noch genauer erwähnen müssen, dass ich nicht vorhabe mein Depot zu beleihen (möchte keinen Margin Call im ungünstigsten Zeitpunkt riskieren) sondern einen ganz normalen Konsumkredit mit fester Rate und kostenlosen Sondertilgungsmöglichkeiten sowie Komplettrückzahlung ohne Vorfälligkeitsentschädigung dafür verwenden.

    Es spielt aber wahrscheinlich auch keine große Rolle. Ich gebe dir völlig recht, einen echten Crash habe ich noch nicht erlebt und kann daher über meine dann vorherrschenden Gefühle noch nicht urteilen – das muss ich erstmal live erleben. Zweistellige Minusstände im Depot habe ich Anfang 2016 bereits erlebt, allerdings war mein Depotwert und damit der Buchverlust natürlich deutlich geringer als es das heute der Fall wäre. Ich habe damals nichts verkauft und die Vogel Strauss Taktik angewendet (Kopf in den Sand und nicht mehr ins Depot schauen)

    Weiter stur kaufen werde ich sowieso… 🙂

    By the Way – mein Depot besteht zu 60% aus US, 20% GB und nur zu 20% aus deutschen Werten. Gerade die US Bluechips haben fast in keiner der vergangenen Krisen Ihre Dividenden gekürzt (zumindest die großen Brummer). Ich wage es daher in diesem Punkt weiter optimistisch zu bleiben! 😉

    Nochmals danke für eure Schilderungen!

    Beste Grüße

  28. Anynomys4

    Da merkt man mal wieder warum ihr alle niemals erfolgreich werdet.

    Ihr heult rum wegen dem hohen Gehalt und dass man davon nur Traumen kann.

    100k+ ist bei jedem IGM bzw. Dax30 durch Tarifsteigerungen und Aufstieg locker drinnen wenn man sich nicht wie totaler Dummkopf anstellt.

    Man faengt mittlerweile schon bei 60k in IGM Betrieben an.

     

    Nach  2-3 Jahren ist man wenn man eine Stufe aufsteigt bereits bei 75k und dass bei einer 35h Woche (falls Leute kommen Familie vor Geld etc)

    Ich arbeite selbst dort und habe das selbe studiert wie der TO.

    Steht nur weiterhin an der Werkbank und habt ne 80% Sparquote bevor ihr in euer Human Kapital investiert.

     

     

    Ps an den Author: Gold/Silberminen korrelieren mit den Maerkten, wenn du Hedgen willst dann geht das vorerst nur ueber das direct Investment in Gold und nicht in Produzenten.

     

  29. Skywalker

    Dein Ton ist völlig inadäquat.
    „Ihr Alle“ ist eine Formulierung, mit der du dich selbst disqualifizierst, genau so könnte ich schreiben: „Du in deinem Angestelltendasein wirst nie 350k im Jahr verdienen, daher bleibst du immer eine Wurst!“ Mache ich aber nicht.
    Sei einfach froh, wenn du einen gut bezahlten Job hast und höre auf hier rumzuprollen!

  30. Jan

    Ach Skywalker,

    reg‘ dich nicht auf. Das hat er schon vorher gemacht. Er hat mal angekündigt, dass er zu gut für uns wäre und uns daher nicht mehr beglückt. Tja, sein Mitteilungsbedürfnis scheint sich durchgesetzt zu haben. Das war zu erwarten, er hat es eben nicht drauf.

    Er hat weder die richtige Einstellung, noch genügend Bildung um selbst einen solchen Job zu haben. Er quasselt nur darüber. Vermutlich ein übermotivierter Schüler der vom großen Geld träumt und zwischen Fiktion und Realität manchmal nicht unterscheiden kann. Mit einer so arroganten herablassenden Art ist mit Sicherheit keine 100+ zu verdienen. Oder der Arbeitgeber ist ehrlich gesagt ziemlich erbärmlich in seinem Auswahlverfahren. 😉

    Schöne Grüße

    Jan

     

  31. Skywalker

    Dank Jan, du hast recht. Ich hatte noch keinen Kaffee zu diesem ZEitpunkt! 🙂

  32. Anynomys4

    Ich muss nicht von mir reden.

    Aber es wird hier pausenlos ueber die super Gehaelter geheult und getrauemt. Eure Ausreden interessieren niemanden.

    Derweil ist das nicht unerreichbar und viel erstrebenswerter wie eine Sparquote von 80% mit einem Bauarbeiterjob.

    Just my two cents. Aber wie man sieht versucht ihr euch alles schoenzureden, ich bin ja nur der freche Schueler :)!

  33. Skywalker

    Bin mir nicht so sicher , Jan. „Frech“ ist eng verwandt mit  „dumm“… 🙂

     

     

  34. Pametan

    Zu einer konstruktiven Diskussion gehört auch, dass man andere Meinungen zulässt.

    Über die Art und Weise der Äußerung (kommt etwas konfrontativ rüber) kann man ja streiten, aber inhaltlich muss ich @Anynomys4 zustimmen. Die Investition in die eigene (Weiter)Bildung und das eigene Human Capital ist ein weitaus größere Hebel als Aktie x oder y bzw. ETF 1 oder 2 zu wählen.

    Nur das ist eine ganz andere Debatte. Da fliessen Askpekte, wie Jobzufriedenheit, Alter und Durchlässigkeit auch eine Rolle. Nicht jeder hat die gleichen Möglichkeiten.

     

  35. Mark85Mark85

    An Pametan: Ganz nüchtern betrachtet stehen einem insgesamt 3 Hebel zur Verfügung, um schnell(er) an sein Finanzziel zu kommen: Einnahmen, Ausgaben und Rendite.

    Bei mir waren es vor allem die Ausgaben und die Rendite. Meine Einnahmen waren immer durchschnittlich. Zufällig hatte ich genau einen dieser ,,Bauarbeiterjobs“, der hier etwas herablassend genannt wurde.

    Mir egal, ich konnte trotzdem meine Ziele verfolgen und erreichen. Vielleicht auch gerade deshalb, weil ich viel früher ins Berufsleben einsteigen konnte als ein Abiturient und anschließender Student.

    Viele Wege können also nach Rom führen. Man sollte Menschen nicht nach ihren Einkommenshöhen beurteilen, sondern nach ihrem jeweiligen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. 😉

  36. Anynomys4

    @Mark85

    Richtig es gibt viele Wege.

    Aber es wird pausenlos bei jeder Vorstellung ueber die hohen Gehaelter „gelaestert“ (Stichwort deutsche Neidgesellschaft). Dann wird sich selbst zufriedengestellt indem man sagt dass das nicht schaffbar ist und man davon nur Trauemen kann.

    Und dein frueher einsteigen Argument ist auch nicht wahr, es ist durchaus moeglich 20k netto als Student pro Jahr zu verdienen (Werkstudent) und dann mit 21 Vollzeit.

    Mein Tipp an die Anderen: berufsbegleitendes Studium und danach bei einem Tarifunternehmen einsteigen. Eine bessere Work/Life Balance mit Cash gibt es nicht.

    Merkt euch einfach: Eure Ausreden intressieren niemanden. Let the Grind begin

     

  37. Mark85Mark85

    An Anynomys4: Ich habe ja nur von meinem Weg gesprochen. Mein großes Ziel war es, möglichst früh nicht mehr regulär für Geld arbeiten zu müssen. In diesem Fall half es mir, kein Abitur und Studium absolviert zu haben. Manch gleichaltriger Bekannter von mir stand erst einige Jahre später das erste Mal auf eigenen finanziellen Beinen. Selbstverständlich muss jeder seinen individuellen Weg finden. Es hat ja auch nicht jeder die gleichen Lebensvorstellungen und -ziele.

    Zum Umgangston: Ich finde, dass es gerade in Finanzblogs insgesamt viel angenehmer als in vielen anderen Teilen des Internets zugeht. Man darf nur nicht jedes Wort gleich auf die Goldwaage legen, weil durch den fehlenden Augenkontakt schneller Missverständnisse entstehen können.

    Ich freue mich über jede einzelne Leservorstellung, weil total unterschiedliche Lebensverläufe zum Vorschein kommen. Die verschiedenen Einkommenshöhen sind doch nur eines von vielen Unterscheidungsmerkmalen. Bisher war keine Leservorstellung dabei, der ich keinen Respekt für Teile des Lebenswegs abgewinnen konnte.

    Entspann dich ein wenig. Wenn du behauptest, dass ,,ihr niemals erfolgreich werdet“, kann etwas nicht stimmen, weil deine Vorstellungen von Erfolg nicht deckungsgleich sein müssen. 😉

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