Leben in Manhattan: Luxus + Ärger


New York, 9. Februar 2013

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Manhattan ist ein teures Pflaster. Wer hier Wohneigentum besitzt, ist in der Regel ein Millionär. Die Reichen bestimmen die Preise und Regeln. Alles wird strikt in den feinen Adressen geregelt.
So gibt es riesige Listen mit Vorschriften. Ob Haustiere erlaubt sind? Es kommt darauf an. Wenn ja, gibt es Angaben, wie groß der Hund sein darf. Es sind nur Hündchen erlaubt. So wie diese hier.
Hausbesuche müssen vorher angemeldet werden. Untervermietung ist verboten. Selbst der Weiterverkauf muss genehmigt werden von der Cooperativen. Diese Cooperativen werden kurz Coops genannt. Sie fungieren wie eine Genossenschaft, organisieren das Zusammenleben in den Häusern. Wer ein Appartement kaufen möchte, muss sich mit seinem Lebenslauf, Gehalts- sowie Vermögensnachweis bewerben.
Einen fetten Kontoauszug und einen guten Ruf vorausgesetzt, gibt ihnen der Coop-Rat grünes Licht zum Einzug. Wer sich an die Regeln hält, der lebt wie die Made im Speck. Etliche Coops bieten ein „kostenloses“ Frühstück, einen Wäschedienst, Wohnungsputz, Einkaufserledigungen an. Es gibt vieles in den Luxushäusern. Von einem Fitnesscenter über Lounge und Billardraum bis hin zu Bibliothek, Schwimmbad und Sauna. Wunderschöne Dachterrassen mit Grill, Liegestühlen und Duschen sind häufig anzutreffen.
Am Eingang wird jeder freundlich vom Türsteher begrüsst, mit weißen Handschuhen versteht sich.
Besucher werden vorab angemeldet. Es gibt strenge Sicherheitsvorkehrungen. Kameras sind in vielen Ecken angebracht.
Wer in so einem Gebäude residiert, muss vor allem eines, sich an die Regeln halten. Wer die Nachbarn vor den Kopf stößt, bekommt Ärger. Richtig Ärger. So wie Sophie Grishanova. Die 31-jährige Analystin wohnt im Finanzviertel. Adresse: 80 John Street. Sie hat angeblich ihr Appartement untervermietet, was strikt verboten ist. (Im New Yorker Immobilienmarkt herrscht hohe Transparenz. Sie können exakt nachschauen, wer wo wohnt und wie viel die Person bezahlt hat – inklusive der Hypothek.)
Nun droht ihr eine Haftstrafe. Der Fall geht vor Gericht.
Auf meinem Foto oben sehen Sie das Haus. Ich habe es eben fotografiert. Von außen kann man das schöne Leben gar nicht erkennen.
Klicken Sie auf diesen Link. Hier ist gerade eine Wohnung in dem Gebäude auf dem Markt.
Luxus pur genießen Millionäre in Gebäuden wie dem Carlyle. Es gleicht einem Vollservice-Hotel. Brad Grey, Chef von Paramount Pictures, hat im Carlyle eine Bleibe gekauft. Kostenpunkt: 15,5 Millionen Dollar. Halt! Lehnen Sie sich erst mal zurück. Jetzt kommt nämlich der Knackpunkt: Es sind die Nebenkosten in Höhe von 455.352 Dollar für seine Vier-Zimmer-Wohnung. Das macht im Monat eine Belastung von 37.946 Dollar. Dafür könnte der Manager sich im Grunde genommen jeden Monat einen neuen BMW kaufen, fabulierte die „New York Times“.
Nun, wenn Ihnen die 15,5 Millionen Dollar zu viel sind, habe ich eine günstigere Alternative für Sie. Eine Penthouse-Wohnung, in der der bekannte Pianist George Gershwin vor einem Jahrhundert wohnte. Direkt am Hudson River. Sie wird derzeit angeboten für 1,5 Millionen Dollar. Schauen Sie sich mal die tollen Fotos an. Ist es nicht schön, das Leben über den Dächern von Manhattan? Bei diesem Appartement gibt es einen Pferdefuss (leider). Es sind die 8.661 Dollar Nebenkosten jeden Monat. Wohnen in New York kann ganz schön teuer sein. Und voller Regeln.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Leben in Manhattan: Luxus + Ärger

  1. Günter

    Hi Tim!

    Das klingt sehr skurril. Ich habe mich gerade gefragt, in welchem Gefängnis sie es wohl besser hat? In dem für Reiche oder in dem für Verbrecher? 😉

    Viele Grüsse

    Günter

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Günter
    Dann lieber im Luxushaus.

    @ Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog
    Danke für das Video. Sehr spannend. Es gibt ja den Spruch: Money makes the world go round.

  3. StefanStefan

    Hört sich für mich extrem nach Unfreiheit an. Wenn ich schon reich bin will ich auch Freiheit haben. Das ist doch eigentlich der Hauptgrund warum man es anstreben sollte reich zu werden.

    Ich hätte keine Lust bei anderen betteln zu müssen und alles offen legen zu müssen. Von deren Gnade abhängig zu sein…und Besuch anmelden müssen! Wo bleibt da die Spontaneität?

  4. Günter

    @Stefan

    Super formuliert, so ähnlich sehe ich das persönlich auch. Allerdings ist es kein primäres Ziel meinerseits, Reich zu werden.

    Vermutlich lässt sich das auf Dauer jedoch gar nicht vermeiden. Aber was solls, es gibt schlimmeres im Leben 😉

    Viele Grüsse

    Günter

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