Karriere, Geld, Statussymbole und was dann?


New York, 5. Februar 2014

bild

Joshua Fields Millburn war ein Karrieremensch. Mit 27 wurde er der jüngste Direktor bei einer großen amerikanischen Telekomfirma. Millburn (auf dem Foto rechts) wohnte mit seiner Frau in einem riesigen Haus. Plötzlich starb seine Mutter. Seine Ehe ging im gleichen Monat in die Brüche. All das Zeug im Haus, der Konsum, die Statussymbole – all das war für ihn eine Scheinwelt, fand er heraus.
Er gab seinen Job auf, strich seine Konsumausgaben. Er besann sich auf ein anderes Leben. Auf seine Gesundheit, seine Freunde, seine Hobbys.
Mit einem Freund startete er das Blog The Minimalists. Beide schrieben das Buch Everything That Remains: A Memoir by The Minimalists.
Seit der Finanzkrise suchen mehr Menschen nach dem Sinn des Lebens, zumindest ist das mein Eindruck in den USA. Skandalumwitterte Unternehmen überdenken ihre Ziele. Ethik, Anstand, Moral und die Gesellschaft rücken ins Zentrum des Interesses. Konzerne merken auf einmal, wie wichtig das eigene Image ist. Wer seinen guten Ruf für die kurzfristige Gewinnmaximierung zerstört, dem laufen die Kunden in Scharen davon. Das ständige Streben nach Geld hat einen Knacks bekommen.
Die Lebensgeschichte von Joshua Fields Millburn erhielt kurze Zeit nach dem Erscheinen tausende Kommentare.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Karriere, Geld, Statussymbole und was dann?

  1. Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog

    Das ist nicht nur so in den USA, sondern auch in Deutschland Tim.

    Das letzte Hemd hat keine Taschen und wir nehmen nichts mit, darum macht es in meinen Augen keinen Sinn dem Geld hinterher zu rennen.

    Das worauf wir uns konzentrieren sollten ist Zeit. Mehr Zeit für uns selbst, anstatt im Hamsterrad zu arbeiten und zu hoffen durch eine Karriere mal reich zu werden.

  2. tim schaefertim schaefer

    Ins Bild passt folgende Meldung: Heute gab der zweitgrößte Einzelhändler der USA, CVS Caremark, bekannt, keine Tabakwaren mehr zu verkaufen. Die Drogeriemarktkette verzichtet freiwillig auf 2 Milliarden Dollar Umsatz. Zum Wohle der Kunden, zum Wohle der Menschen.

    Präsident Barack Obama drückte seinen Dank gegenüber dem Unternehmen aus. (Wohlgemerkt ist Obama ein Raucher).
    http://abcnews.go.com/Health/wireStory/cvs-caremark-plans-stop-selling-tobacco-products-22371836

  3. Chris

    Und wie die Amerikaner mit der Selbstreflexion beschäftigt sind, sieht man an den Kommentaren zur Coca Cola Werbung für den Super Bowl…

  4. Andreas

    Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein.
    Denn wenn man glücklich ist fragt man nicht was der Sinn des Lebens ist.

    Ich kann aber nicht glücklich sein, wenn ich
    -Angst/Sorgen habe. z.B. vor Jobverlust, Fehler zu machen, alt zu werden, im Leben zu kurz zu kommen, was die Leute sagen etc.
    -gierig, neidisch, eifersüchtig, einsam bin, mich ärgere, mir langweilig ist.
    -Verlangen nach etwas habe.
    -mich mit Anderen vergleiche
    -uvm.

    Also muss ich zu einem Verstehen von Angst, Kummer, Sorgen, Ärger, Verlangen etc. gelangen so dass ich davon frei bin (für immer nicht nur zeitweise).
    Verstehen kann ich das alles nur wenn ich es beobachte, es aushalte, die Ursachen herausfinde.
    Nicht wenn ich davor weglaufe, mich ablenke, einem Vergnügen nachgehe, mich anstrenge erfolgreicher zu sein,
    versuche mich nicht zu ärgern etc.

    Kurz, ich muss mich selbst verstehen. Die Konditionierung des Geistes, was Denken ist, wie es entsteht, was Intelligenz ist
    was das „Ich“ ist etc. Ich muß über mich lernen.

    Aber die meisten Menschen werden von Geburt an darauf konditioniert nach dem „Mehr“ zu streben. Mehr Erfolg, größeres Auto,
    besserer Urlaub, bessere Ausbildung…. Was nicht generell schlecht ist, aber Selbsterkenntnis ist wichtiger. Das „Mehr“
    macht nur kurzzeitig glücklich (bzw. lenkt von den Problemen, Ängsten usw. ab).

    Mir war das alles Jahrzehnte nicht bewusst. Habe gelebt wie die Menschen in meiner Umgebung. Und versucht besser zu werden.
    Bis ich zufällig ein Buch von Jiddu Krishnamurti gelesen habe. Es hat mich anfangs zwar stellenweise geärgert was er sagte (weil es
    meiner Meinung/Konditionierung widersprach bzw. meines Vergnügens beraubte, ich einsehen musste das einiges falsch war was mir bis
    dahin wichtig war etc.) aber ich bin dabei geblieben und habe mein Denken hinterfragt.

    Tim ich möchte dir (und allen anderen) empfehlen dich mit dem was Jiddu Krishnamurti gesagt hat zu beschäftigen. Ich denke
    du kannst dich ernsthaft damit beschäftigen, weil du erkannt hast, dass Konsum nicht glücklich macht und auch weil Du mal geschrieben
    hast, dass du dich für alte Religionen interessierst.
    Organisierte Religionen sind Zeitverschwendung, kein Angehöriger einer organisierten Religion wird Gott jemals finden.
    Durch die Rituale wird der Geist nur stumpfsinnig und es mag eine Illusion von Gott entstehen.

    Es sind Videos von ihm auf YouTube. Vor allem das mit Dr. Anderson (mehrere Teile) deckt eigentlich alles ab was er sagt.
    Text dazu ist hier: http://www.jiddu-krishnamurti.net/en/a-wholly-different-way-of-living/1974-02-18-jiddu-krishnamurti-a-wholly-different-way-of-living-knowledge-and-transformation

    Ich denke es ist besser zu lesen was er sagt. Man kann Innehalten und sich klar werden was überhaupt gesagt wurde,
    wie man selbst darüber denkt, warum denkt man so? …
    Täglich 30min – 1h lesen und über das Gelesene nachdenken. Wiederholt dasselbe lesen.
    Keine Meinung bilden sondern verstehen (wie alles zusammenhängt).
    Seine Bücher sind im Netz zu finden.

    http://www.jiddu-krishnamurti.net/en

    Vielleicht beginnst du mit „Think about these things“ oder „Life ahead“. Es werden jede Menge Fragen gestellt
    die in den Medien, Schule keiner stellt.

    http://www.jiddu-krishnamurti.net/en/think-on-these-things
    http://www.jiddu-krishnamurti.net/en/life-ahead

    Übrigens hat K. immer gesagt, glaubt mir nichts, hinterfragt selbst….
    Welcher Politiker, Priester, autoritäre Person, Autor etc. sagt so etwas jemals.

  5. Felix

    Ich weiß nicht so Recht, wie ich diesen Beitrag einordnen soll. Ausgerechnet in einem Börsen-/Finanzblog wird das Motto ausgegeben: Geld ist nicht so wichtig!
    Mag sein. Aber kein Geld zu haben ist viel schlimmer als Geld zu haben. Ich weiß, es gibt so Volksweisheiten wie „Geld verdirbt den Charakter!“ Es ist richtig, wenn Geld zum Fetisch wird und alles anderes überstrahlt, dann ist das schlecht. Aber fehlendes Gels ist noch mächtiger und besitzergreifender als Geld zu haben. Man hat dann ständig damit zu tun, ob man sein Rechnungen bezahlen kann und wie man über die Runden kommt.
    Deshalb ist es richtig und wichtig, sich um sein Geld zu kümmern. Sonst liegt man am Ende noch dem Staat auf der Tasche und das kann nicht das Ziel eines unabhängigen, freien Menschen sein.
    Deshalb ist mein Motto (und ich meine das nicht zynisch)/: lieber reich und gesund als arm und krank.

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Andreas
    Danke. Schaue ich mir an.

    @ Felix
    Nun, das Sparen ist für die Altersvorsorge wichtig. Mir geht es um einen kritischen Blick auf den Konsum. Das ständige Streben nach großen Statussymbolen, um sich „Anerkennung“ zu holen.

    Gleichzeitig beschäftige ich mich gedanklich mit dem Geld. Wie viel brauche ich? Wie wertvoll ist es? Macht es mich glücklich?

    Dann ist es interessant sich aus Unternehmenssicht mit dem Thema Geld zu beschäftigen: Wie viel Gewinn soll eine Aktiengesellschaft verdienen? Zu viel Gewinn bedeutet indirekt dem Kunden fehlt etwas.

    Warum sind Aldi, Lidl, Amazon, Netflix, Google, Facebook, Twitter, Yahoo, Ryanair, Ikea so beliebt? Weil die Kunden zufrieden sind. Weil die Produkte günstig bzw. gratis sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *