Konsum macht unglücklich


New York, 21. Oktober 2016
image

Shopping in New York auf dem Broadway.

Ich habe mal einem guten Freund Geld geliehen. Es waren einige Tausender. Die Person dachte anschließend gar nicht mehr ans Zurückzahlen. Da wurde ein flotter Gebrauchtwagen stattdessen angeschafft. Und andere Dinge. Das Shoppen ging frivol weiter. Mir ging das auf den Wecker. Eines Tages fragte ich, was mit meinem Geld passiert ist. Ich erhielt nach Ewigkeiten die Hälfte der Summe zurück. Auf den Rest warte ich noch heute.

So ist es. Leute gehen mit ihrem eigenen Geld und dem Geld anderer achtlos um. So als ob es Müll wäre, den man wegwerfen kann. Dabei ist das Verhalten ein Schuss ins Knie. Es führt zu Unzufriedenheit. Und führt zu Problemen. Oftmals gehen Beziehungen auseinander.

Ich habe die New Yorker Professorin Miriam Tatzel interviewt. Sie sagt, dass sparsame Menschen sehr glücklich sind. Genießer, die kein Zeug möchten, sondern nach Erlebnissen streben, sind ebenfalls sehr glücklich. So etwas wie Urlaub, Ausflüge oder Schulungen füllt Menschen aus. Wer dagegen Zeug kauft, ist unglücklich, resümiert die Wissenschaftlerin.

Tatzel:

„Sehr viel Research einschließlich meiner Arbeit zeigt, hinter dem Materialismus verbergen sich Menschen, die tendenziell nicht sehr glücklich mit ihrem Leben sind. Interessanterweise habe ich die Gruppe der Sparsamen, die tendieren dazu, sehr glücklich zu sein. Schließlich gibt es Menschen, die weder materialistisch, noch sparsam sind. Anders ausgedrückt handelt es sich um Menschen, denen das Geld locker sitzt, denen aber der Besitz egal ist. Sie geben eher ihr Geld für Erlebnisse aus. Diese Leute tendieren dazu, sehr glücklich zu sein.“

Viele Menschen leiden unter einem Kaufrausch. Sie möchten alles sofort haben. Besonders gefährlich sind Sonderangebote im Einzelhandel. Dann setzt oft der Verstand aus.

Sie können die Sucht erkennen, wenn Sie bei Leuten in die Schränke, Schubladen, den Keller, Dachboden und in die Garage schauen. Wenn Sie dort massenweise Zeug vorfinden, zum Teil noch mit dem Preisschild versehen, dann steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kaufsucht dahinter.

Sieglinde Zimmer-Fiene war 25 Jahre lang konsumsüchtig. Die Fußgängerzone in Hannover war für sie das, was für Alkoholiker die Trinkhalle ist. Fünf bis acht Prozent der Deutschen leiden unter Kaufsucht.

Sieglinde Zimmer-Fienes‘ Kaufrausch begann in den 1980er Jahren, als ihr Mann an Krebs erkrankte. Sie begleitete ihren Gatten ins Krankenhaus. Sie ließ sich von ihrem Job beurlauben. „Die Zeit“ schildert das sehr anschaulich, was mit ihr passierte:

„Nur an den Wochenenden fährt sie nach Hause. Dann bringt sie ihren Kindern Spielzeug oder Süßigkeiten mit, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Für ihren Mann kauft sie Dutzende Handtücher und Trainingsanzüge, um ihm etwas Gutes zu tun. Für sich selbst immer mehr Kleidung. Es sind ihre ersten Schritte in die Sucht. Für die Einkäufe leiht sie sich Geld von ihren Eltern und der Bank. Ganz langsam häufen sich Schulden an.“

Es gerät dann außer Kontrolle. Es endet mit einem Schuldenberg von 170.000 Euro. Die Schulden wird sie ihr Leben nicht mehr abtragen können. „Die Zeit“:

„Sieglinde Zimmer-Fiene fährt an manchen Tagen Schuhe, Bettwäsche, Blusen und Make-up im Wert von Hunderten, zu Spitzenzeiten sogar mehreren Tausend Euro im Kofferraum nach Hause. In die Wohnung trägt sie die Sachen erst, wenn ihre Kinder schlafen. Kleidungsstücke stopft sie noch mit Etiketten versehen in Schränke. Die Rechnungen versteckt sie in Blumenvasen.“

Hier erklärt sie in einer MDR-Dokumentation, was geschah.

Übertriebene Orientierung an materiellen Dingen liegt an einem seelischen Defizit. Innerlich fühlen sich die Betroffenen sehr „klein“. Sie leiden an Minderwertigkeitskomplexen. Sie sind depressiv.

Sieglinde Zimmer-Fiene sitzt zwar noch auf ihrem Schuldenberg. Sie hat aber eine Selbsthilfegruppe gegründet und ein Buch geschrieben: Kaufsucht; Mein Leben durch die Hölle.

Senioren nehmen häufiger Schulden auf, weil ihnen das Geld nicht reicht. Sie verarmen. Fünf Prozent der über 60-jährigen sind schon überschuldet. Es werden immer mehr. Ein Leben auf Pump wird zum Normalfall. Deutschlands Senioren rutschen ins Elend ab. Das ist eine gute Dokumentation über hochverschuldete Rentner:

http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/video-12754_zc-ca8ec3f4_zs-73445a6d.html

Mein Rat: Fangen Sie früh mit dem Investieren an. Kaufen Sie Qualitätsaktien oder einen Indexfonds/ETF. Sparen Sie aggressiv. Meiden Sie Schulden. Wer Angst vorm nächsten Börsencrash hat, der sollte sich den Crash von 1987 anschauen. So schlimm war der gar nicht im Rückblick. Geduld zahlt sich aus. Machen Sie „buy and hold“. Hier sehen Sie den Verlauf des S&P-500-Indexes seit dem 1987er Crash:

Das Sparen müssen Sie nicht zu einer Religion aufwerten. Es sollte aber schon zu einer Gewohnheit werden. So wie das Zähneputzen, Waschen, Staubsaugen oder den Müllrausbringen.

Warum Sie am besten Kredite jeglicher Art meiden sollten? Schauen Sie sich an, wie unfair sich Banken verhalten. Ein Filmteam begleitete eine Seniorin mit versteckter Kamera zu Bankfilialen. Sie wollte einen Kredit aufnehmen. Und hat ihr blaues Wunder erlebt: Dubiose Gebühren, umstrittene Zusatzversicherungen, extrem teure Zinsen…


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Konsum macht unglücklich

  1. Christoph

    Toller Beitrag Tim. Da sieht man wie schnell sowas gehen kann.

    Ein Schicksalsschlag und man sucht ein bißchen Glück in etwas was kurzfristig Befriedigung bringt.

    DIese Leute tun mir leid. Andererseits tun mir auch die leid, die diesen Leuten Geld geben.

    Im Aldi Prospekt laß ich neulich einen tollen Spruch:

    Wir haben einfach vergessen, einfach zu sein.

    Genau so ist es. In den 70ern zB (so denke ich) waren die Leute happy. Sie gingen arbeiten und gingen mit Ihren Freunden aus. Natürlich war auch ein tolles Auto ein Ziel. Aber zb in den USA ging es dann zum tanzen usw.

    Heutzutage ist es oft wichtiger was die Leute besitzen anstatt Dinge zu erleben.

    Blickt man auf das Leben im Alter zurück, ist es da wichtig das man 3 Autos in der Garage hatte? oder in jedem Zimmer einen TV?

     

    Oder ist es schöner wenn man an Urlaube mit Freunden/ Familie denkt. Oder an freudige Erlebnisse wenn man im Sommer einfach zusammen saß?

    Ich denke das letztere ist deutlich wertvoller.

     

  2. Dominic | Der Portfoliomanager.de

    Von einem Hardliner wie dir finde ich den folgenden Satz umso schöner:

    “ Das Sparen müssen Sie nicht zu einer Religion aufwerten“.

    Nach einigen äußerst konsumkritischen Artikeln in den letzten Wochen finde ich diesen Satz sehr wohltuend und relativierend. Alles dem einen Ziel unterzuordnen führt nämlich vermutlich nicht wirklich zum Glückszugewinn…

     

  3. Oliver

    Erschreckend finde ich, wie sich anscheinend das Bankgewerbe entwickelt hat. Ich habe mir das Video angesehen und muß sagen, dass dort Aussagen gefallen sind, wo ich mir denke, dass ich das Geld gleich beim Paten in Palermo ausleihen kann und die Kosten sind auch nicht höher. Die Targo-Bank fand ich am erschreckensten, aber die Deutsche ist auch nicht gut weggekommen. Andererseits kann ich es schon verstehen, wenn eine Bank einem 76jährigen Menschen kein Geld mehr leihen möchte.

    Den Beitrag über die armen Rentner kannte ich schon, aber das ist etwas, was man Schulklassen und jungen Leuten zeigen sollte, die bereits mit 20/25 stark verschuldet sind. In jungen Jahren hat man eher noch die Möglichkeit, das Ruder rumzureissen. Bei den Rentner sieht man ganz deutlich, dass es kaum noch Spielraum gibt, die Situation zu verändern. Die thüringische Familie ist in der Situation durch dumme Ereignisse und auch Selbstverschuldung. Ich denke, denen hätte es wirklich geholfen, wenn einer vor 20 – 30 Jahren erklärt hätte, wie man mit Finanzen umgeht. Ich schätze, dass das bei vielen so geht. Ich glaube kaum, dass sie noch in diesem Haus (Bruchbude) leben. Würde mich interessieren, was aus denen geworden ist. Grundsätzlich macht mich das immer traurig, wenn man sieht, wie die Menschen an den Schulden verzweifeln und keinen Ausweg sehen. Solche Notlagen haben zu einem gewissen Grad mit zu viel Konsum zu tun, aber eben auch mit fehlender Finanzbildung. Wenn man die hat, dann geht man mit Krediten und dem ganzen unerfreulichen Drumherum viel kritischer um. Tim hat in dem Punkt recht: Schulden vermeiden, wo es geht.

     

     

     

     

  4. PIBE350

    So einen Fall hatte ich im Bekanntenkreis auch. Versprochene monatliche Rückzahlungsraten kamen nur sehr unregelmäßig an. Seitdem habe ich mir geschworen, nie wieder Geld (engster Familienkreis ausgenommen) Geld zu verleihen. Am Spruch ,,Bei Geld hört die Freundschaft auf“ ist definitiv etwas dran.

    Ich werde aber weiterhin Geld spenden. Beim Spenden gibt man sein Geld bewusst weg und es entstehen auf beiden Seiten keine weiteren Rechte und Pflichten. 😉

    Kaufsucht kann, wie alle Süchte, übel enden. Ich würde diese Personen nicht unter die klassischen Konsummenschen einordnen, weil meist eine psychische Störung oder Erkrankung vorliegt. Konsummenschen könnten jederzeit ihr Verhalten eigenständig ändern, hier hält sich mein Mitgefühl in Grenzen. Kaufsüchtige brauchen dagegen professionelle Hilfe und Schutz vor sich selbst und gegenüber anderen, die sie schädigen.

    Danke für den MDR-Link, ich gucke mir gern solche Filmchen an. Auf Youtube gibt es davon auch eine breite Palette, wenn man beispielsweise ,,Altersarmut“ eingibt.

  5. Selberdenker

    Sie schreiben hier über einzelne Menschen.

    Als ich Ihren Artikel las, ging mir durch den Kopf, dass das aber genauso auch für Landeslenker(sogenannte Politiker) gilt.

    Der Absatz:

    So ist es. Leute gehen mit ihrem eigenen Geld und dem Geld anderer achtlos um. … Dabei ist das Verhalten ein Schuss ins Knie. Es führt zu Unzufriedenheit. Und führt zu Problemen. Oftmals gehen Beziehungen auseinander.

    Das gilt genauso für die Machthaber in vielen Ländern wenn es um Gelder der Allgemeinheit geht.

    Sogenannte Politiker schmeissen auf Kosten der Allgemeinheit Geld für zweifelhalte und unnötige Zwecke zum Fenster raus.

    Die Bürger werden dadurch immer unzufriedener und die Bürger wenden sich schliesslich von den Politikern, der Politischen Klasse und ganz allgemein dem etablierten System ab.

    Und dann wundern sich einige, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz garnicht mehr zur Wahl geht, weil sie derart verantwortungslose MachtMenschen in einem solchen System nicht auch noch mit ihrer Stimme legitimieren wollen.

  6. PIBE350

    So, ich habe mir das Video jetzt angesehen. Der hochverschuldete Vater mit seiner 3-Generationen-Bauruine (ein Fass ohne Boden, weg damit!) und seinem arbeitslosen 30-jährigen Sohn, der sich selbst durch einen Autokauf hoch verschuldet hat, sind ja wohl der Knaller. Generationsübergreifendes ,,Lernen“ mal anders.

    Der eine Rentner, der noch arbeiten muss, hätte den Kredit zwar nie kriegen dürfen, aber beantragt hat er ihn immer noch selbst.

    Die eine alleinerziehende Mutter hat zwar allen möglichen technischen und modischen Schnickschnack zu Hause, aber ihr Kind selbst scheint ihr komplett egal zu sein. Und wo zum Geier steckt eigentlich der Vater? Mir tut hier nur das Kind leid.

    Das sind die klassischen Konsumfälle, die bei mir für überhaupt kein Verständnis und Mitgefühl sorgen. Weder heute, noch im Rentenalter.

    Einzig die ältere Frau mit ihrem verstorbenen Mann scheint nicht ganz so selbstverschuldet in ihre Situation gekommen zu sein. Gut, dass sie ab sofort ein Haushaltsbuch führen möchte.

  7. David

    Wichtig bei dem Thema Konsum ist die Frage nach der Kausalität. Kaufen die Leute das ganze Zeug und werden durch dieses krank oder haben sie bereits große Probleme und verfallen daraufhin in einen Konsumrausch?

    Meiner Meinung nach versuchen die meisten Menschen sich von ihren bereits vorhandenen Problemen durch Konsum abzulenken. Der übertriebene Konsum ist eine Folge der Probleme. Im ersten Schritt sollten deshalb die Probleme angegangen werden. Unzufriedenheit im Beruf, in der Partnerschaft, mit Freunden, mit der Familie oder auch durch zu wenig Sport können Ursachen für übertriebenen Konsum sein.

    Zum zweiten Thema: Die Finanzbranche befindet sich in einem großen Umbruch. Viele FinTec-StartUps machen den großen Banken Konkurrenz. Der Kostendruck steigt immer weiter. Insbesondere das Geschäft mit hohen Margen (z.B. Privatkredite) wird für etablierte Banken immer weiter zurückgehen. Ich bin gespannt, wie die deutsche Bankenlandschaft in 20 Jahren aussehen wird.

    LG David

  8. Andrea

    Be aller berechtigten Kritik an den Banken und deren Gebahren inklusive überhöhter Zinsen finde ich es doch geradezu vernünftig, einer älteren Dame (Alter vielleicht 70?) mit einem niedrigen Einkommen von nur 1000 Eur plus 400 Eur Mieteinkommen bei einem bereits bestehenden Autoleasingvertrag keinen Konsumkredit für eine Einbauküche zu gewähren. Wie gesagt, ansonsten war das Geschäftsgebahren der gezeigten Banken durchaus kritisierenswert.

     

  9. HansWurst

    Konsum macht mich Glücklich !!!

    Ihr werdet es nicht gerne hören wollen aber ich gebe Geld aus für Konsum. Allerdings ohne dafür Kredite aufzunehmen. Konsum kann auch tolle Erlebnisse und sogar jeden Tag bedeuten. Ich hab schon seit Jahren viel Spaß mit meinem Mercedes, Rolex und tolle Cordovan-Schuhe aus USA und England. Demnächst hole ich mir ein Harley-Davidson…..Morgen steht mehrere Probefahrten an. Aber….ich hab auf der anderen Seite ein recht großes Dividenden-Depot….ein paar Immobilien und gar keine Schulden. Auf trockenes Brot und gekühlte Kerzen , da sie dann länger halten kann ich verzichten…..

  10. Stefan Ledabyl

    Hallo Hans,

    Morgen soll das Wetter ja wieder einigermassen trocken bleiben, zumindest hier in Oberbayern. Es liegen aber viele Blätter auf den Strassen, da die Sonne nicht mehr wirklich über den Horizont hinauskommt, kann es viele schattige und glatte Stellen auf den Strassen geben.  Also fahr bitte vorsichtig auf 2 Rädern.

    Sonst hat heute hat Prospect Capital Dividende überwiesen. Bis auf einen iShares Anleihen ETF sind alle meine Oktoberzahler durch. 🙂

    Allen ein schönes Wochenende..

  11. Max Bogen

    @tim

    Aus diesen gut geschriebenen Thema sollte man verdammt noch mal Lehre ziehen!

    Man kann auch durch Überspekulation (übermäßige Aufnahme von Investitionsschulden für Unternehmen) bankrott gehen!

    @alle

    Bitte lesen!

  12. Finanzmixerin

    Konsum macht nicht glücklich, das stimmt.

    Aber wenn man Dinge bewusst hochwertig kauft und den Kauf gut überlegt, kann man sehr viel Freude an bestimmten Dingen haben.

    Ich habe bspw. ein Longboard für über 300 Euro gekauft. Auf dem Brett ist lebenslang Garantie und es wird mich sehr lange begleiten.

    Man kann in gewisser Weise doch Spaß kaufen. Wie Tim auch schrieb, sind Menschen, die Geld für Erlebnisse und gutes Essen ausgeben sehr glücklich.

    Wir sollten das Hier und Jetzt nicht vergessen. Das Leben ist immer der Moment.

  13. Felix

    Kein Konsum macht übrigens auch nicht glücklich. Das wissen alle ehemaligen DDR-Bürger, die erst mal die westdeutschen Läden gestürmt haben, nachdem die Grenze aufgegangen war.

    Wäre der Umkehrschluss richtig, müssten in Nordkorea lauter glückliche Menschen wohnen. Die Gesichter der Menschen, die man gelegentlich im TV sieht, sprechen eine andere Sprache.

    Sind wir doch lieber froh, dass wir in unserer kapitalistischen Konsumwelt leben, in der jeder einzelne selbst entscheiden kann, ob und ggf. was er kauft. Dass das manche überforder, ist kein Grund Konsum generell abzulehnen. Eine Mangelwirtschaft ist nicht wünschenswert.

  14. HansWurst

    @Stefan Ledabyl

    Danke für deine Fürsorge. Ich werde morgen höllisch aufpassen, da ich auch erst seit August mein Motorrad Führerschein habe.

    @Finanzmixerin

    Genau meine Einstellung. Ich kaufen oder versuche Dinge zu kaufen die ewig halten und mit denen ich mein Leben lang spaß haben werde.

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Christoph

    Danke. Ja, das ist so. Materialismus ist ein ziemlich seelenloses Ding. Das gibt einem keine Zuneigung.

     

    @ Dominic

    Hardliner? Klar! Weil mein Ziel ist: Der Frühruhestand. Die finanzielle Freiheit. Da muss ich Gas geben. Da kann ich nicht ständig an Konsum denken. Die finanzielle Freiheit geht nur frühzeitig, wenn ich ein Hardliner bin. Mit Ausnahmen (wohl dosiert und nicht viele). Und ich bin fast am Ziel. Es hat funktioniert!

     

    @ Max

    Die meisten Menschen haben kein Geld oder nur wenig. Sie können mit der Kohle einfach nicht umgehen.

    Um außergewöhnliche Resultate zu erreichen, muss man anders als die Masse sein.

  16. Couponschneider

    @Felix

    So ist es. Ich mag es nicht, wenn man wieder anfängt, auf „das System“ zu schimpfen, das uns angeblich  zu Sklaven des Konsumterrors macht, gleichzeitig aber werden die Armen immer angeblich ärmer.

    Im Gegensatz zum Sozialismus haben wir heute die Wahl. Und der Fortschritt bietet uns immer neue Möglichkeiten. Wir müssen nur Entscheidungen treffen und auch Ausschlussentscheidungen. Als Hans Dampf in allen Gassen den Graf Koks von der Gasanstalt geben, führt in die Privatinsolvenz. Daher sollte man mit Bedacht konsumieren. Ich beispielsweise spare mir den Fernseher. Würde nur Platz wegnehmen, obwohl so ein Gerät nur einmal in der Woche benötigt wird. Nein danke, selbst wenn es schon Fernseher für 150 € gibt. Meine HiFi-Anlage hat mit Subwoofer über 500 € gekostet. Den Subwoofer habe ich günstig gebraucht bekommen. Das ist ein Gerät, das ich tatsächlich viel nutze. Täglich! Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur höre ich regelmäßig, daher brauche ich DAB+-Empfang. Daher diese Anlage. Webradio kann sie auch. Radio France Musique bietet viel klassische Musik und Jazz. CDs nutze und kaufe ich heute noch. Gerade erst am Mittwoch habe ich mir drei CDs aus der Bibliothek entliehen. Meine HiFi-Anlage kann sogar auf meinen Rechner zugreifen und meine Musiksammlung im FLAC-Format abspielen. Airplay wird auch unterstützt. Das macht Spaß, mit dem Firmen-iPhone einen Podcast anzuwählen und auf dem Gerät abzuspielen. Das ist übrigens ein Grund, wofür man Apple lieben sollte. Alles andere ist einfach zu kompliziert konzipiert. Was habe ich nicht alles ausprobiert, um über Android etwas flexibel auf der Yamaha Pianocraft auszugeben. Das müssen Umstandskrämer entwickelt haben, die es selber nicht benutzen. Der Ton eines Youtube-Videos oder der Ton aus der ZDF-Mediathek lässt sich nicht mit den UPNP-Apps unter Android auf die Anlage bringen, weil das Endgerät kein Video kann. Deswegen empfinde ich die Preise für Apple-Geräte auch angemessen. Sie sind straight-forward. Ich habe es gerade ausprobiert, mit meinen iPhone. Video mit Tim Schäfer abgespielt, einmal gewischt, Airplay angeklickt und Ausgabegerät angewählt. Und schon war Tims Kopf auf dem iPhone, seine Stimme aber kaum aus der Anlage. Exakt so stelle ich es mir vor. So, und nicht anders. Selbst mit den Podcast-Funktionen von iTunes bin ich auf Anhieb zurechtgekommen. In der Android-Welt gibt es Stitcher. Obwohl ich letzteres häufiger nutze, komme ich damit einfach nicht klar. Und deswegen ist der Kauf von Apple-Geräten nicht zwangsläufig gedankenloser Konsum. Für den Aufpreis spart man sich jede Menge Nerven.

