Krisengewinner: Warum es keinen Sinn macht einzusteigen


New York, 8. Dezember 2008

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Es gibt Unternehmen, die spüren die gegenwärtige Krise so gut wie nicht. McDonalds-Chef Jim Skinner schwärmte kürzlich sogar: „Wir sind resistent gegen die Rezession.“ Ins gleiche Horn stieß der Finanzvorstand von Philip Morris International, Hermann Waldemer, als er die Tabakindustrie als „sehr elastisch in Rezessionen“ bezeichnete. Ob Spielzeughersteller, Discounter, Fastfood-Tempel oder Pharmariesen – es gibt Konzerne, die exzellent dastehen. Solide Zahlen meldeten zuletzt Costco Wholesale, Kraft Foods, Nestlé, Heinz, Procter & Gamble oder der Pharmariese Johnson & Johnson. Der Gewinn von McDonalds kletterte im dritten Quartal um sechs Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Bürger bevorzugen den Bulettenbrater gegenüber Restaurants, weil er billig ist.
Wal-Mart-Chef Lee Scott sagte anlässlich eines Analystentreffens im Oktober, dass es dem Discounter „außergewöhnlich gut geht“. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz um sieben Prozent auf 98 Milliarden Dollar. Die Konsumenten schätzen die billigen Preise und die breite Angebotspalette. Wal Mart sorgte jedoch am „Black Friday“, dem Tag nach Thanksgiving für eine traurige Schlagzeile. Diesen Brückentag nutzen die Amerikaner für die Schnäppchenjagd. Die Einkaufsstraßen in New York waren überfüllt, Einzelhändler hatten radikal ihre Preise für diesen Tag gesenkt. Flachfernseher gab es zum halben Preis, Ausstellungsstücke für ein Drittel der Preisempfehlung des Herstellers. Bei Wal Mart auf Long Island im Bundesstaat New York geschah etwas Schreckliches: Ein Sicherheitsangestellter wurde zu Tode getrampelt. Er hatte versucht, eine schwangere Frau vor der Meute zu schützen. Die ganze Nacht lang hatten die Menschen vor den Türen der Wal-Mart-Filiale gewartet. Sie waren ausgekühlt, hungrig und gierig auf superbillige Artikel. Als sich dann am frühen Morgen die Tore öffneten, rannten mehr als 2.000 Kunden in die Filiale.
Aktien wie Wal Mart oder McDonalds sind nun recht gut gelaufen. Ich würde stark ausgebombte Werte bevorzugen. Diese Kurse werden im Aufschwung dynamischer anziehen. Die guten Performer können dann nicht mehr mithalten. Sobald die Börsianer Licht am Ende des Tunnels sehen, schichten sie ihre Mittel in die tief gestürzten Titel um. Derzeit haben sie ihre Gelder in die sichereren Häfen wie McDonalds oder Wal Mart gebracht. Auf meiner Kaufliste stehen etwa Citigroup, die Billigairline JetBlue, die Lebensversicherung MetLife oder der Bankriese Wells Fargo.


tim schaefer (Author)

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