Krisenstimmung an der Börse: Waffen und Lebensmittel steigen


New York, 13. Juni 2014

Ich schrieb über die Lebensmittelbranche. Hier ist ein heißer Übernahmekampf im vollen Gange. Wir erwarten zusätzlich 2,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten. In den kommenden Jahrzehnten wird es eng. Der Hunger nimmt zu. Lebensmittel – das ist eine wachsende Branche. Stetig wird hier Geld verdient. Ziemlich krisenfest.
Was soll auch anbrennen? Der Gesundheitstrend ist wohl die einzige Gefahr. Steigende Rohstoffkosten (wegen Dürre oder Sturm) kann die Branche auf die Verbraucher abwälzen.
Die Wirtschaft ist mit dem billigen Geld der Notenbanken wie ein Ballon aufgeblasen worden. Das kann schief gehen. Es ist wie eine kurze Wohlfühlphase, wie ein Drogenrausch.
Aber bei den Lebensmitteln mache ich mir keine Sorgen: Gegessen wird immer. Bei anderen Branchen bin ich indes skeptischer nach dem luftigen Börsenboom. Eine Korrektur bzw. ein Crash ist jederzeit möglich. Im Irak scheint sich schon etwas zusammenzubrauen. Der Ölpreis geht durch die Decke. Das Öl kann die gute Börsenstimmung bedrohen, es kann die Wirtschaft abwürgen. Die Airlines stehen bereits stark unter Druck.
Ein Börsen-Crash macht den Superreichen nichts aus. Im Gegenteil: Die Reichen kaufen in einem solchen Fall kräftig zu. Der Normalanleger wird wieder am unteren Ende verkaufen – aus lauter Sorge noch mehr Geld zu verlieren.
Zu den starken Branchen zähle ich neben den Lebensmitteln noch Pharma, Öl, TV-Konzerne, Entertainment, Alkohol, Tabak, Waffen usw. Das „Wichtigste“ im Leben eben. Diese Aktien steigen irgendwie immer. Seit Jahrzehnten laufen sie hoch. Unglaublich. Es ist wie ein Schneeballsystem. Diese Märkte werden größer und größer. Die Lobbyisten helfen natürlich in Washington, London, Berlin und anderswo ein klein wenig nach, mit ihren Milliönchen im Koffer.
Warren Buffett wildert in diesen Branchen sehr gerne. Nur hat er den Tabak und die Waffen nicht angerührt. Er schwor seiner Frau in jungen Jahren, etwas Gutes tun zu wollen für die Gesellschaft. Da passen wohl die Waffen nicht auf die Agenda. Buffett wusste, da kam er gerade von der Uni, dass er steinreich werden würde. Deshalb drängte ihn seine Gattin zu dem Versprechen, etwas Gutes für die Menschheit zu tun. Das ist Buffetts wahre Motivation. Nicht das Geld.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Krisenstimmung an der Börse: Waffen und Lebensmittel steigen

  1. Mr. CashFlow

    Wieder mal ein klasse Artikel.

    Lebensmittel, Pharma, Alkohol und Tabak werden wie bereits erwähnt immer gekauft. Die Weltbevölkerung wird einfach immer älter und lebt länger. Das Bevölkerungswachstum nimmt besonders in den Schwellenländern stetig zu. Das führt dann natürlich dazu, dass die Nachfrage nach diesen Produkten weiter zunimmt. Über die Entwicklung und Aussichten der Tabakbranche habe ich mich auch schon mal geäußert:

    http://dividendencashflow.blogspot.de/2014/04/warum-ich-weiterhin-von-der.html

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke Mr. CashFlow!

    Alkohol, Tabak und Waffen gibt es so lange, wie es die Menschheit gibt. Das läuft immer. Es besteht eine regelrechte Abhängigkeit davon.

  3. Tino

    Alkohol, Tabak, das Zeug geht weg wie warme Semmeln. Wenn ich mich umschaue, überall wird es konsumiert, egal ob Fussball-WM oder Superbowl, immer hängt der Mensch am Stengel oder der Flasche, Gesundheit hin oder her, es wird einfach gemacht.

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