    Mein Geld gebe ich für gerne für klassische Konzerte und Theatervorstellungen aus. Da spare ich nicht, selbst wenn man bedenkt, dass vier Besuche im Kammermusiksaal den Preis eines Flachbildfernsehers übersteigen. Aber wenn dann schon mal ein international anerkannter Sopran (Juliane Banse) ein Gastspiel gibt, dann sollte man mal dagewesen sein. Am Rande von Rockfestivals im Dreck zu wühlen, ist eine Erfahrung, die ich nicht erstrebenswert finde.

     

     

     

  17. Markus

    Na ja, die Extrembeispiele der „Konsumwütigen“…

    oder über Menschen zu urteilen, die Schicksalsschläge erlitten haben…

    und evtl. nicht in dem ersten Lebensabschnitt einen der besseren Job`s sich ausgesucht haben, weil Sie noch jünger  & unerfahrener waren und nicht den Background einer Akademikerfamilie hatten…

     

    Ich arbeite lieber so gut es geht an mir selbst, als über andere Menschen zu motzen!

    Es ist schwierig jemanden zu bewerten oder zu verurteilen, wenn man nicht alle Facetten und Umstände des individuellen Lebensweges kennt.

  18. Ralf

    Ich kaufe lieber Apple-Aktien als Apple-Produkte. Habe die Vorteile von Apple-Produkten noch nie verstanden. Bei mir zählt Funktionalität vor Design. Ich sehe fast nur Nachteile und es kommen immer mehr Nachteile dazu.:

    Man braucht Spezialsoftware (iTunes) um seine mp3s aufs IPhone zu laden. Was ein Krampf wenn man nicht die von Apple favorisierten Betriebssysteme auf dem Desktop hat
    Die meisten guten Apps sind kostenpflichtig
    schlechtes Navi (wurde nachgebessert)
    Gewisse Apps werden blockiert (Stichwort Bitcoin, hat sich aber glaube ich gebessert)
    fest eingebaute Akkus, die nur vom Fachhändler teuer getauscht werden können
    Ersatzteile erhalten nur teure Vertragswerkstätten
    lange Zeit schlechtere Displays als Nexus-Geräte
    Geringe Produktauswahl. Smartphones mit großem Display Mangelware; hat sich aber gebessert
    Zweiter SIM-Kartenslot?
    USB-Buchse wurde schon vor Jahren selbst bei iPADs einfach vergessen.
    Ladebuchse, die zu nichts kompatibel ist
    Mangelhafte Bluetooth Musikübertragung, d.h. kein aptX.
    Und der neuste Schrei: Keine Klinkenbuchse weil man mit der Technik überfordert war, aber mit irgendwelchen Ausreden kommt,  wie in vielen Technikblogs begründet dargelegt wird.

    In der Vergangenheit wars auch nicht viel besser. Vor Mac OSX gabs noch nicht mal Multitasking auf dem Desktop.

     

  19. Slazenger

    @alle

    mich würde mal interessieren, wie ihr euch aktuell so verhaltet, kauft ihr weiter dazu, oder haltet ihr euer Pulver erst mal trocken, da es ja echt schwer ist vernünftig bewertete Einzelwerte zu finden, und nur da investiere ich, da ich kein Freund von ETF etc. bin!!!

    Habe diese Woche mal meine Position Novo Nordisk  etwas ausgebaut, ansonsten ist es schwer etwas zu finden.  Wo investiert ihr aktuell so?

  20. Delura

    @Slazenger

    Hallo, erstmal mein Schalker Gesinnungsgenosse!! Morgen geht es weiter mit der Aufholjagd…

    Also, ich halte mich auch etwas zurück. Versuche im Schnitt 2-2,5 K€ im Monat zu investieren. Das habe ich in Etwa auf die Hälfte runtergefahren. Diesen Monat habe ich ein paar Coca-Cola aufgestockt.

    Nächsten Monat stocke ich voraussichtlich noch ein paar Unilever auf und im Dezember lege ich mir eine Anfangsposition Cisco Systems zu.

    Glück Auf!

     

  21. Slazenger

    @Hey Delura

    ja so langsam läuft es bei S04!!!!‘

    Cisco hatte ich bei der letzten Korrektur eingesammelt so bei 21€, war ne gute Wahl! Kann man aber glaub immer noch machen. Mal ne Frage an dich: Begrenzt du die Anzahl deiner Titel, und stockst nur auf, oder machst du auch noch die eine oder andere Neuerwerbung? Hast du Altria, die würden mich noch echt jucken aber KGV um die 20 is mir zu hoch!

  22. Fit und gesund

    @Slazenger, also Du warst das der den Aktienkurs von Novo-Nordisk wieder in die richtige Richtung getrieben hat, danke 🙂

    laut meinem schlauen Finanzplan ist als Nächstes aber ein ETF dran und zwar der Vanguard Asian Pacific ex Japan, das passt mir, weiss aber selber noch nicht ob ich diese US-Wahlen abwarte, ist immer so eine Sache, beim Brexit hatte ich Schlimmeres erwartet und ein paar gute Gelegenheiten verpasst, den richtigen Zeitpunkt erwischt man einfach nicht, aber tendenziell halte ich mal auch lieber den Ball etwas flach.

  23. Delura

    Hey Slazenger,

    ja die Titel sind begrenzt (z.Zt. 20) – final sollen es max. 35 Werte sein, ich habe da ganz klare Ziele. Ich sage immer man muss einen PLAN haben und diesen Plan dann Schritt für Schritt folgen.

    Mann darf den Verlockungen der Börse nicht erliegen. Und der Weg des Dividenden/Zinssparens ist der Sicherste. Nur Firmen > 5 Milliarden Marktkapitalisierung, nachvollziehbares Geschäftsmodell und möglichst einen der drei größten companys je Branche.

    Altria habe ich, die Position ist auch schon „voll“ bei mir. Wären mir z.Zt. auch zu teuer, aber wenn ich einen langfristigen Plan hätte z.B. in Summe irgendwann mal 300 Altria Aktien für „immer“ zu besitzen kann ich ja auch jetzt einfach mal 30 kaufen. Wäre schon mal ein Anfang (Altria hat sehr selten einen richtigen Durchhänger) usw.

    Besten Gruß!

     

  24. Christoph

    Hey Slazenger

    ich schaue welcher meiner Werte am meisten im minus ist. Derzeit sind es McDonald’s, verizon und amgen. Davor coca Cola. Die kaufe ich momentan per sparplan nach auch wenn es nur 100 Euro jeweils sind da ich nicht bisschen was auf die Seite legen will.

    Da ich ja eh 90 % meiner Werte aufstocken will nehme ich derzeit einfach die mit dem größten minus. qualcom zb ist stark im Plus da kauf ich lieber erstmal die günstigeren nach. wenn ich in 2 bis 3 Monaten aber meine Wunsch Summe in Reserve habe kaufe ich wieder alle Werte nach.

  25. Seb

    Altria hat sehr selten einen richtigen Durchhänger

     

    Ist nur die Frage wie lange noch, weil ja immer weniger geraucht wird. Davon, dass weniger geraucht wird, merke ich bei meinen Arbeitskollegen zwar nichts, aber die allgemeine Statistik sagt es so.

  26. PIBE350

    An reinen Ersparnissen (Bar- und Giralgeld) habe ich auch nicht viel, weil fast mein ganzes Geld irgendwo investiert ist. Demnach wäre ich auch nicht gerade reich, obwohl mir Geldsorgen völlig fremd sind. Oder was ist mit Ersparnissen genau gemeint? 🙂

  27. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Seb

    Das ist etwas verwirrend konstruiert in dem Artikel. Es geht hier nicht um die „Aktiendepots für den Ruhestand“. Es geht nur um das Geld, das flüssig ist.

    Ja, die Amis konsumieren viel. Sie leben vielfach von der Hand in den Mund. Sie sparen zu wenig.

    Trotzdem hat die Hälfte der Amerikaner ein „Aktiendepot für den Ruhestand“. Im Schnitt hat jeder knapp 100.000 Dollar darin angespart.:

    http://time.com/money/4357248/retirement-401k-vanguard-balance/

    Es kommt gewiss auf die Befragung/Statistik an.

    Diese Befragung zeigt:

    http://time.com/money/4258451/retirement-savings-survey/

    Ein Drittel der Amerikaner hat nichts für den Ruhestand gespart. Wer ein „Aktiendepot für die Rente“ hat, hat oftmals nur wenig investiert.

    Experten sagen unisono, Amerikaner müssen mehr tun. Sie sparen zu wenig in diese „Aktiendepots für die Rente“ – trotz der großartigen Förderung (vom Staat und Arbeitgeber) machen sie zu wenig.

  28. Oliver

    @Seb @Tim:

    Die Amerikaner haben eine negative Sparrate, was ich vor kurzem gelesen habe. Und dieses, obwohl sie im Gegensatz zu den Deutschen die Möglichkeit haben, preisgünstig für die Rente zu sparen. Ich schätze, das schreckt einige Leute trotzdem ab, da sie erst im Alter über das Geld verfügen dürfen und nicht, wann sie wollen. Ist klar, es geht hier um reine Altersvorsorge und setzt voraus, das man bis zum Ende spart. Sollte aber keine Ausrede sein, da diese Anlagemöglichkeiten nach oben gedeckelt sind.

    Ich bin mit der amerikanischen Gesellschaft nicht so vertraut. Ich denke, dass es dort viele Gegenden und Menschen mit schlechtem/keinem Abschluß gibt, die nicht in der Lage sind, vernünftig Geld zu verdienen und nennenswerte Rücklagen zu schaffen. Auch scheint es viele Leute zu geben, die mit sehr hohen Schulden durch das Studium ins Berufsleben starten und erst mal diese abbezahlen müssen. Nicht wenige  scheinen das nicht zu können.

    Fahrlässig finde ich es, wenn jemand sehr gut verdient, dass er sich keine Gedanken über seine Zukunft macht und nichts zurücklegt. Gute Jobs sind meistens zeitlich begrenzt, gerade in unserer heutigen Zeit. Man kann zwar immer wieder versuchen, was neues zu finden, aber manchen gelingt es nicht und dann kommt man sehr schnell in diese Abhängigkeitsmühle des Staates. Alleine, um solche Zeiten zu kompensieren ist eine Rücklage wichtig. Wenn man davor alles für den Konsum ausgegeben hat, hat man Sorgen, die vermeidbar waren.

    Natürlich gibts viele Leute, die sehr viel konsumieren. Ich schätze, dass es nicht ganz so viele gibt, die sich eine Gucchi-Tasche für 2.000 EURO oder die von Tim beschriebenen Turnschuhe für 400 EURO kaufen. Ich habe eher Leute gekannt, die sich das berühmte Auto, das zu große Haus, die vielen Urlaube und vor allem das zu viele Weggehen gegönnt haben. Man nimmt es als normal und selbstverständlich in seinem Leben an. Es gibt viele Leute, die grundsätzlich keine öffentlichen Verkehrsmittel in Großstädten verwenden und sich lieber in den Stau stellen mit einem Auto, das sie gerade so finanzieren können. Andere, die fast jeden Tag in die Kneipe gehen. Letztendlich muß es jeder selber wissen und mit den Konsequenzen leben.

    Wenn man arm ist und nicht weiter weiß, hilft einem zwar der Staat bis zu einer gewissen Grenze. Aber wie man an den Filmchen vom Tim sieht, haben diese Leute ständig Sorgen, wie sie sich über den Monat bringen inklusive netter Mahnbriefchen und Besuch vom Gerichtsvollzieher. Auf staatlicher Hilfe leben müssen ist kein schönes Leben. Erstaunlich, dass trotzdem so wenige was dagegen machen. Möglichkeiten haben auch Geringverdiener. Sie dürfen das Geld halt nicht in Riester stecken, sondern konventionell anlegen. Aber je länger man das macht, desto unabhängiger wird man selbst mit geringen Beträgen.

  29. Jessica

    @Seb:

    Das ist das gleiche irreführende wie die Ermittlung der offziellen Sparquote in den USA. Hier fließen nämlich keine Aktiendepots, bzw. Investitionen in Aktien (= ebenfalls Konsumverzicht) mit ein. In gleicher Statstik wäre ich mit chronisch weniger als 1K EUR auf dem Konto auch eine arme Schluckerin. Das mein Aktiendepot einen Gegenwert von über 700K EUR hat wird dann gerne unterschlagen, sonst ergibt das keine tolle Clickbait Überschrift.

    LG schöner Sonntag

  30. Dividende ist der neue Zins

    Meiner Meinung nach ist es schon eine berechtigte Frage, ob man jetzt noch kauft. Jeder weiß, dass es in den nächsten Jahren einen Crash geben wird. Das ist keine Frage des ob, sondern des wann.

    Wieiviel Sinn macht es denn, jetzt noch vor diesem Rückgang zu kaufen? Die Fallhöhe steigt zwar noch etwas aber 10-20% ohne heftigen Rücksetzer sind doch wirklich schwer vorstellbar.

    Die Dividenden-Fans sagen jetzt „egal, Hauptsache ich bekomme ich Crash auch noch meine regelmäßige Dividende“.

  31. Dr. Bialetti

    @Jessica

    Haben Sie das selber zusammengespart? Sind Sie schon verheiratet? Lieben Sie Brahms?

  32. chn

    Also meine Frau und ich sparen und investieren gemeinsam etwa 75-80% unseres Einkommens in Einzelaktien, und zwar vornehmlich in langjährige zuverlässige Dividendenzahler. Wir haben etwa 40 Einzeltitel aus den entwickelten westlichen Wirtschaftsräumen (Nordamerika+Europa). Kein Einzeltitel darf mit mehr als 5% und keine Währung mit mehr als 25% im Depot gewichtet sein. Wir bewerten laufend die Unternehmen mit der DCF-Methode und anhand des längjährigen durchschnittlichen KGV und kaufen dann jeden Monat das günstigste Unternehmen, das zu dieser Allocation passt. Das nächste Mal wird das wahrscheinlich Novo-Nordisk sein, das letzte Mal war es IBM. Hat ein Unternehmen auf 5-Jahressicht die Dividende gekürzt und es ist keine Besserung in Sicht, fliegt es aus dem Depot. Ansonsten verlassen wir uns auf unseren gesunden Menschenverstand. Das Ganze machen wir seit Ende 2012, und es macht uns sogar Spaß. Wir planen, bis 2019 die finanzielle Freiheit erreicht zu haben.

    Dividende ist der neue Zins:

    Börsencrashs (also schnelle Kursrückgänge von mindestens 40%) sollten beim eigenen Anlageverhalten überhaupt keine Rolle spielen, weil niemand weiß, wann solche Crashs passieren und die Erfahrung zeigt, dass nach Crashs immer wieder Rekordstände erreicht werden. Auch ob so ein Crash in den nächsten Jahren (wieviele Jahre denn?) passiert, weiss niemand. Ein kluger Anleger schließt daraus, dass er kontinuierlich immer weiter investiert.

     

  33. Marko

    @ chn:

    Ihr habt es also bald geschafft? Noch ca. 3 Jahre dann könnt ihr eure Arbeitsstelle kündigen, oder wie macht ihr das?

    Wieviel Depotwert muss man denn so haben um zu sagen JETZT reicht es mir/uns?

    Danke und VG,

    Marko

  34. Mattoc

    Hallo Marko,

    das ist auch ein Punkt, den ich bei Anlegern, die von Dividenden leben wollen, nicht verstehe. Natürlich kann man es schaffen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die durchschnittlichen monatlichen Dividendenzahlungen die gesamten monatlichen Kosten (all inclusive) decken. Aber wer garantiert, dass das auch so in Zukunft bleiben wird?

    Beispiel:

    Ein Alleinstehender kann mit 2000 Euro im Monat prima leben. Das sind 24.000 Euro im Jahr. Er hat ein Depot mit 50 Einzel-Unternehmen, die regelmäßig Dividende zahlen und eine durchschnittliche Dividendenrendite von 4% nach Steuern bringen. Dann braucht er 600.000 Euro Depotwert, um davon leben zu können.

    Aber was passiert, wenn dann der Crash kommt und/oder die Gewinne einbrechen? Dann sind die Dividenden immer noch gut (die grundsätzliche Idee bleibt ja gut), aber es reicht leider nicht mehr, um davon zu leben.

    Daher braucht man wohl deutlich mehr als 600.000 Euro Depotwert, um schlechte Zeiten auszuhalten, oder man arbeitet doch lieber weiter in seinem gut bezahlten Job. 🙂

    Meine Gedanken dazu.

    Gruß

    Mattoc

  35. Marko

    Hallo Mattoc,

     

    ich glaube man darf einfach nicht zu knapp kalkulieren und muss ordentlich Puffer einbauen. Mit 600.000€ Depotwert würde ich mich (noch) nicht trauen das Handtuch zu werfen und meinen Job kündigen.

    Aber jeder hat da andere Ansätze, manch einer würde mit 1.000€ auskommen und die Freizeit genießen, ist eben alles sehr individuell.

    VG Marko

  36. Seb

    @Marko

    100% Sicherheit gibt es nie.

    Aber was ist wahrscheinlicher: 1. Dass du deinen Job verlierst und trotz guter Ausbildung nichts mehr findest?

    oder

    2. Dass die meisten deiner Aktien, die seit 100 Jahren Dividenden abwerfen plötzlich keine Dividenden mehr bringen?

    Und selbst wenn du vorher mit 2000€ pro Monat lebst (was für einen Single schon viel ist), kommst du im Falle der Fälle auch mit vielleicht 1200€ noch gut aus.

  37. Mattoc

    Ein weiteres Problem, das ich bei einer Einzelaktien-Strategie sehe, ist:

    Jemand, der Einzelaktien zu einem bestimmten Zeitpunkt kauft, erklärt durch diesen Kauf implizit, dass es einen guten Grund gibt, diese Aktie zu diesem Zeitpunkt zu kaufen. Der Käufer hält die Aktie aufgrund seiner Analyse für unterbewertet oder ist der Meinung, dass aufgrund des Geschäftsmodells des Unternehmens nichts schief gehen könne und auch in Zukunft hohe Dividenden und steigende Dividenden (am besten ewig) gezahlt werden.

    Zumindest ich kann von mir sagen, dass, wenn selbst ich (!) zu diesem Ergebnis aufgrund der Analyse und Bewertung eines Unternehmens komme, dann wären andere Analysten und Anleger, die viel näher an dem Unternehmen sind und mehr Ahnung haben, schon „hundert Mal“ darauf gekommen. Insofern ist meine Annahme, dass jede Aktie zu jedem Zeitpunkt grundsätzlich fair (und nicht über oder unterbewertet) ist. Ausnahmen von dieser Regel werden schnell erkannt und durch den Markt von klügeren Köpfen als ich es bin automatisch korrigiert, so dass es also zu keinem Zeitpunkt mehr oder weniger sinnvoll ist, eine bestimmte Aktie zu kaufen.

    Daher kaufe ich keine Einzelaktien, sondern den Gesamtmarkt über ETFs. Das führt in der Regel aber dazu, dass die durchschnittliche Dividendenrendite niedriger ist, wodurch dann ein noch größeres Depot gebraucht wird.

    Na ja…eine richtig gute Lösung für dieses Problem sehe ich nicht. Am Ende des Tages hilft nur das, was Tim immer prädigt: Sparen, anlegen, Wertpapiere kaufen und eine sehr langfristige Perspektive einnehemen…

  38. Christoph

    @Mattoc und Marko: Ja aber was ist die Alternative? Ich setze doch lieber auf Dividenden als auf Kursgewinne. Denn was ist ein Kursgewinn? Genau genommen nur die Hoffnung dass es jemanden gibt der denkt dass meine Aktie mehr wert ist als ich bezahlt habe.

    Die Dividende wiederum ergibt sich aus dem guten Geschäftsmodell Bleibt das aus sind sowohl Dividende als auch der Kurs futsch!

    Natürlich kann das bei 1-2 Unternehmen passieren. Aber wenn man 30 Aktien hat und jeder gibt auf den Monat gerechnet 200 Euro dann macht der Wegfall von 2 Unternehmen nicht viel aus.

    Alternativen sind auch nicht 100% sicher. Die derzeit vermietete Immobilie könnte ja auch in einer Stadt sein in der in 20 Jahren keiner wohnen will.

    Und viele Rentenverträge sind auch oft auf Aktienbasis. Oder Anliehen etc.

    Nix ist sicher ausser die Steuer und der Tod.

  39. Mattoc

    Und es kommt natürlich auch aufs Alter an. Wer mit 50 Jahren ein Depot von 500.000 Euro hat und Rentenansprüche mit 67 von konservativen 800 Euro erwarten kann, der kann mit 50 aufhören zu arbeiten, wenn er mit monatlich 1800 Euro netto auskommt. Das habe ich mir schon ausgerechnet.

    350.000 Euro werden mit 50 aus dem Depot genommen und über eine Festgeldleiter auf diverse Banken unter Beachtung der Einlagensicherung verteilt, so dass man 17 Jahre lang jährlich locker 20.000 Euro entnehmen kann.

    Die anderen 150.000 Euro bleiben im Depot und werden innerhalb der 17 Jahre von 50 bis 67 wieder zu 300.000 Euro. Zusammen mit den Rentenansprüchen reicht das locker.

    Na ja…ganz risikolos ist das auch nicht…aber zumindest ein Ziel. .:-)

  40. Mattoc

    @Christoph:

    Ich unterscheide nicht zwischen Dividendenstrategie und Kursgewinnstrategie.

    Ich unterscheide zwischen A: Dem Kauf des weltweiten Gesamtmarkts (Maximale Diversifikation) und B: Kauf von Einzelaktien (zum Beispiel aufgrund des Dividendenmotivs).

     

    Und da bin ich bei A, denn für B bin entweder ich zu doof oder andere sind schlauer. Das heißt: Wer annimmt, dass er mit B eine bessere Gesamtrendite als mit A hat, muss entweder ziemlich nah an der ultimativen Wahrheit dran sein oder Glück haben. Deshalb mache ich A, und ich habe mir ein ETF-Weltportfolio aufgebaut, das zumindest aktuell jeden Monat Dividenden zahlt. Das war gar nicht so einfach.

  41. Marko

    „Natürlich kann das bei 1-2 Unternehmen passieren. Aber wenn man 30 Aktien hat und jeder gibt auf den Monat gerechnet 200 Euro dann macht der Wegfall von 2 Unternehmen nicht viel aus.“

    Klar bei 6.000€ monatlich würde es nicht wehtun wenn 2 Unternehmen plötzlich die Dividende streichen 🙂

    Ist wirklich ein schwieriges Thema. Wenn jemand mit 40 Jahren sagen wir mal 100.000€ angespart hat, schafft er es dann bis 55 Jahren auf 600.000€ zu kommen wenn er jedes Jahr 12k-15k€ frisches Geld investiert?

  42. Couponschneider

    @Mattoc:

    Warum sollte man das tun? Warum sollte man mit 50 350000 € dem Depot entnehmen? Ich halte es für unsinnig, weil man ja noch genug Zeit, dem Depot bei der Entwicklung zuzusehen.  Statt 20000 € garantiert aus Ihrem Entnahmeplan hat man 14000 € Dividenden an Dividenden im Durchschnitt, aber ohne Kapitalverzehr und mit einem Inflationsschutz. Wenn man sowas wie Nestlé oder Exxon im Depot hat, weiß man, dass die ihre Preise problemlos durchreichen können.

    Eine zweite Sache ist: Wenn man mit einem Schlag 350000 € aus dem Depot entnimmt, dann fallen auf einem Schlag sehr viele Steuern an. Wenn schon Kapitalverzehr, dann bitte doch steuergünstig. Die 25 % plus Soli bekommt man nie wieder raus. Angenommen, man hat mit 30 Jahren den Betrag angelegt, der sich dann bis 50 zu den 350000 € gemausert hat. Wie hoch muss der Betrag sein, wenn man 5 % p.a. annimmt? 350000 € / 1,05^20 = 131911 €. Die Dividenden lasse ich unberücksichtigt, weil die ja sofort besteuert werden, d.h. 5 % p.a. ist reines Kurswachstum. Ein Betrag von 350000 € – 131911 € = 218089 € muss versteuert werden, also alleine 54522 € an Abgeltungssteuer.

    Das ist ein verdammt hoher Preis für die vermeintliche Sicherheit von Barmitteln. Man sollte das Geld lieber im Depot lassen und beim Arbeiten zusehen. Aus 54522 € können innerhalb 20 Jahre wieder 144663 € werden (wieder 5 % p.a. angenommen, Kurswachstum). Die Dividenden können gerne verkonsumiert werden.

  43. Oliver

    @Mattoc:

    Was die Berechenbarkeit von Dividenden betrifft, kann man natürlich nicht wissen, wie die in 20 Jahren für jedes spezielle Unternehmen sind, welches ich halte. Deswegen ist ja die Diversifizierung wichtig.

    Ich behaupte von mir sicher nicht, schlauer als der Markt zu sein. Ich habe mich dennoch im Gegensatz zu dir für die Einzelaktien entschieden, weil ich einfach möglichst wenig „Geschäftspartner“ zwischen mir und meine Anlage möchte. Ein ETF ist in Bezug auf eigenmächtige Veränderungen des Herausgebers sowie einer anderen Besteuerung durch den Staat genauso unberechenbar. Letztendlich versuchst Du eine Lösung für ein Problem zu finden, wo keine Lösung existiert.

    Wer sagt denn, dass man eine Aktie bis zum Untergang des Unternehmens wirklich halten muß? Nicht alle sind so restriktiv wie Tim, der wie in Nibelungentreue seine Aktie bis zum Ende hält. Ich trenne mich durchaus von einem Unternehmen, wenn ich sehe, dass das Geschäftsmodell nicht mehr klappt. Sicher, dabei habe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld verloren, aber ein Teil ist noch da. Trotz manchmaliger Turn-Around-Situationen geht es sehr häufig schlecht aus, wenn ein Unternehmen in die Krise kommt. Gleiches, wenn es lange in der Krise ist und keine Erträge bringt.

    Was die Dividenden betrifft: In normalen und guten Jahren steigen deine Dividenden um mehr als die Inflationsrate. Je länger Du also normale Jahre erlebst, desto mehr macht sich dein Dividendenwachstum bemerkbar. Selbst in der Krise 2008/09 haben die meisten Unternehmen Dividenden gezahlt, manche haben sie sogar gesteigert. Erfahrungen aus der Vergangenheit sind, dass Dividenden ggü. Kurse viel stabiler sind.

    Ein ETF hat natürlich den Vorteil, dass Du bei der Aktienauswahl sowie bei den Einzelereignissen nahezu unbeteiligt bist. Selbst wenn einer der wichtigsten Werte wie z.B. Apple bankrott gehen sollten, ist zwar der Abschlag je nach ETF höher, aber nicht stark ausschlaggebend. Das Hauptmanko bei dem Einkauf ganzer Indexe liegt für mich eher darin, dass es viel mehr schlechte bzw. unterdurchschnittliche Unternehmen gibt, als mir lieb ist. Und die kaufe ich natürlich mit ein. Jetzt kommen wir wieder zu dem Thema „Schlauheit ggü. dem Markt“ zurück. Das muß man nicht sein. Es gibt gewisse Eigenschaften, die ggw. gute Unternehmen haben. Heute eine J&J oder BMW (nur Beispiele) zu kaufen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schlecht, weil beides bodenständige und gute Unternehmen. Würdest Du dagegen E.on oder Deutsche Bank kaufen, wären das eher riskante Käufe. Wenns gut geht in 10 Jahren, dann bist Du natürlich der Held, weil Du aller Wahrscheinlichkeit nach viel Gewinn hast. Aber wenn Du langfristig denkst, ist es immer schlau, sich an bestehenden Erfolg dranzuhängen. Du schwimmst quasi in der Erfolgswelle mit. Selbst wenn einige Unternehmen in Zukunft die Dividende einstellen, nicht mehr erfolgreich sind und untergehen, werden das deine Gewinner überkompensieren. Von daher ist es auch legitim, ein paar „Hoffnungswerte“ aufzunehmen, um vielleicht in Zukunft einen Gewinner zu haben, der viel Kursgewinn und Dividende gemessen am Einsatz zahlt.

    Letztendlich ist Investition wie fast alles im Leben: Du mußt anfangen, aus Rückschlägen lernen, ständig bei der Sache sein und auch ein bisschen Glück haben. Mit diesen Eigenschaften gelingt es dir, eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Erfolge zu haben. Das es geht, haben schon einige Leute vor dir bewiesen. Also hast Du auch eine Chance, vor dem Renteneintritt genügend Einnahmen zu haben, um eigenständig zu entscheiden, was Du machen möchtest. Das geht natürlich auch mit den ETFs.  Aber das machst Du ja eh.

  44. Mattoc

    @Couponschneider:

    Ja, man kann natürlich auch mit der „Atmung“ (steigend und fallend) des Depots dauerhaft leben.

    Ich persönlich hätte ber keine Lust, monatlich zu schauen, was nun an Dividenden tatsächlich in Abhängigkeit vom aktuellen Kurs und der gezahlten Dividende reinkommt und das dann auf meinen Lebensstandard zu verrechnen. Wenn ich jetzt auf 2017 schaue, und weiß, ich habe 20.000 Euro auf dem Girokonto, dann komme ich persönlich mental damit besser klar.

    Eine Festgeldleiter für 17 Jahre  ist dagegen das andere Extrem und sicherlich so nicht optimal. Dennoch bleibe ich dabei, dass ich mein operatives Tagesgeschäft für wenige Jahre im Voraus sicher bezahlt wissen möchte. Man kann ja als Kompromiss auch 60.000 Euro oder 100.0000 Euro entnehmen und für 3 bzw. 5 Jahre in einer Festgeldleiter anlegen, um dann für das jeweils kommende Jahr klare finanzielle Verhältnisse zu haben.

    Oder man landet bei Trinity und macht das mit den 3% bis 4%, die man  jährlich entnimmt. Es gibt so viele Varianten, die alle Vor- und Nachteile haben.

     

    Schönen Sonntag!

  45. Mattoc

    @Oliver:

    Du schreibst:

    „Ich behaupte von mir sicher nicht, schlauer als der Markt zu sein.“

    Und du schreibst:

    „Heute eine J&J oder BMW (nur Beispiele) zu kaufen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schlecht, weil beides bodenständige und gute Unternehmen. Würdest Du dagegen E.on oder Deutsche Bank kaufen, wären das eher riskante Käufe.“

    Erkennst du den Widerspruch?

    Wenn du so etwas schreibst und wirklich glaubst, erklärst du dich ausdrücklich für schlauer als der Markt und du hältst die gennnten Aktien für unter bzw. überbewertet und bist der Meinung, dass gewisse Aktien und Unternehmen besser sind als andere.

     

     

     

  46. Oliver

    @Mattoc:

    Nein, das ist kein Widerspruch, sondern Einschätzung bestimmter Unternehmen. Die ersten beiden sind ggw. erfolgreich, die anderen beiden sind es nicht. Gute Unternehmen zu erkennen ist keine Raketenwissenschaft. Das hat nichts mit schlauer als der Markt zu tun, sondern mit Präferenzen und Erfahrungswerte als Investor. Wo alle vier Unternehmen in 10 Jahren stehen, weiß ich nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist nur höher, dass ich mit den beiden erstgenannten mehr Freude haben werde. Ich habe J&J übrigens schon länger und fahre ganz gut damit.

  47. chn

    @Marko

    Ja, 2019 werden unsere Netto-Dividendeneinnahmen aufs Jahr gerechnet unsere Ausgaben überschreiten. Theoretisch könnten wir dann die Beine hochlegen. Ob wir das beide dann sofort machen, wissen wir noch nicht so genau. Ein bisschen Puffer sollte man ja auch noch einplanen, und die Arbeit ist jetzt auch keine Gefängnisstrafe 🙂 Laut Trinity-Studie würde es alternativ genügen, wenn die jährlichen Entnahmen etwa 3-4% des  investierten Kapitals entsprechen.

    Ich finde ja die ganze Diskussion Einzeltitel vs. ETF ziemlich müßig. Beides funktioniert. Was man macht, ist Geschmackssache, aber für die meisten ist ein ETF-Sparplan wahrscheinlich die bessere Lösung. Wir fühlen uns besser damit, nur die Dividenden zu entnehmen statt regelmäßig Anteile zu einem dann sehr unsicheren Preis zu verkaufen. Wir versuchen auch nicht, durch die Einzeltitel den Markt zu schlagen, obwohl das (wenn auch nur hauchdünn) tatsächlich der Fall ist, wenn man man mal den internen Zinsfuß berechnet.

    Bedenken sollte man auch, dass ETFs zwar kostengünstig, aber nicht umsonst sind. Wenn man von einem Portfolio ausgeht, das für den Frühruhestand sorgen soll, reden wir von Kosten im Bereich von 100€/Monat (angenommen: 600.000€ Depotwert und eine TER von 0,2%/Jahr).

  48. PIBE350

    Mattoc: ,,Das ist auch ein Punkt, den ich bei Anlegern, die von Dividenden leben wollen, nicht verstehe. Natürlich kann man es schaffen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die durchschnittlichen monatlichen Dividendenzahlungen die gesamten monatlichen Kosten (all inclusive) decken. Aber wer garantiert, dass das auch so in Zukunft bleiben wird?

    Beispiel:

    Ein Alleinstehender kann mit 2000 Euro im Monat prima leben. Das sind 24.000 Euro im Jahr. Er hat ein Depot mit 50 Einzel-Unternehmen, die regelmäßig Dividende zahlen und eine durchschnittliche Dividendenrendite von 4% nach Steuern bringen. Dann braucht er 600.000 Euro Depotwert, um davon leben zu können.

    Aber was passiert, wenn dann der Crash kommt und/oder die Gewinne einbrechen? Dann sind die Dividenden immer noch gut (die grundsätzliche Idee bleibt ja gut), aber es reicht leider nicht mehr, um davon zu leben.

    Daher braucht man wohl deutlich mehr als 600.000 Euro Depotwert, um schlechte Zeiten auszuhalten, oder man arbeitet doch lieber weiter in seinem gut bezahlten Job. ?“

     

    Ich denke, dass man seine passiven Einnahmequellen nach Möglichkeit diversifizieren sollte. Dann steht man auf einem breiteren Fundament. Bei mir sind es 3, wobei Dividenden den kleinsten Anteil ausmachen. Deine genannten 2.000 Euro pro Monat für einen Alleinstehenden erziele ich aktuell, nur von den 600.000 Euro an Vermögen bin ich noch weit entfernt. 😉

  49. Alex

    „Gute Unternehmen zu erkennen ist keine Raketenwissenschaft.“

     

    Gute Unternehmen zu erkennen ist gar nicht so einfach. Vor 10 Jahren und mehr zählten RWE, EON, Deutsche Bank, Bayer usw zu guten Unternehmen für konservative Anleger womit man nichts falsch machen kann und deren Geschäftsmodell für die Ewigkeit ist. Heute sieht das aber anders aus. Mit Kaufen und liegen lassen kommt man also nicht immer weit.

  50. Oliver

    @Alex

    Ich hatte von den genannten RWE, die ich bei etwas über 60 EURO verkauft habe. Ich bin ganz deiner Meinung, dass es nicht immer optimal ist, Aktien ewig zu halten. Meine oberste Priorität ist das Geschäftsmodell. Wenn das nicht mehr funktioniert und ich für die Zukunft keine großen Chancen sehe, verkaufe ich. Tendenziell sind das in der Vergangenheit wenige Unternehmen gewesen. Im nachhinein hat sich die Entscheidung bisher bei mir als richtig erwiesen. Trotzdem gibt es immer wieder Unternehmen, die aus dem Tal der Tränen wieder rauskommen. Das ist Tims Argumentation und damit kann er auch richtig liegen. Wir wissen halt nicht, ob sich z.B. eine Deutsche Bank erholt. Wer heute bei dem Kursniveau einsteigt und das passiert tatsächlich, gehört zu den Gewinnern. Aber man muß sich im klaren sein, das man ein hohes Risiko trägt und evtl. über Jahre keine positive Kursentwicklung bzw. Dividenden erhält. Ist Geschmackssache. Deshalb mag ich die Gewinnerfirmen lieber, weil während sie erfolgreich sind, habe ich sowohl Kurssteigerungen als auch Dividenden.

    Das Finden ist nicht sonderlich schwer. Ich habe schon eine Menge Unternehmen gefunden, die über die Zeit sich positiv entwickelt haben. Ich habe auch Verlierer dabei, aber die sind im Verhältnis zu den Gewinnern in der Unterzahl. Mir fallen jederzeit Unternehmen ein, die ich zum jetzigen Kursniveau kaufen möchte. Irgendetwas ist im Verhältnis zu den Zahlen und dem Geschäftsmodell immer günstig zu haben.

    Eines würde mich noch interessieren: Warum findest Du, das Bayer erfolglos ist? Das Unternehmen entwickelt sich doch hervorragend, auch wenn ich persönlich kein großer Freund der Monsanto-Übernahme bin. Ich habe die Aktie zwar nicht, aber finde sie durchaus interessant.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *