Kirkland Lake Gold: Die reinste Geldgrube


New York, 27. Juni 2008

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Am Donnerstag sprach ich mit dem Vorstandschef der kanadischen Goldmine Kirkland Lake, Brian Hinchcliffe. Für mich ist die Aktie hochattraktiv: Hinchcliffe erwarb mit seinem Freund Harry Dobson die vermeintlich erschöpfte Mine im Dezember 2001. Beide hatten einen guten Riecher: Hinchcliffe, ein ehemaliger Goldman-Sachs-Manager, und Dobson, ein Milliardär aus Monaco, schwimmen immer gegen den Strom. 2001 befand sich der Preis für Gold auf einem Tiefpunkt. Die Unze kostete 274 US-Dollar. Derzeit liegt die Taxe bei 911 Dollar. Hinchcliffe und Dobson zahlten für Kirkland Lake lausige fünf Millionen Kanadische Dollar mitsamt Infrastruktur. Niemand hatte sich für das Gelände interessiert, es gab keinen anderen Bieter. Aus heutiger Sicht war der Deal ein Wahnsinnsschnäppchen. Beide Manager wollen die Produktion nun ausbauen und die Geschichte der Mine wiederholen. Das Areal befindet sich im nordöstlichen Ontario nahe der 10000-Einwohner-Stadt Kirkland.
Einer der Vorbesitzer war Sir Harry Oakes. Er zählte in den 20er- und 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den reichsten Männern der Welt. Der Grund: Seine Mine war die reichhaltigste und produktivste in der westlichen Hemisphäre. Weil dem Abenteurer die steigende Steuerlast in Kanada ein Dorn im Auge war, zog er 1935 mitsamt Gattin auf die Bahamas. In dem Steuerparadies ließ er Villen, eine Golfanlage und ein Hotel errichten. Er gründete eine Fluglinie, baute einen Flughafen. Die Inselgruppe boomte dank seiner Investitionen. Zudem spendete Oakes Millionen für wohltätige Zwecke. All sein Reichtum floss aus den tief liegenden Kirkland-Schächten. König George VI. adelte ihn wegen seiner Großzügigkeit.
Am 8. Juli 1943 kam dann das schreckliche Ende: In seinem Haus in Nassau wurde Oakes ermordet. Blutüberströmt lag der Leichnam im Bett. Um Spuren zu verwischen, hatte der Täter den Toten mit Benzin übergossen und angezündet. Unter Verdacht stand sein Schwiegersohn, mit dem Oakes zerstritten war. Trotz umfangreicher Ermittlungen wurde der Mörder aber nie gefasst. Bücher und Filme thematisierten später Oakes Leben und sein mysteriöses Ende.
Aus der Kirkland-Lake-Mine holten Oakes und seine Erben in der Zeit zwischen 1918 und den 60er-Jahren alles in allem 22 Millionen Unzen Gold heraus. Die Lagerstätte geriet anschließend in Vergessenheit. Der Goldpreis befand sich ohnehin auch auf einem zyklischen Tiefpunkt. Da machte der Abbau betriebswirtschaftlich kaum noch Sinn. Schließlich wurden die Pumpen aus den Schächten entfernt. Die Mine wurde mit Wasser aus den umliegenden Seen geflutet.
Die beiden cleveren Geschäftsleute Hinchcliffe und Dobson investieren konsequent antizyklisch. Der Schotte Dobson züchtet Rennpferde in Irland, lebt in Monaco und war Großaktionär von Manchester United. Im vorigen Jahr sprach ich ausführlich mit ihm in New York. Er ist bodenständig, verlor kein einziges Wort über sein enormes Vermögen. Ein bescheidener Milliardär. Er genießt es, in ferne Länder zu reisen und aus dem Koffer zu leben.
Auf Sicht der nächsten 50 bis 60 Jahre glauben die beiden Unternehmer fest daran, abermals 22 Millionen Unzen aus dem Gelände holen zu können. Sie sind der Überzeugung, dass sich die Erfolgsgeschichte des Vorbesitzers Oakes wiederholen lässt. Am Kirkland-Lake-Aktienkapital sind sie mitsamt weiteren Managern mit 27 Prozent beteiligt. Das ist ein gutes Zeichen! Die Aktie notiert mit 6,04 Euro. Auf dem Foto sehen Sie einen der Kirkland-Schächte, der tief ins Erdinnere führt. Dort unten sind die Temeraturen sehr warm. Mit einem Lift transportieren die Arbeiter die Steinmassaen nach oben.


tim schaefer (Author)

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